Originalarbeit
Nierenfunktion, Wirksamkeit und Sicherheit nach später Umstellung von Calcineurininhibitoren auf Everolimus bei Patienten nach Nierentransplantation: die randomisierte APOLLO-Studie
Renal, efficacy and safety outcomes following late conversion of kidney transplant patients from calcineurin inhibitor therapy to everolimus: the randomized APOLLO study
K. Budde, T. Rath, C. Sommerer, H. Haller, P. Reinke, O. Witzke, B. Suwelack, D. Baeumer, C. May, M. Porstner und W. Arns für die APOLLO Study Group
Price
42.00 $
Jahrgang 45 p. 145 - 156
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 45, Nr. 4/2016, S. 145-156
Nierenfunktion, Wirksamkeit und Sicherheit nach später Umstellung von Calcineurininhibitoren auf Everolimus bei Patienten nach Nierentransplantation: die randomisierte APOLLO-Studie
K. Budde1, T. Rath2, C. Sommerer3, H. Haller4, P. Reinke5, O. Witzke6, B. Suwelack7, D. Baeumer8, C. May8, M. Porstner8 und W. Arns9 für die APOLLO Study Group10
1Nephrologische Poliklinik, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Berlin, 2Innere Medizin, Nephrologie, Transplantationsmedizin Westpfalz-Klinikum, Kaiserslautern, 3Nierenzentrum Heidelberg, Universitätsklinikum Heidelberg, 4Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Medizinische Hochschule Hannover, 5Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow, Berlin, 6Klinikum für Nephrologie, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-Essen, Essen, 7Medizinische Klinik D, Transplantationsnephrologie, Universitätsklinikum Münster, 8Novartis Pharma GmbH, Nürnberg, 9Nephrologie, Medizinische Klinik Köln-Merheim, 10APOLLO Study Group
Zielsetzung: Hauptziel der Studie war es zu zeigen, dass bei nierentransplantierten Patienten in der Erhaltungstherapie die Nierenfunktion, basierend auf der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR), im Monat 12 nach der Umstellung von Calcineurininhibitoren (CNI) auf Everolimus besser ist als bei Patienten, die im Standard- CNI-Regime belassen wurden. Material und Methoden: Die APOLLO-Studie war eine unverblindete, 12-monatige, prospektive Multicenterstudie mit 93 Nierentransplantatempfängern unter Erhaltungstherapie. Die Teilnehmer wurden randomisiert entweder von CNI auf Everolimus umgestellt (n = 46) oder in der standardmäßig CNI-basierten Immunsuppression belassen (n = 47). Der primäre Endpunkt war die eGFR (Nankivell- Formel) 12 Monate nach Randomisierung. Da die Rekrutierung für die Studie zu langsam verlief, wurde sie vorzeitig beendet, wodurch eine verringerte statistische Power gegeben war. Ergebnisse: Im Mittel waren Patienten der Everolimus-Gruppe zum Zeitpunkt der Randomisierung 83,5 Monate post Transplantation, in der CNI-Gruppe 70,1 Monate post Transplantation. Die adjustierten eGFR-Werte (Nankivell) lagen im Monat 12 bei 61,6 (95% KI: 58,1; 65,1) ml/ min/1,73 m2 unter Everolimus und bei 58,8 (95% KI: 55,2; 62,3) ml/min/1,73 m2 unter CNI, woraus eine Differenz von 2,8 (95% KI: –1,0; 6,7) ml/min/1,73 m2 (p = 0,145) resultierte. Unter Verwendung der MDRD-Formel (Modification of Diet in Renal Disease) war die adjustierte eGFR im Monat 12 unter Everolimus signifikant höher (p = 0,030). In der Subpopulation, bei der die Studienmedikation beibehalten wurde (n = 52), betrug die Differenz der adjustierten eGFR-Änderung gemessen ab Randomisierung 6,6 (95% KI: 1,5; 11,6) ml/min/1,73 m2 (p = 0,013) zugunsten von Everolimus. Es traten keine bioptisch gesicherten akuten Abstoßungsreaktionen und keine Transplantatverluste auf. Bei 32,6% der Patienten unter Everolimus und 10,6% der Patienten unter CNI führten unerwünschte Ereignisse zum Studienabbruch. Schlussfolgerungen: Eine Umstellung von CNI auf Everolimus zum Erhalt der Nierenfunktion kann auch noch einige Jahre nach einer Nierentransplantation in Betracht gezogen werden und beeinträchtigt die Wirksamkeit der Immunsuppression nicht.
