Positionspapier
Vorgehen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie bei atopischer Dermatitis
T. Werfel, T. Fuchs, I. Reese, S. Erdmann, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe
Price
42.00 $
Jahrgang 26 p. 33 - 41
Abstract
T. Werfel, T. Fuchs, I. Reese, S. Erdmann, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe,
Positionspapier der Arbeitsgruppe Nahrungsmittelallergie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI)
In dem vorliegenden Positionspapier der Arbeitsgruppe Nahrungsmittelallergie der DGAI werden verschiedene Vorgehensweisen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis, atopisches Ekzem) diskutiert. Das Problem ist klinisch relevant, da viele Patienten vermuten, daß allergische Reaktionen gegen Nahrungsmittel Ekzeme auslösen oder verschlechtern können. Die Kunst besteht darin, die Patienten, die tatsächlich von einer Eliminationsdiät profitieren, zu identifizieren und gleichzeitig zu verhindern, daß zu häufig unnötige Diäten mit der Gefahr der Fehlernährung und der zusätzlichen emotionalen Belastung durchgeführt werden. Als Goldstandard in der Diagnostik nahrungsmittelabhängiger Reaktionen gilt die plazebokontrollierte, doppelblinde orale Provokation, da spezifisches IgE, Prick-Tests und anamnestische Angaben häufig nicht mit der Klinik korrelieren. Dieses gilt insbesondere für verzögert einsetzende Ekzemreaktionen. Das Instrument der diagnostischen Eliminationsdiät sollte vor einer oralen Provokation genutzt werden. Bei multiplen Sensibilisierungen besteht die Möglichkeit einer zeitlich befristeten oligoallergenen Basisdiät und anschließendem stufenweisen Kostaufbau. Bei gezieltem Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie sollte die orale Provokation nach ebenso gezielter Eliminationsdiät durchgeführt werden. Aufgrund der sich zum Teil langsam entwickelnden Ekzemverschlechterungen wird empfohlen, eine repetitive Testung durchzuführen, wenn es am ersten Tag der oralen Provokation nicht zu einer klinischen Reaktion gekommen ist. Im Positionspapier werden verschiedene klinische Konstellationen diskutiert, die ein differenziertes Vorgehen bei Patienten mit atopischer Dermatitis ermöglichen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Werfel
Klinik und Poliklinik für
Dermatologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover
Ricklinger Straße 5
D-30449 Hannover
Leitlinien
Atopische Dermatitis
T. Werfel, W. Aberer, T. Bieber, N. Buhles, A. Kapp und D. Vieluf
Price
42.00 $
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Jahrgang 26 p. 446 - 455
Abstract
Allergologie, Jahrgang 26, Nr. 10/2003, S. 446–455
Atopische Dermatitis
T. Werfel1, W. Aberer2, T. Bieber3, N. Buhles4, A. Kapp1 und D. Vieluf5
1Klinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover,
2Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Graz, 3Universitätsklinik für
Dermatologie und Venerologie, Bonn, 4Asklepios Nordseeklinik, Westerland/Sylt,
5Zentrum für Dermatologie, Allergologie, Pädiatrie und Umweltmedizin,
Fachklinikum Borkum
Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Werfel
Klinik und Poliklinik für
Dermatologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover
Ricklinger Straße 5
D-30449 Hannover
Leitlinien
Nahrungsmittelallergien durch immunologische Kreuzreaktionen
Food allergies by immunologic crossreactions
M. Henzgen, S. Vieths, I. Reese, S. Erdmann, T. Fuchs, L. Jäger, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, J. Saloga, I. Vieluf, T. Zuberbier und T. Werfel
Price
42.00 $
Jahrgang 28 p. 177 - 190
Abstract
Allergologie, Jahrgang 28, Nr. 5/2005, S. 177-190
Nahrungsmittelallergien durch immunologische Kreuzreaktionen
M. Henzgen1, S. Vieths2, I. Reese3, S. Erdmann4, T. Fuchs5, L. Jäger6, J. Kleine-Tebbe7, U. Lepp8, B. Niggemann9, J. Saloga10, I. Vieluf11, T. Zuberbier12 und T. Werfel13
1Klinik für Innere Medizin I, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 2Paul-Ehrlich-Institut, Langen, 3Ernährungspraxis, Schwerpunkt Allergologie, München, 4Hautklinik, Universität Aachen, 5Hautklinik, Georg-August-Universität, Göttingen
Grundlage für die Mehrzahl IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien im Erwachsenenalter sind kreuzreagierende Allergene. Ähnliche Molekülstrukturen in Inhalations- und Nahrungsmittelallergenen bedingen die Bildung kreuzreagierender IgE-Antikörper. Damit wird infolge der Sensibilisierung gegen ein Kreuzallergen, meist primär ein Inhalationsallergen, ein ganzes Spektrum an Sensibilisierungen ausgelöst, und bereits der Erstkontakt mit dem Nahrungsmittel kann eine anaphylaktische Reaktion provozieren. Die größte Bedeutung haben pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien, wobei die baumpollenassoziierten Allergien am besten untersucht sind. Für die klinische Praxis reicht es nicht aus, mittels immunologischer Tests eine Kreuzreaktion nachzuweisen, sondern es muß zwischen einer Sensibilisierung ohne klinische Relevanz und einer klinischen Manifestation der Allergie unterschieden werden, weswegen bei unklarer Anamnese die Durchführung oraler Provokationstests notwendig wird. Daß baumpollenassoziierte Nahrungsmittelallergien durch die spezifische Immuntherapie mit Baumpollen eine Besserung erfahren können, zeigen einige offene Studien an Baumpollenallergikern. Wenigstens 50% dieser Patienten mit zusätzlichen Symptomen auf Nahrungsmittel beobachteten unter der Immuntherapie neben einer Besserung der polleninduzierten Beschwerden auch einen positiven Einfluß auf die Nahrungsmittelallergie. Allerdings stehen plazebokontrollierte Studien aus. Angesichts der Zunahme der Pollenallergien, der Verschiebung des Sensibilisierungsspektrums und einer Änderung unserer Eßgewohnheiten muß mit neuen, bisher unbekannten Kreuzreaktionen gerechnet werden.Correspondence to:
PD Dr. med. M. Henzgen
Pneumologie und Allergologie
Klinik für Innere Medizin I
Klinkum der Friedrich-Schiller-Universität
Erlanger Allee 101
D-07740 Jena
Email: [email protected]
Leitlinien
Standardisierung von oralen Provokationstests bei Nahrungsmittelallergien
B. Niggemann, S. Erdmann, T. Fuchs, M. Henzgen, L. Jäger, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, M. Raithel, I. Reese, J. Saloga, I. Vieluf, S. Vieths, T. Zuberbier und T. Werfel
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Jahrgang 29 p. 370 - 380
Abstract
B. Niggemann, S. Erdmann, T. Fuchs, M. Henzgen, L. Jäger, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, M. Raithel, I. Reese, J. Saloga, I. Vieluf, S. Vieths, T. Zuberbier und T. Werfel
Autorengruppe der AG Nahrungsmittelallergie der DGAKI
Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Niggemann
Klinik für Pädiatrie m. S.
Pneumologie und Immunologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
D-13353 Berlin
Email: [email protected]
Originalarbeiten
SEB-Oktapeptide induzieren eine enterotoxinspezifische T-Zellantwort bei atopischer Dermatitis
K. Breuer, S. Dubinker, A. Kapp, und T. Werfel
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42.00 $
Jahrgang 29 p. 383 - 392
Abstract
K. Breuer1,2, S. Dubinker2, A. Kapp1,2 und T. Werfel2
1Nordseeklinik Norderney, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Hintergrund: Staphylogene Enterotoxine sind mittlerweile in ihrer Eigenschaft als Triggerfaktoren der atopischen Dermatitis gut untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass Enterotoxine wie das staphylogene Enterotoxin B (SEB) nicht nur als Superantigene, sondern auch als Allergene fungieren, welche spezifische IgE-Antikörper induzieren. Der Nachweis enterotoxinspezifischer IgE-Antikörper bei Patienten mit atopischer Dermatitis ist hinweisend auf die Existenz enterotoxinspezifischer T-Zellen, welche in ihrer Funktion als T-Helferzellen bei der Synthese spezifischer IgE-Antikörper Hilfe leisten und darüber hinaus durch die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine zur kutanen Entzündung direkt beitragen könnten. Da Enterotoxine in ihrer Eigenschaft als Superantigene zu einer unspezifischen T-Zellaktivierung führen, ist es nicht möglich, in vitro zwischen einer enterotoxinreaktiven (superantigenmediierten) und einer enterotoxinspezifischen (allergenmediierten) T-Zellantwort zu unterscheiden. Wir haben daher die T-Zellantwort gegenüber 30 sequentiellen Oktapeptiden des SEB-Moleküls untersucht. Aufgrund ihrer Struktur reflektiert eine Antwort gegenüber diesen Peptiden eine SEB-spezifische T-Zellantwort. Methoden: Mononukleäre Zellen aus peripherem Blut von Patienten mit atopischer Dermatitis und einer Sensibilisierung gegenüber dem SEB-Molekül (bestimmt mittels CAP FEIA) sowie gesunden Kontrollen wurden mit SEB-Peptiden inkubiert. Die Proliferation wurde mittels Vibrant CFDA SE Cell Tracer Assay bestimmt. Peptidreaktive T-Zellklone wurden mittels der Grenzwertverdünnungsmethode (“limiting dilution”) aus peripherem Blut und läsionaler Haut von Patienten gewonnen, die im Proliferationsassay eine Reaktion gegenüber mindestens einem Oktapeptid gezeigt hatten. Die Frequenz der peptidreaktiven T-Zellen in peripherem Blut und läsionaler Haut wurde berechnet. Ergebnisse: 70% der gegenüber SEB sensibilisierten Patienten zeigten eine proliferative Antwort gegenüber mindestens einem der 30 Peptide. Wir konnten 2 Peptide identifizieren, welche besonders häufig eine T-Zellaktivierung induzierten. Die Frequenzen der peptidreaktiven T-Zellen in peripherem Blut und läsionaler Haut waren mit 0,1 – 0,5% aller isolierten T-Zellen im Vergleich zu etablierten Allergenen unter diesen Kulturbedingungen eher niedrig. Es konnten peptidspezifische T-Zellklone aus peripherem Blut und läsionaler Haut generiert werden. Die Restimulation dieser T-Zellklone mit den entsprechenden Oktapeptiden führte zu eher niedrigen Stimulationsindices. Die meisten der peptidreaktiven T-Zellklone waren CD4+ und wiesen ein TH0- oder TH1-Zytokinprofil auf. Schlussfolgerungen: Diese Daten zeigen, dass eine enterotoxinspezifische T-Zellantwort bei Patienten mit atopischer Dermatitis und einer Sensibilisierung gegenüber staphylogenen Enterotoxinen in läsionaler Haut und peripherem Blut nachweisbar ist, welche aber wahrscheinlich von deutlich geringerer klinischer Bedeutung ist als die durch Superantigene induzierte T-Zellantwort.Correspondence to:
Dr. med. Kristine Breuer
