Originalarbeit
Vergleichende Untersuchung der oxidativen und antioxidativen Kapazität bei der High-Flux-Hämodialyse mit zwei unterschiedlichen Membranen
U. Schönermarck, C. Dengler, F. Ebeling, M. Heydenreich, G.F. Hillebrand, und W. Samtleben
Price
42.00 $
Jahrgang 36 p. 128 - 135
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 36, Nr. 4/2007, S. 128–135
Vergleichende Untersuchung der oxidativen und antioxidativen Kapazität bei der High-Flux-Hämodialyse mit zwei unterschiedlichen Membranen
U. Schönermarck1, C. Dengler1, F. Ebeling2, M. Heydenreich2, G.F. Hillebrand1,2 und W. Samtleben1,2
1Schwerpunkt Nephrologie, Medizinische Klinik I, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München-Großhadern,
Zielsetzung: Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (TNI) sind kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität erhöht. Neben den traditionellen und den urämiespezifischen Risikofaktoren gilt während der Dialysebehandlung induzierter oxidativer Stress als ein Hauptrisikofaktor. In der vorliegenden Studie wurde der Einfluss von zwei unterschiedlichen High-Flux-Hämodialyse-Membranen auf Parameter des oxidativen Stresses während einer Dialysebehandlung untersucht. Patienten und Methoden: Die Studie wurde an 14 stabilen Dialysepatienten durchgeführt, die in zwei Gruppen randomisiert wurden: In der einen Gruppe (PA-Gruppe) wurde die High-Flux-Dialyse mit einer Polyamidmembran (Polyflux 14) durchgeführt. In der anderen Gruppe (PS-Gruppe) erfolgte die High-Flux-Dialyse mit einer Polysulfonmembran (Diacap Polysulfone HI PS 15). Alle Patienten erhielten 6 Behandlungen mit der gleichen Membran. Während der fünften Behandlung wurden Parameter der Dialyseeffizienz, der Biokompatibilität (Blutbild, Komplement C3a, Thrombin-Antithrombin-Komplex) und des oxidativen Stresses (oxidative und antioxidative Kapazität) gemessen. Ergebnisse: Die Parameter der Dialyseeffizienz und der Biokompatibilität waren in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar. Vor der Dialysebehandlung zeigte sich in beiden Gruppen ein gering- bis mittelgradiger oxidativer Stress sowie eine im Vergleich zu gesunden Kontrollen verringerte totale antioxidative Kapazität. Beide Parameter verschlechterten sich während der extrakorporalen Prozedur signifikant. Das Ausmaß der Verschlechterung war in beiden Gruppen vergleichbar. Es konnte keine Korrelation zwischen der oxidativen bzw. antioxidativen Kapazität und Parametern der Dialyseeffizienz bzw. Biokompatibilität festgestellt werden. Schlussfolgerungen: Trotz guter Dialyseeffizienz und Biokompatibilität induziert die Dialyse mit synthetischen High-Flux-Membranen bei TNI-Patienten eine temporäre Verschlechterung der Parameter des oxidativen Stresses.
