Empfehlungen
Empfehlungen zur Diagnose und Therapie der Sinusitis und Polyposis nasi
C. Bachert, K. Hörmann, R. Mösges, G. Rasp, H. Riechelmann, R. Müller, H. Luckhaupt, B.A. Stuck und C. Rudack
Price
42.00 $
Jahrgang 26 p. 52 - 72
Abstract
C. Bachert, K. Hörmann, R. Mösges, G. Rasp, H. Riechelmann, R. Müller, H. Luckhaupt, B.A. Stuck und C. Rudack
Sektion HNO der DGAI, Arbeitsgemeinschaften der DG-HNO: 1Klinische Immunologie, Allergologie und Umweltmedizin, 2Endoskopie, 3Infektiologie, *Vorsitz; HNO-Klinik, Universität Gent, Belgien, HNO-Klinik, Universität Mannheim, Abteilung für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie, Universität Köln, HNO-Klinik, Klinikum Großhadern, Universität München, HNO-Klinik, Universität Ulm, HNO-Klinik, Universität Dresden, HNO-Klinik, Klinikum Dortmund, HNO-Klinik, Universität Münster
Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
HNO-Klinik
Universitätskrankenhaus Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Leitlinie
Leitlinie der DGAI zur allergischen Rhinokonjunktivitis
C. Bachert, U. Borchard, B. Wedi, L. Klimek, G. Rasp, H. Riechelmann, G. Schultze-Werninghaus, U. Wahn und J. Ring
Price
42.00 $
Jahrgang 26 p. 147 - 162
Abstract
Al ler gol o gie, Jahr gang 26, Nr. 4/2003, S. 147–162
Leitlinie der DGAI zur allergischen Rhinokonjunktivitis
C. Bachert, U. Borchard, B. Wedi, L. Klimek, G. Rasp, H. Riechelmann, G. Schultze-Werninghaus, U. Wahn und J. Ring
Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
HNO-Universitätsklinik Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Originalarbeit
Die topische intranasale Therapie der allergischen Rhinitis
B. Lange und C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 26 p. 177 - 195
Abstract
Al ler gol o gie, Jahr gang 26, Nr. 5/2003, S. 177–195
Die topische intranasale Therapie der allergischen Rhinitis
B. Lange1 und C. Bachert2
1Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf, 2Kliniek voor Neus-, Keel- en Oorheelkunde, UZ Gent, Belgien
Internationale und nationale Richtlinien zur allergischen Rhinitis sprechen den topischen Glukokortikosteroiden als wirksamste Arzneimittel eine führende Rolle in der Therapie dieser häufigsten atopischen Erkrankung zu. Während ihre überlegene Wirksamkeit gegenüber oralen Antihistaminika durch Reviews und eine Metaanalyse belegt ist, fehlen vergleichbare Arbeiten zu den verschiedenen topischen Therapiemöglichkeiten der allergischen Rhinitis. Anhand eines systematischen Reviews publizierter randomisierter klinischer Studien unter Zuhilfenahme direkter und indirekter metaanalytischer Methoden wurde die Wirksamkeit nasaler Glukokortikosteroide, nasaler Antihistaminika und Chromone verglichen. Die topischen Steroide haben sich dabei in Übereinstimmung mit den Leitlinien als auf alle nasalen Symptome wirksamste topische Behandlungsmöglichkeit der allergischen Rhinitis erwiesen und können in Deutschland auch als kosteneffektivste topische Therapie angesehen werden. In den Verordnungen zur saisonalen allergischen Rhinitis sind sie zumindest in Deutschland, gemessen an ihrer überlegenen Wirksamkeit und den Behandlungsempfehlungen, stark unterrepräsentiert. Eine höhere Wirksamkeit topischer Antihistaminika gegenüber Chromonen konnte nur bedingt durch direkt vergleichende Studien bestätigt werden, ein indirekter Vergleich über plazebokontrollierte Studien zeigte keine Überlegenheit. Eine weitere Differenzierung nasaler Therapiemöglichkeiten der allergischen Rhinitis mittels randomisierter klinischer Studien ist erforderlich, wobei Mindestangaben zu bestimmten Parametern zu fordern sind.Correspondence to:
B. Lange
Institut für Atemwegsforschung GmbH
Benrodestraße 9
D-40597 Düsseldorf
Übersichten
Polyposis nasi – ein klinisches Update
D. Harder, D. Holzmann, P. Schmid-Grendelmeier und C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 26 p. 474 - 481
Abstract
Allergologie, Jahrgang 26, Nr. 11/2003, S. 474–481
Polyposis nasi – ein klinisches Update
D. Harder1, D. Holzmann2, P. Schmid-Grendelmeier1 und C. Bachert3
1Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich,2Klinik und Poliklinik Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie,Universitätsspital Zürich, 3HNO-Klinik, Universitätskrankenhaus Gent
Die Polyposis nasi (Pn) findet sich bei ca 1 – 4% der Bevölkerung und ist häufig mit anderen Krankheitsbildern assoziiert: in bis zu 25% der Fälle mit einer ASS-Intoleranz und in bis zu 40% der Fälle mit einem intrinsischen Asthma. Andere häufig assoziierte Erkrankungen sind z.B. allergische Pilzsinusitis, primäre Ziliendyskinesie und Churg-Strauss-Syndrom. Vermehrt exprimierte Chemokine mit eosinophilenattraktiver Wirkung wie Eotaxin und RANTES sowie die konstant erhöhte Sekretion von IL-5 erklären die vermehrte Zahl von Eosinophilen in der Nasenschleimhaut bei Polyposis nasi. Zudem spielt die Kolonisation mit Mikroorganismen, vor allem Staphylokokken, eine wesentliche Rolle, indem diese Superantigen freisetzen und eine lokale Erhöhung von IL-5 und IgE bewirken. Die Diagnose der Pn wird klinisch, mittels Rhinoskopie, Endoskopie sowie mittels CT gestellt. Zudem sollte eine allergologische Diagnostik und Abklärung der unteren Luftwege erfolgen. An Behandlungsmaßnahmen bieten sich neben Kortikosteroiden und operativen Verfahren auch die antibiotische Therapie, die ASS-Deaktivierung sowie die Leukotrienantagonisten an.Correspondence to:
Dr. med. D. Harder
Allergiestation
