Anti-IgE-Therapie
Anti-IgE-Antikörper und spezifische Immuntherapie (SIT)
M.V. Kopp
Price
42.00 $
Jahrgang 30 p. 354 - 359
Abstract
M.V. Kopp
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin – Arbeitsgruppe für Pneumologie, Allergologie und Mukoviszidose, Universitätsklinikum Freiburg
Die spezifische Immuntherapie (SIT) ist neben der Allergenkarenz die einzige kausale Therapieoption in der Behandlung IgE-vermittelter allergischer Erkrankungen wie der allergischen Rhinitis und dem Asthma bronchiale. Vorteile der SIT sind neben dem kausalen Therapieansatz die gut belegte klinische Wirksamkeit auch über viele Jahre nach Ende der Therapie sowie sekundärpräventive Aspekte (weniger “Neusensibilisierungen” und “Etagenwechsel” unter SIT). Die lange Therapiedauer von mindestens 3 Jahren, mögliche Nebenwirkungen der SIT und bestehende Kontraindikationen (z.B. unzureichend behandeltes Asthma bronchiale, mangelnde Compliance) schränken den Einsatz der SIT jedoch ein. Daher stellt die Kombination einer SIT mit Anti-IgE einen interessanten innovativen Therapieansatz dar. Bislang wurden die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Kombinationstherapie in 3 klinischen Studien untersucht. Übereinstimmend konnte dabei gezeigt werden, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Anti-IgE signifikant Symptomschweregrad und Medikamentenverbrauch senken kann im Vergleich zu einer alleinigen SIT. Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass die Anzahl und die Schwere der Nebenwirkungen einer SIT durch eine Vorbehandlung mit Omalizumab signifikant reduziert werden können. Von einer solchen Therapie können insbesondere Patienten profitieren, bei denen nach dem Stand der derzeitigen Empfehlungen Kontraindikationen für die SIT bestehen (Patienten mit einem schweren allergischen Asthma bronchiale, polysensibilisierte Patienten, Patienten mit schweren Nebenwirkungen unter SIT). Bislang liegen keine Daten aus Langzeitstudien vor, die Antworten auf die Frage geben, inwieweit die Kombinationstherapie SIT + Anti-IgE Effekte auf die Rate an Neusensibilisierungen bzw. auf den Etagenwechsel hat.Correspondence to:
PD Dr. med. M.V. Kopp
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Mathildenstraße 1
D-79106 Freiburg
Email: [email protected]
Zur Diskussion gestellt
Aktueller Stellenwert der sublingualen Immuntherapie bei allergischen Krankheiten
J. Kleine-Tebbe, C. Bachert, K.-C. Bergmann, T. Bieber, R. Brehler, F. Friedrichs, T. Fuchs, L. Klimek, M.V. Kopp, U. Lepp, B. Przybilla, W. Rebien, H. Renz, J. Saloga, J. Simon, J.C. Virchow, B. Wedi, T. Werfel und M. Worm
Price
42.00 $
Jahrgang 30 p. 378 - 388
Abstract
J. Kleine-Tebbe, C. Bachert, K.-C. Bergmann, T. Bieber, R. Brehler, F. Friedrichs, T. Fuchs, L. Klimek, M.V. Kopp, U. Lepp, B. Przybilla, W. Rebien, H. Renz, J. Saloga, J. Simon, J.C. Virchow, B. Wedi, T. Werfel und M. Worm
Abstract nicht verfügbarCorrespondence to:
PD Dr. med. J. Kleine-Tebbe
Allergie- und Asthma-Zentrum Westend
Spandauer Damm 130, Haus 9
D-14050 Berlin
Email: [email protected]
Originalarbeit
In-vitro-Leukotrienproduktion gemessen im CAST-ELISA über einen Beobachtungszeitraum von 5 Monaten
E.M. Engels, J. Lange, D. Beischer, J. Kühr und M.V. Kopp
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 460 - 465
Abstract
Allergologie, Jahrgang 25, Nr. 9/2002, S. 460–465
In-vitro-Leukotrienproduktion gemessen im CAST-ELISA über einen Beobachtungszeitraum von 5 Monaten
E.M. Engels, J. Lange, D. Beischer, J. Kühr und M.V. Kopp
Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universität Freiburg
Einleitung: Der Cellular Antigen Stimulation Test (CAST; Bühlmann Laboratory AG, CH) quantifiziert die In-vitro-Cystinyl-Leukotrienproduktion (= CysLT: LTC4, LTD4, LTE4) isolierter Leukozyten, die bei der allergischen Entzündungsreaktion Bronchokonstriktion, gesteigerte Gefäßpermeabilität und Hypersekretion hervorrufen. Fragestellung: Lassen sich saisonale Effekte bei der In-vitro-CysLT-Produktion beobachten? Population und Methoden: Es wurden 9 Probanden im Alter von 7 – 18 Jahren rekrutiert (3 ohne Sensibilisierung, 2 mit Hausstaubmilbensensibilisierung sowie 4 Probanden mit Sensibilisierung gegen Gräserpollen). Monatlich erfolgte jeweils eine Blutentnahme. Nach Dextransedimentation wurden die isolierten Zellen mit Medium alleine (Negativkontrolle), mit einem Anti-IgE-Rezeptor-Antikörper (Anti-IgE-rAK; 0,5 mg/mL; Positivkontrolle) sowie mit Graspollenallergen (Sechs-Gräsermischung GX1, 20 ng/ml) stimuliert. Die CysLT-Produktion (LTC4, LTD4, LTE4) wurde mittels ELISA quantifiziert (CAST-ELISA, Bühlmann Laboratory AG, Schönenbuch, Schweiz). Ergebnisse: Nach Stimulation mit Anti-IgE-rAK lagen die CysLT-Konzentrationen im März zwischen 1163 und 6187 pg/ml, im Monat Mai zwischen 2048 und 7620 pg/ml (mediane Zunahme 63%; Range: 35% – 114%; p = 0,012). Nach Stimulation mit Graspollenallergen wurde eine CysLT-Konzentration zwischen 158 und 208 pg/ml im März sowie zwischen 337 und 7057 pg/ml im Mai gemessen (mediane Zunahme 49,9%; Range: 38 – 133%; p = 0,004). Die mediane In-vitro-CysLT-Produktion nach Stimulation mit Graspollenallergen im Monat Mai lag bei Probanden mit Graspollensensibilisierung bei 6137 pg/ml (Range: 4249 – 7620), bei Probanden ohne Graspollensensibilisierung bei 2130 pg/ml (2048 – 5421). Schlußfolgerung: Es konnten saisonale Schwankungen mit einer signifikant höheren In-vitro-Produktion der CysLT im Monat Mai im Vergleich zum Monat März gezeigt werden. Diesem saisonalen Effekt muß beim Einsatz des CAST-ELISA im Rahmen von klinischen Langzeitstudien Rechnung getragen werden.Correspondence to:
Dr. med. M.V. Kopp
Zentrum für Kinderheilkunde
und Jugendmedizin
Universität Freiburg
Mathildenstraße 1
D-79106 Freiburg
Literatur-Kommentar
Präbiotische und probiotische Supplementierung verhindert Rhinovirus-Infektionen bei Frühgeborenen: eine randomisierte, plazebokontrollierte Studie
M.V. Kopp
Jahrgang 37 p. 341 - 342
Abstract
Allergologie, Jahrgang 37, Nr. 8/2014, S. 341–342