*Erstpublikation der englischen Fassung in Clinical Nephrology Band 66, Nr. 5/2006, S. 357-363.Correspondence to:
Dr. med. U. SchönermarckSchwerpunkt NephrologieMedizinische Klinik IKlinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München-GroßhadernMarchioninistraße 15D–81366 München
Email: [email protected]
Kasuistik
Cholesterinembolie nach Nierentransplantation – Kasuistik und Literaturübersicht
U. Schönermarck, M. Guba, M. Weiss, W.D. Illner, H. Arbogast und T. Bosch
Price
42.00 $
Jahrgang 36 p. 544 - 548
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 36, Nr. 11/2007, S. 544–548
Cholesterinembolie nach Nierentransplantation – Kasuistik und Literaturübersicht
U. Schönermarck1, M. Guba2, M. Weiss3, W.D. Illner2, H. Arbogast2 und T. Bosch1
1Schwerpunkt Nephrologie, Medizinische Klinik I, 2Transplantationszentrum, Chirurgische Klinik 3Institut für Pathologie, Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität, München
Ein Cholesterinembolie-Syndrom (CES) ist eine seltene Ursache für eine Nierenfunktionseinschränkung bzw. einen Transplantatverlust nach Nierentransplantation. Es werden 2 Patienten beschrieben, die ein Nierentransplantat vom gleichen Spender erhielten. Bei beiden Empfängern wurde das Transplantatversagen auf ein vom Spender ausgehendes CES zurückgeführt. Eine Literaturübersicht fasst die bisher publizierten Fälle eines CES nach Nierentransplantation zusammen. Die renale Prognose ist schlecht, wenn die Cholesterinembolien vom Spender ausgehen und deutlich besser, wenn sie Empfänger-assoziiert sind. Da zunehmend Spender in höherem Lebensalter bzw. mit bestehender Atherosklerose akzeptiert werden, muss häufiger ein CES als Ursache für eine Transplantatdysfunktion in die Differentialdiagnose einbezogen werden.Correspondence to:
Dr. med. U. Schönermarck
Schwerpunkt Nephrologie
Medizinische Klinik I
Klinikum Großhadern der
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D–81366 München
Email: [email protected]
Kasuistik
Pulmorenales Syndrom nach einer Truppenübung
S. Rau, E. Martens, U. Winkler-Budenhofer, W. Samtleben und U. Schönermarck
Price
42.00 $
Jahrgang 36 p. 17 - 21
Abstract
Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 36, Nr. 1/2011, S. 17–21
Pulmorenales Syndrom nach einer Truppenübung
S. Rau, E. Martens, U. Winkler-Budenhofer, W. Samtleben und U. Schönermarck
Medizinische Klinik I, Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Wir berichten über einen 24-jährigen männlichen Patienten, der sich mit dem klinischen Bild eines pulmorenalen Syndroms mit akutem Nierenversagen, beidseitigen Pleuraergüssen und progredienter Dyspnoe vorstellte. Extrarenale Symptome waren Fieber, Thrombopenie, Bauch- und Flankenschmerzen. Eine immunologische Grunderkrankung konnte nicht nachgewiesen werden. Aufgrund der genauen Anamnese wurde der Verdacht auf eine Hantavirus-Infektion gestellt. Die Diagnose konnte serologisch gesichert werden. Unter rein supportiver Therapie kam es zu einer kompletten Ausheilung ohne Residuen.Correspondence to:
Dr. med. S. Rau
Medizinische Klinik I
Klinikum der Universität München
Campus Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D–81377 München
Email: [email protected]
Original
Analyse flüchtiger organischer und anorganischer Verbindungen in der Atemluft von Hämodialyse-Patienten
U. Schönermarck, C. Dengler, A. Gmeinwieser, S. Praun, G. Schelling, M. Fischereder, A.-L. Boulesteix und M.E. Dolch
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2017) p. 427 - 436
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 46, Nr. 10/2017, S. 427-436
Analyse flüchtiger organischer und anorganischer Verbindungen in der Atemluft von Hämodialyse-Patienten*
U. Schönermarck1, C. Dengler1, A. Gmeinwieser2, S. Praun3, G. Schelling2, M. Fischereder1, A.-L. Boulesteix4 und M.E. Dolch2
1Nephrologisches Zentrum, Medizinische Klinik und Poliklinik IV, 2Klinik für Anaesthesiologie, Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität München, 3VF Services GmbH, Absam, Österreich und 4Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie Ludwig-Maximilians-Universität München
Zielsetzung: Für Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz sind Urämie und erhöhter oxidativer Stress charakteristisch. Ziel der Untersuchung war es, den Einfluss der Hämodialyse auf den Ammoniakgehalt der Ausatemluft sowie auf flüchtige Verbindungen, die als Parameter für oxidativen Stress dienen, zu untersuchen. Methoden: Bei 18 Dialysepatienten wurde vor, während und 30 Minuten nach einer Hämodialysebehandlung eine Atemgasanalyse durchgeführt. Parameter für die Effizienz der Hämodialyse sowie für oxidativen Stress (Lipidperoxide, totale antioxidative Kapazität, Myeloperoxidase und Malondialdehyd) wurden im Blut zu Beginn, nach 30 Minuten und am Ende der Dialysesitzung gemessen. 10 gesunde Freiwillige mit normaler Nierenfunktion dienten als Kontrollgruppe. Zur Atemgasanalyse wurde die Ionen-Molekül Reaktions Massenspektrometrie verwendet. Ergebnisse: Die initial erhöhte Atem-Ammoniakkonzentration verringerte sich während der Hämodialyse und korrelierte mit der Serum-Harnstoffkonzentration (r2 = 0,74), während die Isoprenkonzentration anstieg. Die Atemkonzentrationen von Malondialdehyd und Pentan (MDA-P) waren bei Dialysepatienten signifikant erhöht (p < 0,01). Im Blut war während der Hämodialysebehandlung ein signifikanter Malondialdehydabfall messbar, währen die Lipidperoxid- und Myeloperoxidasespiegel anstiegen. Schlussfolgerung: In der Ausatemluft von chronischen Dialysepatienten findet sich eine erhöhte Ammoniak- und MDA-P-Konzentration. Da sich die Ammoniakkonzentration in der Ausatemluft während der Dialyse signifikant verringert und mit der Serum-Harnstoffkonzentration korreliert, könnte die Ammoniakkonzentration in der Atemluft einen nicht invasiven Parameter für die Überwachung der Dialyseeffektivität darstellen.