Nordseeklinik Norderney
Bülowallee 6
D-26548 Norderney
Email: [email protected]
Stellungnahme
Neue Deklarationspflicht für Nahrungsmittelallergene in Lebensmitteln
S. Vieths, T. Holzhauser, S. Erdmann, T. Fuchs, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, M. Raithel, I. Reese, J. Saloga, I. Vieluf, T. Zuberbier und T. Werfel
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Jahrgang 29 p. 403 - 409
Abstract
S. Vieths, T. Holzhauser, S. Erdmann, T. Fuchs, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, M. Raithel, I. Reese, J. Saloga, I. Vieluf, T. Zuberbier und T. Werfel
Zur Diskussion gestellt
Aktueller Stellenwert der sublingualen Immuntherapie bei allergischen Krankheiten
J. Kleine-Tebbe, C. Bachert, K.-C. Bergmann, T. Bieber, R. Brehler, F. Friedrichs, T. Fuchs, L. Klimek, M.V. Kopp, U. Lepp, B. Przybilla, W. Rebien, H. Renz, J. Saloga, J. Simon, J.C. Virchow, B. Wedi, T. Werfel und M. Worm
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42.00 $
Jahrgang 30 p. 378 - 388
Abstract
J. Kleine-Tebbe, C. Bachert, K.-C. Bergmann, T. Bieber, R. Brehler, F. Friedrichs, T. Fuchs, L. Klimek, M.V. Kopp, U. Lepp, B. Przybilla, W. Rebien, H. Renz, J. Saloga, J. Simon, J.C. Virchow, B. Wedi, T. Werfel und M. Worm
Abstract nicht verfügbarCorrespondence to:
PD Dr. med. J. Kleine-Tebbe
Allergie- und Asthma-Zentrum Westend
Spandauer Damm 130, Haus 9
D-14050 Berlin
Email: [email protected]
Editorial
R. Szczepanski und T. Werfel
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Jahrgang 20 p. 1 - 1
Abstract
R. Szczepanski1 und T. Werfel2
1Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e.V., Kinderhospital Osnabrück, 2Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung im Kindesalter, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Medizinische Hochschule Hannover
Autorenreferate
5. Gemeinsame Jahrestagung der AG Asthma-schulung im Kindes- und Jugendalter e.V. (AGAS) und der AG Neurodermitisschulung e.V. (AGNES), am 29. Februar und 1. März 2008 in Osnabrück - Teil 1
R. Szczepanski und T. Werfel
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42.00 $
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Jahrgang 20 p. 12 - 50
Abstract
R. Szczepanski und T. Werfel
Autorenreferate
5. Gemeinsame Jahrestagung der AG Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e.V. (AGAS) und der AG Neurodermitisschulung e.V. (AGNES), am 29. Februar und 1. März 2008 in Osnabrück - Teil II
R. Szczepanski und T. Werfel
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Jahrgang 20 p. 76 - 101
Abstract
R. Szczepanski und T. Werfel
Nahrungsmittelallergie I
Editorial: Nahrungsmittelallergie – Update 2008
T. Schäfer und T. Werfel
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42.00 $
Jahrgang 31 p. 253 - 254
Abstract
T. Schäfer und T. Werfel
Nahrungsmittel sind in aller Munde und so verhält es sich auch mit der Nahrungsmittelallergie. Wir freuen uns, dass wir Ihnen mit dieser und der nächsten Ausgabe der Allergologie zwei Schwerpunkthefte zu diesem Thema präsentieren können, die Sie mit aktuellen Beiträgen zur Epidemiologie, Klinik, Grundlagenforschung und Tertiärprävention auf den neuesten Stand bringen.
Wie der Eingangsbeitrag von T. Schäfer deutlich macht, ist die Datenlage zu guten, bevölkerungsbezogenen epidemiologischen Studien nach wie vor unbefriedigend. Dies hat u.a. damit zu tun, dass Manifestationsformen und pathogenetische Hintergründe von Nahrungsmittelunverträglichkeitsreaktionen vielgestaltig und z.T. nur sehr aufwändig zu erfassen sind. In großen epidemiologischen Studien ist man aber auf robuste und relativ einfach durchzuführende Erhebungsmethoden angewiesen. Der Vergleich internationaler Studien macht deutlich, dass nach Eigenangaben die Häufigkeit der Nahrungsmittelallergie mit rund 25% offensichtlich deutlich überschätzt wird. Bis vor 4 Jahren lagen nur 2 bevölkerungsbezogene Studien aus England und den Niederlanden vor, die eine doppelblinde, plazebo-kontrollierte orale Provokationstestung (DBPCFC) eingesetzt hatten. Inzwischen gibt es mindestens 4 weitere derartige Studien u.a. auch aus Deutschland. In der von T. Zuberbier vorgestellten Studie aus dem Berliner Raum wurden so viele Probanden einem oralen Provokationstest unterzogen wie noch nie. Während die Eigenangaben zur Nahrungsmittelallergie in dem Berliner Kollektiv mit rund 35% so hoch liegen wie in kaum einer anderen Studie, ist die aus den Ergebnissen des DBPCFC abgeleitete Prävalenz mit 2,6% für Erwachsene im Rahmen dessen, was auch andere europäische Studien berichten. Die Ergebnisse verdeutlichen die Überschätzung durch Eigenangaben, machen aber auch deutlich, dass in Deutschland mit etwa 2 Millionen Nahrungsmittelallergikern zu rechnen ist. Weitere Studien sind notwendig, aber auch z.T. bereits auf den Weg gebracht. Das bereits angelaufene EuroPrevall-Projekt hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, basierend auf einem standardisierten DBPCFC, für zahlreiche europäische Länder valide und vergleichbare Daten zur Prävalenz der Nahrungsmittelallergie zu generieren. Erste Ergebnissen werden mit Spannung für das nächste Jahr erwartet.
