Kardiologische Rehabilitation
Qualitätsmerkmale von Herzgruppen in Rheinland-Pfalz – Ergebnisse wiederholter Überprüfungen durch den Landesverband
J. Schmidt, R. Nübling, D. Kriz, M. Keck, und P. Ritter
Price
42.00 $
Jahrgang 21 p. 51 - 60
Abstract
J. Schmidt1, R. Nübling1, D. Kriz1, M. Keck2, 3 und P. Ritter3
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Drei-Burgen-Klinik, Bad Münster & Reha-Kompetenzzentrum Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg, 3Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz e.V. (DGPR), Koblenz
Herzgruppen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zur unverzichtbaren Versorgungsstruktur in der kardiologischen Rehabilitation Phase III (nach WHO) entwickelt. Verantwortlich für die Anerkennung und fortlaufende Überprüfung von Herzgruppen nach medizinisch bzw. vertraglich festgelegten Qualitätsstandards, vornehmlich der Struktur- und Prozessqualität, sind unter anderem die Landesorganisationen der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation für Herz-Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR). Als einer der ersten Trägerverbände des Rehabilitationssports hat der Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz 2001/ 2002 landesweite Vor-Ort-Überprüfungen von Herzgruppen vorgenommen und diese 5 Jahre später wiederholt. Die Ergebnisse belegen, dass durch systematische Überprüfungen eine qualitative Verbesserung der Arbeit der Herzgruppen initiiert werden kann. Zeigten fast alle bei der Ersterhebung auf hohem Niveau erfüllten Qualitätsstandards erwartungsgemäß erneut einen sehr hohen Realisierungsstand, so konnten bei weiteren Kriterien wie der Einbeziehung ärztlicher Vorbefunde, der Dokumentation und der ergänzenden umfassenden Nachsorge zum Teil deutliche Verbesserungen erreicht werden. Dagegen blieben insbesondere bei Qualitätsstandards, bei denen vorhandene organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen limitierend wirken, Verbesserungen im wünschenswerten Ausmaß aus.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Erfurter Straße 5a
D–76139 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Herzgruppen in Rheinland-Pfalz – Befragungen von Teilnehmern und Gruppenleitern
Heart groups in Rhineland-Palatine – surveys of participants and group leaders
J. Schmidt, M. Keck, P. Ritter, B. Krönig, R. Stahlheber und R. Nübling
Price
42.00 $
Jahrgang 23 p. 143 - 155
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 23, Nr. 4/2011, S. 143–155
Herzgruppen in Rheinland-Pfalz – Befragungen von Teilnehmern und Gruppenleitern
J. Schmidt1, M. Keck2,3, P. Ritter3, B. Krönig3, R. Stahlheber3 und R. Nübling1
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Drei-Burgen-Klinik, Bad Münster, und Reha-Kompetenzzentrum Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg, 3Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz- Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz e.V., Koblenz
In Ergänzung zu Qualitätsüberprüfungen in Form von Vor-Ort-Visitationen der Herzgruppen [12, 16] hat der Landesverband Rheinland-Pfalz im Rahmen seiner Qualitätssicherung der Herzgruppenarbeit in den Jahren 2008 und 2010 schriftliche Befragungen von Herzgruppenteilnehmern, Herzgruppenverantwortlichen, Übungsleitern und Herzgruppenärzten durchgeführt, welche die verschiedenen Sichtweisen transparent machen und Anhaltspunkte für Verbesserungspotenziale liefern sollten. Die befragten Herzgruppenteilnehmer (n = 565; Rücklaufquote: 40,5%; 72,6% Männer; durchschnittlich 68,5 Jahre alt) zeigten insgesamt ein sehr hohes Maß an Zufriedenheit mit ihrer Herzgruppe und waren vom persönlichen Nutzen überzeugt. In der Gesamtschau konnte auf Teilnehmerebene eine große Akzeptanz der Herzgruppenarbeit beobachtet werden, wobei von den Befragten mehrheitlich positive gesundheitliche Effekte (z.B. Reduzierung von Risikofaktoren, Verbesserung des Befindens) berichtet wurden. Auch die befragten Herzgruppenverantwortlichen (n = 67; Rücklaufquote: 50,8%; 47,8% Männer; durchschnittlich 57 Jahre alt) waren in der großen Mehrheit (87,7%) mit ihrer Tätigkeit im Trägerverein zufrieden bzw. sehr zufrieden. Jeweils knapp die Hälfte der Befragten berichtete weiterhin, dass die durchschnittliche Zahl der geförderten Teilnehmer nach Inkrafttreten der Rahmenvereinbarung 2003 (begrenzte/r Leistungsumfang/Förderung) zurückgegangen sei und dass der Übungsbetrieb derzeit nicht kostendeckend durchgeführt werde könne. Mehrheitlich zufrieden mit ihrer Tätigkeit zeigten sich auch die befragten Übungsleiter (n = 150: Rücklaufquote: 46,9%; 76,9% Frauen; Durchschnittsalter: 51,1 Jahre) und Herzgruppenärzte (n = 170; Rücklaufquote: 28,4%; 69,4% Männer; durchschnittlich 51,3 Jahre alt). Als vorrangige Problempunkte wurden von den befragten Übungsleitern und Ärzten das derzeitige Abrechnungssystem der Kostenträger, die Motivation der Ärzte und der Mangel an qualifizierten Ärzten genannt.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
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Originalarbeit
Interdisziplinäre Schmerztherapie in der Orthopädischen Rehabilitation (ISOR) – eine Studie zur Inanspruchnahme und zu längerfristigen Ergebnissen eines multimodalen Behandlungsangebots für Patienten mit Schmerzsyndromen
Multidisciplinary treatment of chronic pain in orthopedic rehabilitation – a study on the utilization and longer-term outcome of a multimodal treatment approach for patients with pain syndromes
J. Schmidt, A. Zucker, K. Wöllstein, D. Kriz, M. Keck und R. Nübling
Price
42.00 $
Jahrgang 24 p. 132 - 150
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 24, Nr. 4/2012, S. 132–150
Interdisziplinäre Schmerztherapie in der Orthopädischen Rehabilitation (ISOR) – eine Studie zur Inanspruchnahme und zu längerfristigen Ergebnissen eines multimodalen Behandlungsangebots für Patienten mit Schmerzsyndromen
J. Schmidt1, A. Zucker2, K. Wöllstein2, D. Kriz1, M. Keck2 und R. Nübling1
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Drei-Burgen-Klinik, Bad Münster, und Reha-Kompetenzzentrum Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg
Untersucht wird ein multimodales, 5-wöchiges stationäres Behandlungsangebot einer orthopädischen Fachklinik (abgekürzt: ISOR-Maßnahme), das sich an Patienten mit Schmerzsyndromen richtet. Mittels eines SGPP-Designs wird überprüft, welche Patienten diese Maßnahme in Anspruch nehmen und welche längerfristigen Ergebnisse sich 1 Jahr nach Entlassung aus der Klinik zeigen. Von 248 Patienten (54% Männer, Durchschnittsalter: 49,9 Jahre) beteiligten sich 112 an einer schriftlichen Nachbefragung (Rücklaufquote: 45,2%). Die untersuchten 248 Patienten unterschieden sich in den Merkmalen Angst und Depression (gemessen mit HADS-D) bei Aufnahme sehr markant von „üblichen“ orthopädischen Patienten: Sie waren psychisch wesentlich auffälliger und waren mit Patienten psychosomatischer Fachkliniken vergleichbar. Mehrheitlich lag bei ihnen eine ausgeprägte Chronifizierung der Schmerzen vor. 1 Jahr nach Entlassung aus der Klinik berichteten knapp 50% der Patienten von einem deutlichen bzw. großen persönlichen Nutzen der Maßnahme. Im Vorher-Nachher-Vergleich (Aufnahme vs. Nachbefragung) ergaben sich auf Gesamtgruppenebene geringfügige bis mittlere Effektstärken im Sinne von Besserungen – allerdings keine positiven Effekte bei den psychischen Parametern (HADSScores). Insgesamt zeigen die patientenseitig berichteten Behandlungsergebnisse eine beträchtliche Variabilität. Während für eine Subgruppe der Patienten Erfolg versprechende Veränderungen objektiviert werden können, tut sich bei anderen wenig. Tatsächlich verbergen sich hinter den mittleren Effektstärken der Gesamtgruppe differenzielle Verläufe für Subgruppen der Patienten, die teilweise markant kontrastieren. Relativ kohärent kann beobachtet werden, dass stärker belastete/beeinträchtigte Patienten von der Maßnahme weniger profitieren als weniger belastete/beeinträchtigte Patienten. Auch scheinen das Bildungsniveau und Rentenvariablen (z.B. Rentenbegehren) die längerfristigen Behandlungsergebnisse mit zu beeinflussen. Diskutiert werden abschließend mögliche Konsequenzen der Befunde für die Weiterentwicklung des Konzepts.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Behandlungsergebnisse 1 Jahr nach stationärer psychosomatischer Rehabilitation
Treatment outcomes 1 year after inpatient psychosomatic rehabilitation
R. Nübling, J. Schmidt, W. Reichelt und D. Kriz
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 150 - 165
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 25, Nr. 4/2013, S. 150–165
Behandlungsergebnisse 1 Jahr nach stationärer psychosomatischer Rehabilitation
R. Nübling1, J. Schmidt1, W. Reichelt2 und D. Kriz1
1GfQG, Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen GbR, Karlsruhe, 2Klinikzentrum Lindenallee, Bad Schwalbach
Hintergrund: Die Verfügbarkeit aktueller Behandlungsergebnisse ist wesentlich für die Abbildung der Qualität einer Rehabilitationsklinik. Dabei sollte der Outcome immer auch in einem ausreichenden Abstand zur Behandlung gemessen werden (Katamnesen). Fragestellung: Ziel der Studie war eine erste Abschätzung der Behandlungsergebnisse der untersuchten psychosomatischen Klinik. Methodik: In die drei Messzeitpunkte (Aufnahme (A), Entlassung (E), 1-Jahres-Katamnese (K)) umfassende Evaluationsstudie wurden n = 224 konsekutive Patienten einbezogen, von denen sich 62% (n = 138) an der Nachbefragung beteiligt haben. Neben der klassischen indirekten Veränderungsmessung kam auch die direkte und quasi-indirekte Messvariante zum Einsatz. Erhoben wurden die Hamburger Module HEALTH-49 zu allen drei Messzeitpunkten im Sinne einer Statusmessung; darüber hinaus ein Katamnesefragebogen, über den ergänzend unter anderem gesundheits- sowie arbeitsbezogene bzw. gesundheitsökonomisch relevante Parameter (z.B. AU-Zeiten, Krankenhaustage, Arztbesuche) erfasst wurden. Fremdeinschätzungen seitens behandelnder oder nachbehandelnder Ärzte/Psychotherapeuten wurden nicht einbezogen. Ergebnisse: Diagnostisch handelte es sich vor allem um affektive Störungen (F3.x; 62%) und um neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F4.x; 26%), der Frauenanteil lag bei 73%; der Altersdurchschnitt betrug 51 Jahre (sd = 7,9), die durchschnittliche Behandlungsdauer 39,1 Tage. Ein Jahr nach Entlassung gaben ca. 62% an, dass die Maßnahme für sie einen deutlichen oder großen Nutzen hatte. Der Anteil der Patienten, die sich kaum oder gar nicht arbeitsfähig einschätzten, halbierte sich gegenüber dem Aufnahmezeitpunkt (von 76% auf 35%). Die aktuellen Krankschreibungen reduzierten sich um 76%, die Krankschreibungen bezogen auf die 12-Monats-Zeiträume vor und nach der Reha-Maßnahme um 69%. Die Reduktion bei den Arztbesuchen lag bei 49%, die der Zeiten in einem Krankenhaus bei 34%. Auf psychometrischer Ebene ergaben sich hohe Effektstärken, zum Beispiel für die Skala „Gesundheitliche Beschwerden“ (GBesc10, ES = 1,44). Im HEALTH-49 wurden sowohl beim A-Eals auch im A-K-Vergleich in 7 bzw. 8 Skalen mittlere bis hohe Effektstärken erreicht; sie lagen zwischen ES = 0,21 und ES = 1,19 (A vs. E) bzw. zwischen ES = –0,17 und ES = 0,96 (A vs. K).Correspondence to:
Dipl.-Psych. Dr. R. Nübling
GfQG, Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Die Davoser Outcome-Studie (DOS) – Ergebnisse stationärer pneumologischer und dermatologischer Heilbehandlungen im Spiegel wiederholter Nacherhebungen
The Davos Outcome Study (DOS) – results of pneumological inpatient treatments in the miroor of repeated follo-ups
J. Schmidt, U. Kaiser, D. Kriz und R. Nübling
Price
42.00 $
Jahrgang 26 p. 119 - 140
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 26, Nr. 4/2014, S. 119–140
Die Davoser Outcome-Studie (DOS) – Ergebnisse stationärer pneumologischer und dermatologischer Heilbehandlungen im Spiegel wiederholter Nacherhebungen
J. Schmidt1, U. Kaiser2, D. Kriz1 und R. Nübling1
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Hochgebirgsklinik Davos, Davos Wolfgang (Schweiz)
Hintergrund: Ziel der Davoser-Outcome- Studie (DOS) war es, die kurz- und längerfristigen Effekte stationärer Heilbehandlungen in der Hochgebirgsklinik Davos (Schweiz) zu untersuchen. Methodik: Die prospektive einarmige Beobachtungsstudie beinhaltete patientenseitig 5 schriftliche Datenerhebungen (Aufnahme, Entlassung, Nachbefragungen 6, 12 und 24 Monaten nach Entlassung) und arztseitig 2 Messungen (zu Beginn und am Ende der Intervention). Im Untersuchungszeitraum nahmen 61% der Neuaufnahmen an der Studie teil; die Erfassungsquoten bei den 3 Nacherhebungen lagen bei 80,4%, 73,4% und 65,8%. Stichprobe: Die Ausgangsstichprobe umfasste 896 Patienten mit unterschiedlichen pneumologischen (ca. 70%) und dermatologischen Diagnosen (ca. 30%). Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 49,1 Jahre, knapp 60% der Patienten waren Frauen, die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug 27,4 Tage. Bei den Patienten lag mehrheitlich eine ausgeprägte Chronifizierung der Beschwerden vor. Etwa 70% der Studienteilnehmer waren Erwerbspersonen. Kennzeichnend ist weiterhin ein eher höheres Bildungsniveau (44,3% hatten einen höheren Schulabschluss) und eine mittlere bis gehobene berufliche Stellung. Die Stichprobe kann als weitgehend repräsentativ für den Beobachtungszeitraum angesehen werden: Ergebnisse: Konstant über alle Messzeitpunkte hinweg zeigten sich bemerkenswert hohe patientenseitige Nutzenbewertungen der Heilbehandlung sowie eine konstant hohe Zufriedenheit mit der Behandlung. Bei Entlassung konnte eine beachtliche Besserung des gesundheitlichen Befindens (ES = 1,26) beobachtet werden, die sich im weiteren zeitlichen Verlauf zwar etwas abschwächte, 2 Jahre nach Entlassung aber noch eine gute Nachhaltigkeit zeigte (ES = 0,60). Mittels zielorientierter Ergebnismessung (ZOE nach Gerdes) konnten weiterhin nachhaltige Besserungen der Atem- und Hautbeschwerden festgestellt werden. Auch bei den überprüften indikativen Ergebnisparametern (1-Sekundenkapazität, spezifischer Atemwegswiderstand, PASI-Index und SCORAD-Index) waren bei Entlassung zum Teil imposante positive Veränderungen zu verzeichnen. Ebenso zeigten sich in Vorher-Nachher-Vergleichen auch Reduktionseffekte hinsichtlich der kostenrelevanten Merkmale Anzahl der Notarztrufe und Notfalleinlieferungen (im zweiten Jahr nach der Intervention waren Reduktionen von 54% bzw. 26% zu verzeichnen). Ein äußerst günstiges Bild konnte auch hinsichtlich der Return- to-work-Quoten beobachtet werden, die den Anteil der Patienten beziffern, die vor Beginn der Intervention berufstätig waren und auch noch 6, 12 und 24 Monate danach berufstätig sind (92,2% 1/2 Jahr nach Entlassung und 87,1% 2 Jahre nach Entlassung). Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass stationäre Heilbehandlungen in der Hochgebirgsklinik Davos – größtenteils Rehabilitationsmaßnahmen – zu moderaten bis deutlichen kurz- und längerfristigen Verbesserungen bei Patienten mit Atemwegserkrankungen und Hauterkrankungen führen. Die vorliegenden Resultate deuten eine zufriedenstellende Nachhaltigkeit der Effekte an, sie bestätigen frühere Evaluationsstudien in großem Maße. Abschließend wird die Studie unter methodischen Gesichtspunkten diskutiert.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Die „Reha-QM-Outcome-Studie“ des Qualitätsverbundes Gesundheit und der DRV Baden-Württemberg – Methodik und ausgewählte Ergebnisse
The “Rehabilitation-QM-Outcome- Study” of the Quality Network Health and the Regional German Pension Insurance (DRV) Baden-Wuerttemberg – methodology and selected results
R. Nübling, R. Kaluscha, G. Krischak, D. Kriz, J. Holstiege, H. Martin, G. Müller, J. Renzland, M. Reuss-Borst, J. Schmidt, U. Kaiser und E. Toepler
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 77 - 94
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 27, Nr. 3/2015, S. 77–94
Die „Reha-QM-Outcome-Studie“ des Qualitätsverbundes Gesundheit und der DRV Baden-Württemberg – Methodik und ausgewählte Ergebnisse
R. Nübling1, R. Kaluscha2, G. Krischak2, D. Kriz1, J. Holstiege2, H. Martin3, G. Müller4, J. Renzland5, M. Reuss-Borst6, J. Schmidt1, U. Kaiser7 und E. Toepler8
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen GfQG, Karlsruhe, 2Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm, 3DRV Baden-Württemberg, 4Schlossklinik Bad Buchau, 5Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau, 6Reha-Zentren der DRV Baden-Württemberg, 7Hochgebirgsklinik Davos, Schweiz, 8Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Hintergrund: Ziel der Reha-QM-Outcome- Studie ist die Überprüfung der Effektivität stationärer Heilbehandlungen auf der Basis von Befragungsdaten, Routinedaten der Rentenversicherung und von Qualitätskennzahlen der beteiligten Einrichtungen, sowie die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen diesen drei Datenbereichen. Methodik: Die Studie beinhaltet Selbstangaben der Patienten (schriftliche 1-Punkt-Nachbefragung 1 Jahr nach der Reha), Daten aus der Rehabilitations-Statistik-Datenbank (RSD) sowie Qualitätskennzahlen der Einrichtungen aus einem verbundinternen Kennzahlensystem. Stichprobe: Die Stichprobe umfasste n = 7.616 Versicherte der DRV Baden-Württemberg, die im Jahr 2011 in n = 21 Verbundkliniken behandelt wurden. An der katamnestischen Befragung beteiligten sich n = 4.161 dieser Rehabilitanden (Rücklaufquote 55%), RSD-Datensätze konnten für n = 3.720 Versicherte, die sich an der Katamnese beteiligten, eindeutig zugeordnet werden. Die Stichprobe kann als weitgehend repräsentativ für die Grundgesamtheit der ausgewählten Versicherten angesehen werden. Ergebnisse: Die Ergebnisse 1 Jahr nach stationärer Rehabilitation weisen trotz eher schwieriger Ausgangsbedingungen (gesundheitlich, sozialmedizinisch und beruflich deutlich belastete und in der Regel chronifizierte Patienten) in eine positive Richtung. Der Nutzen der Rehabilitation, die Zielerreichung und die Zufriedenheit mit dem Ergebnis werden positiv eingeschätzt. Die Prä-Post-Effektstärken der erhobenen Skalen liegen für die Gesamtstichprobe im mittleren Bereich (ES = 0,40 – 0,60), in einzelnen Indikationsbereichen (Psychosomatik) auch deutlich höher (ES = 1,2 für die Skala GB10). Die Return-to-Work-Quoten liegen zwischen 75% (Zeitpunktquote) und 83% (kumulative Zeitverlaufsquote). Die durchschnittliche Beitragszahlung aus Erwerbstätigkeit schwächt sich im ersten Jahr nach Rehabilitation insgesamt nur leicht ab, die subjektiven Patienteneinschätzungen korrespondieren dabei mit dieser gut. Auch hinsichtlich Qualitätskennzahlen ergeben sich deutliche Zusammenhänge mit der Rehabilitandenzufriedenheit und dem Reha-Erfolg. Folgerungen: Es lassen sich Potenziale für das interne Qualitätsmanagement und Impulse für Verbesserungsprozesse in den Kliniken ableiten. Die Einbeziehung aller drei Datenebenen offeriert einen neuen Blickwinkel und neue Analysemöglichkeiten. Eine gemeinsame Betrachtung der drei Datenebenen, wie in der Reha-QS-Outcome-Studie erstmals realisiert, hat sich als praktikabel erwiesen. Ziel einer mittelfristigen Implementierung der Methodik in die Routine ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Kliniken und belegendem Rehabilitationsträger im Sinne einer Win-Win-Situation.Correspondence to:
Dr. R. Nübling
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Wiederholte Qualitätskontrollen und Re-Zertifizierungen von Herzgruppen in Rheinland-Pfalz
Repeated quality checks and recertification of heart groups in Rhineland-Palatinate
J. Schmidt, R. Nübling, P. Ritter und M. Keck
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 128 - 140
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 27, Nr. 4/2015, S. 128–140
Wiederholte Qualitätskontrollen und Re-Zertifizierungen von Herzgruppen in Rheinland-Pfalz
J. Schmidt1, R. Nübling1, P. Ritter2 und M. Keck2
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG) GbR, Karlsruhe, 2Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz e.V., Koblenz
