Übersicht
Berufsspezifische Epikutantestung bei Malern und Lackierern – Empfehlungen der Arbeitsgruppe “Berufs-Testreihen” der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe
U. Hillen, R. Brehler, H. Dickel, E. Eck, J. Geier, P. Koch
Jahrgang 54 p. 47 - 52
Abstract
U. Hillen1, R. Brehler2, H. Dickel3, E. Eck4, J. Geier5, P. Koch6,
1Universitäts-Hautklinik Essen, 2Universitäts-Hautklinik Münster, 3Universitäts- Hautklinik Bochum, 4Staatliche Gewerbeärztin, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, 5Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) an der Universität Götting
Die Diagnostik bei Verdacht auf ein beruflich bedingtes allergisches Kontaktekzem in der Berufsgruppe der Maler und Lackierer stellt eine besondere Herausforderung dar, da 1. Farben und Lacke komplex zusammengesetzte Produkte sind, die potentiell ein breites Spektrum von Allergenen enthalten können; 2. Farben und Lacke zu verschiedensten Zwecken eingesetzt werden, und die Palette von unterschiedlichen Farb- und Lackrezepturen dem entsprechend groß ist und 3. der Maler- und Lackiererberuf vielseitige Tätigkeiten umfaßt. Je nach Tätigkeitsfeld des Malers werden unterschiedliche Lackarten eingesetzt. Die Kenntnis der potentiell darin enthaltenen Allergene wurde genutzt, Empfehlungen für eine berufsgruppenspezifische expositionsbezogene Epikutantestung zu erstellen auch mit dem Ziel, trotz der zahlreichen Kontaktstoffe des Malers und Lackierers den Umfang der Epikutantestung möglichst weit einzugrenzen. Kontaktallergene können jedoch nicht nur in den Farben und Lacken, sondern auch in anderen Arbeitsmaterialien (z.B. in Schutzhandschuhen) vorkommen. Diese sind bei der Epikutantestung ergänzend zu berücksichtigen.Correspondence to:
Dr. U. Hillen
Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstraße 55
D–45122 Essen
Email: [email protected]
Aus Institutionen
Negativliste: Hautirritabilitäts- und Hautfunktionsdiagnostik zur Erfassung und Bewertung irritativer Hautschäden
S.M. John, G. Bartel, R. Brehler, A. Degenhardt, J. Fluhr, P.J. Frosch, M.G. Haufs, L. Khrenova, P. Kleesz, K. Kügler, H.-G. Manegold, I. Schindera, N. Sizmann, S. Soost, K.-H. Tiedemann, E. Wagner und M. Worm
Jahrgang 54 p. 108 - 111
Abstract
S.M. John, G. Bartel, R. Brehler, A. Degenhardt, J. Fluhr, P.J. Frosch, M.G. Haufs, L. Khrenova, P. Kleesz, K. Kügler, H.-G. Manegold, I. Schindera, N. Sizmann, S. Soost, K.-H. Tiedemann, E. Wagner und M. Worm
Originalarbeit
Berufsspezifische Epikutantestung in der Altenpflege – Empfehlungen der Arbeitsgruppe “Berufs-Testreihen” der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe
S. Proske, R. Brehler, H. Dickel, E. Eck, J. Geier, U. Hillen
Jahrgang 53 p. 50 - 53
Abstract
S. Proske1, R. Brehler2, H. Dickel3, E. Eck4, J. Geier5, U. Hillen6,
1Universitäts-Hautklinik Heidelberg, 2Universitäts-Hautklinik Münster, 3Fachgebiet Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 4Staatliche Gewerbeärztin, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, 5Informationsverbund De
Seit August 2003 gibt es einen etablierten Ausbildungsgang zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin. Bedingt durch einen hohen Anteil hautbelastender Tätigkeiten ist dieser Beruf durch ein nennenswertes Risiko beruflich bedingter Hautschäden gekennzeichnet. Das Spektrum der möglichen Kontaktallergien – erhoben auf der Grundlage aktueller Studien sowie eine Sammlung klinischer Erfahrungen von Mitgliedern der (AG Berufstestreihen der) Deutschen Kontaktallergie-Gruppe (DKG) – bildet die Grundlage für Berufstestempfehlungen für die Altenpflege. Im Vergleich zu anderen Heilberufen (z.B. Krankenschwester/-pfleger) besteht insbesondere in der ambulanten Altenpflege Hautkontakt zu einer Vielfalt von Externa, bedingt durch eine breite Produktpalette von vorgefundenen Reinigungs- und Körperpflegeprodukten aus dem Vorrat der Senioren. Daraus ergibt sich ein Risiko, primär oder sekundär ein allergisches Kontaktekzem zu entwickeln, z.B. gegen Duftstoffe. Zur differentialdiagnostischen Abklärung der Kontaktallergie erscheint initial, je nach individueller Anamnese, für die Altenpflege eine Testung folgender Testblöcke sinnvoll: DKG Standardreihe, Externa-Inhaltsstoffe, Konservierungsmittel, Aufschlüsselung des Duftstoff-Mixes (bei positiver Reaktion), weitere Riechstoffe, Gummichemikalien und Desinfektionsmittel. Ergänzend sind aufgrund der individuellen Expositionsvielfalt zusätzlich Epikutantestungen mit beruflich angewandten Körperpflegemitteln oft unerläßlich. Gestützt auf die individuelle Anamnese bieten die berufsbezogenen Testempfehlungen eine rasche Orientierung in der differentialdiagnostischen Abklärung des allergischen Kontaktekzems. Die Kenntnis des Allergenspektrums kann die Grundlage für gezielte Prävention und damit für eine gezielte Sekundär-Prävention zur Vermeidung einer BK 5101 verbessern.Correspondence to:
Dr. med. Sylvia Proske
Universitäts-Hautklinik Heidelberg
Voßstraße 2
D–69115 Heidelberg
Email: [email protected]
Zur Diskussion gestellt
Aktueller Stellenwert der sublingualen Immuntherapie bei allergischen Krankheiten
J. Kleine-Tebbe, C. Bachert, K.-C. Bergmann, T. Bieber, R. Brehler, F. Friedrichs, T. Fuchs, L. Klimek, M.V. Kopp, U. Lepp, B. Przybilla, W. Rebien, H. Renz, J. Saloga, J. Simon, J.C. Virchow, B. Wedi, T. Werfel und M. Worm
Price
42.00 $
Jahrgang 30 p. 378 - 388
Abstract
J. Kleine-Tebbe, C. Bachert, K.-C. Bergmann, T. Bieber, R. Brehler, F. Friedrichs, T. Fuchs, L. Klimek, M.V. Kopp, U. Lepp, B. Przybilla, W. Rebien, H. Renz, J. Saloga, J. Simon, J.C. Virchow, B. Wedi, T. Werfel und M. Worm
Abstract nicht verfügbarCorrespondence to:
PD Dr. med. J. Kleine-Tebbe
Allergie- und Asthma-Zentrum Westend
Spandauer Damm 130, Haus 9
D-14050 Berlin
Email: [email protected]
Leitlinien
Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel
B. Przybilla, W. Aberer, A.J. Bircher, R. Brehler, K. Brockow, H. Dickel, T. Fuchs, M. Hertl, M. Mockenhaupt, O. Pfaar, J. Ring, B. Sachs, D. Vieluf, B. Wedi, M. Worm, T. Zuberbier und H.F. Merk
Price
42.00 $
Jahrgang 31 p. 153 - 158
Abstract
B. Przybilla1, W. Aberer2, A.J. Bircher3, R. Brehler4, K. Brockow5, H. Dickel6, T. Fuchs7, M. Hertl8, M. Mockenhaupt9, O. Pfaar10, J. Ring5, B. Sachs11, D. Vieluf12, B. Wedi13, M. Worm14, T. Zuberbier14 und H.F. Merk15
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2Universitäts-Hautklinik, Medizinische Universität Graz, Österreich, 3Allergologische Poliklinik, Dermatologische Klinik, Universitätsspi
Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Przybilla
Klinik und Poliklinik für Dermatologie
und Allergologie
Ludwig-Maximilians-Universität
Frauenlobstraße 9–11
D-80337 München
Email: [email protected]
Originalarbeit
Überlegungen zur klinischen Relevanz von kreuzreagierenden IgE-Antikörpern zwischen Hausstaubmilben, Mollusken und Krustazeen
B. Kütting und R. Brehler
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 321 - 325
Abstract
Allergologie, Jahrgang 25, Nr. 6/2002, S. 321–325
Überlegungen zur klinischen Relevanz von kreuzreagierenden IgE-Antikörpern zwischen Hausstaubmilben, Mollusken und Krustazeen
B. Kütting und R. Brehler
Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster
Einleitung: In der Literatur, insbesondere in Publikationen aus Frankreich und Italien ist wiederholt über eine Anaphylaxie nach Genuß von Mollusken und Krustazeen bei Patienten mit einer Hausstaubmilbensensibilisierung im Sinne des Mollusken-Krustazeen-Milbensyndroms berichtet worden. In unseren geographischen Breiten hat diese Milbenallergen-assoziierte Lebensmittelallergie bisher nur wenig Beachtung erfahren. Patienten: Bei 33 Patienten, die sich im vergangenen Winter in unserer allergologischen Ambulanz zur Abklärung und Therapie einer klinisch manifesten Typ-I-Allergie auf Hausstaubmilben vorstellten, untersuchten wir den potentiellen Stellenwert einer sekundären Nahrungsmittelallergie auf Mollusken und Krustazeen. Anhand eines Fragebogens wurden zunächst die Verzehrhäufigkeit und Verträglichkeit von Mollusken und Krustazeen ermittelt, Hauttestungen mit nativen Garnelen und Schnecken durchgeführt und allergenspezifische IgE-Bestimmungen gegen Schnecke, Garnele und Küchenschabe vorgenommen. Ergebnisse: Krabben oder Garnelen wurden insgesamt von 29 Patienten verzehrt, aber nur 2 Patienten berichteten über Unverträglichkeitsreaktionen nach Verzehr. Schnecken werden in unserer Region sehr viel seltener konsumiert, nur 1 Patient ißt regelmäßig Schnecken, 10 weitere Patienten nur sporadisch und 22 der Untersuchten dagegen nie. Unverträglichkeitsreaktionen nach Schneckengenuß wurden in unserem Patientenkollektiv nicht berichtet. Beide Patienten mit einer anamnestischen Unverträglichkeit von Garnelen zeigten positive Hauttestresultate, allergenspezifisches IgE ließ sich dagegen nur in einem Fall nachweisen. Schlußfolgerungen: Obwohl klinisch relevante Typ-I-Sensibilisierungen gegen wirbellose Tiere bei Milbenallergikern insgesamt selten sind, erachten wir dennoch eine Aufklärung der Patienten über diese Kreuzreaktivität als sinnvoll, wenn auch nicht so dringlich wie z.B. die Aufklärung über die Sellerieallergie bei Beifußpollenallergikern. Wir empfehlen, bei Patienten mit einer allergischen Reaktion auf wirbellose Tiere eine klinisch oder subklinisch verlaufende Milbenallergie auszuschließen, da die meisten Nahrungsmittelallergien bei Erwachsenen auf Kreuzreaktivität zwischen inhalativen Allergenen und Nahrungsmittelallergenen beruhen.Correspondence to:
Dr. med. B. Kütting
Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten
Universitätsklinikum Münster
Von-Esmarch-Straße 58
D-48149 Münster
Möglichkeiten und Grenzen der allergologischen In-vitro-Diagnostik
Möglichkeiten und Grenzen der allergologischen In-vitro-Diagnostik bei Kontaktallergien
R. Brehler
Price
42.00 $
Jahrgang 36 p. 75 - 78
Abstract
Allergologie, Jahrgang 36, Nr. 2/2013, S. 75–78
Möglichkeiten und Grenzen der allergologischen In-vitro-Diagnostik bei Kontaktallergien
R. Brehler
Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster
Etwa 15 – 20% der deutschen Bevölkerung sind gegen zumindest ein Kontaktallergen sensibilisiert; der Epikutantest ist das etablierte Nachweisverfahren. Aus methodischen Gründen sind valide, einfache und preiswerte In-vitro-Tests zum Nachweis von Kontaktsensibilisierungen wünschenswert. Mittels Lymphozytentransformationstest können als Marker einer Typ-IV-Sensibilisierung allergenspezifische T-Zellen detektiert werden. Der LTT ist zum Nachweis von Sensibilisierungen insbesondere gegen Medikamente geeignet, empfohlen werden kann er auch bei Verdacht auf Allergie gegen potenziell stark sensibilisierende oder karzinogene Substanzen. Die Interpretation von Testergebnissen muss kritisch hinterfragt werden; obligatorisch sind Positiv- und Negativkontrollen in jedem Testansatz. Da manche Substanzen auch unspezifisch T-Zellen aktivieren können, muss vor routinemäßiger Anwendung jede einzelne Substanz auf ihre Eignung für den LTT überprüft werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. R. Brehler
Klinik für Hautkrankheiten
Universitätsklinikum Münster
Von-Esmarch-Straße 58
D-48149 Münster
Email: [email protected]
Spezifische Immuntherapie I
Evidenz zur SIT: Was macht eine gute klinische Studie aus?
R. Brehler
Price
42.00 $
Jahrgang 38 p. 301 - 306
Abstract
Allergologie, Jahrgang 38, Nr. 6/2015, S. 301–306
Evidenz zur SIT: Was macht eine gute klinische Studie aus?
R. Brehler
Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Klinik für Hautkrankheiten, Münster
Zur Bewertung von Allergenextrakten für die allergenspezifische Immuntherapie ist es notwendig die Qualität von Wirksamkeitsstudien zu beurteilen. Erst in den letzten Jahrzehnten wurden Kriterien zur Beurteilung der Qualität von Studien definiert; gefordert werden heute plazebokontrollierte, randomisierte, doppelblinde Studien mit a priori nach statistischen Methoden festgelegter Patientenzahl. Für die Zulassung von Therapie-Allergenen nach der gültigen Therapie-Allergene-Verordnung ist ein Entwicklungsprogramm notwendig, das Wirksamkeitsstudien beinhaltet. In den CONSORT- Empfehlungen wird unter anderem definiert, wie Studien ausgewertet werden sollen und welche Studiendaten in der Publikation einer hochqualitativen Studie notwendig sind. Bevorzugt werden sollten in der allergologischen Praxis Allergenpräparate, deren Wirksamkeit in qualitativ hochwertigen klinischen Studien dokumentiert ist. Es ist aber kaum praktikabel jede publizierte Studie selbst auf Qualitätskriterien zu prüfen. Eine verlässliche Qualität der Studienlage ist für nach der aktuellen Therapie- Allergene-Verordnung zugelassene Therapie- Allergene garantiert. Für Präparate, die nach den früheren Richtlinien zugelassen wurden, muss die Qualität vorliegender Studien individuell festgestellt werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. R. Brehler
Klinik für Hautkrankheiten
Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin
Von-Esmarch-Straße 58
D-48149 Münster
Email: [email protected]
Stellungnahme
Evidenz versus Wirksamkeit am Beispiel von in Deutschland verkehrsfähigen Präparaten zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie
R. Brehler, L. Klimek, C. Vogelberg, T. Werfel, O. Pfaar und E. Hamelmann
Price
42.00 $
Jahrgang 39 p. 29 - 35
Abstract
Allergologie, Jahrgang 39, Nr. 1/2016, S. 29–35
Evidenz versus Wirksamkeit am Beispiel von in Deutschland verkehrsfähigen Präparaten zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie
R. Brehler1, L. Klimek2, C. Vogelberg3, T. Werfel4, O. Pfaar5 und E. Hamelmann6
1Klinik für Hautkrankheiten, UKM, Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, 2Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 3Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dresden, 4Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover, 5Universitäts-HNO-Klinik Mannheim und Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 6Allergie-Centrum Ruhr, Ruhr-Universität Bochum und Kinderzentrum Bethel, Bielefeld
Die publizierte S2k-Leitlinie zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie (AIT) gibt eine hervorragende Übersicht zur Evidenz bezüglich der publizierten Wirksamkeitsstudien in Deutschland erhältlicher Allergenpräparate für die AIT. Aus der Leitlinie abgeleitete Publikationen werden aktuell von kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen eingesetzt, um über die Erstattungsfähigkeit von Allergenpräparaten zu diskutieren. Nach unserer Auffassung ist es strikt abzulehnen, die Erstattungsfähigkeit von verkehrsfähigen AIT-Präparaten aufgrund der Beurteilung der aktuellen Evidenzlage in dieser Leitlinie infrage zu stellen. Über die Verkehrsfähigkeit von AIT-Präparaten entscheidet einzig das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und Entscheidungen zur Erstattungsfähigkeit von AIT-Produkten müssen auf Kosten-Nutzen-Analysen basieren und nicht allein auf einer Evidenzbewertung. In diesem Artikel sollen die Zusammenhänge zwischen Evidenz, Wirksamkeit, Verkehrsfähigkeit und Erstattungsfähigkeit von AITPräparaten daher näher beleuchtet werden.
