Allergen-Immuntherapie
Definition von Pollenexpositionszeiten für klinische Studien zur Allergen-Immuntherapie bei polleninduzierter Rhinokonjunktivitis – ein EAACI-Positionspapier
O. Pfaar, K. Bastl, U. Berger, J. Buters, M.A. Calderon, B. Clot, U. Darsow, P. Demoly, S.R. Durham, C. Gala’n, R. Gehrig, R. Gerth van Wijk, L. Jacobsen, L. Klimek, M. Sofiev, M. Thibaudon und K.C. Bergmann
Price
42.00 $
Jahrgang 41 (2018) p. 386 - 399
Abstract
Allergologie, Jahrgang 41, Nr. 9/2018, S. 386-399
Definition von Pollenexpositionszeiten für klinische Studien zur Allergen-Immuntherapie bei polleninduzierter Rhinokonjunktivitis – ein EAACI-Positionspapier*
O. Pfaar1#2, K. Bastl3, U. Berger3, J. Buters4#5, M.A. Calderon6#7, B. Clot8, U. Darsow4#9, P. Demoly10#11, S.R. Durham6, C. Gala’n12, R. Gehrig13, R. Gerth van Wijk14, L. Jacobsen15, L. Klimek2, M. Sofiev16, M. Thibaudon17 und K.C. Bergmann18
1Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, Universitätsklinikum Mannheim, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, 2Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 3Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universität Wien, Österreich, 4ZAUM, Zentrum Allergie und Umwelt, Helmholtz Zentrum München, Technische Universität München, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), München, 5Kühne-Stiftung, Christine Kühne – Center for Allergy Research and Education (CK-CARE), München, 6Section of Allergy and Clinical Immunology, Imperial College London, London, 7National Heart & Lung Institute, Royal Brompton Hospital, London, UK, 8Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, Payerne, Schweiz, 9Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 10Département de Pneumologie et Addictologie, Hospital Arnaud de Villeneuve, University Hospital of Montpellier, Montpellier, 11INSERM UMR-S 1136, IPLESP, Equipe EPAR, Sorbonne Université, Paris, Frankreich, 12Department of Botany, Ecology and Plant Physiology, University of Córdoba, Córdoba, Spanien, 13Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, MeteoSchweiz, Zürich, Schweiz, 14Section of Allergology, Department of Internal Medicine, Erasmus MC, Rotterdam, Niederlande, 15ALC, Allergy Learning and Consulting, Copenhagen, Dänemark, 16Finnish Meteorological Institute, Helsinki, Finnland, 17RNSA (Réseau National de Surveillance Aérobiologique), Brussieu, Frankreich, 18Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Berlin
Hintergrund: Die Wirksamkeit der Allergen-Immuntherapie (AIT) bei Pollenallergie wurde in zahlreichen randomisierten kontrollierten Studien belegt. Die Analyse der zugrunde liegenden klinischen Endpunkte erfolgt bezogen auf bestimmte Zeiträume (Saisons), die anhand der Pollenkonzentration definiert sind. Es gibt jedoch bislang keine validierte oder allgemein anerkannte akademische oder behördliche Definition für die relevante Intensität der Pollenexposition oder für die entsprechenden Zeiträume (Saisons). Daher hat die Europäische Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) eine Arbeitsgruppe einberufen, um im Expertenkonsens entsprechende Definitionen zu entwickeln. Methoden: Eine Expertengruppe aus den EAACI-Interessensgruppen „Immunotherapy“ und „Aerobiology and Pollution“ sichtete zunächst die aktuelle Literatur, um die jeweils genutzten Definitionen der Pollenexposition für die Festlegung der relevanten Zeiträume für die Auswertung der Wirksamkeit bei AIT-Studien zu erfassen. Für die nachfolgende Konsensusfindung bezüglich optimierter Definitionen wurden die zugrunde liegenden Prinzipien bei der Messung der Pollenexposition sowie die damit zusammenhängenden methodologischen Probleme und Einschränkungen berücksichtigt. Ergebnisse: Die Arbeitsgruppe erarbeitete eine Definition von Pollenexpositionszeiträumen für verschiedene Pollentypen. Die Definitionen für „Pollen-Saison“, „Pollen-Hochsaison“ (bzw. „Höhepunkt der Pollensaison“) und „Tage mit hoher Pollenbelastung“ werden im Folgenden vorgestellt. Schlussfolgerung: Das hier vorliegende EAACI-Positionspapier liefert Definitionen für die Exposition gegenüber verschiedenen Pollentypen zur Bestimmung von Auswertezeiträumen in AIT-Studien. Ihre entsprechende weitere Validierung muss in zukünftigen Studien erfolgen.
