Originalarbeit
Erhebung von Lungenfunktionsnormalwerten (Spirometrie) bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Die LUNOKID-Studie
D. Berdel, C. Beckmann, A. von Berg, M. Gappa, S. Illi, U. Krämer, C. Müller-Brandes, A. Schuster, G. Seitner, G. Steinkamp und M. Wisbauer für die LUNOKID-Studiengruppe
Price
42.00 $
Jahrgang 36 p. 395 - 404
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 36, Nr. 10/2010, S. 395–404
Erhebung von Lungenfunktionsnormalwerten (Spirometrie) bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Die LUNOKID-Studie
D. Berdel1, C. Beckmann1, A. von Berg1, M. Gappa2, S. Illi3, U. Krämer4, C. Müller-Brandes5, A. Schuster6, G. Seitner4, G. Steinkamp7 und M. Wisbauer6 für die LUNOKID-Studiengruppe
1Forschungsinstitut zur Prävention von Allergien und Atemwegserkrankungen an der 2Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital Wesel, 3Kinderklinik und Kinderpoliklinik, Dr. von Haunersches Kinderspital, München, 4Institut für Umweltmedizinische Forschung, Düsseldorf, 5Pädiatrische Pulmonologie und Neonatologie, Medizinische Hochschule Hannover, 6Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf, 7Klinische Forschung, Medizinisch-wissenschaftliches Publizieren, Hannover
Hintergrund: In der Diagnostik von Atemwegserkrankungen spielt die Lungenfunktionsprüfung auch bei Kindern eine entscheidende Rolle. Da Kinder und Jugendliche sich im Wachstum befinden und auch die Größe der Lunge und der Atemwege zunimmt, werden Messergebnisse von Kindern im Vergleich zu Lungenfunktionsmessergebnissen einer Population bewertet, die bezüglich Alter und somatischer Messgrößen vergleichbar ist. Die Qualität der verwendeten Referenzwerte ist entscheidend für die Bewertung von Messergebnissen. Allerdings werden in der Regel Referenzwerte von Kindern aus den 1970er, 1980er und 1990er Jahren verwendet, obwohl sich der Körperbau und die Entwicklung von Kindern in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Ziel der Studie: Erhebung aktueller Lungenfunktionsnormalwerte bei gesunden Kindern im Alter von 4 – 18 Jahren beiderlei Geschlechts. Methode: Die Messungen wurden in randomisiert ausgewählten Klassenstufen aller Schulen/ Schultypen und Kindergärten in 3 Regionen Deutschlands durchgeführt (Wesel, Düsseldorf, Hannover). Mithilfe eines Fragebogens, der sich an den der ISAAC-Studie anlehnt, wurde sichergestellt, dass das Kind nicht an Atemwegserkrankungen oder an anderen Störungen litt, die die Messergebnisse beeinflussen könnten. Speziell geschultes Studienpersonal untersuchte die Kinder während des Unterrichts direkt an den Schulen/Kindergärten. Die Spirometrie mit Fluss-Volumen-Kurve (Parameter: FEV1, FEV0,5, FEV0,75, PEF, FVC, MEF25, MEF50, MEF75) wurde über ein Spirometer der Firma ndd Medizintechnik AG, Zürich, durchgeführt. Zuvor wurden Körperlänge und Körpergewicht des Kindes gemessen. Alle Daten wurden in einer zentralen Datenbank erfasst. Um sicherzustellen, dass die Messungen technisch einwandfrei sind, erfolgte eine externe Qualitätskontrolle. Dazu wurden alle Spirometrie-Kurven (Fluss/Volumen, Fluss/Zeit) der Messungen, die in die Datenbank eingehen sollten, von Experten begutachtet. Ergebnis: Zwischen August 2007 und Juni 2009 wurden bei 5.397 Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 – 18 Jahren Lungenfunktionsuntersuchungen durchgeführt. Bei 3.228 der Probanden waren die Messergebnisse der Lungenfunktion akzeptabel. Von diesen konnten 1.941 Kinder und Jugendliche als gesund eingestuft und in die Auswertung einbezogen werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut zur Prävention von Allergien und Atemwegserkrankungen
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital Wesel
Pastor-Janssen-Straße 8 – 38
D–46483 Wesel
Email: [email protected]
Originalarbeit
Erhebung von Lungenfunktionsnormalwerten (Spirometrie) bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Die LUNOKID-Studie
