Übersichtsarbeit
Handlungsempfehlung: Langzeittherapie des beruflichen Handekzems mit Alitretinoin im BG-lichen Heilverfahren
Recommendation: long-term therapy of occupational hand eczema with alitretinoin within therapies of the employer’s liability insurance association
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus und S.M. John
Jahrgang 70 (2022) p. 35 - 52
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 70, Nr. 1/2022, S. 35-52
Handlungsempfehlung: Langzeittherapie des beruflichen Handekzems mit Alitretinoin im BG-lichen Heilverfahren
C. Symanzik1#2, C. Altenburg3, S. Awe3, C. Drechsel-Schlund3, A. Nienhaus3#4 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 4Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: Alitretinoin ist das derzeitig einzige für die systemische Behandlung von Handekzemen (HE) zugelassene Medikament. In der Praxis gab es immer wieder Fragen zur Indikation und zum wissenschaftlich leitliniengerechten Einsatz der Alitretinoin-Therapie, speziell auch zur Therapiedauer über die in der Zulassung vorgesehene Zeitspanne von 6 Monaten hinaus (Off-Label-Use).
Methodik: Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich der Indikation, des leitliniengerechten Einsatzes sowie Diskussion von Fallkonstellationen und Aspekten, die es zu beachten gilt bei der (Langzeit-)Therapie (> 6 Monate) beruflicher HE mit Alitretinoin.
Ergebnisse: Die wissenschaftliche Datenlage für eine Langzeittherapie ist lückenhaft. Eine evidenzbasierte Therapie ist deshalb zurzeit nicht möglich. Es werden neun Fallkonstellationen und Aspekte für eine Off-Label-Therapie im Einzelfall diskutiert.
Diskussion: Um eine wissenschaftlich begründete und kriteriengeleitete Handlungsempfehlung bezüglich der Langzeittherapie des beruflichen HE mit Alitretinoin formulieren zu können, ist eine dezidierte Betrachtung individueller Fallkonstellationen, die eine jeweilige Beurteilung einhergehender Sachverhalte mit sich bringt, unabdingbar. Perspektivisch besteht die Notwendigkeit der Durchführung weiterer – vor allem randomisierter, kontrollierter – klinischer Studien unter besonderer Berücksichtigung potentieller Nebenwirkungen. Zur Vorbereitung so einer Studie sollten retrospektive oder prospektive Kasuistiken aufbereitet werden.
Schlussfolgerungen: Die im Rahmen der vorliegenden Arbeit aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht explorierten Fallkonstellationen können zukünftig in der Praxis unterstützend in Entscheidungsfindungsprozesse eingebunden werden.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische
Prävention und Rehabilitation (iDerm) &
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected] und [email protected]
Original
Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage
Recommendation: Indication and cost coverage for biologics within therapies of the employer’s liability insurance association by the example of Dupilumab: a basis for discussion
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus, St. Brandenburg, C. Skudlik und S.M. John
Jahrgang 70 (2022) p. 61 - 72
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 70, Nr. 2/2022, S. 61-72
Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage
C. Symanzik1#2, C. Altenburg3, S. Awe3, C. Drechsel-Schlund3, A. Nienhaus3#4, St. Brandenburg3, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 4Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: In der Qualitätssicherung im Berufskrankheiten (BK)-Verfahren 5101 geht es auch um den leitliniengerechten Einsatz neuer systemischer Therapieverfahren bei beruflichen Hauterkrankungen, die auf der Basis anlagebedingter Prädispositionen, wie der atopischen Dermatitis (AD), auftreten. In der vorliegenden Arbeit werden der wissenschaftliche Hintergrund der systemischen Therapieformen (hier: Biologika) am Beispiel von Dupilumab sowie Fallkonstellationen bezüglich der Kostenträgerschaft beleuchtet.
Methodik: Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich der Indikation bei beruflichen Hauterkrankungen, des leitliniengerechten Einsatzes von Dupilumab sowie Diskussion über häufige Fallkonstellationen einschließlich ethischer Aspekte.