Das Vorgehen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie und die anschließenden Therapien sind insbesondere wegen der Diskrepanz zwischen vermuteter und tatsächlich nachweisbarer Allergie komplex. Die Arbeitsgemeinschaft Nahrungsmittelallergie der DGAKI, des ÄDA und der GPA hat daher eine Serie von Leitlinien für die unterschiedlichen Aspekte dieser Krankheitsgruppe verfasst und zum großen Teil im Internet auf der Seite der AWMF verfügbar gemacht. In diesem Schwerpunktheft wird die letzte Leitlinie dieser Serie von M. Henzgen und Mitarbeitern zum Thema Hauttestungen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie abgedruckt, die dieses Thema in praxisrelevanter Form zusammenfasst.
Bei Vorliegen einer Nahrungsmittelallergie kommt der sinnvollen Ernährungstherapie die größte Bedeutung zu. Was dies umfasst und worauf dabei zu achten ist, beschreibt I. Reese in ihrem Beitrag anschaulich und praxisnah. Ziele der Ernährungstherapie sind nicht nur die Meidung des Allergens (Karenz), sondern auch die Beibehaltung einer bedarfsdeckenden Nährstoffzufuhr und der Erhalt einer guten gesundheitsbezogenen Lebensqualität, wobei auch individuelle Einflussfaktoren zu berücksichtigen sind. Themen, die auch in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind, umfassen die Deklarationspflicht, den Einfluss alkoholischer Getränke als Triggerfaktor und die Frage nach einem Schwellenwert.
Wie die Insektengiftallergie führt auch die Nahrungsmittelallergie nicht selten zu schweren und tödlichen Reaktionen. K. Brockow geht in seinem Beitrag auf die Nahrungsmittelallergie als Auslöser anaphylaktischer Reaktionen ein. Für die USA wird geschätzt, dass jährlich rund 150 Personen an einer Nahrungsmittelanaphylaxie versterben. Auch hier kommt der Ernährungstherapie besondere Bedeutung zu, denn in vielen Fällen war die Allergie bekannt, das Allergen konnte aber nicht gemieden werden. Die entsprechende Schulung der Patienten ist daher wichtig. Die Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxis Training and Education (AGATE) erarbeitet derzeit Anaphylaxieschulungsprogramme für betroffene Patienten. Auch die epidemiologische Datenlage wird sich durch das Anaphylaxie.net verbessern, das im deutschsprachigen Raum in standardisierter Weise Daten zu Anaphylaxiefällen sammelt.
Unklar bleibt, wie und ob eine Nahrungsmittelallergie durch präventive Maßnahmen zu verhindern ist. Auch aus anderen Gründen ist der Verzicht auf Tabakrauch und Stillen über mindestens 4 Monate zu empfehlen. Für Risikokindern hat sich ersatzweise die hypoallergene Säuglingsnahrung bewährt. Der Verzicht der Mutter auf potente Nahrungsmittelallergene in Schwangerschaft oder Stillzeit hat allerdings keinen bedeutsamen präventiven Effekt. Neuere Geburtskohor- tenstudien aus Deutschland zeigen, dass eine Verzögerung der Beikosteinführung über den 4. Lebensmonat hinaus nicht in der Lage ist, eine atopische Erkrankung zu verhindern. Interessanterweise legen Untersuchungen aus Skandinavien und dem Mittelmeerraum nahe, dass eine sogenannte mediterrane Kost einschließlich Fisch, bei der Mutter in Schwangerschaft und Stillzeit bzw. beim Kind im ersten Lebensjahr, in der Lage ist, präventiv auf die allergische Sensibilisierung und insbesondere inhalative atopische Erkrankungen zu wirken.
Wir wünschen Ihnen nun viel Freude und Informationsgewinn bei der Lektüre und freuen uns auch auf Ihre Kommentare und Anregungen.