*Erstpuplikation der englischen Fassung in Clinical Nephrology, Band 86, Nr. 3/2016, S. 132-140.Correspondence to:
PD Dr. med. Michael E. Dolch
Klinik für Anaesthesiologie
Klinikum der Universität München
Campus Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität München
81377 München
Email: [email protected]
Übersicht
Irreversibles Nierenversagen nach Koronarintervention – Kasuistik und Literaturübersicht zum Cholesterinemboliesyndrom
B. Hartmann, R. Thomae, U. Schönermarck, N. Mistry-Burchardi, M. Weiss, T. Bosch und W. Samtleben
Price
42.00 $
Jahrgang 31 p. 295 - 303
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 31, Nr. 7/2002, S. 295-303
Irreversibles Nierenversagen nach Koronarintervention – Kasuistik und Literaturübersicht zum Cholesterinemboliesyndrom
B. Hartmann1, R. Thomae1, U. Schönermarck1, N. Mistry-Burchardi1, M. Weiss2, T. Bosch1 und W. Samtleben1
1Schwerpunkt Nephrologie, Medizinische Klinik I, 2Pathologisches Institut,
Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Eine Nierenfunktionsverschlechterung
wird bei stationären Patienten häufig nach koronarangiographischer
Intervention gesehen.
Neben der durch Kontrastmittel induzierten
Nephropathie gehört in diesem Zusammenhang
auch das Cholesterinemboliesyndrom
(CES) zu den differentialdiagnostischen
Überlegungen. Obwohl es leicht zu übersehen
ist, wird es zunehmend als schwere Komplikation
der generalisierten Atherosklerose
erkannt. Embolisation durch Cholesterinkristalle
ist oftmals Folge diagnostischer und gefäßchirurgischer
Interventionen im Bereich
der Aorta, kann sich allerdings auch spontan
durch Lösen von Cholesterinkristallen aus
erosiven Plaques ereignen. Somit kann das
CES zum Multiorganversagen führen, das
mit einer hohen Mortalität behaftet ist. In Abhängigkeit
von den betroffenen Organsystemen
kann das CES als Multiorganerkrankung
erscheinen und die Differenzierung von
anderen Erkrankungen schwierig machen.
Die Diagnose liegt nahe, wenn sich neben unspezifischen
Symptomen auch Zeichen einer
peripheren Gefäßokklusion wie Livedo reticularis
oder blaue Zehen (Gangrän) einer vorausgehenden
potentiell auslösenden Intervention,
wie Angiographie oder Gefäßchirurgie,
zeitlich zuordnen lassen. Eine Leukozytose,
eine Eosinophilie und eine Hypokomplementämie
können laborchemische Hinweise
für ein CES sein. Um eine Verdachtsdiagnose
zu bestätigen empfiehlt sich die
Fundoskopie als nicht invasive Maßnahme,
denn Cholesterinembolien der Retina sind
beim CES ein häufig erhobener Befund.
Letztlich beweisend ist bei vorliegender Niereninsuffizienz
die Durchführung einer Nierenbiopsie.
Im Biopsat werden bei herkömmlicher
histologischer Aufarbeitung die Cholesterinkristalle
herausgelöst. Mikroskopisch
findet sich allerdings ein typisches Bild mit
bikonkaven nadelförmigen Aussparungen
(Cholesterinkristalllücken) in den Arteriolen.
Die Therapie des CES ist symptomatisch und
nicht spezifisch, da bislang kein allgemein
akzeptiertes Behandlungsregime besteht.