Präbiotische und probiotische Supplementierung verhindert Rhinovirus-Infektionen bei Frühgeborenen: eine randomisierte, plazebokontrollierte Studie
M.V. Kopp
Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL), Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität zu Lübeck
Correspondence to:
Univ. Prof. Dr. med. M.V. Kopp
Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160
D–23538 Lübeck
Email: [email protected]
Spezifische Immuntherapie I
Editorial
M.V. Kopp und T. Werfel
Jahrgang 38 p. 269 - 270
Abstract
Allergologie, Jahrgang 38, Nr. 6/2015, S. 269-270
Editorial
M.V. Kopp und T. Werfel
Allergieprävention
Die „neue“ Leitlinie Allergieprävention aus Sicht des Pädiaters
M.V. Kopp
Price
42.00 $
Jahrgang 38 p. 385 - 390
Abstract
Allergologie, Jahrgang 38, Nr. 8/2015, S. 385–390
Die „neue“ Leitlinie Allergieprävention aus Sicht des Pädiaters
M.V. Kopp
Airway Research-Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), Schwerpunkt Kinderpneumologie und Allergologie Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, UKSH Campus Lübeck
Im vergangenen Jahr wurde die S3-Leitlinie Allergieprävention überarbeitet und neu publiziert. Dabei wurde deutlich gemacht, dass auf Grund der Zunahme allergischer Erkrankungen in westlichen Industrienationen und der eingeschränkten Möglichkeiten einer kausalen Therapie eine evidenzbasierte Primärprävention von besonderer Bedeutung ist. Vor 2014 wurde die Leitlinie Allergieprävention zuletzt 2009 auf der Basis einer aktuellen systematischen Literatursuche überarbeitet und konsentiert. Die wichtigsten Aussagen zur primären Prävention der atopischen Dermatitis, allergischen Rhinokonjunktivitis und des Asthma bronchiale als den „allergischen Erkrankungen“ blieben dabei bestehen: Stillen wird weiterhin in den ersten 4 Lebensmonaten als wichtige allergiepräventive Maßnahme empfohlen. Sollte das Stillen nicht möglich sein, so wird für Kinder mit einer erhöhten familiären Allergiebelastung (Vater, Mutter oder Geschwisterkind mit allergischer Erkrankung) eine hydrolysierte Kuhmilchformula (HA-Nahrung) empfohlen. Kinder ohne eine erhöhte familiäre Allergiebelastung können eine normale Kuhmilchformula erhalten, wenn nicht gestillt werden kann. Die Leitlinie empfiehlt, dass ab dem Beginn des 5. Lebensmonats mit der Beikostfütterung begonnen werden kann. Eine Verzögerung der Beikosteinführung aus Gründen der Allergieprävention wird nicht empfohlen. Die Empfehlung zur Meidung von Passivrauchexposition während der Schwangerschaft und der Kindheit blieb unverändert. Neu aufgenommen wurde der Hinweis, dass Kinder, die durch Kaiserschnitt auf die Welt kommen, ein erhöhtes Allergierisiko haben. Erstmals wurden „ungünstige psychosoziale Faktoren“ (z.B. schwerwiegende Lebensereignisse) während der Schwangerschaft und Kindheit als Risikofaktoren für die Manifestation von atopischen Erkrankungen benannt.Correspondence to:
Prof. Dr. Matthias Volkmar Kopp
Airway Research-Center North (ARCN)
Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL)
Schwerpunktes Pädiatrische Pneumologie und Allergologie
Klinik für Kinder-und Jugendmedizin
UKSH Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
D–23538 Lübeck
Email: [email protected]
Leitlinie
Leitlinie zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen
O. Pfaar, C. Bachert, A. Bufe, R. Buhl, C. Ebner, P. Eng, F. Friedrichs, T. Fuchs, E. Hamelmann, D. Hartwig- Bade, T. Hering, I. Huttegger, K. Jung, L. Klimek, M.V. Kopp, H. Merk, U. Rabe, J. Saloga, P. Schmid-Grendelmeier, A. Schuster, N. Schwerk, H. Sitter, U. Umpfenbach, B. Wedi, S. Wöhrl, M. Worm und J. Kleine-Tebbe
Price
42.00 $
Jahrgang 38 p. 431 - 470
Abstract
Allergologie, Jahrgang 38, Nr. 9/2015, S. 431–470
Leitlinie zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen
O. Pfaar1,2, C. Bachert3, A. Bufe4, R. Buhl5, C. Ebner6, P. Eng7, F. Friedrichs8, T. Fuchs9, E. Hamelmann10, D. Hartwig-Bade11, T. Hering12, I. Huttegger13, K. Jung14, L. Klimek1, M.V. Kopp15, H. Merk16, U. Rabe17, J. Saloga18, P. Schmid-Grendelmeier19, A. Schuster20, N. Schwerk21, H. Sitter22, U. Umpfenbach23, B. Wedi24, S. Wöhrl25, M. Worm26 und J. Kleine-Tebbe27; Kommentierende Teilnahme und Prozessbegleitung: S. Kaul28 und A. Schwalfenberg29
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, 3HNO-Universitätsklinik, Gent, Belgien, 4Abt. für Experimentelle Pneumologie, Ruhr-Universität Bochum, 5III. Med. Klinik und Poliklinik, Schwerpunkt Pneumologie, Johannes-Gutenberg-Univ., Mainz; 6Ambulatorium für Allergie und klinische Immunologie, Wien, Österreich, 7Klinik für Kinder und Jugendliche, Aarau und Kinderspital Luzern, Schweiz, 8Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Laurensberg, 9Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Göttingen, 10Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderzentrum Bethel, Evang. Krankenhaus Bielefeld, 11HNOPraxis, Lübeck, 12Lungenarztpraxis Tegel, Berlin, 13Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Paracelsus Med. Privatuniversität, Salzburger Landeskliniken, Salzburg, Österreich, 14Praxis für Dermatologie, Erfurt, 15Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, UKSH, Univ. zu Lübeck, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), 16Klinik für Dermatologie und Allergologie – Hautklinik, RWTH, Aachen, 17Abt. Pneumologie, Klinik III, Johanniterkrankenhaus im Flämig, Treuenbrietzen, 18Hautklinik und Poliklinik, Universitätsmed., Johannes Gutenberg-Univ., Mainz, 19Allergiestation, Dermatologische Universitätsklinik, Zürich, Schweiz, 20Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf, 21Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmed., Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, Med. Hochschule Hannover, 22Institut für theoretische Chirurgie, Univ. Marburg; 23Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Viersen, 24Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Med. Hochschule Hannover, 25Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ), Wien, Österreich, 26Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 27Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 28Abteilung Allergologie, Paul- Ehrlich-Institut, Langen, 29Deutscher Allergie- und Asthmabund, Mönchengladbach