Dermatologische Klinik
Universitätsspital Zürich
Gloriastraße 31
CH-8091 Zürich
25 Jahre "Allergologie"
H.-W. Baenkler, L. Jäger und C. Bachert
Jahrgang 25 p. 1 - 4
Abstract
Al ler go lo gie, Jahr gang 25, Nr. 1/2002, S. 1–4
25 Jahre "Allergologie"
H.-W. Baenkler, L. Jäger und C. Bachert
Correspondence to:
Claus Bachert, Gent
Leitlinien
Das Management der allergischen Rhinitis und ihr Einfluß auf das Asthma
C. Bachert und B. Lange (Übersetzung)
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 7 - 18
Abstract
Das Management der allergischen Rhinitis und ihr Einfluß auf das Asthma
C. Bachert und B. Lange (Übersetzung)
Ein Leitfaden für Ärzte und Fachpersonal auf Grundlage des Workshop-Berichts
„Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma“ in Zusammenarbeit mit der
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Übersetzung ins Deutsche durch C. Bachert, Gent und B. Lange, Düsseldorf
Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
Kliniek voor Neus, Keel- en Oorheelkunde
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Übersicht
Desloratadin: Profil eines modernen Antihistaminikums
C. Bachert und B. Lange
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 24 - 33
Abstract
Allergologie, Jahrgang 25, Nr. 1/2002, S. 24–33
Desloratadin: Profil eines modernen Antihistaminikums
C. Bachert1 und B. Lange2
1Kliniek voor Neus-, Keel- en Oorheelkunde, UZ Gent, 2Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf
Das Antihistaminikum Desloratadin ist in Deutschland für die Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis und der chronischen idiopathischen Urtikaria zugelassen. Von anderen modernen Antihistaminika hebt es sich insbesondere durch sein breites Spektrum antiinflammatorischer Effekte, seine starke H1-Rezeptoraffinität sowie seine pharmakokinetischen Eigenschaften ab. Dieses Profil spiegelt sich in einer ausgezeichneten klinischen Wirksamkeit bei allergischer Rhinitis, begleitenden Asthmasymptomen und bei der Urtikaria sowie einer Verträglichkeit vergleichbar Plazebo wieder. Desloratadin ist konsistent wirksam gegen die nasale Obstruktion.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
Kliniek voor Neus, Keel- en Oorheelkunde
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Originalarbeiten
Sublinguale Immuntherapie. Eine Bestandsaufnahme mit kontrollierten Studien zu Wirksamkeit, Verträglichkeit, Langzeiteffekten und Prävention bei Kindern und Erwachsenen mit Präparaten von ALK-Scherax
C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 30 p. 1 - 14
Abstract
C. Bachert
Kliniek voor Neus-, Keel- und Ooerheelkunde, UZ Gent
Hintergrund: Zur sublingualen Immuntherapie liegen zahlreiche Studien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit vor, die allerdings in puncto Wirksamkeit und Verträglichkeit sehr heterogene Ergebnisse aufweisen. Eine Bewertung der Studien in Abhängigkeit von einzelnen Allergen-Präparaten fehlt. Dies erscheint jedoch erforderlich angesichts der Tatsache, dass sich die Präparate hinsichtlich Herstellung und Allergen-Standardisierung und damit in ihrer therapeutischen Potenz unterscheiden. Darauf macht auch die neue S2-Leitlinie führender allergologischer Fachverbände in Deutschland aufmerksam. Der Forderung einer herstellerspezifischen Analyse soll mit der vorliegenden Übersicht Rechnung getragen werden. Methoden: Es werden die Ergebnisse von 15 doppelblind, plazebokontrollierten Studien zusammenfassend vorgestellt, in denen die Wirksamkeit von Majorallergen-standardisierten SLIT-Präparaten von ALK-Scherax an Kindern und Jugendlichen (7 Studien, n = 363) sowie Erwachsenen (8 Studien, n = 704) untersucht wurden. Außerdem wird eine aktuelle Metaanalyse zur Wirksamkeit überwiegend von ALK-SLIT-Produkten bei Kindern und Jugendlichen herangezogen und Studien dieser Produkte mit Kindern zu Verträglichkeit (3 Studien, n = 748), Langzeitoutcome und Präventivwirkung dargestellt. Ergebnisse: Die sublinguale Behandlung von Allergien des Respirationstrakts aufgrund unterschiedlicher Sensibilisierungen (Hausstaubmilben, Gräser-, Baum-, Glaskrautpollen) mit den Majorallergen-standardisierten Präparaten von ALK-Scherax erweist sich als wirksam (hauptsächliche Zielparameter Symptom- und Medikationsscores) und sicher. Unerwünschte Reaktionen waren meist mild und von lokaler Natur. Anaphylaktische Reaktionen wurden nicht beobachtet. Eine Langzeitwirkung bis zu 5 Jahren über das Absetzen des Präparats hinaus als auch ein Präventiveffekt auf eine Asthmaentwicklung wurden ebenfalls für die ALK-Produkte nachgewiesen. Schlussfolgerung: Mit dem vorliegenden Review wird der in der aktuellen S2-Leitlinie festgestellten Tatsache Rechnung getragen, dass Allergen-Präparate verschiedener Anbieter, die sich in Herstellungsverfahren und Allergenstandardisierung unterscheiden, hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht vergleichen lassen. Eine Aussage zur Effektivität der SLIT lässt sich demnach zum jetzigen Zeitpunkt nur für die einzelnen herstellerspezifischen Produkte gesondert treffen. Für die ALK-SLIT-Produkte fällt die Bewertung von Wirksamkeit und Verträglichkeit auf Basis kontrollierter Studien bei Kindern und Erwachsenen positiv aus. Darüber hinaus wurde bislang nur für diese Präparate eine Langzeitwirkung sowie eine Risikoreduktion gegenüber einer Asthmaentwicklung nachgewiesen.Correspondence to:
Korrespondenz an:
Prof. Dr. med. C. Bachert