Diese Arbeit wird in Absprachen mit den jeweiligen Schriftleitungen zeitgleich im „Allergo J“ und in der „Allergologie“ publiziert, um zeitnah eine möglichst große deutschesprachige Fach-Leserschaft zu erreichen.
Einige Textpassagen dieses Artikels wurden aus einer Stellungnahme der drei allergologischen Fachgesellschaften Aeda, DGAKI und GPA im Allergo J zum Verordnungsforum Nr. 34/2015 der KV Baden- Württemberg im Allergo J 2015; 24: 68-71 mit freundlicher Genehmigung der Schriftleitung des Allergo J übernommen.Correspondence to:
Prof. Dr. Randolf Brehler
Universitätsklinikum Münster
Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie
und Umweltmedizin
Von-Esmarch-Straße 58
48149 Münster
Email: [email protected]
Leitlinie
Leitlinie Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel
K. Brockow, B. Przybilla, W. Aberer, A.J. Bircher, R. Brehler, H. Dickel, T. Fuchs, T. Jakob, L. Lange, W. Pfützner, M. Mockenhaupt, H. Ott, O. Pfaar, J. Ring, B. Sachs, H. Sitter, A. Trautmann, R. Treudler, B. Wedi, M. Worm, G. Wurpts, T. Zuberbier und H.F. Merk
Price
42.00 $
Jahrgang 39 p. 125 - 136
Abstract
Allergologie, Jahrgang 39, Nr. 3/2016, S. 125–136
Leitlinie Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel*
K. Brockow1, B. Przybilla2, W. Aberer3, A.J. Bircher4, R. Brehler5, H. Dickel6, T. Fuchs7, T. Jakob8, L. Lange9, W. Pfützner10, M. Mockenhaupt11, H. Ott12, O. Pfaar13#21, J. Ring1, B. Sachs14, H. Sitter15, A. Trautmann16, R. Treudler17, B. Wedi18, M. Worm19, G. Wurpts20, T. Zuberbier19 und H.F. Merk20
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, AllergieZentrum, Ludwig-Maximilians-Universität München, 3Klinik für Dermatologie, Medizinische Universität Graz, 4Allergologische Poliklinik, Universitätsspital, Basel, 5Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 6Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr- Universität Bochum, 7Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, 8Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Freiburg, 9Kinderklinik, Marienhospital Bonn, 10Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Marburg, 11Dokumentationszentrum schwerer Hautreaktionen, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Freiburg, 12Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover, 13Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 14Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn, 15Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg, 16Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Allergiezentrum Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg, 17Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, 18Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 19Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, 20Klinik für Dermatologie und Allergologie, RTWH Aachen, 21HNO-Universitätsklinik Mannheim
Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen sind unvorhersehbare, durch Arzneimittel hervorgerufene Reaktionen. Sie manifestieren sich entweder innerhalb von ein bis sechs Stunden nach Arzneimittelzufuhr („Sofortreaktionen“) mit geringgradigen bis lebensbedrohlichen Symptomen der Anaphylaxie oder mehrere Stunden bis Tage später („Spätreaktionen“) vorwiegend als Exantheme. Eine Beteiligung des Immunsystems (Allergie) ist nicht immer nachweisbar. Der Verzicht auf eine Diagnostik kann einerseits schwere Reaktionen bei erneuter Exposition zur Folge haben, andererseits zu ungerechtfertigter Einschränkung der Therapiemöglichkeiten führen. Experten verschiedener Fachgesellschaften und Institutionen haben in dieser Leitlinie Empfehlungen und einen Algorithmus zur Allergiediagnostik erarbeitet. Wesentliche Prinzipien der allergologischen Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel werden dargelegt. Die allergologische Klärung möglichst innerhalb von vier Wochen bis sechs Monaten nach der Reaktion ist anzustreben. Eine klinische Zuordnung des Krankheitsbildes anhand von Morphologie und Zeitablauf der Reaktion ist für die Planung der Diagnostik notwendig. Bei typischer Symptomatik einer Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktion und eindeutigen Befunden validierter Haut- und/oder Labortests kann die Zuordnung zu einem Auslöser als ausreichend angesehen werden. Häufig sind jedoch Haut- und Labortests negativ oder nicht sicher aussagekräftig. In diesen Fällen ist eine kontrollierte Provokationstestung zur Aufklärung der Reaktion erforderlich. Bei Beachtung von Indikationen und Kontraindikationen sowie angemessener ärztlicher Überwachung ist sie eine aussagekräftige und sichere Methode. Das Ergebnis der Gesamtbeurteilung wird mit dem Patienten besprochen und in einem Allergiepass dokumentiert, sodass zukünftig eine gezielte Karenz eingehalten werden kann und gegebenenfalls Ausweichmedikamente zur Verfügung stehen.
*S2K-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Zusammenarbeit mit dem Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA), der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), der Deutschen Kontaktallergiegruppe (DKG), der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI), der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI), der Deutschen Akademie für Allergologie und Umweltmedizin (DAAU), dem Dokumentationszentrum für schwere Hautreaktionen und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Erstpublikation in Allergo J Int. 2015; 24: 94Correspondence to:
Prof. Dr. Knut Brockow
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
80802 München
Email: [email protected]
Allergologie im Kloster 2018
Was kriecht und fliegt denn da? – Allergien auf Insekten sind mehr als Bienen und Wespen
R. Brehler
Jahrgang 41 (2018) p. 157 - 157
Abstract
Allergologie, Jahrgang 41, Nr. 4/2018, S. 157
Was kriecht und fliegt denn da? – Allergien auf Insekten sind mehr als Bienen und Wespen
R. Brehler
Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Klinik für Hautkrankheiten Universitätsklinikum Münster
Correspondence to:
Prof. Dr. med. Randolf Brehler
Universitätsklinikum Münster
Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin
Von-Esmarch-Straße 58
48149 Münster
Email: [email protected]
Allergen-Immuntherapie
AIT mit seltenen Allergenen: Eine (gesundheitspolitische) Bestandsaufnahme
L. Klimek, A. Sperl, P. Funes-Schmitz, O. Pfaar, R. Brehler, M. Werchan und K.-Ch. Bergmann
Price
42.00 $
Jahrgang 41 (2018) p. 416 - 426
Abstract
Allergologie, Jahrgang 41, Nr. 9/2018, S. 416-426
AIT mit seltenen Allergenen: Eine (gesundheitspolitische) Bestandsaufnahme
L. Klimek1, A. Sperl1, P. Funes-Schmitz, O. Pfaar1#2, R. Brehler3, M. Werchan4 und K.-Ch. Bergmann4#5
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2HNO-Universitätsklinik Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, 3Klinik für Hautkrankheiten, Bereich Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, 4Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Berlin, 5Allergie-Centrum-Charité, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Berlin
Allergische Erkrankungen werden durch eine große Vielfalt relevanter Allergene ausgelöst, von denen einige mit großer Häufigkeit vorkommen, andere hingegen vergleichsweise wenige Patienten betreffen. Für die Allergen-Immuntherapie (AIT) hat das Paul Ehrlich-Institut (PEI) diese Tatsache berücksichtigt, indem die Therapieallergene-Verordnung (TAV) nur für die häufig vorkommenden Therapieallergene gilt. Seltene Erkrankungen werden über das epidemiologische Kriterium der Prävalenz definiert. In der Europäischen Union (EU) gilt gemäß Verordnung (EG) Nr. 141/2000 eine Erkrankung als selten, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen in der EU von ihr betroffen sind. Diese Definition ist für zahlreiche Allergene zutreffend. In dieser Arbeit werden die Kriterien für seltene Allergene definiert und es wird eine Übersicht über verfügbare Produkte in Deutschland auf der Grundlage der jeweiligen Fach- und Gebrauchsinformationen (Stand März 2018) sowie Firmenangaben gegeben.
Correspondence to:
Prof. Dr. med. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Angioödeme
Rezidivierende Angioödeme – welche Fragen führen zur Ursache?
R. Brehler
Price
42.00 $
Jahrgang 42 (2019) p. 4 - 9
Abstract
Allergologie, Jahrgang 42, Nr. 1/2019, S. 4-9
Rezidivierende Angioödeme – welche Fragen führen zur Ursache?