D. Berdel, C. Beckmann, A. von Berg, M. Gappa, S. Illi, U. Krämer, C. Müller-Brandes, A. Schuster, G. Seitner, G. Steinkamp und M. Wisbauer für die LUNOKID-Studiengruppe
Price
42.00 $
Jahrgang 22 p. 148 - 157
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 22, Nr. 4/2010, S. 148-157
Erhebung von Lungenfunktionsnormalwerten (Spirometrie) bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland: Die LUNOKID-Studie
D. Berdel1, C. Beckmann1, A. von Berg1, M. Gappa2, S. Illi3, U. Krämer4, C. Müller-Brandes5, A. Schuster6, G. Seitner4, G. Steinkamp7 und M. Wisbauer6 für die LUNOKID-Studiengruppe
1Forschungsinstitut zur Prävention von Allergien und Atemwegserkrankungen an der 2Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital Wesel, 3Kinderklinik und Kinderpoliklinik, Dr. von Haunersches Kinderspital, München, 4Institut für Umweltmedizinische Forschung, Düsseldorf, 5Pädiatrische Pulmonologie und Neonatologie, Medizinische Hochschule Hannover, 6Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf, 7Klinische Forschung, Medizinisch-wissenschaftliches Publizieren, Hannover
Hintergrund: In der Diagnostik von Atemwegserkrankungen spielt die Lungenfunktionsprüfung auch bei Kindern eine entscheidende Rolle. Da Kinder und Jugendliche sich im Wachstum befinden und auch die Größe der Lunge und der Atemwege zunimmt, werden Messergebnisse von Kindern im Vergleich zu Lungenfunktionsmessergebnissen einer Population bewertet, die bezüglich Alter und somatischer Messgrößen vergleichbar ist. Die Qualität der verwendeten Referenzwerte ist entscheidend für die Bewertung von Messergebnissen. Allerdings werden in der Regel Referenzwerte von Kindern aus den 1970er, 1980er und 1990er Jahren verwendet, obwohl sich der Körperbau und die Entwicklung von Kindern in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Ziel der Studie: Erhebung aktueller Lungenfunktionsnormalwerte bei gesunden Kindern im Alter von 4 – 18 Jahren beiderlei Geschlechts. Methode: Die Messungen wurden in randomisiert ausgewählten Klassenstufen aller Schulen/ Schultypen und Kindergärten in 3 Regionen Deutschlands durchgeführt (Wesel, Düsseldorf, Hannover). Mithilfe eines Fragebogens, der sich an den der ISAAC-Studie anlehnt, wurde sichergestellt, dass das Kind nicht an Atemwegserkrankungen oder an anderen Störungen litt, die die Messergebnisse beeinflussen könnten. Speziell geschultes Studienpersonal untersuchte die Kinder während des Unterrichts direkt an den Schulen/Kindergärten. Die Spirometrie mit Fluss-Volumen-Kurve (Parameter: FEV1, FEV0,5, FEV0,75, PEF, FVC, MEF25, MEF50, MEF75) wurde über ein Spirometer der Firma ndd Medizintechnik AG, Zürich, durchgeführt. Zuvor wurden Körperlänge und Körpergewicht des Kindes gemessen. Alle Daten wurden in einer zentralen Datenbank erfasst. Um sicherzustellen, dass die Messungen technisch einwandfrei sind, erfolgte eine externe Qualitätskontrolle. Dazu wurden alle Spirometrie-Kurven (Fluss/Volumen, Fluss/Zeit) der Messungen, die in die Datenbank eingehen sollten, von Experten begutachtet. Ergebnis: Zwischen August 2007 und Juni 2009 wurden bei 5.397 Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 – 18 Jahren Lungenfunktionsuntersuchungen durchgeführt. Bei 3.228 der Probanden waren die Messergebnisse der Lungenfunktion akzeptabel. Von diesen konnten 1.941 Kinder und Jugendliche als gesund eingestuft und in die Auswertung einbezogen werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut zur Prävention von Allergien und Atemwegserkrankungen
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital Wesel
Pastor-Janssen-Straße 8 – 38
D–46483 Wesel
Email: [email protected]
Epidemiologie in der Allergologie
GINIplus und LISAplus. Design und ausgewählte Ergebnisse zweier deutscher Geburtskohorten zum natürlichen Verlauf atopischer Erkrankungen sowie deren Determinanten