Erstpublikation der englischen Fassung in Clinical Nephrology Band 83, Nr. 1/2015, S. 11-21Correspondence to:
Dr. med. Wolfgang Arns
Nephrologie Medizinische Klinik
Kliniken der Stadt Köln GmbH
Ostmerheimer Straße 200
51109 Köln
Email: [email protected]
Originalarbeit
Frühe Umstellung von Cyclosporin auf Everolimus nach Lebendnierentransplantation: 5 Jahresdaten der randomisierten ZEUS Studie
Early conversion from cyclosporine to everolimus following living-donor kidney transplantation: outcomes at 5 years posttransplant in the randomized ZEUS trial
C. Sommerer, K. Budde, M. Zeier, R.P. Wüthrich, P. Reinke, U. Eisenberger, A. Mühlfeld, W. Arns, R. Stahl, K. Heller, H.H. Wolters, B. Suwelack, H.U. Klehr, I.A. Hauser, M. Stangl, S. Nadalin, M. Dürr, M. Porstner, C. May, P. Wimmer, O. Witzke und F. Lehner
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2017) p. 105 - 117
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 46, Nr. 3/2017, S. 105-117
Frühe Umstellung von Cyclosporin auf Everolimus nach Lebendnierentransplantation: 5 Jahresdaten der randomisierten ZEUS Studie
C. Sommerer1, K. Budde2, M. Zeier1, R.P. Wüthrich3, P. Reinke4, U. Eisenberger5, A. Mühlfeld6, W. Arns7, R. Stahl8, K. Heller9, H.H. Wolters10, B. Suwelack11, H.U. Klehr12, I.A. Hauser13, M. Stangl14, S. Nadalin15, M. Dürr2, M. Porstner16, C. May16, P. Wimmer16, O. Witzke17 und F. Lehner18 für die ZEUS Study Investigators
1Zentrum für Nephrologie, Universitätsklinikum Heidelberg, 2Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, 3Klinik für Nephrologie, Universitätsspital Zürich, Schweiz, 4Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Charité Universitätsmedizin, Berlin, 5Universitätsklinik für Nephrologie und Hypertonie, Universität Bern, Inselspital, Bern, Schweiz, 6Abteilung für Nephrologie und Immunologie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen, 7Transplantationszentrum Köln, Krankenhaus Köln-Merheim, 8Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 9Klinik für Nephrologie und Hypertensiologie, Universitätsklinikum Erlangen, 10Klinik für Allgemeinchirurgie, 11Medizinische Klinik D, Schwerpunkt Nephrologie, Universitätsklinikum Münster, 12Zentrum für Nephrologie, Universitätsklinikum Bonn, 13Funktionsbereich Nephrologie, Universitätsklinikum Frankfurt, Goethe-Universität, Frankfurt am Main, 14Transplantationszentrum München der LMU, München, 15Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Tübingen, 16Novartis Pharma GmbH, Nürnberg, 17Klinik für Nephrologie und Klinik für Infektiologie, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-Essen, Essen und 18Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
Zielsetzung: Bestimmung der Wirksamkeit, Nierenfunktion und Sicherheit 5 Jahre nach früher Umstellung von Cyclosporin auf Everolimus im Vergleich zu einem herkömmlichen cyclosporinbasierten Behandlungsregime bei Empfängern eines Nierentransplantats von einem Lebendspender. Material und Methoden: Bei der ZEUS-Studie handelte es sich um eine randomisierte, offene 1-jährige multizentrische Studie, bei der 300 De-novo-Nierentransplantatempfänger entweder durchgehend Cyclosporin erhielten oder 4,5 Monate nach der Transplantation auf Everolimus umgestellt wurden. Nach der Transplantation fanden 5 Jahre lang jährliche Nachuntersuchungen statt. Ergebnisse: 80 Empfänger einer Lebendnierenspende wurden randomisiert. 75 davon beendeten die 1-jährige Kernstudie. 60 Patienten erschienen zur Nachuntersuchung nach 5 Jahren. Im 5. Jahr erhielten noch 15/31 (48,4%) der Everolimus-Patienten und 20/29 (69,0%) der Cyclosporin-Patienten die Studienmedikation. Der adjustierte Mittelwert der glomerulären Filtrationsrate (GFR) im Jahr 5 lag bei den Everolimus-Patienten bei 67,2 ml/min/1,73m2 und bei den Cyclosporin-Patienten bei 60,8 ml/min/1,73m2 (mittlere Differenz 6,4 ml/min/1,73m2; p = 0,031). Bei den behandlungstreuen Patienten, die noch die Studienmedikation erhielten, lag die Differenz im Mittel bei 13,2 ml/min/1.73m2 (p = 0,003); bei den Patienten, deren Medikation gewechselt worden war, zeigte sich dagegen kein signifikanter Unterschied (Mittelwert –2,6 ml/min/1,73m2; p = 0,701). Patienten- und Transplantatüberleben waren für Everolimus und Cyclosporin ähnlich. Durch Biopsie