Kliniek voor Neus-, Keel- & Oorheelkunde
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: [email protected]
Übersicht
Staphylokokken-Superantigene bei Atemwegserkrankungen: Eine Übersicht. Teil 1*: Die Rolle von S.-aureus-Enterotoxinen bei allergischer Rhinitis und Nasenpolypen
C. Bachert, P. Gevaert, N. Zhang, T. van Zele und C. Perez-Nov
Price
42.00 $
Jahrgang 30 p. 129 - 138
Abstract
C. Bachert, P. Gevaert, N. Zhang, T. van Zele und C. Perez-Nov
URL (Upper Airway Research Laboratory), HNO-Universitätsklinik, Gent
Gram-positive Keime von Staphylococcus aureus können grundsätzlich klassische und aus dem “enterotoxic gene cluster” (egc) stammende Enterotoxine (SE) freisetzen, die als Superantigene wirken und die Funktionen von T- und B-Zellen, Eosinophilen und anderen inflammatorischen und strukturellen Zellen effektiv beeinflussen. Die Stimulation kann zu einer TH2-polarisierten eosinophilen Entzündung sowie zu multiklonaler Immunglobulin-Produktion führen, wodurch die Atemwegserkrankung in den oberen und unteren Atemwegen amplifiziert wird. Kürzlich konnte Staphylococcus aureus intramukosal bzw. intrazellulär nachgewiesen werden, möglicherweise setzt der Keim auch von dort aus Superantigene in das Gewebe frei. Für die ineffiziente Abwehr gegen Staphylokokken könnte ein Immundefekt, entweder der angeborenen oder der erworbenen Immunität, verantwortlich sein. Im Schleimhautgewebe finden sich follikelähnliche Strukturen und Lymphozytenakkumulationen, die Enterotoxine binden und so immunhistochemisch als reaktive Zellen identifiziert werden können. Interessanterweise finden sich IgE-Antikörper gegen Enterotoxine bei den meisten Patienten, die eine AERD (aspirin-exacerbated respiratory disease) aufweisen und an Nasenpolypen und an schwerem Asthma leiden. In der vorliegenden Arbeit werden die aktuellen Belege aus Tier- und Humanstudien für eine aktive Rolle der SE bei Rhinitis allergica und Nasenpolypen (Teil 1), sowie AERD, Asthma, COPD und frühkindlichem Giemen (Teil 2) zusammengefasst. Prinzipiell korreliert das Auftreten von IgE-Antikörpern gegen SE mit der Schwere der Erkrankung (Gesamt-IgE, Entzündungsmarker und klinische Expression der Erkrankung). Tiermodelle belegen die hohe Potenz der SE, die Erkrankung zu induzieren oder zu amplifizieren, und eine Pilot-Interventionsstudie konnte zeigen, dass SE Auswirkungen auf die Schwere der Erkrankung haben. Therapeutische Ansätze sind jedoch bislang begrenzt und empirisch, so dass hier Forschungsbedarf besteht, um diese derzeit unterschätzte klinische Herausforderung zu bewältigen.
*Die Arbeit wurde durch die Unterstützung des Flemish Scientific Research Board für C. Bachert (FWO, Nr. A12/5-HB-KH3 und FWO F6/15-DP.D7675) und P. Gevaert (FWO, Nr. A2/5-LG-A4648) möglich.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
URL (Upper Airway Research Laboratory)
HNO-Universitätsklinik
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: [email protected]
Übersichten
Staphylokokken-Superantigene bei Atemwegserkrankungen:Eine Übersicht. Teil 2*: S. aureus-Enterotoxine bei AERD, Asthma, frühkindlichem Giemen und COPD
C. Bachert, N. Zhang, P. Gevaert, T. van Zele und C. Perez-Novo
Price
42.00 $
Jahrgang 30 p. 155 - 164
Abstract
C. Bachert, N. Zhang, P. Gevaert, T. van Zele und C. Perez-Novo
Upper Airway Research Laboratory, HNO-Universitätsklinik, UZ Gent, Belgien
Gram-positive Keime von Staphylococcus aureus können grundsätzlich klassische und aus dem “enterotoxic gene cluster” (egc) stammende Enterotoxine (SE) freisetzen, die als Superantigene wirken und die Funktionen von T- und B-Zellen, Eosinophilen und anderen inflammatorischen und strukturellen Zellen effektiv beeinflussen. Die Stimulation kann zu einer TH2-polarisierten eosinophilen Entzündung sowie zu multiklonaler Immunglobulin-Produktion führen, wodurch die Atemwegserkrankung in den oberen und unteren Atemwegen amplifiziert wird. Kürzlich konnte Staphylococcus aureus intramukosal bzw. intrazellulär nachgewiesen werden; möglicherweise setzt der Keim auch von dort aus Superantigene in das Gewebe frei. Für die ineffiziente Abwehr gegen Staphylokokken könnte ein Immundefekt, entweder der angeborenen oder der erworbenen Immunität, verantwortlich sein. Im Schleimhautgewebe finden sich follikelähnliche Strukturen und Lymphozytenakkumulationen, die Enterotoxine binden und so immunhistochemisch als reaktive Zellen identifiziert werden können. Interessanterweise finden sich IgE-Antikörper gegen Enterotoxine bei den meisten Patienten, die eine AERD (aspirin-exacerbated respiratory disease) aufweisen und an Nasenpolypen und an schwerem Asthma leiden. In der vorliegenden Arbeit werden die aktuellen Belege aus Tier- und Humanstudien für eine aktive Rolle der SE bei Rhinitis allergica und Nasenpolypen (Teil 1), sowie AERD, Asthma, COPD und frühkindlichem Giemen (Teil 2) zusammengefasst. Prinzipiell korreliert das Auftreten von IgE-Antikörpern gegen SE mit der Schwere der Erkrankung (Gesamt-IgE, Entzündungsmarker und klinische Expression der Erkrankung). Tiermodelle belegen die hohe Potenz der SE, die Erkrankung zu induzieren oder zu amplifizieren, und eine Pilot-Interventionsstudie konnten zeigen, dass SE Auswirkungen auf die Schwere der Erkrankung haben. Therapeutische Ansätze sind jedoch bislang begrenzt und empirisch, so dass hier Forschungsbedarf besteht, um diese derzeit unterschätzte klinische Herausforderung zu bewältigen.
