Epidemiologie in der Allergologie
GINIplus und LISAplus. Design und ausgewählte Ergebnisse zweier deutscher Geburtskohorten zum natürlichen Verlauf atopischer Erkrankungen sowie deren Determinanten
J. Heinrich, I. Brüske, C. Cramer, U. Hoffmann, M. Schnappinger, B. Schaaf, A. von Berg, D. Berdel, U. Krämer, I. Lehmann, O. Herbarth, M. Borte, A. Grübl, C.P. Bauer, C. Beckmann, H. Behrendt, J. Ring und S. Koletzko
Price
42.00 $
Jahrgang 35 p. 20 - 31
Abstract
Allergologie, Jahrgang 35, Nr. 1/2012, S. 20–31
GINIplus und LISAplus. Design und ausgewählte Ergebnisse zweier deutscher Geburtskohorten zum natürlichen Verlauf atopischer Erkrankungen sowie deren Determinanten
J. Heinrich1, I. Brüske1, C. Cramer2, U. Hoffmann3, M. Schnappinger1, B. Schaaf4, A. von Berg5, D. Berdel5, U. Krämer2, I. Lehmann6, O. Herbarth7, M. Borte8, A. Grübl2, C.P. Bauer2, C. Beckmann4, H. Behrendt9, J. Ring10 und S. Koletzko11
1Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Kinderklinik, Technische Universität München, 4Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Bad Honnef, 5Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 6Department Expositionsforschung und Epidemiologie, UFZ – Helmholtz Zentrum, Leipzig, 7Institut für Umweltmedizin und Hygiene, Medizinische Fakultät, Universität Leipzig, 8Kinderklinik, Städtisches Klinikum St. Georg, Leipzig, 9Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 10Christine Kühne Center of Allergy Research and Education (CK-CARE), Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Technische Universität München, 11Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München
Der Anstieg der Prävalenzen von Asthma, Heuschnupfen und allergischer Sensibilisierung in Westdeutschland während der Zeit der deutschen Teilung und der rasche Anstieg dieser Krankheitshäufigkeit bei ostdeutschen Kindern und Jugendlichen nach der Wiedervereinigung sind untrügliche Zeichen für die herausragende Rolle von lebensstilabhängigen und umweltbezogenen Determinanten der Entwicklung atopischer Erkrankungen. Dabei spielt die perinatale Entwicklungsphase, in der das Immunsystem geprägt wird, vermutlich eine besondere Rolle. Deswegen können potenzielle Determinanten epidemiologisch am besten mittels Geburtskohorten bzw. Schwangerschaftskohorten untersucht werden. Gegenstand dieses Übersichtsartikels ist es, das Design der zwei großen deutschen Geburtskohorten GINIplus und LISAplus zu beschreiben und ausgewählte Ergebnisse zu atopischen Erkrankungen darzustellen. Mit GINIplus und LISAplus wurden Mitte bis Ende der 90er Jahre 5.991 bzw. 3.097 gesunde, reife Neugeborene in München, Wesel, Leipzig und Bad Honnef rekrutiert. Nach 10 Jahren sind noch circa 55% der Kohorte im Langzeitbeobachtungsprogramm eingeschlossen. Im Vordergrund standen bislang Fragen des natürlichen Verlaufs atopischer Erkrankungen sowie lebensstil- und umweltabhängige Faktoren. Darüber hinaus wurden Gene für atopische Erkrankungen, intermediäre Phänotypen sowie für oxidativen Stress verantwortliche Gene bestimmt und analysiert, ob deren Genvarianten den Einfluss identifizierter Umweltfaktoren modifizieren können. Die bisherigen Ergebnisse der beiden Geburtskohorten GINIplus und LISAplus tragen maßgeblich zu den Kenntnissen über atopische Erkrankungen und deren Determinanten bei.Correspondence to:
Dr. J. Heinrich
Institut für Epidemiologie I
Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Email: [email protected]
Epidemiologie in der Allergologie
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg, B. Filipiak-Pittroff, U. Krämer, E. Link, J. Heinrich, S. Koletzko, A. Grübl, U. Hoffmann, C. Beckmann, D. Reinhardt, C.P. Bauer, E. Wichmann, und D. Berdel
Price
42.00 $
Jahrgang 35 p. 32 - 43
Abstract
Allergologie, Jahrgang 35, Nr. 1/2012, S. 32–43
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg1, B. Filipiak-Pittroff1, U. Krämer2, E. Link2, J. Heinrich3, S. Koletzko4, A. Grübl5, U. Hoffmann5, C. Beckmann1, D. Reinhardt, C.P. Bauer5, E. Wichmann3, und D. Berdel1
1Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 2Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München, 5Kinderklinik der Technischen Universität München
Neben Umweltfaktoren stellen die genetische Disposition und ein früher Allergenkontakt wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung von Allergien dar. In dem Bestreben, die allergene Last für den allergiegefährdeten Säugling in den ersten Lebensmonaten zu reduzieren, wurden hypoallergene Säuglingsnahrungen, sogenannte Hydrolysatnahrungen zur primären Prävention als Ergänzung oder Ersatz von Muttermilch eingesetzt. Bei dem für die ersten 3 Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt (FKZ 01 EE 9401-4), das unter dem Namen German Infant Nutritional Intervention-Program als „GINI-Studie“ bekannt wurde, handelt es sich um eine Geburtskohorte mit zunächst auf 3 Jahre geplantem Follow-up. Das Ziel der prospektiven, randomisierten, doppelblinden Untersuchung war es, den Einfluss der Ernährung mit unterschiedlicher hypoallergener Säuglingsnahrung in den ersten 4 – 6 Lebensmonaten auf die Entstehung einer Allergie bei Kindern mit anamnestisch bekannter familiärer Allergiebelastung bei Eltern und/oder leiblichen Geschwistern zu untersuchen. Die Zuweisung der Probanden zu einem der vier Interventionsarme (partiell hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Kaseinbasis und eine konventionelle Kuhmilchformula) erfolgte randomisiert und stratifiziert nach familiärer Allergiebelastung (einfach/beide Eltern) und Geburtsklinik. Die Rekrutierung erfolgte in 18 Geburtsabteilungen durch die drei beteiligten klinischen Zentren (Marien-Hospital-Wesel, Universitätskinderkliniken der Ludwig- Maximilians-Universität und der Technischen Universität München) im Zeitraum vom 01.09.1995 bis zum 30.06.1998. Parallel zur Interventionsstudie wurde in den Studienzentren eine nicht-interventionelle, komplementäre Beobachtungskohorte aus Kindern mit oder ohne Allergierisiko rekrutiert und mittels jährlichen, von den Eltern auszufüllenden Fragebögen verfolgt. Beide Studienarme zusammen – die GINI-Interventionsstudie (GINI-I, N = 2252) und die nicht-interventionelle Beobachtungsstudie (GINI-NI, N = 3739) ergänzen sich zu der bevölkerungsbezogenen Studie GINIplus (s. auch Artikel J. Heinrich et al. in diesem Heft). Als Ergebnis aus der Interventionsstudie zeigte sich, dass Säuglingsnahrungen auf Basis eines Milch-Protein-Hydrolysats gegenüber nicht hydrolysierter Säuglingsnahrung auf Basis intakten Kuhmilchproteins eine in ihrer Höhe unterschiedliche präventive Wirkung bezüglich allergischer Manifestation bis ins Schulalter haben. Dieser Effekt ist im Wesentlichen durch den Interventionseffekt auf die atopische Dermatitis bedingt. Er entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten und persistiert ohne Reboundeffekt. Im Einschulalter ist die kumulative Inzidenz des atopischen Ekzem in den Formula-Gruppen zwischen 26% und 45% reduziert. Eine Wirkung der Hydrolysatnahrungen auf die respiratorischen Allergien Asthma und allergische Rhinokonjunktivitis war nicht nachweisbar. Die Gegenüberstellung des Interventionsund Beobachtungsarms der GINIplus-Studie zeigte, dass das Risiko für ein Ekzem durch eine familiäre Allergiebelastung um das doppelte erhöht wird. Die frühe Intervention mit Kuhmilchhydrolysaten konnte dieses Risiko substantiell bis zum 6. Lebensjahr senken, während bei Randomisierung zur regulären Kuhmilchformula dieses Risiko im Vergleich zu Risikokindern der Beobachtungsgruppe tendenziell höher lag. Die Untersuchungsergebnisse der GINIplus-Kohorte haben somit zur Klärung lange kontrovers diskutierter Fragen beigetragen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
46483 Wesel
Email: [email protected]
Übersicht
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg, B. Filipiak- Pittroff, U. Krämer, E. Link, J. Heinrich, S. Koletzko, A. Grübl, U. Hoffmann, C. Beckmann, D. Reinhardt, C.P. Bauer, E. Wichmann und D. Berdel