R. Brehler
Klinik für Hautkrankheiten, Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster
Angioödeme als tief liegende Ödeme der Haut und Schleimhaut sind bei Lokalisation im Rachenbereich lebensbedrohliche Situationen, die eine gezielte Therapie erfordern und deren Ursache im individuellen Fall dringend abgeklärt werden muss. Mastzellbedingte Angioödeme treten häufig in Kombination mit Quaddeln auf und sprechen auf eine Therapie mit Antihistaminika und Kortikosteroiden an. Bradykininbedingte Angioödeme können insbesondere durch ACE-Hemmer bedingt sein, auf der anderen Seite aber auch bei Komplementdefekten ausgelöst werden. Therapeutisch werden C1-Esterase-Inhibitoren (C1-INH) oder ein Bradykinin-Antagonist eingesetzt; da die Therapie mit Antihistaminika und Kortikosteroiden nicht wirksam ist, kann nach einem publizierten Ablaufschema verfahren werden, welches Fragen nach Luftnot, Alter, Einnahme von ACE-Hemmern und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten, Juckreiz und Erythem, laryngealer Beteiligung und das frühere Ansprechen auf Kortikosteroide beinhaltet.Correspondence to:
Prof. Dr. Randolf Brehler
Klinik für Hautkrankheiten
Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin
Universitätsklinikum Münster
Von-Esmarch-Straße 58
48149 Münster
Email: [email protected]
Serie - Der interessante Fall
Nahrungsmittelallergien bei Typ I-Sensibilisierung gegen Latex
R. Brehler und A. Rütter
Price
42.00 $
Jahrgang 18 (1995) p. 379 - 382
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 9/1995, S. 379-382
Nahrungsmittelallergien bei Typ I-Sensibilisierung gegen Latex
R. Brehler und A. Rütter
Hautklinik (Direktor:Prof. Dr. T. Luger), Weszfälische Wilhelms-Universität, Münster
Über die Zunahme von Typ I-Allergien gegen Latex bei medizinischem Personal [2, 14, 16, 24, 26] wie bei Patienten mit Spina bifida und Myelomeningozelen [3, 15, 19] ist in den letzten Jahren mehrfach berichtet worden. Die Diagnose wird durch Pricktestungen mit nativem Latex oder mit Handschuhextrakten, wie auch durch Bestimmung von spezifischem IgE im Serum gestellt. Die Relevanz einer Sensibilisierung kann durch Provokationstestungen mit Latex-Handschuhen bewiesen werden. In der Literatur finden sich Berichte über Kreuzreaktionen zwischen Latex und verschiedenen, meist exotischen Früchten. Unter Kenntnis dieser Kreuzallergien muß an eine Latexallergie bei anaphylaktoiden Reaktionen auf entsprechende Lebensmittel gedacht werden. Wir stellen im folgenden Patienten vor, bei denen es nach Genuß verschiedener Früchte zu massiven anaphylaktoiden Reaktionen gekommen war und bei denen wir eine Latexallergie diagnostiziert haben.Correspondence to:
Dr. med. R. Brehler, von-Esmarch-Straße 56, D–48149 Münster
50 Jahre Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA)
Insektengiftallergie: Was hat sich in 50 Jahren verändert?
R. Brehler
Jahrgang 42 (2019) p. 461 - 464
Abstract
Allergologie, Jahrgang 42, Nr. 10/2019, S. 461-464
Insektengiftallergie: Was hat sich in 50 Jahren verändert?
R. Brehler
Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin
Correspondence to:
Prof. Dr. med. Randolf Brehler
Klinik für Hautkrankheiten
Universitätsklinikum Münster
Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin
Von-Esmarch-Straße 58
48149 Münster
Email: [email protected]
Positionspapier
S2k-Leitlinie: Diagnostik bei Verdacht auf eine Betalaktamantibiotika-Überempfindlichkeit
G. Wurpts, W. Aberer, H. Dickel, R. Brehler, T. Jakob, B. Kreft, V. Mahler, H.F. Merk, N. Mülleneisen, H. Ott, W. Pfützner, S. Röseler, F. Ruëff, H. Sitter, C. Sunderkötter, A. Trautmann, R. Treudler, B. Wedi, M. Worm und K. Brockow
Price
42.00 $
Jahrgang 42 (2019) p. 493 - 528
Abstract
Allergologie, Jahrgang 42, Nr. 11/2019, S. 493-528
S2k-Leitlinie: Diagnostik bei Verdacht auf eine Betalaktamantibiotika-Überempfindlichkeit*
G. Wurpts1, W. Aberer2, H. Dickel3, R. Brehler4, T. Jakob5, B. Kreft6, V. Mahler7,8, H.F. Merk1, N. Mülleneisen9, H. Ott10, W. Pfützner11, S. Röseler1, F. Ruëff12, H. Sitter13, C. Sunderkötter6, A. Trautmann14, R. Treudler15, B. Wedi16, M. Worm17 und K. Brockow18
1Klinik für Dermatologie und Allergologie, Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC), Universitätsklinik der RWTH Aachen, 2Klinik für Dermatologie, Medizinische Universität Graz, Österreich, 3Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, 4Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 5Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, 6Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Halle (Saale), 7Paul-Ehrlich- Institut, Langen, 8Hautklinik, Universitätsklinikum Erlangen, 9Lungen- und Allergiezentrum, Leverkusen, 10Pädiatrische Dermatologie und Allergologie, Kinderund Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover, 11Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg, 12Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie Zentrum, Ludwig-Maximilians- Universität München, 13Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität Marburg, 14Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergiezentrum Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg, 15Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Leipziger Interdisziplinäres Centrum für Allergologie – LICA-CAC, Universität Leipzig, 16Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Comprehensive Allergy Center, Medizinische Hochschule Hannover, 17Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Allergie-Centrum-Charité (ACC), Berlin, 18Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München
Die vorliegende Leitlinie (S2k) zur Diagnostik bei Verdacht auf eine Betalaktamantibiotika-Überempfindlichkeit wurde von den deutschen allergologischen Fachverbänden und der österreichischen allergologischen Fachgesellschaft sowie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie im Konsens nach den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erarbeitet. Betalaktamantibiotika (BLA) wie Penicilline und Cephalosporine sind die Substanzgruppe, welche am häufigsten Arzneimittelallergien auslöst. Die anamnestische Angabe einer vermuteten Allergie übersteigt jedoch in ihrer Häufigkeit deutlich die bestätigten Fälle. Die große Anzahl vermuteter BLA-Allergien hat einen großen Einfluss, unter anderem auf die Behandlungsqualität des einzelnen Patienten sowie die Kosten für die Allgemeinheit. Allergien auf BLA beruhen auf unterschiedlichen immunologischen Mechanismen und äußern sich häufig als makulopapulöse Exantheme, aber auch als Anaphylaxien; daneben finden sich verschiedene Sonderformen der Arzneimittelallergien. Allen BLA gemeinsam ist der Betalaktamring. Eingeteilt werden die BLA in verschiedene Klassen: die Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme, Monobactame und Betalaktamaseinhibitoren mit unterschiedlichen Strukturmerkmalen. Von großer klinischer Bedeutung ist die Kenntnis über mögliche Kreuzreaktivitäten. Eine Unverträglichkeit gegenüber allen BLA tritt nur bei einem geringen Prozentsatz aller Allergiker auf, häufiger sind Kreuzreaktivitäten bei Seitenkettenähnlichkeiten wie Aminopenicillinen und Aminocephalosporinen oder auch den Methoxyiminocephalosporinen. Das Bild insgesamt ist jedoch komplex und bedarf weiterer Studien zur Aufklärung. Die Diagnostik besteht üblicherweise aus vier Bausteinen: der Anamnese, der Labordiagnostik, Hauttestungen, welchen ein großer Stellenwert zukommt, sowie der Arzneimittelprovokationstestung. Das Vorgehen der Diagnostik, aber auch im akuten Bedarfsfall der BLA-Gabe ist an der Patientenhistorie und dem Einzelfall orientiert. Ergänzend zu den bisherigen Erkenntnissen besteht auch hier weiterer Studienbedarf. Die Durchführung der allergologischen Diagnostik bei Verdacht auf eine BLA-Überempfindlichkeit ist zugunsten einer guten medizinischen Versorgung des Einzelnen, aber auch aufgrund der immensen Auswirkungen mutmaßlicher BLA-Allergien für die Allgemeinheit dringend zu empfehlen.
