Übersicht
Langerhanszellbiologie im Wandel
Changing concepts of Langerhans cell biology
T. Jakob, N. Pfender, T. König, S. Kunz, S.F. Martin
Price
42.00 $
Jahrgang 32 p. 462 - 468
Abstract
T. Jakob, N. Pfender, T. König, S. Kunz, S.F. Martin
Forschergruppe Allergologie, Universitäts-Hautklinik, Freiburg
Entwicklungen neuer genetisch modifizierter Mausmodelle haben zu einer Reihe von neuen Erkenntnissen über die Funktion von Langerhanszellen (LZ) im Sensibilisierungsprozess des allergischen Kontaktekzems geführt. Als größte Überraschung gilt hierbei die Beobachtung, dass epidermale LZ nicht zwingend für eine Kontaktsensibilisierung notwendig sind, sondern dies durch eine bisher nicht bekannte Population von Langerin+ dermalen dendritischen Zellen (DZ) übernommen werden kann. Es ist anzunehmen, dass LZ und dermale DZ zum Teil redundante, aber auch komplementäre Funktionen in der Initiierung der adaptiven Immunantwort ausüben. Hinweise für eine funktionelle Spezialisierung von epidermalen LZ und dermalen DZ stammen aus Untersuchungen an humanen Hautexplantaten und zeigen eine Spezialisierung von LZ als Induktoren der zellulären Immunität, während dermale DZ bevorzugt die humorale Immunität induzieren können. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich bei der Maus, in der die selektive Depletion von dermalen Langerin+ DZ bzw. epidermalen LZ zu deutlichen Veränderungen der humoralen und zelluären Immunantwort führen.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. med. T. Jakob
Forschergruppe Allergologie
Universitäts-Hautklinik
Hauptstraße 7
D-79104 Freiburg
Email: [email protected]
Leitlinie
S3-Leitlinie Urtikaria. Teil 1: Klassifikation und Diagnostik der Urtikaria – deutschsprachige Version der internationalen S3-Leitlinie
S3-guideline urticaria. Part 1: Classification and diagnosis of urticaria: German language version of the international S3-guideline
T. Zuberbier, W. Aberer, K. Brockow, J. Grabbe, E. Hamelmann, K. Hartmann, T. Jakob, H.F. Merk, M. Ollert, F. Ruëff, P. Schmid-Grendelmeier, P. Staubach, I. Voigtmann, B. Wedi und M. Maurer
Price
42.00 $
Jahrgang 34 p. 569 - 580
Abstract
Allergologie, Jahrgang 34, Nr. 12/2011, S. 569–580
S3-Leitlinie Urtikaria. Teil 1: Klassifikation und Diagnostik der Urtikaria – deutschsprachige Version der internationalen S3-Leitlinie
T. Zuberbier1, W. Aberer2, K. Brockow3, J. Grabbe4, E. Hamelmann5, K. Hartmann6, T. Jakob7, H. F. Merk8, M. Ollert3, F. Ruëff9, P. Schmid- Grendelmeier10, P. Staubach11, I. Voigtmann12, B. Wedi13 und M. Maurer1
1Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2Universitätshautklinik, Medizinische Universität Graz, Österreich, 3Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 4Abteilung für Dermatologie und Allergologie, Kantonsspital Aarau, Schweiz, 5Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Sankt- Josef-Hospital, Ruhr-Universität, Bochum, 6Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universität Köln, 7Universitäts-Hautklinik, Universitätsklinikum Freiburg, 8Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitäts-Hautklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule, Aachen, 9Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München, 10Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Schweiz, 11Klinik für Dermatologie, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 12Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB), Mönchengladbach, 13Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Urtikaria ist eine häufige Erkrankung. Die Lebenszeitprävalenz für Urtikaria liegt bei nahezu 20%. Urtikaria verursacht nicht nur eine Einschränkung der Lebensqualität, sondern beeinflusst auch die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit und in der Schule und zählt daher zur Gruppe der schweren allergischen Erkrankungen. Diese Leitlinie um- fasst die Definition und Klassifikation der Urtikaria unter Einbeziehung der wesentlichen Fortschritte in der Erforschung der Ursachen, auslösenden Faktoren und Pathomechanismen dieser Erkrankung. Darüber hinaus befasst sie sich mit evidenzbasierten Strategien zur ökonomischen Diagnostik der verschiedenen Unterformen der Urtikaria. Die optimale Therapie der Urtikaria ist von enormer Wichtigkeit für die Patienten und sehr komplex. Sie wird daher in einer separaten Leitlinie behandelt. Diese deutschsprachige Leitlinie wurde auf der Basis der internationalen englischsprachigen, durch die UEMS (European Union of Medical Specialists) anerkannten Leitlinie unter besonderer Berücksichtigung der medizinischen Gegebenheiten im deutschsprachigen Raum erstellt. Diese Leitlinie ist zusammen mit der Schwesterleitlinie zur Therapie der Urtikaria das Ergebnis eines Konsensus, der auf einer Podiumsdiskussion beim 3. Internationalen Konsensusmeeting zur Urtikaria, der „Urticaria 2008“, erzielt wurde. Die „Urticaria 2008“ war eine gemeinsame Initiative der Sektion Dermatologie der EAACI (European Academy of Allergy and Clinical Immunology), des EU-geförderten Network of Excellence GA2LEN (Global Allergy and Asthma European Network), des EDF (European Dermatology Forum) und der WAO (World Allergy Organization). Zum ersten Mal wurde hier, bei ausreichender Beweislage, die Grading-of-Recommendations-Assessment- Development-and-Evaluation(GRADE)- Methode mit Modifikationen so weit möglich verwendet.Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Zuberbier
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Email: [email protected]
Leitlinie
S3-Leitlinie Urtikaria. Teil 2: Therapie der Urtikaria – deutschsprachige Version der internationalen S3-Leitlinie
S3-guideline urticaria. Therapy of urticaria: German language version of the international S3- guideline
T. Zuberbier, W. Aberer, K. Brockow, J. Grabbe, E. Hamelmann, K. Hartmann, T. Jakob, H.F. Merk, M. Ollert, F. Ruëff, P. Schmid-Grendelmeier, P. Staubach, I. Voigtmann, B. Wedi und M. Maurer
Price
42.00 $
Jahrgang 35 p. 187 - 208
Abstract
Allergologie, Jahrgang 35, Nr. 4/2012, S. 187–208
S3-Leitlinie Urtikaria. Teil 2: Therapie der Urtikaria – deutschsprachige Version der internationalen S3-Leitlinie
T. Zuberbier1, W. Aberer2, K. Brockow3, J. Grabbe4, E. Hamelmann5, K. Hartmann6, T. Jakob7, M. Maurer1, H. F. Merk8, M. Ollert3, F. Ruëff9, P. Schmid-Grendelmeier10, P. Staubach11, I. Voigtmann12 und B. Wedi13
1Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2Universitätshautklinik, Medizinische Universität Graz, Österreich, 3Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 4Abteilung für Dermatologie und Allergologie, Kantonsspital Aarau, Schweiz, 5Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Sankt- Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum, 6Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universität Köln, 7Universitätshautklinik, Universitätsklinikum Freiburg, 8Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitäts-Hautklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule, Aachen, 9Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München, 10Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Schweiz, 11Klinik für Dermatologie, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 12Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB), Mönchengladbach, 13Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Eine länger dauernde Urtikaria hat einen starken Einfluss auf die Lebensqualität. Daher ist, wenn kausale Faktoren nicht beseitigt werden können, eine effektive symptomatische Behandlung notwendig. Die empfohlene Therapie der ersten Wahl ist die Gabe von nicht sedierenden H1-Antihistaminika der neuen Generation. Wenn die Standarddosierung nicht ausreichend wirksam ist, sollte die Dosis bis auf das Vierfache erhöht werden. Bei Patienten, die auch auf eine solche Behandlung nicht ansprechen, sind Therapeutika der zweiten Wahl zusätzlich zu Antihistaminika zu empfehlen. Dabei sollten sowohl das Nutzen-Risiko-Profil als auch die Kosten berücksichtigt werden. Kortikosteroide sind für die Langzeitbehandlung aufgrund ihrer unvermeidbaren schweren Nebenwirkungen nicht empfohlen. Die hier vorgelegte deutschsprachige Leitlinie wurde auf der Basis der internationalen englischsprachigen unter besonderer Berücksichtigung der medizinischen Gegebenheiten im deutschsprachigen Raum erstellt. Diese Leitlinie ist gemeinsam mit der Leitlinie zur Klassifikation und Diagnose der Urtikaria das Ergebnis eines Konsensus, der auf einer Podiumsdiskussion beim 3. Internationalen Konsensusmeeting zur Urtikaria, der „Urticaria 2008“, erzielt wurde. Die „Urticaria 2008“ war eine gemeinsame Initiative der Sektion Dermatologie der EAACI (Euro pean Academy of Allergology and Clinical Immunology), des EU-geförderten Network of Excellence GA2LEN (Global Allergy and Asthma European Network), des EDF (European Dermatology Forum) und der WAO (World Allergy Organization). Die Autoren der deutschsprachigen Version waren während des Treffens anwesend.Correspondence to:
Prof. Dr. T. Zuberbier
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
D-10117 Berlin
Email: [email protected]
Editorial
Die Geister, die ich rief …
The spirits that I called ...