Ergebnisse: Die wissenschaftliche Datenlage zur Verwendung von Dupilumab zur Therapie des chronischen Handekzems ist noch lückenhaft; die Verordnung unter dieser Indikation erfolgt Off-Label. Es werden vier Fallkonstellationen für eine Therapie des atopischen Handekzems mit Dupilumab und das Sicherheitsprofil im Vergleich zu klassischen systemischen Therapien der AD dargestellt.
Diskussion: Um eine wissenschaftlich begründete und kriteriengeleitete Handlungsempfehlung für die Verwendung von Dupilumab zur Therapie des atopischen Handekzems formulieren zu können, ist eine dezidierte Betrachtung individueller Fallkonstellationen unter Berücksichtigung versicherungsrechtlicher Sachverhalte unabdingbar. Perspektivisch besteht die Notwendigkeit der Durchführung weiterer – vor allem randomisierter, kontrollierter – klinischer Studien.
Schlussfolgerungen: Die Kostenübernahme für eine Therapie mit Biologika durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) wird Ausnahmefällen vorbehalten sein und ist an besondere Voraussetzungen und umfassende begleitende Präventionsmaßnahmen zu knüpfen. Um im Interesse der Versicherten die Entscheidungen über die Therapieindikationen ohne zeitliche Verzögerung und qualifiziert zu gewährleisten, ist im Verfahren Haut der GUV für klinisch schwere Hautveränderungen (der Voraussetzung für systemische Therapien) die tertiäre Individualprävention vorgesehen, in der eine fundierte berufsdermatologische Kausalitätsbeurteilung und die Prüfung und Umsetzung geeigneter Therapie- und Präventionsoptionen erfolgt.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische
Prävention und Rehabilitation (iDerm) &
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]; [email protected]
Allergisches Kontaktekzem
Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus, St. Brandenburg, C. Skudlik und S.M. John
Price
42.00 $
Jahrgang 45 (2022) p. 534 - 545
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 7/2022, S. 534-545
Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage*
C. Symanzik1#2, C. Altenburg3, S. Awe3, C. Drechsel-Schlund3, A. Nienhaus3#4, St. Brandenburg3, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 4Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: In der Qualitätssicherung im Berufskrankheiten (BK)-Verfahren 5101 geht es auch um den leitliniengerechten Einsatz neuer systemischer Therapieverfahren bei beruflichen Hauterkrankungen, die auf der Basis anlagebedingter Prädispositionen, wie der atopischen Dermatitis (AD), auftreten. In der vorliegenden Arbeit werden der wissenschaftliche Hintergrund der systemischen Therapieformen (hier: Biologika) am Beispiel von Dupilumab sowie Fallkonstellationen bezüglich der Kostenträgerschaft beleuchtet.
Methodik: Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich der Indikation bei beruflichen Hauterkrankungen, des leitliniengerechten Einsatzes von Dupilumab sowie Diskussion über häufige Fallkonstellationen einschließlich ethischer Aspekte.
Ergebnisse: Die wissenschaftliche Datenlage zur Verwendung von Dupilumab zur Therapie des chronischen Handekzems ist noch lückenhaft; die Verordnung unter dieser Indikation erfolgt Off-Label. Es werden vier Fallkonstellationen für eine Therapie des atopischen Handekzems mit Dupilumab und das Sicherheitsprofil im Vergleich zu klassischen systemischen Therapien der AD dargestellt.
Diskussion: Um eine wissenschaftlich begründete und kriteriengeleitete Handlungsempfehlung für die Verwendung von Dupilumab zur Therapie des atopischen Handekzems formulieren zu können, ist eine dezidierte Betrachtung individueller Fallkonstellationen unter Berücksichtigung versicherungsrechtlicher Sachverhalte unabdingbar. Perspektivisch besteht die Notwendigkeit der Durchführung weiterer – vor allem randomisierter, kontrollierter – klinischer Studien.