J. Heinrich, I. Brüske, C. Cramer, U. Hoffmann, M. Schnappinger, B. Schaaf, A. von Berg, D. Berdel, U. Krämer, I. Lehmann, O. Herbarth, M. Borte, A. Grübl, C.P. Bauer, C. Beckmann, H. Behrendt, J. Ring und S. Koletzko
Price
42.00 $
Jahrgang 35 p. 20 - 31
Abstract
Allergologie, Jahrgang 35, Nr. 1/2012, S. 20–31
GINIplus und LISAplus. Design und ausgewählte Ergebnisse zweier deutscher Geburtskohorten zum natürlichen Verlauf atopischer Erkrankungen sowie deren Determinanten
J. Heinrich1, I. Brüske1, C. Cramer2, U. Hoffmann3, M. Schnappinger1, B. Schaaf4, A. von Berg5, D. Berdel5, U. Krämer2, I. Lehmann6, O. Herbarth7, M. Borte8, A. Grübl2, C.P. Bauer2, C. Beckmann4, H. Behrendt9, J. Ring10 und S. Koletzko11
1Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Kinderklinik, Technische Universität München, 4Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Bad Honnef, 5Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 6Department Expositionsforschung und Epidemiologie, UFZ – Helmholtz Zentrum, Leipzig, 7Institut für Umweltmedizin und Hygiene, Medizinische Fakultät, Universität Leipzig, 8Kinderklinik, Städtisches Klinikum St. Georg, Leipzig, 9Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 10Christine Kühne Center of Allergy Research and Education (CK-CARE), Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Technische Universität München, 11Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München
Der Anstieg der Prävalenzen von Asthma, Heuschnupfen und allergischer Sensibilisierung in Westdeutschland während der Zeit der deutschen Teilung und der rasche Anstieg dieser Krankheitshäufigkeit bei ostdeutschen Kindern und Jugendlichen nach der Wiedervereinigung sind untrügliche Zeichen für die herausragende Rolle von lebensstilabhängigen und umweltbezogenen Determinanten der Entwicklung atopischer Erkrankungen. Dabei spielt die perinatale Entwicklungsphase, in der das Immunsystem geprägt wird, vermutlich eine besondere Rolle. Deswegen können potenzielle Determinanten epidemiologisch am besten mittels Geburtskohorten bzw. Schwangerschaftskohorten untersucht werden. Gegenstand dieses Übersichtsartikels ist es, das Design der zwei großen deutschen Geburtskohorten GINIplus und LISAplus zu beschreiben und ausgewählte Ergebnisse zu atopischen Erkrankungen darzustellen. Mit GINIplus und LISAplus wurden Mitte bis Ende der 90er Jahre 5.991 bzw. 3.097 gesunde, reife Neugeborene in München, Wesel, Leipzig und Bad Honnef rekrutiert. Nach 10 Jahren sind noch circa 55% der Kohorte im Langzeitbeobachtungsprogramm eingeschlossen. Im Vordergrund standen bislang Fragen des natürlichen Verlaufs atopischer Erkrankungen sowie lebensstil- und umweltabhängige Faktoren. Darüber hinaus wurden Gene für atopische Erkrankungen, intermediäre Phänotypen sowie für oxidativen Stress verantwortliche Gene bestimmt und analysiert, ob deren Genvarianten den Einfluss identifizierter Umweltfaktoren modifizieren können. Die bisherigen Ergebnisse der beiden Geburtskohorten GINIplus und LISAplus tragen maßgeblich zu den Kenntnissen über atopische Erkrankungen und deren Determinanten bei.Correspondence to:
Dr. J. Heinrich
Institut für Epidemiologie I
Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Email: [email protected]
Epidemiologie in der Allergologie
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg, B. Filipiak-Pittroff, U. Krämer, E. Link, J. Heinrich, S. Koletzko, A. Grübl, U. Hoffmann, C. Beckmann, D. Reinhardt, C.P. Bauer, E. Wichmann, und D. Berdel
Price
42.00 $
Jahrgang 35 p. 32 - 43
Abstract
Allergologie, Jahrgang 35, Nr. 1/2012, S. 32–43
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg1, B. Filipiak-Pittroff1, U. Krämer2, E. Link2, J. Heinrich3, S. Koletzko4, A. Grübl5, U. Hoffmann5, C. Beckmann1, D. Reinhardt, C.P. Bauer5, E. Wichmann3, und D. Berdel1
1Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 2Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München, 5Kinderklinik der Technischen Universität München