Price
42.00 $
Jahrgang 24 p. 45 - 56
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 24, Nr. 2/2012, S. 45–56
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg1, B. Filipiak-Pittroff1, U. Krämer2, E. Link2, J. Heinrich3, S. Koletzko4, A. Grübl5, U. Hoffmann5, C. Beckmann1, D. Reinhardt, C.P. Bauer5, E. Wichmann3, und D. Berdel1
1Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 2Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München, 5Kinderklinik der Technischen Universität München
Neben Umweltfaktoren stellen die genetische Disposition und ein früher Allergenkontakt wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung von Allergien dar. In dem Bestreben, die allergene Last für den allergiegefährdeten Säugling in den ersten Lebensmonaten zu reduzieren, wurden hypoallergene Säuglingsnahrungen, sogenannte Hydrolysatnahrungen zur primären Prävention als Ergänzung oder Ersatz von Muttermilch eingesetzt. Bei dem für die ersten 3 Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt (FKZ 01 EE 9401-4), das unter dem Namen German Infant Nutritional Intervention-Program als „GINI-Studie“ bekannt wurde, handelt es sich um eine Geburtskohorte mit zunächst auf 3 Jahre geplantem Follow-up. Das Ziel der prospektiven, randomisierten, doppelblinden Untersuchung war es, den Einfluss der Ernährung mit unterschiedlicher hypoallergener Säuglingsnahrung in den ersten 4 – 6 Lebensmonaten auf die Entstehung einer Allergie bei Kindern mit anamnestisch bekannter familiärer Allergiebelastung bei Eltern und/oder leiblichen Geschwistern zu untersuchen. Die Zuweisung der Probanden zu einem der vier Interventionsarme (partiell hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Kaseinbasis und eine konventionelle Kuhmilchformula) erfolgte randomisiert und stratifiziert nach familiärer Allergiebelastung (einfach/beide Eltern) und Geburtsklinik. Die Rekrutierung erfolgte in 18 Geburtsabteilungen durch die drei beteiligten klinischen Zentren (Marien-Hospital-Wesel, Universitätskinderkliniken der Ludwig- Maximilians-Universität und der Technischen Universität München) im Zeitraum vom 01.09.1995 bis zum 30.06.1998. Parallel zur Interventionsstudie wurde in den Studienzentren eine nicht-interventionelle, komplementäre Beobachtungskohorte aus Kindern mit oder ohne Allergierisiko rekrutiert und mittels jährlichen, von den Eltern auszufüllenden Fragebögen verfolgt. Beide Studienarme zusammen – die GINI-Interventionsstudie (GINI-I, N = 2252) und die nicht-interventionelle Beobachtungsstudie (GINI-NI, N = 3739) ergänzen sich zu der bevölkerungsbezogenen Studie GINIplus. Als Ergebnis aus der Interventionsstudie zeigte sich, dass Säuglingsnahrungen auf Basis eines Milch-Protein-Hydrolysats gegenüber nicht hydrolysierter Säuglingsnahrung auf Basis intakten Kuhmilchproteins eine in ihrer Höhe unterschiedliche präventive Wirkung bezüglich allergischer Manifestation bis ins Schulalter haben. Dieser Effekt ist im Wesentlichen durch den Interventionseffekt auf die atopische Dermatitis bedingt. Er entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten und persistiert ohne Reboundeffekt. Im Einschulalter ist die kumulative Inzidenz des atopischen Ekzem in den Formula-Gruppen zwischen 26% und 45% reduziert. Eine Wirkung der Hydrolysatnahrungen auf die respiratorischen Allergien Asthma und allergische Rhinokonjunktivitis war nicht nachweisbar. Die Gegenüberstellung des Interventionsund Beobachtungsarms der GINIplus-Studie zeigte, dass das Risiko für ein Ekzem durch eine familiäre Allergiebelastung um das doppelte erhöht wird. Die frühe Intervention mit Kuhmilchhydrolysaten konnte dieses Risiko substantiell bis zum 6. Lebensjahr senken, während bei Randomisierung zur regulären Kuhmilchformula dieses Risiko im Vergleich zu Risikokindern der Beobachtungsgruppe tendenziell höher lag. Die Untersuchungsergebnisse der GINIplus-Kohorte haben somit zur Klärung lange kontrovers diskutierter Fragen beigetragen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
