Pneumologische Rehabilitation: Welche Therapiekomponenten sind evidenzbasiert?
Editorial
K. Schultz und K. Kenn
Price
42.00 $
Jahrgang 30 p. 420 - 421
Abstract
K. Schultz und K. Kenn
Pneumologische Rehabilitation galt in Deutschland lange Zeit nur fraglich als effektiv und wurde von der Akutmedizin oft belächelt. In den letzten Jahren konnte jedoch deren Effektivität und damit ihr Stellenwert, speziell als wichtige Therapiekomponente bei der COPD [1, 2], gut belegt werden. Insbesondere kann die positive Auswirkung auf die Lebensqualität bei COPD-Patienten als gesichert gelten [3]. Gemäß der internationalen GOLD-Leitlinie [4] besteht die Indikation zur Rehabilitation regelhaft ab dem Schweregrad 2 der COPD (moderat).
Entsprechend sind in der aktuellen COPD-Leitlinie [5] der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie folgende “gesicherte positive Effekte der pneumologischen Rehabilitation” tabellarisch mit “Evidenzgraden” aufgelistet, wobei “umfassende interdisziplinäre Rehabilitationsprogramme und deren Analysen berücksichtigt” wurden (Tab. 1).
Aus der Effektivität des Komplexangebots folgt aber automatisch die Frage nach der “Evidenz” für die einzelnen Therapiekomponenten [6].
“Evidenzbasierte Medizin (EBM) ist der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten. Die Praxis der EBM bedeutet die Integration individueller klinischer Expertise mit der bestmöglichen externen Evidenz aus systematischer Forschung” [7].
Das Symposium “Pneumologische Rehabilitation: Welche Therapiekomponenten sind evidenzbasiert?”, das im Rahmen des 45. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie am 11. März 2004 in Frankfurt stattfand, hat sich dieser Frage gestellt. Die Autoren, die über eine anerkannt große Expertise zu den von ihnen referierten Therapiekomponenten verfügen, haben die entsprechende Literatur vor dem Hintergrund der eigenen klinischen Erfahrung systematisch gesichtet und bewertet.
Folgende Definitionen [8] zur Evidenzstärke und dem daraus resultierenden Empfehlungsgrad liegen der Betrachtung zu Grunde (Tab. 2).
Mit diesem Symposium sollte ein Anstoß gegeben werden, die therapeutischen Optionen, die eine qualifizierte Rehabilitation, ob ambulant oder stationär, für pneumologische Patienten einbringen kann, in ein neues und von möglichst viel Evidenz geprägtes Licht zu rücken. Ziel war es, den Stellenwert von nicht-medikamentösen Therapieverfahren und Rehabilitation beim Langzeitmanagement von chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane besser zu definieren und – wenn berechtigt – aufzuwerten.
Die Sektion Prävention und Rehabilitation versteht dies zugleich als Aufruf, das eigene tägliche Tun unter solchen Aspekten kritisch zu bewerten und zu überprüfen, um somit in Zukunft der qualitativ hochwertigen pneumologischen Rehabilitation endgültig die Position zuzuordnen, die ihr auch ansteht – nämlich ein unverzichtbarer Teil bei der Behandlung vieler pneumologischer Krankheitsbilder zu sein. Dies letztlich zum Wohle der uns anvertrauten Patienten.
Literatur
[1]
Lacasse Y., L. Brosseau, S. Milne, S. Martin, E. Wong, G.H. Guyatt, R.S. Goldstein, J. White: Pulmonary rehabilitation for chronic obstructive pulmonary disease (Cochrane Review). In: The Cochrane Library, Issue 2. John Wiley & Sons, Chichester 2004.
[2]
Fahy B.F.: Pulmonary rehabilitation for chronic obstructive pulmonary disease: a scientific and political agenda. Respir. Care 49, 28-38 (2004).
[3]
Sin D.D., F.A. McAlister, S.F. Man, N.R. Anthonisen: Contemporary management of chronic obstructive pulmonary disease: scientific review. JAMA 290, 2301-2312 (2003).
[4]
Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD): Global strategy for diagnosis, management and prevention of chronic obstructive pulmonary disease (updated 2003). National Institutes of Health. National Heart, Lung and Blood Institute.