Die vorliegende Leitlinie (LL) (S2k) zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie (SIT) wurde von den deutschen, österreichischen und schweizerischen allergologischen Fachverbänden im Konsens mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbänden für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Kinder- und Jugendmedizin, Pneumologie sowie einer deutschen Allergikerselbsthilfeorganisation (Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)) nach Kriterien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erarbeitet. Die SIT ist eine kausale immunmodulierende Therapie. Durch die Gabe von Allergenextrakten werden spezifische blockierende Antikörper, toleranzinduzierende Zellen und Botenstoffe aktiviert, die eine weitere Verstärkung der durch Allergene ausgelösten Immunantwort verhindern, die spezifische Immunantwort blockieren und die Entzündungsreaktion im Gewebe dämpfen. Produkte zur subkutanen Immuntherapie (SCIT) oder sublingualen Immuntherapie (SLIT) sind aufgrund ihrer heterogenen Zusammensetzung derzeit nicht vergleichbar. Desgleichen sind die angegebenen Allergenkonzentrationen unterschiedlicher Hersteller aufgrund unterschiedlicher Methoden zur Messung der wirksamen Inhaltsstoffe zurzeit nicht vergleichbar. Zur SCIT werden nicht modifizierte Allergene als wässrige oder physikalisch gekoppelte (Semidepot-)Extrakte sowie chemisch modifizierte Extrakte (Allergoide) als Semidepotextrakte eingesetzt. Die Allergenextrakte zur SLIT werden als wässrige Lösungen oder Tabletten angewandt. Die klinische Wirksamkeit einer SIT wird mithilfe verschiedener Scores als primärer und sekundärer Zielparameter erfasst. Die European Medicines Agency (EMA) sieht für den primären Zielparameter einen kombinierten Symptom- und Medikationsscore vor. Für eine Vergleichbarkeit verschiedener Studienergebnisse ist zukünftig eine Harmonisierung der Auswertescores, z.B. durch den von der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) empfohlenen kombinierten Symptom- und Medikationsscore (CSMS), erstrebenswert. Die aktuellen CONSORT(„consolidated standards of reporting trials“-Empfehlungen der ARIA/ GA2LEN-Gruppe geben Standards fü die Auswertung, Darstellung und Veröfentlichung von Studienergebnissen vor. Präarate, die häfige Allergenquellen enthalten (Pollen der Süßräer oder von Birke, Erle und Hasel, Hausstaubmilben, Bienen- und Wespengift), bedüfen in Deutschland aufgrund der Therapieallergene-Verordnung (TAV) in jedem Fall der Zulassung. Im Zulassungsverfahren werden diese auf Qualitä, Sicherheit und Wirksamkeit üerprüt. Aus Sicht der Autoren sollten zugelassene Allergenpräarate mit dokumentierter Wirksamkeit und Sicherheit oder im Rahmen der TAV verkehrsfäige Präarate, die bereits in klinischen Studien nach World-Allergy-Organization(WAO)- oder EMA- Standards eine Wirksamkeit und Sicherheit dokumentiert haben, bevorzugt eingesetzt werden. Individualrezepturen dienen der Verordnung seltener Allergenquellen (z.B. Pollen von Esche, Beifußoder Ambrosia, Schimmelpilz Alternaria, Tierallergene) zur SIT. Sie könen nicht mit den TAV-Allergenen gemischt werden. Die allergische Rhinitis und ihre Folgeerkrankungen (wie Asthma bronchiale) verursachen volkswirtschaftlich enorme direkte und indirekte Kosten. Entsprechend werden die Therapieoptionen, insbesondere der SIT, sozioöonomisch anhand von Kosten-Nutzenund Kosten-Effektivitäs-Analysen beurteilt. Die SIT ist auf lägere Dauer betrachtet im Vergleich zur Pharmakotherapie bei allergischer Rhinitis und allergischem Asthma deutlich kosteneffektiver –ein Effekt, der stark von der Compliance der Patienten beeinflusst wird. Metaanalysen belegen eindeutig die Wirksamkeit von SCIT und SLIT fü bestimmte Allergene und Altersgruppen. Die Daten der kontrollierten Studien unterscheiden sich hinsichtlich ihres Umfangs, ihrer Qualitä und Dosierungsschemata und erfordern eine produktspezifische Bewertung. Es empfiehlt sich daher die Beurteilung der Einzelpräarate nach klar definierten Kriterien. Eine verallgemeinernde Üertragung der Wirksamkeit von Einzelpräaraten auf alle Präarate einer Applikationsform verbietet sich. Auf der Internetseite der DGAKI (www.dgaki.de/leitlinien/s2k-leitlinie-sit) finden sich Tabellen mit einer präaratespezifischen Darstellung der in Deutschland sowie in der Schweiz und Öterreich auf dem Markt befindlichen SIT-Produkte. Die Tabelle listet Studien fü Erwachsene und Kinder auf, das Jahr der Zulassung, den zugrunde gelegten Score, die Anzahl der randomisierten und ausgewerteten Patienten, und das Auswertungsverfahren (ITT, FAS, PP) fü Gräer- und Birkenpollen- sowie Hausstaubmilbenallergene sowie den Genehmigungsstatus fü die Durchfürung klinischer Studien. Die Wirksamkeit der SCIT ist bei der allergischen Rhinokonjunktivitis bei Pollenallergie im Erwachsenenalter durch zahlreiche Studien sehr gut und im Kindes- und Jugendalter durch wenige Studien belegt. Bei Hausstaubmilbenallergie im Erwachsenenalter ist die Wirksamkeit durch einige und im Kindesalter durch wenige kontrollierte Studien belegt. Bei Schimmelpilzallergie (insbesondere Alternaria) liegen unabhägig vom Alter nur wenige kontrollierte Studien vor. Bei einer Tierallergie (in erster Linie auf Katzenallergene) finden sich nur kleine Studien mit teilweise methodischen Mägeln. Zur Wirksamkeit bei atopischer Dermatitis zeigte sich bisher nur ein moderater und uneinheitlicher Therapieeffekt bei einer hohen Heterogenitä der durchgefürten Studien. Bei kontrolliertem Asthma bronchiale (Global Initiative for Asthma (GINA)2007) bzw. bei intermittierendem und geringgradig persistierendem Asthma (GINA 2005) ist die SCIT fü einzelne Präarate gut untersucht und als Therapieoption neben Allergenkarenz und Pharmakotherapie empfehlenswert, sofern ein eindeutiger kausaler Zusammenhang zwischen respiratorischen Symptomen und entsprechendem