Seit über 10 Jahren verfügt Rheinland- Pfalz über eine flächendeckend qualitätsgesicherte Versorgung mit zertifizierten Herzgruppen. Als einer der ersten Trägerverbände hat der Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz 2001/2002 landesweite Überprüfungen von Herzgruppen vorgenommen und diese 5 und 10 Jahre später wiederholt. Die Ergebnisse der drei bisherigen Überprüfungs-Aktionen und der damit verbundenen Zertifizierungen bzw. Re-Zertifizierungen (ein Zertifikat wird bei Erfüllung der Anforderungen erteilt, gegebenenfalls auch nach Beseitigung zertifikatsrelevanter Beanstandungen) belegen, dass durch systematische Überprüfungen eine Verbesserung des Erfüllungsgrads definierter Qualitätsmerkmale initiiert und auch erreicht werden kann.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Psychische Komorbidität bei stationären Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten – Korrelate und Verlauf
Comorbid mental impairments in hospitalized patients with respiratory and lung diseases – correlates and time course
J. Schmidt, U. Kaiser, D. Kriz und R. Nübling
Price
42.00 $
Jahrgang 28 p. 85 - 101
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 28, Nr. 3/2016, S. 85-101
Psychische Komorbidität bei stationären Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten – Korrelate und Verlauf
J. Schmidt1, U. Kaiser1#2, D. Kriz1 und R. Nübling1
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Institut für sportmedizinische Prävention und Rehabilitation (ISPR), Mainz
Hintergrund: Chronisch kranke Menschen leiden häufig auch unter ernstzunehmenden, aber teilweise verdeckten psychischen Komorbiditäten. Diese korrelieren u.a. mit erhöhten Kosten für das Gesundheitssystem und weniger guten Behandlungsergebnissen. Studien zeigen, dass psychosoziale Belastungen bzw. psychische Komorbiditäten auch bei Patienten mit Lungen- und Atemwegserkrankungen weit verbreitet sind. Weniger untersucht ist allerdings die Frage, ob eine psychische Komorbidität bei der Behandlung adäquat berücksichtigt wird. Methoden und Fragestellungen: Aus einer prospektiven Beobachtungsstudie der Hochgebirgsklinik Davos (Schweiz) mit umfangreichen Datenerhebungen an 5 Messzeitpunkten (T1 = Aufnahme in die Klinik bis T5 = 2 Jahre nach Entlassung) wurden für diesen Beitrag N = 637 stationäre Patienten mit einer Hauptdiagnose aus dem ICD-10-Kapitel „Krankheiten des Atmungssystems“ herausgefiltert (durchschnittlich 50,4 Jahre alt, knapp 60% Frauen, größenteils Asthma-Patienten). Untersucht wurde auf der Grundlage eines Screenings mit dem Fragebogen HADS-D: 1. die Präalenzrate psychischer Auffäligkeit bei T1, 2. die Zusammenhäge zwischen Auffälligkeit und anderen patientenbezogenen Variablen, 3. die Korrespondenz der Auffäligkeit mit der Inanspruchnahme von Leistungen in der Klinik und die Quote der Inanspruchnahme einer psychologischen Intervention im engeren Sinne, 4. Unterschiede zwischen vier ex post facto gebildeten Patientengruppen und 5. die psychische Befindlichkeit der Patienten im zeitlichen Verlauf (5 Messzeitpunkte). Ergebnisse: 34,3% der untersuchten Patienten sind bei Aufnahme in die Klinik psychisch auffällig (entweder bezüglich Depressivität oder Angst oder beidem). Es zeigen sich deutliche Zusammenhänge dieser Auffälligkeit mit anderen Merkmalen (z.B. mit den IRES-24-Skalen „Reha-Status“und „Somatische Gesundheit“ mit allen SGRQ-Skalen und dem sozialmedizinischen Risikoindex SIBAR, wobei sich die Auffälligen jeweils belasteter schildern). Es kann weiterhin beobachtet werden, dass die initiale Auffälligkeit der Patienten unter dem Blickwinkel der Realisierung adäquater diagnostischer und therapeutischer Leistungen während der stationären Behandlung gut berücksichtigt wird: 79,2% der Auffälligen bzw. 90,8% der deutlich Auffälligen erhalten eine psychologische Maßahme im engeren Sinne (Psychotherapie/ psychologische Beratung und/oder Entspannungstherapie). Hierbei zeigt sich, dass sich die Nutzer einer psychologischen Intervention hinsichtlich der Merkmale Geschlecht, Alter, Art der Behandlung und Erwerbsstatus von den Nicht-Teilnehmern unterscheiden (jeweils höhere Anteile von Frauen, Reha-Patienten und Erwerbspersonen bei den Teilnehmern, die im Schnitt auch 6 –7 Jahre jüger sind). Differenziert man die Patienten aufgrund der beiden Dummy- Variablen „Auffälligkeit“und „Inanspruchnahme einer psychologischen Intervention“, zeigt sich zwischen den ex post facto gebildeten vier Gruppen eine Reihe von Unterschieden. Obwohl sich die Gruppen am Ende der stationären Behandlung nicht bedeutsam hinsichtlich Behandlungszufriedenheit und subjektiver Nutzenbewertung unterscheiden, können – sowohl auf Ebene der Selbstbeurteilung als auf Ebene der Arzturteile – Unterschiede bezüglich der wahrgenommenen Veränderungen beobachtet werden (die Nutzer psychologischer Maßahmen zeigen im Durchschnitt mehr positive Veränderungen). Gemessen an der IRES-24-Skala „Psychisches Befinden“ zeigt sich auch, dass sich die beobachtbaren Effektgrößen der HADS-Auffälligen mit bzw. ohne psychologische Intervention kurz- und längerfristig (d.h. bei Entlassung und 2 Jahre nach der Intervention) unterscheiden: Für die initial auffälligen Patienten mit psychologischer Intervention ergeben sich deutlich höhere Effekte (kurzfristig: ES = 1,02 vs. ES = 0,48; längerfristig: ES = 0,55 vs. ES = 0,29). Folgerungen: Herausforderung für die Praxis ist es, vorhandene psychische Komorbiditäten zu erkennen und ggf. gezielt möglichst adäquate Behandlungsmaßahmen einzuleiten. Wenngleich eine völlige Normalisierung gravierender Auffälligkeiten in der Versorgungspraxis kaum zu erwarten ist, liefert die Studie Anhaltspunkte dafür, dass adäquate psychologische Interventionen zu mittel- und lägerfristig besseren Outcomes beitragen können.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. Jürgen Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Routine-Assessment Psychosomatik (RAP) – Konzept, Implementierung und Ergebnisse eines Dokumentationssystems für die psychosomatische Rehabilitation
Routine Assessment Psychosomatic (RAP) – concept, implementation and results of a documentation system for psychosomatic rehabilitation
R. Nübling, J. Schmidt, D. Kriz, A. Kobelt und M. Bassler
Price
42.00 $
Jahrgang 30 (2018) p. 52 - 66
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 30, Nr. 2/2018, S. 52-66
Routine-Assessment Psychosomatik (RAP) – Konzept, Implementierung und Ergebnisse eines Dokumentationssystems für die psychosomatische Rehabilitation
R. Nübling1, J. Schmidt1, D. Kriz1, A. Kobelt2#3 und M. Bassler4#5
1GfQG Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen, Karlsruhe, 2DRV Braunschweig-Hannover, Laatzen, 3Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation (ZKPR), Universität Bremen, 4Rehazentrum Oberharz, Schwerpunktklinik für Psychosomatik, Clausthal-Zellerfeld, 5ISRV – Institut für Sozialmedizin, Rehabilitationswissenschaften und Versorgungsforschung, Hochschule Nordhausen
