Empfehlungen
Empfehlungen zur Diagnose und Therapie der Sinusitis und Polyposis nasi
C. Bachert, K. Hörmann, R. Mösges, G. Rasp, H. Riechelmann, R. Müller, H. Luckhaupt, B.A. Stuck und C. Rudack
Price
42.00 $
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Jahrgang 26 p. 52 - 72
Abstract
C. Bachert, K. Hörmann, R. Mösges, G. Rasp, H. Riechelmann, R. Müller, H. Luckhaupt, B.A. Stuck und C. Rudack
Sektion HNO der DGAI, Arbeitsgemeinschaften der DG-HNO: 1Klinische Immunologie, Allergologie und Umweltmedizin, 2Endoskopie, 3Infektiologie, *Vorsitz; HNO-Klinik, Universität Gent, Belgien, HNO-Klinik, Universität Mannheim, Abteilung für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie, Universität Köln, HNO-Klinik, Klinikum Großhadern, Universität München, HNO-Klinik, Universität Ulm, HNO-Klinik, Universität Dresden, HNO-Klinik, Klinikum Dortmund, HNO-Klinik, Universität Münster
Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
HNO-Klinik
Universitätskrankenhaus Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Originalarbeiten
Tagesschläfrigkeit bei saisonaler allergischer Rhinitis
Daytime sleepiness in seasonal allergic rhinitis
B.A. Stuck, J. Czajkowski, A.-E. Hagner, L. Klimek, J.T. Maurer, K. Hörmann und T. Verse
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 45 - 48
Abstract
Allergologie, Jahrgang 27, Nr. 2/2004, S. 45–48
Tagesschläfrigkeit bei saisonaler allergischer Rhinitis
B.A. Stuck, J. Czajkowski, A.-E. Hagner, L. Klimek, J.T. Maurer, K. Hörmann und T. Verse
Universitäts-HNO-Klinik, Mannheim
Neben den klassischen allergischen Symptomen beklagen Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis häufig eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie eine Zunahme von Müdigkeit und Schläfrigkeit am Tage. Diese Veränderungen werden häufig mit einer möglichen Beeinträchtigung des Nachtschlafs in Verbindung gebracht, wurden bis dato jedoch nicht systematisch anhand von validierten Fragebögen evaluiert. Ziel der Studie war es daher, den Einfluß der saisonalen allergischen Rhinitis auf die Tagesschläfrigkeit anhand eines validierten Fragebogens zu untersuchen. 25 Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis wurden 25 gesunden Kontrollen in einem prospektiven kontrollierten Studiendesign gegenübergestellt. Allergische Symptome und die Tagesschläfrigkeit wurden vor und während der Pollenflugsaison 2002 anhand von Fragebögen evaluiert (Symptomfragebogen und Epworth Sleepiness Scale) und eine Einteilung des Schweregrades der Rhinitis vorgenommen. Die Tagesschläfrigkeit erhöhte sich mit Einsetzen der saisonalen Beschwerden in der Allergikergruppe während die Werte in der Kontrollgruppe unverändert blieben. Dies ergab signifikante Gruppenunterschiede für die Tagesschläfrigkeit. Die Veränderung der Scorewerte zeigten sich vornehmlich in den beiden Untergruppen mittelgradige und schwergradige allergische Rhinitis. Die saisonale allergische Rhinitis führt neben den klassischen Beschwerden auch zu einer erhöhten Tagesschläfrigkeit während der Pollensaison. Das Ausmaß der Schläfrigkeit steigt mit der Schwere der allergischen Rhinitis.Correspondence to:
Dr. med. B.A. Stuck
Universitäts-HNO-Klinik
D-68135 Mannheim
Email: [email protected]
Originalarbeit
Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhinokonjunktivitis und Asthma bronchiale: Sicherheit der Initialtherapie mit Novo-Helisen Depot
I. Hansen, K. Hörmann, L. Klimek, J. Kettner und A. Narkus
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 477 - 483
Abstract
I. Hansen1,2, K. Hörmann1, L. Klimek1,2, J. Kettner3 und A. Narkus3