T. Werfel, T. Jakob und H. Merk
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Jahrgang 35 p. 389 - 390
Abstract
Allergologie, Jahrgang 35, Nr. 8/2012, S. 389–390
Die Geister, die ich rief …
T. Werfel, T. Jakob und H. Merk
Leitlinie
Diagnose und Therapie der Bienenund Wespengiftallergie
Diagnosis and therapy of bee and wasp venom allergy
B. Przybilla, F. Ruёff, A. Walker, H.-C. Räwer, W. Aberer, C.P. Bauer, D. Berdel, T. Biedermann, K. Brockow, J. Forster, Th. Fuchs, E. Hamelmann, T. Jakob, R. Jarisch, H.F. Merk, U. Müller, H. Ott, W. Sitter, R. Urbanek und B. Wedi
Price
42.00 $
Jahrgang 35 p. 563 - 562
Abstract
Allergologie, Jahrgang 35, Nr. 11/2012, S. 563–589
Diagnose und Therapie der Bienenund Wespengiftallergie
B. Przybilla1, F. Ruёff1, A. Walker1, H.-C. Räwer1, W. Aberer2, C.P. Bauer3, D. Berdel4, T. Biedermann5, K. Brockow6, J. Forster7, Th. Fuchs8, E. Hamelmann9, T. Jakob10, R. Jarisch11, H.F. Merk12, U. Müller13, H. Ott14, W. Sitter15, R. Urbanek16 und B. Wedi17
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, AllergieZentrum, Ludwig- Maximilians-Universität München, 2Universitäts-Hautklinik, Medizinische Universität Graz, Österreich, 3Fachklinik Gaißach der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd, Gaißach, 4Forschungsinstitut zur Prävention von Allergien und Atemwegserkrankungen, Marien-Hospital, Wesel, 5Universitäts-Hautklinik, Universitätsklinikum Tübingen, 6Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 7Kinderabteilung St. Hedwig, St. Josefskrankenhaus, Freiburg, 8Funktionsbereich Allergologie, Universitätshautklinik Göttingen, 9Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Ruhr- Universität Bochum, 10Forschergruppe Allergologie und Allergieabteilung, Universitäts-Hautklinik, Universitätsklinikum Freiburg, 11Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ), Wien, Österreich, 12Hautklinik, Medizinische Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, 13Allergiestation, Medizinische Klinik, Spital Ziegler, Spitalnetz Bern, Schweiz, 14Abteilung Pädiatrische Dermatologie, Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Hamburg, 15Institut für chirurgische Forschung, Philipps-Universität Marburg, 16Klinische Abteilung für Allgemeine Pädiatrie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Freiburg, 17Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Allergische Reaktionen auf Stiche von Bienen (Apis mellifera) oder Faltenwespen (insbesondere Vespula vulgaris, V. germanica) manifestieren sich fast immer als gesteigerte örtliche Reaktionen (schwere Lokalreaktion; bei bis zu 25% der Bevölkerung) oder als Allgemeinreaktionen mit den Symptomen der Soforttypallergie (Anaphylaxie; bei bis zu 3,5% der Bevölkerung). Anaphylaktische Stichreaktionen werden durch IgE-Antikörper, die gegen Giftinhaltsstoffe gerichtet sind, ausgelöst. Andere klinische Bilder allergischer Reaktionen („ungewöhnliche Stichreaktionen“) sind – ebenso wie Intoxikationen durch eine große Anzahl von Stichen – sehr selten. Insbesondere schwere anaphylaktische Reaktionen können zu bleibenden Körperschäden oder zum Tod führen. Akute Reaktionen werden symptomatisch behandelt. Danach ist bei Patienten mit allergischen Reaktionen eine langfristige Therapie notwendig. Sie umfasst Expositionsprophylaxe, Selbsthilfemaßnahmen des Patienten (einschließlich der Anwendung einer Notfallmedikation) bei erneutem Stich und, bei systemischer Soforttypreaktion, die spezifische Immuntherapie (SIT; Hyposensibilisierung). Adrenalin zur Selbstinjektion ist Bestandteil der Notfallmedikation bei Patienten mit früherer systemischer Soforttypreaktion. Grundlage der Diagnostik bei Patienten mit systemischen Soforttypreaktionen sind Anamnese sowie Hauttests und Bestimmung der spezifischen Serum-Immunglobulin- E(IgE)-Antikörper gegen Gesamtgift. Wird bei diesen Tests eine aufgrund der Anamnese erwartete Sensibilisierung nicht gefunden, so werden die spezifischen Serum- IgE-Antikörper gegen relevante Einzelallergene (zurzeit verfügbar Api m 1 und Ves v 5) bestimmt sowie gegebenenfalls zelluläre Tests vorgenommen. Die Ergebnisse der Diagnostik werden von verschiedenen Variablen beeinflusst, „alsch-negative“oder „falsch-positive“ Ergebnisse sind bei allen Tests möglich. Bei Patienten mit erhöhter Konzentration der basalen Serumtryptase 95. Perzentile 11,4 μ/l) und/oder Mastozytose verlaufen anaphylaktische Stichreaktionen häfig sehr schwer. Um diese Risiken zu erkennen, sind die Bestimmung der basalen Serumtryptasekonzentration und die Untersuchung der Haut auf das Vorliegen einer kutanen Mastozytose angezeigt. Bienen- oder Wespengift-SIT ist bei Patienten obligat, die eine Stichanaphylaxie mit respiratorischen oder kardiovaskulären Symptomen erlitten haben, sowie bei Patienten mit individuellen Risikofaktoren. Im Übrigen kann die SIT allen erwachsenen Patienten mit systemischer Stichreaktion vom Soforttyp unabhängig vom Schweregrad empfohlen werden. Nur bei Kindern mit systemischer Reaktion ausschließich der Haut kann auf der Grundlage von Studienergebnissen berechtigt auf die SIT verzichtet werden. Für die Dosissteigerung der SIT gibt es zahlreiche Behandlungsprotokolle, mit denen die Erhaltungsdosis in einem Tag (Ultra-Rush-Protokoll), nach 3 – 5 Tagen (Rush-Protokoll) oder in einigen ochen bis Monaten (konventionelle SIT) erreicht wird. Mit der Geschwindigkeit der Dosissteigerung nehmen die Nebenwirkungen zu. Die Standarderhaltungsdosis ist 100 μ. Bei Risikopatienten kann bei Bienengift- SIT, die weniger wirksam ist als Wespengift- SIT, von vornherein eine besser wirksame Erhaltungsdosis von 200 μ gegeben werden; manchmal kann dies auch bei Wespengift- SIT angezeigt sein. Als Nebenwirkungen der SIT können insbesondere in der Einleitungsphase systemische anaphylaktische Reaktionen und subjektive Allgemeinbeschwerden auftreten; schwere Reaktionen sind selten. In Einzelfällen kommt es zu wiederholten anaphylaktischen Reaktionen, die den Behandlungsverlauf stark behindern oder zum Therapieabbruch zwingen können. Um hier Verträlichkeit der SIT zu erreichen, erscheint derzeit eine Begleit- und/oder Vortherapie mit dem Anti-IgE-Antikörper Omalizumab (gegenwärtig „off-label use“) am aussichtsreichsten; weiter erhalten diese Paienten eine erhöte Erhaltungsdosis (≥200 μ). Der Erfolg der SIT kann nicht durch Laborparameter erfasst werden. Eine Kontrolle der Wirksamkeit der Therapie durch einen Stichprovokationstest mit einem lebenden Insekt sollte etwa 6 –18 Monate nach Erreichen der Erhaltungsdosis (bei besonderer Gefährdung des Patienten auch früher) erfolgen. Bei Stichprovokationstests ist die Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten. Kommt es trotz SIT zu einer erneuten systemischen Reaktion, so führt eine Steigerung der Erhaltungsdosis (meist sind 200 μ ausreichend) fast immer zum Erfolg. Bei den meisten Patienten kann die SIT nach 3 – 5 Jahren beendet werden, sofern SIT und ein erneuter Stich ohne systemische Reaktion vertragen wurden. Ist dies nicht der Fall oder bestehen besondere Risiken, so wird der Patient gegebeenfalls läger behandelt. Manchmal (z.B. bei Mastozytose oder früerer Stichreaktion mit Herzkreislaufstillstand) ist eine lebenslange SIT indiziert.Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Przybilla
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
AllergieZentrum
Ludwig-Maximilians-Universität
Frauenlobstraße 9 – 11
D–80337 München
Email: [email protected]
Insektengiftallergie
Aktueller Stand und neue Entwicklungen in der Diagnostik mit rekombinanten Insektengiftallergenen
State of the art and new developments in diagnostics of insect venom allergy using recombinant allergens
T. Jakob, S. Müller, D. Rafei-Shamsabadi, F.I. Bantleon und E. Spillner
Price
42.00 $
Jahrgang 37 p. 352 - 361
Abstract
Allergologie, Jahrgang 37, Nr. 9/2014, S. 352–361
Aktueller Stand und neue Entwicklungen in der Diagnostik mit rekombinanten Insektengiftallergenen
T. Jakob1, S. Müller1, D. Rafei-Shamsabadi1, F.I. Bantleon2 und E. Spillner2
1Forscherguppe Allergologie & Allergieabteilung, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Freiburg, 2Immunological Engineering, Department of Engineering, Aarhus University, Denmark
Hymenopterengiftallergien gehören zu den häufigsten Ursachen schwerer anaphylaktischer Reaktionen im Erwachsenenalter. Die Diagnostik basiert auf Anamnese und Nachweis einer IgE-vermittelten Sensibilisierung mittels Hauttest und/oder IgE-Serologie. Die IgE-Diagnostik erfolgt primär unter Verwendung von Gesamtgiftpräparationen, deren Zusammensetzung auf molekularer Ebene lange nur ansatzweise bekannt war. Seit Kurzem wird die Routinediagnostik der Insektengiftallergien durch den Einsatz von drei rekombinanten Hauptallergenen ergänzt (Api m 1, Ves v 5 und Ves v 1). Identifizierung von weiteren neuen Allergenen und rekombinante Strategien für die Produktion von Giftallergenen ermöglichen differenzielle Einblicke in die IgE-Reaktivität unabhängig von kreuzreaktiven Kohlenhydratdeterminanten. Der Einsatz einer steigenden Anzahl von rekombinanten Allergenen ermöglicht eine verbesserte diagnostische Präzision, erlaubt individuelle Sensibilisierungsprofile zu erstellen und eine allergenspezifische Immunantwort während der Immuntherapie zu beurteilen.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. med. T. Jakob
Forschergruppe Allergologie & Allergieabteilung
Klinik für Dermatologie und Venerologie
Universitätsklinikum Freiburg
Hauptstraße 7
D–79104 Freiburg
Email: [email protected]
Leitlinie
Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie
Guideline on acute care and management of anaphylaxis
J. Ring, K. Beyer, T. Biedermann, A. Bircher, D. Duda, J. Fischer, F. Friedrichs, T. Fuchs, U. Gieler, T. Jakob, L. Klimek, L. Lange, H.F. Merk, B. Niggemann, O. Pfaar, B. Przybilla, F. Ruëff, E. Rietschel, S. Schnadt, R. Seifert, H. Sitter, E.-M. Varga, M. Worm und K. Brockow
Price
42.00 $
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Jahrgang 38 p. 111 - 132
Abstract
Allergologie, Jahrgang 38, Nr. 3/2015, S. 111–132
Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie
J. Ring1, K. Beyer2, T. Biedermann3, A. Bircher4, D. Duda5, J. Fischer3, F. Friedrichs6, T. Fuchs7, U. Gieler8, T. Jakob9, L. Klimek10, L. Lange11, H.F. Merk12, B. Niggemann13, O. Pfaar10, B. Przybilla14, F. Ruëff14, E. Rietschel15, S. Schnadt16, R. Seifert17, H. Sitter18, E.-M. Varga19, M. Worm20 und K. Brockow1
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 2Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie und Immunologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 3Universitäts-Hautklinik Tübingen, 4Klinik für Dermatologie, Universitätskrankenhaus Basel, Schweiz, 5Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Katholisches Klinikum Mainz, 6Kinderarztpraxis Laurensberg, Aachen, 7Hautklinik, Universitätsmedizin Göttingen, 8Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Universität Gießen, 9Universitäts-Hautklinik Freiburg, 10Zentrum für Allergologie und Rhinologie Wiesbaden, Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, 11St.-Marien-Hospital Bonn, 12Hautklinik, Universitätsklinikum Aachen, 13DRK Kliniken Berlin Westend, 14Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität, München, 15Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Köln, 16Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V., Mönchengladbach, 17Institut für Pharmakologie, Medizinische Hochschule Hannover, 18Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität, Marburg, 19Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Österreich, 20Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergie- Centrum-Charité, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Correspondence to:
Prof. Dr. Dr. med. J. Ring
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
D–80802 München
Email: [email protected]
Leitlinie
Leitlinie Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel
Guideline for the diagnosis of drug hypersensitivity reactions
K. Brockow, B. Przybilla, W. Aberer, A.J. Bircher, R. Brehler, H. Dickel, T. Fuchs, T. Jakob, L. Lange, W. Pfützner, M. Mockenhaupt, H. Ott, O. Pfaar, J. Ring, B. Sachs, H. Sitter, A. Trautmann, R. Treudler, B. Wedi, M. Worm, G. Wurpts, T. Zuberbier und H.F. Merk
Price
42.00 $
Jahrgang 39 p. 125 - 136
Abstract
Allergologie, Jahrgang 39, Nr. 3/2016, S. 125–136
Leitlinie Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel*
K. Brockow1, B. Przybilla2, W. Aberer3, A.J. Bircher4, R. Brehler5, H. Dickel6, T. Fuchs7, T. Jakob8, L. Lange9, W. Pfützner10, M. Mockenhaupt11, H. Ott12, O. Pfaar13#21, J. Ring1, B. Sachs14, H. Sitter15, A. Trautmann16, R. Treudler17, B. Wedi18, M. Worm19, G. Wurpts20, T. Zuberbier19 und H.F. Merk20
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, AllergieZentrum, Ludwig-Maximilians-Universität München, 3Klinik für Dermatologie, Medizinische Universität Graz, 4Allergologische Poliklinik, Universitätsspital, Basel, 5Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 6Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr- Universität Bochum, 7Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, 8Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Freiburg, 9Kinderklinik, Marienhospital Bonn, 10Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Marburg, 11Dokumentationszentrum schwerer Hautreaktionen, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Freiburg, 12Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover, 13Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 14Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Bonn, 15Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg, 16Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Allergiezentrum Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg, 17Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, 18Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 19Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, 20Klinik für Dermatologie und Allergologie, RTWH Aachen, 21HNO-Universitätsklinik Mannheim
Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen sind unvorhersehbare, durch Arzneimittel hervorgerufene Reaktionen. Sie manifestieren sich entweder innerhalb von ein bis sechs Stunden nach Arzneimittelzufuhr („Sofortreaktionen“) mit geringgradigen bis lebensbedrohlichen Symptomen der Anaphylaxie oder mehrere Stunden bis Tage später („Spätreaktionen“) vorwiegend als Exantheme. Eine Beteiligung des Immunsystems (Allergie) ist nicht immer nachweisbar. Der Verzicht auf eine Diagnostik kann einerseits schwere Reaktionen bei erneuter Exposition zur Folge haben, andererseits zu ungerechtfertigter Einschränkung der Therapiemöglichkeiten führen. Experten verschiedener Fachgesellschaften und Institutionen haben in dieser Leitlinie Empfehlungen und einen Algorithmus zur Allergiediagnostik erarbeitet. Wesentliche Prinzipien der allergologischen Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel werden dargelegt. Die allergologische Klärung möglichst innerhalb von vier Wochen bis sechs Monaten nach der Reaktion ist anzustreben. Eine klinische Zuordnung des Krankheitsbildes anhand von Morphologie und Zeitablauf der Reaktion ist für die Planung der Diagnostik notwendig. Bei typischer Symptomatik einer Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktion und eindeutigen Befunden validierter Haut- und/oder Labortests kann die Zuordnung zu einem Auslöser als ausreichend angesehen werden. Häufig sind jedoch Haut- und Labortests negativ oder nicht sicher aussagekräftig. In diesen Fällen ist eine kontrollierte Provokationstestung zur Aufklärung der Reaktion erforderlich. Bei Beachtung von Indikationen und Kontraindikationen sowie angemessener ärztlicher Überwachung ist sie eine aussagekräftige und sichere Methode. Das Ergebnis der Gesamtbeurteilung wird mit dem Patienten besprochen und in einem Allergiepass dokumentiert, sodass zukünftig eine gezielte Karenz eingehalten werden kann und gegebenenfalls Ausweichmedikamente zur Verfügung stehen.
