Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 46, Nr. 3/2017, S. 105-117
Frühe Umstellung von Cyclosporin auf Everolimus nach Lebendnierentransplantation: 5 Jahresdaten der randomisierten ZEUS Studie
C. Sommerer1, K. Budde2, M. Zeier1, R.P. Wüthrich3, P. Reinke4, U. Eisenberger5, A. Mühlfeld6, W. Arns7, R. Stahl8, K. Heller9, H.H. Wolters10, B. Suwelack11, H.U. Klehr12, I.A. Hauser13, M. Stangl14, S. Nadalin15, M. Dürr2, M. Porstner16, C. May16, P. Wimmer16, O. Witzke17 und F. Lehner18 für die ZEUS Study Investigators
1Zentrum für Nephrologie, Universitätsklinikum Heidelberg, 2Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, 3Klinik für Nephrologie, Universitätsspital Zürich, Schweiz, 4Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Charité Universitätsmedizin, Berlin, 5Universitätsklinik für Nephrologie und Hypertonie, Universität Bern, Inselspital, Bern, Schweiz, 6Abteilung für Nephrologie und Immunologie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen, 7Transplantationszentrum Köln, Krankenhaus Köln-Merheim, 8Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 9Klinik für Nephrologie und Hypertensiologie, Universitätsklinikum Erlangen, 10Klinik für Allgemeinchirurgie, 11Medizinische Klinik D, Schwerpunkt Nephrologie, Universitätsklinikum Münster, 12Zentrum für Nephrologie, Universitätsklinikum Bonn, 13Funktionsbereich Nephrologie, Universitätsklinikum Frankfurt, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 14Transplantationszentrum München der LMU, München, 15Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Tübingen, 16Novartis Pharma GmbH, Nürnberg, 17Klinik für Nephrologie und Klinik für Infektiologie, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-Essen, Essen und 18Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
Zielsetzung: Bestimmung der Wirksamkeit, Nierenfunktion und Sicherheit 5 Jahre nach früher Umstellung von Cyclosporin auf Everolimus im Vergleich zu einem herkömmlichen cyclosporinbasierten Behandlungsregime bei Empfängern eines Nierentransplantats von einem Lebendspender. Material und Methoden: Bei der ZEUS-Studie handelte es sich um eine randomisierte, offene 1-jährige multizentrische Studie, bei der 300 De-novo-Nierentransplantatempfänger entweder durchgehend Cyclosporin erhielten oder 4,5 Monate nach der Transplantation auf Everolimus umgestellt wurden. Nach der Transplantation fanden 5 Jahre lang jährliche Nachuntersuchungen statt. Ergebnisse: 80 Empfänger einer Lebendnierenspende wurden randomisiert. 75 davon beendeten die 1-jährige Kernstudie. 60 Patienten erschienen zur Nachuntersuchung nach 5 Jahren. Im 5. Jahr erhielten noch 15/31 (48,4%) der Everolimus-Patienten und 20/29 (69,0%) der Cyclosporin-Patienten die Studienmedikation. Der adjustierte Mittelwert der glomerulären Filtrationsrate (GFR) im Jahr 5 lag bei den Everolimus-Patienten bei 67,2 ml/min/1,73m2 und bei den Cyclosporin-Patienten bei 60,8 ml/min/1,73m2 (mittlere Differenz 6,4 ml/min/1,73m2; p = 0,031). Bei den behandlungstreuen Patienten, die noch die Studienmedikation erhielten, lag die Differenz im Mittel bei 13,2 ml/min/1.73m2 (p = 0,003); bei den Patienten, deren Medikation gewechselt worden war, zeigte sich dagegen kein signifikanter Unterschied (Mittelwert –2,6 ml/min/1,73m2; p = 0,701). Patienten- und Transplantatüberleben waren für Everolimus und Cyclosporin ähnlich. Durch Biopsie gesicherte akute Abstoßungsreaktionen traten bei 22,0% der Everolimus-Patienten und bei 7,5% der