Neben Umweltfaktoren stellen die genetische Disposition und ein früher Allergenkontakt wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung von Allergien dar. In dem Bestreben, die allergene Last für den allergiegefährdeten Säugling in den ersten Lebensmonaten zu reduzieren, wurden hypoallergene Säuglingsnahrungen, sogenannte Hydrolysatnahrungen zur primären Prävention als Ergänzung oder Ersatz von Muttermilch eingesetzt. Bei dem für die ersten 3 Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt (FKZ 01 EE 9401-4), das unter dem Namen German Infant Nutritional Intervention-Program als „GINI-Studie“ bekannt wurde, handelt es sich um eine Geburtskohorte mit zunächst auf 3 Jahre geplantem Follow-up. Das Ziel der prospektiven, randomisierten, doppelblinden Untersuchung war es, den Einfluss der Ernährung mit unterschiedlicher hypoallergener Säuglingsnahrung in den ersten 4 – 6 Lebensmonaten auf die Entstehung einer Allergie bei Kindern mit anamnestisch bekannter familiärer Allergiebelastung bei Eltern und/oder leiblichen Geschwistern zu untersuchen. Die Zuweisung der Probanden zu einem der vier Interventionsarme (partiell hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Kaseinbasis und eine konventionelle Kuhmilchformula) erfolgte randomisiert und stratifiziert nach familiärer Allergiebelastung (einfach/beide Eltern) und Geburtsklinik. Die Rekrutierung erfolgte in 18 Geburtsabteilungen durch die drei beteiligten klinischen Zentren (Marien-Hospital-Wesel, Universitätskinderkliniken der Ludwig- Maximilians-Universität und der Technischen Universität München) im Zeitraum vom 01.09.1995 bis zum 30.06.1998. Parallel zur Interventionsstudie wurde in den Studienzentren eine nicht-interventionelle, komplementäre Beobachtungskohorte aus Kindern mit oder ohne Allergierisiko rekrutiert und mittels jährlichen, von den Eltern auszufüllenden Fragebögen verfolgt. Beide Studienarme zusammen – die GINI-Interventionsstudie (GINI-I, N = 2252) und die nicht-interventionelle Beobachtungsstudie (GINI-NI, N = 3739) ergänzen sich zu der bevölkerungsbezogenen Studie GINIplus (s. auch Artikel J. Heinrich et al. in diesem Heft). Als Ergebnis aus der Interventionsstudie zeigte sich, dass Säuglingsnahrungen auf Basis eines Milch-Protein-Hydrolysats gegenüber nicht hydrolysierter Säuglingsnahrung auf Basis intakten Kuhmilchproteins eine in ihrer Höhe unterschiedliche präventive Wirkung bezüglich allergischer Manifestation bis ins Schulalter haben. Dieser Effekt ist im Wesentlichen durch den Interventionseffekt auf die atopische Dermatitis bedingt. Er entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten und persistiert ohne Reboundeffekt. Im Einschulalter ist die kumulative Inzidenz des atopischen Ekzem in den Formula-Gruppen zwischen 26% und 45% reduziert. Eine Wirkung der Hydrolysatnahrungen auf die respiratorischen Allergien Asthma und allergische Rhinokonjunktivitis war nicht nachweisbar. Die Gegenüberstellung des Interventionsund Beobachtungsarms der GINIplus-Studie zeigte, dass das Risiko für ein Ekzem durch eine familiäre Allergiebelastung um das doppelte erhöht wird. Die frühe Intervention mit Kuhmilchhydrolysaten konnte dieses Risiko substantiell bis zum 6. Lebensjahr senken, während bei Randomisierung zur regulären Kuhmilchformula dieses Risiko im Vergleich zu Risikokindern der Beobachtungsgruppe tendenziell höher lag. Die Untersuchungsergebnisse der GINIplus-Kohorte haben somit zur Klärung lange kontrovers diskutierter Fragen beigetragen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
46483 Wesel
Email: [email protected]
Übersicht
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg, B. Filipiak- Pittroff, U. Krämer, E. Link, J. Heinrich, S. Koletzko, A. Grübl, U. Hoffmann, C. Beckmann, D. Reinhardt, C.P. Bauer, E. Wichmann und D. Berdel
Price
42.00 $
Jahrgang 24 p. 45 - 56
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 24, Nr. 2/2012, S. 45–56