*Erstpublikation in Allergy. 2017; 72: 713-722. DOI:10.1111/all.13092. Aktualisierter Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der EAACI und WILEY & Sons für die Übersetzung und den Nachdruck.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Oliver Pfaar
Universitäts-HNO-Klinik Mannheim
Universitätsklinikum Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected] und [email protected]
Positionspapier
Perspektiven für ein bundesweites Pollenmonitoring in Deutschland – Fachübergreifender Arbeitskreis „Bundesweites Pollenmonitoring“
R. Baeker, K.-C. Bergmann, J. Buters, T. Dümmel, C. Endler, T. Fuchs, S. Gilge, K. Gloyna, R. Heesen, C. Herr, M. Hicke, C. Höflich, L. Klimek, S. Kutzora, M. Langner, H.-G. Mücke, G. Petzold, S. Pleschka, S. Röseler, A. Schwalfenberg, S. Simon, W. Straff, A. Weber, B. Werchan und M. Werchan
Price
42.00 $
Jahrgang 43 (2020) p. 111 - 124
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 3/2020, S. 111-124
Perspektiven für ein bundesweites Pollenmonitoring in Deutschland – Fachübergreifender Arbeitskreis „Bundesweites Pollenmonitoring“
R. Baeker1, K.-C. Bergmann2,3, J. Buters3,4, T. Dümmel5, C. Endler6, T. Fuchs7, S. Gilge6, K. Gloyna8, R. Heesen9, C. Herr10, M. Hicke11, C. Höflich12, L. Klimek7, S. Kutzora13, M. Langner14,15, H.-G. Mücke12, G. Petzold11, S. Pleschka16, S. Röseler17, A. Schwalfenberg16, S. Simon11, W. Straff12, A. Weber10,13, B. Werchan2 und M. Werchan2
1Referat 43, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Infektionsschutz, Umwelthygiene, Zivil- und Katastrophenschutz, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg, Potsdam, 2Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Berlin, 3Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie, Berlin, 4Zentrum Allergie und Umwelt, Technische Universität München und Helmholtz Zentrum München, 5Institut für Meteorologie, Freie Universität Berlin, 6Referat Lufthygiene, Deutscher Wetterdienst, Freiburg, 7Ärzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 8Abteilung 3, Fachbereich Infektiologie, Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern, Rostock, 9VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss, Verein Deutscher Ingenieure, Düsseldorf, 10Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin, Gießen, 11Länderarbeitsgruppe umweltbezogener Gesundheitsschutz, 12Fachgebiet II 1.5, „Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung“, Umweltbundesamt, Berlin, 13AP 2 Arbeits- und Umweltmedizin/Epidemiologie, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, 14Abteilung II 4, „Luft“, Umweltbundesamt, Dessau, 15Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz, Ausschuss Luftqualität/Wirkungsfragen/Verkehr, 16Deutscher Allergie- und Asthmabund, Mönchengladbach, 17Klinik für Dermatologie und Allergologie, Rheinisch- Westfälische Technische Hochschule Aachen
Allergene Pollen sind natürliche, biologische luftgetragene Partikel und der Hauptauslöser allergischer Atemwegserkrankungen. Die Messung allergener Pollen ist Voraussetzung für die gesundheitliche Vorsorge und zeigt Veränderungen im Pollenspektrum an, wie sie zum Beispiel im Rahmen des Klimawandels zu erwarten sind. Das in Deutschland einzige bundesweite Pollenmessnetz wird durch die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) betrieben. Fortbestand und Weiterentwicklung (u. a. Hybrid-System aus manuellen und automatischen Pollenfallen) dieses Messnetzes sind finanziell jedoch nicht gesichert. Im Sommer 2017 formierte sich daher der fachübergreifende Arbeitskreis „Bundesweites Pollenmonitoring“, um sich über diesbezügliche Perspektiven für Deutschland auszutauschen. Für den Austausch kam der Arbeitskreis zwischen November 2017 und Juni 2018 zu 3 Gesprächstagen mit jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten zusammen. Die internen Protokolle zu den Gesprächstagen bildeten anschließend die Grundlage für die Erstellung des vorliegenden Positionspapiers, mit dem der Arbeitskreis seine Arbeit abschließt. Aufgrund der Bedeutung allergener Pollen für die menschliche Gesundheit und allergischer Erkrankungen für das Gesundheitssystem spricht sich der Arbeitskreis dafür aus, das bundesweite Pollenmonitoring in den Katalog staatlicher Aufgaben aufzunehmen, die der grundlegenden Versorgung der Bevölkerung mit wesentlichen Gütern und Dienstleistungen dienen (öffentliche Daseinsvorsorge). Hinsichtlich möglicher Zuständigkeiten im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge wurden im Arbeitskreis mehrere Lösungsansätze diskutiert. Unabhängig von der zukünftigen Zuständigkeit kommt der Kooperation von messtechnischen, klinischen und wissenschaftlichen Einrichtungen eine grundsätzliche Bedeutung für die adäquate gesundheitliche Vorsorge zu.
Dieses Positionspapier des fachübergreifenden Arbeitskreises „Bundesweites Pollenmonitoring“ ist eine Übernahme aus dem Bundesgesundheitsblatt [Bundesgesundheitsblatt 2019;62:652–61, https:// doi.org/10.1007/s00103- 019-02940-y]. Der Artikel wurde unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (http://creativecommons. org/licenses/ by/4.0/deed.de) veröffentlicht.Correspondence to:
Dr. Conny Höflich
Fachgebiet II 1.5, „Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung“
Umweltbundesamt
Corrensplatz 1
14195 Berlin
Email: [email protected]
Positionspapier
Allergen-Immuntherapie in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, ARIA, EAACI, DGAKI und GPA