D-46483 Wesel
Email: [email protected]
Allergologie select
GINIplus and LISAplus. Design and selected results of two German birth cohorts about natural course of atopic diseases and its determinants
J. Heinrich, I. Brüske, C. Cramer, U. Hoffmann, M. Schnappinger, B. Schaaf, A. von Berg, D. Berdel, U. Krämer, I. Lehmann, O. Herbarth, M. Borte, A. Grübl, C.P. Bauer, C. Beckmann, H. Behrendt, J. Ring and S. Koletzko
Volume 1 (2017) p. 85 - 95
Abstract
Allergologie select, Volume 1, No. 1/2017 (85-95)
GINIplus and LISAplus. Design and selected results of two German birth cohorts about natural course of atopic diseases and its determinants
J. Heinrich1, I. Brüske1, C. Cramer2, U. Hoffmann3, M. Schnappinger1, B. Schaaf4, A. von Berg5, D. Berdel5, U. Krämer2, I. Lehmann6, O. Herbarth7, M. Borte8, A. Grübl2, C.P. Bauer2, C. Beckmann4, H. Behrendt9, J. Ring10 and S. Koletzko11
1Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Kinderklinik, Technische Universität München, 4Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Bad Honnef, 5Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 6Department Expositionsforschung und Epidemiologie, UFZ – Helmholtz Zentrum, Leipzig, 7Institut für Umweltmedizin und Hygiene, Medizinische Fakultät, Universität Leipzig, 8Kinderklinik, Städtisches Klinikum St. Georg, Leipzig, 9Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 10Christine Kühne Center of Allergy Research and Education (CK-CARE), Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Technische Universität München, 11Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München
The increasing prevalence of asthma, hay fever and allergic sensitization in Western Germany after division in 1949 and the rapid increase in East German children after re-unification in 1990 are strong indications for the role of life-style and/or environmental factors for development of atopic diseases. Obviously the perinatal period is crucial for priming the immune system. Therefore, explorations of determinants of atopic diseases need pregnancy or birth cohorts as most appropriate epidemiological study designs. This review presents the design and selected results of the two German birth cohorts GINIplus and LISAplus. GINIplus and LISAplus recruited 5.991 and 3.097 healthy, term newborns from Munich, Wesel, Leipzig and Bad Honnef. Approximatly 55% could be followed for the first 10 years. We analyzed the natural course of atopic diseases and the role of life-style, environmental and genetic factors for disease onset, intermediate phenotypes and for genes involved in detoxification and oxidative stress. The results of these two large birth cohorts contributed substantially to the understanding of atopic diseases and its determinants.Correspondence to:
Dr. J. Heinrich
Institut für Epidemiologie I
Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstraße 1
D–85764 Neuherberg
Email: [email protected]
Allergologie select
The German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) for the preventive effect of hydrolysed infant formulas in infants at high risk for allergic diseases. Design and selected results
A. von Berg, B. Filipiak-Pittroff, U. Krämer, E. Link, J. Heinrich, S. Koletzko, A. Grübl, U. Hoffmann, C. Beckmann, D. Reinhardt, C.P. Bauer, E. Wichmann, and D. Berdel
Volume 1 (2017) p. 28 - 39
Abstract
Allergologie select, Volume 1, No. 1/2017 (28-38)
The German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) for the preventive effect of hydrolysed infant formulas in infants at high risk for allergic diseases. Design and selected results
A. von Berg1, B. Filipiak-Pittroff1, U. Krämer2, E. Link2, J. Heinrich3, S. Koletzko4, A. Grübl5, U. Hoffmann5, C. Beckmann1, D. Reinhardt, C.P. Bauer5, E. Wichmann3, and D. Berdel1
1Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 2Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München, 5Kinderklinik der Technischen Universität München
In the complex interaction between certain environmental factors and genetic disposition, the early allergen exposure plays a major role in the development of allergic diseases. In aiming to reduce the allergen burden for the infant at risk during early infancy, cow milk protein hydrolysate infant formulas (hypoallergenic infant formulas) are appropriate alternatives to breastfeeding for primary allergy prevention. The German Infant Nutritional Intervention- Program (GINI) was supported for the first 3 years of the study by the German Ministry for Education and Research (BMBF) (FKZ 01 EE 9401-4). It is a birth cohort which was primarily scheduled until the children were 3 years old. The aim of the prospective, randomised, double-blind intervention study was to investigate the impact of different cow milk protein hydrolysate infant formulas in the first 4 – 6 months on the development of allergic diseases in children at risk due to at least one parent or biological sibling with a history of an allergic disease. The allocation to one of the 4 intervention formulas (partial whey hydrolysate, extensive whey hydrolysate, extensive casein hydrolysate or standard cow’s milk formula) was randomised and stratified by family history (single/biparental) and the respective obstetric clinic. Recruitment was carried out by the three clinical centers (Research Institute Marien-Hospital Wesel, Children’s Department, Ludwigs-Maximilians-University München and Children’s Department Technical University München) in 18 obstetric clinics between 01.09.1995 and 30.06.1998. Along with the intervention study a non-interventional, complementary observational cohort of children with or without allergy risk was recruited and followed by annual self-reporting parental questionnaires. The GINI intervention study (GINI-I, N = 2.252) and the non-interventional observation study (GINI-NI, N = 3.739) are combined in the population-based GINIplus study (see article J. Heinrich et al. in this journal). The results of the GINI intervention study confirm that, cow milk protein hydrolysate infant formulas have a preventive effect on allergic manifestation compared with a standard cow milk formula, until school age. However, the dimension of the effect is different between the formulas. This effect, which is mainly driven by the effect on atopic eczema, develops in the first months of life and persists without rebound. In the formula-groups the cumulative incidence of atopic eczema until school age is reduced between 26% and 45% compared with standard cow milk formula. A beneficial effect of the hydrolysate formulas on the respiratory manifestations asthma and rhinoconjunctivitis, however, could not be shown. By comparing the GINI-intervention and non-intervention arm of the GINIplus study it was demonstrated, that a family history for allergy doubles the risk for eczema in the offspring. Early intervention with cow milk protein hydrolysate infant formulas is able to substantially compensate this risk for eczema until the age of 6 years. In contrast, by randomisation to standard cow milk formula this risk showed a trend towards a higher incidence compared with children at risk from the non-intervention group. Thus, the results of the GINIplus study have contributed to answer some of the controversially discussed questions.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
D–46483 Wesel
Email: [email protected]
Leitlinie
S3-Leitlinie Allergieprävention
M.V. Kopp, C. Muche-Borowski, M. Abou-Dakn, B. Ahrens, K. Beyer, K. Blümchen, P. Bubel, A. Chaker, M. Cremer, R. Ensenauer, M. Gerstlauer, U. Gieler, I.M. Hübner, F. Horak, L. Klimek, B.V. Koletzko, S. Koletzko, S. Lau, T. Lob-Corzilius, K. Nemat, E.M.J. Peters, A. Pizzulli†, I. Reese, C. Rolinck-Werninghaus, E. Rouw, B. Schaub, S. Schmidt, J.O. Steiß, A.K. Striegel, Z. Szépfalusi, D. Schlembach, T. Spindler, C. Taube, V. Trendelenburg, R. Treudler, U. Umpfenbach, C. Vogelberg, M. Wagenmann, A. Weißenborn, T. Werfel, M. Worm, H. Sitter und E. Hamelmann