Die German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) zur präventiven Wirkung von Hydrolysatnahrungen bei Kindern mit Allergierisiko. Design und ausgewählte Ergebnisse
A. von Berg1, B. Filipiak-Pittroff1, U. Krämer2, E. Link2, J. Heinrich3, S. Koletzko4, A. Grübl5, U. Hoffmann5, C. Beckmann1, D. Reinhardt, C.P. Bauer5, E. Wichmann3, und D. Berdel1
1Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 2Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München, 5Kinderklinik der Technischen Universität München
Neben Umweltfaktoren stellen die genetische Disposition und ein früher Allergenkontakt wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung von Allergien dar. In dem Bestreben, die allergene Last für den allergiegefährdeten Säugling in den ersten Lebensmonaten zu reduzieren, wurden hypoallergene Säuglingsnahrungen, sogenannte Hydrolysatnahrungen zur primären Prävention als Ergänzung oder Ersatz von Muttermilch eingesetzt. Bei dem für die ersten 3 Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt (FKZ 01 EE 9401-4), das unter dem Namen German Infant Nutritional Intervention-Program als „GINI-Studie“ bekannt wurde, handelt es sich um eine Geburtskohorte mit zunächst auf 3 Jahre geplantem Follow-up. Das Ziel der prospektiven, randomisierten, doppelblinden Untersuchung war es, den Einfluss der Ernährung mit unterschiedlicher hypoallergener Säuglingsnahrung in den ersten 4 – 6 Lebensmonaten auf die Entstehung einer Allergie bei Kindern mit anamnestisch bekannter familiärer Allergiebelastung bei Eltern und/oder leiblichen Geschwistern zu untersuchen. Die Zuweisung der Probanden zu einem der vier Interventionsarme (partiell hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Molkenbasis, extensiv hydrolysierte Formula auf Kaseinbasis und eine konventionelle Kuhmilchformula) erfolgte randomisiert und stratifiziert nach familiärer Allergiebelastung (einfach/beide Eltern) und Geburtsklinik. Die Rekrutierung erfolgte in 18 Geburtsabteilungen durch die drei beteiligten klinischen Zentren (Marien-Hospital-Wesel, Universitätskinderkliniken der Ludwig- Maximilians-Universität und der Technischen Universität München) im Zeitraum vom 01.09.1995 bis zum 30.06.1998. Parallel zur Interventionsstudie wurde in den Studienzentren eine nicht-interventionelle, komplementäre Beobachtungskohorte aus Kindern mit oder ohne Allergierisiko rekrutiert und mittels jährlichen, von den Eltern auszufüllenden Fragebögen verfolgt. Beide Studienarme zusammen – die GINI-Interventionsstudie (GINI-I, N = 2252) und die nicht-interventionelle Beobachtungsstudie (GINI-NI, N = 3739) ergänzen sich zu der bevölkerungsbezogenen Studie GINIplus. Als Ergebnis aus der Interventionsstudie zeigte sich, dass Säuglingsnahrungen auf Basis eines Milch-Protein-Hydrolysats gegenüber nicht hydrolysierter Säuglingsnahrung auf Basis intakten Kuhmilchproteins eine in ihrer Höhe unterschiedliche präventive Wirkung bezüglich allergischer Manifestation bis ins Schulalter haben. Dieser Effekt ist im Wesentlichen durch den Interventionseffekt auf die atopische Dermatitis bedingt. Er entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten und persistiert ohne Reboundeffekt. Im Einschulalter ist die kumulative Inzidenz des atopischen Ekzem in den Formula-Gruppen zwischen 26% und 45% reduziert. Eine Wirkung der Hydrolysatnahrungen auf die respiratorischen Allergien Asthma und allergische Rhinokonjunktivitis war nicht nachweisbar. Die Gegenüberstellung des Interventionsund Beobachtungsarms der GINIplus-Studie zeigte, dass das Risiko für ein Ekzem durch eine familiäre Allergiebelastung um das doppelte erhöht wird. Die frühe Intervention mit Kuhmilchhydrolysaten konnte dieses Risiko substantiell bis zum 6. Lebensjahr senken, während bei Randomisierung zur regulären Kuhmilchformula dieses Risiko im Vergleich zu Risikokindern der Beobachtungsgruppe tendenziell höher lag. Die Untersuchungsergebnisse der GINIplus-Kohorte haben somit zur Klärung lange kontrovers diskutierter Fragen beigetragen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