[5]
Worth H., R. Buhl, U. Cegla, C.P. Criée, A. Gillessen, P. Kardos, D. Köhler, A. Magnussen, R. Meister, D. Novak, W. Petro, K.F. Rabe, G. Schultze-Werninghaus, H. Sitter, H. Teschler, T. Welte, R. Wettengel: Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie zu Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). Pneumologie 56, 704-738 (2002).
[6]
Lacasse Y., G.H. Guyatt, R.S. Goldstein: The components of a respiratory program: a systemic overview. Chest 111, 1077-1088 (1997).
[7]
Sackett D.L., W.M.C. Rosenberg, J.A.M. Gray, R.B. Haynes, W.S. Richardson: Evidence-based medicine: what it is and what it is’nt. BMJ 312, 71-72 (1996).
[8]
Shekelle P.G., S.H. Wolf, H. Eccles et al.: Education and debate – Clinical Guidelines – Developing Guidelines. BMJ 318, 593-596 (1999).Correspondence to:
Dr. med. K. Kenn
Klinikum Berchtesgadener Land
Malterhöhe 1
D-87471 Schönau am Königsee
Email: [email protected]
Pneumologische Rehabilitation: Welche Therapiekomponenten sind evidenzbasiert?
Trainingstherapie trotz Indikation zur nicht-invasiven Beatmung
K. Kenn
Price
42.00 $
Jahrgang 30 p. 456 - 459
Abstract
K. Kenn
Abteilung für Pneumologie, Klinikum Berchtesgadener Land,Schönau am Königsee
Die Indikation zur nicht-invasiven Beatmung (nIV) wird bei Patienten in fortgeschrittenen Stadien von Lungenerkrankungen bzw. beim Vorliegen neuromuskulärer Störungen mit Erschöpfung der Atempumpe zur Therapie der zunehmenden ventilatorischen Insuffizienz gestellt. In der Regel ist die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit solcher Patienten derart reduziert, daß über die minimale Alltagsaktivität hinaus eine körperliche Rekonditionierung unmöglich erscheint und daher auch nicht verordnet wird. Erste vorläufige Daten prospektiver Studien zur Verbesserung der Belastbarkeit durch eine Kombination von Trainingstherapie und nicht-invasiver Beatmung in fortgeschrittenen Stadien von Lungenerkrankungen liegen vor. Die Studiendesigns und Fragestellungen dieser Untersuchungen sind sehr unterschiedlich, zeigen jedoch, daß die Kombination von nIV-Therapie mit einer gezielten Trainingsbehandlung sowohl Belastungsdyspnoe als auch körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Behandelten positiv beeinflussen können. Es stellt sich die Frage, welche Patientengruppen für einen solch speziellen und aufwendigen Therapieansatz in Frage kommen und wo die Grenzen für diese neue Behandlung zu sehen sind.Correspondence to:
Dr. med. K. Kenn
Klinikum Berchtesgadener Land
Malterhöhe 1
D-87471 Schönau am Königsee
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Originalarbeit
Anstrengungsatemnot – immer nur Asthma?
K. Kenn und I. Heinzelmann
Price
42.00 $
Jahrgang 23 p. 13 - 17
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 23, Nr. 1/2011, S. 13-17
Anstrengungsatemnot – immer nur Asthma?
