Themenschwerpunkt: Schimmelpilze in Innenräumen – Gratwanderung zwischen Energiesparen und Gesundheitsrisiko
Schimmelpilze im Darmtrakt – ein umweltmedizinisches Problem
R. Werk, und J. Heinrich
Price
42.00 $
Jahrgang 31 p. 30 - 35
Abstract
R. Werk1,2 und J. Heinrich3
1Medizinisch-Mikrobiologisches Labor Dr. Werk, 2BABENDE Institut, 3LVA, Würzburg
Der Nachweis von Schimmelpilzen im Stuhl wirft die Frage nach deren klinischer und umweltmedizinischer Bedeutung auf. Während bei immunkompromittierten Patienten der positive Stuhlnachweis als pathologisch angesehen wird, wird die Bedeutung bei scheinbar symptomlosen Patienten in der Regel als nicht krankheitsrelevant angesehen. Die mögliche umweltmedizinische Bedeutung von Schimmelpilzen und ihren Stoffwechselprodukten, wie Mykotoxinen, und anderen, wie flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) im Darmtrakt wird diskutiert.Correspondence to:
Dr. med. R. Weck
BABENDE Institut
Goethestraße 1
D-97072 Würzburg
Originalarbeit
Psychosozialer Stress im Kindesalter und allergische Sensibilisierung
G. Herberth, S. Röder, A. Bockelbrink, T. Schäfer, M. Borte, O. Herbarth, U. Krämer, H. Behrendt, S. Sausenthaler, J. Heinrich und I. Lehmann
Price
42.00 $
Jahrgang 33 p. 55 - 65
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 2/2010, S. 55–65
Psychosozialer Stress im Kindesalter und allergische Sensibilisierung
G. Herberth, S. Röder, A. Bockelbrink, T. Schäfer, M. Borte, O. Herbarth, U. Krämer, H. Behrendt, S. Sausenthaler, J. Heinrich und I. Lehmann
Umweltimmunologie, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Leipzig
Stressereignisse in der Kindheit stehen zunehmend im Verdacht, eine Rolle bei der Entwicklung von allergischen Erkrankungen zu spielen. Allerdings ist der dahinterliegende Mechanismus, der Stress mit Fehlfunktionen des Immunsystems verbindet, noch nicht völlig aufgeklärt. Ziel unserer Studie war es, den Zusammenhang zwischen stressvollen, belastenden Lebensereignissen und Neuropeptid- und Zytokinkonzentrationen im Blut von 6-jährigen Kindern zu untersuchen. Weiterhin wurden die belastenden Lebensereignisse der ersten beiden Lebensjahre in Zusammenhang mit dem späteren Auftreten eines atopischen Ekzems gestellt. Innerhalb der LISAplus-Studie (Lebensstil-Immunsystem-Allergie) wurden in den Blutproben der Kinder die Konzentrationen der Neuropeptide vasoaktives intestinales Polypeptid (VIP), Somatostatin (SOM) und Substanz P (SP) und die Th1/Th2-Zytokine IFN-g und IL-4 gemessen. Belastende Lebensereignisse wie Erkrankung oder Tod eines Familienmitgliedes, Arbeitslosigkeit und Trennung/Scheidung der Eltern wurden mittels Fragebögen erfasst. Unsere Daten zeigen, dass eine Trennung oder Scheidung der Eltern das Risiko der Kinder, später an einem atopischen Ekzem zu erkranken, erhöht. Kinder, deren Eltern über eine Trennung/Scheidung berichteten, hatten höhere Blutkonzentrationen des Neuropeptids VIP und des Th2-Zytokins IL-4. Schwere Erkrankung oder Tod eines Familienangehörigen waren weder mit Neuropeptid- noch mit Zytokinkonzentrationen assoziiert. Arbeitslosigkeit der Eltern stand in Zusammenhang mit niedrigen IFN-g Konzentrationen, jedoch nicht mit Neuropeptidkonzentrationen. Scheinbar führt das Neuropeptid VIP als Mediator zwischen stressvollen, belastenden Lebensereignissen und Immunregulation zu einer Th2-lastigen Immunantwort bei Kindern mit getrennten/geschieden Eltern.Correspondence to:
Dr. rer. nat. G. Herberth
Umweltimmunologie
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Permoserstrasse 15
D-04318 Leipzig
Email: [email protected]
Übersicht
Neues von Hund und Katze: Ansätze zur Allergieprävention?
J. Heinrich
Price
42.00 $
Jahrgang 33 p. 77 - 85
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 2/2010, S. 77–85
Neues von Hund und Katze: Ansätze zur Allergieprävention?
J. Heinrich
Institut für Epidemiologie, Helmholtz Zentrum München, Neuherberg
Etwa jeder Dritte lebt in Deutschland mit einem Haustier zusammen – meist Hund oder Katze. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen die Vermeidung der Haltung von Hund und Katze, wenn ein Familienmitglied eine Tierallergie oder andere atopische Erkrankungen, wie Asthma, Heuschnupfen oder atopisches Ekzem hat. Neuere Studien zeigen, dass Kinder und Erwachsene, die in der frühen Kindheit zusammen mit Hund oder Katze aufgewachsen sind, ein niedrigeres Risiko haben, an diesen atopischen Erkrankungen zu leiden. Die Ursachen sind bislang nicht geklärt. Es besteht aber der Verdacht, dass dieser vermeintlich protektive Effekt insbesondere auf Vermeidungsverhalten zur Katzenhaltung in Familien mit Tierallergien zurückzuführen ist. Es gibt unverändert zu den bisherigen Empfehlungen mehrere Gründe, von der weiteren Hunde- und Katzenhaltung abzuraten, wenn ein Familienmitglied von atopischen Erkrankungen betroffen ist. Auf der anderen Seite gibt es aber auch keinen Grund dafür, von der Anschaffung eines Hundes abzuraten, wenn in der Familie keine Allergien aufgetreten sind. Dabei muss die Katzenhaltung aber wesentlich zurückhaltender beurteilt werden. Zur Prävention von Allergien können bislang weder Hunde- noch Katzenhaltung sinnvoller Weise empfohlen werden.Correspondence to:
Dr. J. Heinrich
Helmholtz Zentrum München-Institut für Epidemiologie
Ingolstädter Landstraße 1
D-85764 Neuherberg
Email: [email protected]
Epidemiologie in der Allergologie
GINIplus und LISAplus. Design und ausgewählte Ergebnisse zweier deutscher Geburtskohorten zum natürlichen Verlauf atopischer Erkrankungen sowie deren Determinanten
J. Heinrich, I. Brüske, C. Cramer, U. Hoffmann, M. Schnappinger, B. Schaaf, A. von Berg, D. Berdel, U. Krämer, I. Lehmann, O. Herbarth, M. Borte, A. Grübl, C.P. Bauer, C. Beckmann, H. Behrendt, J. Ring und S. Koletzko
Price
42.00 $
Jahrgang 35 p. 20 - 31
Abstract
Allergologie, Jahrgang 35, Nr. 1/2012, S. 20–31
GINIplus und LISAplus. Design und ausgewählte Ergebnisse zweier deutscher Geburtskohorten zum natürlichen Verlauf atopischer Erkrankungen sowie deren Determinanten
J. Heinrich1, I. Brüske1, C. Cramer2, U. Hoffmann3, M. Schnappinger1, B. Schaaf4, A. von Berg5, D. Berdel5, U. Krämer2, I. Lehmann6, O. Herbarth7, M. Borte8, A. Grübl2, C.P. Bauer2, C. Beckmann4, H. Behrendt9, J. Ring10 und S. Koletzko11
1Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Kinderklinik, Technische Universität München, 4Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Bad Honnef, 5Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 6Department Expositionsforschung und Epidemiologie, UFZ – Helmholtz Zentrum, Leipzig, 7Institut für Umweltmedizin und Hygiene, Medizinische Fakultät, Universität Leipzig, 8Kinderklinik, Städtisches Klinikum St. Georg, Leipzig, 9Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 10Christine Kühne Center of Allergy Research and Education (CK-CARE), Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Technische Universität München, 11Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München
Der Anstieg der Prävalenzen von Asthma, Heuschnupfen und allergischer Sensibilisierung in Westdeutschland während der Zeit der deutschen Teilung und der rasche Anstieg dieser Krankheitshäufigkeit bei ostdeutschen Kindern und Jugendlichen nach der Wiedervereinigung sind untrügliche Zeichen für die herausragende Rolle von lebensstilabhängigen und umweltbezogenen Determinanten der Entwicklung atopischer Erkrankungen. Dabei spielt die perinatale Entwicklungsphase, in der das Immunsystem geprägt wird, vermutlich eine besondere Rolle. Deswegen können potenzielle Determinanten epidemiologisch am besten mittels Geburtskohorten bzw. Schwangerschaftskohorten untersucht werden. Gegenstand dieses Übersichtsartikels ist es, das Design der zwei großen deutschen Geburtskohorten GINIplus und LISAplus zu beschreiben und ausgewählte Ergebnisse zu atopischen Erkrankungen darzustellen. Mit GINIplus und LISAplus wurden Mitte bis Ende der 90er Jahre 5.991 bzw. 3.097 gesunde, reife Neugeborene in München, Wesel, Leipzig und Bad Honnef rekrutiert. Nach 10 Jahren sind noch circa 55% der Kohorte im Langzeitbeobachtungsprogramm eingeschlossen. Im Vordergrund standen bislang Fragen des natürlichen Verlaufs atopischer Erkrankungen sowie lebensstil- und umweltabhängige Faktoren. Darüber hinaus wurden Gene für atopische Erkrankungen, intermediäre Phänotypen sowie für oxidativen Stress verantwortliche Gene bestimmt und analysiert, ob deren Genvarianten den Einfluss identifizierter Umweltfaktoren modifizieren können. Die bisherigen Ergebnisse der beiden Geburtskohorten GINIplus und LISAplus tragen maßgeblich zu den Kenntnissen über atopische Erkrankungen und deren Determinanten bei.Correspondence to:
Dr. J. Heinrich
Institut für Epidemiologie I
Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Email: [email protected]
Epidemiologie in der Allergologie
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg, B. Filipiak-Pittroff, U. Krämer, E. Link, J. Heinrich, S. Koletzko, A. Grübl, U. Hoffmann, C. Beckmann, D. Reinhardt, C.P. Bauer, E. Wichmann, und D. Berdel
Price
42.00 $
Jahrgang 35 p. 32 - 43
Abstract
Allergologie, Jahrgang 35, Nr. 1/2012, S. 32–43
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg1, B. Filipiak-Pittroff1, U. Krämer2, E. Link2, J. Heinrich3, S. Koletzko4, A. Grübl5, U. Hoffmann5, C. Beckmann1, D. Reinhardt, C.P. Bauer5, E. Wichmann3, und D. Berdel1
1Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 2Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München, 5Kinderklinik der Technischen Universität München
Neben Umweltfaktoren stellen die genetische Disposition und ein früher Allergenkontakt wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung von Allergien dar. In dem Bestreben, die allergene Last für den allergiegefährdeten Säugling in den ersten Lebensmonaten zu reduzieren, wurden hypoallergene Säuglingsnahrungen, sogenannte Hydrolysatnahrungen zur primären Prävention als Ergänzung oder Ersatz von Muttermilch eingesetzt. Bei dem für die ersten 3 Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt (FKZ 01 EE 9401-4), das unter dem Namen German Infant Nutritional Intervention-Program als „GINI-Studie“ bekannt wurde, handelt es sich um eine Geburtskohorte mit zunächst auf 3 Jahre geplantem Follow-up. Das Ziel der prospektiven, randomisierten, doppelblinden Untersuchung war es, den Einfluss der Ernährung mit unterschiedlicher hypoallergener Säuglingsnahrung in den ersten 4 – 6 Lebensmonaten auf die Entstehung einer Allergie bei Kindern mit anamnestisch bekannter familiärer Allergiebelastung bei Eltern und/oder leiblichen Geschwistern zu untersuchen. Die Zuweisung der Probanden zu einem der vier Interventionsarme (partiell hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Kaseinbasis und eine konventionelle Kuhmilchformula) erfolgte randomisiert und stratifiziert nach familiärer Allergiebelastung (einfach/beide Eltern) und Geburtsklinik. Die Rekrutierung erfolgte in 18 Geburtsabteilungen durch die drei beteiligten klinischen Zentren (Marien-Hospital-Wesel, Universitätskinderkliniken der Ludwig- Maximilians-Universität und der Technischen Universität München) im Zeitraum vom 01.09.1995 bis zum 30.06.1998. Parallel zur Interventionsstudie wurde in den Studienzentren eine nicht-interventionelle, komplementäre Beobachtungskohorte aus Kindern mit oder ohne Allergierisiko rekrutiert und mittels jährlichen, von den Eltern auszufüllenden Fragebögen verfolgt. Beide Studienarme zusammen – die GINI-Interventionsstudie (GINI-I, N = 2252) und die nicht-interventionelle Beobachtungsstudie (GINI-NI, N = 3739) ergänzen sich zu der bevölkerungsbezogenen Studie GINIplus (s. auch Artikel J. Heinrich et al. in diesem Heft). Als Ergebnis aus der Interventionsstudie zeigte sich, dass Säuglingsnahrungen auf Basis eines Milch-Protein-Hydrolysats gegenüber nicht hydrolysierter Säuglingsnahrung auf Basis intakten Kuhmilchproteins eine in ihrer Höhe unterschiedliche präventive Wirkung bezüglich allergischer Manifestation bis ins Schulalter haben. Dieser Effekt ist im Wesentlichen durch den Interventionseffekt auf die atopische Dermatitis bedingt. Er entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten und persistiert ohne Reboundeffekt. Im Einschulalter ist die kumulative Inzidenz des atopischen Ekzem in den Formula-Gruppen zwischen 26% und 45% reduziert. Eine Wirkung der Hydrolysatnahrungen auf die respiratorischen Allergien Asthma und allergische Rhinokonjunktivitis war nicht nachweisbar. Die Gegenüberstellung des Interventionsund Beobachtungsarms der GINIplus-Studie zeigte, dass das Risiko für ein Ekzem durch eine familiäre Allergiebelastung um das doppelte erhöht wird. Die frühe Intervention mit Kuhmilchhydrolysaten konnte dieses Risiko substantiell bis zum 6. Lebensjahr senken, während bei Randomisierung zur regulären Kuhmilchformula dieses Risiko im Vergleich zu Risikokindern der Beobachtungsgruppe tendenziell höher lag. Die Untersuchungsergebnisse der GINIplus-Kohorte haben somit zur Klärung lange kontrovers diskutierter Fragen beigetragen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
46483 Wesel
Email: [email protected]
Übersicht