*S2K-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Zusammenarbeit mit dem Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA), der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), der Deutschen Kontaktallergiegruppe (DKG), der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI), der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI), der Deutschen Akademie für Allergologie und Umweltmedizin (DAAU), dem Dokumentationszentrum für schwere Hautreaktionen und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Erstpublikation in Allergo J Int. 2015; 24: 94Correspondence to:
Prof. Dr. Knut Brockow
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
80802 München
Email: [email protected]
Übersicht
Asthma bronchiale im Kindesalter* - Asthmaanfall und Dauertherapie
Childhood bronchial asthma - the acute asthma attack and long-term
D. Berdel, T. Jakob und A. von Berg
Price
42.00 $
Jahrgang 22 (1999) p. 237 - 249
Abstract
Allergologie, Jahrgang 22, Nr. 4/ 1999, S. 237-249
Asthma bronchiale im Kindesalter* - Asthmaanfall und Dauertherapie
D. Berdel, T. Jakob und A. von Berg
Abteilung für Kinderheilkunde, Marien-Hospital, Wesel
Das Asthma bronchiale ist mit 5 - 15% die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, die Erstmanifestation liegt in über 80% vor dem 10. Lebensjahr. Es wird die medikamentöse Therapie des akuten Asthmaanfalls von der medikamentösen Dauertherapie unterschieden. Es stehen dafür zwei Medikamentengruppen - die Bronchodilatatoren und die Entzündungshemmer - zur Verfügung, mit denen bei gezielter und kombinierter Anwendung sowohl die Symptome des akuten Asthmaanfalls als auch die des chronischen Asthmas weitgehend reduziert oder vollständig beseitigt werden können. Jede Asthmatherapie sollte individuell so gestaltet sein, daß sie nicht nur das Wirkungs/Nebenwirkungsverhältnis und die Applikationsart der Medikamente berücksichtigt, sondern auch dem Alter des Kindes, seinen Bedürfnissen und Gewohnheiten sowie den asthmaauslösenden Faktoren Rechnung trägt. Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Berdel
Abteilung für Kinderheilkunde
Marien-Hospital
Pastor-Janßen-Straße 8-38
D-46483 Wesel
Positionspapier
S2k-Leitlinie: Diagnostik bei Verdacht auf eine Betalaktamantibiotika-Überempfindlichkeit
Guideline on diagnostic procedures for suspected hypersensitivity to beta-lactamantibiotics
G. Wurpts, W. Aberer, H. Dickel, R. Brehler, T. Jakob, B. Kreft, V. Mahler, H.F. Merk, N. Mülleneisen, H. Ott, W. Pfützner, S. Röseler, F. Ruëff, H. Sitter, C. Sunderkötter, A. Trautmann, R. Treudler, B. Wedi, M. Worm und K. Brockow
Price
42.00 $
Jahrgang 42 (2019) p. 493 - 528
Abstract
Allergologie, Jahrgang 42, Nr. 11/2019, S. 493-528
S2k-Leitlinie: Diagnostik bei Verdacht auf eine Betalaktamantibiotika-Überempfindlichkeit*
G. Wurpts1, W. Aberer2, H. Dickel3, R. Brehler4, T. Jakob5, B. Kreft6, V. Mahler7,8, H.F. Merk1, N. Mülleneisen9, H. Ott10, W. Pfützner11, S. Röseler1, F. Ruëff12, H. Sitter13, C. Sunderkötter6, A. Trautmann14, R. Treudler15, B. Wedi16, M. Worm17 und K. Brockow18
1Klinik für Dermatologie und Allergologie, Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC), Universitätsklinik der RWTH Aachen, 2Klinik für Dermatologie, Medizinische Universität Graz, Österreich, 3Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, 4Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 5Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, 6Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Halle (Saale), 7Paul-Ehrlich- Institut, Langen, 8Hautklinik, Universitätsklinikum Erlangen, 9Lungen- und Allergiezentrum, Leverkusen, 10Pädiatrische Dermatologie und Allergologie, Kinderund Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover, 11Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg, 12Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie Zentrum, Ludwig-Maximilians- Universität München, 13Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität Marburg, 14Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergiezentrum Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg, 15Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Leipziger Interdisziplinäres Centrum für Allergologie – LICA-CAC, Universität Leipzig, 16Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Comprehensive Allergy Center, Medizinische Hochschule Hannover, 17Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Allergie-Centrum-Charité (ACC), Berlin, 18Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München
Die vorliegende Leitlinie (S2k) zur Diagnostik bei Verdacht auf eine Betalaktamantibiotika-Überempfindlichkeit wurde von den deutschen allergologischen Fachverbänden und der österreichischen allergologischen Fachgesellschaft sowie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie im Konsens nach den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erarbeitet. Betalaktamantibiotika (BLA) wie Penicilline und Cephalosporine sind die Substanzgruppe, welche am häufigsten Arzneimittelallergien auslöst. Die anamnestische Angabe einer vermuteten Allergie übersteigt jedoch in ihrer Häufigkeit deutlich die bestätigten Fälle. Die große Anzahl vermuteter BLA-Allergien hat einen großen Einfluss, unter anderem auf die Behandlungsqualität des einzelnen Patienten sowie die Kosten für die Allgemeinheit. Allergien auf BLA beruhen auf unterschiedlichen immunologischen Mechanismen und äußern sich häufig als makulopapulöse Exantheme, aber auch als Anaphylaxien; daneben finden sich verschiedene Sonderformen der Arzneimittelallergien. Allen BLA gemeinsam ist der Betalaktamring. Eingeteilt werden die BLA in verschiedene Klassen: die Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme, Monobactame und Betalaktamaseinhibitoren mit unterschiedlichen Strukturmerkmalen. Von großer klinischer Bedeutung ist die Kenntnis über mögliche Kreuzreaktivitäten. Eine Unverträglichkeit gegenüber allen BLA tritt nur bei einem geringen Prozentsatz aller Allergiker auf, häufiger sind Kreuzreaktivitäten bei Seitenkettenähnlichkeiten wie Aminopenicillinen und Aminocephalosporinen oder auch den Methoxyiminocephalosporinen. Das Bild insgesamt ist jedoch komplex und bedarf weiterer Studien zur Aufklärung. Die Diagnostik besteht üblicherweise aus vier Bausteinen: der Anamnese, der Labordiagnostik, Hauttestungen, welchen ein großer Stellenwert zukommt, sowie der Arzneimittelprovokationstestung. Das Vorgehen der Diagnostik, aber auch im akuten Bedarfsfall der BLA-Gabe ist an der Patientenhistorie und dem Einzelfall orientiert. Ergänzend zu den bisherigen Erkenntnissen besteht auch hier weiterer Studienbedarf. Die Durchführung der allergologischen Diagnostik bei Verdacht auf eine BLA-Überempfindlichkeit ist zugunsten einer guten medizinischen Versorgung des Einzelnen, aber auch aufgrund der immensen Auswirkungen mutmaßlicher BLA-Allergien für die Allgemeinheit dringend zu empfehlen.
*Erstpublikation in Allergo J Int. 2019; 28: 121-151; DOI: 10.1007/s40629-019-0100-8Correspondence to:
Dr. med. Gerda Wurpts
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Aachener Comprehensive Allergy Center
Universitätsklinik der RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Email: [email protected]
Positionspapier
ARIA-Leitlinie 2019: Behandlung der allergischen Rhinitis im deutschen Gesundheitssystem
ARIA guideline 2019: treatment of allergic rhinitis in the German health system
L. Klimek, C. Bachert, O. Pfaar, S. Becker, T. Bieber, R. Brehler, R. Buhl, I. Casper, A. Chaker, W. Czech, J. Fischer, T. Fuchs, M. Gerstlauer, K. Hörmann, T. Jakob, K. Jung, M.V. Kopp, V. Mahler, H. Merk, N. Mülleneisen, K. Nemat, U. Rabe, J. Ring, J. Saloga, W. Schlenter, C. Schmidt-Weber, H. Seyfarth, A. Sperl, T. Spindler, P. Staubach, S. Strieth, R. Treudler, C. Vogelberg, A. Wallrafen, W. Wehrmann, H. Wrede, T. Zuberbier, A. Bedbrook, G.W. Canonica, V. Cardona, T.B. Casale, W. Czarlewski, W.J. Fokkens, E. Hamelmann, P.W. Hellings, M. Jutel, D. Larenas-Linnemann, J. Mullol, N.G. Papadopoulos, S. Toppila- Salmi, T. Werfel und J. Bousquet
Price
42.00 $
Jahrgang 43 (2020) p. 43 - 72
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 2/2020, S. 43-72
ARIA-Leitlinie 2019: Behandlung der allergischen Rhinitis im deutschen Gesundheitssystem
L. Klimek1, C. Bachert2, O. Pfaar3, S. Becker4, T. Bieber5, R. Brehler6, R. Buhl7, I. Casper1, A. Chaker8, W. Czech9, J. Fischer10, T. Fuchs11, M. Gerstlauer12, K. Hörmann13, T. Jakob14, K. Jung15, M.V. Kopp16, V. Mahler17, H. Merk18, N. Mülleneisen19, K. Nemat20, U. Rabe21, J. Ring22, J. Saloga23, W. Schlenter24, C. Schmidt-Weber25, H. Seyfarth26, A. Sperl1, T. Spindler27, P. Staubach23, S. Strieth28, R. Treudler29, C. Vogelberg30, A. Wallrafen31, W. Wehrmann32, H. Wrede33, T. Zuberbier34, A. Bedbrook35, G.W. Canonica36, V. Cardona37, T.B. Casale38, W. Czarlewski39, W.J. Fokkens40, E. Hamelmann41, P.W. Hellings42, M. Jutel43, D. Larenas-Linnemann44, J. Mullol45, N.G. Papadopoulos46, S. Toppila-Salmi47, T. Werfel48 und J. Bousquet49
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 2Forschungslabor für obere Atemwege und Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universität Gent und Universitätsklinikum Gent, Belgien; Abteilung für HNO-Erkrankungen, CLINTEC, Karolinska-Institut, Universität Stockholm, Schweden, 3Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Sektion Rhinologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Philipps-Universität Marburg, 4Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universität Tübingen, 5Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universität Bonn, Christine Kühne – Zentrum für Allergieforschung und -bildung (CK-CARE) Davos-Augsburg-Bonn-St. Gallen-Zürich, St. Gallen, Schweiz, 6Klinik für Allergologie, Arbeitsmedizin und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, Münster, 7Schwerpunkt Pneumologie, III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Mainz, 8Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Zentrum für Allergie & Umwelt (ZAUM), Klinikum rechts der Isar, Technische Universität und Helmholtz- Zentrum München, 9Klinik für Dermatologie, Universität Freiburg, 10Klinik für Dermatologie, Eberhard Karls Universität Tübingen, 11Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Göttingen, 12Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, Medizinische Universität Augsburg, 13Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Mannheim, 14Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Campus Gießen, Justus-Liebig- Universität, Gießen, 15Gemeinschaftspraxis für Dermatologie, Erfurt, 16Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Lübeck, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Lungenzentrums (DZL), Lübeck, 17Med. Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, 18Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen, 19Asthma- und Allergiezentrum, Leverkusen, 20Klinik für Pädiatrie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 21Klinik für Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 22Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München; Christine Kühne-Zentrum für Allergieforschung und -bildung (CK-Care), Davos, Schweiz, 23Hautklinik, Universitätsmedizin Mainz, 24Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Medizinische Universität zu Lübeck, 25Zentrum für Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität München und Helmholtz-Zentrum München, 26Vorsitzender des Apothekenverbandes in Hessen, Hessischer Apothekerverband, Offenbach, 27Klinik für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Lungenzentrum Süd-West, Wangen im Allgäu, 28Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Mainz, 29Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, Leipziger interdisziplinäres Centrum für Allergologie – LICA, Leipzig, 30Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinderund Jugendmedizin, Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, 31Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes DAAB, Mönchengladbach, 32Dermatologische Gemeinschaftspraxis, Münster, 33Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Herford, Nordrhein-Westfalen, 34Klinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Charité-Universitätsmedizin Berlin, 35MACVIAFrance, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 36Allergie und Atemwegserkrankungen, DIMI, Universität Genua, Italien, 37Klinik für Innere Medizin, Universitätsklinikum Vall d‘Hebron, Barcelona, Spanien, 38Abteilung für Allergie und Immunologie, University of South Florida, Tampa, Florida, USA, 39Medizinische Beratung Czarlewski, Levallois, Frankreich, 40Abteilung Otorhinolaryngologie, Akademische Medizinische Zentren, Amsterdam, Niederlande, 41Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL, Bielefeld, 42Klinik für Hals-Nasen-Ohren- Heilkunde, Universitätskliniken Leuven, Belgien, 43Klinik für klinische Immunologie, Medizinische Universität Wroclaw und medizinisches Forschungsinstitut „ALL-MED“, Wroclaw (Breslau), Polen, 44Krankenhaus Médica Sur, México City, México, 45Unitat de Rinologia i Clínica de l‘Olfacte, Servei d‘ORL, Universitat de Barcelona, Klinische und experimentelle respiratorische Immunallergie, IDIBAPS, CIBERES, Barcelona, Spanien, 46Abteilung für Allergie, 2. Kinderklinik, Universität Athen, Griechenland, 47Haartman-Institut, Universität Helsinki, Finnland, 48Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 49MACVIA-LR CHU, Montpellier, Frankreich
Hintergrund: Die Anzahl der von Allergien betroffenen Patienten nimmt weltweit zu. Hiermit gehen erhebliche Kosten für die Gesundheits- und Sozialsysteme durch allergische Erkrankungen einher. Integrierte Versorgungskonzepte sind erforderlich, die innerhalb der nationalen Gesundheitssysteme eine umfassende Versorgung ermöglichen. Die ARIA-Initiative entwickelt international gültige Leitlinien für allergische Atemwegserkrankungen.