K. Kenn und I. Heinzelmann
Fachzentrum für Pneumologie, Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau am Königssee
Vocal Cord Dysfunction (VCD) wird häufig als Belastungsasthma (Exercise-induced Asthma) fehldiagnostiziert, mit der Folge einer überflüssigen und nicht erfolgreichen medikamentösen Therapie. Beiden Erkrankungen liegt eine unter Belastung auftretende Atemnot zugrunde, die sich jedoch in der Lokalisation des Engegefühls (Hals/Lunge), der Phase der Atmung, in der die Atemnot auftritt (Ein-/Ausatmung), und ihrer Akuität (hoch/ mittelgradig) unterscheidet. Die Limitation der Atmung zeigt sich bei der VCD in unterschiedlichen Schweregraden und wird durch eine paradoxe Adduktion der Stimmbänder verursacht. Besonders häufig sind Frauen und Spitzensportler betroffen, deren sportliche Karriere durch diese Erkrankung bedroht wird. Durch Auftreten unbeherrschbarer Atemnotzustände kann es im weiteren Verlauf zu Angst- und Paniksymptomen kommen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich reduzieren. Allein durch das Erlernen geeigneter Atemtechniken und bestimmter Verhaltensregeln ist eine nichtmedikamentöse Therapie der Erkrankung möglich. Durch umfangreiches Informieren von Trainern, Sportmedizinern und Physiotherapeuten soll das Krankheitsbild der VCD höheren Bekanntheitsgrad erlangen und Betroffenen eine schnelle und zielgerichtete Therapie ermöglichen.Correspondence to:
Dr. K. Kenn
Fachzentrum für Pneumologie
Schön Klinik Berchtesgadener Land
Malterhöh 1
D–83471 Schönau am Königssee
Email: [email protected]
Übersicht
Anstrengungsatemnot – immer nur Asthma?
K. Kenn und I. Heinzelmann
Price
42.00 $
Jahrgang 37 p. 374 - 378
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 37, Nr. 9/2011, S. 374–378
Anstrengungsatemnot – immer nur Asthma?
K. Kenn und I. Heinzelmann
Fachzentrum für Pneumologie, Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau am Königssee
Vocal Cord Dysfunction (VCD) wird häufig als Belastungsasthma (Exercise-induced Asthma) fehldiagnostiziert, mit der Folge einer überflüssigen und nicht erfolgreichen medikamentösen Therapie. Beiden Erkrankungen liegt eine unter Belastung auftretende Atemnot zugrunde, die sich jedoch in der Lokalisation des Engegefühls (Hals/Lunge), der Phase der Atmung, in der die Atemnot auftritt (Ein-/Ausatmung), und ihrer Akuität (hoch/ mittelgradig) unterscheidet. Die Limitation der Atmung zeigt sich bei der VCD in unterschiedlichen Schweregraden und wird durch eine paradoxe Adduktion der Stimmbänder verursacht. Besonders häufig sind Frauen und Spitzensportler betroffen, deren sportliche Karriere durch diese Erkrankung bedroht wird. Durch Auftreten unbeherrschbarer Atemnotzustände kann es im weiteren Verlauf zu Angst- und Paniksymptomen kommen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich reduzieren. Allein durch das Erlernen geeigneter Atemtechniken und bestimmter Verhaltensregeln ist eine nichtmedikamentöse Therapie der Erkrankung möglich. Durch umfangreiches Informieren von Trainern, Sportmedizinern und Physiotherapeuten soll das Krankheitsbild der VCD höheren Bekanntheitsgrad erlangen und Betroffenen eine schnelle und zielgerichtete Therapie ermöglichen.Correspondence to:
Dr. med. K. Kenn
Fachzentrum für Pneumologie
Schön Klinik Berchtesgadener Land
Malterhöh 1
D–83471 Schönau am Königssee
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Originalarbeit
Sind COPD-Patienten nach pneumologischer Rehabilitation aktiver?
I. Heinzelmann, R. Glöckl und K. Kenn
Price
42.00 $
Jahrgang 23 p. 168 - 173
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 23, Nr. 4/2011, S. 168–173
Sind COPD-Patienten nach pneumologischer Rehabilitation aktiver?