Allergen besteht. Die Wirksamkeit der SLIT ist bei der allergischen Rhinokonjunktivitis durch eine Gräerpollenallergie bei Erwachsenen und Kindern sehr gut und bei Baumpollenallergie bei Erwachsenen gut belegt. Bei der Hausstaubmilbenallergie belegen neue kontrollierte Studien mit teilweise hohen Patientenzahlen die Wirksamkeit der SLIT bei Erwachsenen. Im Vergleich zur allergischen Rhinokonjunktivitis finden sich nur begrenzt Studien zur Wirksamkeit der SLIT bei allergischem Asthma. Dabei zeigen neuere Studien eine Wirksamkeit auf die Asthmasymptome in der Subgruppe gräerpollenallergischer Kinder, Jugendlicher und Erwachsener mit Asthma und eine Wirksamkeit der SLIT bei primä hausstaubmilbenallergischem Asthma bei Jugendlichen ab einem Alter von 14 Jahren und bei Erwachsenen. Sekundäpräentive Aspekte, insbesondere die Reduktion von Neusensibilisierungen und ein vermindertes Asthmarisiko, sind wichtige Grüde, den Therapiebeginn im Kindes- und Jugendalter frü zu wälen. Dabei sollten solche Produkte berüksichtigt werden, fü die entsprechende Effekte gezeigt worden sind. Bei Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis kann eine SCIT oder SLIT mit Pollen- oder Milbenallergenextrakten durchgefürt werden, deren Wirksamkeit in mindestens einer doppelblind placebokontrollierten Studie gezeigt wurde. Derzeit erfolgen klinische Studien in den Indikationen Asthma und Hausstaubmilbenallergie, deren Ergebnisse teilweise publiziert sind bzw. noch ausstehen (vgl. DGAKI-Tabelle „enehmigte/ evtl. abgeschlossene Studien“via www.dgaki.de/leitlinien/ s2k-leitlinie-sit (nach www.clinicaltrialsregister. eu)). Bei der Indikationsstellung sind Faktoren, die die klinische Wirksamkeit erhöen, zu beachten. Unterschiede zwischen SCIT und SLIT sind in erster Linie bei den Kontraindikationen zu berüksichtigen. Auch bei Vorliegen von Kontraindikationen kann im begrüdeten Einzelfall eine Indikation zur SIT vorliegen. Die Injektionen zur SCIT sowie die Einleitung der SLIT werden von einem Arzt durchgefürt, der mit dieser Therapieform Erfahrung hat und bei einem allergologischen Zwischenfall zur Notfallbehandlung befäigt ist. Eine vorherige Aufkläung mit Dokumentation ist erforderlich („herapieinformationsblatt“ Abb. 5 und 6; als Handout auch via www.dgaki.de/leitlinien/s2k-leitlinie-sit). Die Therapie sollte entsprechend der Fach- und Gebrauchsinformation des Herstellers durchgefürt werden. Sofern die SIT nach der Indikationsstellung von einem anderen Arzt durch- oder weitergefürt wird, ist eine enge Zusammenarbeit erforderlich, um eine konsequente Umsetzung und risikoarme Durchfürung der Therapie sicherzustellen. Generell wird die Durchfürung sowohl der SCIT als auch der SLIT nur mit Präaraten empfohlen, fü welche ein entsprechender Nachweis der klinischen Wirksamkeit aus entsprechenden Studien vorliegt. Die Therapieadhäenz der SIT-Patienten ist unabhägig von der Applikationsform niedriger als von äztlicher Seite angenommen wird; sie ist allerdings fü den Therapieerfolg von entscheidender Bedeutung. Die Verbesserung der Adhäenz in der SIT ist eine der wichtigsten Aufgaben in der Zukunft, um eine kausale Wirksamkeit der Therapie zu gewärleisten. Das Auftreten schwerer, potenziell lebensbedrohlicher systemischer Reaktionen bei der SCIT ist mölich, aber bei Einhaltung aller Sicherheitsmaßahmen sehr selten. Die meisten unerwüschten Reaktionen sind leicht bis mittelschwer und lassen sich gut behandeln. Dosisabhägige unerwüschte lokale Symptome im Mund- und Rachenraum treten häfig bei der SLIT auf. Systemische Reaktionen hingegen sind zwar beschrieben, kommen aber deutlich seltener vor als bei der SCIT. Die SLIT zeigt im Hinblick auf anaphylaktische und andere schwere systemische Reaktionen ein besseres Sicherheitsprofil als die SCIT. Das Risiko und die Folgen unerwüschter systemischer Reaktionen im Rahmen einer SIT könen durch Schulung des Personals, Beachtung der Sicherheitsstandards und rasche Anwendung von Notfallmaßahmen –einschließich der früzeitigen Adrenalin-i.m.-Gabe –wirksam vermindert werden. Details der Akuttherapie und des Managements anaphylaktischer Reaktionen finden sich in der aktuellen Anaphylaxie- S2-Leitlinie der AWMF. Die SIT zeigt in vielen Bereichen (z.B. Allergencharakterisierung, neue Applikationswege, Adjuvanzien, schnellere und sichere Aufdosierung) einige innovative Entwicklungen, die teilweise bereits auf ihre klinische Wirksamkeit untersucht werden.Correspondence to:
Prof. Dr. Oliver Pfaar
HNO-Universitätsklinik Mannheim
und
Zentrum für Rhinologie and Allergologie
An den Quellen 10
D–65189 Wiesbaden, Deutschland
Email: [email protected]
Positionspapier
ARIA-Leitlinie 2019: Behandlung der allergischen Rhinitis im deutschen Gesundheitssystem
L. Klimek, C. Bachert, O. Pfaar, S. Becker, T. Bieber, R. Brehler, R. Buhl, I. Casper, A. Chaker, W. Czech, J. Fischer, T. Fuchs, M. Gerstlauer, K. Hörmann, T. Jakob, K. Jung, M.V. Kopp, V. Mahler, H. Merk, N. Mülleneisen, K. Nemat, U. Rabe, J. Ring, J. Saloga, W. Schlenter, C. Schmidt-Weber, H. Seyfarth, A. Sperl, T. Spindler, P. Staubach, S. Strieth, R. Treudler, C. Vogelberg, A. Wallrafen, W. Wehrmann, H. Wrede, T. Zuberbier, A. Bedbrook, G.W. Canonica, V. Cardona, T.B. Casale, W. Czarlewski, W.J. Fokkens, E. Hamelmann, P.W. Hellings, M. Jutel, D. Larenas-Linnemann, J. Mullol, N.G. Papadopoulos, S. Toppila- Salmi, T. Werfel und J. Bousquet
Price
42.00 $
Jahrgang 43 (2020) p. 43 - 72
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 2/2020, S. 43-72
ARIA-Leitlinie 2019: Behandlung der allergischen Rhinitis im deutschen Gesundheitssystem
L. Klimek1, C. Bachert2, O. Pfaar3, S. Becker4, T. Bieber5, R. Brehler6, R. Buhl7, I. Casper1, A. Chaker8, W. Czech9, J. Fischer10, T. Fuchs11, M. Gerstlauer12, K. Hörmann13, T. Jakob14, K. Jung15, M.V. Kopp16, V. Mahler17, H. Merk18, N. Mülleneisen19, K. Nemat20, U. Rabe21, J. Ring22, J. Saloga23, W. Schlenter24, C. Schmidt-Weber25, H. Seyfarth26, A. Sperl1, T. Spindler27, P. Staubach23, S. Strieth28, R. Treudler29, C. Vogelberg30, A. Wallrafen31, W. Wehrmann32, H. Wrede33, T. Zuberbier34, A. Bedbrook35, G.W. Canonica36, V. Cardona37, T.B. Casale38, W. Czarlewski39, W.J. Fokkens40, E. Hamelmann41, P.W. Hellings42, M. Jutel43, D. Larenas-Linnemann44, J. Mullol45, N.G. Papadopoulos46, S. Toppila-Salmi47, T. Werfel48 und J. Bousquet49