Methoden: ARIA dient der verbesserten Versorgung von Patienten mit Allergien und chronischen Atemwegserkrankungen. In Zusammenarbeit mit anderen internationalen Initiativen, nationalen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen im Bereich Allergien und Atemwegserkrankungen wurde eine realitätsnahe, integrative Versorgungsleitlinie („integrated care pathways“, ICPs) für eine digital unterstützte, integrative, individualisierte Behandlung von allergischer Rhinitis (AR) mit komorbidem Asthma entwickelt, die in der vorliegenden Arbeit auf das deutsche Gesundheitssystem übertragen wird.
Ergebnisse: Die vorliegende ICP-Versorgungsleitlinie umfasst wesentliche Bereiche der Versorgung von Patienten mit AR mit und ohne Asthma einschließlich der Sicht von Patienten und weiterer versorgungsnaher Gesundheitsdienstleister.
Diskussion: Eine umfassende ICP-Leitlinie kann die Versorgungsrealität wesentlich besser abbilden als herkömmliche Leitlinienmodelle.
Erstpublikation in Klimek L, Bachert C, Pfaar O et al. Allergo J Int. 2019; 28: 255-276.
https://doi.org/10.1007/s40629-019-00110-9Correspondence to:
Prof. Dr. Jean Bousquet
Centre Hospitalier Régional Universitaire de Montpellier (CHU)
371 Avenue du Doyen Gaston Giraud
34295 Montpellier Cedex 5, Frankreich
Email: [email protected]
Positionspapier
Allergen-Immuntherapie in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, ARIA, EAACI, DGAKI und GPA
Allergen immuntherapy in the current COVID-19 pandemic – A position paper of ARIA, EAACI, AeDA, DGAKI, and GPA
L. Klimek, O. Pfaar, M. Worm et al.
Jahrgang 43 (2020) p. 165 - 175
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 5/2020, S. 165-175
Allergen-Immuntherapie in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, ARIA, EAACI, DGAKI und GPA
L. Klimek*A,D,E,G,1, O. Pfaar*A,E,G,2, M. Worm*E,3, K.-C. BergmannA,D,3, T. BieberA,4, R. BuhlA,5, J. ButersA,6, U. DarsowA,7, T. KeilA,8, J. Kleine-TebbeA,9, S. LauA,10, M. MaurerA,69, H. MerkA,D,11, R. MösgesA,E,G,12#13#14, J. SalogaE,15, P. StaubachD,15, P. StuteA,16, K. RabeA,17, U. RabeD,18, C. VogelmeierA,19, T. BiedermannA,7#20, K. JungD,21, W. SchlenterD, 22, J. RingA,D,23#24, A. ChakerA,E,G,25#26, W. WehrmannD,27, S. BeckerD,G,28, N. MülleneisenD,29, K. NematD,30#31, W. CzechD,32, H. WredeD,33, R. BrehlerD,34, T. FuchsD,35, P.-V. TomazicB,36, W. AbererB,37, A. Fink-WagnerB,38, F. HorakB,39, S. WöhrlB,40, V. Niederberger-LeppinB,41, I. Pali-SchöllB,42#43, W. PohlB,44, R. Roller-WirnsbergerB,45, O. SprangerB,38, R. ValentaB,46, M. AkdisH,47, C. AkdisH,47, K. Hoffmann-SommergruberH,43, M. JutelH,48, P. MatricardiA,49, F. SpertiniC,50, N. KhaltaevC,51, J.-P. MichelC,52, L. NicodC,53#54, P. Schmid-GrendelmeierC,55, E. HamelmannE,56, T. JakobE,57, T. WerfelE,58, M. WagenmannE,59, C. TaubeE,60, M. GerstlauerF, 67, C. VogelbergF, 68, J. BousquetA,61#62#63#64#65#66 und T. ZuberbierA,3
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2Sektion Rhinologie und Allergologie, Klinik für Hals-, Nasen-und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Philipps-Universität Marburg, 3Comprehensive Allergy Centre Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 4Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Bonn, 5III. Medizinische Klinik und Poliklinik Hämatologie, Internistische Onkologie und Pneumologie, Universitätsmedizin Mainz, 6Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 7Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München, 8Institut für klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilian- Universität, Würzburg, 9Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 10Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 11Abteilung Dermatologie & Allergologie, RWTH Aachen Universität, 12Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 13CRI – Clinical Research International Ltd., Hamburg, 14ClinCompetence Cologne GmbH, Köln, 15Hautklinik, Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, 16Europäische Vereinigung für Vitalität und Aktives Altern, Leipzig, 17Abteilung für Pneumologie, LungenClinic Grosshansdorf, 18Klinik für Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 19Klinik für Innere Medizin Schwerpunkt Pneumologie, Philipps-Universität Marburg, 20Einheit für Klinische Allergologie (EKA), Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Neuherberg, 21Praxis für Dermatologie, Immunologie und Allergologie, Erfurt, 22Ärzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 23Haut- und Laserzentrum an der Oper, München, 24Academia: München, 25HNO-Klinik des Klinikums rechts der Isar, Technische Universität München, 26Zentrum Allergie und Umwelt München (ZAUM); Helmholtz Zentrum München, 27Praxis für Dermatologie und Allergologie, Münster, 28Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universität Tübingen, 29Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, 30Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, 31Praxis für Kinderpenumologie/Allergologie am Kinderzentrum Dresden (Kid), Dresden, 32Klinik für Dermatologie, Universität Freiburg, 33Hals-, Nasenund Ohrenarzt, Nordrhein-Westfalen, 34Klinik für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, 35Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum, Georg-August-Universität, Göttingen, 36Klinische Abteilung für Allgemeine HNO, Medizinische Universität Graz, Österreich, 37Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Österreich, 38Global Allergy and Airways Patient Platform GAAPP, Wien, Österreich, 39Praxis für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Wien, Österreich, 40Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, Österreich, 41Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universität Wien, Österreich, 42Institut für Komparative Medizin, Interdisziplinäres Messerli Forschungsinstitut, Veterinärmedizinische Universität Wien und Medizinische Universität Wien, Österreich, 43Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universität Wien, Österreich, 44Abteilung für Atmungs- und Lungenkrankheiten, Krankenhaus Hietzing, Wien, Österreich, 45Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich, 46Institut für Pathophysiologie, Medizinische Universität Wien, Österreich, 47Swiss Institute of Allergy and Asthma Research (SIAF), University of Zurich, Davos, Schweiz, 48Department of Clinical Immunology, Medizinische Universität Breslau, Polen, 49Charité – Universitätsmedizin Berlin, 50Division of Allergy and Immunology, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne, Schweiz, 51GARD Chairman, Genf, Schweiz, 52Department of Rehabilitation and Geriatrics, University of Geneva, Genf, Schweiz, 53Clinique Cecil, Hirslanden Gruppe, Lausanne, Schweiz, 54Abteilung Pneumologie, Centre hospitalier universitaire vaudois, Lausanne, Schweiz, 55Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Schweiz, 56Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsmedizin OWL der Universität Bielefeld, 57Klinik für Dermatologie, Allergologie, Universitätsklinikum Gießen, UKGM, Justus-Liebig-Universität Gießen, 58Klinik fürDermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 59HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, 60Klinik für Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen, 61MACVIA-France, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 62INSERM U 1168, VIMA: Ageing and Chronic Diseases Epidemiological and Public Health Approaches, Villejuif, 63Université Versailles St-Quentin-en-Yvelines, UMR-S 1168, Montigny le Bretonneux, Frankreich, 64Euforea, Brussels, Belgien, 65Charité, Universitätsmedizin Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, 66Berlin Institute of Health, Comprehensive Allergy Center, Department of Dermatology and Allergy, Berlin, 67Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, Medizinische Universität Augsburg, 68Klinik für Kinderpneumologie und Allergologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 69Dermatologische Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Positionspapier der deutschen ARIA-GruppeA in Kooperation mit der österreichischen ARIA-GruppeB, der schweizerischen ARIA-GruppeC, dem Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA)D, der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)E, und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA)F in Kooperation mit der AG Klinische Immunologie, Allergologie und Umweltmedizin der DGHNO-KHCG und der Europäischen Akademie für Allergologie und klinische Immunologie (EAACI)H
Übersetzte und inhaltlich auf die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz adaptierte Fassung des ARIA/EAACI-Positionspapiers: Klimek L et al.: Handling of AIT in COVID-19 pandemics. Allergy. 2020 (in press).
*Autoren sind gemeinsame ErstautorenCorrespondence to:
Prof. Dr. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Positionspapier
EAACI-Leitlinien zur allergen-spezifischen Immuntherapie: Insektengiftallergie
EAACI guidelines on allergen immunotherapy: Hympenoptera venom allergy
G.J. Sturm, E.-M. Varga, G. Roberts et al.