Jahrgang 45 (2022) p. 153 - 194
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 3/2022, S. 153-194
S3-Leitlinie Allergieprävention*
M.V. Kopp1**, C. Muche-Borowski2, M. Abou-Dakn3, B. Ahrens4, K. Beyer5, K. Blümchen4, P. Bubel6, A. Chaker7, M. Cremer8, R. Ensenauer9, M. Gerstlauer10, U. Gieler11, I.M. Hübner12, F. Horak13, L. Klimek14, B.V. Koletzko15, S. Koletzko16, S. Lau5, T. Lob-Corzilius17, K. Nemat18, E.M.J. Peters11, A. Pizzulli†19, I. Reese20, C. Rolinck-Werninghaus21, E. Rouw22, B. Schaub23, S. Schmidt24, J.O. Steiß25, A.K. Striegel26, Z. Szépfalusi27, D. Schlembach28, T. Spindler29, C. Taube30, V. Trendelenburg5, R. Treudler31, U. Umpfenbach32, C. Vogelberg33, M. Wagenmann34, A. Weißenborn35, T. Werfel36, M. Worm37, H. Sitter38 und E. Hamelmann39**
1Airway Research Center North, Universität zu Lübeck, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Bern, Schweiz, 2Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 3Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Tempelhof, 4Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Frankfurt, 5Immunologie und Intensivmedizin, Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 6HNO-Facharztpraxis, Eisleben, 7HNO-Klinik, Klinikum rechts der Isar, TU München, München, 8Ökotrophologin, Journalistin, Idstein/Taunus, 9Institut für Kinderernährung, Max Rubner-Institut, Karlsruhe, 10Kinderklinik, Universitätsklinikum Augsburg, 11Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des UKGM, Universitätsklinik, Giessen, 12Arbeitsgemeinschaft Dermatologiche Prävention e.V., Hamburg, 13Allergiezentrum Wien West, Wien, Österreich, 14Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 15Integriertes Sozialpädiatrisches Zentrum, Dr. von Haunerschen Kinderspital, LMU Klinikum der Universität München, München, 16Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung, Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU Klinikum der Universität München, München, 17Kinder- und Jugendmedizin, Christliches Kinderhospital Osnabrück, 18Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt, Dresden, 19Schwerpunktpraxis für Allergologie und Lungenheilkunde im Kinder- und Jugendalter, Berlin, 20Ernährungsberatung und -therapie mit Schwerpunkt Allergologie, München, 21Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Berlin, 22Kinderarztpraxis, Bühl, 23Asthma- und Allergieambulanz, Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU Klinikum der Universität, München, 24Allgemeine Pädiatrie, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, 25Facharztpraxis für Kinder- und Jugendmedizin, Fulda, 26Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum, Köln, 27Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, 28Klinik für Geburtsmedizin, Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin, 29Hochgebirgsklinik Davos, Schweiz, 30Klinik für Pneumologie, Ruhrlandklinik, Westdeutsches Lungenzentrum am Universitätsklinikum, Essen, 31Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Leipziger Allergie-Centrum LICA – CAC, Universitätsmedizin, Leipzig, 32Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Dülken, 33Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität, Dresden, 34HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, 35Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, 36Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 37Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Campus Charité Mitte, Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 38Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität, Marburg, 39Kinder-Zentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum OWL, Universität Bielefeld, Bielefeld