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 2Forschungslabor für obere Atemwege und Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universität Gent und Universitätsklinikum Gent, Belgien; Abteilung für HNO-Erkrankungen, CLINTEC, Karolinska-Institut, Universität Stockholm, Schweden, 3Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Sektion Rhinologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Philipps-Universität Marburg, 4Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universität Tübingen, 5Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universität Bonn, Christine Kühne – Zentrum für Allergieforschung und -bildung (CK-CARE) Davos-Augsburg-Bonn-St. Gallen-Zürich, St. Gallen, Schweiz, 6Klinik für Allergologie, Arbeitsmedizin und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, Münster, 7Schwerpunkt Pneumologie, III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Mainz, 8Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Zentrum für Allergie & Umwelt (ZAUM), Klinikum rechts der Isar, Technische Universität und Helmholtz- Zentrum München, 9Klinik für Dermatologie, Universität Freiburg, 10Klinik für Dermatologie, Eberhard Karls Universität Tübingen, 11Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Göttingen, 12Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, Medizinische Universität Augsburg, 13Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Mannheim, 14Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Campus Gießen, Justus-Liebig- Universität, Gießen, 15Gemeinschaftspraxis für Dermatologie, Erfurt, 16Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Lübeck, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Lungenzentrums (DZL), Lübeck, 17Med. Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, 18Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen, 19Asthma- und Allergiezentrum, Leverkusen, 20Klinik für Pädiatrie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 21Klinik für Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 22Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München; Christine Kühne-Zentrum für Allergieforschung und -bildung (CK-Care), Davos, Schweiz, 23Hautklinik, Universitätsmedizin Mainz, 24Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Medizinische Universität zu Lübeck, 25Zentrum für Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität München und Helmholtz-Zentrum München, 26Vorsitzender des Apothekenverbandes in Hessen, Hessischer Apothekerverband, Offenbach, 27Klinik für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Lungenzentrum Süd-West, Wangen im Allgäu, 28Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Mainz, 29Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, Leipziger interdisziplinäres Centrum für Allergologie – LICA, Leipzig, 30Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinderund Jugendmedizin, Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, 31Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes DAAB, Mönchengladbach, 32Dermatologische Gemeinschaftspraxis, Münster, 33Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Herford, Nordrhein-Westfalen, 34Klinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Charité-Universitätsmedizin Berlin, 35MACVIAFrance, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 36Allergie und Atemwegserkrankungen, DIMI, Universität Genua, Italien, 37Klinik für Innere Medizin, Universitätsklinikum Vall d‘Hebron, Barcelona, Spanien, 38Abteilung für Allergie und Immunologie, University of South Florida, Tampa, Florida, USA, 39Medizinische Beratung Czarlewski, Levallois, Frankreich, 40Abteilung Otorhinolaryngologie, Akademische Medizinische Zentren, Amsterdam, Niederlande, 41Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL, Bielefeld, 42Klinik für Hals-Nasen-Ohren- Heilkunde, Universitätskliniken Leuven, Belgien, 43Klinik für klinische Immunologie, Medizinische Universität Wroclaw und medizinisches Forschungsinstitut „ALL-MED“, Wroclaw (Breslau), Polen, 44Krankenhaus Médica Sur, México City, México, 45Unitat de Rinologia i Clínica de l‘Olfacte, Servei d‘ORL, Universitat de Barcelona, Klinische und experimentelle respiratorische Immunallergie, IDIBAPS, CIBERES, Barcelona, Spanien, 46Abteilung für Allergie, 2. Kinderklinik, Universität Athen, Griechenland, 47Haartman-Institut, Universität Helsinki, Finnland, 48Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 49MACVIA-LR CHU, Montpellier, Frankreich
Hintergrund: Die Anzahl der von Allergien betroffenen Patienten nimmt weltweit zu. Hiermit gehen erhebliche Kosten für die Gesundheits- und Sozialsysteme durch allergische Erkrankungen einher. Integrierte Versorgungskonzepte sind erforderlich, die innerhalb der nationalen Gesundheitssysteme eine umfassende Versorgung ermöglichen. Die ARIA-Initiative entwickelt international gültige Leitlinien für allergische Atemwegserkrankungen.
Methoden: ARIA dient der verbesserten Versorgung von Patienten mit Allergien und chronischen Atemwegserkrankungen. In Zusammenarbeit mit anderen internationalen Initiativen, nationalen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen im Bereich Allergien und Atemwegserkrankungen wurde eine realitätsnahe, integrative Versorgungsleitlinie („integrated care pathways“, ICPs) für eine digital unterstützte, integrative, individualisierte Behandlung von allergischer Rhinitis (AR) mit komorbidem Asthma entwickelt, die in der vorliegenden Arbeit auf das deutsche Gesundheitssystem übertragen wird.
Ergebnisse: Die vorliegende ICP-Versorgungsleitlinie umfasst wesentliche Bereiche der Versorgung von Patienten mit AR mit und ohne Asthma einschließlich der Sicht von Patienten und weiterer versorgungsnaher Gesundheitsdienstleister.