Price
42.00 $
Jahrgang 43 (2020) p. 176 - 203
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 5/2020, S. 176-203
EAACI-Leitlinien zur allergen-spezifischen Immuntherapie: Insektengiftallergie
G.J. Sturm1#2, E.-M. Varga3, G. Roberts4#5, H. Mosbech6, M.B. Bilo7, C.A. Akdis8, D. Antol’ın-Ame’rigo9, E. Cichocka-Jarosz10, R. Gawlik11, T. Jakob12#13, M. Kosnik14, J. Lange15, E. Mingomataj16#17, D.I. Mitsias18, M. Ollert19#20, J.N.G. Oude Elberink21, O. Pfaar22#23, C. Pitsios24, V. Pravettoni25, F. Rueff26, B.A. Sin27, I. Agache28, E. Angier29, S. Arasi30#31, M.A. Caldero’n32, M. Fernandez-Rivas33, S. Halken34, M. Jutel35#36, S. Lau37, G.B. Pajno38, R. van Ree39, D. Ryan40, O. Spranger41, R.G. van Wijk42, S. Dhami43, H. Zaman44, A. Sheikh45 und A. Muraro46
1Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Österreich, 2Allergie-Ambulatorium Reumannplatz, Wien, Österreich, 3Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Klinische Abteilung für pädiatrische Pulmonologie und Allergologie, Medizinische Universität Graz, Österreich, 4The David Hide Asthma and Allergy Research Centre, St Mary’s Hospital, Newport, Isle of Wight, NIHR Biomedical Research Centre, University Hospital Southampton NHS Foundation Trust, Southampton, UK, 5Clinical and Experimental Sciences and Human Development in Health Academic Units, Faculty of Medicine, University of Southampton, UK, 6Allergy Clinic, Copenhagen University Hospital Gentofte, Gentofte, Dänemark, 7Allergy Unit, Department of Internal Medicine, University Hospital of Ancona, Italien, 8Schweizerisches Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF), Universität Zürich, Schweiz, 9Servicio de Enfermedades del Sistema Inmune- Alergia, Departamento de Medicina y Especialidades Me’dicas, Hospital Universitario Pr’ıncipe de Asturias, Universidad de Alcal’a, Madrid, Spanien, 10Department of Pediatrics, Jagiellonian University Medical College, Krakow, Polen, 11Department of Internal Medicine, Allergy and Clinical Immunology, Medical University of Silesia, Katowice, Polen, 12Klinik für Dermatologie und Allergologie, Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Justus-Liebig-Universität Gießen, 13Forschergruppe Allergologie, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Freiburg, 14Medical Faculty Ljubljana, University Clinic of Respiratory and Allergic Diseases Golnik, Ljubljana, Slowenien, 15Department of Pediatric Pneumonology and Allergy, Medical University of Warsaw, Polen, 16Department of Allergology & Clinical Immunology, Mother Theresa School of Medicine, Tirana, Albanien, 17Faculty of Technical-Medical Sciences, Department of Paraclinical Disciplines, Medicine University of Tirana, Albanien, 18Department of Allergy and Clinical Immunology, 2nd Paediatric Clinic, University of Athens, Athen, Griechenland, 19Department of Infection and Immunity, Luxembourg Institute of Health (LIH), Strassen, Luxemburg, 20Department of Dermatology and Allergy Center, Odense Research Center for Anaphylaxis, University of Southern Denmark, Odense, Dänemark, 21Department of Allergology and Internal Medicine, University of Groningen, University Medical Hospital Groningen & Groningen Research Center for Asthma and COPD (GRIAC), Groningen, Niederlande, 22Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Medizinische Fakultät Mannheim, Universitätsmedizin Mannheim, Universität Heidelberg, 23Zentrum für Allergologie und Rhinologie Wiesbaden, 24Medical School, University of Cyprus, Nikosia, Zypern, 25UOC Clinical Allergy and Immunology – IRCCS Foundation Ca’ Granda Ospedale Maggiore Policlinico, Mailand, Italien, 26Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Universität München, 27Department of Pulmonary Diseases, Division of Immunology and Allergy, Faculty of Medicine, Ankara University, Ankara, Türkei, 28Faculty of Medicine, Department of Allergy and Clinical Immunology, Transylvania University Brasov, Brasov, Rumänien, 29Department of Immunology and Allergy, Northern General Hospital, Sheffield, UK, 30Department of Pediatrics, Allergy Unit, University of Messina, Italien, 31Arbeitsgruppe Allergologie und Immunmodulation, Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité, Universitätsmedizin, Berlin, 32Section of Allergy and Clinical Immunology, Imperial College London, National Heart and Lung Institute, Royal Brompton Hospital, London, UK, 33Allergy Department, Hospital Cl’ınico San Carlos, IdISSC, Madrid, Spanien, 34Hans Christian Andersen Children’s Hospital, Odense University Hospital, Odense, Dänemark, 35Wroclaw Medical University, Breslau, Polen, 36ALL-MED Medical Research Institute, Breslau, Polen, 37Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité, Universitätsmedizin, Berlin, 38Department of Pediatrics, Allergy Unit, University of Messina, Italien, 39Departments of Experimental Immunology and of Otorhinolaryngology, Academic Medical Center, University of Amsterdam, Niederlande, 40Usher Institute of Population Health Sciences and Informatics, University of Edinburgh, Edinburgh, UK, 41Österreichische Lungenunion, Wien, Österreich, 42Section of Allergology, Department of Internal Medicine, Erasmus MC Rotterdam, Niederlande, 43Evidence-Based Health Care Ltd, Edinburgh, UK, 44School of Pharmacy, University of Bradford, Bradford, UK, 45Asthma UK Centre for Applied Research, Usher Institute of Population Health Sciences and Informatics, University of Edinburgh, UK, 46Food Allergy Referral Centre Veneto Region Department of Women and Child Health, Padua General University Hospital, Padua, Italien
Die Insektengiftallergie ist eine potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion auf Gifte von Hautflüglern (Hymenopteren) wie Honigbienen, Wespen und Ameisen. Systemische allergische Reaktionen auf die Stiche können bei bis zu 7,5% der Erwachsenen und 3,4% der Kinder auftreten. Die Reaktionen können leicht und auf die Haut beschränkt sein, aber auch moderat bis schwer mit dem Risiko einer lebensbedrohlichen Anaphylaxie. Je nach Reaktion auf einen oder mehrere frühere Stiche sollten die Patienten ein Notfallset mit einem Adrenalin- Autoinjektor, H1-Antihistaminika und Kortikosteroiden mit sich führen. Die einzige Behandlung, die weiteren systemischen Reaktionen vorbeugt, ist die spezifische Immuntherapie mit Hymenopterengift (HGAIT). Die hier vorliegende Leitlinie wurde von der Taskforce zur spezifischen Immuntherapie der Insektengiftallergie der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) als Teil der EAACI-Leitlinien zur AIT (allergenspezifischen Immuntherapie) entwickelt. Die Leitlinie liefert evidenzbasierte Empfehlungen für die HG-AIT, greift auf Daten aus einer formellen systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse zurück und wurde unter Berücksichtigung der Appraisal Guidelines for Research and Evaluation (AGREE II) erstellt. An diesem Prozess waren verschie* Diese Leitlinie der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) stützt sich auf Daten aus einer systematischen Literaturübersicht und aktuellere Studien sowie auf klinische Stellungnahmen verschiedener Experten aus unterschiedlichen Interessensgruppen. Diese Leitlinie richtet sich an Angehörige der Gesundheitsberufe, die angeregt werden sollen, die Empfehlungen im Rahmen der klinischen Versorgung von Patienten zu berücksichtigen. Die Leitlinie ist kein Ersatz für eine professionelle klinische Beurteilung, die von Experten im Rahmen einer personalisierten Medizin erfolgen muss. dene Interessensgruppen beteiligt. Die HGAIT ist bei Kindern und Erwachsenen zur Prävention weiterer moderater bis schwerer systemischer Reaktionen auf Insektenstiche angezeigt. Ebenso wird sie für Erwachsene empfohlen, bei denen lediglich generalisierte Hautreaktionen aufgetreten sind, da sie die Lebensqualität im Vergleich zum Mitführen einen Adrenalin-Autoinjektors signifikant verbessert. Diese Leitlinie soll praktische Hinweise zur Durchführung einer HG-AIT geben. In den einzelnen Abschnitten werden allgemeine Überlegungen, die vor Beginn der HG-AIT wichtig sind, evidenzbasierte klinische Empfehlungen sowie Risikofaktoren für unerwünschte Ereignisse und für ein Rezidiv der systemischen Reaktion dargelegt; Lücken in der Evidenz werden zusammengefasst.
*Erstpublikation in Allergy. 2018; 73: 744–764. https://doi. org/10.1111/all.13262 Nachdruck der englischsprachigen Originalfassung mit freundlicher Genehmigung der EAACI für die Übersetzung und den NachdruckCorrespondence to:
Antonella Muraro
Department of Women and Child Health
Referral Centre for Food Allergy Diagnosis and
Treatment Veneto Region
University of Padua, Padua, Italien
Email: [email protected]
Positionspapier
Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2- entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
Use of biologicals in allergic and type-2 inflammatory diseases in times of the current COVID-19 pandemic – Position paper of AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
L. Klimek, O. Pfaar, M. Worm, et al.
Jahrgang 43 (2020) p. 255 - 271
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 7/2020, S. 255-271
Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2- entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
L. Klimek*A,G,H,1, O. Pfaar*B,G,H,2, M. Worm*B,3, T. Eiwegger*H,4#5#6, J. Hagemann*A,7, M. OllertE,H,8#9, E. UntersmayrH,10, K. Hoffmann-SommergruberH,10, A. VultaggioH,11, I. AgacheH,12, S. BavbekH,13, A. BossiosH,14#15, I. CasperA,1#16#17, S. ChanH,18, A. ChatzipetrouH,19, C. VogelbergC,20, D. FirinuH,21, P. KauppiH,22, A. KoliosH,16#23, A. KothariH,4, A. MatucciH,11, O. PalomaresH, 24, Z. SzépfalusiD,25, W. PohlD,26, W. HötzeneckerD,27, A.R. RosenkranzD,28, K.-C. BergmannA,B,3, T. BieberG,29, R. BuhlB,F,G,30, J. ButersG,31, U. DarsowG,32, T. KeilG,33, J. Kleine-TebbeA,34, S. LauB,H,35, M. MaurerG,H,98, H. MerkA,36, R. MösgesB,37#38#39, J. SalogaB,40, P. StaubachA,40, U. JappeA,B,H,41, K.F. RabeG,42, U. RabeA,42, C. VogelmeierG,44, T. BiedermannB,H,32#45, K. JungA,46, W. SchlenterA,47, J. RingA,B,48#49, A. ChakerA,H,50#51, W. WehrmannA,52, S. BeckerA,53, L. FreudelspergerA,7, N. MülleneisenA,54, K. NematA,55, W. CzechA,56, H. WredeA,57, R. BrehlerA,58, T. FuchsA,59, P.-V. TomazicH,60, W. AbererD,61, A.-H. Fink-WagnerD,62, F. HorakD,F,63, S. WöhrlD,64, V. Niederberger-LeppinG,65, I. Pali-SchöllG,10#66#67, W. PohlG,68, R. Roller-WirnsbergerG,69, O. SprangerG,70, R. ValentaG,71#94#95#96, M. AkdisH,72, P.M. MatricardiA,73, F. Spertini74, N. Khaltaev75, J.-P. Michel76, L. Nicod77, P. Schmid- Grendelmeier78, M. IdzkoG,79, E. HamelmannB,80, T. Jakob81, T. WerfelB,82, M. WagenmannB,83, C. TaubeB,84, E. Jensen-JarolimD,H,10#66, S. KornA,30, F. HentgesE,85, J. SchwarzeH,86, L. O´MahonyH,87, E.F. KnolH,88, S. del GiaccoH,89, T. Chivato PérezH,90, J. Bousquet**G,91#92#93#94#95, T. Zuberbier**G,H,3, C. Akdis**G,H,72 und M. Jutel**H,96#97
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2HNO-Universitätsklinik Marburg, Sektion Rhinologie und Allergologie, Medizinische Fakultät Marburg, Philipps-Universität Marburg, 3Comprehensive Allergy Center Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 4Translational Medicine Program, Peter Gilgan Centre for Research and Learning, Hospital for Sick Children, Toronto, Ontario, Canada, 5Division of Immunology and Allergy, Food Allergy and Anaphylaxis Program, The Hospital for Sick Children, Toronto, Ontario, Canada, 6Department of Immunology, University of Toronto, Toronto, Ontario, Canada, 7Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz, 8Department of Infection and Immunity, Luxembourg Institute of Health (LIH), Esch-sur-Alzette, Luxemburg, 9Department of Dermatology and Allergy Center, Odense Research Center for Anaphylaxis, University of Southern Denmark, Odense, Dänemark, 10Institute of Pathophysiology and Allergy Research, Center of Pathophysiology, Infectiology and Immunology, Medizinische Fakultät der Universität Wien, Wien, Österreich, 11Immunoallergology Unit, Careggi University Hospital, Florenz, Italien, 12Transylvania University, Brasov, Rumänien, 13Ankara University, School of Medicine, Department of Chest Disease, Division of, Immunology and Allergy, Ankara, Turkey, 14Abteilung für Atemwegsmedizin und Allergie, Karolinska University Hospital, Huddinge und Abteilung für Medizin, Huddinge, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, 15Zentrum für Allergieforschung, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, 16Department of Immunology, University Hospital Zürich, Zürich, Schweiz, 17Faculty of Medicine, University of Zürich, Zürich, Schweiz, 18Guy’ and St. Thomas’NHS Foundation Trust, Westminster Bridge Road, London, United Kingdom King’ College London School of Life Course Sciences & School of Immunology & Microbial Sciences, King’ Health Partners, Großritannien, 19Allergy Unit 2nd Department of Dermatology and Venereology, National University of Athens, Medical School, University General Hospital „TTIKON“ Athen, Griechenland, 20Universitäsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik fü Kinder- und Jugendmedizin, Fachbereich Kinderpneumologie/Allergologie, Dresden, 21Department of Medical Sciences and Public Health, University of Cagliari, Monserrato, Italien, 22Abteilung fü Allergie, Entzüdungszentrum, Universitäsklinikum Helsinki, Helsinki, Finnland, 23Department of Medicine, Beth Israel Deaconess Medical Center, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts, USA, 24Department of Biochemistry and Molecular Biology, Chemistry School, Complutense University of Madrid, Spanien, 