1HNO-Universitätsklinik Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, 2Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 3Allergopharma Joachim Ganzer KG, Reinbek
Hintergrund: Neben der Allergenkarenz ist die Hyposensibilisierungstherapie oder spezifische Immuntherapie (SIT) die einzige kausale Behandlungsmöglichkeit von Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis. Bei der klassischen SIT wird ein Allergenextrakt repetitiv in ansteigenden Dosen subkutan injiziert. Es existieren unterschiedliche Therapieschemata für die subkutane SIT. Bei der Cluster-Therapie werden hierzu zwei bis drei Injektionen je Behandlungstag in wöchentlichen Abständen verabreicht. Patienten: In einer Untersuchung von 46 Patienten (17 Frauen, 29 Männer) im Alter von 11 – 71 Jahren (Altersdurchschnitt: 40,7 ± 13 Jahre) wurden auftretende Nebenwirkungen bei Anwendung des Cluster-Therapieschemas mit Novo-Helisen Depot (Allergopharma, Reinbek) in der Dosissteigerungsphase erhoben. Mit zwei verschiedenen Extrakten wurden vier Patienten behandelt, so daß insgesamt 50 Therapien beurteilt wurden; 19 Patienten (41%) litten an Asthma bronchiale. Ergebnisse: Es wurden 34 Behandlungen mit Milben-, acht Behandlungen mit Gräser/Getreide- und acht Behandlungen mit Baumpollenpräparaten mit insgesamt 744 Injektionen durchgeführt. Die Gesamtzahl der übersteigerten Lokalreaktionen (³ Grad 1, entsprechend (³ 5 cm) betrug n = 23 bzw. 3,1% aller Injektionen. Hiervon waren 22 (3,0%) Sofortphasenreaktionen und eine (0,1%) eine Spätphasenreaktion. Von allen übersteigerten Lokalreaktionen waren 22 (3,0%) Grad-1-Reaktionen (5 – 8 cm) und 1 (0,1%) eine Grad-2-Reaktion (8 – 12 cm). Grad-3- und Grad-4-Reaktionen traten nicht auf. Nur eine systemische Reaktion entsprechend 0,1% aller Injektionen ist beobachtet worden. Es handelte sich um eine Spätphasenreaktion Stadium 1 (Urtikaria). Systemische Reaktionen entsprechend den Stadien 2, 3 und 4 wurden nicht beobachtet. Es bestanden keine Alters- oder Geschlechtsabhängigkeiten hinsichtlich des Auftretens übersteigerter Lokalreaktionen und/oder systemischer Reaktionen (alle p > 0,05). Schlußfolgerungen: Art und Anzahl der unerwünschten Reaktionen bei der Cluster-SIT mit Novo-Helisen Depot zeigen eine sehr gute Verträglichkeit und entsprechen dem bei anderen Schemata üblichen Rahmen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. L. Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
Schöne Aussicht 38
D-65193 Wiesbaden
Email: [email protected]
Übersicht
Entzündliche Erkrankungen der Nase und der Nasennebenhöhlen
L. Klimek, B. Stuck, O. Pfaar und K. Hörmann
Jahrgang 35 p. 187 - 207
Abstract
L. Klimek, B. Stuck, O. Pfaar und K. Hörmann
Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden
Bei der Rhinosinusitis (RS) liegt eine entzündliche Veränderung der Nasenschleimhaut bzw. der Mukosa der Nasennebenhöhlen vor. Nach den aktuellen deutschen Leitlinien lassen sich drei Formen der RS unterscheiden: die akute RS, die akut-rezidivierende RS sowie die chronische RS. Zu den typischen Symptomen sind u.a. die nasale Obstruktion, die eitrige Rhinorrhoe, Cephalgien oder Riechstörungen zu zählen. Ursächlich für die Erkrankung ist in erster Linie eine anatomische Engstelle im Bereich des osteo-meatalen Komplex, welche aufgrund einer Drainage- und Ventilationsstörung einer viralen oder bakteriellen Infektionen Vorschub leistet. Zu den prädisponierenden und mit der RS assoziierten Erkrankungen gehören neben Pilzerkrankungen eine allergische Sensibilisierung, die Aspirin-Intoleranz (Morbus Samter), ein Asthma bronchiale sowie in selteneren Fällen die Mukoviszidose, Wegener Granulomatose und das Kartagener-Syndrom. Die