Mit dem Routine-Assessment Psychosomatik (RAP) wird ein neues Dokumentationssystem vorgestellt, welches für die psychosomatische Rehabilitation konzipiert wurde. Eine PC-basierte Form wurde an einer Stichprobe von etwa 10.000 Patienten in zwei Fachkliniken der DRV Braunschweig- Hannover eingeführt und erprobt. Insgesamt wurde das System von den Patienten und Therapeuten gut angenommen. Es zeigte sich weiterhin, dass die Daten für die individuelle Therapieplanung und Ergebnismessung (z.B. Entlassungsbericht) in den Kliniken gut genutzt werden können. Ergebnisse zur Aufnahmesituation, zu den Behandlungen und zu den kurzfristigen Outcomes werden berichtet.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. Rüdiger Nübling
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstraße 1
76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Kenntnisse von Herzgruppen-Teilnehmern über Risikofaktoren, Notfälle, Notrufeinrichtungen und Zuständigkeiten – Ergebnisse der KZEN-Folgestudie in Rheinland-Pfalz
Knowledge of risk factors, emergencies, emergency call facilities, and responsibilities among heart group participants – Results of the KZEN follow-up study in Rhineland-Palatinate
J. Schmidt, B. Haaff, T. Luiz, M. Keck und R. Nübling
Price
42.00 $
Jahrgang 32 (2020) p. 56 - 75
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 32, Nr. 2/2020, S. 56-75
Kenntnisse von Herzgruppen-Teilnehmern über Risikofaktoren, Notfälle, Notrufeinrichtungen und Zuständigkeiten – Ergebnisse der KZEN-Folgestudie in Rheinland-Pfalz
J. Schmidt1, B. Haaff2, T. Luiz3, M. Keck4 und R. Nübling1
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen GbR (GfQG), Karlsruhe, 2Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, Westpfalz-Klinikum GmbH, Kaiserslautern,
3Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin 1, Westpfalz-Klinikum GmbH,
Kaiserslautern, 4Landesverband für Prävention und Rehabilitation Rheinland-Pfalz
e.V., Koblenz
Hintergrund: Verschiedene Studien zeigen, dass der Wissensstand der Bevölkerung bezüglich kardiovaskulärer Erkrankungen und kardiovaskulärer Notfälle unzureichend ist. Die sogenannte KZEN-Studie [1] an einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe der Westpfalz machte deutlich, dass großen Teilen der befragten Personen Notrufnummern und die Zuständigkeiten bei Notfällen unbekannt und das Wissen um typische Notfallsymptome mangelhaft war.
Methodik und Fragestellung: Die Ergebnisse der KZEN-Studie sowie weitere Wissensparameter wurden an einem für kardiovaskuläre Erkrankungen hochprävalenten Kollektiv (Herzgruppen-Teilnehmer) mittels einer Fragebogenstudie überprüft. Eine Annahme bestand darin, dass dieses Kollektiv bessere Kenntnisse zeigen sollte.
Ergebnisse: Die Notrufnummer des Rettungsdienstes 112 (Euronotruf) war den Herzgruppen-Teilnehmern deutlich bekannter als der Allgemeinbevölkerung (60 – 65% vs. 30%). Je nach Berechnung konnten etwa 15 – 25% der Befragten kein einziges Leitsymptom eines Herzinfarktes und etwa 31 – 41% kein einziges Leitsymptom eines Schlaganfalls korrekt benennen. In vorgegebenen Fallbeispielen hätten 95% der Befragten bei einem Kreislaufstillstand den Rettungsdienst alarmiert, bei einem Myorkadinfarkt (ACS) war das bei 78% und bei einem Schlaganfall bei 86% der Fall. Es zeigte sich weiterhin, dass etwa 34 – 48% der Teilnehmer keinen einzigen Risikofaktor der koronaren Herzerkrankung korrekt benennen konnten. Etliche Risikofaktoren wurden von weniger als 10% bzw. von weniger als 5% genannt. 63% der Befragten meinten, dass es einen LDL-Zielwert gäbe. Die genannten Zielwerte machten jedoch deutlich, dass dieses vermeintliche Wissen mehrheitlich eher fehlerhaft war. Der 2017 gültige LDL-Zielwert für Hochrisiko-Patienten (< 70 mg/dl) wurde nur von etwa 14% der „Wissenden“ genannt. Die ermittelten Kenntnisstände wurden teilweise von demographischen und krankheitsbezogenen Merkmalen der Teilnehmer beeinflusst (zum Beispiel Geschlecht, Alter, Bildung, kardiovaskuläre Ereignisse in der Vorgeschichte).
Schlussfolgerung: Die Annahme, dass der Kenntnisstand der Herzgruppen-Teilnehmer besser als derjenige der Normalbevölkerung ist, trifft nur teilweise zu. Auch bei Herzgruppen-Teilnehmern zeigen sich deutliche Wissensdefizite, die zwar zum Beispiel bei Notrufnummern geringer ausfallen als in der Allgemeinbevölkerung, in anderen Bereichen – etwa Kenntnis der Leitsymptome kardiovaskulärer Notfälle oder der Häufigkeit „richtiger“ Reaktionen in Notfallsituationen – jedoch ähnlich defizitär ausgeprägt sind wie in der Normalbevölkerung. Angesichts der Bedeutung des Risikofaktorwissens, der Kenntnis der Leitsymptome kardiovaskulärer Ereignisse und des Handlungswissens in Notfallsituationen muss die Effektivität und die Nachhaltigkeit der Aufklärungs- und Schulungsmaßnahmen, die in der ambulanten Versorgung, in der kardiologischen Rehabilitation, in der Betreuung von Herzgruppen und in der allgemeinen Prävention zur Anwendung kommen, kritisch hinterfragt werden.Correspondence to:
Dr. Jürgen Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG) GbR
Wendtstr. 1
76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Original
Outcome medizinischer Rehabilitation – Methodik und allgemeine Ergebnisse der Reha-QM-Outcome-Studie II (Requamo II) auf der Basis von Patient Reported Outcomes
Outcome of medical rehabilitation – Methodology and general results of the Reha-QM-Outcome-Study II (Requamo II) on the basis of Patient Reported Outcomes
R. Nübling, J. Schmidt, U. Kaiser, J. Henn, R. Kaluscha und E. Toepler; für die Requamo-II-Forschungsgruppe
Price
42.00 $
Jahrgang 33 (2021) p. 48 - 65
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 33, Nr. 2/2021, S. 48-65
Outcome medizinischer Rehabilitation – Methodik und allgemeine Ergebnisse der Reha-QM-Outcome-Studie II (Requamo II) auf der Basis von Patient Reported Outcomes
R. Nübling1, J. Schmidt1, U. Kaiser1, J. Henn1, R. Kaluscha2 und E. Toepler3; für die Requamo-II-Forschungsgruppe*
1GfQG Karlsruhe, 2Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm (ifr), 3Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Hintergrund: Die primären Zielsetzungen der Requamo-II-Studie liegen in der Überprüfung der Effektivität stationärer Rehabilitation und der Entwicklung eines Outcome-Index, der die Vielschichtigkeit des Outcomes auf der Basis einzelner Ergebnisaspekte abbilden soll. Die vorliegende Arbeit fokussiert die Methodik der Studie sowie Patienten-/Rehabilitandenperspektive im Sinne von Patient Reported Outcomes (PROs).