L. Klimek, O. Pfaar, M. Worm et al.
Jahrgang 43 (2020) p. 165 - 175
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 5/2020, S. 165-175
Allergen-Immuntherapie in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, ARIA, EAACI, DGAKI und GPA
L. Klimek*A,D,E,G,1, O. Pfaar*A,E,G,2, M. Worm*E,3, K.-C. BergmannA,D,3, T. BieberA,4, R. BuhlA,5, J. ButersA,6, U. DarsowA,7, T. KeilA,8, J. Kleine-TebbeA,9, S. LauA,10, M. MaurerA,69, H. MerkA,D,11, R. MösgesA,E,G,12#13#14, J. SalogaE,15, P. StaubachD,15, P. StuteA,16, K. RabeA,17, U. RabeD,18, C. VogelmeierA,19, T. BiedermannA,7#20, K. JungD,21, W. SchlenterD, 22, J. RingA,D,23#24, A. ChakerA,E,G,25#26, W. WehrmannD,27, S. BeckerD,G,28, N. MülleneisenD,29, K. NematD,30#31, W. CzechD,32, H. WredeD,33, R. BrehlerD,34, T. FuchsD,35, P.-V. TomazicB,36, W. AbererB,37, A. Fink-WagnerB,38, F. HorakB,39, S. WöhrlB,40, V. Niederberger-LeppinB,41, I. Pali-SchöllB,42#43, W. PohlB,44, R. Roller-WirnsbergerB,45, O. SprangerB,38, R. ValentaB,46, M. AkdisH,47, C. AkdisH,47, K. Hoffmann-SommergruberH,43, M. JutelH,48, P. MatricardiA,49, F. SpertiniC,50, N. KhaltaevC,51, J.-P. MichelC,52, L. NicodC,53#54, P. Schmid-GrendelmeierC,55, E. HamelmannE,56, T. JakobE,57, T. WerfelE,58, M. WagenmannE,59, C. TaubeE,60, M. GerstlauerF, 67, C. VogelbergF, 68, J. BousquetA,61#62#63#64#65#66 und T. ZuberbierA,3
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2Sektion Rhinologie und Allergologie, Klinik für Hals-, Nasen-und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Philipps-Universität Marburg, 3Comprehensive Allergy Centre Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 4Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Bonn, 5III. Medizinische Klinik und Poliklinik Hämatologie, Internistische Onkologie und Pneumologie, Universitätsmedizin Mainz, 6Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 7Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München, 8Institut für klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilian- Universität, Würzburg, 9Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 10Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 11Abteilung Dermatologie & Allergologie, RWTH Aachen Universität, 12Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 13CRI – Clinical Research International Ltd., Hamburg, 14ClinCompetence Cologne GmbH, Köln, 15Hautklinik, Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, 16Europäische Vereinigung für Vitalität und Aktives Altern, Leipzig, 17Abteilung für Pneumologie, LungenClinic Grosshansdorf, 18Klinik für Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 19Klinik für Innere Medizin Schwerpunkt Pneumologie, Philipps-Universität Marburg, 20Einheit für Klinische Allergologie (EKA), Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Neuherberg, 21Praxis für Dermatologie, Immunologie und Allergologie, Erfurt, 22Ärzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 23Haut- und Laserzentrum an der Oper, München, 24Academia: München, 25HNO-Klinik des Klinikums rechts der Isar, Technische Universität München, 26Zentrum Allergie und Umwelt München (ZAUM); Helmholtz Zentrum München, 27Praxis für Dermatologie und Allergologie, Münster, 28Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universität Tübingen, 29Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, 30Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, 31Praxis für Kinderpenumologie/Allergologie am Kinderzentrum Dresden (Kid), Dresden, 32Klinik für Dermatologie, Universität Freiburg, 33Hals-, Nasenund Ohrenarzt, Nordrhein-Westfalen, 34Klinik für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, 35Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum, Georg-August-Universität, Göttingen, 36Klinische Abteilung für Allgemeine HNO, Medizinische Universität Graz, Österreich, 37Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Österreich, 38Global Allergy and Airways Patient Platform GAAPP, Wien, Österreich, 39Praxis für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Wien, Österreich, 40Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, Österreich, 41Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universität Wien, Österreich, 42Institut für Komparative Medizin, Interdisziplinäres Messerli Forschungsinstitut, Veterinärmedizinische Universität Wien und Medizinische Universität Wien, Österreich, 43Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universität Wien, Österreich, 44Abteilung für Atmungs- und Lungenkrankheiten, Krankenhaus Hietzing, Wien, Österreich, 45Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich, 46Institut für Pathophysiologie, Medizinische Universität Wien, Österreich, 47Swiss Institute of Allergy and Asthma Research (SIAF), University of Zurich, Davos, Schweiz, 48Department of Clinical Immunology, Medizinische Universität Breslau, Polen, 49Charité – Universitätsmedizin Berlin, 50Division of Allergy and Immunology, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne, Schweiz, 51GARD Chairman, Genf, Schweiz, 52Department of Rehabilitation and Geriatrics, University of Geneva, Genf, Schweiz, 53Clinique Cecil, Hirslanden Gruppe, Lausanne, Schweiz, 54Abteilung Pneumologie, Centre hospitalier universitaire vaudois, Lausanne, Schweiz, 55Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Schweiz, 56Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsmedizin OWL der Universität Bielefeld, 57Klinik für Dermatologie, Allergologie, Universitätsklinikum Gießen, UKGM, Justus-Liebig-Universität Gießen, 58Klinik fürDermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 59HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, 60Klinik für Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen, 61MACVIA-France, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 62INSERM U 1168, VIMA: Ageing and Chronic Diseases Epidemiological and Public Health Approaches, Villejuif, 63Université Versailles St-Quentin-en-Yvelines, UMR-S 1168, Montigny le Bretonneux, Frankreich, 64Euforea, Brussels, Belgien, 65Charité, Universitätsmedizin Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, 66Berlin Institute of Health, Comprehensive Allergy Center, Department of Dermatology and Allergy, Berlin, 67Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, Medizinische Universität Augsburg, 68Klinik für Kinderpneumologie und Allergologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 69Dermatologische Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Positionspapier der deutschen ARIA-GruppeA in Kooperation mit der österreichischen ARIA-GruppeB, der schweizerischen ARIA-GruppeC, dem Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA)D, der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)E, und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA)F in Kooperation mit der AG Klinische Immunologie, Allergologie und Umweltmedizin der DGHNO-KHCG und der Europäischen Akademie für Allergologie und klinische Immunologie (EAACI)H
Übersetzte und inhaltlich auf die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz adaptierte Fassung des ARIA/EAACI-Positionspapiers: Klimek L et al.: Handling of AIT in COVID-19 pandemics. Allergy. 2020 (in press).
