Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 23, Nr. 4/2011, S. 143–155
Herzgruppen in Rheinland-Pfalz – Befragungen von Teilnehmern und Gruppenleitern
J. Schmidt1, M. Keck2,3, P. Ritter3, B. Krönig3, R. Stahlheber3 und R. Nübling1
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Drei-Burgen-Klinik, Bad Münster, und Reha-Kompetenzzentrum Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg, 3Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz- Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz e.V., Koblenz
In Ergänzung zu Qualitätsüberprüfungen in Form von Vor-Ort-Visitationen der Herzgruppen [12, 16] hat der Landesverband Rheinland-Pfalz im Rahmen seiner Qualitätssicherung der Herzgruppenarbeit in den Jahren 2008 und 2010 schriftliche Befragungen von Herzgruppenteilnehmern, Herzgruppenverantwortlichen, Übungsleitern und Herzgruppenärzten durchgeführt, welche die verschiedenen Sichtweisen transparent machen und Anhaltspunkte für Verbesserungspotenziale liefern sollten. Die befragten Herzgruppenteilnehmer (n = 565; Rücklaufquote: 40,5%; 72,6% Männer; durchschnittlich 68,5 Jahre alt) zeigten insgesamt ein sehr hohes Maß an Zufriedenheit mit ihrer Herzgruppe und waren vom persönlichen Nutzen überzeugt. In der Gesamtschau konnte auf Teilnehmerebene eine große Akzeptanz der Herzgruppenarbeit beobachtet werden, wobei von den Befragten mehrheitlich positive gesundheitliche Effekte (z.B. Reduzierung von Risikofaktoren, Verbesserung des Befindens) berichtet wurden. Auch die befragten Herzgruppenverantwortlichen (n = 67; Rücklaufquote: 50,8%; 47,8% Männer; durchschnittlich 57 Jahre alt) waren in der großen Mehrheit (87,7%) mit ihrer Tätigkeit im Trägerverein zufrieden bzw. sehr zufrieden. Jeweils knapp die Hälfte der Befragten berichtete weiterhin, dass die durchschnittliche Zahl der geförderten Teilnehmer nach Inkrafttreten der Rahmenvereinbarung 2003 (begrenzte/r Leistungsumfang/Förderung) zurückgegangen sei und dass der Übungsbetrieb derzeit nicht kostendeckend durchgeführt werde könne. Mehrheitlich zufrieden mit ihrer Tätigkeit zeigten sich auch die befragten Übungsleiter (n = 150: Rücklaufquote: 46,9%; 76,9% Frauen; Durchschnittsalter: 51,1 Jahre) und Herzgruppenärzte (n = 170; Rücklaufquote: 28,4%; 69,4% Männer; durchschnittlich 51,3 Jahre alt). Als vorrangige Problempunkte wurden von den befragten Übungsleitern und Ärzten das derzeitige Abrechnungssystem der Kostenträger, die Motivation der Ärzte und der Mangel an qualifizierten Ärzten genannt.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 46, Nr. 3/2017, S. 105-117
Frühe Umstellung von Cyclosporin auf Everolimus nach Lebendnierentransplantation: 5 Jahresdaten der randomisierten ZEUS Studie
C. Sommerer1, K. Budde2, M. Zeier1, R.P. Wüthrich3, P. Reinke4, U. Eisenberger5, A. Mühlfeld6, W. Arns7, R. Stahl8, K. Heller9, H.H. Wolters10, B. Suwelack11, H.U. Klehr12, I.A. Hauser13, M. Stangl14, S. Nadalin15, M. Dürr2, M. Porstner16, C. May16, P. Wimmer16, O. Witzke17 und F. Lehner18 für die ZEUS Study Investigators
1Zentrum für Nephrologie, Universitätsklinikum Heidelberg, 2Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, 3Klinik für Nephrologie, Universitätsspital Zürich, Schweiz, 4Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Charité Universitätsmedizin, Berlin, 5Universitätsklinik für Nephrologie und Hypertonie, Universität Bern, Inselspital, Bern, Schweiz, 6Abteilung für Nephrologie und Immunologie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen, 7Transplantationszentrum Köln, Krankenhaus Köln-Merheim, 8Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 9Klinik für Nephrologie und Hypertensiologie, Universitätsklinikum Erlangen, 10Klinik für Allgemeinchirurgie, 11Medizinische Klinik D, Schwerpunkt Nephrologie, Universitätsklinikum Münster, 12Zentrum für Nephrologie, Universitätsklinikum Bonn, 13Funktionsbereich Nephrologie, Universitätsklinikum Frankfurt, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 14Transplantationszentrum München der LMU, München, 15Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Tübingen, 16Novartis Pharma GmbH, Nürnberg, 17Klinik für Nephrologie und Klinik für Infektiologie, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-Essen, Essen und 18Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