25Abteilung fü Päiatrische Pulmologie, Allergologie und Endokrinologie, Universitäsklinik fü Kinderund Jugendheilkunde, Comprehensive Center for Pediatrics, Medizinische Universitä Wien, Wien, Öterreich, 26Abteilung fü Atmungs- und Lungenerkrankungen, Krankenhaus Hietzing, Wien, Öterreich, 27Abteilung fü Dermatologie und Venerologie, Kepler Universitäsklinikum, Linz, Öterreich, 28Klinische Abteilung fü Nephrologie, Universitäsklinik fü Innere Medizin, Medizinische Universitä Graz, Graz, Öterreich, 29Klinik fü Dermatologie und Allergologie, Universitä Bonn, Bonn, 30Schwerpunkt Pneumologie, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitäsmedizin Mainz, Mainz, 31Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) Technische Universitä und Helmholtz Zentrum Müchen, 32Klinik und Poliklinik fü Dermatologie und Allergologie der Technischen Universitä Müchen, 33Institut fü Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universitä Wüzburg, 34Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 35Klinik fü Päiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité–Universitäsmedizin Berlin, 36Abteilung Dermatologie und Allergologie, RWTH Universitä, Aachen, 37Medizinische Fakultä der Universitä zu Kön, 38CRI –Clinical Research International Ltd., Hamburg, 39ClinCompetence Cologne GmbH, Kön, 40Hautklinik und Poliklinik, Universitäsmedizin Mainz, 41Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie des Forschungszentrums Borstel, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums fü Lungenforschung (DZL); Interdisziplinäe Allergie- Ambulanz, Medizinische Klinik III, Universitä zu Lüeck, 42LungenClinic Großansdorf, Großansdorf, 43Klinik fü Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläing Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 44Klinik fü Innere Medizin Schwerpunkt Pneumologie, Philipps-Universitä Marburg, 45Einheit fü Klinische Allergologie (EKA), Helmholtz Zentrum Müchen, German Research Center for Environmental Health GmbH, Neuherberg, 46Praxis fü Dermatologie, Immunologie und Allergologie, Erfurt, 47Äzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 48Haut- und Laserzentrum an der Oper, Müchen, 49Academia Müchen, 50HNO-Klinik, Universitäsklinik TUM, Müchen, 51ZAUM, Helmholtz Zentrum Müchen, 52Praxis fü Dermatologie und Allergologie, Müster, 53Klinik fü Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitä Tüingen, 54Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, 55Klinik fü Kinderund Jugendmedizin, Universitäsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden; Praxis fü Kinderpenumologie/ Allergologie am Kinderzentrum Dresden (Kid), Dresden, 56Praxis und Klinik fü Dermatologie/Allergologie am Schwarzwald-Baar Klinikum, Villingen-Schwenningen, 57Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Nordrhein- Westfalen, 58Universitäsklinikum Müster, Klinik fü Hautkrankheiten, Ambulanz fü Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Müster, 59Klinik fü Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitäsklinikum, Georg-August-Universitä, Götingen, 60Klinische Abteilung fü allgemeine HNO, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 61Universitäsklinik fü Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 62Global Allergy and Airways Patient Platform GAAPP, Wien, Öterreich, 63Allergiezentrum Wien West, Wien, Öterreich, 64Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, Öterreich, 65Universitäsklinik fü Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 66Komperative Medizin, Interdisziplinäes Messerli Forschungsinstitut, Veterinämedizinische Universitä Wien, Medizinische Universitä Wien, 67Institut fü Pathophysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universitä Wien, 68Abteilung fü Atmungs- und Lungenerkrankungen, Krankenhaus Hietzing, Wien, Öterreich, 69Universitäsklinik fü Innere Medizin, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 70Öterreichische Lungenunion, Wien, Öterreich, 71Immunopathologie, Abteilung fü Pathophysiologie und Allergieforschung, Zentrum fü Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 72Swiss Institute of Allergy and Asthma Research (SIAF), University of Zurich, Davos, Schweiz, 73Charité– niversitäsmedizin Berlin, 74Division of Allergy and Immunology, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne, Schweiz, 75GARD Chairman, Genf, Schweiz, 76Department of Rehabilitation and Geriatrics, University of Geneva, Genf, Schweiz, 77Clinic Cecil of Hirslanden Group of Lausanne; Centre Hôitalier Universitaire du canton de Vaud Lausanne, Schweiz, 78Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitässpital Züich, Schweiz, 79Klinische Abteilung fü Pneumologie, Universitäsklinik fü Innere Medizin II, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 80Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitäsmedizin OWL der Universitä Bielefeld, 81Klinik fü Dermatologie und Allergologie, Universitäsklinikum Gießn, UKGM, Justus-Liebig-Universitä, Gießn, 82Klinik fü Dermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 83HNO-Klinik, Universitäsklinikum Düseldorf, 84Universitäsklinikum Essen (Aö), 85Service Immunologie-Allergologie Centre Hospitalier de Luxembourg, Luxemburg, 86Kinderleben und Gesundheit, Universitä von Edinburgh, Schottland, Großritannien, 87Medicine and Microbiology, APC Microbiome Ireland, National University of Ireland, Cork, Irland, 88Departments of Immunology, Dermatology and Allergology, University Medical Center Utrecht; Niederlande, 89Universitàdegli Studi di Cagliari, Cagliari, Italien, 90University Foundation San Pablo CEU, Madrid, Spanien, 91MACVIA-France, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 92INSERM U 1168, VIMA: Ageing and chronic diseases Epidemiological and public health approaches, Villejuif, Frankreich, 93UniversitéVersailles St-Quentin-en-Yvelines, UMR-S 1168, Montigny le Bretonneux, Frankreich, 94Euforea, Brussels, Belgien, 95Berlin Institute of Health, Comprehensive Allergy Center, Department of Dermatology and Allergy, Charité Universitäsmedizin Berlin, Humboldt- Universitä zu Berlin, 96Department of Clinical Immunology, Wrocłw Medical University, Wrocłw, Polen, 97ALL-MED Medical Research Institute, Wrocłw, Polen, 98Dermatologische Allergologie, Allergie- Centrum-Charité Klinik fü Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité–Universitäsmedizin Berlin
Hintergrund: Die Behandlung von Patienten mit Allergien und atopieassoziierten Erkrankungen wurde seit Beginn der COVID-19-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Empfehlungen zum „social distancing“ und die Angst der Patienten vor einer Infektion in medizinischen Einrichtungen haben zu einer drastischen Abnahme der persönlichen Arzt-Patienten-Kontakte geführt. Hiervon sind Akutversorgung und Behandlung chronisch Kranker gleichermaßen betroffen. Die Immunantwort nach SARS-CoV-2-Infektion ist bislang nur unzureichend bekannt und könnte durch eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern günstig aber auch ungünstig verändert werden. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko von Allergikern für einen schwereren COVID-19-Krankheitsverlauf. Zahlreiche Patientinnen und Patienten befinden sich unter laufender Therapie mit Biologika, die über verschiedene Ansätze Typ 2 Immunantworten inhibieren. Es besteht Unklarheit über mögliche immunologische Interaktionen und potenzielle Risiken dieser Biologika im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2.
Methodik: Für die vorliegende Publikation wurde eine selektive Literaturrecherche in PubMed, Livivo und im World Wide Web für die zurückliegenden 10 Jahre (Zeitraum Mai 2010 – April 2020) durchgeführt. Darüber hinaus wurden hier die aktuellen, dort nicht enthaltenen deutschsprachigen Publikationen analysiert. Auf Grundlage dieser Daten gibt dieses Positionspapier Empfehlungen für die Behandlung mit Biologika bei Patienten mit allergischen und Atopie assoziierten Erkrankungen in der COVID-19-Pandemie.
Ergebnisse: Zur Aufrechterhaltung von Präsenzsprechstunden muss eine sichere und an die Pandemiesituation adaptierte Behandlungsumgebung geschaffen werden. Verlässliche Studiendaten zur Versorgung komplex erkrankter Atemwegs-, Atopie- und Allergiepatienten in Zeiten imminenter Infektionsgefahr durch SARS-CoV-2 fehlen bis dato. Typ-2-geprägte Immunreaktionen, wie sie bei Allergiepatienten oft vorliegen, könnten auf die verschiedenen Phasen von COVID-19 Einfluss nehmen, indem sie beispielsweise Immunreaktionen bremsen. Das könnte sich theoretisch in der frühen Phase der SARS-Cov-2 Infektion ungünstig, in der späten Phase schwerer Verläufe während eines „cytokine storm“ (Zytokinsturm) günstig auswirken. Da es dafür bisher aber keine Belege gibt, sollten alle Daten von Patienten unter einem gegen Typ-2 Immunreaktionen gerichteten Biologikum, die an COVID-19 erkranken, in Registern gesammelt und ihre Krankheitsverläufe dokumentiert werden, um in Zukunft erfahrungsbasierte Handlungsanweisungen geben zu können.
Schlussfolgerung: Die Therapie mit Biologika zur Behandlung von Asthma bronchiale, atopischer Dermatitis, chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen und spontaner Urtikaria sollte in der aktuellen COVID-19-Pandemie bei Patienten ohne Infektionsverdacht oder nachgewiesene SARS-CoV-2 Infektion unverändert fortgesetzt werden. Falls verfügbar ist es empfehlenswert, eine Formulierung zur Eigenapplikation zu bevorzugen und ein telemedizinisches Monitoring anzubieten. Behandlungsziel sollte sein, schwer kontrollierbare allergische und atopische Erkrankungen durch angemessene Bedarfs- und Add-on-Therapie bestmöglich einzustellen und die Notwendigkeit systemischer Glukokortikosteroide zu vermeiden. Im Falle eines begründeten Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 sollte die Therapie individuell durch Abwägung von Nutzen und Risiken als Einzelfallentscheidung unter Einbeziehung des Patienten bestimmt werden. Hierbei ist zu bedenken, dass mögliche Einflüsse von Biologika auf die Immunantwort bei COVID-19 aktuell nicht genau bekannt sind. Telemedizinische Angebote sind insbesondere für akuten Beratungsbedarf bei geeigneten Patienten wünschenswert.
*Autoren sind gemeinsame Erstautoren.
**Autoren sind gemeinsame Letztautoren.
Zitierweise der Erstpublikation:
Klimek L, Pfaar O, Worm M et al. Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2-entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie. Allergologie, 2020; 43: 255-271.Correspondence to:
Prof. Dr. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Stellungnahme
Praktische Empfehlungen zur allergologischen Risikoabschätzung der COVID- 19-Impfung
Practical recommendations for the allergological risk assessment of the COVID- 19 vaccination – a harmonized statement of allergy centers in Germany
M. Worm, A. Bauer, B. Wedi, R. Treudler, W. Pfuetzner, K. Brockow, T. Buhl, T. Zuberbier, J. Fluhr, G. Wurpts, L. Klimek, T. Jakob, H.F. Merk, N. Mülleneisen, S. Roeseler, D. Dickel, U. Raap und J. Kleine-Tebbe
Price
42.00 $
Jahrgang 44 (2021) p. 95 - 99
Abstract
Allergologie, Jahrgang 44, Nr. 2/2021, S. 95-99
Praktische Empfehlungen zur allergologischen Risikoabschätzung der COVID- 19-Impfung
M. Worm1, A. Bauer2, B. Wedi3, R. Treudler4, W. Pfuetzner5, K. Brockow6, T. Buhl7, T. Zuberbier8, J. Fluhr8, G. Wurpts9, L. Klimek10, T. Jakob11, H.F. Merk12, N. Mülleneisen13, S. Roeseler14, H. Dickel15, U. Raap16 und J. Kleine-Tebbe17
1Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Campus Charité Mitte, Universitätsmedizin Berlin, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, 3Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie Comprehensive Allergy Center (CAC) Behandlungszentrum für Hereditäre Angioödeme im ZSE, Medizinische Hochschule Hannover, 4Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Leipzig, 5Allergiezentrum Hessen, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Marburg, 6Hautklinik Campus Biederstein, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 7Klinik für Dermatologie Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen Georg-August-Universität, 8Dermatologische Allergie-Folgenforschung, Campus Benjamin Franklin, Universitätsmedizin Berlin, 9Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Aachen, 10Zentrum für Rhinologie und Allergologie der HNO-Universitätsklinik Mannheim, Wiesbaden, 11Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen, 12Hautklinik, RWTH Aachen University, 13Asthma- und Allergiezentrum, Leverkusen, 14Abteilung für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Krankenhaus der Augustinerinnen, Köln, gGmbH, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln, 15Abteilung für Allergologie, Berufs- und Umweltdermatologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum, 16Abteilung für experimentelle Allergologie und Immundermatologie, Department für Humanmedizin, Universität Oldenburg, 17Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin
Schwere allergische Reaktionen auf Impfstoffe sind sehr selten. Nach Impfung mit den neuen mRNA basierten COVID-19-Impfstoffen sind einzelne schwere Reaktionen weltweit aufgetreten. PEG2000 wird als möglicher Auslöser diskutiert. Wir geben Hinweise zur Risikoabschätzung bezüglich einer COVID-19-Impfung bei Patienten mit allergischen Erkrankungen und schlagen ein standardisiertes, ressourcenorientiertes diagnostisches und therapeutisches Procedere vor. Meldungen zu schweren allergischen Reaktionen im Kontext der COVID-19-Impfung können über www.anaphylaxie.net über einen online-Fragebogen erfolgen.