D-46483 Wesel
Email: [email protected]
Allergologie select
GINIplus and LISAplus. Design and selected results of two German birth cohorts about natural course of atopic diseases and its determinants
J. Heinrich, I. Brüske, C. Cramer, U. Hoffmann, M. Schnappinger, B. Schaaf, A. von Berg, D. Berdel, U. Krämer, I. Lehmann, O. Herbarth, M. Borte, A. Grübl, C.P. Bauer, C. Beckmann, H. Behrendt, J. Ring and S. Koletzko
Volume 1 (2017) p. 85 - 95
Abstract
Allergologie select, Volume 1, No. 1/2017 (85-95)
GINIplus and LISAplus. Design and selected results of two German birth cohorts about natural course of atopic diseases and its determinants
J. Heinrich1, I. Brüske1, C. Cramer2, U. Hoffmann3, M. Schnappinger1, B. Schaaf4, A. von Berg5, D. Berdel5, U. Krämer2, I. Lehmann6, O. Herbarth7, M. Borte8, A. Grübl2, C.P. Bauer2, C. Beckmann4, H. Behrendt9, J. Ring10 and S. Koletzko11
1Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 2Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Kinderklinik, Technische Universität München, 4Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Bad Honnef, 5Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 6Department Expositionsforschung und Epidemiologie, UFZ – Helmholtz Zentrum, Leipzig, 7Institut für Umweltmedizin und Hygiene, Medizinische Fakultät, Universität Leipzig, 8Kinderklinik, Städtisches Klinikum St. Georg, Leipzig, 9Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM), Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 10Christine Kühne Center of Allergy Research and Education (CK-CARE), Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Technische Universität München, 11Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München
The increasing prevalence of asthma, hay fever and allergic sensitization in Western Germany after division in 1949 and the rapid increase in East German children after re-unification in 1990 are strong indications for the role of life-style and/or environmental factors for development of atopic diseases. Obviously the perinatal period is crucial for priming the immune system. Therefore, explorations of determinants of atopic diseases need pregnancy or birth cohorts as most appropriate epidemiological study designs. This review presents the design and selected results of the two German birth cohorts GINIplus and LISAplus. GINIplus and LISAplus recruited 5.991 and 3.097 healthy, term newborns from Munich, Wesel, Leipzig and Bad Honnef. Approximatly 55% could be followed for the first 10 years. We analyzed the natural course of atopic diseases and the role of life-style, environmental and genetic factors for disease onset, intermediate phenotypes and for genes involved in detoxification and oxidative stress. The results of these two large birth cohorts contributed substantially to the understanding of atopic diseases and its determinants.Correspondence to:
Dr. J. Heinrich
Institut für Epidemiologie I
Helmholtz Zentrum München
Ingolstädter Landstraße 1
D–85764 Neuherberg
Email: [email protected]
Allergologie select
The German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) for the preventive effect of hydrolysed infant formulas in infants at high risk for allergic diseases. Design and selected results
A. von Berg, B. Filipiak-Pittroff, U. Krämer, E. Link, J. Heinrich, S. Koletzko, A. Grübl, U. Hoffmann, C. Beckmann, D. Reinhardt, C.P. Bauer, E. Wichmann, and D. Berdel
Volume 1 (2017) p. 28 - 39
Abstract
Allergologie select, Volume 1, No. 1/2017 (28-38)
The German Infant Nutritional Intervention Study (GINI) for the preventive effect of hydrolysed infant formulas in infants at high risk for allergic diseases. Design and selected results
A. von Berg1, B. Filipiak-Pittroff1, U. Krämer2, E. Link2, J. Heinrich3, S. Koletzko4, A. Grübl5, U. Hoffmann5, C. Beckmann1, D. Reinhardt, C.P. Bauer5, E. Wichmann3, and D. Berdel1