Zielsetzung: Bestimmung der Wirksamkeit, Nierenfunktion und Sicherheit 5 Jahre nach früher Umstellung von Cyclosporin auf Everolimus im Vergleich zu einem herkömmlichen cyclosporinbasierten Behandlungsregime bei Empfängern eines Nierentransplantats von einem Lebendspender. Material und Methoden: Bei der ZEUS-Studie handelte es sich um eine randomisierte, offene 1-jährige multizentrische Studie, bei der 300 De-novo-Nierentransplantatempfänger entweder durchgehend Cyclosporin erhielten oder 4,5 Monate nach der Transplantation auf Everolimus umgestellt wurden. Nach der Transplantation fanden 5 Jahre lang jährliche Nachuntersuchungen statt. Ergebnisse: 80 Empfänger einer Lebendnierenspende wurden randomisiert. 75 davon beendeten die 1-jährige Kernstudie. 60 Patienten erschienen zur Nachuntersuchung nach 5 Jahren. Im 5. Jahr erhielten noch 15/31 (48,4%) der Everolimus-Patienten und 20/29 (69,0%) der Cyclosporin-Patienten die Studienmedikation. Der adjustierte Mittelwert der glomerulären Filtrationsrate (GFR) im Jahr 5 lag bei den Everolimus-Patienten bei 67,2 ml/min/1,73m2 und bei den Cyclosporin-Patienten bei 60,8 ml/min/1,73m2 (mittlere Differenz 6,4 ml/min/1,73m2; p = 0,031). Bei den behandlungstreuen Patienten, die noch die Studienmedikation erhielten, lag die Differenz im Mittel bei 13,2 ml/min/1.73m2 (p = 0,003); bei den Patienten, deren Medikation gewechselt worden war, zeigte sich dagegen kein signifikanter Unterschied (Mittelwert –2,6 ml/min/1,73m2; p = 0,701). Patienten- und Transplantatüberleben waren für Everolimus und Cyclosporin ähnlich. Durch Biopsie gesicherte akute Abstoßungsreaktionen traten bei 22,0% der Everolimus-Patienten und bei 7,5% der Cyclosporin-Patienten auf (p = 0,116). In den Jahren 1 – 5 brach nur 1 Patient die Everolimus-Therapie aufgrund von unerwünschten Ereignissen ab. Schlussfolgerungen: Die frühzeitige Einführung von Everolimus und das Absetzen des Calcineurininhibitors (CNI) nach einer Lebendnierentransplantation verbesserte die 5-Jahres-Transplantatfunktion im Vergleich zur herkömmlichen CNI-basierten Therapie. Die Verbesserungen der Nierenfunktion war am größten vor allem bei den Patienten, die weiterhin mit Everolimus behandelt wurden. Ein Anstieg leichter akuter Abstoßungsreaktionen war nicht mit einem langfristigen Transplantatverlust assoziiert.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Claudia Sommerer
Zentrum für Nephrologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 162
69120 Heidelberg
Email: [email protected]
Abstract
Allergologie, Jahrgang 14, Nr. 9/1991, S. 360-371
Einige Wirkungen von 2,3,7,8-Tetrachlorodibenzo-p-dioxin (T4CDD) und von 2,3,4,7,8-Pentachlorodibenzofuran (P5CDF) auf periphere Lymphozyten von Primaten in vivo und in vitro
R. Neubert1,2, H. Helge2, R. Stahlmann1 und D. Neubert1
1Institut für Toxikologie und Embryopharmakologie, Freie Universität Berlin, 2 Kinderklinik, Kaiserin-Auguste-Victoria-Haus, Freie Universität Berlin
Nach einmaliger Gabe kleiner Dosen von T4CDD (niedrigste eindeutig wirksame Dosis: 10 ng/kg Korpergewicht) wurden beim Marmoset (Callithrix jacchus) Verschiebungen im Prozentsatz bestimmter Lymphozyten-Subpopulationen im peripheren Blut beobachtet. Betroffen waren besonders die T-Zell-Population: CD4+CDw29+ (»Helper-Inducer«-Zellen, oder »Memory«-T-Zellen) und die B-Zell-Population: CD20+ (»B1«-Zellen). Die Wirkung war weniger stark ausgeprägt, wenn der Effekt auf die absolute Anzahl von Zellen der betreffenden Subpopulation (n/μl Blut) bezogen wurde. Neuere Untersuchungen haben vor dem langanhaltenden Effekt auf die CD4+CDw29+- und die CD20+-Zellen einen vorübergehenden Anstieg der CD56+CD8+-Zellen (zytotoxische T-Zellen) ergeben. Es ist denkbar, daß diese beiden Ereignisse kausal miteinander zusammenhängen. Verglichen mit T4CDD zeigte PSCDF unter den gleichen Versuchsbedingungen eine äquimolare Wirksamkeit von weniger als 50%. Auch in vitro konnte bei Benutzung einer »gemischten Lymphozyten-Kultur« nach einer Proliferations-Stimulation mit Pokeweed-Mitogen (PWM) eine Veränderung des Prozentsatzes bestimmter Lymphozyten-Subpopulationen beobachtet werden, wenn das Kulturmedium T4CDD enthielt. Betroffen waren Lymphozyten mit den gleichen Epitopen wie bei den in-vivo-Versuchen. Die geringsten noch sicher wirksamen Konzentrationen gegenüber diesem biologischen Effekt waren 1 · 10–13 bis 1 · 10–14 M, in den verschiedenen Versuchsreihen und gegenüber den verschiedenen gemessenen Variablen. In einzelnen Versuchen schien ein Effekt auch noch bei geringeren Konzentrationen nachweisbar zu sein. Dies sind die kleinsten Konzentrationen, mit denen je eine Wirkung von T4CDD in einem In-vitro-System beschrieben wurde.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Neubert, Garystraile 5, W-1000 Berlin 33