I. Heinzelmann, R. Glöckl und K. Kenn
Fachklinik für Pneumologie, Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau am Königssee
Sowohl die körperliche Leistungsfähigkeit als auch die tägliche Aktivität sind bei COPD-Patienten reduziert. Im Verlauf der Erkrankung bedeutet dies für den Patienten meist eine verminderte Teilhabe am aktiven Leben, die einen negativen Einfluss auf die Lebensqualität mit sich bringt. Im Rahmen pneumologischer Rehabilitation wird die Voraussetzung zu mehr Aktivität im Alltag des Patienten geschaffen, um die Lebensqualität jedes einzelnen zu verbessern. Durch Training der körperlichen Leistungsfähigkeit und durch psychische Unterstützung werden zwei zentrale Einflussfaktoren der Alltagsaktivität durch Rehabilitation optimiert. Doch Rehabilitation allein bringt nicht automatisch den gewünschten Effekt der Aktivitätssteigerung. Eine Untersuchung hat zum Beispiel gezeigt, dass sich nach Rehabilitation zwar die Leistungsfähigkeit und psychische Komponenten in relevantem Ausmaß verbesserten, die körperliche Aktivität jedoch zunächst unverändert blieb und erst später, zeitversetzt signifikant anstieg [1]. Um also tatsächlich mehr Bewegung im Alltag zu erreichen, muss beim Patienten eine durchgreifende Verhaltensänderung stattfinden, die es ermöglicht, die neu gewonnenen Fähigkeiten bewusst wahrzunehmen und im Alltag auch zu nutzen und einzusetzen. Durch Messung verschiedener Bewegungsparameter über mehrere Tage mithilfe von Aktivitätsmessgeräten kann zunächst eine Einschätzung des individuellen Aktivitätsprofils erfolgen. Anhand dessen lassen sich die Tage detektieren, an denen der Patient überdurchschnittlich aktiv gewesen ist, die dann mittels positiver Verstärkung zur Motivation genutzt werden können. Dieses „Activity monitoring“ kann somit als Grundlage zur Bewegungsmotivation dienen und den Weg zu einem aktiveren Lebensstil einleiten und unterstützen. Jedem Patienten sollte in der Rehabilitation die herausragende Bedeutung täglicher Aktivität bewusst gemacht und als „take home message“ mit auf den Weg gegeben werden, um möglichst langfristig die Mobilität und damit die Lebensqualität zu erhalten.Correspondence to:
Inga Heinzelmann
Fachzentrum für Pneumologie
Schön Klinik Berchtesgadener Land
Malterhöh 1
D–83471 Schönau am Königssee
Email: [email protected]
Die Versorgungskette bei Patienten mit COPD – aktuelle ärztliche und therapeutische Maßnahmen I
Ist das peinlich!? Die Rolle von Scham bei COPD
K. Kühl, K. Kenn, W. Rief und N. Stenzel
Price
42.00 $
Jahrgang 38 p. 333 - 341
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 38, Nr. 8/2012, S. 333–341
Ist das peinlich!? Die Rolle von Scham bei COPD
K. Kühl1, K. Kenn2, W. Rief1 und N. Stenzel1
1Philips-Universität Marburg, 2Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau
Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) führt bei den Betroffenen nicht nur zu erheblichen körperlichen Beschwerden, sondern hat zusätzlich einen großen Einfluss auf den Alltag und das soziale Umfeld der Patienten. Erste qualitative Studien finden Hinweise, dass die Patienten große Scham im Bezug auf ihre Erkrankung empfinden (v.a. aufgrund der deutlich sichtbaren Krankheitssymptome sowie im Falle einer Langzeitsauerstofftherapie) und dass diese mit Depressivität und sozialem Rückzug einhergehen. Ziel der Studie war es, quantitativ zu untersuchen, in welchem Ausmaß COPD-Patienten Scham im Zusammenhang mit der Sauerstofftherapie oder im Bezug auf ihre Krankenrolle erleben, sowie zu prüfen, ob das Schamerleben, neben dem Krankheitsstatus sowie der COPD-bedingten Beeinträchtigung der Patienten einen Einfluss auf die psychische Symptomatik hat (Ängstlichkeit, Depressivität). An der Studie nahmen 165 COPD-Patienten (GOLD-Stadium II – IV) teil. In einer MANOVA zeigten sich keine Unterschiede im Ausmaß des Schamerlebens in Abhängigkeit vom Geschlecht oder COPD-Stadium. Es ergaben sich signifikante Korrelationen des Schamerlebens zu Ängstlichkeit, Depressivität und Lebensqualität. Im Rahmen einer multiplen Regression leistete das Schamerleben der Patienten einen bedeutsamen Beitrag zur Vorhersage der Angst- und Depressionssymptomatik, auch bei Kontrolle der physiologischen Variablen (Gehstrecke, FEV1) sowie der COPD-bedingten Beeinträchtigung. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des subjektiven Schamerlebens für die emotionale Befindlichkeit von COPD-Patienten. In zukünftigen Studien ist zu prüfen, ob erhöhtes Schamerleben in Bezug auf Sauerstoff- Therapie auch die Compliance bezüglich Sauerstofftherapie beeinflusst.Correspondence to:
Dr. Kerstin Kühl
AG Klinische Psychologie und Psychotherapie
Fachbereich Psychologie
Philipps-Universität Marburg
Gutenbergstraße 18
D-35032 Marburg
Email: [email protected]
Lunge und Psyche
Editorial
K. Kenn und R.W. Hauck
Jahrgang 44 (2018) p. 233 - 234
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 44, Nr. 5/2018, S. 233-234
Editorial
K. Kenn und R.W. Hauck
Lungenfunktionsdiagnostik, Teil 2
Lungenfunktionsbefunde bei intermittierenden, funktionellen oberen Atemwegsobstruktionen (Vocal Cord Dysfunction)
K. Kenn und R.A. Koczulla
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2020) p. 206 - 211
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 46, Nr. 4/2020, S. 206-211
Lungenfunktionsbefunde bei intermittierenden, funktionellen oberen Atemwegsobstruktionen (Vocal Cord Dysfunction)
K. Kenn1#2 und R.A. Koczulla1#2
1Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin, Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau am Königsee, 2Philipps Universität Marburg
Intermittierend auftretende funktionelle Atmungsstörungen sind sowohl klinisch wie auch lungenfunktionsanalytisch nur schwer zu erfassen. Von allen bekannten Atmungsstörungen, die in der Regel kurzzeitig und nicht reproduzierbar auftreten, ist die Vocal Cord Dysfunction (VCD) sicherlich die häufigste und bedeutendste [1, 2]. Aktuell ist eine Diskussion über das bestmögliche Wording zu diesem Krankheitsbild entbrannt. Von skandinavischer, überwiegend HNO-ärztlicher Seite wird vorgeschlagen, den Begriff ILO (Inducible Laryngeal Obstruction) zu verwenden [3]. Dies stellt allerdings nur eine semantische Betrachtung dar, ohne dass damit ein zusätzlicher Erkenntnisgewinn verbunden wäre. Man erkennt, dass bei dieser Diagnose eigentlich noch nichts international wirklich definiert und konsentiert ist. Ebenso wie zur Benennung dieser Störungen gibt es seitens der Experten auch zu den pathognomonischen Lungenfunktionsbildern keine festgeschriebenen Einschätzungen. Daher finden sich hinsichtlich lungenfunktioneller Veränderungen zu diesen intermittierenden Atmungsstörungen in klassischen Lehrbüchern noch keine Details. Somit enthält dieses Themenheft nach unserem Wissen die erste Beschreibung dessen, was bei der Interpretation von Lungenfunktionsbefunden bei VCD zu bedenken ist. Einschränkend muss vorab festgehalten werden, dass das nachfolgend Skizzierte lediglich die Auffassungen der Verfasser darstellt, die auf einer umfangreichen, inzwischen 25-jährigen klinischen Erfahrung beruhen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Klaus Kenn
Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin
Schön Klinik Berchtesgadener Land
Malterhöh 1
83471 Schönau am Königsee
Email: [email protected]
Pneumologische Rehabilitation – Nicht nur bei COPD
Pneumologische Rehabilitation bei interstitiellen Lungenerkrankungen (inkl. Sarkoidose)
I. Jarosch, K. Kenn und A.R. Koczulla
Price
42.00 $
Jahrgang 47 (2021) p. 52 - 57
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 47, Nr. 2/2021, S. 52-57
Pneumologische Rehabilitation bei interstitiellen Lungenerkrankungen (inkl. Sarkoidose)
I. Jarosch, K. Kenn und A.R. Koczulla
Forschungsinstitut für Pneumologische
Rehabilitation, Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau am Königssee