Diskussion: Eine umfassende ICP-Leitlinie kann die Versorgungsrealität wesentlich besser abbilden als herkömmliche Leitlinienmodelle.
Erstpublikation in Klimek L, Bachert C, Pfaar O et al. Allergo J Int. 2019; 28: 255-276.
https://doi.org/10.1007/s40629-019-00110-9Correspondence to:
Prof. Dr. Jean Bousquet
Centre Hospitalier Régional Universitaire de Montpellier (CHU)
371 Avenue du Doyen Gaston Giraud
34295 Montpellier Cedex 5, Frankreich
Email: [email protected]
Leitlinie
AWMF-Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021
J. Ring, K. Beyer, T. Biedermann, A. Bircher, M. Fischer, T. Fuchs, A. Heller, F. Hoffmann, I. Huttegger, T. Jakob, L. Klimek, M.V. Kopp, C. Kugler, L. Lange, O. Pfaar, E. Rietschel, F. Rueff, S. Schnadt, R. Seifert, B. Stöcker, R. Treudler, C. Vogelberg, T. Werfel, M. Worm, H. Sitter und K. Brockow
Price
42.00 $
Jahrgang 44 (2021) p. 356 - 388
Abstract
Allergologie, Jahrgang 44, Nr. 5/2021, S. 356-388
AWMF-Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021
J. Ring1, K. Beyer2, T. Biedermann1, A. Bircher3, M. Fischer4, T. Fuchs5, A. Heller6, F. Hoffmann7, I. Huttegger8, T. Jakob9, L. Klimek10, M.V. Kopp11, C. Kugler1, L. Lange12, O. Pfaar13, E. Rietschel14, F. Ruëff15, S. Schnadt16, R. Seifert17, B. Stöcker18, R. Treudler19, C. Vogelberg20, T. Werfel21, M. Worm22, H. Sitter23 und K Brockow1
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, München, 2Klinik für Pädiatrie m. S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 3Allergologische Poliklinik, Klinik für Dermatologie, Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz, 4Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, ALB FILS Kliniken Göppingen, Göppingen, 5Hautklinik Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, 6Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Augsburg, Augsburg, 7Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Ludwig-Maximilians- Universität München, München, 8Klinik für Pädiatrie, Universitätsklinikum Salzburg, Salzburg, Österreich, 9Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen, UKGM, Justus-Liebig-Universität, Gießen, 10Zentrum für Allergologie und Rhinologie Wiesbaden, Wiesbaden, 11Pädiatrische Pneumologie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Universität Bern, Schweiz, 12St. Marien-Hospital Bonn, Bonn, 13Sektion Rhinologie und Allergologie, HNO-Universitätsklinik Marburg, Medizinische Fakultät Marburg, Philipps-Universität Marburg, Marburg, 14Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Universitätsklinikum Köln, Köln, 15Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians- Universität, München, 16Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), Mönchengladbach, 17Institut für Pharmakologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 18Praxis für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Poppelsdorfer Allee, Bonn, 19Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsmedizin Leipzig, Leipzig, 20Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, 21Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 22Klinik für Dermatologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 23Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität Marburg, Marburg
Erstpublikation in Ring J, Beyer K, Biedermann T et al. Allergo J Int. 2021; 30: 1-25.
https://doi.org/10.1007/s40629-020-00158-yCorrespondence to:
Prof. Dr. Dr. Johannes Ring
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
80802 München
Email: [email protected]
Leitlinie
S3-Leitlinie Allergieprävention
M.V. Kopp, C. Muche-Borowski, M. Abou-Dakn, B. Ahrens, K. Beyer, K. Blümchen, P. Bubel, A. Chaker, M. Cremer, R. Ensenauer, M. Gerstlauer, U. Gieler, I.M. Hübner, F. Horak, L. Klimek, B.V. Koletzko, S. Koletzko, S. Lau, T. Lob-Corzilius, K. Nemat, E.M.J. Peters, A. Pizzulli†, I. Reese, C. Rolinck-Werninghaus, E. Rouw, B. Schaub, S. Schmidt, J.O. Steiß, A.K. Striegel, Z. Szépfalusi, D. Schlembach, T. Spindler, C. Taube, V. Trendelenburg, R. Treudler, U. Umpfenbach, C. Vogelberg, M. Wagenmann, A. Weißenborn, T. Werfel, M. Worm, H. Sitter und E. Hamelmann
Jahrgang 45 (2022) p. 153 - 194
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 3/2022, S. 153-194
S3-Leitlinie Allergieprävention*
M.V. Kopp1**, C. Muche-Borowski2, M. Abou-Dakn3, B. Ahrens4, K. Beyer5, K. Blümchen4, P. Bubel6, A. Chaker7, M. Cremer8, R. Ensenauer9, M. Gerstlauer10, U. Gieler11, I.M. Hübner12, F. Horak13, L. Klimek14, B.V. Koletzko15, S. Koletzko16, S. Lau5, T. Lob-Corzilius17, K. Nemat18, E.M.J. Peters11, A. Pizzulli†19, I. Reese20, C. Rolinck-Werninghaus21, E. Rouw22, B. Schaub23, S. Schmidt24, J.O. Steiß25, A.K. Striegel26, Z. Szépfalusi27, D. Schlembach28, T. Spindler29, C. Taube30, V. Trendelenburg5, R. Treudler31, U. Umpfenbach32, C. Vogelberg33, M. Wagenmann34, A. Weißenborn35, T. Werfel36, M. Worm37, H. Sitter38 und E. Hamelmann39**
1Airway Research Center North, Universität zu Lübeck, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Bern, Schweiz, 2Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 3Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Tempelhof, 4Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Frankfurt, 5Immunologie und Intensivmedizin, Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 6HNO-Facharztpraxis, Eisleben, 7HNO-Klinik, Klinikum rechts der Isar, TU München, München, 8Ökotrophologin, Journalistin, Idstein/Taunus, 9Institut für Kinderernährung, Max Rubner-Institut, Karlsruhe, 10Kinderklinik, Universitätsklinikum Augsburg, 11Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des UKGM, Universitätsklinik, Giessen, 12Arbeitsgemeinschaft Dermatologiche Prävention e.V., Hamburg, 13Allergiezentrum Wien West, Wien, Österreich, 14Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 15Integriertes Sozialpädiatrisches Zentrum, Dr. von Haunerschen Kinderspital, LMU Klinikum der Universität München, München, 16Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung, Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU Klinikum der Universität München, München, 17Kinder- und Jugendmedizin, Christliches Kinderhospital Osnabrück, 18Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt, Dresden, 19Schwerpunktpraxis für Allergologie und Lungenheilkunde im Kinder- und Jugendalter, Berlin, 20Ernährungsberatung und -therapie mit Schwerpunkt Allergologie, München, 21Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Berlin, 22Kinderarztpraxis, Bühl, 23Asthma- und Allergieambulanz, Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU Klinikum der Universität, München, 24Allgemeine Pädiatrie, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, 25Facharztpraxis für Kinder- und