*Autoren sind gemeinsame ErstautorenCorrespondence to:
Prof. Dr. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Positionspapier
Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2- entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
L. Klimek, O. Pfaar, M. Worm, et al.
Jahrgang 43 (2020) p. 255 - 271
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 7/2020, S. 255-271
Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2- entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
L. Klimek*A,G,H,1, O. Pfaar*B,G,H,2, M. Worm*B,3, T. Eiwegger*H,4#5#6, J. Hagemann*A,7, M. OllertE,H,8#9, E. UntersmayrH,10, K. Hoffmann-SommergruberH,10, A. VultaggioH,11, I. AgacheH,12, S. BavbekH,13, A. BossiosH,14#15, I. CasperA,1#16#17, S. ChanH,18, A. ChatzipetrouH,19, C. VogelbergC,20, D. FirinuH,21, P. KauppiH,22, A. KoliosH,16#23, A. KothariH,4, A. MatucciH,11, O. PalomaresH, 24, Z. SzépfalusiD,25, W. PohlD,26, W. HötzeneckerD,27, A.R. RosenkranzD,28, K.-C. BergmannA,B,3, T. BieberG,29, R. BuhlB,F,G,30, J. ButersG,31, U. DarsowG,32, T. KeilG,33, J. Kleine-TebbeA,34, S. LauB,H,35, M. MaurerG,H,98, H. MerkA,36, R. MösgesB,37#38#39, J. SalogaB,40, P. StaubachA,40, U. JappeA,B,H,41, K.F. RabeG,42, U. RabeA,42, C. VogelmeierG,44, T. BiedermannB,H,32#45, K. JungA,46, W. SchlenterA,47, J. RingA,B,48#49, A. ChakerA,H,50#51, W. WehrmannA,52, S. BeckerA,53, L. FreudelspergerA,7, N. MülleneisenA,54, K. NematA,55, W. CzechA,56, H. WredeA,57, R. BrehlerA,58, T. FuchsA,59, P.-V. TomazicH,60, W. AbererD,61, A.-H. Fink-WagnerD,62, F. HorakD,F,63, S. WöhrlD,64, V. Niederberger-LeppinG,65, I. Pali-SchöllG,10#66#67, W. PohlG,68, R. Roller-WirnsbergerG,69, O. SprangerG,70, R. ValentaG,71#94#95#96, M. AkdisH,72, P.M. MatricardiA,73, F. Spertini74, N. Khaltaev75, J.-P. Michel76, L. Nicod77, P. Schmid- Grendelmeier78, M. IdzkoG,79, E. HamelmannB,80, T. Jakob81, T. WerfelB,82, M. WagenmannB,83, C. TaubeB,84, E. Jensen-JarolimD,H,10#66, S. KornA,30, F. HentgesE,85, J. SchwarzeH,86, L. O´MahonyH,87, E.F. KnolH,88, S. del GiaccoH,89, T. Chivato PérezH,90, J. Bousquet**G,91#92#93#94#95, T. Zuberbier**G,H,3, C. Akdis**G,H,72 und M. Jutel**H,96#97
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2HNO-Universitätsklinik Marburg, Sektion Rhinologie und Allergologie, Medizinische Fakultät Marburg, Philipps-Universität Marburg, 3Comprehensive Allergy Center Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 4Translational Medicine Program, Peter Gilgan Centre for Research and Learning, Hospital for Sick Children, Toronto, Ontario, Canada, 5Division of Immunology and Allergy, Food Allergy and Anaphylaxis Program, The Hospital for Sick Children, Toronto, Ontario, Canada, 6Department of Immunology, University of Toronto, Toronto, Ontario, Canada, 7Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz, 8Department of Infection and Immunity, Luxembourg Institute of Health (LIH), Esch-sur-Alzette, Luxemburg, 9Department of Dermatology and Allergy Center, Odense Research Center for Anaphylaxis, University of Southern Denmark, Odense, Dänemark, 10Institute of Pathophysiology and Allergy Research, Center of Pathophysiology, Infectiology and Immunology, Medizinische Fakultät der Universität Wien, Wien, Österreich, 11Immunoallergology Unit, Careggi University Hospital, Florenz, Italien, 12Transylvania University, Brasov, Rumänien, 13Ankara University, School of Medicine, Department of Chest Disease, Division of, Immunology and Allergy, Ankara, Turkey, 14Abteilung für Atemwegsmedizin und Allergie, Karolinska University Hospital, Huddinge und Abteilung für Medizin, Huddinge, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, 15Zentrum für Allergieforschung, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, 16Department of Immunology, University Hospital Zürich, Zürich, Schweiz, 17Faculty of Medicine, University of Zürich, Zürich, Schweiz, 18Guy’ and St. Thomas’NHS Foundation Trust, Westminster Bridge Road, London, United Kingdom King’ College London School of Life Course Sciences & School of Immunology & Microbial Sciences, King’ Health Partners, Großritannien, 19Allergy Unit 2nd Department of Dermatology and Venereology, National University of Athens, Medical School, University General Hospital „TTIKON“ Athen, Griechenland, 20Universitäsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik fü Kinder- und Jugendmedizin, Fachbereich Kinderpneumologie/Allergologie, Dresden, 21Department of Medical Sciences and Public Health, University of Cagliari, Monserrato, Italien, 22Abteilung fü Allergie, Entzüdungszentrum, Universitäsklinikum Helsinki, Helsinki, Finnland, 