RS ist primär eine klinische Diagnose und stützt sich auf das Vorliegen charakteristischer Untersuchungsbefunde im Bereich des Gesichtes, der Nase und der Nasennebenhöhlen. Zu weiteren diagnostischen Maßnahmen gehören neben der nasalen Endoskopie bildgebende Verfahren wie Sonographie, Röntgen oder Computertomographie. Darüber hinaus hat sich zur Vorbereitung von Nasennebenhöhleneingriffen in jüngster Zeit die digitale Volumentomographie (DVT) etabliert. Zu den häufigsten Differentialdiagnosen der RS zählen virale Infekte der oberen Atemwege, Kopfschmerzen anderer Genese sowie eine allergische bzw. idiopathische Rhinitis. In der überwiegenden Mehrzahl der akuten RS ist eine antiobiotische Therapie nicht indiziert, die Einnahme von Analgetika/Antiphlogistika wird lediglich bei bestehenden Schmerzen empfohlen. Bei der chronischen RS kann eine längerfristige antibiotische Therapie in Kombination mit Steroiden als Alternative zur chirurgischen Intervention erwogen werden. Bei akut rezidivierenden und chronischen RS wird eine Behandlung mit einem intranasalen Kortikoid (INS) vor allem bei Polypenbildung empfohlen. Ferner können antiallergische Medikamente wie Antihistaminika bei nachgewiesener allergischer Rhinitis zur Anwendung kommen. Als Operationsindikationen akuter entzündlicher RS sind orbitale, endokranielle oder septische Komplikationen zu nennen. Bei der rezivierenden und chronischen RS ist die operative Intervention dann indiziert, wenn durch die rein konservative Therapie keine (dauerhafte) Besserung der Beschwerden erreicht werden kann.Correspondence to:
Prof. Dr. med. L. Klimek; Zentrum für Rhinologie und Allergologie, An den Quellen 10, D-65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Originalarbeit
Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhino-Konjunktivitis
Specific immunotherapy in allergic rhinoconjunctivitis: Current standard and new approaches
I. Hansen, B.A. Stuck, S. Schneider-Gene, R. Mösges, K. Hörmann und L. Klimek
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 549 - 556
Abstract
Allergologie, Jahrgang 25, Nr. 11/2002, S. 549–556
Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhino-Konjunktivitis
I. Hansen1, B.A. Stuck1, S. Schneider-Gene1, R. Mösges2, K. Hörmann1 und L. Klimek1,3
1HNO-Universitätsklinik Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, 2IMSIE, Universität zu Köln, 3Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden
Die Hyposensibilisierungstherapie oder spezifische Immuntherapie (SIT) ist neben der Allergenkarenz die einzige kausale Behandlungsmöglichkeit von Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis. Die Effektivität der SIT ist abhängig vom spezifischen Allergen, der Qualität und Gesamtdosis der verabreichten Allergenextrakte und dem Applikationsschema. Bei der klassischen SIT wird ein Allergenextrakt repetitiv in ansteigenden Dosen subkutan injiziert. Es existieren unterschiedliche Therapie-Schemata für die subkutane SIT. Bei der Cluster-Therapie werden hierzu 2 – 3 Injektionen je Behandlungstag in wöchentlichen Abständen verabreicht. Wir untersuchten in dieser offenen Studie 247 Patienten (135 Frauen, 112 Männer) im Alter von 18 – 59 Jahren (Altersdurchschnitt: 31,2 ± 6,9 Jahre) hinsichtlich auftretender Nebenwirkungen des Cluster-Therapieschemas in der Dosissteigerungsphase. Die Gesamtzahl der übersteigerten Lokalreaktionen (³ Grad 1) betrug n = 512 entsprechend 11,3% aller Injektionen. Hiervon waren 374 (73,0%) Sofortphasenreaktionen, 131 (25,6%) Spätphasenreaktionen und 7 (1,4%) sowohl Sofort- als auch Spätphasenreaktionen. Von allen übersteigerten Lokalreaktionen waren 435 (85,1%) Grad 1-Reaktionen, 66 (12,9%) Grad 2-Reaktionen, 9 (1,7%) Grad 3-Reaktionen und 2 (0,3%) Grad 4-Reaktionen. Die Gesamtzahl der systemischen Reaktionen betrug n = 89 entsprechend 1,96% aller Injektionen. Hiervon waren 71 (80%) Sofortphasenreaktionen, 17 (19%) Spätphasenreaktionen und 1 (1,2%) sowohl eine Sofort- als auch Spätphasenreaktion. Von allen systemischen Reaktionen wurden 73 (82,02%) dem Stadium 1 zugeordnet und 16 (17,98%) dem Stadium 2. Reaktionen entsprechend Stadium 3 und 4 wurden nicht beobachtet. Art und Anzahl der unerwünschten Reaktionen bei dem verwendeten Cluster-SIT Schema entspechen somit dem bei anderen Schemata üblichen Rahmen. Unter Sicherheitsaspekten könnte daher die Cluster-SIT zu einer interessanten Alternative herkömmlicher Therapieschemata für die Dosissteigerungsphase werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. L. Klimek
Zentrum für Rhinologie
und Allergologie
An den Quellen 10
D-65183 Wiesbaden
Originalarbeit
Expression der Matrix-degradierenden Zysteinproteinasen Kathepsin B und K bei Polyposis nasi
Expression of cysteine proteinases cathepsins B and K in nasal polyps
I. Hansen, T. Hansen, L. Klimek, , K. Hörmann und C.J. Kirkpatrick
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 606 - 612
Abstract
Allergologie, Jahrgang 25, Nr. 12/2002, S. 606–612
Expression der Matrix-degradierenden Zysteinproteinasen Kathepsin B und K bei Polyposis nasi
I. Hansen1, T. Hansen2, L. Klimek1, 3, K. Hörmann1 und C.J. Kirkpatrick2
1HNO-Universitätsklinik Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, 2Institut für Pathologie, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 3Zentrum für Rhinologie, Wiesbaden
Die Polyposis nasi ist eine häufige, chronisch entzündliche Erkrankung der oberen Atemwege. Ein häufiger Befund der Polyposis nasi ist die Knochenerosion. Diese wurde bislang auf eine durch die Polypen verursachte Druckatrophie zurückgeführt. Neuere Studien weisen jedoch auf eine Beteiligung proteolytischer Enzyme bei der Gewebsdestruktion hin. Wir untersuchten daher die Expression der lysosomalen Zysteinproteinasen Kathepsin B und K in mittleren Nasenmuscheln von Patienten mit Polyposis nasi (10 Patienten, 3 weiblich, 7 männlich) im Vergleich zu Patienten mit Nasenmuschelhypertrophie. In den während Septumchirurgie entnommenen Nasenmuscheln mit gesunder Nasenschleimhaut zeigte sich normal konfiguriertes Knochengewebe ohne gesteigerte Expression von Kathepsin B oder K. In den Gewebsproben mit Polyposis nasi zeigte sich eine ausgeprägte, vorwiegend aus Makrophagen und fibroblastären Zellelementen bestehende Knocheninvasionsfront. Hier konnte eine Expression von Kathepsin-B gezeigt werden. Kathepsin K war vorwiegend in Osteoklasten nachweisbar. Zudem zeigte sich eine Kathepsin B-Expression in multiplen subepithelial lokalisierten Makrophagen. Eosinophile Granulozyten waren weder für Kathepsin B noch für Kathepsin K positiv. Sie waren im Bereich der Knochenerosion nicht nachweisbar. Kathepsin B und K sind im Vergleich zu den Nicht-Polyposis-Patienten bei Polyposis nasi gesteigert exprimiert. Der Nachweis der Expression von Kathepsin B und Kathepsin K im Bereich der Knochenerosion bei Polyposis nasi weist darauf hin, daß diese Zysteinproteinasen an der Destruktion der Knochenmatrix beteiligt sind, wobei die Kathepsin- B-vermittelte Degradation vorwiegend von Makrophagen, die Kathepsin-K-vermittelte Degradation von Osteoklasten ausgeführt werden dürfte. Eosinophile Granulozyten sind nach der vorliegenden Studie an der Knochenerosion nicht direkt beteiligt, da sie nicht in der Knocheninvasionsfront nachweisbar waren und zudem weder Kathepsin B noch Kathepsin K exprimierten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. L. Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