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg, B. Filipiak- Pittroff, U. Krämer, E. Link, J. Heinrich, S. Koletzko, A. Grübl, U. Hoffmann, C. Beckmann, D. Reinhardt, C.P. Bauer, E. Wichmann und D. Berdel
Price
42.00 $
Jahrgang 24 p. 45 - 56
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 24, Nr. 2/2012, S. 45–56
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg1, B. Filipiak-Pittroff1, U. Krämer2, E. Link2, J. Heinrich3, S. Koletzko4, A. Grübl5, U. Hoffmann5, C. Beckmann1, D. Reinhardt, C.P. Bauer5, E. Wichmann3, und D. Berdel1
1Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 2Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München, 5Kinderklinik der Technischen Universität München
Neben Umweltfaktoren stellen die genetische Disposition und ein früher Allergenkontakt wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung von Allergien dar. In dem Bestreben, die allergene Last für den allergiegefährdeten Säugling in den ersten Lebensmonaten zu reduzieren, wurden hypoallergene Säuglingsnahrungen, sogenannte Hydrolysatnahrungen zur primären Prävention als Ergänzung oder Ersatz von Muttermilch eingesetzt. Bei dem für die ersten 3 Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt (FKZ 01 EE 9401-4), das unter dem Namen German Infant Nutritional Intervention-Program als „GINI-Studie“ bekannt wurde, handelt es sich um eine Geburtskohorte mit zunächst auf 3 Jahre geplantem Follow-up. Das Ziel der prospektiven, randomisierten, doppelblinden Untersuchung war es, den Einfluss der Ernährung mit unterschiedlicher hypoallergener Säuglingsnahrung in den ersten 4 – 6 Lebensmonaten auf die Entstehung einer Allergie bei Kindern mit anamnestisch bekannter familiärer Allergiebelastung bei Eltern und/oder leiblichen Geschwistern zu untersuchen. Die Zuweisung der Probanden zu einem der vier Interventionsarme (partiell hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Kaseinbasis und eine konventionelle Kuhmilchformula) erfolgte randomisiert und stratifiziert nach familiärer Allergiebelastung (einfach/beide Eltern) und Geburtsklinik. Die Rekrutierung erfolgte in 18 Geburtsabteilungen durch die drei beteiligten klinischen Zentren (Marien-Hospital-Wesel, Universitätskinderkliniken der Ludwig- Maximilians-Universität und der Technischen Universität München) im Zeitraum vom 01.09.1995 bis zum 30.06.1998. Parallel zur Interventionsstudie wurde in den Studienzentren eine nicht-interventionelle, komplementäre Beobachtungskohorte aus Kindern mit oder ohne Allergierisiko rekrutiert und mittels jährlichen, von den Eltern auszufüllenden Fragebögen verfolgt. Beide Studienarme zusammen – die GINI-Interventionsstudie (GINI-I, N = 2252) und die nicht-interventionelle Beobachtungsstudie (GINI-NI, N = 3739) ergänzen sich zu der bevölkerungsbezogenen Studie GINIplus. Als Ergebnis aus der Interventionsstudie zeigte sich, dass Säuglingsnahrungen auf Basis eines Milch-Protein-Hydrolysats gegenüber nicht hydrolysierter Säuglingsnahrung auf Basis intakten Kuhmilchproteins eine in ihrer Höhe unterschiedliche präventive Wirkung bezüglich allergischer Manifestation bis ins Schulalter haben. Dieser Effekt ist im Wesentlichen durch den Interventionseffekt auf die atopische Dermatitis bedingt. Er entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten und persistiert ohne Reboundeffekt. Im Einschulalter ist die kumulative Inzidenz des atopischen Ekzem in den Formula-Gruppen zwischen 26% und 45% reduziert. Eine Wirkung der Hydrolysatnahrungen auf die respiratorischen Allergien Asthma und allergische Rhinokonjunktivitis war nicht nachweisbar. Die Gegenüberstellung des Interventionsund Beobachtungsarms der GINIplus-Studie zeigte, dass das Risiko für ein Ekzem durch eine familiäre Allergiebelastung um das doppelte erhöht wird. Die frühe Intervention mit Kuhmilchhydrolysaten konnte dieses Risiko substantiell bis zum 6. Lebensjahr senken, während bei Randomisierung zur regulären Kuhmilchformula dieses Risiko im Vergleich zu Risikokindern der Beobachtungsgruppe tendenziell höher lag. Die Untersuchungsergebnisse der GINIplus-Kohorte haben somit zur Klärung lange kontrovers diskutierter Fragen beigetragen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
D-46483 Wesel
Email: [email protected]
Originalarbeit
Umweltepidemiologische Untersuchungen im Raum Bitterfeld, im Raum Hettstedt und einem Vergleichsgebiet 1992 – 1999
J. Heinrich, M. Wjst, B. Jacob, B. Hoelscher und H.-E. Wichmann
Price
42.00 $
Jahrgang 22 (1999) p. 3 - 13
Abstract
Allergologie, Jahrgang 22, Nr. 1/1999, S. 3-13
Umweltepidemiologische Untersuchungen im Raum Bitterfeld, im Raum Hettstedt und einem Vergleichsgebiet 1992 – 1999
J. Heinrich, M. Wjst, B. Jacob, B. Hoelscher und H.-E. Wichmann
Institut für Epidemiologie, GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH. Neuherberg; IBE - Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Das Ziel dieser umweltepidemiologische Studie ist es, gesundheitliche Beeinträchtigungen der Bevölkerung in den zwei mit Umweltschadstoffen belasteten Regionen Bitterfeld und Hettstedt im Vergleich zu dem wenig belasteten Kontrollgebiet Zerbst zu ermitteln. Diese sollen als Folge teils lebenslanger hoher Expositionen mit luftgetragenen Schadstoffen quantifiziert werden. Begleitend zur deutlichen Reduktion der Luftschadstoffkonzentrationen während der 90er Jahre in den Untersuchungsregionen infolge von Betriebsschließungen und Sanierungsmaßnahmen wird der Trend umweltabhängiger Erkrankungen, Symptome und Funktionseinschränkungen ermittelt. Die vorliegende Zusammenfassung bezieht sich in erster Linie darauf, Methoden und Design dieser Studie darzustellen. Exemplarisch für bereits vorliegende Zwischenergebnisse werden die Häufigkeiten von allergischen Erkrankungen, Symptomen und Sensibilisierungen zwischen belasteten und unbelasteten Regionen beschrieben. In die Untersuchungen werden jeweils Kinder im Alter von 5 - 14 Jahren einbezogen sowie im ersten Untersuchungsdurchgang zusätzlich Frauen im 6. Lebensjahrzehnt. Die Probanden des ersten Untersuchungsdurchgangs werden daher als Kohorte über einen Zeitraum von 6 Jahren beobachtet. Durch standardisierte Befragungen, Lungenfunktionsuntersuchungen - bei der Hälfte der Kinder mit Kaltluftprovokation - , Allergie-Hauttests sowie Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern werden die Häufigkeiten von Atemwegserkrankungen und Allergien, deren Symptome sowie die Prävalenz der allergischen Sensibilisierung ermittelt. Zusätzlich werden Schwermetallkonzentrationen in Blut und Urin analysiert und hämatologische Parameter bestimmt. Allergische Erkrankungen, Symptome und Sensibilisierungen sind in den belasteten Regionen Billerfeld und Hettstedt im Vergleich zur Kontrollregion Zerbst in beiden Untersuchungsdurchgängen erhöht, wobei die Erhöhung in Hettstedt stärker ausgeprägt ist. Dieser Unterschied deutet auf die Langzeitwirkung von Luftschadstoffen bei der Entwicklung von Allergien hin. Welche Rolle dabei spezifische Schadstoffe und insbesondere die hohen Schwermetallbelastungen in der Region Hettstedt spielen, wird im weiteren Verlauf der Studie untersucht.Correspondence to:
Dr. rer. nat. J. Heinrich
Institut für Epidemiologie
GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH
Ingolstädter Landstraße 1
D-85764 Neuherberg
Originalarbeit
Innenraumfaktoren und Asthma bronchiale in Hamburg und Erfurt als Teil der INGA-Studie: Studienziele und Methoden
K. Richter, J. Heinrich, W. Bischof, J. Cyrys, B. Fahlbusch, I. Gebefügi, I. Gross, K.J. Heilemann, A. Koch, G. Schlenvoigt, P. Schneide, J . Witthauer, G. Wölke, L. Jäger, H. Magnussen und H.-E. Wichmann
Price
42.00 $
Jahrgang 22 (1999) p. 14 - 26
Abstract
Allergologie, Jahrgang 22, Nr. 1/1999, S. 14-26
Innenraumfaktoren und Asthma bronchiale in Hamburg und Erfurt als Teil der INGA-Studie: Studienziele und Methoden
K. Richter, J. Heinrich, W. Bischof, J. Cyrys, B. Fahlbusch, I. Gebefügi, I. Gross, K.J. Heilemann, A. Koch, G. Schlenvoigt, P. Schneide, J . Witthauer, G. Wölke, L. Jäger, H. Magnussen und H.-E. Wichmann
Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, Krankenhaus Großhansdorf, LVA Freie und Hansestadt Hamburg, Großhansdorf; Institut für Epidemiologie; GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH, Neuherberg; Außenstelle Raumklimatologie Erfurt, Institut für Arbeits-, Sozial-, und Umweltmedizin, Friedrich-Schiller-Universität, Jena; Institut für Klinische Immunologie, Friedrich-Schiller-Universität, Jena; Institut für ökologische Chemie, GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH, Neuherberg
Frühere Studien haben deutlich gezeigt, dass die Prävalenz respiratorischer Symptome, atopischer Sensibilisierung und bronchialer Hyperreagibilität bei Erwachsenen und Kindern in Westdeutschland im Vergleich zu Ostdeutschland höher lag. Das Ziel des hier beschriebenen Teils des Verbundforschungsvorhabens INGA (Innenraumfaktoren und Genetik des Asthma bronchiale) war es, prospektiv die Inzidenz, Prävalenz und Trends für Asthma bronchiale, Hyperreagibililät und atopische Erkrankungen über einen Zeitraum von 10 Jahren (1994 - 2003) in Bezug auf die Innenraumexposition in West- und Ostdeutschland zu untersuchen. Die Untersuchung wurde als Fall-Kontroll-Studie im Anschluss an eine im Rahmen des European Community Respiratory Health Survey (ECRHS) in den Jahren 1990 - 1992 durchgeführte Querschnittsstudie geplant. Es wurden jeweils 100 Kontrollen und 100 Fälle in den Zentren Hamburg und Erfurt eingeschlossen. Unter Verwendung der identischen Methoden wie im ECRHS wurden die Teilnehmer erneut mittels eines detaillierten Fragebogens, Lungenfunktionsmessung, Methacholinprovokation, Allergietests und Bestimmung von Gesamt- und spezifischem IgE untersucht. Anschließend erfolgten Messungen der Innenraumexposition gegenüber Allergenen, Endotoxinen, Schimmelpilzen, flüchtigen organischen Substanzen und Stickstoffdioxid in den Wohnungen aller Personen. Das Studiendesign des Innenraumfaktoren - Teils des INGA-Forschungsvorhabens wird als Referenz für diejenigen veröffentlicht, die mehr über die verwendeten Methoden erfahren wollen und gleichzeitig soll durch die detaillierte Darstellung die Möglichkeit eröffnet werden. dass andere Gruppen vergleichbare Daten erheben.Correspondence to:
Prof. Dr. med, Dr. rer. nat. H.-E. Wichmann
Institut für Epidemiologie
GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH
Ingolstädter Landstraße 1
D-85764 Neuherberg
Übersicht
Trends der Prävalenz und Mortalität des Asthma bronchiale in Deutschland
H.E. Wichmann und J. Heinrich
Price
42.00 $
Jahrgang 22 (1999) p. 144 - 150
Abstract
Allergologie, Jahrgang 22, Nr. 2/1999, S. 144-150
Trends der Prävalenz und Mortalität des Asthma bronchiale in Deutschland
H.E. Wichmann1,2 und J. Heinrich1
1 Institut für Epidemiologie, GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH, Neuherberg, 2Lehrstuhl für Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München
In vielen Ländern zeigt sich in den letzten Jahrzehnten eine klare Zunahme der Prävalenz von Asthma bronchiale sowohl beim Kind als auch beim Erwachsenen. Viele Ursachen werden diskutiert, von denen Lebensstilfaktoren und die Exposition gegenüber Allergenen die größte Bedeutung haben dürften. Daten aus Deutschland sind nur teilweise verfügbar, doch diese fügen sich in das internationale Bild ein. In Deutschland ist die Prävalenz von Asthma und Asthmasymptomen sowie der Sensibilisierung im Westen höher als im Osten, ohne daß die Ursachen hierfür verstanden sind. Aufgrund der Angleichung der Lebensbedingungen ist in den nächsten Jahren ein deutlicher Prävalenzanstieg in Ostdeutschland zu erwarten. Dieser ist - unter der Hypothese der prägenden Rolle der frühen Lebensjahre - frühestens bei Kindern zu erwarten, die nach 1990 geboren sind. In der Tat zeigt sich bisher kein Anstieg bei "objektiven" Parametern der Sensibilisierung. Eine Zunahme bei Fragebogenangaben zu Allergien und Asthma in Ostdeutschland, die derzeit schon beobachtet wird, hängt möglicherweise mit diagnostischen Verhaltensweisen der Ärzte und stärkeren Aufmerksamkeitsreaktionen in der Bevölkerung zusammen. Die Entwicklung der Sterblichkeit des Asthma bronchiale ist schwer interpretierbar. So zeigt sich in einigen Ländern ein deutlicher Anstieg, in anderen eine deutliche Abnahme der Asthmamortalität. In Deutschland ist die Asthmamortalität in den letzten 20 Jahren nicht angestiegen, sondern eher leicht rückläufig. Als Gründe für dieses heterogene Bild kommen vor allem Unterschiede der Gesundheitssysteme, der Selbstmedikation, der Allergene und der Umweltbelastungen in Betracht, die sich in unterschiedlichen Ländern auf unterschiedliche Weise auswirken. Correspondence to:
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. H.-E. Wichmann
Institut für Epidemiologie
GSF - Forschungszentrum flir Umwelt
und Gesundheit GmbH
Ingolstädter Landstraße 1
0-85764 Neuherberg
Original paper
Stressful life events in childhood and allergic sensitization
G. Herberth, S. Röder, A. Bockelbrink, T. Schäfer, M. Borte, O. Herbarth, U. Krämer, H. Behrendt, S. Sausenthaler, J. Heinrich and I. Lehmann
Volume 2 (2018) p. 1 - 9
Abstract
Allergologie select, Volume 2, Nr. 1/2018 (1-9)
Stressful life events in childhood and allergic sensitization*