Cyclosporin-Patienten auf (p = 0,116). In den Jahren 1 – 5 brach nur 1 Patient die Everolimus-Therapie aufgrund von unerwünschten Ereignissen ab. Schlussfolgerungen: Die frühzeitige Einführung von Everolimus und das Absetzen des Calcineurininhibitors (CNI) nach einer Lebendnierentransplantation verbesserte die 5-Jahres-Transplantatfunktion im Vergleich zur herkömmlichen CNI-basierten Therapie. Die Verbesserungen der Nierenfunktion war am größten vor allem bei den Patienten, die weiterhin mit Everolimus behandelt wurden. Ein Anstieg leichter akuter Abstoßungsreaktionen war nicht mit einem langfristigen Transplantatverlust assoziiert.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Claudia Sommerer
Zentrum für Nephrologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 162
69120 Heidelberg
Email: [email protected]
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 53, Nr. 5/2024, S. 251-257
Hepatitis C bei nierentransplantierten Patienten und Transplantation von HCV-positiven Organen
J. Friebus-Kardash1 und U. Eisenberger1,2
1Klinik für Nephrologie, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-Essen, Essen, 2Klinik für Innere Medizin II, Nephrologie und Rheumatologie, Knappschaftskrankenhaus Bottrop, Bottrop
Die Entwicklung und Zulassung der DAAs (Direct-acting antiviral agents) brachte den Durchbruch in der Behandlung der Hepatitis C (HCV)-Infektion. Auch bei nierentransplantieren Patienten, die mit HCV infiziert sind, stellt die DAA-Therapie eine effiziente und nebenwirkungsarme Behandlungsoption mit einer hohen Heilungsrate des HCV von über 95% dar. Das Paradigma, dass die Nieren von HCV positiven Spendern nicht oder nur in HCV-infizierte Empfänger transplantiert werden dürfen, wurde nach Einführung der DAAs verworfen. Die KDIGO-Leitlinie von 2022 spricht sich für die Transplantation von HCV virämischen Nieren in HCV-naive Empfänger aus, wenn eine frühe postoperative DAA-Therapie für 4 bis maximal 12 Wochen verabreicht wird. Die Akzeptanz für die Nieren von HCV virämischen Empfängern bei HCV-negativen Empfängern ist in zahlreichen klinischen Studien belegt, weitere Untersuchungen zu den Langzeitfolgen dieser Strategie für die Nierentransplantation sind dennoch dringlich erforderlich.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Ute Eisenberger
Knappschaftskrankenhaus Bottrop
Klinik für Innere Medizin II
Nephrologie und Rheumatologie
Osterfelder Str. 157
46242 Bottrop
und
PD Dr. med. Justa Friebus-Kardash
Klinik für Nephrologie, Universitätsklinikum Essen
Hufelandstrasse 55
45147 Essen
Email: [email protected]; [email protected]
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 54, Nr. 10/2025, S. 368-379
B-Bild-Sonographie der Nieren
U. Eisenberger1 und J. Radermacher2
1Klinik für Nephrologie und Rheumatologie, Knappschaftkliniken Bottrop, Bottrop, 2Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Johannes Wesling Klinikum Minden, UK-RUB, Minden
B-Bild-Sonographie ist Bestandteil der Basisdiagnostik bei allen akuten und chronischen Nierenerkrankung. Sie ermöglicht eine erste Einordnung von strukturellen Veränderungen der Nieren (Größe, Lage, Nierenparenchym und weiteren fokalen Veränderungen) und hilft bei der Indikationsstellung für eine weiterführende Diagnostik renaler Erkrankungen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Ute Eisenberger
Klinik für Nephrologie und Rheumatologie
Knappschaftkliniken Bottrop
Osterfelder Strasse 157
46242 Bottrop
Email: [email protected]