D-65183 Wiesbaden
Immuntherapie im Wandel – eine Standortbestimmung
Die Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhinokonjunktivitis. Übersicht über ein innovatives Therapiekonzept
Cluster-immunotherapy in allergic rhinoconjunctivitis. A review of an innovative, new therapeutic approach
O. Pfaar, , K. Hörmann und L. Klimek,
Price
42.00 $
Jahrgang 32 p. 433 - 440
Abstract
O. Pfaar1, 2, K. Hörmann1 und L. Klimek1, 2
1HNO-Universitätsklinik Mannheim, 2Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden
Die Effektivität der SIT ist neben der richtigen Indikationsstellung abhängig vom spezifischen Allergen, der Qualität und der Gesamtdosis der verabreichten Allergenextrakte und dem Applikationsschema. Bei der klassischen SCIT wird ein Allergenextrakt in einer initialen Phase der Dosissteigerung (in wöchentlichen Abständen, sog. “Induktionstherapie”) repetitiv in ansteigenden Dosen subkutan appliziert, woran sich die Phase der individuellen Erhaltungsdosierung (in monatlichen Abständen) anschließt. Für die Induktionsphase existieren hierbei unterschiedliche Therapie-Schemata mit einer Dauer von mehreren Wochen bis Monaten, was die Einleitungsbehandlung demnach sehr aufwendig macht und eine hohe Patienten-Compliance erfordert. Bei der Cluster-Therapie dagegen werden 2 – 3 Injektionen je Behandlungstag (mit einem Intervall von mindestens 30 Minuten zwischen den Einzelinjektionen) in wöchentlichen Abständen verabreicht mit dem Ziel, die Phase der Erhaltungstherapie schneller zu erreichen, ohne allerdings durch dieses akzelerierte Verfahren eine erhöhte Rate an unerwünschten Reaktionen in Kauf nehmen zu müssen. Die Cluster-Therapie kam in verschiedenen klinischen Studien sowohl mit (Semi-)Depot-Allergenen als auch mit chemisch-modifizierten Allergenen (sog. Allergoiden) zur Anwendung. Dieser Artikel gibt einen Überblick über das Auftreten von unerwünschten Reaktionen (lokal und systemisch) unter den verschiedenen Cluster-Protokollen. Zusammenfassend zeigen die Studienergebnisse, dass Art und Anzahl der unerwünschten Reaktionen der Cluster-Verfahren denen der konventionellen Schemata entsprechen. Darüber hinaus konnten neuere Studien zudem belegen, dass klinische und immunologische Effekte der SIT durch diese akzelerierten Verfahren früher einsetzen. Somit könnten Cluster-SCIT-Protokolle zukünftig eine interessante Therapieoption bei der Dosissteigerungsphase im Rahmen der SIT spielen.Correspondence to:
Dr. med. O. Pfaar
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
der HNO-Universitätsklinik Mannheim
An den Quellen 10
D–65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Übersicht
Rupatadin – Pharmakologie, klinische Wirksamkeit und therapeutische Sicherheit eines neuen Antihistamins mit zusätzlicher, PAF-antagonisierender Wirkung
Rupatadine – pharmacology, clinical profile and safety of a new antihistamine with PAF-antagonizing quality
C. Thorn, O. Pfaar, K. Hörmann und L. Klimek
Price
42.00 $
Jahrgang 33 p. 429 - 440
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 10/2010, S. 429–440
Rupatadin – Pharmakologie, klinische Wirksamkeit und therapeutische Sicherheit eines neuen Antihistamins mit zusätzlicher, PAF-antagonisierender Wirkung
C. Thorn1,2, O. Pfaar1,2, K. Hörmann1 und L. Klimek2
1Universitäts-HNO-Klinik Mannheim der Universität Heidelberg, 2Zentrum für Allergologie und Rhinologie Wiesbaden