Nahrungsmittelallergie I
Hauttestungen mit Nahrungsmittelallergenen
M. Henzgen, B.K. Ballmer-Weber, S. Erdmann, T. Fuchs, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, M. Raithel, I. Reese, J. Saloga, S. Vieths, T. Zuberbier und T. Werfel
Price
42.00 $
Jahrgang 31 p. 274 - 280
Abstract
M. Henzgen1, B.K. Ballmer-Weber2, S. Erdmann3, T. Fuchs4, J. Kleine-Tebbe5, U. Lepp6, B. Niggemann7, M. Raithel8, I. Reese9, J. Saloga10, S. Vieths11, T. Zuberbier12 und T. Werfel13
1Pneumologie und Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 2Zentrum für Klinische Forschung, Universität Zürich, 3Bergisch-Gladbach, 4Hautklinik, Universitätsmedizin Göttingen, 5Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 6Herz-Lungenpraxis, Stade, 7Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Hedwig-von-Rittberg-Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Kliniken Berlin-Westend, Berlin, 8Poliklinik, Medizinische Klinik 1, Universität Erlangen-Nürnberg, 9Ernährungsberatung, München, 10Hautklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 11Paul-Ehrlich-Institut, Langen, 12Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 13Hautklinik Linden, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologigie, Medizinische Hochschule Hannover
enen
Hauttestungen haben einen zentralen Stellenwert in der Abklärung von Sensibilisierungen bei Nahrungsmittelallergien. Insbesondere der Prick-Test stellt eine Routinemethode dar. Allerdings komplizieren instabile Allergene und das Fehlen standardisierter Extrakte das diagnostische Vorgehen bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie. Deswegen ist man nach wie vor auf einen Prick-zu-Prick-Test mit nativen Lebensmitteln angewiesen. Indikationen und Kontraindikationen für eine Hauttestung mit Nahrungsmittelallergenen unterscheiden sich nicht wesentlich von anderen Allergien. Vorsicht ist bei Zustand nach schwerer anaphylaktischer Reaktion und bei bekannter hoher allergener Potenz der Nahrungsmittel geboten.Correspondence to:
PD Dr. med. Margot Henzgen
Klinik für Innere Medizin I
Pneumologie und Allergologie
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Erlanger Allee 101
D-07740 Jena
Email: [email protected]
Editorial
Nahrungsmittelallergie – Update 2008 (Teil II)
T. Schäfer und T. Werfel
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42.00 $
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Jahrgang 31 p. 301 - 302
Abstract
T. Schäfer und T. Werfel
Nahrungsmittelallergie II
Vorgehen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie bei atopischer Dermatitis
T. Werfel, S. Erdmann, T. Fuchs, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, M. Raithel, I. Reese, J. Saloga, S. Vieths, M. Worm und T. Zuberbier
Price
42.00 $
Jahrgang 31 p. 333 - 342
Abstract
T. Werfel1, S. Erdmann2, T. Fuchs3, M. Henzgen4, J. Kleine-Tebbe5, U. Lepp6, B. Niggemann7, M. Raithel8, I. Reese9, J. Saloga10, S. Vieths11, M. Worm12 und T. Zuberbier12
1Abteilung Immundermatologie und experimentelle Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover, 2Bergisch-Gladbach, 3Hautklinik, Universitätsmedizin Göttingen, 4Pneumologie und Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 5Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 6Stade, 7Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Hedwig-von-Rittberg-Zentrum, DRK-Kliniken Westend, Berlin, 8Medizinische Klinik 1, Universität Erlangen, 9München; 10Hautklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 11Paul-Ehrlich-Institut, Langen, 12Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
In der vorliegenden Leitlinie der Arbeitsgruppe Nahrungsmittelallergie der DGAKI und des ÄDA werden verschiedene Vorgehensweisen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis, atopisches Ekzem) diskutiert. Das Problem ist klinisch relevant, da viele Patienten vermuten, dass allergische Reaktionen gegen Nahrungsmittel Ekzeme auslösen oder verschlechtern können. Die Kunst besteht darin, die Patienten, die tatsächlich von einer Eliminationsdiät profitieren, zu identifizieren und gleichzeitig zu verhindern, dass zu häufig unnötige Diäten mit der Gefahr der Fehlernährung und der zusätzlichen emotionalen Belastung durchgeführt werden. Als Goldstandard in der Diagnostik nahrungsmittelabhängiger Reaktionen gilt die plazebokontrollierte, doppelblinde orale Provokation, da spezifisches IgE, Pricktests und anamnestische Angaben häufig nicht mit der Klinik korrelieren. Dies gilt insbesondere für verzögert einsetzende Ekzemreaktionen. Das Instrument der diagnostischen Eliminationsdiät sollte vor einer oralen Provokation genutzt werden. Bei multiplen Sensibilisierungen besteht die Möglichkeit einer zeitlich befristeten oligoallergenen Basisdiät und eines anschließenden stufenweisen Kostaufbaus. Bei gezieltem Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie sollte die orale Provokation nach ebenso gezielter Eliminationsdiät durchgeführt werden. Aufgrund der sich zum Teil langsam entwickelnden Ekzemverschlechterungen wird empfohlen, zumindest am Tag nach der Provokation die Haut zu untersuchen und ggf. eine repetitive Testung durchzuführen, wenn es am ersten Tag der oralen Provokation nicht zu einer klinischen Reaktion gekommen ist. In der Leitlinie werden verschiedene klinische Konstellationen diskutiert, die ein differenziertes Vorgehen bei Patienten mit atopischer Dermatitis ermöglichen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Werfel; Abteilung Immundermatologie und experimentelle Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover, Ricklinger Straße 5, D-30449 Hannover