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren:


Zitierung:
Worm M, Bauer A, Wedi B et al. Practical recommendations for COVID-19 vaccination – a statement in cooperation with the certified allergy centers. Allergol Select. 2021 Jan 26; 5: 72-76. DOI 10.5414/ALX02225ECorrespondence to:
Univ.-Prof. Dr. med. M. Worm
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Allergologie und Immunologie
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Email: [email protected]
Stellungnahme
Penicillin-Toleranzinduktion in der Schwangerschaft: Allergologische Stellungnahme zur Empfehlung der aktuellen Leitlinie Diagnostik und Therapie der Syphilis (AWMF-Register-Nr. 059-002)
Induction of penicillin tolerance during pregnancy: Allergological opinion on the recommendation of the current AWMF Guidelines on Diagnosis and Treatment of Syphilis (AWMF Registry No. 059-002)
B. Wedi, W. Aberer, K. Brockow, H. Dickel, R. Brehler, T. Jakob, B. Kreft, V. Mahler, H.F. Merk, N. Mülleneisen, H. Ott, W. Pfützner, S. Röseler, F. Ruëff, C. Sunderkötter, A. Trautmann, R. Treudler, M. Worm und G. Wurpts
Price
42.00 $
Jahrgang 44 (2021) p. 100 - 104
Abstract
Allergologie, Jahrgang 44, Nr. 4/2021, S. 100-104
Penicillin-Toleranzinduktion in der Schwangerschaft: Allergologische Stellungnahme zur Empfehlung der aktuellen Leitlinie Diagnostik und Therapie der Syphilis (AWMF-Register-Nr. 059-002)
B. Wedi1, W. Aberer2, K. Brockow3, H. Dickel4, R. Brehler5, T. Jakob6, B. Kreft7, V. Mahler8#9, H.F. Merk10, N. Mülleneisen11, H. Ott12, W. Pfützner13, S. Röseler14, F. Ruëff15, C. Sunderkötter16, A. Trautmann17, R. Treudler18, M. Worm19 und G. Wurpts20
1Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Comprehensive Allergy Center, Medizinische Hochschule Hannover, 2Klinik für Dermatologie, Medizinische Universität Graz, 3Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 4Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, 5Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 6Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, 7Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Halle (Saale), 8Paul Ehrlich Institut, Langen, 9Hautärzte im Merckhaus Dr. Herbst & Kollegen, Darmstadt, 10Klinik für Dermatologie und Allergologie, Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC), Universitätsklinik der RWTH Aachen, 11Lungen- und Allergiezentrum, Leverkusen, 12Pädiatrische Dermatologie und Allergologie, Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover, 13Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg, 14Krankenhaus der Augustinerinnen, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln, 15Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, AllergieZentrum, Klinikum der Universität München, 16Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Halle (Saale), 17Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergiezentrum Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg, 18Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie und Leipziger Interdisziplinäres Centrum für Allergologie – LICA-CAC, Universität Leipzig, Leipzig, 19Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Allergie-Zentrum Charité (ACC), Berlin, 20Klinik für Dermatologie und Allergologie, Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC), Universitätsklinik der RWTH Aachen
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren:


Zitierung:
Wedi B, Aberer W, Brockow K et al. Induction of penicillin tolerance during pregnancy: Allergological opinion on the recommendation of the current AWMF Guidelines on Diagnosis and Treatment of Syphilis (AWMF Registry No. 059-002). Allergol
Select. 2021 Jan 16; 5: 67-71. DOI 10.5414/ALX02224E.Correspondence to:
Prof. Dr. Bettina Wedi
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Comprehensive Allergy Center
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Email: [email protected]
Leitlinie
AWMF-Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021
Guideline (S2k) on acute therapy and management of anaphylaxis – 2021 update
J. Ring, K. Beyer, T. Biedermann, A. Bircher, M. Fischer, T. Fuchs, A. Heller, F. Hoffmann, I. Huttegger, T. Jakob, L. Klimek, M.V. Kopp, C. Kugler, L. Lange, O. Pfaar, E. Rietschel, F. Rueff, S. Schnadt, R. Seifert, B. Stöcker, R. Treudler, C. Vogelberg, T. Werfel, M. Worm, H. Sitter und K. Brockow
Price
42.00 $
Jahrgang 44 (2021) p. 356 - 388
Abstract
Allergologie, Jahrgang 44, Nr. 5/2021, S. 356-388
AWMF-Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021
J. Ring1, K. Beyer2, T. Biedermann1, A. Bircher3, M. Fischer4, T. Fuchs5, A. Heller6, F. Hoffmann7, I. Huttegger8, T. Jakob9, L. Klimek10, M.V. Kopp11, C. Kugler1, L. Lange12, O. Pfaar13, E. Rietschel14, F. Ruëff15, S. Schnadt16, R. Seifert17, B. Stöcker18, R. Treudler19, C. Vogelberg20, T. Werfel21, M. Worm22, H. Sitter23 und K Brockow1
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, München, 2Klinik für Pädiatrie m. S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 3Allergologische Poliklinik, Klinik für Dermatologie, Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz, 4Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, ALB FILS Kliniken Göppingen, Göppingen, 5Hautklinik Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, 6Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Augsburg, Augsburg, 7Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital, Ludwig-Maximilians- Universität München, München, 8Klinik für Pädiatrie, Universitätsklinikum Salzburg, Salzburg, Österreich, 9Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen, UKGM, Justus-Liebig-Universität, Gießen, 10Zentrum für Allergologie und Rhinologie Wiesbaden, Wiesbaden, 11Pädiatrische Pneumologie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Universität Bern, Schweiz, 12St. Marien-Hospital Bonn, Bonn, 13Sektion Rhinologie und Allergologie, HNO-Universitätsklinik Marburg, Medizinische Fakultät Marburg, Philipps-Universität Marburg, Marburg, 14Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Universitätsklinikum Köln, Köln, 15Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians- Universität, München, 16Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), Mönchengladbach, 17Institut für Pharmakologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 18Praxis für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Poppelsdorfer Allee, Bonn, 19Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsmedizin Leipzig, Leipzig, 20Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, 21Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 22Klinik für Dermatologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 23Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität Marburg, Marburg
Erstpublikation in Ring J, Beyer K, Biedermann T et al. Allergo J Int. 2021; 30: 1-25.
https://doi.org/10.1007/s40629-020-00158-yCorrespondence to:
Prof. Dr. Dr. Johannes Ring
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
80802 München
Email: [email protected]
Leitlinie
Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen
O. Pfaar, T. Ankermann, M. Augustin, P. Bubel, S. Böing, R. Brehler, P.A. Eng, P.J. Fischer, M. Gerstlauer, E. Hamelmann, T. Jakob, J. Kleine-Tebbe, M.V. Kopp, S. Lau, N. Mülleneisen, C. Müller, K. Nemat, W. Pfützner, J. Saloga, K. Strömer, P. Schmid-Grendelmeier, A. Schuster, G.J. Sturm, C. Taube, Z. Szépfalusi, C. Vogelberg, M. Wagenmann, W. Wehrmann, T. Werfel, S. Wöhrl, M. Worm und B. Wedi
Jahrgang 45 (2022) p. 643 - 702
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 9/2022, S. 643-702
Leitlinie zur Allergen-Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen
O. Pfaar1, T. Ankermann2, M. Augustin3, P. Bubel4, S. Böing5, R. Brehler6, P.A. Eng7, P.J. Fischer8, M. Gerstlauer9, E. Hamelmann10, T. Jakob11, J. Kleine-Tebbe12, M.V. Kopp13, S. Lau14, N. Mülleneisen15, C. Müller16, K. Nemat17,18, W. Pfützner19, J. Saloga20, K. Strömer21, P. Schmid-Grendelmeier22, A. Schuster23, G.J. Sturm24, C. Taube25, Z. Szépfalusi26, C. Vogelberg27, M. Wagenmann28, W. Wehrmann29, T. Werfel30, S. Wöhrl31, M. Worm32 und B. Wedi30
1Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg, Philipps Universität Marburg, Marburg, 2Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Städtisches Krankenhaus Kiel GmbH, Kiel, 3Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 4HNO Praxis Dr. Bubel, Lutherstadt Eisleben, 5Schwerpunktpraxis Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie und Schlafmedizin Düsseldorf/Meerbusch, Standort Meerbusch, Meerbusch, 6Universitätsklinikum Münster, Klinik für Hautkrankheiten, Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Münster, 7Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Klinik für Kinder und Jugendliche, Aarau und Löwenpraxis Luzern, Schweiz, 8Praxis für Kinder- und Jugendmedizin m. S. Allergologie und Kinderpneumologie, Schwäbisch Gmünd, 9Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderpulmologie und -allergologie, Universitätsklinikum Augsburg, Augsburg, 10Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Zentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL, Universität Bielefeld, Bielefeld, 11Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen (UKGM), Justus Liebig Universität Gießen, Gießen, 12Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 13Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern, Universität Bern, Bern, Schweiz, 14Klinik für Pädiatrie m. S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 15Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, Leverkusen, 16Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Freiburg, Freiburg, 17Pädiatrische Pneumologie und Allergologie (Arztpraxis), Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt (Kid), Dresden, 18Universitäts AllergieCentrum Dresden, Universitätsklinikum Dresden (UKD), Dresden, 19Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Marburg, 20Hautklinik, Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg- Universität Mainz, Mainz, 21Dermatologische Privatpraxis, Ahaus, 22Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz, 23Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, 24Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Österreich; Allergieambulatorium Reumannplatz, Wien, Österreich, 25Klinik für Pneumologie, Universitätsmedizin Essen – Ruhrlandklinik, Essen, 26Klinische Abteilung für Pädiatrische Pulmologie, Allergologie und Endokrinologie, Universitäts Klinik für Kinder und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, 27Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dresden, 28Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, 29MVZ Dermatologie und Dermatochirurgie, Münster, 30Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 31Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ), Wien, Österreich, 32Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin, Berlin
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren:


Zitierung:
Pfaar O, et al. Guideline on allergen immunotherapy in IgE-mediated allergic diseases. Allergol Select. 2022; 6: 167-232. DOI 10.5414/ALX02331ECorrespondence to:
Prof. Dr. med. Oliver Pfaar
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Standort Marburg
Baldingerstraße
35043 Marburg
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Leitlinie
Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel
Guideline for allergological diagnosis of drug hypersensitivity reactions
K. Brockow, G. Wurpts, A. Trautmann, W. Pfützner, R. Treudler, A.J. Bircher, R. Brehler, T. Buhl, H. Dickel, T. Fuchs, T. Jakob, J. Kurz, B. Kreft, L. Lange, H.F. Merk, M. Mockenhaupt, N. Mülleneisen, H. Ott, J. Ring, F. Ruëff, B. Sachs, H. Sitter, B. Wedi, S. Wöhrl, M. Worm und T. Zuberbier
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2023) p. 489 - 508
Abstract
Allergologie, Jahrgang 46, Nr. 8/2023, S. 489-508
Allergologische Diagnostik von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel
K. Brockow1, G. Wurpts2, A. Trautmann3, W. Pfützner4, R. Treudler5, A.J. Bircher6, R. Brehler7, T. Buhl8, H. Dickel9, T. Fuchs8, T. Jakob10, J. Kurz4, B. Kreft11, L. Lange12, H.F. Merk2, M. Mockenhaupt13, N. Mülleneisen14, H. Ott15, J. Ring1, F. Ruëff16, B. Sachs2, H. Sitter17, B. Wedi18, S. Wöhrl19, M. Worm20 und T. Zuberbier20