*Erstpublikation in Allergo J Int. 2019; 28: 121-151; DOI: 10.1007/s40629-019-0100-8Correspondence to:
Dr. med. Gerda Wurpts
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Aachener Comprehensive Allergy Center
Universitätsklinik der RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Email: [email protected]
Positionspapier
ARIA-Leitlinie 2019: Behandlung der allergischen Rhinitis im deutschen Gesundheitssystem
L. Klimek, C. Bachert, O. Pfaar, S. Becker, T. Bieber, R. Brehler, R. Buhl, I. Casper, A. Chaker, W. Czech, J. Fischer, T. Fuchs, M. Gerstlauer, K. Hörmann, T. Jakob, K. Jung, M.V. Kopp, V. Mahler, H. Merk, N. Mülleneisen, K. Nemat, U. Rabe, J. Ring, J. Saloga, W. Schlenter, C. Schmidt-Weber, H. Seyfarth, A. Sperl, T. Spindler, P. Staubach, S. Strieth, R. Treudler, C. Vogelberg, A. Wallrafen, W. Wehrmann, H. Wrede, T. Zuberbier, A. Bedbrook, G.W. Canonica, V. Cardona, T.B. Casale, W. Czarlewski, W.J. Fokkens, E. Hamelmann, P.W. Hellings, M. Jutel, D. Larenas-Linnemann, J. Mullol, N.G. Papadopoulos, S. Toppila- Salmi, T. Werfel und J. Bousquet
Price
42.00 $
Jahrgang 43 (2020) p. 43 - 72
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 2/2020, S. 43-72
ARIA-Leitlinie 2019: Behandlung der allergischen Rhinitis im deutschen Gesundheitssystem
L. Klimek1, C. Bachert2, O. Pfaar3, S. Becker4, T. Bieber5, R. Brehler6, R. Buhl7, I. Casper1, A. Chaker8, W. Czech9, J. Fischer10, T. Fuchs11, M. Gerstlauer12, K. Hörmann13, T. Jakob14, K. Jung15, M.V. Kopp16, V. Mahler17, H. Merk18, N. Mülleneisen19, K. Nemat20, U. Rabe21, J. Ring22, J. Saloga23, W. Schlenter24, C. Schmidt-Weber25, H. Seyfarth26, A. Sperl1, T. Spindler27, P. Staubach23, S. Strieth28, R. Treudler29, C. Vogelberg30, A. Wallrafen31, W. Wehrmann32, H. Wrede33, T. Zuberbier34, A. Bedbrook35, G.W. Canonica36, V. Cardona37, T.B. Casale38, W. Czarlewski39, W.J. Fokkens40, E. Hamelmann41, P.W. Hellings42, M. Jutel43, D. Larenas-Linnemann44, J. Mullol45, N.G. Papadopoulos46, S. Toppila-Salmi47, T. Werfel48 und J. Bousquet49
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 2Forschungslabor für obere Atemwege und Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universität Gent und Universitätsklinikum Gent, Belgien; Abteilung für HNO-Erkrankungen, CLINTEC, Karolinska-Institut, Universität Stockholm, Schweden, 3Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Sektion Rhinologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Philipps-Universität Marburg, 4Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universität Tübingen, 5Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universität Bonn, Christine Kühne – Zentrum für Allergieforschung und -bildung (CK-CARE) Davos-Augsburg-Bonn-St. Gallen-Zürich, St. Gallen, Schweiz, 6Klinik für Allergologie, Arbeitsmedizin und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, Münster, 7Schwerpunkt Pneumologie, III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Mainz, 8Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Zentrum für Allergie & Umwelt (ZAUM), Klinikum rechts der Isar, Technische Universität und Helmholtz- Zentrum München, 9Klinik für Dermatologie, Universität Freiburg, 10Klinik für Dermatologie, Eberhard Karls Universität Tübingen, 11Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Göttingen, 12Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, Medizinische Universität Augsburg, 13Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Mannheim, 14Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Campus Gießen, Justus-Liebig- Universität, Gießen, 15Gemeinschaftspraxis für Dermatologie, Erfurt, 16Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Lübeck, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Lungenzentrums (DZL), Lübeck, 17Med. Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, 18Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen, 19Asthma- und Allergiezentrum, Leverkusen, 20Klinik für Pädiatrie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 21Klinik für Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 22Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München; Christine Kühne-Zentrum für Allergieforschung und -bildung (CK-Care), Davos, Schweiz, 23Hautklinik, Universitätsmedizin Mainz, 24Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Medizinische Universität zu Lübeck, 25Zentrum für Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität München und Helmholtz-Zentrum München, 26Vorsitzender des Apothekenverbandes in Hessen, Hessischer Apothekerverband, Offenbach, 27Klinik für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Lungenzentrum Süd-West, Wangen im Allgäu, 28Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Mainz, 29Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, Leipziger interdisziplinäres Centrum für Allergologie – LICA, Leipzig, 30Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinderund Jugendmedizin, Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, 31Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes DAAB, Mönchengladbach, 32Dermatologische Gemeinschaftspraxis, Münster, 33Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Herford, Nordrhein-Westfalen, 34Klinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Charité-Universitätsmedizin Berlin, 35MACVIAFrance, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 36Allergie und Atemwegserkrankungen, DIMI, Universität Genua, Italien, 37Klinik für Innere Medizin, Universitätsklinikum Vall d‘Hebron, Barcelona, Spanien, 38Abteilung für Allergie und Immunologie, University of South Florida, Tampa, Florida, USA, 39Medizinische Beratung Czarlewski, Levallois, Frankreich, 40Abteilung Otorhinolaryngologie, Akademische Medizinische Zentren, Amsterdam, Niederlande, 41Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL, Bielefeld, 42Klinik für Hals-Nasen-Ohren- Heilkunde, Universitätskliniken Leuven, Belgien, 43Klinik für klinische Immunologie, Medizinische Universität Wroclaw und medizinisches Forschungsinstitut „ALL-MED“, Wroclaw (Breslau), Polen, 44Krankenhaus Médica Sur, México City, México, 45Unitat de Rinologia i Clínica de l‘Olfacte, Servei d‘ORL, Universitat de Barcelona, Klinische und experimentelle respiratorische Immunallergie, IDIBAPS, CIBERES, Barcelona, Spanien, 46Abteilung für Allergie, 2. Kinderklinik, Universität Athen, Griechenland, 47Haartman-Institut, Universität Helsinki, Finnland, 48Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 49MACVIA-LR CHU, Montpellier, Frankreich
Hintergrund: Die Anzahl der von Allergien betroffenen Patienten nimmt weltweit zu. Hiermit gehen erhebliche Kosten für die Gesundheits- und Sozialsysteme durch allergische Erkrankungen einher. Integrierte Versorgungskonzepte sind erforderlich, die innerhalb der nationalen Gesundheitssysteme eine umfassende Versorgung ermöglichen. Die ARIA-Initiative entwickelt international gültige Leitlinien für allergische Atemwegserkrankungen.
Methoden: ARIA dient der verbesserten Versorgung von Patienten mit Allergien und chronischen Atemwegserkrankungen. In Zusammenarbeit mit anderen internationalen Initiativen, nationalen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen im Bereich Allergien und Atemwegserkrankungen wurde eine realitätsnahe, integrative Versorgungsleitlinie („integrated care pathways“, ICPs) für eine digital unterstützte, integrative, individualisierte Behandlung von allergischer Rhinitis (AR) mit komorbidem Asthma entwickelt, die in der vorliegenden Arbeit auf das deutsche Gesundheitssystem übertragen wird.
Ergebnisse: Die vorliegende ICP-Versorgungsleitlinie umfasst wesentliche Bereiche der Versorgung von Patienten mit AR mit und ohne Asthma einschließlich der Sicht von Patienten und weiterer versorgungsnaher Gesundheitsdienstleister.
Diskussion: Eine umfassende ICP-Leitlinie kann die Versorgungsrealität wesentlich besser abbilden als herkömmliche Leitlinienmodelle.