*Die Arbeit wurde durch die Unterstützung des Flemish Scientific Research Board für C. Bachert (FWO, Nr. A12/5-HB-KH3 und FWO F6/15-DP.D7675) und P. Gevaert (FWO, Nr. A2/5-LG-A4648) möglich.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
URL – Upper Airway Research Laboratory
HNO-Universitätsklinik
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gen
Email: [email protected]
Originalarbeiten
Wirkung von Cetirizin und Fluticasonpropionat- Nasenspray auf Symptome und Entzündungsmediatoren der saisonalen allergischen Rhinitis
K. Dahl, B. Lange, G. Holtappels, K.-F. Lukat und C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 16 - 25
Abstract
Allergologie, Jahrgang 27, Nr. 1/2004, S. 16–25
Wirkung von Cetirizin und Fluticasonpropionat- Nasenspray auf Symptome und Entzündungsmediatoren der saisonalen allergischen Rhinitis
K. Dahl1, B. Lange2, G. Holtappels3, K.-F. Lukat2 und C. Bachert3
1Krankenhaus Neuwerk, Mönchengladbach, 2Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf, 3Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Universität Gent, Belgien
Ziel unserer Untersuchungen war der Vergleich der Wirkungen von Fluticason-Nasenspray (FP) und Cetirizin-Tabletten (CET) auf die Symptome und die Konzentrationen proinflammatorischer Mediatoren im Nasensekret von Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis (SAR) während einer Pollenflugsaison. In der randomisierten Doppelblindstudie nahmen 30 Patienten mit Birken- und Gräserallergie für ca. 4,5 Monate während der Birken- und Gräserpollensaison entweder Cetirizin 10 mg p.o. und ein Plazebo-Nasenspray oder Fluticasonpropionat-Nasenspray 200 mg und eine Plazebo-Tablette 1-mal täglich ein. Augen- und Nasensymptome wurden täglich mittels eines Symptomkalenders erfaßt und unter Berücksichtigung der täglichen Pollenflugdaten ausgewertet. Nasensekret wurde mit Hilfe der Filterpapier-Disc-Technik gesammelt und hinsichtlich Histamin und ECP mittels ELISA analysiert. Bezüglich der Gesamtsymptomatik aus Nasen- und Augensymptomen ergab sich über den gesamten Studienzeitraum kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Behandlungsstrategien. Die Analyse des nasalen Gesamtsymptomscores (TNSS) zeigte dagegen einen statistisch signifikanten Therapievorteil für FP im Saisonverlauf, wenn zur Auswertung nur Tage mit einem Pollenflug von über 20/m3 herangezogen wurden (p = 0,0197). Umgekehrt fand sich bei entsprechender Auswertung eine tendenziell stärkere Wirkung des Antihistaminikums auf die Augensymptomatik (p = 0,0584). Die Konzentrationen der Entzündungsmediatoren Histamin und ECP im Nasensekret waren unter FP signifikant niedriger als unter CET. Die Untersuchung zeigt, daß durch die getrennte Auswertung der Nasen- und Augensymptome unter Berücksichtigung des Pollenflugs eine differenziertere Beurteilung der Wirksamkeit von Arzneimitteln zur Behandlung der SAR möglich ist. Insbesondere in Regionen mit eher schwankendem Pollenflug kann sich aus der Auswertung lediglich der Tage mit hoher Pollenbelastung ein essentieller Informationsgewinn ergeben. Aus den Ergebnissen zur Freisetzung der Entzündungsmediatoren kann gefolgert werden, daß der anti-inflammatorische Effekt des topischen Glukokortikosteroids deutlich ausgeprägter ist als der des Antihistaminikums. Insgesamt legen die Studienergebnisse nahe, daß bei Patienten mit ausgeprägten Nasen- und Augensymptomen eine Kombinationstherapie aus einem topischen Kortikosteroid und einem Antihistaminikum indiziert sein kann.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
Kliniek voor Neus-, Keel- + Oorheelkunde
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: [email protected]
Übersicht
Nebenwirkungsprofile von Antihistaminika und ihre klinische Relevanz
B. Lange und C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 49 - 71
Abstract
Allergologie, Jahrgang 27, Nr. 2/2004, S. 49–71
Nebenwirkungsprofile von Antihistaminika und ihre klinische Relevanz
B. Lange1 und C. Bachert2
1Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf,2Kliniek voor Neus-, Keel- en Oorheelkunde, UZ Gent, Belgien
Die Antihistaminika sind Therapieoptionen der 1. Wahl bei SAR und CIU. In dieser Übersicht werden Cetirizin, Desloratadin, Ebastin, Fexofenadin, Levocetirizin, Loratadin und Mizolastin anhand der veröffentlichten Literatur hinsichtlich Kardiotoxizität, Sedierungspotential, eventueller Hepatotoxizität und Teratogenität sowie bezüglich ihrer Sicherheit in besonderen Patientengruppen (Kinder, Senioren, Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz) verglichen. Zusätzlich wurden die Hersteller und die deutsche Zulassungsbehörde, das BfArM, um Informationen gebeten. Die Antihistaminika zeigen unterschiedliche Einflüsse auf die kardiale Repolarisation und besitzen damit ein unterschiedliches Potential, insbesondere bei Risikopatienten, schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien auszulösen. Cetirizin, Desloratadin und Levocetirizin bergen dabei das geringste Risiko. Unter den modernen Antihistaminika weisen Cetirizin, Levocetirizin und Mizolastin in klinischen Studien die höchsten über Plazebo hinausgehenden Inzidenzen sedierender Nebenwirkungen