Jugendmedizin, Fulda, 26Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum, Köln, 27Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, 28Klinik für Geburtsmedizin, Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin, 29Hochgebirgsklinik Davos, Schweiz, 30Klinik für Pneumologie, Ruhrlandklinik, Westdeutsches Lungenzentrum am Universitätsklinikum, Essen, 31Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Leipziger Allergie-Centrum LICA – CAC, Universitätsmedizin, Leipzig, 32Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Dülken, 33Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität, Dresden, 34HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, 35Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, 36Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 37Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Campus Charité Mitte, Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 38Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität, Marburg, 39Kinder-Zentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum OWL, Universität Bielefeld, Bielefeld
Hintergrund: Die anhaltend hohe Prävalenz allergischer Erkrankungen in westlichen Industrienationen und die eingeschränkten Möglichkeiten einer kausalen Therapie machen eine evidenzbasierte Primärprävention notwendig. Methoden: Die Empfehlungen der in letzter Fassung 2014 veröffentlichten S3-Leitlinie Allergieprävention wurden auf der Basis einer aktuellen systematischen Literatursuche überarbeitet und konsentiert. Die Evidenzsuche erfolgte für den Zeitraum 06/2013 – 11/2020 in den elektronischen Datenbanken Cochrane und MEDLINE, sowie in den Referenzlisten von aktuellen Übersichtsarbeiten und durch Hinweise von Experten. Die aufgefundene Literatur wurde in zwei Filterprozessen zunächst nach Titel und Zusammenfassung und die verbliebenen Arbeiten im Volltext auf Relevanz hin überprüft. Die danach eingeschlossenen Studien wurden nach Evidenzgrade geordnet und die Studienqualität i.S. des Verzerrungspotenzials (niedrig/hoch) angegeben. Die überarbeiteten Empfehlungen wurden unter Beteiligung von Vertretern der relevanten Fachgesellschaften und (Selbsthilfe-)Organisationen formal abgestimmt und konsentiert (nominaler Gruppenprozess). Von 5.681 Treffern wurden 286 Studien eingeschlossen und bewertet. Ergebnisse: Einen wichtigen Stellenwert in der aktualisierten Leitlinie nehmen wieder Empfehlungen zur Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie des Säuglings in den ersten Lebensmonaten ein: Dabei wurden viele der bisherigen Empfehlungen durch die aktuelle Datenlage bestätigt. Präzisiert wurde, dass für den Zeitraum der ersten 4 – 6 Monate nach Geburt nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden soll und auch mit Einführung von Beikost weitergestillt werden soll. Neu ist die Empfehlung, dass eine Zufütterung von kuhmilchbasierter Formulanahrung in den ersten Lebenstagen bei Stillwunsch der Mutter vermieden werden sollte. Ferner wurde festgestellt, dass die Evidenz für eine klare positive Empfehlung für hydrolysierte Säuglingsnahrung bei nicht gestillten Risikokindern aktuell nicht mehr ausreicht. Aktuell wird daher empfohlen zu prüfen, ob bis zur Einführung von Beikost eine Säuglingsanfangsnahrung mit in Studien zur Allergieprävention nachgewiesener Wirksamkeit verfügbar ist. Schließlich wurden auf Basis der EAACI-Leitlinie zur Prävention der Hühnereiallergie die Empfehlung ausgesprochen, durcherhitztes (zum Beispiel verbackenes oder hartgekochtes), aber nicht „rohes“ Hühnerei (auch kein Rührei) mit der Beikost einzuführen und regelmäßig weiter zu geben. Die Empfehlung zur Einführung von Erdnuss in der Beikost wurde für den deutschsprachigen Raum zurückhaltend formuliert: In Familien mit bereits bestehendem regelmäßigem Erdnusskonsum kann zur Prävention einer Erdnussallergie bei Säuglingen mit atopischer Dermatitis (AD) die regelmäßige Gabe von erdnusshaltigen Nahrungsmitteln in altersgerechter Form (zum Beispiel Erdnussbutter) mit der Beikost erwogen werden. Vor der Einführung muss insbesondere bei Säuglingen mit moderater bis schwerer AD eine klinisch relevante Erdnussallergie ausgeschlossen werden. Für eine allergiepräventive Wirksamkeit von Präbiotika oder Probiotika, Vitamin D oder anderen Vitaminen in Form von Präparaten fehlt weiterhin ausreichende Evidenz, sodass in der aktuellen Leitlinie erstmals Empfehlungen gegen deren Supplementierung verabschiedet wurden. Die Biodiversität spielt für die Entwicklung einer immunologischen Toleranz gegenüber Umwelt- und Nahrungsmittelallergenen eine wichtige Rolle: So gibt es deutliche Hinweise darauf, dass das Aufwachsen auf dem Bauernhof mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung von Asthma und allergischen Erkrankungen assoziiert ist. Dies wird mit einer frühzeitigen unspezifischen Immunstimulation unter anderem durch die größere mikrobielle Biodiversität des Hausstaubs in diesem Lebensraum in Verbindung gebracht. Dieser Aspekt spiegelt sich auch in den Empfehlungen zur Tierhaltung wie der, zu der eine differenzierte Stellungnahme erfolgte: In Familien ohne erkennbares erhöhtes Allergierisiko soll die Haustierhaltung mit Katzen oder Hunden nicht generell eingeschränkt werden. Familien mit erhöhtem Allergierisiko (d. h. Vater, Mutter oder Geschwisterkind sind von einer atopischen Erkrankung betroffen) oder Familien mit Kindern mit bereits bestehender atopischer Dermatitis sollten eine Katze nicht neu anschaffen – im Gegensatz dazu sollte von einer Hundehaltung jedoch nicht abgeraten werden. Interventionen zur Reduktion der Exposition gegenüber Hausstaubmilbenallergenen im Haushalt, zum Beispiel die Verwendung milbenallergendichter Matratzenüberzüge („encasings“), sollten nicht mit dem Ziel einer primären Allergieprävention erfolgen. Kinder, die durch einen Kaiserschnitt geboren wurden, haben ein geringfügig erhöhtes Asthmarisiko – dies soll bei der Beratung zum Geburtsmodus außerhalb von Notfallsituationen berücksichtigt werden. Auch aktuelle Arbeiten stützen die Empfehlungen zu Luftschadstoffen: Die aktive und passive Exposition gegenüber Tabakrauch erhöhen das Allergierisiko und sind deshalb zu vermeiden. Die Exposition gegenüber Stickoxiden, Ozon und Feinstaub der Partikelgröße < 2,5 Mikrometer (PM 2,5) ist mit einem erhöhten Risiko, besonders für Asthma, verbunden. Daher sollte die Exposition gegenüber Emissionen gegenüber Stickoxiden, Ozon und Feinstaub (PM 2,5) gering gehalten werden. Die Autor/-innen dieser Leitlinie sprechen sich einhellig für den Erlass entsprechender Verordnungen zur Minimierung dieser Luftschadstoffe aus. Es gibt keine Belege, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen, umgekehrt aber Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko senken können. Alle Kinder, auch Risikokinder, sollen auch aus Gründen der Allergieprävention nach den aktuellen Empfehlungen der STIKO geimpft werden. Schlussfolgerung: Die Konsentierung von Empfehlungen in dieser Leitlinie beruht auf einer umfangreichen Evidenzgrundlage. Die Aktualisierung der Leitlinie ermöglicht evidenzbasierte und aktuelle Empfehlungen zur Prävention allergischer Erkrankungen.Correspondence to:
Prof. Dr. Matthias Kopp
Medizinbereich Kinder und Jugendliche
Insel Gruppe AG, Inselspital, Universität Bern
Freiburgstrasse 15, 3010 Bern, Schweiz
und
Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann
Kinder-Zentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel
Universität Bielefeld
Burgsteig 13
33617 Bielefeld
Email: [email protected] und [email protected]
Leitlinie
Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen
O. Pfaar, T. Ankermann, M. Augustin, P. Bubel, S. Böing, R. Brehler, P.A. Eng, P.J. Fischer, M. Gerstlauer, E. Hamelmann, T. Jakob, J. Kleine-Tebbe, M.V. Kopp, S. Lau, N. Mülleneisen, C. Müller, K. Nemat, W. Pfützner, J. Saloga, K. Strömer, P. Schmid-Grendelmeier, A. Schuster, G.J. Sturm, C. Taube, Z. Szépfalusi, C. Vogelberg, M. Wagenmann, W. Wehrmann, T. Werfel, S. Wöhrl, M. Worm und B. Wedi
Jahrgang 45 (2022) p. 643 - 702
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 9/2022, S. 643-702
Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen
O. Pfaar1, T. Ankermann2, M. Augustin3, P. Bubel4, S. Böing5, R. Brehler6, P.A. Eng7, P.J. Fischer8, M. Gerstlauer9, E. Hamelmann10, T. Jakob11, J. Kleine-Tebbe12, M.V. Kopp13, S. Lau14, N. Mülleneisen15, C. Müller16, K. Nemat17,18, W. Pfützner19, J. Saloga20, K. Strömer21, P. Schmid-Grendelmeier22, A. Schuster23, G.J. Sturm24, C. Taube25, Z. Szépfalusi26, C. Vogelberg27, M. Wagenmann28, W. Wehrmann29, T. Werfel30, S. Wöhrl31, M. Worm32 und B. Wedi30
1Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg, Philipps Universität Marburg, Marburg, 2Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Städtisches Krankenhaus Kiel GmbH, Kiel, 3Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 4HNO Praxis Dr. Bubel, Lutherstadt Eisleben, 5Schwerpunktpraxis Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie und Schlafmedizin Düsseldorf/Meerbusch, Standort Meerbusch, Meerbusch, 6Universitätsklinikum Münster, Klinik für Hautkrankheiten, Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Münster, 7Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Klinik für Kinder und Jugendliche, Aarau und Löwenpraxis Luzern, Schweiz, 8Praxis für Kinder- und Jugendmedizin m. S. Allergologie und Kinderpneumologie, Schwäbisch Gmünd, 9Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderpulmologie und -allergologie, Universitätsklinikum Augsburg, Augsburg, 10Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Zentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL, Universität Bielefeld, Bielefeld, 11Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen (UKGM), Justus Liebig Universität Gießen, Gießen, 12Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 13Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern, Universität Bern, Bern, Schweiz, 14Klinik für Pädiatrie m. S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 15Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, Leverkusen, 16Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Freiburg, Freiburg, 17Pädiatrische Pneumologie und Allergologie (Arztpraxis), Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt (Kid), Dresden, 18Universitäts AllergieCentrum Dresden, Universitätsklinikum Dresden (UKD), Dresden, 19Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Marburg, 20Hautklinik, Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg- Universität Mainz, Mainz, 21Dermatologische Privatpraxis, Ahaus, 22Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz, 23Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, 24Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Österreich; Allergieambulatorium Reumannplatz, Wien, Österreich, 25Klinik für Pneumologie, Universitätsmedizin Essen – Ruhrlandklinik, Essen, 26Klinische Abteilung für Pädiatrische Pulmologie, Allergologie und Endokrinologie, Universitäts Klinik für Kinder und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, 27Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dresden, 28Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, 29MVZ Dermatologie und Dermatochirurgie, Münster, 30Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 31Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ), Wien, Österreich, 32Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin, Berlin
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren:


Zitierung:
Pfaar O, et al. Guideline on allergen immunotherapy in IgE-mediated allergic diseases. Allergol Select. 2022; 6: 167-232. DOI 10.5414/ALX02331ECorrespondence to:
Prof. Dr. med. Oliver Pfaar
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Standort Marburg
Baldingerstraße
35043 Marburg
Email: [email protected]
Allergieprävention
Nahrungsmittelsupplemente in der Allergieprävention
M.V. Kopp und J.-O. Steiß
Price
42.00 $
Jahrgang 45 (2022) p. 780 - 787
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 11/2022, S. 780-787
Nahrungsmittelsupplemente in der Allergieprävention
M.V. Kopp1#2 und J.-O. Steiß3
1Medizinbereich Kinder und Jugendliche, Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Universität Bern, Bern, Schweiz, 2Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), Lübeck, 3Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Gießen
Die Gabe von Prebiotika und/oder Probiotika, die Supplementation von Vitamin D und anderen Vitaminpräparaten sowie die Supplementation mehrfach ungesättigter Fettsäuren aus Gründen der Allergieprävention ist in den vergangenen Jahren sehr kontrovers diskutiert worden. Mittlerweile liegen Informationen aus großen, prospektiv durchgeführten Interventionsstudien vor. Für keine der aufgeführten Strategien einer Nahrungsmittelsupplementation fand sich ausreichende Evidenz für einen sicheren Effekt im Hinblick auf Prävention eines atopischen Ekzems, einer allergischen Rhinokonjunktivitis oder einer Nahrungsmittelallergie. In der aktuellen Leitlinie zur Allergieprävention sind die Statements und Empfehlungen zur Nahrungsmittelsupplementation entsprechend zurückhaltend ausgefallen.Correspondence to:
Prof. Dr. Matthias Kopp
Medizinbereich Kinder und Jugendliche
Insel Gruppe AG, Inselspital, Universität Bern
Freiburgstrasse 15
3010 Bern, Schweiz
Email: [email protected]