Erstpublikation in Klimek L, Bachert C, Pfaar O et al. Allergo J Int. 2019; 28: 255-276.
https://doi.org/10.1007/s40629-019-00110-9Correspondence to:
Prof. Dr. Jean Bousquet
Centre Hospitalier Régional Universitaire de Montpellier (CHU)
371 Avenue du Doyen Gaston Giraud
34295 Montpellier Cedex 5, Frankreich
Email: [email protected]
Positionspapier
Allergen-Immuntherapie in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, ARIA, EAACI, DGAKI und GPA
L. Klimek, O. Pfaar, M. Worm et al.
Jahrgang 43 (2020) p. 165 - 175
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 5/2020, S. 165-175
Allergen-Immuntherapie in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, ARIA, EAACI, DGAKI und GPA
L. Klimek*A,D,E,G,1, O. Pfaar*A,E,G,2, M. Worm*E,3, K.-C. BergmannA,D,3, T. BieberA,4, R. BuhlA,5, J. ButersA,6, U. DarsowA,7, T. KeilA,8, J. Kleine-TebbeA,9, S. LauA,10, M. MaurerA,69, H. MerkA,D,11, R. MösgesA,E,G,12#13#14, J. SalogaE,15, P. StaubachD,15, P. StuteA,16, K. RabeA,17, U. RabeD,18, C. VogelmeierA,19, T. BiedermannA,7#20, K. JungD,21, W. SchlenterD, 22, J. RingA,D,23#24, A. ChakerA,E,G,25#26, W. WehrmannD,27, S. BeckerD,G,28, N. MülleneisenD,29, K. NematD,30#31, W. CzechD,32, H. WredeD,33, R. BrehlerD,34, T. FuchsD,35, P.-V. TomazicB,36, W. AbererB,37, A. Fink-WagnerB,38, F. HorakB,39, S. WöhrlB,40, V. Niederberger-LeppinB,41, I. Pali-SchöllB,42#43, W. PohlB,44, R. Roller-WirnsbergerB,45, O. SprangerB,38, R. ValentaB,46, M. AkdisH,47, C. AkdisH,47, K. Hoffmann-SommergruberH,43, M. JutelH,48, P. MatricardiA,49, F. SpertiniC,50, N. KhaltaevC,51, J.-P. MichelC,52, L. NicodC,53#54, P. Schmid-GrendelmeierC,55, E. HamelmannE,56, T. JakobE,57, T. WerfelE,58, M. WagenmannE,59, C. TaubeE,60, M. GerstlauerF, 67, C. VogelbergF, 68, J. BousquetA,61#62#63#64#65#66 und T. ZuberbierA,3
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2Sektion Rhinologie und Allergologie, Klinik für Hals-, Nasen-und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Philipps-Universität Marburg, 3Comprehensive Allergy Centre Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 4Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Bonn, 5III. Medizinische Klinik und Poliklinik Hämatologie, Internistische Onkologie und Pneumologie, Universitätsmedizin Mainz, 6Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 7Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München, 8Institut für klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilian- Universität, Würzburg, 9Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 10Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 11Abteilung Dermatologie & Allergologie, RWTH Aachen Universität, 12Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 13CRI – Clinical Research International Ltd., Hamburg, 14ClinCompetence Cologne GmbH, Köln, 15Hautklinik, Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, 16Europäische Vereinigung für Vitalität und Aktives Altern, Leipzig, 17Abteilung für Pneumologie, LungenClinic Grosshansdorf, 18Klinik für Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 19Klinik für Innere Medizin Schwerpunkt Pneumologie, Philipps-Universität Marburg, 20Einheit für Klinische Allergologie (EKA), Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Neuherberg, 21Praxis für Dermatologie, Immunologie und Allergologie, Erfurt, 22Ärzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 23Haut- und Laserzentrum an der Oper, München, 24Academia: München, 25HNO-Klinik des Klinikums rechts der Isar, Technische Universität München, 26Zentrum Allergie und Umwelt München (ZAUM); Helmholtz Zentrum München, 27Praxis für Dermatologie und Allergologie, Münster, 28Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universität Tübingen, 29Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, 30Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, 31Praxis für Kinderpenumologie/Allergologie am Kinderzentrum Dresden (Kid), Dresden, 32Klinik für Dermatologie, Universität Freiburg, 33Hals-, Nasenund Ohrenarzt, Nordrhein-Westfalen, 34Klinik für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, 35Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum, Georg-August-Universität, Göttingen, 36Klinische Abteilung für Allgemeine HNO, Medizinische Universität Graz, Österreich, 37Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Österreich, 38Global Allergy and Airways Patient Platform GAAPP, Wien, Österreich, 39Praxis für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Wien, Österreich, 40Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, Österreich, 41Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universität Wien, Österreich, 42Institut für Komparative Medizin, Interdisziplinäres Messerli Forschungsinstitut, Veterinärmedizinische Universität Wien und Medizinische Universität Wien, Österreich, 43Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universität Wien, Österreich, 44Abteilung für Atmungs- und Lungenkrankheiten, Krankenhaus Hietzing, Wien, Österreich, 45Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich, 46Institut für Pathophysiologie, Medizinische Universität Wien, Österreich, 47Swiss Institute of Allergy and Asthma Research (SIAF), University of Zurich, Davos, Schweiz, 48Department of Clinical Immunology, Medizinische Universität Breslau, Polen, 49Charité – Universitätsmedizin Berlin, 50Division of Allergy and Immunology, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne, Schweiz, 51GARD Chairman, Genf, Schweiz, 52Department of Rehabilitation and Geriatrics, University of Geneva, Genf, Schweiz, 53Clinique Cecil, Hirslanden Gruppe, Lausanne, Schweiz, 54Abteilung Pneumologie, Centre hospitalier universitaire vaudois, Lausanne, Schweiz, 55Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Schweiz, 56Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsmedizin OWL der Universität Bielefeld, 57Klinik für Dermatologie, Allergologie, Universitätsklinikum Gießen, UKGM, Justus-Liebig-Universität Gießen, 58Klinik fürDermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 59HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, 60Klinik für Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen, 61MACVIA-France, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 62INSERM U 1168, VIMA: Ageing and Chronic Diseases Epidemiological and Public Health Approaches, Villejuif, 63Université Versailles St-Quentin-en-Yvelines, UMR-S 1168, Montigny le Bretonneux, Frankreich, 64Euforea, Brussels, Belgien, 65Charité, Universitätsmedizin Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, 66Berlin Institute of Health, Comprehensive Allergy Center, Department of Dermatology and Allergy, Berlin, 67Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, Medizinische Universität Augsburg, 68Klinik für Kinderpneumologie und Allergologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 69Dermatologische Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Positionspapier der deutschen ARIA-GruppeA in Kooperation mit der österreichischen ARIA-GruppeB, der schweizerischen ARIA-GruppeC, dem Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA)D, der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)E, und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA)F in Kooperation mit der AG Klinische Immunologie, Allergologie und Umweltmedizin der DGHNO-KHCG und der Europäischen Akademie für Allergologie und klinische Immunologie (EAACI)H
Übersetzte und inhaltlich auf die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz adaptierte Fassung des ARIA/EAACI-Positionspapiers: Klimek L et al.: Handling of AIT in COVID-19 pandemics. Allergy. 2020 (in press).
*Autoren sind gemeinsame ErstautorenCorrespondence to:
Prof. Dr. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Positionspapier
Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2- entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