Methodik: Die Studie beinhaltet Selbstangaben der Rehabilitanden (schriftliche 1-Punkt-Nachbefragung 1 Jahr nach der Reha), Daten aus der Rehabilitations-Statistik-Datenbank (RSD) sowie Qualitätskennzahlen der Einrichtungen aus der externen QS der DRV.
Stichprobe: Die Ausgangsstichprobe umfasst n = 15.871 Versicherte der Deutschen Rentenversicherungen Baden-Württemberg (n = 7.219), Braunschweig-Hannover (n = 5.300) und Nordbayern (n = 3.352), die im ersten Halbjahr 2017 in n = 41 Verbundkliniken behandelt wurden. An der katamnestischen Befragung beteiligten sich n = 7.870 Rehabilitanden (Rücklaufquote 51%). Merkmale der Stichprobe: 61% männlich, Durchschnittsalter 54 Jahre (SD = 8), 55% Hauptschulabschluss, Reha-Dauer durchschnittlich 3,6 Wochen (SD = 1,0); Indikationsgruppen: 39% Orthopädie, 16% Kardiologie, 14% Onkologie, 10% Psychosomatik. Die Stichprobe ist weitgehend repräsentativ für die für die Studie ausgewählten Versicherten.
Ergebnisse: 52% der Rehabilitanden geben an, ihre persönlichen Ziele in der Reha „vollständig“ oder „größtenteils“, weitere 28% „teilweise“ erreicht zu haben, über 70% der Rehabilitanden bewerten den Nutzen der Reha positiv. Die Return-to-Work-Quote liegt für die Gesamtgruppe zwischen 79% (Zeitpunktquote) und 85% (kumulative Zeitverlaufsquote). Die mittlere Rehabilitandenzufriedenheit (ZUF8) beträgt M = 25,1 (SD = 4,9). Die berufliche Schwerpunktsetzung der Reha wird überwiegend positiv bewertet (M = 59 Qualitätspunkte) bei einer allerdings großen Streuung (SD = 25,5). Der Nutzen der Reha für Arbeit und Beruf wird etwas kritischer gesehen (M = 55 Qualitätspunkte, SD = 23,7). Die Prä-Post-Effektstärken der Skalen liegen zwischen d = 0,39 und d = 0,72. Es zeigten sich substanzielle Zusammenhänge der PROs mit den Sozialversicherungsbeiträgen. Darüber hinaus werden multiple Ergebniskriterien im Sinne eines Outcome-Index vorgestellt.
*Sarah Leinberger, Tivadar Buzasi (ifr Ulm/ Bad Buchau), Dr. Norbert Hemken (Kurbetriebsgesellschaft Bad Zwischenahn mbH), Jessica Henn (GfQG), Dr. Udo Kaiser (GfQG), Dr. Rainer Kaluscha (ifr Ulm/Bad Buchau), Melanie Kirchner (DRV Nordbayern), Prof. Dr. Axel Kobelt (DRV Braunschweig- Hannover), Dr. David Kriz (GfQG), Sarah Leinberger (ifr Ulm/Bad Buchau), Heike Martin (DRV Baden-Württemberg), Dr. Rüdiger Nübling (GfQG), Hannah Nock (SAMA), Kristin Repert-Ristow (DRV Baden-Württemberg), Dr. Katharina Roth (DRV Nordbayern), Dr. Jürgen Schmidt (GfQG), Prof. Dr. Edwin Toepler (SAMA Stuttgart/Hochschule Bonn-Rhein-Sieg), Olaf Werner (Klinikzentralverwaltung Bad Rappenau)Correspondence to:
Dr. Rüdiger Nübling
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstr. 1
76185 Karlsruhe
www.gfqg.de
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Original
Outcome medizinischer Rehabilitation im Spiegel multipler Ergebniskriterien – Konzept und Gütekriterien
Outcome of medical rehabilitation in the mirror of multiple outcome criteria – concept and quality criteria
J. Schmidt, R. Nübling und U. Kaiser; für die Requamo-II-Forschungsgruppe
Price
42.00 $
Jahrgang 33 (2021) p. 123 - 144
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 33, Nr. 4/2021, S. 123-144
Outcome medizinischer Rehabilitation im Spiegel multipler Ergebniskriterien – Konzept und Gütekriterien
J. Schmidt, R. Nübling und U. Kaiser; für die Requamo-II-Forschungsgruppe
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen, Karlsruhe
Hintergrund und Zielsetzung: Die adäquate Messung des Outcome ist nach wie vor eine zentrale Herausforderung für Forschung und Qualitätssicherung in der Rehabilitation. Im Rahmen der multizentrischen Requamo-II-Studie mit 41 Rehakliniken sollte auf Basis von PRO-Daten („Patient Reported Outcomes“) ein multiples Ergebniskriterium (Multiple Outcome Criterion; MOC) entwickelt und überprüft werden, das geeignet ist, auf einfache Weise und indikationsübergreifend die längerfristige Ergebnisqualität (EQ) abzubilden
Material und Methoden: Aus dem Pool einer schriftlichen Nachbefragung von N = 7.870 Rehabilitanden1 12 Monate nach stationärer Reha wurden 27 singuläre Ergebniskriterien (Single Outcome Criteria; SOCs) ausgewählt. Die jeweiligen Status- oder Veränderungsinformationen wurden hinsichtlich ihrer EQ-Ausprägung mittels zweier Scoring-Varianten (mehrstufig, dichotom) bewertet, die resultierenden 27 SOC-Werte anschließend zu zwei MOCs aufsummiert. Überprüft wurden Verteilungsform, interne Konsistenz, faktorielle Struktur und konkurrente Validität der MOC-Skalenwerte sowie auch gekürzte MOC-Varianten. Zur Validierung der MOCs wurden Variablen aus der Nachbefragung und Daten aus der Reha-Statistik-Datenbank (z. B. SV-Beitragszahlungen vor und nach der Reha) herangezogen.
Ergebnisse: Die ausgewählten SOCs wurden in einer Expertenbefragung als relevant eingestuft. Die beiden MOCs zeigten unterschiedliche Verteilungsformen, korrelierten aber mit r = 0,96 sehr hoch miteinander. Die interne Konsistenz der beiden Skalen lag bei α = 0,89. Faktorenanalysen der 27 SOCs ergaben 3 – 6 Faktoren, wobei eine 3-Komponenten-Lösung mit 17 bzw. 13 SOCs am besten interpretierbar erschien. Konfirmatorische Analysen ergaben zufriedenstellende Model Fits. Alle MOCs korrelierten erwartungsgemäß hoch mit Veränderungs- und Statusinformationen aus der Nachbefragung. Bedeutsame Zusammenhänge in moderater Höhe zeigten sich auch zu einigen RSD-Daten, so hatten z. B. die MOC-Subskalen auf Ebene der Rehabilitanden und auf Ebene der Fachabteilungen regressionsanalytisch einen hohen Erklärungswert (36 bzw. 64%) für die Beitragszahlungen im Jahr nach der Reha.
Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass auf der Basis von PRO-Daten aussagekräftige multiple Ergebniskriterien zur Messung der längerfristigen EQ stationärer Rehabilitationsmaßnahmen konstruiert werden können. Aufgrund ihrer Praktikabilität, Reliabilität und Validität können risikoadjustierte MOCs eine geeignete Grundlage für Einrichtungsvergleiche sein.
1Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung wird im folgenden Text bei Substantiven die männliche Form verwendet. Die jeweiligen Begriffe gelten jedoch für alle Geschlechterkategorien entsprechend.Correspondence to:
Dr. Jürgen Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG) GbR
Wendtstr. 1
76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Medizinisch-berufliche Orientierung der Rehabilitation aus Rehabilitandensicht – Testmethodische Untersuchung und Validierung des MBOR-R
The work orientation in medical rehabilitation from the patient´s view – Analyses of the test quality of the MBOR-R questionnaire
R. Nübling1, W. Bürger, J. Henn und M. Streibelt
Price
42.00 $
Jahrgang 34 (2022) p. 1 - 18
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 34, Nr. 1/2022, S. 1-18
Medizinisch-berufliche Orientierung der Rehabilitation aus Rehabilitandensicht – Testmethodische Untersuchung und Validierung des MBOR-R
R. Nübling1, W. Bürger2, J. Henn1 und M. Streibelt3
1GfQG Karlsruhe, 2fbg Karlsruhe, 3Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin
Hintergrund: Mit dem MBOR-R wurde in einer Vorstudie ein standardisiertes Instrument zur Einschätzung des erwerbsbezogenen Angebots der Medizinischen Rehabilitation vor dem Hintergrund des MBOR-Stufenmodells aus Sicht der Rehabilitanden entwickelt. In einer zweiten Studienphase sollte der MBOR-R an einer größeren Stichprobe testmethodisch geprüft und validiert werden.
Material und Methoden: Der 30 Items umfassende Fragebogen wurde einmalig (ohne Erinnerung) in zwei Versionen unter Einschluss weiterer, v. a. für die Validierung relevanter Skalen/Parameter an DRV-Bund-Versicherte ca. ein halbes Jahr nach der Reha versandt. Methodisch handelt es sich um eine Ein-Punkt-Messung mit z. T. retrospektiver Erfassung des Prä-Zustandes.
Stichprobe: Ca. 35.000 Versicherte unterschiedlicher Indikationen wurden einbezogen. Der MBOR-R-Rücklauf lag bei knapp 30% bzw. etwas mehr als 10.000. In Ergänzung wurden die Versichertendaten der Rehabilitations-Statistik-Datenbank (RSD) einbezogen.
Ergebnisse: Die in der Studienphase I ermittelte bzw. präferierte faktorielle Struktur des MBOR-R mit sieben Skalen (arbeits-/berufsbezogene Diagnostik, erwerbsbezogene Therapieziel-/Behandlungsplanung, Therapieangebote, Entlassvorbereitung, Einschätzung des Erwerbsbezugs der Reha sowie ihres Nutzens für Arbeit/Beruf, Organisation/Teamarbeit) und zwei Subskalen (Therapie-Basis- und Spezialangebote) konnten weitgehend, sowohl explorativ (EFA) als auch konfirmatorisch (CFA) bestätigt werden. Die Skalen zeigten sich, wie in der ersten Phase robust gegenüber Ausgangsmerkmalen der Rehabilitanden (u. a. Geschlecht, Alter, Bildung, beruflicher Status) und können gut zwischen Indikationsgruppen oder durchgeführten MBOR-Maßnahmen unterscheiden. Auch fanden sich einige substantielle Zusammenhänge mit Outcomes (prognostische Validität) und es können Kliniken anhand eines MBOR-Profils unterschieden werden. Die MBOR-R-Rückmeldungen können damit gut von Rehabilitationseinrichtungen und -trägern auch zur Optimierung von MBOR-Konzepten und -Behandlungsangeboten herangezogen werden. Weitere Validierungen könnten im Rahmen prospektiver und auf klassischen Mehrpunktmessungen basierenden Studien erfolgen.Correspondence to:
Dr. Rüdiger Nübling
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstraße 1
76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Original
Psychosomatische Rehabilitation in Pandemiezeiten: Eine multiperspektivische Bewertung von Corona-bedingten Maßnahmen und deren Zusammenhänge mit zentralen Outcome-Parametern, der Rehabilitanden Zufriedenheit und dem Reha-Erfolg
Psychosomatic rehabilitation in pandemic times: A multi-perspective assessment of COVID-related measures and their associations with key outcome parameters, rehabilitation satisfaction, and rehabilitation success
U. Kaiser, R. Nübling, J. Schmidt, J. Jorkowski, A. Geier und M. Reuß-Borst
Price
42.00 $
Jahrgang 34 (2022) p. 81 - 99
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 34, Nr. 3/2022, S. 81-99
Psychosomatische Rehabilitation in Pandemiezeiten: Eine multiperspektivische Bewertung von Corona-bedingten Maßnahmen und deren Zusammenhänge mit zentralen Outcome-Parametern, der Rehabilitanden Zufriedenheit und dem Reha-Erfolg
U. Kaiser1, R. Nübling1, J. Schmidt1, J. Jorkowski1, A. Geier2 und M. Reuß-Borst2
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen, Karlsruhe, 2Kliniken Bad Bocklet AG
Hintergrund: Die SARS-CoV-2-Pandemie stellt eine globale Krise mit massiven Auswirkungen auf alle gesellschaftlichen Bereiche wie den Arbeitsmarkt, die Systeme zur sozialen Sicherung oder auch der gesundheitlichen Versorgung dar. Sie stellt eine komplexe Belastungssituation dar, die an kaum einem Menschen spurlos vorüber geht. In der Folge lässt sich seit Beginn der Pandemie eine deutliche Zunahme von psychischen Belastungen bzw. Erkrankungen beobachten. Die Corona-Pandemie hat die Rehabilitation im Frühjahr 2020 nahezu lahmgelegt. Bei den Anträgen auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation ist im Vergleich des jeweils 1. Quartals 2019 mit 2021 (kumuliert) für 2021 ein Rückgang um –32,8% zu verzeichnen (Gesamt 2020 zu 2019: –14,2%). Für die Kliniken stellt sich die zentrale und überlebenswichtige Frage, unter welchen Bedingungen auch in Pandemiezeiten Rehabilitationsmaßnahmen sicher und erfolgreich durchgeführt werden können. Hierzu zählt auch das Vertrauen der potenziellen Rehabilitanden, der Zuweiser und auch der Mitarbeitenden in die von den Kliniken getroffenen strukturellen und prozessualen Maßnahmen.
Methodik: Mit der Studie sollen die Auswirkungen und die Bewältigungsversuche der Pandemie in der medizinischen Rehabilitation aus unterschiedlicher Perspektive beleuchtet und Hinweise für die Routineversorgung im „Corona-Normalbetrieb“ gegeben werden. Im Fokus stehen eine vergleichende Analyse der Ergebnisse der Routinebefragung im Zeitraum Oktober 2019 bis Juni 2020, Interviews mit der Leitungsebene der Klinik sowie eine katamnestische Nachbefragung von Rehabilitanden, die im Zeitraum Januar bis September 2020 in der Klinik eine psychosomatische Rehabilitationsmaßnahme absolviert haben.