Eine Antikoagulation wird allgemein nicht
empfohlen, sollte aber bei Indikationen wie
dem akuten Myokardinfarkt auch nicht den
Patienten vorenthalten werden. Bei insgesamt
schlechter Prognose und hoher Mortalität
des CES liegt das Behandlungsziel in der
Prävention atherogener Risikofaktoren. Es
wird der Fall eines rasch progredienten Nierenversagens
nach zweimaliger koronarangiographischer
Intervention beschrieben und
die Differentialdiagnosen werden diskutiert.
Der klinische Verdacht auf das Vorliegen eines
CES wurde durch eine Nierenbiopsie bestätigt.
Die klinischen Symptome, die therapeutischen
Optionen und die Prognose des
CES werden dargestellt und eine Übersicht
der Literatur zum CES präsentiert.Correspondence to:
Dr. med. B. Hartmann
Schwerpunkt Nephrologie
Medizinische Klinik I
Klinikum Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D-81377 München
Übersicht
Therapie des urämischen Pruritus
V. Srna, A. Holderied und U. Schönermarck
Price
42.00 $
Jahrgang 48 (2019) p. 21 - 31
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 48, Nr. 1/2019, S. 21-31
Therapie des urämischen Pruritus
V. Srna, A. Holderied und U. Schönermarck
Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Nephrologisches Zentrum, Klinikum der Universität München – Campus Großhadern, München
Juckreiz ist ein häufiges und stark belastendes Symptom der chronischen Niereninsuffizienz. Im Stadium der Dialysepflichtigkeit sind ca. 25% der Patienten von einem chronischen, d.h. über 6 Wochen anhaltenden Pruritus betroffen. Neben sekundären Hautveränderungen als Kratzfolgen, führt der chronische Juckreiz zu Schlafstörungen und abnehmender Lebensqualität und ist mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verknüpft. Primär dermatologische oder andere internistische Erkrankungen sowie Medikamentennebenwirkungen müssen akribisch als Ursache ausgeschlossen werden. Die Pathophysiologie des urämischen Pruritus ist komplex und bisher nicht vollständig verstanden. Auch besteht noch immer ein Mangel an aussagefähigen randomisierten Therapiestudien. Verschiedene therapeutische Maßnahmen stehen zur Verfügung und werden im Rahmen eines multimodalen Therapieansatzes eingesetzt, wie u.a. die Vermeidung von Triggerfaktoren, allgemeine prurituslindernde Maßnahmen, Modifikationen der Dialysetherapie, topische und systemische Pharmakotherapien sowie die UV-B-Bestrahlung. Allerdings ist das individuelle Therapieansprechen häufig schwer vorauszusagen. Nach einer erfolgreichen Nierentransplantation kommt es in der Regel zum vollständigen Abklingen des Juckreizes.Correspondence to:
Dr. med. Ulf Schönermarck
Med. Klinik und Poliklinik IV
Nephrologisches Zentrum
Klinikum der Universität München – Campus Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität München
Marchioninistraße 15
81377 München
Email: [email protected]
Kasuistik
Medikamenteninduzierte CYP-Induktion als Therapie der Tacrolimus-Intoxikation
J.M. Hoppe, A. Holderied, U. Schönermarck, V. Vielhauer, H.-J. Anders und M. Fischereder
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2023) p. 205 - 210
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 5/2023, S. 205-210
Medikamenteninduzierte CYP-Induktion als Therapie der Tacrolimus-Intoxikation
J.M. Hoppe1, A. Holderied2, U. Schönermarck1, V. Vielhauer1, H.-J. Anders1 und M. Fischereder1
1Nephrologisches Zentrum, Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Klinikum der Universität München, LMU München, 2Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und internistische Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Die Behandlung mit Calcineurin-Inhibitoren (CNI) bei Nierentransplantatempfängern kann sich aufgrund der Polypharmazie als kompliziert gestalten. Da CNI in großem Umfang durch Cytochrom-P450-Enzyme (CYP) verstoffwechselt werden, stellt die medikamentenvermittelte CYP-Hemmung ein Risiko für erhöhte CNI-Blutkonzentrationen dar. Im vorliegenden Artikel berichten wir über zwei Nierentransplantat-Empfänger, die mit Tacrolimus behandelt wurden und bei der Aufnahme Anzeichen einer Tacrolimus-Intoxikation aufwiesen. Patient A wurde 3 Tage vor dem Krankenhausaufenthalt mit den antiviralen Medikamenten Ombitasvir, Paritaprevir, Ritonavir und Dasabuvir zur Therapie des Hepatitis-C-Virus behandelt. Patient B wurde wegen einer Lungenentzündung mit Clarithromycin behandelt. Beide Therapien verursachen eine medikamentenvermittelte CYP-Hemmung. Beide Patienten wiesen stark erhöhte Tacrolimus-Serumkonzentrationen und eine akute Nierenschädigung auf (Tab. 1). Nach Verabreichung der CYP-induzierenden Wirkstoffe Rifampicin bzw. Phenytoin senkten sich die Tacrolimus-Konzentrationen innerhalb von kurzer Zeit; und die Nierenfunktion erholte sich. Eine schwere CNI-Intoxikation ist selten, muss aber dringend behandelt werden. Die hier vorgestellten Ergebnisse sollen das Wissen über die therapeutische, medikamenteninduzierte CYP-Induktion als sogenannte „Rettungstherapie“ erweitern.