23Department of Medicine, Beth Israel Deaconess Medical Center, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts, USA, 24Department of Biochemistry and Molecular Biology, Chemistry School, Complutense University of Madrid, Spanien, 25Abteilung fü Päiatrische Pulmologie, Allergologie und Endokrinologie, Universitäsklinik fü Kinderund Jugendheilkunde, Comprehensive Center for Pediatrics, Medizinische Universitä Wien, Wien, Öterreich, 26Abteilung fü Atmungs- und Lungenerkrankungen, Krankenhaus Hietzing, Wien, Öterreich, 27Abteilung fü Dermatologie und Venerologie, Kepler Universitäsklinikum, Linz, Öterreich, 28Klinische Abteilung fü Nephrologie, Universitäsklinik fü Innere Medizin, Medizinische Universitä Graz, Graz, Öterreich, 29Klinik fü Dermatologie und Allergologie, Universitä Bonn, Bonn, 30Schwerpunkt Pneumologie, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitäsmedizin Mainz, Mainz, 31Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) Technische Universitä und Helmholtz Zentrum Müchen, 32Klinik und Poliklinik fü Dermatologie und Allergologie der Technischen Universitä Müchen, 33Institut fü Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universitä Wüzburg, 34Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 35Klinik fü Päiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité–Universitäsmedizin Berlin, 36Abteilung Dermatologie und Allergologie, RWTH Universitä, Aachen, 37Medizinische Fakultä der Universitä zu Kön, 38CRI –Clinical Research International Ltd., Hamburg, 39ClinCompetence Cologne GmbH, Kön, 40Hautklinik und Poliklinik, Universitäsmedizin Mainz, 41Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie des Forschungszentrums Borstel, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums fü Lungenforschung (DZL); Interdisziplinäe Allergie- Ambulanz, Medizinische Klinik III, Universitä zu Lüeck, 42LungenClinic Großansdorf, Großansdorf, 43Klinik fü Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläing Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 44Klinik fü Innere Medizin Schwerpunkt Pneumologie, Philipps-Universitä Marburg, 45Einheit fü Klinische Allergologie (EKA), Helmholtz Zentrum Müchen, German Research Center for Environmental Health GmbH, Neuherberg, 46Praxis fü Dermatologie, Immunologie und Allergologie, Erfurt, 47Äzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 48Haut- und Laserzentrum an der Oper, Müchen, 49Academia Müchen, 50HNO-Klinik, Universitäsklinik TUM, Müchen, 51ZAUM, Helmholtz Zentrum Müchen, 52Praxis fü Dermatologie und Allergologie, Müster, 53Klinik fü Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitä Tüingen, 54Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, 55Klinik fü Kinderund Jugendmedizin, Universitäsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden; Praxis fü Kinderpenumologie/ Allergologie am Kinderzentrum Dresden (Kid), Dresden, 56Praxis und Klinik fü Dermatologie/Allergologie am Schwarzwald-Baar Klinikum, Villingen-Schwenningen, 57Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Nordrhein- Westfalen, 58Universitäsklinikum Müster, Klinik fü Hautkrankheiten, Ambulanz fü Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Müster, 59Klinik fü Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitäsklinikum, Georg-August-Universitä, Götingen, 60Klinische Abteilung fü allgemeine HNO, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 61Universitäsklinik fü Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 62Global Allergy and Airways Patient Platform GAAPP, Wien, Öterreich, 63Allergiezentrum Wien West, Wien, Öterreich, 64Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, Öterreich, 65Universitäsklinik fü Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 66Komperative Medizin, Interdisziplinäes Messerli Forschungsinstitut, Veterinämedizinische Universitä Wien, Medizinische Universitä Wien, 67Institut fü Pathophysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universitä Wien, 68Abteilung fü Atmungs- und Lungenerkrankungen, Krankenhaus Hietzing, Wien, Öterreich, 69Universitäsklinik fü Innere Medizin, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 70Öterreichische Lungenunion, Wien, Öterreich, 71Immunopathologie, Abteilung fü Pathophysiologie und Allergieforschung, Zentrum fü Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 72Swiss Institute of Allergy and Asthma Research (SIAF), University of Zurich, Davos, Schweiz, 73Charité– niversitäsmedizin Berlin, 74Division of Allergy and Immunology, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne, Schweiz, 75GARD Chairman, Genf, Schweiz, 76Department of