G. Herberth, S. Röder, A. Bockelbrink, T. Schäfer, M. Borte, O. Herbarth, U. Krämer, H. Behrendt, S. Sausenthaler, J. Heinrich and I. Lehmann
Environmental Immunology, Helmholtz Center for Environmental Research (UFZ), Leipzig, Germany
Stressful life events evidently have an impact on development of allergic diseases, but the mechanism linking stress to pathological changes of immune system function is still not fully understood. The aim of our study was to investigate the relationship between stressful life events, neuropeptide and cytokine concentrations in children as well as the association between early stressful life events and atopic eczema (AE). Within the LISA plus (Life style – Immune system – Allergy) study, blood samples from children of 6 years of age were analyzed for concentration of the neuropeptides vasoactive intestinal peptide (VIP), somatostatin (SOM), substance P (SP) and the Th1/Th2 cytokines IFN-γ and IL-4. Life events such as severe disease or death of a family member, unemployment or divorce of the parents were assessed with a questionnaire filled in by the parents. Furthermore, lifetime prevalence of AE and incidence after the assessment period of life events were compared. Our data suggest that separation/divorce of parents increase children’s risk of developing AE later in life. Children with separated/divorced parents showed high VIP levels and high concentrations of the Th2 cytokine IL-4 in their blood. Severe diseases and death of a family member were neither associated with neuropeptide levels nor with cytokine concentrations. Unemployment of the parents was associated with decreased IFN-γ concentrations in children’s blood but not with neuropeptide levels. Thus, the neuropeptide VIP might be a mediator between stressful life events and immune regulation contributing to the Th2 shifted immune response in children with separated/divorced parents.
*Based on a lecture on the occasion of the 3rd German Allergy Congress, Erfurt, September 10 – 13, 2008.
German version published in Allergologie, Vol. 33, No. 2/2010, pp. 55-65Correspondence to:
Dr. rer. nat. G. Herberth
Umweltimmunologie
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Permoserstrasse 15
D-04318 Leipzig
Email: [email protected]
Allergologie select
GINIplus and LISAplus. Design and selected results of two German birth cohorts about natural course of atopic diseases and its determinants
J. Heinrich, I. Brüske, C. Cramer, U. Hoffmann, M. Schnappinger, B. Schaaf, A. von Berg, D. Berdel, U. Krämer, I. Lehmann, O. Herbarth, M. Borte, A. Grübl, C.P. Bauer, C. Beckmann, H. Behrendt, J. Ring and S. Koletzko
Volume 1 (2017) p. 85 - 95
Abstract
Allergologie select, Volume 1, No. 1/2017 (85-95)
GINIplus and LISAplus. Design and selected results of two German birth cohorts about natural course of atopic diseases and its determinants
J. Heinrich1, I. Brüske1, C. Cramer2, U. Hoffmann3, M. Schnappinger1, B. Schaaf4, A. von Berg5, D. Berdel5, U. Krämer2, I. Lehmann6, O. Herbarth7, M. Borte8, A. Grübl2, C.P. Bauer2, C. Beckmann4, H. Behrendt9, J. Ring10 and S. Koletzko11
1Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Kinderklinik, Technische Universität München, 4Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Bad Honnef, 5Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 6Department Expositionsforschung und Epidemiologie, UFZ – Helmholtz Zentrum, Leipzig, 7Institut für Umweltmedizin und Hygiene, Medizinische Fakultät, Universität Leipzig, 8Kinderklinik, Städtisches Klinikum St. Georg, Leipzig, 9Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 10Christine Kühne Center of Allergy Research and Education (CK-CARE), Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Technische Universität München, 11Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München
The increasing prevalence of asthma, hay fever and allergic sensitization in Western Germany after division in 1949 and the rapid increase in East German children after re-unification in 1990 are strong indications for the role of life-style and/or environmental factors for development of atopic diseases. Obviously the perinatal period is crucial for priming the immune system. Therefore, explorations of determinants of atopic diseases need pregnancy or birth cohorts as most appropriate epidemiological study designs. This review presents the design and selected results of the two German birth cohorts GINIplus and LISAplus. GINIplus and LISAplus recruited 5.991 and 3.097 healthy, term newborns from Munich, Wesel, Leipzig and Bad Honnef. Approximatly 55% could be followed for the first 10 years. We analyzed the natural course of atopic diseases and the role of life-style, environmental and genetic factors for disease onset, intermediate phenotypes and for genes involved in detoxification and oxidative stress. The results of these two large birth cohorts contributed substantially to the understanding of atopic diseases and its determinants.Correspondence to:
Dr. J. Heinrich
Institut für Epidemiologie I
Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstraße 1
D–85764 Neuherberg
Email: [email protected]
Allergologie select
The German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) for the preventive effect of hydrolysed infant formulas in infants at high risk for allergic diseases. Design and selected results
A. von Berg, B. Filipiak-Pittroff, U. Krämer, E. Link, J. Heinrich, S. Koletzko, A. Grübl, U. Hoffmann, C. Beckmann, D. Reinhardt, C.P. Bauer, E. Wichmann, and D. Berdel
Volume 1 (2017) p. 28 - 39
Abstract
Allergologie select, Volume 1, No. 1/2017 (28-38)
The German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) for the preventive effect of hydrolysed infant formulas in infants at high risk for allergic diseases. Design and selected results
A. von Berg1, B. Filipiak-Pittroff1, U. Krämer2, E. Link2, J. Heinrich3, S. Koletzko4, A. Grübl5, U. Hoffmann5, C. Beckmann1, D. Reinhardt, C.P. Bauer5, E. Wichmann3, and D. Berdel1
1Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 2Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München, 5Kinderklinik der Technischen Universität München