Während die Effektivität pneumologischer Rehabilitation (PR) bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) mit höchstem Evidenzgrad belegt ist, findet sich bei Patienten mit interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD), insbesondere bei idiopathischer Lundenfibrose (IPF) und Sarkoidose, eine noch weniger belastbare Evidenz. Die Publikationen der letzten Jahre zeigen, dass auch ILD Patienten hinsichtlich einer verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und reduzierter Symptome von einer PR profitieren. Aufgrund dessen wird von der ATS/ERS eine PR-Teilnahme für ILD-Patienten ausdrücklich empfohlen. Für die Subgruppe der IPF-Patienten geben die aktuellen Guidelines aus unterschiedlichen Gründen lediglich eine schwache Empfehlung von geringer Evidenzqualität aus. Studien, die nach den Guidelines erschienen sind, konnten klinisch relevante Effekte nachweisen, die jedoch in ihrem Ausmaß geringer waren als bei ILD-Patienten anderer Ätiologien. Für Sarkoidose-Patienten, die generell jünger sind, kann eine PR zum Erhalt der körperlichen Funktion und Lebensqualität beitragen und ist daher eine wichtige nicht medikamentöse Behandlungsoption. Eine Schlüsselrolle in der Behandlung von ILD-Patienten scheint es zu sein, dass die PR einen krankheitsspezifischen Ansatz verfolgt, der außerdem möglichst individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst wird. Da nur wenige Studien einen langfristigen PR-Effekt zeigen konnten, sollte der Fokus auch darauf gelegt werden, welche Tools in der PR implementiert werden können, um Patienten vor einer raschen Abnahme der neu hinzu gewonnenen Erfolge zu bewahren.Correspondence to:
Dr. Inga Jarosch
Forschungsinstitut für Pneumologische Rehabilitation
Schön Klinik Berchtesgadener Land
Malterhöh 1
83471 Schönau am Königssee
Email: [email protected]
Pneumologische Rehabilitation – Nicht nur bei COPD
Pneumologische Rehabilitation bei interstitiellen Lungenerkrankungen (inkl. Sarkoidose)
I. Jarosch, K. Kenn und A.R. Koczulla
Price
42.00 $
Jahrgang 34 (2022) p. 49 - 54
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 34, Nr. 2/2022, S. 49-54
Pneumologische Rehabilitation bei interstitiellen Lungenerkrankungen (inkl. Sarkoidose)
I. Jarosch, K. Kenn und A.R. Koczulla
Forschungsinstitut für Pneumologische Rehabilitation, Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau am Königssee
Während die Effektivität pneumologischer Rehabilitation (PR) bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) mit höchstem Evidenzgrad belegt ist, findet sich bei Patienten mit interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD), insbesondere bei idiopathischer Lundenfibrose (IPF) und Sarkoidose, eine noch weniger belastbare Evidenz. Die Publikationen der letzten Jahre zeigen, dass auch ILD Patienten hinsichtlich einer verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und reduzierter Symptome von einer PR profitieren. Aufgrund dessen wird von der ATS/ERS eine PR-Teilnahme für ILD-Patienten ausdrücklich empfohlen. Für die Subgruppe der IPF-Patienten geben die aktuellen Guidelines aus unterschiedlichen Gründen lediglich eine schwache Empfehlung von geringer Evidenzqualität aus. Studien, die nach den Guidelines erschienen sind, konnten klinisch relevante Effekte nachweisen, die jedoch in ihrem Ausmaß geringer waren als bei ILD-Patienten anderer Ätiologien. Für Sarkoidose-Patienten, die generell jünger sind, kann eine PR zum Erhalt der körperlichen Funktion und Lebensqualität beitragen und ist daher eine wichtige nicht medikamentöse Behandlungsoption. Eine Schlüsselrolle in der Behandlung von ILD-Patienten scheint es zu sein, dass die PR einen krankheitsspezifischen Ansatz verfolgt, der außerdem möglichst individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst wird. Da nur wenige Studien einen langfristigen PR-Effekt zeigen konnten, sollte der Fokus auch darauf gelegt werden, welche Tools in der PR implementiert werden können, um Patienten vor einer raschen Abnahme der neu hinzu gewonnenen Erfolge zu bewahren.Correspondence to:
Dr. Inga Jarosch
Forschungsinstitut für Pneumologische Rehabilitation
Schön Klinik Berchtesgadener Land
Malterhöh 1, 83471 Schönau am Königssee
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