gesicherte akute Abstoßungsreaktionen traten bei 22,0% der Everolimus-Patienten und bei 7,5% der Cyclosporin-Patienten auf (p = 0,116). In den Jahren 1 – 5 brach nur 1 Patient die Everolimus-Therapie aufgrund von unerwünschten Ereignissen ab. Schlussfolgerungen: Die frühzeitige Einführung von Everolimus und das Absetzen des Calcineurininhibitors (CNI) nach einer Lebendnierentransplantation verbesserte die 5-Jahres-Transplantatfunktion im Vergleich zur herkömmlichen CNI-basierten Therapie. Die Verbesserungen der Nierenfunktion war am größten vor allem bei den Patienten, die weiterhin mit Everolimus behandelt wurden. Ein Anstieg leichter akuter Abstoßungsreaktionen war nicht mit einem langfristigen Transplantatverlust assoziiert.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Claudia Sommerer
Zentrum für Nephrologie
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 162
69120 Heidelberg
Email: [email protected]
Nierentransplantation I
Editorial
Editorial
K.-U. Eckardt, J. Pratschke, P. Reinke, K. Budde, P. Nickel und U. Frei
Login
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Jahrgang 47 (2018) p. 173 - 174
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 47, Nr. 4/2018, S. 173–174
Editorial
K.-U. Eckardt, J. Pratschke, P. Reinke, K. Budde, P. Nickel und U. Frei
Nierentransplantation II
CMV- und BKV-Infektionen
CMV and BKV infections
N. Babel und P. Reinke
Price
42.00 $
Jahrgang 47 (2018) p. 272 - 280
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 47, Nr. 5/2018, S. 272-280
CMV- und BKV-Infektionen
N. Babel1#2#3 und P. Reinke3#4#5
1Zentrum für Translationale Medizin, Marien Hospital Herne, Universitätsklinkum der Ruhr-Universität Bochum, 2Institut für Medizinische Immunologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 3Berlin-Brandenburger Center für Regenerative Therapien, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 4Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und internistische Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 5Berliner Center for Advanced Therapies, BeCAT, Charité – Universitätsmedizin Berlin
CMV- und BKV-Infektionen gehören zu den wichtigsten Komplikationen nach Nierentransplantation und können unbehandelt zu Transplantatversagen und zum Tod führen. Das Management von BKV- und CMVInfektionen in der Klinik soll idealerweise eine effiziente Risikostratifizierung, standardisierte und nichtinvasive Diagnostik sowie effiziente und nebenwirkungsarme Therapieprotokolle umfassen. Für CMV wird eine Risikostratifizierung vor der Transplantation mittels Serotypisierung empfohlen. Für Patienten mit einem hohen bis mittleren Risiko sollte auf Präventionstrategien mit Ganciclovir bzw. Valganciclovir zurückgegriffen werden. Diese können im Rahmen einer prophylaktischen oder präemptiven Strategie erfolgen, wenngleich bei hohem Risiko nur die prophylaktische Strategie empfohlen wird. Quantitative CMV-Nachweise mittels qPCR oder pp65-Antigenämie-Testung werden zur Diagnostik von CMV-(Re)Aktivierungen verwendet. Die Therapie von CMV-Infektionen ist auf Ganciclovir bzw. Valganciclovir beschränkt; die Datenlage zu Alternativen im Fall von Ganciclovir-Resistenz oder -Unverträglichkeit ist noch gering. Das Management einer BKV-(Re)Aktivierung gestaltet sich problematischer: Zum einen ist bislang keine Risikostratifizierung der Patienten etabliert; zum anderen existiert keine etablierte antivirale Therapie, und die einzige in klinischen Studien validierte Intervention besteht in einer Reduktion und/ oder Umstellung der immunsuppressiven Therapie mit dem Ziel, die BKV-spezifische T-Zellantwort wiederherzustellen. Um die BKV-(Re)Aktivierung frühzeitig zu erfassen wird diagnostisch, wie für CMV, ein häufiges Monitoring der Viruslast mittels qPCR empfohlen. Weitere Forschungsfortschritte sind somit erforderlich, um ein personalisiertes Management von CMV- und insbesondere BKV-Infektionen zu ermöglichen und deren Ausgang nach Organtransplantation zu verbessern.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Nina Babel
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
und
Marien Hospital Herne
Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
Hölkeskampring 40
44625 Herne
Email: [email protected] und [email protected]