Erstpublikation in Clin Nephrol Case Studies mit freundlicher Genehmigung der Autoren
Zitierung:
Hoppe JM, Holderied A, Schönermarck U, Vielhauer V, Anders H-J, Fischereder M. Drug-induced CYP induction as therapy for tacrolimus intoxication. Clin Nephrol Case Studies. 2022; 10: 42-46. DOI 10.5414/CNCS110744Correspondence to:
Dr. med. John M. Hoppe
Nephrologisches Zentrum
Medizinische Klinik und Poliklinik IV
Klinikum der Universität München, LMU München
Ziemssenstraße 5
80336 München
Email: [email protected]
ANCA-assoziierte Vaskulitis
Editorial
K. de Groot und U. Schönermarck
Jahrgang 52 (2023) p. 469 - 469
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 12/2023, S. 469
Editorial
K. de Groot und U. Schönermarck
ANCA-assoziierte Vaskulitis
Altbewährtes und Neues in der Therapie der ANCA-assoziierten Vaskulitiden
U. Schönermarck und K. de Groot
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2023) p. 484 - 496
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 12/2023, S. 484-496
Altbewährtes und Neues in der Therapie der ANCA-assoziierten Vaskulitiden
U. Schönermarck1 und K. de Groot2
1Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Nephrologisches Zentrum, LMU Klinikum, Campus Großhadern, LMU München, München, 2Medizinische Klinik III (Nephrologie, Dialyse, Hypertensiologie, Rheumatologie) Klinikum Offenbach GmbH und KfH Nierenzentrum Offenbach/Main, Offenbach am Main
Die Therapie ANCA-assoziierter Vaskulitiden erfolgt auf Basis überwiegend prospektiver, randomisierter Studien in Abhängigkeit von Krankheitsentität, Schwere und Rezidivrisiko. Zur Remissionsinduktion stehen für GPA und MPA neben Glukokortikoiden Rituximab und Cyclophosphamid zur Verfügung. Aktuelle Empfehlungen ermöglichen eine raschere Reduktion der Steroiddosis, der Komplement C5a-Rezeptor-Blocker Avacopan bietet die Option einer weitgehend steroidfreien Therapie. Zur Remissionserhaltung stehen Rituximab und Azathioprin zur Verfügung. Auswahl und Dauer der Remissionserhaltung richten sich insbesondere nach dem Rezidivrisiko. Rituximab rückt zunehmend in den Vordergrund. Die Therapie der EGPA ist weniger evidenzbasiert und beinhaltet Glukokortikoide, Immunsuppressiva je nach Erkrankungsschwere und zunehmend Biologika (zum Beispiel IL-5-Blockade). Supportive Maßnahmen (Impfungen, Infektionsprophylaxe, kardiovaskuläres Risiko) gewinnen an Bedeutung. Zukünftige Strategien müssen das individuelle Risiko (zum Beispiel ANCA-Subtyp, Rezidivrisiko) für Auswahl und Therapiedauer besser berücksichtigen.Correspondence to:
Dr. med. Ulf Schönermarck
Oberarzt Nephrologie, LMU Klinikum
Medizinische Klinik und Poliklinik IV/Nephrologisches Zentrum
Campus Großhadern
Marchioninistr. 15, 81377 München
Email: [email protected]