auf. In objektiven psychomotorischen und kognitiven Tests führten einige Antihistaminika bereits bei therapeutischen Dosierungen vereinzelt zu Beeinträchtigungen, Cetirizin sogar unterhalb der empfohlenen Dosierung. Unter Desloratadin, Ebastin und Fexofenadin treten wenig sedierende Nebenwirkungen bei Allergikern auf, sie haben in Testbatterien an gesunden Probanden bisher keine Effekte in therapeutischer Dosierung gezeigt. Es ist nicht auszuschließen, daß Antihistaminika in Einzelfällen zu Leberfunktionsstörungen bzw. Hepatitiden führen, jedoch scheint das Risiko unter den Antihistaminika vergleichbar zu sein und im Bereich der Hintergrundrate idiopathischer Hepatitiden zu liegen. Die Erfahrungen zur Exposition mit Antihistaminika in der Schwangerschaft sind begrenzt. Generell liegt kein erhöhtes Teratogenitätsrisiko vor, Daten zu einer potentiellen Erhöhung des Hypospadierisikos unter Loratadin sind bisher nicht abschließend zu beurteilen. In Deutschland sind derzeit Cetirizin und Desloratadin für Kinder ab 2 Jahren zugelassen, Levocetirizin und Loratadin sind für Kinder ab 6 Jahren erhältlich. Cetirizin führte auch in Studien mit Kindern z.T. zu einer erhöhten Inzidenz von Schläfrigkeit. Die neueren Antihistaminika sind für Senioren geeignet, wobei Dosisanpassungen und Kontraindikationen bei Leber- und Niereninsuffizienz zu beachten sind.Correspondence to:
B. Lange
Institut für Atemwegsforschung GmbH
Benrodestraße 9
D-40597 Düsseldorf
Email: [email protected]
Originalarbeiten
Lokale Verträglichkeit eines benzalkoniumchloridhaltigen homöopathischen Nasensprays
B. Lange, K.-F. Lukat und C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 102 - 110
Abstract
Allergologie, Jahrgang 27, Nr. 3/2004, S. 102–110
Lokale Verträglichkeit eines benzalkoniumchloridhaltigen homöopathischen Nasensprays
B. Lange1, K.-F. Lukat1 und C. Bachert2
1Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf,2Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Universität Gent, Belgien
Einleitung: Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat im Rahmen des Stufenplanverfahrens, Stufe II, die Beschränkung der Anwendungsdauer aller benzalkoniumchloridhaltigen intranasalen Arzneimittel auf 5 – 7 Tage gefordert, da die Gefahr einer Schädigung der Nasenschleimhautdurch das Konservierungsmittelbestehe. Ziel: Wir berichten die Ergebnisse einer doppelblinden, randomisierten, plazebokontrollierten Studie zur lokalen Verträglichkeit von Euphorbium-comp.-NasentropfenE (Dosierspray) bei gesunden Probanden. In beiden Gruppen enthielt die Prüfmedikation0,02% Benzalkoniumchlorid. Die Ergebnisse werden im Kontext der aktuellen Datenlagegewertet. Methoden: 24 gesunde Probandenapplizierten 4 Wochen Euphorbium-comp.-Nasentropfen E oder Plazebo (5 ×2 Sprühstöße täglich je Nasenseite). Vor und nach der Applikationsphase wurden folgende Untersuchungen zur lokalen Verträglichkeit durchgeführt: Messung der Saccharintransportzeit, anteriore Rhinomanometrie, Bestimmung der Nasensekretionsleistung, orientierender Riechtest, anteriore Rhinoskopie.Lokale und systemische unerwünschte Ereignisse wurden während des Applikationszeitraums dokumentiert. Ergebnisse: Die Daten von 21 Probanden konnten für die Auswertung der Parameter zur lokalen Verträglichkeit verwendet werden. Es zeigten sich wederzwischen den Gruppen noch im Prä-post-Vergleich klinisch relevante Unterschiede bzw. Veränderungen. Die Saccharintransportzeitlag stets im Normalbereich und verringertesich in beiden Gruppen sogar leicht. Schlußfolgerung: Weder aus der vorliegenden Studie noch aus der Literatur ergeben sich hinreichende Argumente, die Anwendungsdauer benzalkoniumchloridhaltiger intranasaler Arzneimittel, die nicht α-Sympathomimetika als Wirkstoff enthalten, auf 5 – 7 Tage zu beschränken.Correspondence to:
B. Lange
Institut für Atemwegsforschung GmbH
Benrodestraße 9
D-40597 Düsseldorf
Email: [email protected]
Editorial
Unethische „Empfehlungen“ der KVen und der KBV zur Therapie der allergischen Rhinitis: Wider das ärztliche Gewissen
C. Bachert
Jahrgang 27 p. 189 - 190
Abstract
Allergologie, Jahrgang 27, Nr. 5/2004, S. 189–190
Unethische „Empfehlungen“ der KVen und der KBV zur Therapie der allergischen Rhinitis: Wider das ärztliche Gewissen
C. Bachert
Correspondence to:
Claus Bachert, Gent
Übersicht
Staphylococcus-aureus-Enterotoxine bei Atemwegserkrankungen
T. van Zele, P. Gevaert, L. de Schrijver, P. van Cauwenberge und C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 323 - 332
Abstract
Allergologie, Jahrgang 27, Nr. 8/2004, S. 323–332
Staphylococcus-aureus-Enterotoxine bei Atemwegserkrankungen
T. van Zele, P. Gevaert, L. de Schrijver, P. van Cauwenberge und C. Bachert
HNO-Universitätsklinik, Gent