Rupatadin ist ein neues Antihistamin der zweiten Generation und besitzt sowohl periphere Histamin-H1-Rezeptor(H1)- und PAF-Rezeptor(PAF-R)-antagonisierende Qualitäten. Seit 1. August 2008 ist Rupatadin unter dem Handelsnamen Rupafin® 10 mg in Deutschland zur Behandlung der Rhinitis allergica und der chronischen Urtikaria für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren erhältlich. In folgendem Review haben wir die zurzeit verfügbaren Studien zu Pharmakologie und zur klinischen Anwendung von Rupatadin zusammengefasst und gegenübergestellt. Besonderes Augenmerk lag in der Bewertung von Rupatadin nach den Vorgaben des CONGA-Reports zu Anforderungen an ein “ideales” neues Antihistaminikum. Schlussendlich gehen wir im Speziellen auf die Sicherheit und Effektivität von Rupatadin in der Langzeitanwendung und die Gefahr von Herzrhythmusstörungen bei Risikopatienten unter der Behandlung mit Antihistaminika ein.Correspondence to:
C. Thorn
Universitäts-HNO-Klinik Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1 – 3
D–68167 Mannheim
Email: [email protected]
Acetylsalicylsäure (ASS)-Intoleranz-Syndrom
In-vitro-Diagnostik des ASS-Intoleranz- Syndroms (Aspirin-exacerbated Respiratory Disease: AERD)
In vitro diagnostic of aspirin-exacerbated respiratory disease (AERD)
R. Dollner, K. Hörmann, B.A. Stuck, O. Pfaar und L. Klimek
Price
42.00 $
Jahrgang 37 p. 11 - 19
Abstract
Allergologie, Jahrgang 37, Nr. 1/2014, S. 11–19
In-vitro-Diagnostik des ASS-Intoleranz- Syndroms (Aspirin-exacerbated Respiratory Disease: AERD)
R. Dollner1,2, K. Hörmann2, B.A. Stuck2, O. Pfaar2,3 und L. Klimek2,3
1Department of Otorhinolaryngology, Head and Neck Surgery, Clinic for Surgery and Clinical Neuroscience, Oslo University Hospital, Oslo, Norway, 2Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg,3Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden
Das ASS-Intoleranz-Syndrom ist charakterisiert als eine chronische, nicht allergische Entzündung der Atemwege, welche unter Einnahme von COX-1-Inhibitoren zwar akut exazerbiert, jedoch auch ohne Einnahme von NSAIDs progredient verläuft. Bislang gilt die Provokationstestung als Goldstandard in der Diagnostik des ASS-Intoleranz-Syndroms. Allerdings ist diese aufgrund der zum Teil schweren anaphylaktoiden Reaktionen und den potenziellen Komplikationen der Provokationstestung auf Zentren mit entsprechender Erfahrung beschränkt. Aus diesem Grunde ist die Entwicklung diagnostischer Alternativen zur Provokationstestung von hohem klinischem Interesse und motiviert seit Jahren internationale Forschungsgruppen zur Entwicklung verlässlicher In-vitro-Testverfahren mit dem Ziel, die Provokationstestung im individuellen Fall zu ersetzen. Analog zur klinischen Provokationstestung basieren die heute existierenden In-vitro-Verfahren hierbei auf zellulären Stimulationsprotokollen, wobei die zentralen pathophysiologischen Alterationen des Eicosanoidmetabolismus und die damit verbundenen zellulären Veränderungen analysiert werden. Die vorliegende Übersichtsarbeit stellt die aktuell verfügbaren Tests in ihrer methodischen Ausarbeitung und klinisch-diagnostischen Wertigkeit vor und gibt darüber hinaus einen kritischen Überblick über den heutigen Stand der komplexen und anspruchsvollen In-vitro-Diagnostik des ASS-Intoleranz-Syndroms.Correspondence to:
PD Dr. med. R. Dollner
Department of Otorhinolaryngology,
Head and Neck Surgery
Clinic for Surgery and Clinical Neuroscience
Oslo University Hospital
Sognsvannsveien 20
NO-0027 Oslo
Email: [email protected]
Allergieprävention
Kann Vitamin D zur Prävention der allergischen Rhinitis und anderer allergischer Erkrankungen eingesetzt werden?
Is vitamin D useful in the prevention of allergic rhinitis and other allergic diseases?