In the complex interaction between certain environmental factors and genetic disposition, the early allergen exposure plays a major role in the development of allergic diseases. In aiming to reduce the allergen burden for the infant at risk during early infancy, cow milk protein hydrolysate infant formulas (hypoallergenic infant formulas) are appropriate alternatives to breastfeeding for primary allergy prevention. The German Infant Nutritional Intervention- Program (GINI) was supported for the first 3 years of the study by the German Ministry for Education and Research (BMBF) (FKZ 01 EE 9401-4). It is a birth cohort which was primarily scheduled until the children were 3 years old. The aim of the prospective, randomised, double-blind intervention study was to investigate the impact of different cow milk protein hydrolysate infant formulas in the first 4 – 6 months on the development of allergic diseases in children at risk due to at least one parent or biological sibling with a history of an allergic disease. The allocation to one of the 4 intervention formulas (partial whey hydrolysate, extensive whey hydrolysate, extensive casein hydrolysate or standard cow’s milk formula) was randomised and stratified by family history (single/biparental) and the respective obstetric clinic. Recruitment was carried out by the three clinical centers (Research Institute Marien-Hospital Wesel, Children’s Department, Ludwigs-Maximilians-University München and Children’s Department Technical University München) in 18 obstetric clinics between 01.09.1995 and 30.06.1998. Along with the intervention study a non-interventional, complementary observational cohort of children with or without allergy risk was recruited and followed by annual self-reporting parental questionnaires. The GINI intervention study (GINI-I, N = 2.252) and the non-interventional observation study (GINI-NI, N = 3.739) are combined in the population-based GINIplus study (see article J. Heinrich et al. in this journal). The results of the GINI intervention study confirm that, cow milk protein hydrolysate infant formulas have a preventive effect on allergic manifestation compared with a standard cow milk formula, until school age. However, the dimension of the effect is different between the formulas. This effect, which is mainly driven by the effect on atopic eczema, develops in the first months of life and persists without rebound. In the formula-groups the cumulative incidence of atopic eczema until school age is reduced between 26% and 45% compared with standard cow milk formula. A beneficial effect of the hydrolysate formulas on the respiratory manifestations asthma and rhinoconjunctivitis, however, could not be shown. By comparing the GINI-intervention and non-intervention arm of the GINIplus study it was demonstrated, that a family history for allergy doubles the risk for eczema in the offspring. Early intervention with cow milk protein hydrolysate infant formulas is able to substantially compensate this risk for eczema until the age of 6 years. In contrast, by randomisation to standard cow milk formula this risk showed a trend towards a higher incidence compared with children at risk from the non-intervention group. Thus, the results of the GINIplus study have contributed to answer some of the controversially discussed questions.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
D–46483 Wesel
Email: [email protected]
Übersicht
Standardisierte Sammlung von sedimentiertem Hausstaub zur Analyse von Innenraumallergenen
I. Gross, J. Heinrich und B. Fahlbusch
Price
42.00 $
Jahrgang 20 (1997) p. 449 - 456
Abstract
Allergologie, Jahrgang 20, Nr. 9/1997, S. 449-456
Standardisierte Sammlung von sedimentiertem Hausstaub zur Analyse von Innenraumallergenen
I. Gross1, J. Heinrich1 und B. Fahlbusch2
1Institut für Epidemiologie, GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Institut für Klinische Immunologie, Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Für die Analyse und Quantifizierung der Allergenexposition in Innenräumen ist die Standardisierung einer Staubsammelprozedur erforderlich, um die Reliabilität und Reproduzierbarkeit von Messungen zu gewährleisten. Methoden zur Sammlung und Anforderungen an Ausrüstungen sind zu evaluieren, sowie Orte, Flächen, Sammeldauer und -zeit zu spezifizieren. Die zur Bestimmung der Allergenkonzentration bewährteste Methode ist das Hausstaubsammeln durch Staubsaugen. Der Staubsauger ist mit einem spezifischen Filter und Filterhalter auszustatten. Zu beachten ist die jahreszeitliche Abhängigkeit der Analyseergebnisse. Schlaf- und Wohnzimmerteppiche sowie Matratzen sind die wichtigsten Sammelorte. Es soll eine Fläche von jeweils 1 m2 zwei Minuten an vergleichbaren Stellen besaugt werden. Die Lagerung der Proben hat bei –20 ºC zu erfolgen, der Transport bei 4 – 8 ºC. Der Allergengehalt bezogen auf das Staubgewicht ist der am besten validierte Index für die Allergenexposition. Ein Bezug der Allergenmenge auf die besaugte Fläche ist zusätzlich empfehlenswert. Messungen, die sowohl Allergenkonzentrationen (bezogen auf das Staubgewicht) als auch Gesamtallergenmengen angeben, erfordern kein Sieben. Die Allergenbestimmung durch standardisiertes Staubsaugen liefert Informationen über die Verteilung der Allergene und erlaubt eine Einschätzung ihrer Bedeutung für die Gesundheit des Menschen.Correspondence to:
Ilona Groß, Postfach 1129, D–85758 Oberschleißheim
Übersicht
Innenraumbelastungen, Asthma und Allergien – Zwischenbilanz und Ausblick aus epidemiologischer Sicht
H.E. Wichmann, M. Wist und J. Heinrich
Price
42.00 $
Jahrgang 18 (1995) p. 482 - 494
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 11/1995, S. 482-494
Innenraumbelastungen, Asthma und Allergien – Zwischenbilanz und Ausblick aus epidemiologischer Sicht
H.E. Wichmann1,2, M. Wist1 und J. Heinrich1
1Institut für Epidemiologie, GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Innenraumallergene wie Hausstaubmilben, Tierepithelien, Kakerlaken und Schimmelpilze können allergische Erkrankungen auslösen, teilweise lassen sich Konzentrationen angeben, oberhalb derer von einem erhöhten Sensibilisierungsrisiko auszugehen ist. Wegen der Möglichkeit, einerseits die Allergene im Hausstaub oder der Raumluft zu bestimmen und andererseits spezifische IgE im Blut oder spezifische Reaktionen im Hauttest nachzuweisen, sind diese Zusammenhänge zunehmend besser quantifizierbar. Innenraumschadstoffe sind demgegenüber nicht primär allergen, sondern als Adjuvantien anzusehen, die allergische Reaktionen fördern können. In zahlreichen epidemiologischen Studien zeigt sich, daß eine Exposition gegenüber Tabakrauch bei Kindern „wheezing“ und Asthma hervorruft. Entsprechende Auswirkungen von Stickstoffdioxid, das aus der Verbrennung von Gas stammt, sind nicht so eindeutig belegt, ebenfalls ist die Rolle von Formaldehyd und vieler anderer Stoffe unklar. Innenraumfaktoren wie Temperatur und Feuchte, die Ausstattung von Wohnräumen mit Teppichen und Möbeln sowie das Lüftungsverhalten, die Reinigung der Wäsche und Staubsaugen, beeinflussen die Allergen- und Schadstoffkonzentrationen und lassen ebenfalls in epidemiologischen Studien einen Zusammenhang mit allergischen Symptomen erkennen. In welchem Ausmaß die geschilderten Innenraumeinflüsse für den Anstieg der Allergien in der westlichen Welt in den letzten Jahrzehnten verantwortlich sind, ist offen und retrospektiv kaum zu untersuchen. Daher bietet es sich an, den Anpassungsprozeß der Lebensbedingungen in Osteuropa und speziell in Ostdeutschland an den Westen und die derzeit dort noch niedrigen Allergieraten zum Ausgangspunkt epidemiologischer Langzeitbeobachtungen zu machen. Ein entsprechendes Forschungsverbundvorhaben wird vorgestellt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. H.-E. Wichmann, Postfach 1129, D–85758 Oberschleißheim