Schlussfolgerungen: Die Kostenübernahme für eine Therapie mit Biologika durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) wird Ausnahmefällen vorbehalten sein und ist an besondere Voraussetzungen und umfassende begleitende Präventionsmaßnahmen zu knüpfen. Um im Interesse der Versicherten die Entscheidungen über die Therapieindikationen ohne zeitliche Verzögerung und qualifiziert zu gewährleisten, ist im Verfahren Haut der GUV für klinisch schwere Hautveränderungen (der Voraussetzung für systemische Therapien) die tertiäre Individualprävention vorgesehen, in der eine fundierte berufsdermatologische Kausalitätsbeurteilung und die Prüfung und Umsetzung geeigneter Therapie- und Präventionsoptionen erfolgt.
*Erstpublikation in Dermatologie in Beruf und Umwelt, mit freundlicher Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) und
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]; [email protected]
Übersicht
Neuartige systemische Präparate für die Therapie entzündlicher Hauterkrankungen, speziell der atopischen Dermatitis, im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren – eine Diskussionsgrundlage
Novel systemic medications – especially for treatment of atopic dermatitis – within therapies of the employer’s liability insurance association – a basis for discussion
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus, S. Brandenburg, C. Skudlik und S.M. John
Jahrgang 70 (2022) p. 97 - 105
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 70, Nr. 3/2022, S. 97-105
Neuartige systemische Präparate für die Therapie entzündlicher Hauterkrankungen, speziell der atopischen Dermatitis, im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren – eine Diskussionsgrundlage
C. Symanzik1#2, C. Altenburg3, S. Awe3, C. Drechsel-Schlund3, A. Nienhaus3#4, S. Brandenburg3, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 4Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: Der leitliniengerechte Einsatz neuer systemischer Therapieverfahren bei beruflichen Ekzemerkrankungen, die bei anlagebedingter Prädisposition wie der atopischen Dermatitis (AD) auftreten, ist bei der Qualitätssicherung im Berufskrankheiten (BK)-Verfahren 5101 zu berücksichtigen. In der vorliegenden Arbeit wird eine Übersicht über den wissenschaftlichen Hintergrund verschiedener neuartiger systemischer Therapieformen (Biologika, Small Molecules/Januskinase (JAK)-Inhibitoren) gegeben.
Methodik: Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich der Indikation bei beruflichen Hauterkrankungen sowie Diskussion ethischer Aspekte.
Ergebnisse: Betrachtet werden die Biologika Tralokinumab, Lebrikizumab und Nemolizumab sowie die JAK-Inhibitoren Baricitinib, Upadacitinib und Abrocitinib. Wirkungen, Nebenwirkungen und Indikationen werden dargestellt.
Diskussion: Um wissenschaftlich begründete und kriteriengeleitete Handlungsempfehlungen für die Verwendung von Biologika und JAK-Inhibitoren zur Therapie des atopischen Handekzems formulieren zu können, ist eine dezidierte Betrachtung der Indikationen, der Wirkung und der Nebenwirkungen notwendig. Es besteht die Notwendigkeit der Durchführung weiterer – vor allem randomisierter, kontrollierter – klinischer Studien mit dem Schwerpunkt chronischer Handekzeme.