1Forschungsinstitut, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Marien-Hospital, Wesel, 2Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), Düsseldorf, 3Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Neuherberg, 4Dr. von Hauner‘sches Kinderspital, Ludwig-Maximilian-Universität München, 5Kinderklinik der Technischen Universität München
In the complex interaction between certain environmental factors and genetic disposition, the early allergen exposure plays a major role in the development of allergic diseases. In aiming to reduce the allergen burden for the infant at risk during early infancy, cow milk protein hydrolysate infant formulas (hypoallergenic infant formulas) are appropriate alternatives to breastfeeding for primary allergy prevention. The German Infant Nutritional Intervention- Program (GINI) was supported for the first 3 years of the study by the German Ministry for Education and Research (BMBF) (FKZ 01 EE 9401-4). It is a birth cohort which was primarily scheduled until the children were 3 years old. The aim of the prospective, randomised, double-blind intervention study was to investigate the impact of different cow milk protein hydrolysate infant formulas in the first 4 – 6 months on the development of allergic diseases in children at risk due to at least one parent or biological sibling with a history of an allergic disease. The allocation to one of the 4 intervention formulas (partial whey hydrolysate, extensive whey hydrolysate, extensive casein hydrolysate or standard cow’s milk formula) was randomised and stratified by family history (single/biparental) and the respective obstetric clinic. Recruitment was carried out by the three clinical centers (Research Institute Marien-Hospital Wesel, Children’s Department, Ludwigs-Maximilians-University München and Children’s Department Technical University München) in 18 obstetric clinics between 01.09.1995 and 30.06.1998. Along with the intervention study a non-interventional, complementary observational cohort of children with or without allergy risk was recruited and followed by annual self-reporting parental questionnaires. The GINI intervention study (GINI-I, N = 2.252) and the non-interventional observation study (GINI-NI, N = 3.739) are combined in the population-based GINIplus study (see article J. Heinrich et al. in this journal). The results of the GINI intervention study confirm that, cow milk protein hydrolysate infant formulas have a preventive effect on allergic manifestation compared with a standard cow milk formula, until school age. However, the dimension of the effect is different between the formulas. This effect, which is mainly driven by the effect on atopic eczema, develops in the first months of life and persists without rebound. In the formula-groups the cumulative incidence of atopic eczema until school age is reduced between 26% and 45% compared with standard cow milk formula. A beneficial effect of the hydrolysate formulas on the respiratory manifestations asthma and rhinoconjunctivitis, however, could not be shown. By comparing the GINI-intervention and non-intervention arm of the GINIplus study it was demonstrated, that a family history for allergy doubles the risk for eczema in the offspring. Early intervention with cow milk protein hydrolysate infant formulas is able to substantially compensate this risk for eczema until the age of 6 years. In contrast, by randomisation to standard cow milk formula this risk showed a trend towards a higher incidence compared with children at risk from the non-intervention group. Thus, the results of the GINIplus study have contributed to answer some of the controversially discussed questions.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Forschungsinstitut
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
D–46483 Wesel
Email: [email protected]