Email: [email protected]
Nahrungsmittelallergie II
Wissenszuwachs bei Eltern von Kindern mit Neurodermitis durch standardisierte Schulungen zum Thema “Neurodermitis und Nahrungsmittelallergie” nach dem Konzept der Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung (AGNES)
S. Ottens, M. Aichele-Hoff, A. Constien, S. Plank-Habibi, M. Trentmann, A. Werning und T. Werfel
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42.00 $
Jahrgang 31 p. 343 - 349
Abstract
S. Ottens1, M. Aichele-Hoff2, A. Constien1,3, S. Plank-Habibi4, M. Trentmann5, A. Werning6 und T. Werfel1
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 2Kölner Förderverein für das Allergie- und Asthmakranke Kind e.V. am Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße, Köln, 3Berufsfachschule für Diätassistenten am Universitätsklinikum Würzburg, 4Zentrum für Psychosomatische Dermatologie, Justus-Liebig-Universität, Gießen, 5Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Charité – Campus Virchow-Klinikum, Berlin, 6Kinderhospital Osnabrück
Hintergrund: Evaluationen bestätigen immer wieder die positiven Effekte von standardisierten Neurodermitis-Elternschulungen auf den Krankheitsverlauf des Kindes. Über ein Drittel der betroffenen Kinder weist gleichzeitig eine Nahrungsmittelallergie auf, so dass auch das Wissen der Eltern zu diesem Thema wesentlich für einen langfristigen Therapieerfolg ist. Patienten und Methoden: In der vorliegenden Arbeit wurde der Wissensstand von Eltern erkrankter Kinder untersucht und der Effekt einer entsprechenden Schulungseinheit auf einen kurz- und langfristigen Wissenszuwachs überprüft. Das untersuchte Kollektiv bestand aus 100 Eltern, die an einer standardisierten Neurodermitis-Elternschulung (nach AGNES) teilnahmen. Die Datenerhebung erfolgte anhand von Multiple-choice-Fragebögen. Ergebnis und Schlussfolgerung: Insgesamt konnte gezeigt werden, dass die Aufklärungsarbeit anhand einer standardisierten Lerneinheit zu diesem Thema dauerhaft zu verbessertem Wissen und somit zu sichererem Umgang und Therapieerfolg beitragen kann.Correspondence to:
Dr. rer. biol. hum. S. Ottens; Heideknick 40, D-22393 Hamburg
Email: [email protected]
Leitlinie
Diagnostisches Vorgehen bei Verdacht auf eine pseudoallergische Reaktion durch Nahrungsmittelinhaltsstoffe
I. Reese, T. Zuberbier, B. Bunselmeyer, S. Erdmann, M. Henzgen, T. Fuchs, L. Jäger, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, M. Raithel, J. Saloga, S. Vieths und T. Werfel
Price
42.00 $
Jahrgang 31 p. 514 - 523
Abstract
I. Reese1, T. Zuberbier2, B. Bunselmeyer3, S. Erdmann4, M. Henzgen5, T. Fuchs6, L. Jäger7, J. Kleine-Tebbe8, U. Lepp9, B. Niggemann10, M. Raithel11, J. Saloga12, S. Vieths13 und T. Werfel14
1Ernährungsberatung und -therapie, München, 2Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 3Klinisches Zentrum für innovative Dermatologie, Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 4Praxis für Dermatologie, Bergisch-Gladbach, 5Abteilung Pneumologie, ISpezifische Immuntherapie (SCIT) mit rekombinanten Allergenenmmunologie und Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 6Abteilung Dermatologie und Venerologie, Universitätsmedizin Göttingen, 7Jena, 8Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 9Herz-Lungen-Praxis, Stade, 10Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Hedwig-von-Rittberg-Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Kliniken Berlin-Westend, Berlin, 11Medizinische Klinik 1, Universität Erlangen-Nürnberg, 12Hautklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 13Paul-Ehrlich-Institut, Langen, 14Hautklinik Linden, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Die chronische Urtikaria, das rezidivierende Angioödem und das nicht allergische Asthma werden mit pseudoallergischen Reaktionen auf Nahrungsmittelinhaltsstoffe in Verbindung gebracht. Für die atopische Dermatitis und Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (GIT) ist dieser Zusammenhang umstritten. Pseudoallergische Reaktionen werden durch Zusatzstoffe, aber auch durch natürliche Nahrungsmittelinhaltsstoffe ausgelöst. Ein veränderter Histaminmetabolismus ist möglicherweise mit dem Krankheitsbild der Pseudoallergie assoziiert. Eine akute Urtikaria bzw. eine kurze Episode von Angioödemen stellen keine Indikation für ein aufwendiges diagnostisches Vorgehen dar. Nach ergebnisloser Basisdiagnostik bei chronischer Urtikaria kann die Durchführung einer pseudoallergenarmen Diät erwogen werden. Haut- und Bluttests stellen bei pseudoallergischen Pathomechanismen keine objektiven diagnostischen Parameter dar. Unter pseudoallergenarmer Diät sollte eine Dokumentation des Schweregrades erfolgen. Eine orale Provokation mit Zusatzstoffen führt nur in Einzelfällen zu reproduzierbaren Symptomen. Deshalb wird nach positivem Verlauf der pseudoallergenarmen Diät eine pseudoallergenreiche “Supermahlzeit” exponiert. Nach positiver Reaktion auf die “Supermahlzeit” erfolgt die Provokation mit Zusatzstoffen in der Regel als Sammelexposition. Bei vorbekanntem Asthma bronchiale oder bei anaphylaktoiden Reaktionen ist allerdings eine Testung der Einzelsubstanzen mit “einschleichender” Dosierung erforderlich. Der Verdacht auf eine Histaminunverträglichkeit kann über eine Exposition mit Histamindihydrochlorid erhärtet werden. Für Expositionen bei Symptomen im Bereich der Atemwege sollten inhalative Provokationen erwogen werden. Die Objektivierung der Symptome ist gerade bei Erkrankungen im Bereich des GIT erforderlich und sollte möglichst über eine DBPCFC erfolgen.Correspondence to:
Dr. Imke Reese; Ernährungsberatung und -therapie, Schwerpunkt Allergologie, Ansprengerstraße 19, D-80803 München
Email: [email protected]
Kasuistik
Ungewöhnlich starkes allergisches Kontaktekzem auf Inhaltsstoffe einer schwarzen Lederbörse
M. Niebuhr, A. Kapp und T. Werfel
Price
42.00 $
Jahrgang 31 p. 524 - 527
Abstract
M. Niebuhr, A. Kapp und T. Werfel
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover
Wir berichten über einen 51-jährigen Patienten, der sich wegen seit einigen Tagen vor Vorstellung aufgetretener Hautveränderungen an wechselnden Lokalisationen in unserer Ambulanz vorstellte. Wir sahen gluteal und im Oberschenkelbereich, später auch im Brustbereich ein unscharf begrenztes Erythem, teils nässend, infiltriert und krustig belegt mit kleinen Streuherden. Im Verlauf berichtete der Patient, dass die Hautveränderungen kurz nach Beginn des Tragens einer neuen schwarzen Lederbörse und eines dazu passenden Schlüsseletuis erstmals aufgetreten seien. In der von uns durchgeführten Epikutantestung ergab sich der Nachweis einer starken epikutanen Sensibilisierung gegenüber Nickel sowie ebenfalls starke Reaktionen auf das mitgebrachte Leder und ein Metalletikett als Bestandteile des Portemonnaies. Der daraufhin von uns durchgeführte Dimethylglyoximtest erbrachte einen Nickelnachweis im Metalletikett der Geldbörse sowie an den metallhaltigen Haken im Inneren des Schlüsseletuis, jedoch keinen Nickelnachweis im Leder, auf das der Patient ebenfalls heftig in der Epikutantestung reagiert hatte. Zusätzlich zu einer ausgeprägten Kontaktallergie gegenüber Nickel, die trotz dazwischenliegender Kleidung an den Kontaktstellen zur Haut ungewöhnlich stark war, vermuten wir eine zusätzliche Kontaktallergie gegenüber weiteren Inhaltsstoffen des Leders wie z.B. Farb- oder Gerbstoffen, die in den kommerziell erhältlichen und von der DKG empfohlenen Testreihen nicht enthalten sind.Correspondence to:
Dr. med. Margarete Niebuhr; Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover, Ricklinger Straße 5, D-30449 Hannover
Email: [email protected]
Atopische Dermatitis
Der Einfluß infektiöser Mikroorganismen auf den Verlauf der atopischen Dermatitis
The influence of infectious microorganisms on atopic dermatitis
K. Breuer, A. Kapp und T. Werfel
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 256 - 263
Abstract
Allergologie, Jahrgang 25, Nr. 5/2002, S. 256–263
Der Einfluß infektiöser Mikroorganismen auf den Verlauf der atopischen Dermatitis
K. Breuer, A. Kapp und T. Werfel
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Der Einfluß von Infektionen auf die Manifestation atopischer Erkrankungen ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen der letzten Jahre. Ein Zusammenhang zwischen einer Abnahme von viralen und bakteriellen Infekten und einer Zunahme der Inzidenz atopischer Erkrankungen konnte in verschiedenen Studien herausgearbeitet werden. Darüberhinaus können infektiöse Mikroorganismen als Provokationsfaktoren der atopischen Dermatitis nicht nur zu Superinfektionen führen, sondern auch zu einer Verschlechterung des Ekzems selbst beitragen. Insbesondere S. aureus bzw. staphylogene Exotoxine können durch eine Beeinflussung der T-Zell-Antwort zu einer Förderung der kutanen Inflammation führen. Der Einfluß der staphylogenen Exotoxine auf die atopische Dermatitis und ihre mögliche Funktion als Superantigene und konventionelle Allergene werden in diesem Artikel diskutiert. Ein Zusammenhang zwischen einer kutanen Kolonisierung und einer Verschlechterung der atopischen Dermatitis wurde auch für den lipophilen Sproßpilz Pityrosporon ovale gefunden, der als Bestandteil der normalen Hautflora in talgdrüsenreichen Arealen nachweisbar ist und insbesondere als Triggerfaktor der “head and neck dermatitis” diskutiert wird. Die Bedeutung von Candida-Spezies bei der Pathogenese der atopischen Dermatitis erscheint vor dem Hintergrund bislang erhobener Daten dagegen eher fragwürdig.Correspondence to:
Dr. med. K. Breuer
Klinik und Poliklinik
für Dermatologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover
Ricklinger Straße 5
D-30449 Hannover
Positionspapier
In-vitro-Diagnostik von Nahrungsmittel- Allergien
In vitro diagnostics of food allergies
J. Kleine-Tebbe, T. Fuchs, U. Lepp, B. Niggemann, J. Saloga, I. Vieluf, S. Vieths, T. Werfel, T. Zuberbier und L. Jäger
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 341 - 349
Abstract