Original
Erfassung und Analyse von Indoor-Allergenen
B. Fahlbusch, L. Jäger, A. Koch, J. Heinrich und H. Burge
Price
42.00 $
Jahrgang 18 (1995) p. 495 - 500
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 11/1995, S. 495-500
Erfassung und Analyse von Indoor-Allergenen
B. Fahlbusch1, L. Jäger1, A. Koch2, J. Heinrich3 und H. Burge4
1Institut für Klinische Immunologie, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 2Außenstelle Raumklimatologie Erfurt, Institut für Arbeits-, Sozial-und Umweltmedizin, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 3Institut für Epidemiologie, GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Harvard School of Public Health, Boston
Allergene Proteine von Hausstaubmilben, Haustieren und Küchenschaben stellen wichtige Risikofaktoren für die Sensibilisierung und Entstehung von allergischen Erkrankungen dar. Die Festlegung kritischer Grenzwerte zur Induzierung einer Sensibilisierung bzw. Auslösung von Symptomen steht für einige Allergene noch aus. Da für epidemiologische Fragestellungen standardisierte Hausstaubsammlungen und Analysen zur Quantifizierung einzelner Allergene erforderlich sind, werden in dieser Arbeit methodische Aspekte in den Vordergrund gestellt. Die Staubsammlung in 25 Wohnungen und die Extraktion erfolgten nach den internationalen Empfehlungen. Für die Bestimmung von Der p 1, Der f 1, Der 2, Fel d 1 und Bla g 2 wurden ELISA-Techniken basierend auf monoklonalen Antikörpern verwendet. Nach Validierung unserer Meßergebnisse in Boston kann eingeschätzt werden, daß die verwendeten Teste genügend empfindlich sind, um eine mögliche Allergenexposition in den gesaugten Staubproben nachzuweisen.Correspondence to:
Dr. rer. nat. B. Fahlbusch, Am Johannisfriedhof 3, D–07740 Jena
Original
Analyse von Schimmelpilzsporen im Hausstaub
A. Koch, K.-J. Heilemann, W. Bischof, H. Burge, J. Heinrich und H.E. Wichamn
Price
42.00 $
Jahrgang 18 (1995) p. 501 - 505
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 11/1995, S. 501-505
Analyse von Schimmelpilzsporen im Hausstaub
A. Koch1, K.-J. Heilemann1, W. Bischof1, H. Burge2, J. Heinrich3 und H.E. Wichamn3,4
A. Koch1, K.-J. Heilemann1, W. Bischof1, H. Burge2, J. Heinrich3 und H.E. Wichamn3,4
Im Rahmen einer epidemiologischen Asthma-Studie wurden während der Pilotphase Schimmelpilzsporen im Hausstaub von 25 Wohnungen kulturell nachgewiesen. Die Analysen erfolgten parallel in Erfurt und Boston. Die Ergebnisse der Schimmelpilzanalysen beider Laboratorien zeigen, daß eine Einteilung der untersuchten Wohnungen in stark und minder belastete möglich ist. Die statistische Analyse bestätigt eine Korrelation zwischen den in Erfurt und Boston bestimmten Gesamt-KbE (Kolonie-bildende Einheiten). Der Korrelationskoeffizient liegt bei 0,54 (p < 1%). Gleichzeitig korrelieren die ermittelten Werte für Alternaria mit einem Korrelationskoeffizienten von 0,44 (p < 5%) und für Penicillium von 0,73 (p < 0,1%). Die Ergebnisse von Aspergillus und Cladosporium ergaben keine Korrelation zwischen Erfurt und Boston. Ursachen hierfür liegen bei der Verwendung verschiedener Kulturmedien. Betrachtet man die Anteile der einzelnen nachgewiesenen Gattungen, so wird die entscheidende Rolle des Kulturmediums bestätigt. Mit dem in Boston verwendeten DG18-Agar konnten höhere Anteile an Aspergillus und Cladosporium nachgewiesen werden. Die gute Korrelation der Penicillium-Werte zeigt, daß bei Verwendung von Medien, die gleiche Wachstumsbedingungen garantieren, eine laborunabhängige reproduzierbare Ermittlung der Schimmelpilzbelastung möglich ist.Correspondence to:
Dr. rer. nat. A. Koch, Gustav-Freytag-Straße 1, D–99096 Erfurt
Original
Endotoxinbelastung im Wohnbereich – eine orientierende Untersuchung in 25 Wohnungen
W. Bischof, A. Koch, K.-J. Heilemann, J. Douwes, S. Gravesen, S. Thyssen Rasmussen, J. Heinrich und H.E. Wichamnn
Price
42.00 $
Jahrgang 18 (1995) p. 506 - 510
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 11/1995, S. 506-510
Endotoxinbelastung im Wohnbereich – eine orientierende Untersuchung in 25 Wohnungen
W. Bischof1, A. Koch1, K.-J. Heilemann1, J. Douwes2, S. Gravesen3,, S. Thyssen Rasmussen3, J. Heinrich4 und H.E. Wichamnn4,5
1Außenstelle Raumklimatologie Erfurt, Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 2Department Environmental Health, University of Wageningen, 3ALK Laboratories, Horsholm, 4Iinstitut für Epidemiologie, GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 5Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Allergien gehören zu den Krankheiten mit – auch in Deutschland – ständig wachsenden Inzidenzraten. Eine Feldstudie soll in den kommenden Jahren den Einfluß raumklimatischer Faktoren auf das Erkrankungsgeschehen untersuchen. In einer Pilotphase wurde in insgesamt 25 Wohnungen die gesamte Meßmethodik erprobt; erste Aussagen zu relevanten Einflußgrößen und zur Datenqualität konnten abgeleitet werden. Diese Arbeit faßt die Ergebnisse von Untersuchungen über die Belastung des Innenraumes mit bakteriellem Endotoxin zusammen. Endotoxin wurde aus dem sedimentierten Staub von Küche, Wohn- und Schlafzimmer bestimmt und zusätzlich von der Oberfläche einer Matratze. Die aliquotierten Proben wurden in 3 Laboratorien und mit 3 unterschiedlichen Methoden analysiert. Als das am besten geeignete Verfahren erwies sich der chromogen-kinetische Limulus-Amöbozyten-Lysat- (LAL) Test. Die Belastung mit bakteriellem Endotoxin ist im Wohnbereich und in der Küche höher als im Schlafzimmer (Fußboden und Matratze). Deutlich höhere Endotoxinkonzentrationen wurden in den fensterlosen, wärmeren Küchen von Neubauten (n = 10) im Vergleich zu den traditionell mit Fenstern ausgestatteten Küchen von Altneubauten (n = 10) gefunden.Correspondence to:
Dr. med. habil. Dr.-Ing. W. Bischof, Gustav-Freytag-Staße 1, D–99096 Erfurt
Original