L. Klimek, O. Pfaar, M. Worm, et al.
Jahrgang 43 (2020) p. 255 - 271
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 7/2020, S. 255-271
Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2- entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
L. Klimek*A,G,H,1, O. Pfaar*B,G,H,2, M. Worm*B,3, T. Eiwegger*H,4#5#6, J. Hagemann*A,7, M. OllertE,H,8#9, E. UntersmayrH,10, K. Hoffmann-SommergruberH,10, A. VultaggioH,11, I. AgacheH,12, S. BavbekH,13, A. BossiosH,14#15, I. CasperA,1#16#17, S. ChanH,18, A. ChatzipetrouH,19, C. VogelbergC,20, D. FirinuH,21, P. KauppiH,22, A. KoliosH,16#23, A. KothariH,4, A. MatucciH,11, O. PalomaresH, 24, Z. SzépfalusiD,25, W. PohlD,26, W. HötzeneckerD,27, A.R. RosenkranzD,28, K.-C. BergmannA,B,3, T. BieberG,29, R. BuhlB,F,G,30, J. ButersG,31, U. DarsowG,32, T. KeilG,33, J. Kleine-TebbeA,34, S. LauB,H,35, M. MaurerG,H,98, H. MerkA,36, R. MösgesB,37#38#39, J. SalogaB,40, P. StaubachA,40, U. JappeA,B,H,41, K.F. RabeG,42, U. RabeA,42, C. VogelmeierG,44, T. BiedermannB,H,32#45, K. JungA,46, W. SchlenterA,47, J. RingA,B,48#49, A. ChakerA,H,50#51, W. WehrmannA,52, S. BeckerA,53, L. FreudelspergerA,7, N. MülleneisenA,54, K. NematA,55, W. CzechA,56, H. WredeA,57, R. BrehlerA,58, T. FuchsA,59, P.-V. TomazicH,60, W. AbererD,61, A.-H. Fink-WagnerD,62, F. HorakD,F,63, S. WöhrlD,64, V. Niederberger-LeppinG,65, I. Pali-SchöllG,10#66#67, W. PohlG,68, R. Roller-WirnsbergerG,69, O. SprangerG,70, R. ValentaG,71#94#95#96, M. AkdisH,72, P.M. MatricardiA,73, F. Spertini74, N. Khaltaev75, J.-P. Michel76, L. Nicod77, P. Schmid- Grendelmeier78, M. IdzkoG,79, E. HamelmannB,80, T. Jakob81, T. WerfelB,82, M. WagenmannB,83, C. TaubeB,84, E. Jensen-JarolimD,H,10#66, S. KornA,30, F. HentgesE,85, J. SchwarzeH,86, L. O´MahonyH,87, E.F. KnolH,88, S. del GiaccoH,89, T. Chivato PérezH,90, J. Bousquet**G,91#92#93#94#95, T. Zuberbier**G,H,3, C. Akdis**G,H,72 und M. Jutel**H,96#97
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2HNO-Universitätsklinik Marburg, Sektion Rhinologie und Allergologie, Medizinische Fakultät Marburg, Philipps-Universität Marburg, 3Comprehensive Allergy Center Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 4Translational Medicine Program, Peter Gilgan Centre for Research and Learning, Hospital for Sick Children, Toronto, Ontario, Canada, 5Division of Immunology and Allergy, Food Allergy and Anaphylaxis Program, The Hospital for Sick Children, Toronto, Ontario, Canada, 6Department of Immunology, University of Toronto, Toronto, Ontario, Canada, 7Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz, 8Department of Infection and Immunity, Luxembourg Institute of Health (LIH), Esch-sur-Alzette, Luxemburg, 9Department of Dermatology and Allergy Center, Odense Research Center for Anaphylaxis, University of Southern Denmark, Odense, Dänemark, 10Institute of Pathophysiology and Allergy Research, Center of Pathophysiology, Infectiology and Immunology, Medizinische Fakultät der Universität Wien, Wien, Österreich, 11Immunoallergology Unit, Careggi University Hospital, Florenz, Italien, 12Transylvania University, Brasov, Rumänien, 13Ankara University, School of Medicine, Department of Chest Disease, Division of, Immunology and Allergy, Ankara, Turkey, 14Abteilung für Atemwegsmedizin und Allergie, Karolinska University Hospital, Huddinge und Abteilung für Medizin, Huddinge, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, 15Zentrum für Allergieforschung, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, 16Department of Immunology, University Hospital Zürich, Zürich, Schweiz, 17Faculty of Medicine, University of Zürich, Zürich, Schweiz, 18Guy’ and St. Thomas’NHS Foundation Trust, Westminster Bridge Road, London, United Kingdom King’ College London School of Life Course Sciences & School of Immunology & Microbial Sciences, King’ Health Partners, Großritannien, 19Allergy Unit 2nd Department of Dermatology and Venereology, National University of Athens, Medical School, University General Hospital „TTIKON“ Athen, Griechenland, 20Universitäsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik fü Kinder- und Jugendmedizin, Fachbereich Kinderpneumologie/Allergologie, Dresden, 21Department of Medical Sciences and Public Health, University of Cagliari, Monserrato, Italien, 22Abteilung fü Allergie, Entzüdungszentrum, Universitäsklinikum Helsinki, Helsinki, Finnland, 23Department of Medicine, Beth Israel Deaconess Medical Center, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts, USA, 24Department of Biochemistry and Molecular Biology, Chemistry School, Complutense University of Madrid, Spanien, 25Abteilung fü Päiatrische Pulmologie, Allergologie und Endokrinologie, Universitäsklinik fü Kinderund Jugendheilkunde, Comprehensive Center for Pediatrics, Medizinische Universitä Wien, Wien, Öterreich, 26Abteilung fü Atmungs- und Lungenerkrankungen, Krankenhaus Hietzing, Wien, Öterreich, 27Abteilung fü Dermatologie und Venerologie, Kepler Universitäsklinikum, Linz, Öterreich, 28Klinische Abteilung fü Nephrologie, Universitäsklinik fü Innere Medizin, Medizinische Universitä Graz, Graz, Öterreich, 29Klinik fü Dermatologie und Allergologie, Universitä Bonn, Bonn, 30Schwerpunkt Pneumologie, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitäsmedizin Mainz, Mainz, 31Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) Technische Universitä und Helmholtz Zentrum Müchen, 32Klinik und Poliklinik fü Dermatologie und Allergologie der Technischen Universitä Müchen, 33Institut fü Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universitä Wüzburg, 34Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 35Klinik fü Päiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité–Universitäsmedizin Berlin, 36Abteilung Dermatologie und Allergologie, RWTH Universitä, Aachen, 37Medizinische Fakultä der Universitä zu Kön, 38CRI –Clinical Research International Ltd., Hamburg, 39ClinCompetence Cologne GmbH, Kön, 40Hautklinik und Poliklinik, Universitäsmedizin Mainz, 41Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie des Forschungszentrums Borstel, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums fü Lungenforschung (DZL); Interdisziplinäe Allergie- Ambulanz, Medizinische Klinik III, Universitä zu Lüeck, 42LungenClinic Großansdorf, Großansdorf, 43Klinik fü Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläing Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 44Klinik fü Innere Medizin Schwerpunkt Pneumologie, Philipps-Universitä Marburg, 45Einheit fü Klinische Allergologie (EKA), Helmholtz Zentrum Müchen, German Research Center for Environmental Health GmbH, Neuherberg, 46Praxis fü Dermatologie, Immunologie und Allergologie, Erfurt, 47Äzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 48Haut- und Laserzentrum an der Oper, Müchen, 49Academia Müchen, 50HNO-Klinik, Universitäsklinik TUM, Müchen, 51ZAUM, Helmholtz Zentrum Müchen, 52Praxis fü Dermatologie und Allergologie, Müster, 53Klinik fü Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitä Tüingen, 54Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, 55Klinik fü Kinderund Jugendmedizin, Universitäsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden; Praxis fü Kinderpenumologie/ Allergologie am Kinderzentrum Dresden (Kid), Dresden, 56Praxis und Klinik fü Dermatologie/Allergologie am Schwarzwald-Baar Klinikum, Villingen-Schwenningen, 57Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Nordrhein- Westfalen, 58Universitäsklinikum Müster, Klinik fü Hautkrankheiten, Ambulanz fü Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Müster, 59Klinik fü Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitäsklinikum, Georg-August-Universitä, Götingen, 60Klinische Abteilung fü allgemeine HNO, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 61Universitäsklinik fü Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 62Global Allergy and Airways Patient Platform GAAPP, Wien, Öterreich, 63Allergiezentrum Wien West, Wien, Öterreich, 64Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, Öterreich, 65Universitäsklinik fü Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 66Komperative Medizin, Interdisziplinäes Messerli Forschungsinstitut, Veterinämedizinische Universitä Wien, Medizinische Universitä Wien, 67Institut fü Pathophysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universitä Wien, 68Abteilung fü Atmungs- und Lungenerkrankungen, Krankenhaus Hietzing, Wien, Öterreich, 69Universitäsklinik fü Innere Medizin, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 70Öterreichische Lungenunion, Wien, Öterreich, 71Immunopathologie, Abteilung fü Pathophysiologie und Allergieforschung, Zentrum fü Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 72Swiss Institute of Allergy and Asthma Research (SIAF), University of Zurich, Davos, Schweiz, 73Charité– niversitäsmedizin Berlin, 74Division of Allergy and Immunology, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne, Schweiz, 75GARD Chairman, Genf, Schweiz, 76Department of Rehabilitation and Geriatrics, University of Geneva, Genf, Schweiz, 77Clinic Cecil of Hirslanden Group of Lausanne; Centre Hôitalier Universitaire du canton de Vaud Lausanne, Schweiz, 78Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitässpital Züich, Schweiz, 79Klinische Abteilung fü Pneumologie, Universitäsklinik fü Innere Medizin II, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 80Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitäsmedizin OWL der Universitä Bielefeld, 81Klinik fü Dermatologie und Allergologie, Universitäsklinikum Gießn, UKGM, Justus-Liebig-Universitä, Gießn, 82Klinik fü Dermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 83HNO-Klinik, Universitäsklinikum Düseldorf, 84Universitäsklinikum Essen (Aö), 85Service Immunologie-Allergologie Centre Hospitalier de Luxembourg, Luxemburg, 86Kinderleben und Gesundheit, Universitä von Edinburgh, Schottland, Großritannien, 87Medicine and Microbiology, APC Microbiome Ireland, National University of Ireland, Cork, Irland, 88Departments of Immunology, Dermatology and Allergology, University Medical Center Utrecht; Niederlande, 89Universitàdegli Studi di Cagliari, Cagliari, Italien, 90University Foundation San Pablo CEU, Madrid, Spanien, 91MACVIA-France, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 92INSERM U 1168, VIMA: Ageing and chronic diseases Epidemiological and public health approaches, Villejuif, Frankreich, 93UniversitéVersailles St-Quentin-en-Yvelines, UMR-S 1168, Montigny le Bretonneux, Frankreich, 94Euforea, Brussels, Belgien, 95Berlin Institute of Health, Comprehensive Allergy Center, Department of Dermatology and Allergy, Charité Universitäsmedizin Berlin, Humboldt- Universitä zu Berlin, 96Department of Clinical Immunology, Wrocłw Medical University, Wrocłw, Polen, 97ALL-MED Medical Research Institute, Wrocłw, Polen, 98Dermatologische Allergologie, Allergie- Centrum-Charité Klinik fü Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité–Universitäsmedizin Berlin
Hintergrund: Die Behandlung von Patienten mit Allergien und atopieassoziierten Erkrankungen wurde seit Beginn der COVID-19-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Empfehlungen zum „social distancing“ und die Angst der Patienten vor einer Infektion in medizinischen Einrichtungen haben zu einer drastischen Abnahme der persönlichen Arzt-Patienten-Kontakte geführt. Hiervon sind Akutversorgung und Behandlung chronisch Kranker gleichermaßen betroffen. Die Immunantwort nach SARS-CoV-2-Infektion ist bislang nur unzureichend bekannt und könnte durch eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern günstig aber auch ungünstig verändert werden. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko von Allergikern für einen schwereren COVID-19-Krankheitsverlauf. Zahlreiche Patientinnen und Patienten befinden sich unter laufender Therapie mit Biologika, die über verschiedene Ansätze Typ 2 Immunantworten inhibieren. Es besteht Unklarheit über mögliche immunologische Interaktionen und potenzielle Risiken dieser Biologika im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2.
