Abstract
Allergologie, Jahrgang 23, Nr. 10/2000, S. 481–484
Hausstaubmilben-Allergene in Kasernen
S. Engelhart1, M. Wilmes-Link2, S. Gilges1, T. Kistemann1 und M. Exner1
1Hygiene-Institut, Universität Bonn, 2Bundeswehr-Sanitätszentrum, Bonn
Hausstaubmilbenallergene spielen eine bedeutende Rolle bei der Pathogenese der perennialen Rhinitis und des Asthma bronchiale. Mittlerweile liegen eine Reihe von Daten zur Milbenallergenexposition in Privatwohnungen und auch in verschiedenen öffentlichen Gebäuden vor, jedoch nur wenige zur Exposition von militärischem Personal. Wir stellen die Ergebnisse einer Untersuchung zur Hausstaubmilbenallergenbelastung in Kasernen vor. Insgesamt wurden 131 Matratzen in 6 Kasernen mittels ELISA auf die Gruppe-1-Milbenallergene (Derp1+Der f 1) untersucht. Nur 3% der Proben überschritten den “Schwellenwert” von 2 g/g Staub. Die Staubgehalte korrelierten mit dem Alter der Matratzen, die höchsten Gehalte wurden in mehr als 20 Jahre alten Matratzen nachgewiesen (Maximum 42 g/m2). Zwischen den Staub- und den Milbenallergengehalten fand sich keine Korrelation. Wir folgern, daß die Exposition gegenüber Milbenallergenen in Kasernen kein relevantes allergologisches Problem darstellt. Correspondence to:
Dr. med. S.T. Engelhart
Hygiene-Institut
Universität Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25
D-53105 Bonn
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 3/2020, S. 111-124
Perspektiven für ein bundesweites Pollenmonitoring in Deutschland – Fachübergreifender Arbeitskreis „Bundesweites Pollenmonitoring“
R. Baeker1, K.-C. Bergmann2,3, J. Buters3,4, T. Dümmel5, C. Endler6, T. Fuchs7, S. Gilge6, K. Gloyna8, R. Heesen9, C. Herr10, M. Hicke11, C. Höflich12, L. Klimek7, S. Kutzora13, M. Langner14,15, H.-G. Mücke12, G. Petzold11, S. Pleschka16, S. Röseler17, A. Schwalfenberg16, S. Simon11, W. Straff12, A. Weber10,13, B. Werchan2 und M. Werchan2
1Referat 43, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Infektionsschutz, Umwelthygiene, Zivil- und Katastrophenschutz, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg, Potsdam, 2Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Berlin, 3Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie, Berlin, 4Zentrum Allergie und Umwelt, Technische Universität München und Helmholtz Zentrum München, 5Institut für Meteorologie, Freie Universität Berlin, 6Referat Lufthygiene, Deutscher Wetterdienst, Freiburg, 7Ärzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 8Abteilung 3, Fachbereich Infektiologie, Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern, Rostock, 9VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss, Verein Deutscher Ingenieure, Düsseldorf, 10Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin, Gießen, 11Länderarbeitsgruppe umweltbezogener Gesundheitsschutz, 12Fachgebiet II 1.5, „Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung“, Umweltbundesamt, Berlin, 13AP 2 Arbeits- und Umweltmedizin/Epidemiologie, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, 14Abteilung II 4, „Luft“, Umweltbundesamt, Dessau, 15Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz, Ausschuss Luftqualität/Wirkungsfragen/Verkehr, 16Deutscher Allergie- und Asthmabund, Mönchengladbach, 17Klinik für Dermatologie und Allergologie, Rheinisch- Westfälische Technische Hochschule Aachen
Allergene Pollen sind natürliche, biologische luftgetragene Partikel und der Hauptauslöser allergischer Atemwegserkrankungen. Die Messung allergener Pollen ist Voraussetzung für die gesundheitliche Vorsorge und zeigt Veränderungen im Pollenspektrum an, wie sie zum Beispiel im Rahmen des Klimawandels zu erwarten sind. Das in Deutschland einzige bundesweite Pollenmessnetz wird durch die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) betrieben. Fortbestand und Weiterentwicklung (u. a. Hybrid-System aus manuellen und automatischen Pollenfallen) dieses Messnetzes sind finanziell jedoch nicht gesichert. Im Sommer 2017 formierte sich daher der fachübergreifende Arbeitskreis „Bundesweites Pollenmonitoring“, um sich über diesbezügliche Perspektiven für Deutschland auszutauschen. Für den Austausch kam der Arbeitskreis zwischen November 2017 und Juni 2018 zu 3 Gesprächstagen mit jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten zusammen. Die internen Protokolle zu den Gesprächstagen bildeten anschließend die Grundlage für die Erstellung des vorliegenden Positionspapiers, mit dem der Arbeitskreis seine Arbeit abschließt. Aufgrund der Bedeutung allergener Pollen für die menschliche Gesundheit und allergischer Erkrankungen für das Gesundheitssystem spricht sich der Arbeitskreis dafür aus, das bundesweite Pollenmonitoring in den Katalog staatlicher Aufgaben aufzunehmen, die der grundlegenden Versorgung der Bevölkerung mit wesentlichen Gütern und Dienstleistungen dienen (öffentliche Daseinsvorsorge). Hinsichtlich möglicher Zuständigkeiten im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge wurden im Arbeitskreis mehrere Lösungsansätze diskutiert. Unabhängig von der zukünftigen Zuständigkeit kommt der Kooperation von messtechnischen, klinischen und wissenschaftlichen Einrichtungen eine grundsätzliche Bedeutung für die adäquate gesundheitliche Vorsorge zu.
Dieses Positionspapier des fachübergreifenden Arbeitskreises „Bundesweites Pollenmonitoring“ ist eine Übernahme aus dem Bundesgesundheitsblatt [Bundesgesundheitsblatt 2019;62:652–61, https:// doi.org/10.1007/s00103- 019-02940-y]. Der Artikel wurde unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (http://creativecommons. org/licenses/ by/4.0/deed.de) veröffentlicht.Correspondence to:
Dr. Conny Höflich
Fachgebiet II 1.5, „Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung“
Umweltbundesamt
Corrensplatz 1
14195 Berlin
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