Hintergrund: Die anhaltend hohe Prävalenz allergischer Erkrankungen in westlichen Industrienationen und die eingeschränkten Möglichkeiten einer kausalen Therapie machen eine evidenzbasierte Primärprävention notwendig. Methoden: Die Empfehlungen der in letzter Fassung 2014 veröffentlichten S3-Leitlinie Allergieprävention wurden auf der Basis einer aktuellen systematischen Literatursuche überarbeitet und konsentiert. Die Evidenzsuche erfolgte für den Zeitraum 06/2013 – 11/2020 in den elektronischen Datenbanken Cochrane und MEDLINE, sowie in den Referenzlisten von aktuellen Übersichtsarbeiten und durch Hinweise von Experten. Die aufgefundene Literatur wurde in zwei Filterprozessen zunächst nach Titel und Zusammenfassung und die verbliebenen Arbeiten im Volltext auf Relevanz hin überprüft. Die danach eingeschlossenen Studien wurden nach Evidenzgrade geordnet und die Studienqualität i.S. des Verzerrungspotenzials (niedrig/hoch) angegeben. Die überarbeiteten Empfehlungen wurden unter Beteiligung von Vertretern der relevanten Fachgesellschaften und (Selbsthilfe-)Organisationen formal abgestimmt und konsentiert (nominaler Gruppenprozess). Von 5.681 Treffern wurden 286 Studien eingeschlossen und bewertet. Ergebnisse: Einen wichtigen Stellenwert in der aktualisierten Leitlinie nehmen wieder Empfehlungen zur Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie des Säuglings in den ersten Lebensmonaten ein: Dabei wurden viele der bisherigen Empfehlungen durch die aktuelle Datenlage bestätigt. Präzisiert wurde, dass für den Zeitraum der ersten 4 – 6 Monate nach Geburt nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden soll und auch mit Einführung von Beikost weitergestillt werden soll. Neu ist die Empfehlung, dass eine Zufütterung von kuhmilchbasierter Formulanahrung in den ersten Lebenstagen bei Stillwunsch der Mutter vermieden werden sollte. Ferner wurde festgestellt, dass die Evidenz für eine klare positive Empfehlung für hydrolysierte Säuglingsnahrung bei nicht gestillten Risikokindern aktuell nicht mehr ausreicht. Aktuell wird daher empfohlen zu prüfen, ob bis zur Einführung von Beikost eine Säuglingsanfangsnahrung mit in Studien zur Allergieprävention nachgewiesener Wirksamkeit verfügbar ist. Schließlich wurden auf Basis der EAACI-Leitlinie zur Prävention der Hühnereiallergie die Empfehlung ausgesprochen, durcherhitztes (zum Beispiel verbackenes oder hartgekochtes), aber nicht „rohes“ Hühnerei (auch kein Rührei) mit der Beikost einzuführen und regelmäßig weiter zu geben. Die Empfehlung zur Einführung von Erdnuss in der Beikost wurde für den deutschsprachigen Raum zurückhaltend formuliert: In Familien mit bereits bestehendem regelmäßigem Erdnusskonsum kann zur Prävention einer Erdnussallergie bei Säuglingen mit atopischer Dermatitis (AD) die regelmäßige Gabe von erdnusshaltigen Nahrungsmitteln in altersgerechter Form (zum Beispiel Erdnussbutter) mit der Beikost erwogen werden. Vor der Einführung muss insbesondere bei Säuglingen mit moderater bis schwerer AD eine klinisch relevante Erdnussallergie ausgeschlossen werden. Für eine allergiepräventive Wirksamkeit von Präbiotika oder Probiotika, Vitamin D oder anderen Vitaminen in Form von Präparaten fehlt weiterhin ausreichende Evidenz, sodass in der aktuellen Leitlinie erstmals Empfehlungen gegen deren Supplementierung verabschiedet wurden. Die Biodiversität spielt für die Entwicklung einer immunologischen Toleranz gegenüber Umwelt- und Nahrungsmittelallergenen eine wichtige Rolle: So gibt es deutliche Hinweise darauf, dass das Aufwachsen auf dem Bauernhof mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung von Asthma und allergischen Erkrankungen assoziiert ist. Dies wird mit einer frühzeitigen unspezifischen Immunstimulation unter anderem durch die größere mikrobielle Biodiversität des Hausstaubs in diesem Lebensraum in Verbindung gebracht. Dieser Aspekt spiegelt sich auch in den Empfehlungen zur Tierhaltung wie der, zu der eine differenzierte Stellungnahme erfolgte: In Familien ohne erkennbares erhöhtes