Staphylococcus aureus ist ein häufig anzutreffender Keim im Bereich der oberen Atemwege und kann unter geeigneten Umständen Enterotoxine produzieren, die sich durch ihre superantigenen Eigenschaften auszeichnen. Die klassischen Enterotoxine SEA-E und TSST-1 aktivieren T- und B-Zellen, eosinophile Granulozyten und Epithelzellen und sind in der Lage, eine polyklonale Immunantwort einschließlich der Synthese von IgE-Antikörpern sowie eine eosinophile Entzündungsreaktion zu induzieren. Wir haben zeigen können, daß Nasenpolypen häufig durch Staphylokokken kolonisiert sind, die eine lokale Immunreaktion hervorrufen und zu einer deutlichen Verstärkung der eosinophilen Entzündung führen. Der Nachweis von IgE-Antikörpern gegen Enterotoxine im Polypengewebe kann als Nachweis der Immunreaktion dienen. Damit kommt den Enterotoxinen wahrscheinlich eine bedeutende Rolle bei dieser oft schwer zu therapierenden Erkrankung zu. Untersuchungen bei Patienten mit schwerem, steroidpflichtigem Asthma haben neuerdings ergeben, daß IgE-Antikörper gegen Staphylokokken-Enterotoxine auch bei diesem Krankheitsbild im Serum nachzuweisen sind und zur Entzündungsreaktion beitragen könnten. Damit scheinen diese Enterotoxine auch bei Atemwegserkrankungen eine wesentliche, zumindest modulierende Rolle zu spielen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
Kliniekhoofd
HNO-Universitätsklinik
De Pintelaan 185
B-9000 Ghent
Email: [email protected]
Übersichten
Pharmakologische Therapie der Polyposis nasi
C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 484 - 494
Abstract
C. Bachert
Kliniekhoofd, HNO-Klinik, Universitätsklinik Gent
Nasenpolypen kommen bei etwa 4% der europäischen Bevölkerung vor und stellen aufgrund ihrer Rezidivrate und Chronizität eine echte Herausforderung dar. Histologisch sind Nasenpolypen durch eine eosinophile Entzündung und eine Gewebsdestruktion gekennzeichnet, deren Regulation durch Zytokine, Chemokine und Metalloproteinasen im Vordergrund der Forschung steht. Die Ätiologie der Erkrankung ist nach wie vor ungewiß. Der gegenwärtige Therapiestandard umfaßt die topischen und systemischen Steroide, wobei nur für die lokale Behandlung ausreichend kontrollierte Studien vorliegen, die eine evidenzbasierte Therapie ermöglichen. Die chirurgische Intervention ist erst angezeigt, wenn die medikamentöse Therapie erfolglos bleibt, wobei topische Steroide auch nach einer Operation als Langzeittherapie (Monate bis Jahre) eingesetzt werden sollten. Die Erfahrungen mit anderen Arzneimitteln wie Antihistaminika, Antileukotrienen und Furosemid sind begrenzt. Die adaptive Deaktivierung mit Aspirin ist eine therapeutische Möglichkeit bei aspirinsensitiven Patienten, bei denen andere therapeutische Ansätze versagt haben. Neuerdings werden auch Antibiotika wegen ihrer antientzündlichen Eigenschaften diskutiert, aussagekräftige kontrollierte Studien fehlen allerdings bislang. Neue Ansätze zielen auf die Hemmung spezifischer Komponenten der Entzündungsreaktion ab. Diese Übersichtsarbeit diskutiert die gegenwärtigen Kenntnisse zur Pathophysiologie und die sich daraus ergebenden Therapieansätze für die Polyposis nasi.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
Kliniekhoofd
HNO-Klinik
Universitätsklinik Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gen
Email: [email protected]
Übersichten
Leukotriene und ihr Antagonismus: ein innovatives Prinzip zur Therapie von Asthma und allergischer Rhinitis
B. Lange und C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 28 p. 9 - 25
Abstract
Allergologie, Jahrgang 28, Nr. 1/2005, S. 9–25
Leukotriene und ihr Antagonismus: ein innovatives Prinzip zur Therapie von Asthma und allergischer Rhinitis
B. Lange1 und C. Bachert2
1Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf, 2Kliniek voor Neus-, Keel- en Oorheelkunde, UZ Gent, Belgien
Asthma und allergische Rhinitis sind epidemiologisch und pathophysiologisch eng verbunden. Der Artikel gibt eine Übersicht über neuere Ergebnisse zur Bedeutung der Cysteinylleukotriene (CysLT) in der Pathophysiologie von Asthma und allergischer Rhinitis. Die CysLT rufen nicht nur Bronchokonstriktion, Schleimhautödem und vermehrte Schleimproduktion hervor, sondern spielen eine bedeutende Rolle für die eosinophile Atemwegsentzündung und wahrscheinlich auch in frühzeitig einsetzenden Remodelingvorgängen der unteren Atemwege. Bei der allergischen Rhinitis sind sie nicht nur Mediatoren der Frühphase nach Allergenkontakt, sondern unterhalten auch die minimal persistierende Entzündung der Nasenschleimhaut. Die wesentlichen durch CysLT ausgelösten Symptome an der Nase sind anhaltende nasale Obstruktion und Rhinorrhoe. Der Cysteinylleukotrienrezeptor-1-Antagonist Montelukast ist das einzige in Deutschland erhältliche Antileukotrien. Klinische Studien haben die Wirksamkeit von Montelukast bei Asthma nachgewiesen. Montelukast hat in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden (IKS) zusätzliche klinische Wirkungen zur Monotherapie mit IKS. Bei der saisonalen allergischen Rhinitis (SAR) wirkt Montelukast gegen alle nasalen sowie Augensymptome. Erste Ergebnisse zeigen, daß Montelukast bei Asthmatikern mit SAR die Lungenfunktion ausgeprägter bessert als bei Asthmatikern ohne SAR. Neben einer systemischen anti-entzündlichen Wirkung sind für Montelukast lokale anti-entzündliche Wirkungen an den Bronchien sowie in ersten Studien auch an der Nase nachgewiesen. Bis zu 99% der allergischen Asthmatiker leiden gleichzeitig unter Rhinitisbeschwerden. Für diese große Gruppe der Patienten kann Montelukast damit eine geeignete Medikation sein.Correspondence to:
B. Lange
Institut für Atemwegsforschung GmbH
Benrodestraße 9
D-40597 Düsseldorf
Email: [email protected]
Übersichten
Die allergische Rhinokonjunktivitis.Ein Update zu den Leitlinien
C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 28 p. 45 - 52
Abstract
Allergologie, Jahrgang 28, Nr. 2/2005, S. 45–52
Die allergische Rhinokonjunktivitis.Ein Update zu den Leitlinien
C. Bachert
HNO-Universitätsklinik, Gent
Die in den ARIA-Leitlinien veröffentlichte neue Nomenklatur für die allergische Rhinitis (AR) konnte inzwischen validiert werden. Demnach leiden etwa ein Drittel der Patienten unter einer persistierenden Form, 75% aller Rhinitispatienten haben eine mäßig bis schwere Symptomatik mit Auswirkungen auf die Lebensqualität. Dies erfordert eine dem Schwerebild der Erkrankung gerecht werdende Therapie. Aufbauend auf den DGAI-Leitlinien 2003 werden neuere Studien in den Behandlungsplan mit einbezogen. Unter den topischen Therapeutika stellen die Glukokortikosteroide (GKS) die wirksamste und kostengünstigste Behandlung dar, sie sollten insbesondere bei persistierender mäßig bis schwerer Symptomatik mit nasaler Obstruktion eingesetzt werden. Die hochselektiven nicht-sedierenden Antihistaminika (AH) sind die Therapeutika der ersten Wahl bei intermittierender und persistierender AR. Eine Kombination von topischen GKS und AH bei mäßig bis schwerer AR und mäßig bis schwerer Konjunktivitis oder anderen nicht-nasalen allergischen Symptomen ist indiziert. Bei Patienten mit allergischem Asthma und gleichzeitig bestehender AR erscheint eine orale Basistherapie mit einem Leukotrienrezeptorantagonisten sinnvoll. Die Indikation zur spezifischen Immuntherapie (SIT) sollte bei Patienten mit mäßiger bis schwerer intermittierender und persistierender AR geprüft werden, wobei das kausale und präventive Potential der SIT zu berücksichtigen ist. Neuere Daten bestätigen den klinischen Wert der sublingualen Immuntherapie (SLIT), wobei die endgültige Bewertung des präventiven und Langzeiteffekts weiterer Studien bedarf.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
HNO-Universitätsklinik Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: [email protected]
Leitlinien
Internationale Leitlinien zur Polyposis nasi*
C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 28 p. 143 - 155
Abstract
Allergologie, Jahrgang 28, Nr. 4/2005, S. 143–155
Internationale Leitlinien zur Polyposis nasi*
C. Bachert
Kliniekhoofd, HNO-Klinik, Universitätsklinik Gent, Belgien
Auf der Grundlage des EP3OS (European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyposis) werden hier die gegenwärtigen Kenntnisse zur Epidemiologie, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie der Polyposis nasi zusammengefaßt. Nasenpolypen werden derzeit als eine Untergruppe der chronischen Rhinosinusitis definiert, die durch eine eosinophile Entzündung und Ödembildung auf der Basis von Gewebedestruktion (Remodeling) gekennzeichnet ist. Nasenpolypen sind häufig durch Staphylokokkus aureus kolonisiert, die durch die Freisetzung von Enterotoxinen die Entzündungsreaktion modifizieren und zu einer polyklonalen IgE-Produktion führen. Die Häufigkeit liegt bei ca. 2 – 4% der Bevölkerung, wobei insbesondere Patienten mit Asthma und Aspirinsensitivität häufiger betroffen sind. Die Diagnostik der Nasenpolypen stützt sich auf die nasale Endoskopie und die Computertomographie der Nebenhöhlen. Die therapeutischen Möglichkeiten werden evidenzbasiert bewertet und aufgelistet, wobei den topischen Glukokortikosteroiden (GKS) die größte Bedeutung als Therapie der Wahl zukommt. Orale GKS und die Chirurgie sind Optionen bei mangelnder Kontrolle durch topische GKS.
*Auf der Grundlage des EP3OS Dokuments der EAACICorrespondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
Kliniekhoofd
HNO-Klinik
Universitätsklinik Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: [email protected]
Editor's Note
Antrag auf Feststellung eines sonstigen Schadens?
C. Bachert
Jahrgang 28 p. 305 - 306
Abstract
Allergologie, Jahrgang 28, Nr. 8/2005, S. 305–306Allergologie, Jahrgang 28, Nr. 8/2005, S. 305–306
Antrag auf Feststellung eines sonstigen Schadens?
C. Bachert
In den letzten Wochen wurden über die Prüfungsausschüsse von einigen ausgesuchten Krankenkassen in Berlin und Brandenburg Anträge auf "Feststellung eines sonstigen Schadens" an niedergelassene Kollegen verschickt, die einen Regress wegen der Verordnung verschreibungspflichtiger Antihistaminika androhten. Die Kassen empfanden die Verschreibung der neueren Antihistaminika auf ihre Kosten als unwirtschaftlich – und mahnten die Verordnung von Nachahmerprodukten auf Kosten der Patienten an. Es sei unwirtschaftlich, mit der Verordnung von Aerius® oder Xusal® der Gesetzlichen Krankenversicherung Kosten zu verursachen, die bei Verordnung eines nicht der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen unterliegenden Produkts nicht entstanden wären. Gleichzeitig wurde in Brandenburg auch ein "Formular zur Abbitte" versandt, das, soweit gleich unterzeichnet, den Kollegen vor dem Regress "retten könne".
Dieses unwürdige Verhalten der Kassen kann juristisch und medizinisch bewertet werden.