Ergebnisse: Die Interviews der Leitungsebene und die Analyse des Sicherheitskonzepts ergibt, dass in der Klinik bereits sehr früh ein Krisenstab installiert und ein Konzept zur Sicherheit etabliert wurde, was bei allen Beteiligten auf eine hohe Akzeptanz stößt und zu einem Gefühl der Sicherheit beiträgt. Der Vergleich der Routinebefragung zeigt, dass die Reha bis auf Einzelfälle planmäßig durchgeführt und beendet werden konnte. In den meisten Bereichen haben sich die Bewertungen im Vergleich zum 4. Quartal 2019 im 1. Halbjahr 2020 sogar verbessert. Die Ergebnisse der katamnestischen Befragung bestätigen die aus der Routinebefragung. Die Rehabilitanden wiesen im Zeitraum vor Aufnahme ausgeprägte psychosomatische und teilhabebezogene Einschränkungen auf. Bei den Sorgen und Ängsten hinsichtlich der Corona-Situation geben jeweils knapp die Hälfte aller Befragten starke oder sehr starke Ängste an. Im Vordergrund stehen dabei Ängste, dass eine nahestehende Person sich infizieren oder sterben könnte. Die Sicherheitsmaßnahmen der Klinik in Bezug auf Hygiene und angepasste Strukturen und Prozesse werden von rund 3/4 der Befragten positiv beurteilt. Dies bestätigen auch die Ergebnisse der untersuchten Outcome-Parameter. Bei rund 3/4 der Befragten konnten die persönlichen Therapieziele erreicht werden. Positive Veränderungen ergaben sich u. a. in Bezug auf das gesundheitliche Befinden, die gesundheitlichen Beschwerden, die Angst- und Depressionssymptomatik, die globale Gesundheit oder bei der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit. Die RTW-Quoten liegen bei 71% (Zeitpunktmethode) bzw. 81% (kumulativer Zeitverlauf). Der Nutzen der Rehamaßnahme wird von 73% der Befragten als hoch bewertet. Dies gilt auch für die Behandlungszufriedenheit. Es zeigen sich substanzielle Einflüsse der Reha-Motivation, der Aufnahmezeiträume und der Wahrnehmung und Bewertung der Corona-Maßnahmen in der Klinik auf wesentliche Outcome Parameter. Diese Ergebnisse unterstreichen die Rolle von geeigneten, auf die aktuelle Gefahrenlage angepassten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass es der Klinik schon zu Beginn der Pandemie gelungen ist, geeignete Maßnahmen umzusetzen, diese entsprechend zu kommunizieren und zu leben. Zudem lassen sie den Schluss zu, dass unter geeigneten Sicherheits- und Hygienebedingungen Reha-Maßnahmen auch in Pandemiezeiten sicher durchgeführt werden können und auch nach einem Jahr noch stabile Effekte in wesentlichen Zielkriterien der medizinischen Rehabilitation aufweisen.Correspondence to:
Dr. Udo Kaiser
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstr. 1
76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Original
Externe und interne Rehabilitandenbefragung im Kontext der aktuellen qualitätsorientierten Einrichtungsauswahl
External and internal rehabilitation patient survey in the context of current quality- oriented occupancy management
R. Nübling, U. Kaiser und J. Schmidt
Price
42.00 $
Jahrgang 36 (2024) p. 85 - 96
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 36, Nr. 3/2024, S. 85-96
Externe und interne Rehabilitandenbefragung im Kontext der aktuellen qualitätsorientierten Einrichtungsauswahl
R. Nübling, U. Kaiser und J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen Karlsruhe
Hintergrund: Rehabilitandenbefragungen sind Input für das klinikinterne Qualitätsmanagement und Grundlage für die Evaluation und Steuerung qualitätsrelevanter Prozesse. Seit Juli 2023 ist die neue qualitätsorientierte Einrichtungsauswahl der Deutschen Rentenversicherung in Kraft, in der Reha-Zufriedenheit und Reha-Erfolg einen hohen Stellenwert haben. Umso bedeutsamer wird es für Kliniken, diese beiden Qualitätsdimensionen über klinik- und/oder trägerinterne Befragungen kontinuierlich zu verfolgen. Entscheidend für das Monitoring ist dabei, dass die intern ermittelten Kennwerte mit den externen möglichst hoch korrelieren, d. h. einen Vorhersagewert haben und möglichst zeitnah zur Verfügung stehen.
Methodik: Im vorliegenden Beitrag werden interne und externe Befragung verglichen. Grundlage sind Qualitätsdaten einer kontinuierlichen internen Befragung aus dem Jahr 2021 von n = 122 Abteilungen bzw. 75 Kliniken mit ca. 100.000 Rehabilitanden, die den auf der neuen DRV-Plattform www.meine-rehabilitation.de publizierten Ergebnissen zur externen QS (Daten aus 2021) gegenübergestellt werden. Zur Überprüfung der Übereinstimmung wurden die Mittelwerte je Klinik/Abteilung für Reha-Zufriedenheit (Skala ZUF8) und Reha-Erfolg (Skala BESS) der internen Befragung sowie die auf der DRV-Plattform verfügbaren Qualitätsparameter Gesamtqualität, Reha-Zufriedenheit, Reha-Erfolg, Reha-Therapiestandards, Therapeutische Versorgung und Peer-Review in eine Datenbank eingelesen. Zusätzlich wurden mit den Daten der internen Befragung die beiden externen Parameter Reha-Zufriedenheit und -Erfolg nachgebildet. Berechnet wurden Rangkorrelationen nach Spearman sowie Mittelwertsunterschiede (t-Tests für unabhängige Stichproben).
Ergebnisse: Die mittlere Rücklaufquote liegt für die interne Befragung bei ca. 80%, für die externe DRV-Befragung werden für 2021 ca. 56% berichtet. Sowohl für Reha-Zufriedenheit sowie auch für Reha-Erfolg ergeben sich trotz der unterschiedlichen Messzeitpunkte Pearson-Rang-Korrelationen um r = 0,60. Die Zusammenhänge der nachgebildeten Parameter mit denen der externen Befragung sind dabei etwas höher, insbesondere für den Reha-Erfolg. Die Mittelwerte in Qualitätspunkten unterscheiden sich signifikant.
Schlussfolgerung: Obwohl die beiden Befragungen methodisch nur partiell vergleichbar sind (extern: Stichprobenerhebung 8 – 12 Wochen nach Reha-Ende, nur Versicherte des federführenden Belegers, Ergebnisrückmeldung ca. 1 – 1 1/2 Jahre nach Datenerhebung/intern: Vollerhebung Reha-Ende, Rückmeldung ca. 4 – 6 Wochen nach Quartals-/Jahresende), stimmen die wichtigen Qualitätsparameter Reha-Zufriedenheit und -Erfolg in hohem Maße überein. Interne und externe Patientenbefragung sind keine Alternativen, sondern können sich gut ergänzen. Der hohe Zusammenhang zwischen den beiden Befragungsformen legt nahe, dass Kliniken auf der Basis der hier eingesetzten fortlaufenden internen Befragung sehr gut ihre Ergebnisse in der belegungsrelevanten externen DRV-Befragung „vorhersehen“ und damit ggf. zeitnah Verbesserungen einleiten können.Correspondence to:
Dr. Rüdiger Nübling
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstr. 1
76185 Karlsruhe
Email: [email protected]