Allergologie, Jahrgang 25, Nr. 6 /2002, S. 341–349
In-vitro-Diagnostik von Nahrungsmittel- Allergien
J. Kleine-Tebbe, T. Fuchs, U. Lepp, B. Niggemann, J. Saloga, I. Vieluf, S. Vieths, T. Werfel, T. Zuberbier und L. Jäger
Allergie-Zentrum Westend, Berlin
Measurement of allergen-specific IgE represents the most useful diagnostic in-vitro test in food allergy, usually being performed after case history and skin test. Hundreds of single allergens and combinations are offered by a number of manufacturers. Different allergens, detection and calibration methods lead to a lack of comparibility of test results, which can also differ substantially from case history, skin test and food challenge results. Cellular laboratory tests should be used for food allergy testing only in individual cases or scientific studies. Food allergens: Food proteins of higher stability (predominantly relevant in early infancy) do rarely cause problems in terms of IgE-testing. At present, use of defined proteins for routine diagnosis of allergen-specific IgE has no advantage compared to whole food allergens. Resulting from sensitizations to pollen allergens or natural rubber latex, IgE will be found to cross reactive, mostly labile allergens from various fruit, vegetable or plant species, being clinically relevant only in case of corresponding symptoms. This supports the recommendation of selected in-vitro testing, focussing on suspected foods. Indication for IgE-testing: Reasonable probability of food allergy, but no clear-cut evidence after case history and skin test; sensitization to foods not suitable for skin testing; severe reactions to foods; skin test or its interpretation not possible. Interpretation of in-vitro results: False positive or negative results due to inappropriate reagents or laboratory errors; clinically irrelevant results by strongly elevated total serum IgE, low cut-off levels or cross reactive allergens. Not suitable for diagnosis of food allergy: Allergen-specific IgG, cytotoxic food test, electroacupuncture, bioresonance. Unsolved problems: Optimized quality of reagents; calibration and comparability of results from different methods; serological cross reactivity. Future studies adressing clinical relevance of in-vitro results will help to improve diagnosis and interpretation of food allergy.Correspondence to:
PD Dr. J. Kleine-Tebbe
Allergie-Zentrum Westend
Spandauer Damm 130
D-14050 Berlin
Positionspapier
Therapiemöglichkeiten bei der IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergie
Therapeutic intervention in IgE-mediated food allergy
U.S. Lepp, I. Ehlers, S. Erdmann, Th. Fuchs, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe, B. Niggemann, J. Saloga, I. Vieluf, S. Vieths, T. Zuberbier und T. Werfel, Arbeitsgruppe “Nahrungsmittelallergie” der DGAI
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 585 - 590
Abstract
Allergologie, Jahrgang 25, Nr. 11/2002, S. 585–590
Therapiemöglichkeiten bei der IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergie
U.S. Lepp, I. Ehlers, S. Erdmann, Th. Fuchs, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe, B. Niggemann, J. Saloga, I. Vieluf, S. Vieths, T. Zuberbier und T. Werfel, Arbeitsgruppe “Nahrungsmittelallergie” der DGAI
Medizinische Klinik Borstel, Borstel
Nach eindeutigem Nachweis einer Nahrungsmittelallergie, möglichst mittels doppelblind und plazebokontrolliert durchgeführter oraler Provokation, stellt sich die Frage der therapeutischen Möglichkeiten. Die Karenz ist die einzige Intervention, deren Effekt geprüft ist. Der Patient muß ausführliche Diätpläne mit Meidungsstrategien und Hinweisen zu sinnvollem Ersatz der Ernährung erhalten und eingehend beraten werden. Die Karenz muß im Fall von Allergenen, die potentiell schwere anaphylaktische Reaktionen auslösen können, mit Notfallmedikamenten (schnell absorbierbares orales Antihistaminikum, Glukokortikosteroid, Adrenalin) kombiniert werden. Eine Reexposition erscheint nur unter ärztlicher Aufsicht nach 1 – 2 Jahren gerechtfertigt. Die bei anderen allergischen Erkrankungen kausal wirkende Therapie der Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) stellt bei der Nahrungsmittelallergie die Ausnahme dar. Bei der baumpollenassoziierten Nahrungsmittelallergie kann den Patienten in Aussicht gestellt werden, daß sich nach Hyposensibilisierung mit einem Baumpollenextrakt auch die Reaktion auf die Nahrungsmittel bessert. Die subkutane Hyposensibilisierung mit Nahrungsmittelextrakten ist dagegen ausschließlich wissenschaftlichen Untersuchungen vorbehalten. Eine orale Toleranzinduktion mit nativen Nahrungsmitteln kommt nur in Einzelfällen und bei nicht sicher meidbaren Nahrungsmitteln in Frage. Haben Patienten vorwiegend gastrointestinale Beschwerden, kann eine zeitlich begrenzte Therapie mit Cromoglykat versucht werden. Bei leichten Symptomen empfiehlt sich zur symptomorientierten Therapie ein modernes, nicht sedierendes, schnell wirksames Antihistaminikum. Abzulehnen sind “alternative Therapieformen” wie Rotationskost oder sogenannte “bioenergetische Verfahren” wie Elektroakupunktur nach Voll oder Bioresonanz.Correspondence to:
Dr. med. Ute S. Lepp
Medizinische Klinik Borstel
Parkallee 35
D-23845 Borstel