Schlussfolgerungen: Die Kostenübernahme für eine Therapie mit Biologika und JAK-Inhibitoren durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) wird Ausnahmefällen vorbehalten sein und ist an besondere Voraussetzungen und umfassende begleitende Präventionsmaßnahmen zu knüpfen. Um im Interesse der Versicherten die Entscheidungen über die Therapieindikationen ohne zeitliche Verzögerung und qualifiziert zu gewährleisten, ist im Verfahren Haut der GUV für klinisch schwere Hautveränderungen (der Voraussetzung für systemische Therapien) die tertiäre Individualprävention vorgesehen, in der eine fundierte berufsdermatologische Kausalitätsbeurteilung und die Prüfung und Umsetzung geeigneter Therapie- und Präventionsoptionen erfolgt.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) &
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]; [email protected]
Original
Durchführung und Evaluation eines Elearning- Schulungskonzepts zur Umsetzung der Berufskrankheiten-Rechtsänderung bei der Berufskrankheit Nr. 5101
Implementation and evaluation of an e-learning training concept for the implementation of the German occupational diseases legal changes regarding the occupational disease number 5101
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, K. Palsherm, M. Marx, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus, S. Brandenburg, C. Skudlik und S.M. John
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2023) p. 255 - 266
Abstract
Allergologie, Jahrgang 46, Nr. 4/2023, S. 255-266
Durchführung und Evaluation eines Elearning- Schulungskonzepts zur Umsetzung der Berufskrankheiten-Rechtsänderung bei der Berufskrankheit Nr. 5101
C. Symanzik1#2, C. Altenburg4, S. Awe4, K. Palsherm4, M. Marx4, C. Drechsel-Schlund4, A. Nienhaus4#5, S. Brandenburg3#4, C. Skudlik1#2#3 und S.M. John1#2#3
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Niedersächsisches Institut für Berufsdermatologie (NIB), 4Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 5Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: Im Rahmen der Berufskrankheiten (BK)-Rechtsänderung mit Wegfall des Unterlassungszwangs zum 1. Januar 2021 ergibt sich für die tägliche Praxis eine tiefgreifende Änderung; die Definition der BK 5101 lautet ab diesem Zeitpunkt: „Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen“. Es ist bereits erkennbar, dass sich aufgrund der hieraus resultierenden wesentlichen Erleichterungen der Anerkennungsvoraussetzungen die Zahl anerkannter BK-5101-Fälle erhöhen wird.
Methodik: Durchführung und Evaluation (schriftlicher vollstandardisierter Onlinefragebogen) eines E-learning-Schulungskonzepts für Mitarbeiter der Verwaltung der Unfallversicherungsträger (UVT) und beratende Ärzte als Basis für eine Diskussion über Umsetzungsstrategien der BK-Rechtsänderung bei der BK 5101.
Ergebnisse: Den Evaluationsbogen füllten 145 von 246 Teilnehmenden aus (Responserate: 58,9%; 48,3% weiblich, durchschnittliches Alter 47,9 ± 13,8 Jahre). Im Durchschnitt bewerteten die Teilnehmenden, auf einer Schulnotenskala von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft), die Organisation der Veranstaltung mit einer Note von 1,8 ± 1,2, die Inhalte der Veranstaltung mit 2,0 ± 1,1 und die Veranstaltung insgesamt mit 2,0 ± 1,1. 95 (65,5%) der 145 Teilnehmenden wünschen sich weitere E-learning-Schulungsformate.
Diskussion: Im Sinne einer Ermöglichungsdidaktik und in Abhängigkeit von der aktuellen Pandemiesituation wurde ein umfassendes virtuelles Schulungskonzept mit asynchronen und synchronen Anteilen zur Umsetzung der BK-Rechtsänderung bei der BK 5101 erarbeitet, das sich an eine heterogene Gruppe Teilnehmender richtete. Mittels fallbasierten Lernens wurde eine Schärfung der Analyse- und eine Förderung der Reflexionskompetenz der Schulungsteilnehmer beabsichtigt. Sowohl die Einzelkomponenten als auch das Gesamtkonzept stießen auf eine große Akzeptanz. Dies deckt sich mit dem in der wissenschaftlichen Literatur beschriebenen Potenzial von E-learning in der Erwachsenenbildung.
Schlussfolgerungen: Auch zukünftig sollten Perspektiven für die durch die neue Rechtslage erforderlich gewordene, angepasste und weiterentwickelte Verfahrenssteuerung bei Berufsdermatosen entwickelt und unterschiedliche Fallkonstellationen beschrieben werden. Aufgrund der großen Akzeptanz des E-learning-Konzepts in der beschriebenen Zielgruppe ist perspektivisch die Durchführung weiterer derartiger Schulungsveranstaltungen sinnvoll.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B. Sc., M. Ed.
Institut für interdisziplinäre Dermatologische
Prävention und Rehabilitation (iDerm) &
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]