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, München, 2Klinik für Dermatologie und Allergologie, Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC), Universitätsklinik der RWTH Aachen, Aachen, 3Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Allergiezentrum Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg, 4Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg, 5Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, Leipzig, 6Facoltà di Scienze biomediche, Università della Svizzera Italiana, Lugano, Schweiz und Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsspital Basel, Schweiz, 7Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, Münster, 8Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, 9Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, 10Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum, Justus-Liebig Universität, Gießen, Gießen, 11Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Halle (Saale), Halle (Saale), 12Kinderklinik, Marienhospital Bonn, Bonn, 13Dokumentationszentrum schwerer Hautreaktionen, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, 14Asthma-Allergiezentrum Leverkusen, Leverkusen, 15Kinderund Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover, Hannover, 16Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, AllergieZentrum, Klinikum der Universität München, München, 17Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg, Marburg, 18Hannover Medical School, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Hannover, Hannover, 19Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ), Wien, Österreich, 20Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren


Zitierung:
Brockow K, Wurpts G, Trautmann A, Pfützner W, Treudler R, Bircher AJ, Brehler R, Buhl T, Dickel H, Fuchs T, Jakob T, Kurz J, Kreft B, Lange L, Merk HF, Mockenhaupt M, Mülleneisen N, Ott H, Ring J, Ruëff F, Sachs B, Sitter H, Wedi B, Wöhrl S, Worm M, Zuberbier T. Guideline for allergological diagnosis of drug hypersensitivity reactions Allergol Select. 2023; 7: 122-139. DOI 10.5414/ALX02422ECorrespondence to:
Prof. Dr. med. Knut Brockow
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
80802 München
Email: [email protected]
Leitlinie
Diagnose und Therapie der Bienen- und Wespengiftallergie
Diagnosis and treatment of Hymenoptera venom allergy
F. Ruëff, A. Bauer, S. Becker, R. Brehler, K. Brockow, A.M. Chaker, U. Darsow, J. Fischer, T. Fuchs, M. Gerstlauer, S. Gernert, E. Hamelmann, W. Hötzenecker, L. Klimek, L. Lange, H. Merk, N.K. Mülleneisen, I. Neustädter, W. Pfützner, W. Sieber, H. Sitter, C. Skudlik, R. Treudler, B. Wedi, S. Wöhrl, M. Worm und T. Jakob
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2023) p. 649 - 689
Abstract
Allergologie, Jahrgang 46, Nr. 10/2023, S. 649-689
Diagnose und Therapie der Bienen- und Wespengiftallergie
F. Ruëff1, A. Bauer2, S. Becker3, R. Brehler4, K. Brockow5, A.M. Chaker6, U. Darsow5, J. Fischer7, T. Fuchs8, M. Gerstlauer9, S. Gernert10, E. Hamelmann11, W. Hötzenecker12, L. Klimek13, L. Lange10, H. Merk14, N.K. Mülleneisen15, I. Neustädter16, W. Pfützner17, W. Sieber18, H. Sitter19, C. Skudlik20, R. Treudler21, B. Wedi22, S. Wöhrl23, M. Worm24 und T. Jakob25
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technischen Universität Dresden, 3Universität HNO-Klinik, Tübingen, 4Klinik für Hautkrankheiten, Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, 5Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 6Universität HNO-Klinik, Technische Universität München, 7Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum Oldenburg, 8Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, 9Klinik für Kinder und Jugendliche, Universitätsklinikum Augsburg, 10Abteilung für Pädiatrie, St. Marien- Hospital, GFO Kliniken, Bonn, 11Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Zentrum Bethel, Universitätsklinikum OWL, Universität Bielefeld, 12Med Campus III, Kepler Universitätsklinikum GmbH, Linz, Österreich, 13Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 14Klinik für Dermatologie und Allergologie, Rheinisch- Westfälische Technische Hochschule Aachen, 15Asthma-Allergiezentrum, Leverkusen, 16Cnopfsche Kinderklinik, Nürnberg, 17Klinik für Dermatologie und Allergologie, UKGM Standort Marburg, Philipps-Universität Marburg, 18Krankenhaus Wörth an der Donau, 19Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg, 20Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück und BG Klinikum Hamburg, Osnabrück und Hamburg, 21Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, 22Comprehensive Allergy Center, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 23Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ), Wien, Österreich, 24Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Berlin, 25Klinik für Dermatologie und Allergologie, UKGM Standort Gießen, Justus Liebig Universität Gießen
Bei einem Stich von Hymenopteren (Blattflügler) wie zum Beispiel Bienen oder Wespen wird Hymenopterengift (HG) in die Haut injiziert. Einige Bestandteile der HGe sind potenzielle Allergene und können bei entsprechend sensibilisierten Individuen verstärkte lokale und/oder systemische allergische Reaktionen (SAR) verursachen. Etwa 3% der Allgemeinbevölkerung entwickeln im Lauf ihres Lebens SAR nach einem Hymenopterenstich. Diese Leitlinie stellt das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei SAR nach einem Hymenopterenstich dar. Nach einer verstärkten lokalen Reaktion ist i. d. R. zwar eine symptomatische Therapie, jedoch keine spezifische Diagnostik oder eine Allergen-Immuntherapie mit HG (HG-AIT) erforderlich. Nach einer SAR sollen in der Anamnese mögliche Risikofaktoren für häufigere Stichereignisse und für schwerer verlaufende anaphylaktische Reaktionen erfasst werden. Für schwerere Reaktionen stellen Mastzellerkrankungen und vor allem im Kindesalter unkontrolliertes Asthma die wichtigsten Risikofaktoren dar. Daher sollen ab einer über die Haut hinausgehenden SAR (gemäß Klassifikation nach Ring und Messmer > Schweregrad I) zur Erfassung einer möglichen Mastozytose eine Bestimmung der basalen Serumtryptase und eine Hautinspektion erfolgen. Nach Asthmasymptomen soll gezielt gefragt werden. Der Nachweis einer HG-Sensibilisierung erfolgt mittels Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern (sIgE) gegen Bienen- und/oder Wespengift bzw. deren Komponenten, gegebenenfalls auch gegen andere Gifte. Bei negativen Testergebnissen, die weniger als 2 Wochen nach der Stichreaktion erhoben wurden, sollen die Tests wiederholt werden (frühestens ab 4 – 6 Wochen nach der Stichreaktion). Wurde primär nur die Bestimmung von sIgE gegen die Gesamtgiftextrakte vorgenommen, soll bei Doppelsensibilisierung oder einem nicht plausiblen Ergebnis eine Testung von sIgE gegen die verschiedenen Giftkomponenten erfolgen. Hauttests können unterbleiben, wenn mit In-vitro-Verfahren bereits eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann. Kann weder mittels Labordiagnostik noch mittels Hauttests eine therapierelevante Entscheidung getroffen werden, können gegebenenfalls zusätzlich zelluläre Tests durchgeführt werden. Die Therapie einer HG-Allergie umfasst Expositionsprophylaxe, Selbsthilfemaßnahmen des Patienten (einschließlich der Anwendung einer Notfallmedikation) bei erneutem Stich und eine HG-AIT. Nach einer SAR vom Schweregrad I und wenn keine sonstigen Risikofaktoren für häufigere Stiche oder schwerere Verläufe einer Anaphylaxie vorliegen, sind weder die Verordnung eines Adrenalin-Autoinjektors (AAI) noch die Durchführung einer HG-AIT erforderlich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch bei vorangegangener SAR vom Schweregrad I eine AIT vorgenommen werden, zum Beispiel bei zusätzlichen Risikofaktoren oder Einschränkung der Lebensqualität durch eine unterlassene HG-AIT. Kontraindikationen der HG-AIT sind zu beachten, wobei sie in begründeten Einzelfällen unter Abwägung von Nutzen und Risiko dennoch erfolgen kann. Die Anwendung von Betablockern und ACE-Hemmern stellen keine Kontraindikation für die Durchführung einer HG-AIT dar. Die Patienten sollten über mögliche Interaktionen aufgeklärt werden. Für die HG-AIT soll der Giftextrakt verwendet werden, der gemäß der Anamnese und der Ergebnisse der allergologischen Diagnostik krankheitsursächlich war. Ist bei Doppel-Sensibilisierung und unklarer Anamnese hinsichtlich des Auslösers auch mit zusätzlichen diagnostischen Verfahren keine Festlegung auf das krankheitsursächliche Gift möglich, soll eine HG-AIT mit beiden Giftextrakten erfolgen. Die Standarderhaltungsdosis der HG-AIT beträgt 100 µg HG. Bei Bienengiftallergie und erhöhtem Stichrisiko oder dem Risiko für besonders schwere Anaphylaxie kann bei Erwachsenen ab Beginn eine Erhaltungsdosis von 200 µg erwogen werden. Die Gabe eines nicht sedierenden H1-blockierenden Antihistaminikums zur Minderung von Nebenwirkungen ist möglich. Die Erhaltungsdosis sollte im 1. Jahr im Abstand von 4 Wochen und, unter Berücksichtigung der Herstellerinformationen je nach verwendetem Präparat ab dem 2. Jahr alle 5 – 6 Wochen erfolgen, bei Verwendung eines Depotpräparats kann ab dem 3. Jahr das Intervall auf 8 Wochen ausgedehnt werden. Im Falle bedeutsamer wiederholt auftretender Systemreaktionen im Zuge der HG-AIT sollen diese Reaktion begünstigende Ko-Faktoren ermittelt und ausgeschaltet werden. Ist dieses nicht möglich oder liegen keine entsprechenden Ko-Faktoren vor, ist eine präventive Gabe eines H1-blockierenden Antihistaminikum nicht wirksam und hat eine Höherdosierung der HG-AIT nicht eine Verträglichkeit der HG-AIT bewirkt, sollte eine begleitende Behandlung mit einem Anti-IgE-Antikörper (Omalizumab) im Rahmen eines Off-label-use vorgenommen werden. Unter stationärer Überwachung und Notfallbereitschaft vorzunehmende Stichprovokationen zur Überprüfung des Therapieerfolges können aus Praktikabilitätsgründen nur wenigen Patienten angeboten werden. Voraussetzung dafür ist, dass die HG-AIT in der geplanten Erhaltungsdosis vertragen wird. Wenn unter Anwendung eines ACE-Hemmers ein Therapieversagen evident ist, sollte das Absetzen des ACE-Hemmers erwogen werden. Bei fehlender Toleranzinduktion soll eine Erhöhung der Erhaltungsdosis auf 200 µg bis maximal 400 µg, bei Kindern maximal 200 µg HG erfolgen. Falls sich auch durch eine Erhöhung der Erhaltungsdosis kein ausreichender Schutz erreichen lässt und Risikofaktoren für eine schwere Verlaufsform der Anaphylaxie nach Stich bestehen, sollte während der relevanten Insektenflugzeit eine Komedikation mit einem Anti-IgE-Antikörper (Omalizumab) im Rahmen eines Off-label-use erwogen werden. Bei Patienten ohne besondere Risikokonstellationen kann die HG-AIT nach 3 – 5 Jahren beendet werden, sofern die Erhaltungstherapie ohne wiederholte anaphylaktische Nebenwirkungen vertragen wurde. Eine längere bzw. dauerhafte HG-AIT kann erwogen werden u. a. bei Vorliegen einer Mastozytose, Z. n. Herz-/Kreislauf- oder Atemstillstand aufgrund eines Hymenopterenstichs (Schweregrad IV) oder anderen besonderen Konstellationen für ein erhöhtes individuelles Risiko erneuter und/oder schwerer SAR (zum Beispiel hereditäre Alpha-Tryptasämie). Bei stark erhöhter, nicht vermeidbarer Insektenexposition kann bei Erwachsenen die HG-AIT bis zum Ende des intensiven Kontaktes erfolgen. Auf die Verordnung eines AAI kann bei Patienten mit Anamnese eines SAR Schweregrad I bzw. II und fehlendem Vorliegen von Risikofaktoren verzichtet werden, wenn die Erhaltungsdosis einer HG-AIT erreicht und vertragen wurde, ebenso nach Beendigung einer HG-AIT. Bei Patienten mit SAR Schweregrad > III oder bei Patienten mit SAR Schweregrad II und zusätzlichen Risikofaktoren für ein Nicht-Ansprechen auf die HG-AIT oder eine erneute schwere Stichreaktion, sollen diese sowohl während als auch nach Ende der HG-AIT ein Notfallset mit AAI mitführen.
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren


Zitierung:
Ruëff F, Bauer A, Becker S, Brehler R, Brockow K, Chaker AM, Darsow U, Fischer J, Fuchs T, Gerstlauer M, Gernert S, Hamelmann E, Hötzenecker W, Klimek L, Lange L, Merk H, Mülleneisen NK, Neustädter I, Pfützner W, Sieber W, Sitter H, Skudlik C, Treudler R, Wedi B, Wöhrl S, Worm M, Jakob T. Diagnosis and treatment of Hymenoptera venom allergy. Allergol Select. 2023; 7: 154-190.
DOI 10.5414/ALX02430ECorrespondence to:
Prof. Dr. med. Franziska Ruëff
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Klinikum der Universität München
Frauenlobstraße 9-11
80337 München
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