Methodik: Für die vorliegende Publikation wurde eine selektive Literaturrecherche in PubMed, Livivo und im World Wide Web für die zurückliegenden 10 Jahre (Zeitraum Mai 2010 – April 2020) durchgeführt. Darüber hinaus wurden hier die aktuellen, dort nicht enthaltenen deutschsprachigen Publikationen analysiert. Auf Grundlage dieser Daten gibt dieses Positionspapier Empfehlungen für die Behandlung mit Biologika bei Patienten mit allergischen und Atopie assoziierten Erkrankungen in der COVID-19-Pandemie.
Ergebnisse: Zur Aufrechterhaltung von Präsenzsprechstunden muss eine sichere und an die Pandemiesituation adaptierte Behandlungsumgebung geschaffen werden. Verlässliche Studiendaten zur Versorgung komplex erkrankter Atemwegs-, Atopie- und Allergiepatienten in Zeiten imminenter Infektionsgefahr durch SARS-CoV-2 fehlen bis dato. Typ-2-geprägte Immunreaktionen, wie sie bei Allergiepatienten oft vorliegen, könnten auf die verschiedenen Phasen von COVID-19 Einfluss nehmen, indem sie beispielsweise Immunreaktionen bremsen. Das könnte sich theoretisch in der frühen Phase der SARS-Cov-2 Infektion ungünstig, in der späten Phase schwerer Verläufe während eines „cytokine storm“ (Zytokinsturm) günstig auswirken. Da es dafür bisher aber keine Belege gibt, sollten alle Daten von Patienten unter einem gegen Typ-2 Immunreaktionen gerichteten Biologikum, die an COVID-19 erkranken, in Registern gesammelt und ihre Krankheitsverläufe dokumentiert werden, um in Zukunft erfahrungsbasierte Handlungsanweisungen geben zu können.
Schlussfolgerung: Die Therapie mit Biologika zur Behandlung von Asthma bronchiale, atopischer Dermatitis, chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen und spontaner Urtikaria sollte in der aktuellen COVID-19-Pandemie bei Patienten ohne Infektionsverdacht oder nachgewiesene SARS-CoV-2 Infektion unverändert fortgesetzt werden. Falls verfügbar ist es empfehlenswert, eine Formulierung zur Eigenapplikation zu bevorzugen und ein telemedizinisches Monitoring anzubieten. Behandlungsziel sollte sein, schwer kontrollierbare allergische und atopische Erkrankungen durch angemessene Bedarfs- und Add-on-Therapie bestmöglich einzustellen und die Notwendigkeit systemischer Glukokortikosteroide zu vermeiden. Im Falle eines begründeten Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 sollte die Therapie individuell durch Abwägung von Nutzen und Risiken als Einzelfallentscheidung unter Einbeziehung des Patienten bestimmt werden. Hierbei ist zu bedenken, dass mögliche Einflüsse von Biologika auf die Immunantwort bei COVID-19 aktuell nicht genau bekannt sind. Telemedizinische Angebote sind insbesondere für akuten Beratungsbedarf bei geeigneten Patienten wünschenswert.
*Autoren sind gemeinsame Erstautoren.
**Autoren sind gemeinsame Letztautoren.
Zitierweise der Erstpublikation:
Klimek L, Pfaar O, Worm M et al. Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2-entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie. Allergologie, 2020; 43: 255-271.Correspondence to:
Prof. Dr. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Stellungnahme
Penicillin-Toleranzinduktion in der Schwangerschaft: Allergologische Stellungnahme zur Empfehlung der aktuellen Leitlinie Diagnostik und Therapie der Syphilis (AWMF-Register-Nr. 059-002)
B. Wedi, W. Aberer, K. Brockow, H. Dickel, R. Brehler, T. Jakob, B. Kreft, V. Mahler, H.F. Merk, N. Mülleneisen, H. Ott, W. Pfützner, S. Röseler, F. Ruëff, C. Sunderkötter, A. Trautmann, R. Treudler, M. Worm und G. Wurpts
Price
42.00 $
Jahrgang 44 (2021) p. 100 - 104
Abstract
Allergologie, Jahrgang 44, Nr. 4/2021, S. 100-104
Penicillin-Toleranzinduktion in der Schwangerschaft: Allergologische Stellungnahme zur Empfehlung der aktuellen Leitlinie Diagnostik und Therapie der Syphilis (AWMF-Register-Nr. 059-002)
B. Wedi1, W. Aberer2, K. Brockow3, H. Dickel4, R. Brehler5, T. Jakob6, B. Kreft7, V. Mahler8#9, H.F. Merk10, N. Mülleneisen11, H. Ott12, W. Pfützner13, S. Röseler14, F. Ruëff15, C. Sunderkötter16, A. Trautmann17, R. Treudler18, M. Worm19 und G. Wurpts20
1Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Comprehensive Allergy Center, Medizinische Hochschule Hannover, 2Klinik für Dermatologie, Medizinische Universität Graz, 3Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 4Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, 5Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 6Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, 7Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Halle (Saale), 8Paul Ehrlich Institut, Langen, 9Hautärzte im Merckhaus Dr. Herbst & Kollegen, Darmstadt, 10Klinik für Dermatologie und Allergologie, Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC), Universitätsklinik der RWTH Aachen, 11Lungen- und Allergiezentrum, Leverkusen, 12Pädiatrische Dermatologie und Allergologie, Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover, 13Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg, 14Krankenhaus der Augustinerinnen, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln, 15Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, AllergieZentrum, Klinikum der Universität München, 16Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Halle (Saale), 17Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergiezentrum Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg, 18Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Leipziger Interdisziplinäres Centrum für Allergologie – LICA-CAC, Universität Leipzig, Leipzig, 19Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Allergie-Zentrum Charité (ACC), Berlin, 20Klinik für Dermatologie und Allergologie, Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC), Universitätsklinik der RWTH Aachen
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren:


Zitierung:
Wedi B, Aberer W, Brockow K et al. Induction of penicillin tolerance during pregnancy: Allergological opinion on the recommendation of the current AWMF Guidelines on Diagnosis and Treatment of Syphilis (AWMF Registry No. 059-002). Allergol
Select. 2021 Jan 16; 5: 67-71. DOI 10.5414/ALX02224E.Correspondence to:
Prof. Dr. Bettina Wedi
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Comprehensive Allergy Center
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Email: [email protected]