Im Hinblick auf unwirtschaftliche Arzneimittelverordnungen bildet z.B. § 21 der Prüfvereinbarung Brandenburg die Rechtsgrundlage jedoch nur hinsichtlich eines Anspruches "auf Schadenersatz wegen Verordnung von Leistungen, die nicht zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden dürfen" (§ 21 Abs. 2 S. 1 Prüfvereinbarung). Die aufgeführten Antihistaminika waren jedoch verschreibungspflichtig und verordnungsfähig. Die Begründung der Krankenkasse ist daher falsch, ihr Prüfantrag unzulässig und unbegründet. Die Regelung der Prüfvereinbarung in Brandenburg zeigt, dass ein Prüfverfahren zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit von Arzneimittelverordnungen in Einzelfällen nicht vereinbart wurde.
Die direkte Aufforderung zur Unterzeichnung einer "vermeidenden Erklärung" ist ebenfalls rechtswidrig. Nach § 21 Abs. 5 setzt die Information des Vertragsarztes über die Möglichkeit, von einem Regress abzusehen bei schriftlicher Bestätigung, dass die Beanstandung inhaltlich akzeptiert und im künftigen Verordnungsverhalten berücksichtigt wird, voraus, dass ein "Verstoß gemäß Absatz 3" tatsächlich vorliegt. Die Erklärung nach § 21 Prüfvereinbarung darf also nur dann nahe gelegt werden, wenn die Prüfgremien bereits geprüft haben, ob durch eine unzulässige unwirtschaftliche Verordnung vertragsärztliche Pflichten verletzt wurden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Hier geht es offenbar um eine Einschüchterung wirtschaftlich verordnender Ärzte durch Regressandrohung und Gängelei von Seiten der Kassen und der KVen (hier in Form der Prüfgremien).
Auch in Bereich der KV Berlin sind die Anträge als unzulässig zu bezeichnen, da pauschal der Verdacht der Unwirtschaftlichkeit unterstellt wird, ohne einen konkreten Anhaltspunkt dafür zu benennen. Gleichzeitig wurde die Bagatellgrenze von € 50,– ignoriert, die zu dem Zwecke definiert wurde, aufwendige Prüfverfahren wegen vergleichsweise geringer potentieller Schäden zu vermeiden.
Weitere juristische Argumente und kassenärztliche Aspekte können gerne auf Anfrage vom Verfasser vermittelt werden.
Richtig ist, dass die Verordnung eines für die gesetzliche Krankenversicherung erstattungspflichtigen Arzneimittels nur dann wirtschaftlich ist, wenn sie durch hinreichend gewichtige medizinische Gründe gerechtfertigt ist. Solche Gründe liegen vor z.B. im therapeutischen Spektrum neuerer Antihistaminika, etwa bei der Behandlung der nasalen Obstruktion, oder aber in der Pharmakokinetik, etwa zur Vermeidung von Wechselwirkungen, und sollten dokumentiert werden. Das Argument der Kassen, die Verordnung erstattungspflichtiger Antihistaminika sei automatisch unwirtschaftlich, ist damit unhaltbar und sicherlich nicht auf wissenschaftliche Kompetenz gestützt (siehe mein Editorial 5/2004). Der Leser sei hier auf die Leitlinien der DGAI und weitere Literatur verwiesen [1, 2, 3, 4]. In ihrer Stellungnahme vom 9. Juni 2004 formuliert die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) die Gründe für eine Verordnung verschreibungspflichtiger Antihistaminika:
– Der Patient ist auf ein verschreibungspflichtiges Antihistaminikum eingestellt und damit gut therapiert; eine Umstellung würde mit Compliance-Problemen einhergehen.
– Die von einigen rezeptfreien Antihistaminika bekannten Risiken wie Kardiotoxizität, Sedierung, psychomotorische Störungen sowie Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln müssen vermieden werden.
– Der Patient benötigt ein stärker wirksames Antihistaminikum, insbesondere für die Behandlung der nasalen Obstruktion.
Das Argument der Kassen, die Verordnung erstattungspflichtiger Antihistaminika sei automatisch unwirtschaftlich, ist zudem durch neuere Literatur zur Pharmako-Ökonomie der persistierenden allergischen Rhinitis nachhaltig widerlegt [5]: Die Verordnung eines erstattungspflichtigen Antihistaminikums kann im Gegenteil zur erheblichen Reduktion der Gesamtkosten dieser allergischen Erkrankung für unsere Gesellschaft führen.
Für unsere Patienten bleibt zu wünschen, dass sich die Ärzte durch solch plumpe Versuche nicht einschüchtern lassen und dass die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik in der Zukunft wieder den Wald als Ganzes (direkte und indirekte Kosten einer Erkrankung) und nicht das Bäumchen im eigenen Garten (Kassenbudgets) betrachten. Und wenn man in Zukunft trotz besseren Wissens tatsächlich medizinischen Fortschritt vermeiden, Arbeitsplätze abbauen und insbesondere allergische Patienten nicht mehr behandeln will, dann sollte man sich auch trauen, das der Gesellschaft und den Patienten offen ins Gesicht zu sagen, anstatt es dem zur Hilfe verpflichteten Arzt aufzubürden.
Claus Bachert, Gent
Literatur
[1]
Schultze-Werninghaus G., J. Ring, A. Kapp, C. Bachert: Stellungnahme zur Verordnung von Antihistaminika Allergo J 13, 246-251 (2004).
[2]
Borchard U.: Neue H1-Antihistaminika im Vergleich. Allergologie 26, 24-32 (2003).
[3]
Bachert C., U. Borchard, B. Wedi, L. Klimek, G. Rasp, H. Riechelmann, G. Schultze-Werninghaus, U. Wahn, J. Ring: Leitlinie der DGAI zur allergischen Rhinokonjunktivitis. Allergologie 26, 147-162 (2003).
[4]
Bachert C.: Die allergische Rhinokonjunktivitis: ein Update zu den Leitlinien. Allergologie 28, 45-52 (2005).
[5]
Bousquet J., N. Demarteau, M. Sculpher, E. van den Akker, E. Van Ganse, J. Mullol, C. Bachert: Costs associated with persistent allergic rhinitis are reduced by levocetirizine. Allergy 60, 788-794 (2005). Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
Kliniek voor Neus-, Keel- & Oorheelkunde
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: [email protected]