Rehabilitation and Geriatrics, University of Geneva, Genf, Schweiz, 77Clinic Cecil of Hirslanden Group of Lausanne; Centre Hôitalier Universitaire du canton de Vaud Lausanne, Schweiz, 78Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitässpital Züich, Schweiz, 79Klinische Abteilung fü Pneumologie, Universitäsklinik fü Innere Medizin II, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 80Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitäsmedizin OWL der Universitä Bielefeld, 81Klinik fü Dermatologie und Allergologie, Universitäsklinikum Gießn, UKGM, Justus-Liebig-Universitä, Gießn, 82Klinik fü Dermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 83HNO-Klinik, Universitäsklinikum Düseldorf, 84Universitäsklinikum Essen (Aö), 85Service Immunologie-Allergologie Centre Hospitalier de Luxembourg, Luxemburg, 86Kinderleben und Gesundheit, Universitä von Edinburgh, Schottland, Großritannien, 87Medicine and Microbiology, APC Microbiome Ireland, National University of Ireland, Cork, Irland, 88Departments of Immunology, Dermatology and Allergology, University Medical Center Utrecht; Niederlande, 89Universitàdegli Studi di Cagliari, Cagliari, Italien, 90University Foundation San Pablo CEU, Madrid, Spanien, 91MACVIA-France, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 92INSERM U 1168, VIMA: Ageing and chronic diseases Epidemiological and public health approaches, Villejuif, Frankreich, 93UniversitéVersailles St-Quentin-en-Yvelines, UMR-S 1168, Montigny le Bretonneux, Frankreich, 94Euforea, Brussels, Belgien, 95Berlin Institute of Health, Comprehensive Allergy Center, Department of Dermatology and Allergy, Charité Universitäsmedizin Berlin, Humboldt- Universitä zu Berlin, 96Department of Clinical Immunology, Wrocłw Medical University, Wrocłw, Polen, 97ALL-MED Medical Research Institute, Wrocłw, Polen, 98Dermatologische Allergologie, Allergie- Centrum-Charité Klinik fü Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité–Universitäsmedizin Berlin
Hintergrund: Die Behandlung von Patienten mit Allergien und atopieassoziierten Erkrankungen wurde seit Beginn der COVID-19-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Empfehlungen zum „social distancing“ und die Angst der Patienten vor einer Infektion in medizinischen Einrichtungen haben zu einer drastischen Abnahme der persönlichen Arzt-Patienten-Kontakte geführt. Hiervon sind Akutversorgung und Behandlung chronisch Kranker gleichermaßen betroffen. Die Immunantwort nach SARS-CoV-2-Infektion ist bislang nur unzureichend bekannt und könnte durch eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern günstig aber auch ungünstig verändert werden. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko von Allergikern für einen schwereren COVID-19-Krankheitsverlauf. Zahlreiche Patientinnen und Patienten befinden sich unter laufender Therapie mit Biologika, die über verschiedene Ansätze Typ 2 Immunantworten inhibieren. Es besteht Unklarheit über mögliche immunologische Interaktionen und potenzielle Risiken dieser Biologika im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2.
Methodik: Für die vorliegende Publikation wurde eine selektive Literaturrecherche in PubMed, Livivo und im World Wide Web für die zurückliegenden 10 Jahre (Zeitraum Mai 2010 – April 2020) durchgeführt. Darüber hinaus wurden hier die aktuellen, dort nicht enthaltenen deutschsprachigen Publikationen analysiert. Auf Grundlage dieser Daten gibt dieses Positionspapier Empfehlungen für die Behandlung mit Biologika bei Patienten mit allergischen und Atopie assoziierten Erkrankungen in der COVID-19-Pandemie.
Ergebnisse: Zur Aufrechterhaltung von Präsenzsprechstunden muss eine sichere und an die Pandemiesituation adaptierte Behandlungsumgebung geschaffen werden. Verlässliche Studiendaten zur Versorgung komplex erkrankter Atemwegs-, Atopie- und Allergiepatienten in Zeiten imminenter Infektionsgefahr durch SARS-CoV-2 fehlen bis dato. Typ-2-geprägte Immunreaktionen, wie sie bei Allergiepatienten oft vorliegen, könnten auf die verschiedenen Phasen von COVID-19 Einfluss nehmen, indem sie beispielsweise Immunreaktionen bremsen. Das könnte sich theoretisch in der frühen Phase der SARS-Cov-2 Infektion ungünstig, in der späten Phase schwerer Verläufe während eines „cytokine storm“ (Zytokinsturm) günstig auswirken. Da es dafür bisher aber keine Belege gibt, sollten alle Daten von Patienten unter einem gegen Typ-2 Immunreaktionen gerichteten Biologikum, die an COVID-19 erkranken, in Registern gesammelt und ihre Krankheitsverläufe dokumentiert werden, um in Zukunft erfahrungsbasierte Handlungsanweisungen geben zu können.