Allergierisiko soll die Haustierhaltung mit Katzen oder Hunden nicht generell eingeschränkt werden. Familien mit erhöhtem Allergierisiko (d. h. Vater, Mutter oder Geschwisterkind sind von einer atopischen Erkrankung betroffen) oder Familien mit Kindern mit bereits bestehender atopischer Dermatitis sollten eine Katze nicht neu anschaffen – im Gegensatz dazu sollte von einer Hundehaltung jedoch nicht abgeraten werden. Interventionen zur Reduktion der Exposition gegenüber Hausstaubmilbenallergenen im Haushalt, zum Beispiel die Verwendung milbenallergendichter Matratzenüberzüge („encasings“), sollten nicht mit dem Ziel einer primären Allergieprävention erfolgen. Kinder, die durch einen Kaiserschnitt geboren wurden, haben ein geringfügig erhöhtes Asthmarisiko – dies soll bei der Beratung zum Geburtsmodus außerhalb von Notfallsituationen berücksichtigt werden. Auch aktuelle Arbeiten stützen die Empfehlungen zu Luftschadstoffen: Die aktive und passive Exposition gegenüber Tabakrauch erhöhen das Allergierisiko und sind deshalb zu vermeiden. Die Exposition gegenüber Stickoxiden, Ozon und Feinstaub der Partikelgröße < 2,5 Mikrometer (PM 2,5) ist mit einem erhöhten Risiko, besonders für Asthma, verbunden. Daher sollte die Exposition gegenüber Emissionen gegenüber Stickoxiden, Ozon und Feinstaub (PM 2,5) gering gehalten werden. Die Autor/-innen dieser Leitlinie sprechen sich einhellig für den Erlass entsprechender Verordnungen zur Minimierung dieser Luftschadstoffe aus. Es gibt keine Belege, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen, umgekehrt aber Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko senken können. Alle Kinder, auch Risikokinder, sollen auch aus Gründen der Allergieprävention nach den aktuellen Empfehlungen der STIKO geimpft werden. Schlussfolgerung: Die Konsentierung von Empfehlungen in dieser Leitlinie beruht auf einer umfangreichen Evidenzgrundlage. Die Aktualisierung der Leitlinie ermöglicht evidenzbasierte und aktuelle Empfehlungen zur Prävention allergischer Erkrankungen.Correspondence to:
Prof. Dr. Matthias Kopp
Medizinbereich Kinder und Jugendliche
Insel Gruppe AG, Inselspital, Universität Bern
Freiburgstrasse 15, 3010 Bern, Schweiz
und
Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann
Kinder-Zentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel
Universität Bielefeld
Burgsteig 13
33617 Bielefeld
Email: [email protected] und [email protected]
Zöliakie
Serologische und genetische Diagnostik der Zöliakie
S. Koletzko
Price
42.00 $
Jahrgang 40 (2022) p. 153 - 160
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 40, Nr. 4/2022, S. 153-160
Serologische und genetische Diagnostik der Zöliakie
S. Koletzko
Pädiatrische Gastroenterologie und Hepatologie, Dr. von Haunersches Kinderspital, Klinikum der LMU, München
Die Bestimmung von Autoantikörpern gegen Gewebs-Transglutaminase (synonym: TGA, tTG, oder TG2) ist obligater Bestandteil der leitlinienkonformen Diagnose. Bei Verdacht auf Zöliakie sollen im ersten diagnostischen Schritt TGA-IgA und Gesamt-IgA im Serum (i. S.) bestimmt werden, nachdem anamnestisch eine glutenhaltige Kost bestätigt wurde. Bei negativen TGA-IgA und normalem IgA i. S. ist eine Zöliakie sehr unwahrscheinlich. Ist IgA i. S. erniedrigt, muss im zweiten Schritt ein IgG-basierter Test auf Zöliakie spezifische Antikörper erfolgen. Sind die TGA-Titer erhöht, muss die Zöliakie-Diagnose bioptisch bestätigt werden (Marsh 2 bis 3 in Duodenalbiopsien). Ergibt sich bei einer diagnostischen Endoskopie der Zufallsbefund einer Zottenatrophie, muss die Zöliakie durch positive TGA gesichert werden, ehe mit einer glutenfreien Diät begonnen wird. Bei Kindern und Jugendlichen kann der Kindergastroenterologe die Diagnose ohne Biopsien sichern, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Sibylle Koletzko
Pädiatrische Gastroenterologie und Hepatologie
Dr. von Haunersches Kinderspital
Klinikum der LMU
Lindwurmstr. 4
80337 München
Email: [email protected]