NO2-Konzentrationen in Erfurter Wohnungen – Entwicklung und Erprobung einer Meßstrategie für eine epidemiologische Studie
J. Cyrys, U. Beyer, J. Witthauer, J. Heinrich und H.E. Wichamnn
Price
42.00 $
Jahrgang 18 (1995) p. 511 - 517
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 11/1995, S. 511-517
NO2-Konzentrationen in Erfurter Wohnungen – Entwicklung und Erprobung einer Meßstrategie für eine epidemiologische Studie
J. Cyrys1, U. Beyer1, J. Witthauer3, J. Heinrich1 und H.E. Wichamnn1,2
1Institut für Epidemiologie, GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München, 3Außenstelle Raumklimatologie Erfurt, Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena
Die Rolle von Innenraumschadstoffen in Hinblick auf allergische Erkrankungen ist weitgehend unklar. Das gilt auch für Stickstoffdioxid (NO2), das überwiegend aus der Gasbenutzung in den Wohnungen stammt oder von außen in die Wohnungen eindringt. Zur Untersuchung dieser Zusammenhänge ist eine Quantifizierung der Innenraumexposition auf der Grundlage definierter Meßvorschriften notwendig. Da für epidemiologische Fragestellungen häufig Messungen über längere Zeiträume erforderlich sind, werden hierfür oft Passivsammler verwendet. In dieser Arbeit wurde ein Immissionsmeßverfahren zur Messung von NO2-Konzentrationen angewendet. Die Nachweisgrenze dieser Methode unter den Wohnungsbedingungen und bei einer siebentägigen Exposition der Passivsammler beträgt 7 µg/m3 und die Reliabilität kann aufgrund von Doppelbestimmungen mit 10% angegeben werden. Bei der horizontalen Variabilität der NO2-Konzentrationen in Wohnräumen konnten deutliche Unterschiede zwischen den Wohnungen, in denen Gas als Energiequelle benutzt wird, und den Wohnungen, wo kein Gas benutzt wird, festgestellt werden. Die höchsten NO2-Konzentrationen in Wohnungen mit Gas wurden in der Küche (34 µg/m3) gefunden. Im Schlafzimmer fand man die niedrigste mittlere NO2-Konzentration von 18 µg/m3. In den Wohnungen ohne Gas ist die Küche weniger belastet als die anderen Räume. Bei der vertikalen Verteilung der Meßwerte bestehen keine signifikanten Unterschiede zwischen den gefundenen Mittelwerten auf 3 Höhen. Ferner wurde durch eine zusätzliche Outdoor-Messung der Innen/Außen-Quotient der NO2-Konzentration in Erfurt mit 0,76 bestimmt. Dieser Quotient ist höher als in anderen Studien und die genauen Gründe hierfür bedürfen weiterer Untersuchungen.Correspondence to:
Dr. rer. nat. J. Cyrys, Postfach 1129, D–85758 Oberschleißheim
Original
Horizontale und vertikale Variabilität der Benzolkonzentrationen in Wohnungen
P. Schneider, I. Gebefügi, J. Heinrich, W. Bischof und H.E. Wichmann
Price
42.00 $
Jahrgang 18 (1995) p. 518 - 524
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 11/1995, S. 518-524
Horizontale und vertikale Variabilität der Benzolkonzentrationen in Wohnungen
P. Schneider1, I. Gebefügi2, J. Heinrich1, W. Bischof3 und H.E. Wichmann1,4
1Institut für Epidemiologie und 2Institut für Ökologische Chemie, GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 3Außenstelle Raumklimatologie Erfurt, Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 4Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München
In einer deutschen kollaborativen Studie zur Asthma-Epidemiologie soll unter anderem die Wirkung von Innenraumluftschadstoffen auf die Entwicklung von Asthma und Allergien untersucht werden. Für die dazu notwendige Quantifizierung der Exposition durch flüchtige organische aromatische Verbindungen wurden in einer Pilotphase in Erfurt im Winter 1994 in 20 Wohnungen Messungen mit Passivsammlern durchgeführt. Dabei wurden horizontale und vertikale Veränderungen von Wochenmittelwerten der Benzolkonzentration und deren Beziehung zur Außenluftbelastung analysiert: Im Wohnzimmer wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede der Benzolkonzentrationen in Abhängigkeit von den 3 Meßhöhen gefunden. Die mittleren Benzolkonzentrationen im Schlafzimmer gleichen jenen der Außenluft. In Wohnzimmer und Küche wurden gegenüber Außen statistisch signifikant höhere Benzolkonzentrationen gemessen. Die Rangkorrelationen zwischen Benzol-Außenluftkonzentrationen und Innenraum-Werten variieren zwischen 0,42 und 0,47, zwischen den einzelnen Zimmern wurden Korrelationskoeffizienten von 0,37 – 0,67 gefunden. Innen-Außen-Verhältnisse werden in Erfurt durch die bei Altbauten im Vergleich zu Neubauten tendenziell höheren Innenraumwerte bestimmt. Signifikante Unterschiede der Benzolkonzentration im Innenraum in Abhängigkeit von der Altersklasse der Wohnung waren jedoch nicht festzustellen.Correspondence to:
Dr. rer. nat. P. Schneider, Postfach 1129, D–85758 Oberschleißheim
Original
Die Häufigkeit von Asthma, Atemwegssymptomen und von allergischer Rhinitis bei Erwachsenen in einer ostdeutschen Großstadt. EC Respiratory Health Survey in Erfurt
J. Heinrich, E. Beck, G. Wassmer und H.E. Wichmann
Price
42.00 $
Jahrgang 18 (1995) p. 539 - 546
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 11/1995, S. 539-546
Die Häufigkeit von Asthma, Atemwegssymptomen und von allergischer Rhinitis bei Erwachsenen in einer ostdeutschen Großstadt. EC Respiratory Health Survey in Erfurt
J. Heinrich1, E. Beck1, G. Wassmer1 und H.E. Wichmann1,2
1Institut für Epidemiologie, GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Im Rahmen des EC Respiratory Health Survey zur Erfassung der Prävalenz von Asthma bronchiale und von allergischen Erkrankungen wurden im Zeitraum September 1991 bis November 1992 in der ostdeutschen Großstadt Erfurt 4.992 zufällig ausgewählte Erwachsene im Alter zwischen 20 und 44 Jahren und 1.299 zufällig ausgewählte Erwachsene im Alter von 45 bis 64 Jahren mit einem Screening-Fragebogen über das Auftreten von Asthmaanfällen, die Einnahme von Asthmamedikamenten sowie das Vorhandensein respiratorischer Symptome befragt. Die Häufigkeit der Einjahres-Asthma-Anfallsrate ist in der jüngeren Altersgruppe bei Männern niedriger als bei Frauen (1,1% versus 1,5%), in der älteren Gruppe jedoch höher als bei Frauen (1,5% versus 0,9%). In der jüngeren Altersgruppe nahmen zum Zeitpunkt der Befragung 1,5% der Männer und 1,7% der Frauen, in der älteren Gruppe 1,9% bzw. 3,6% Medikamente gegen Asthma ein. 12,8% der jüngeren Männer und 13,8% der jüngeren Frauen berichten über pfeifende oder brummende Atemgeräusche innerhalb des letzten Jahres. Bei den älteren Männern steigt diese Rate auf 14,8%, bei den Frauen fällt sie dagegen auf 10,1% ab. Die Häufigkeit der allergischen Rhinitis liegt bei Männern und Frauen gleich hoch: Rund 13% bei den Jüngeren und etwa 8% bei den Älteren.Correspondence to:
Dr. paed. J. Heinrich, Postfach 1129, D–85758 Oberschleißheim