Schlussfolgerung: Die Therapie mit Biologika zur Behandlung von Asthma bronchiale, atopischer Dermatitis, chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen und spontaner Urtikaria sollte in der aktuellen COVID-19-Pandemie bei Patienten ohne Infektionsverdacht oder nachgewiesene SARS-CoV-2 Infektion unverändert fortgesetzt werden. Falls verfügbar ist es empfehlenswert, eine Formulierung zur Eigenapplikation zu bevorzugen und ein telemedizinisches Monitoring anzubieten. Behandlungsziel sollte sein, schwer kontrollierbare allergische und atopische Erkrankungen durch angemessene Bedarfs- und Add-on-Therapie bestmöglich einzustellen und die Notwendigkeit systemischer Glukokortikosteroide zu vermeiden. Im Falle eines begründeten Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 sollte die Therapie individuell durch Abwägung von Nutzen und Risiken als Einzelfallentscheidung unter Einbeziehung des Patienten bestimmt werden. Hierbei ist zu bedenken, dass mögliche Einflüsse von Biologika auf die Immunantwort bei COVID-19 aktuell nicht genau bekannt sind. Telemedizinische Angebote sind insbesondere für akuten Beratungsbedarf bei geeigneten Patienten wünschenswert.
*Autoren sind gemeinsame Erstautoren.
**Autoren sind gemeinsame Letztautoren.
Zitierweise der Erstpublikation:
Klimek L, Pfaar O, Worm M et al. Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2-entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie. Allergologie, 2020; 43: 255-271.Correspondence to:
Prof. Dr. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
DGAKI InSight 8/2021
Wir stellen uns vor: Sektion Umwelt und Arbeitsmedizin der DGAKI
J. Buters und M. Raulf
Jahrgang 44 (2021) p. 663 - 664
Abstract
Wir stellen uns vor: Sektion Umwelt und Arbeitsmedizin der DGAKI
J. Buters und M. Raulf
Pollen: Messung – Krankheit – Management
Automatisches Pollen-Monitoring
J. Buters, M. Gonzalez-Alonso, L. Klimek, J.C. Simon und R. Treudler
Price
42.00 $
Jahrgang 44 (2021) p. 932 - 942
Abstract
Allergologie, Jahrgang 44, Nr. 12/2021, S. 932-942
Automatisches Pollen-Monitoring
J. Buters1, M. Gonzalez-Alonso1, L. Klimek2, J.C. Simon3 und R. Treudler3
1ZAUM- Zentrum Allergie und Umwelt, Technische Universität München/Helmholtzzentrum München, 2Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 3Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Leipzig
Pollen gehören zu den häufigsten Allergieauslösern in Deutschland, neben Allergenen von Hausstaubmilben, Katze und Hund. Da der Pollenflug nicht oder überwiegend nicht direkt anthropogen verursacht ist, gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte. Folglich findet sich die messtechnische Erfassung und Überwachung des Pollenflugs auch nicht im Portfolio von den für die Überwachung von anthropogenen Luftbeimengungen zuständigen Landesumweltämtern. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) wird, konsistent zum Beschluss der 92. Gesundheitsministerkonferenz (2019), ein bundesweites, automatisches Pollenmessnetz aufbauen, sobald geeignete Pollenmonitore zur Verfügung stehen. Pollen sind visuell leicht identifizierbar. Weil die EDV-gesteuerte Bilderkennung rasante Fortschritte macht, war es nur eine Frage der Zeit, bis Computer statt Analysten zum Pollenmonitoring eingesetzt wurden. Wurde am Anfang nur mit Bilderkennung gearbeitet, so war doch der Erfindergeist geweckt und andere Messprinzipien wurden zusätzlich entwickelt. Pollen sind biologische Partikel und enthalten Tryptophan, Riboflavin, NAD(P)H etc., welche eine Fluoreszenz aufweisen. Momentan sind kommerzielle Geräte vorhanden, die meistens mittels Bilderkennung, aber auch mit Holographie oder mit (multiplem) Fluoreszenz-Monitoring arbeiten. Das Fachgebiet des automatischen Pollenmonitorings hat sich wissenschaftlich etabliert, und wird jetzt peu-a-peu in der Praxis umgesetzt. Dabei ist Deutschland weltweit führend, aber andere Länder holen rasch auf. Für Deutschland reicht ein Blick auf die Website „pollenscience.eu“, um zu ahnen, was momentan entwickelt wird. Welches System sich am Ende durchsetzen wird, ist derzeit noch unklar; wahrscheinlich wird es in Europa mehrere Systeme nebeneinander geben. Zu hoffen wäre immerhin, dass in Deutschland nur ein System flachendeckend eingeführt wird, weil das die Vergleichbarkeit der Resultate und die Weiterentwicklung der Methoden vereinfachen würde. Für die allergische Patient/-in oder ihre behandelnde Ärzt/-in sollte es egal sein von welchem System die Daten kommen – wichtig ist, dass alle Pollenflugdaten online, in lokaler Auflösung, kostenlos und benutzerfreundlich zur Verfügung stellt. In Bayern und einigen anderen Regionen ist es bereits so weit (www.epin.bayern.de; www.pollenscience.eu), weil dort der Freistaat die notwendigen Finanzmittel langfristig zur Verfügung stellt. Es ist zu erwarten, dass mit Unterstützung von Allergologen dies in anderen Bundesländern auch möglich sein könnte.Correspondence to:
Prof. Dr. rer. pharm. Jeroen Buters
ZAUM – Zentrum Allergie & Umwelt
Technische Universität München
Biedersteinerstrasse 29
80802 München
Email: [email protected]
Pollen: Messung – Krankheit – Management
Automatisches Pollen-Monitoring
J. Buters, M. Gonzalez-Alonso, L. Klimek, J.C. Simon und R. Treudler
Price
42.00 $
Jahrgang 48 (2022) p. 66 - 76
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 48, Nr. 2/2022, S. 66-76
Automatisches Pollen-Monitoring
J. Buters1, M. Gonzalez-Alonso1, L. Klimek2, J.C. Simon3 und R. Treudler3
1ZAUM- Zentrum Allergie und Umwelt, Technische Universität München/Helmholtzzentrum München, 2Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 3Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Leipzig
Pollen gehören zu den häufigsten Allergieauslösern in Deutschland, neben Allergenen von Hausstaubmilben, Katze und Hund. Da der Pollenflug nicht oder überwiegend nicht direkt anthropogen verursacht ist, gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte. Folglich findet sich die messtechnische Erfassung und Überwachung des Pollenflugs auch nicht im Portfolio von den für die Überwachung von anthropogenen Luftbeimengungen zuständigen Landesumweltämtern. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) wird, konsistent zum Beschluss der 92. Gesundheitsministerkonferenz (2019), ein bundesweites, automatisches Pollenmessnetz aufbauen, sobald geeignete Pollenmonitore zur Verfügung stehen. Pollen sind visuell leicht identifizierbar. Weil die EDV-gesteuerte Bilderkennung rasante Fortschritte macht, war es nur eine Frage der Zeit, bis Computer statt Analysten zum Pollenmonitoring eingesetzt wurden. Wurde am Anfang nur mit Bilderkennung gearbeitet, so war doch der Erfindergeist geweckt und andere Messprinzipien wurden zusätzlich entwickelt. Pollen sind biologische Partikel und enthalten Tryptophan, Riboflavin, NAD(P)H etc., welche eine Fluoreszenz aufweisen. Momentan sind kommerzielle Geräte vorhanden, die meistens mittels Bilderkennung, aber auch mit Holographie oder mit (multiplem) Fluoreszenz-Monitoring arbeiten. Das Fachgebiet des automatischen Pollenmonitorings hat sich wissenschaftlich etabliert, und wird jetzt peu-a-peu in der Praxis umgesetzt. Dabei ist Deutschland weltweit führend, aber andere Länder holen rasch auf. Für Deutschland reicht ein Blick auf die Website „pollenscience.eu“, um zu ahnen, was momentan entwickelt wird. Welches System sich am Ende durchsetzen wird, ist derzeit noch unklar; wahrscheinlich wird es in Europa mehrere Systeme nebeneinander geben. Zu hoffen wäre immerhin, dass in Deutschland nur ein System flachendeckend eingeführt wird, weil das die Vergleichbarkeit der Resultate und die Weiterentwicklung der Methoden vereinfachen würde. Für die allergische Patient/-in oder ihre behandelnde Ärzt/-in sollte es egal sein von welchem System die Daten kommen – wichtig ist, dass alle Pollenflugdaten online, in lokaler Auflösung, kostenlos und benutzerfreundlich zur Verfügung stellt. In Bayern und einigen anderen Regionen ist es bereits so weit (www.epin.bayern.de; www.pollenscience.eu), weil dort der Freistaat die notwendigen Finanzmittel langfristig zur Verfügung stellt. Es ist zu erwarten, dass mit Unterstützung von Allergologen dies in anderen Bundesländern auch möglich sein könnte.
Erstpublikation in Allergologie, Jahrgang 44, Nr. 12/2021, S. 932-942.Correspondence to:
Prof. Dr. rer. pharm. Jeroen Buters
ZAUM – Zentrum Allergie & Umwelt
Technische Universität München
Biedersteinerstrasse 29
80802 München
Email: [email protected]
Aus dem Weißbuch: Allergie für Deutschland
Allergien und Umwelteinflüsse
T. Lob-Corzilius, J. Buters, S. Harner, N. Knappe und M. Raulf
Price
42.00 $
Jahrgang 49 (2026) p. 36 - 48
Abstract
Allergologie, Jahrgang 49, Nr. 1/2026, S. 36-48
Allergien und Umwelteinflüsse
T. Lob-Corzilius1, J. Buters2, S. Harner3, N. Knappe4 und M. Raulf5
1WAG Umweltmedizin GPA, Aachen, 2ZAUM – Zentrum Allergie und Umwelt, Technische Universität, München, 3Abteilung für Padiatrische Pneumologie und Allergologie, Krankenhaus Barmherzige Bruder, Klinik St. Hedwig, KinderUniKlinik Ostbayern (KUNO), Regensburg, 4Praxis für Kinderpneumologie und Allergologie Dr. Nemat/Dr. End, Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt, Dresden, 5Kompetenz-Zentrum Allergologie/ Immunologie, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA), Bochum
Nachdruck aus der 5. Auflage Auflage des "Weißbuch Allergie in Deutschland". Kapitel 2.1.Correspondence to:
Dr. med. Thomas Lob-Corzilius
Kinder- und Jugendarzt i. R.
Allergologie, Kinderpneumologie, Umweltmedizin
Wielandstraße 15
49078 Osnabrück
Email: [email protected]