L. Klimek, A. Sperl und K. Hörmann
Price
42.00 $
Jahrgang 38 p. 405 - 412
Abstract
Allergologie, Jahrgang 38, Nr. 8/2015, S. 405–412
Kann Vitamin D zur Prävention der allergischen Rhinitis und anderer allergischer Erkrankungen eingesetzt werden?
L. Klimek1, A. Sperl1 und K. Hörmann2
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 2HNO-Universitätsklinik Mannheim
Viele Untersuchungen der jüngeren Zeit haben sich mit dem Zusammenhang zwischen Vitamin D und Allergieentstehung beschäftigt. Einerseits wurde hierbei ein Vitamin D-Mangel für die Entstehung der allergischen Rhinitis verantwortlich gemacht, andererseits wird eine Vitamin D (Über)- Substitution in Verbindung mit der vermehrten Entstehung allergischer Erkrankungen gesehen. Dieser paradoxe Effekt von Vitamin D wird aktuell durch epigenetische Programmierung in der Schwangerschaft, durch zu niedrige Vitamin D-Spiegel oder durch exzessive Nahrungsergänzung im Neugeborenen- Alter erklärt. Darüber hinaus wird auch eine geschlechtsspezifische Wirkung von Vitamin D diskutiert. Dem Leser wird mit diesem Artikel ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand vermittelt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinol. und Allergologie Wiesbaden
An den Quellen 10
D–65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Übersicht
Kann Vitamin D zur Prävention der allergischen Rhinitis und anderer allergischer Erkrankungen eingesetzt werden?
Is vitamin D useful in the prevention of allergic rhinitis and other allergic diseases?
L. Klimek, A. Sperl und K. Hörmann
Price
42.00 $
Jahrgang 28 p. 54 - 61
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 28, Nr. 2/2016, S. 54–61
Kann Vitamin D zur Prävention der allergischen Rhinitis und anderer allergischer Erkrankungen eingesetzt werden?
L. Klimek1, A. Sperl1 und K. Hörmann2
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 2HNO-Universitätsklinik Mannheim
Viele Untersuchungen der jüngeren Zeit haben sich mit dem Zusammenhang zwischen Vitamin D und Allergieentstehung beschäftigt. Einerseits wurde hierbei ein Vitamin D-Mangel für die Entstehung der allergischen Rhinitis verantwortlich gemacht, andererseits wird eine Vitamin D (Über)- Substitution in Verbindung mit der vermehrten Entstehung allergischer Erkrankungen gesehen. Dieser paradoxe Effekt von Vitamin D wird aktuell durch epigenetische Programmierung in der Schwangerschaft, durch zu niedrige Vitamin D-Spiegel oder durch exzessive Nahrungsergänzung im Neugeborenen- Alter erklärt. Darüber hinaus wird auch eine geschlechtsspezifische Wirkung von Vitamin D diskutiert. Dem Leser wird mit diesem Artikel ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand vermittelt.
Erstpublikation in Allergologie. 2015; 38: 405-412Correspondence to:
Prof. Dr. med. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinol. und Allergologie Wiesbaden
An den Quellen 10
D–65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Allergologie in der HNO
Ein Update zur lokal allergischen Rhinitis (LAR)
An update on local allergic rhinitis
D. Cazan1, C. Thorn, K. Hörmann und L. Klimek
Price
42.00 $
Jahrgang 40 (2017) p. 54 - 59
Abstract
Allergologie, Jahrgang 40, Nr. 2/2017, S. 54-59
Ein Update zur lokal allergischen Rhinitis (LAR)
D. Cazan1, C. Thorn1, K. Hörmann1 und L. Klimek2
1Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, Universität Heidelberg, 2Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden
Die lokal allergische Rhinitis (LAR) stellt einen relativ neuen Phänotyp der Rhinitis mit einer ausschließlich in der Nase vorkommenden, spezifischen IgE-Produktion und einer lokalen Th2-Immunantwort, bei fehlender „systemischer“ Atopie, dar. Bei negativem Prick-Test und negativer spezifischer Serum-IgE-Bestimmung, jedoch positiver Anamnese wurde die LAR häufig als nicht allergische Rhinitis verkannt. Zur Diagnosesicherung sollte als Goldstandard eine nasale Provokation erfolgen. Eine mögliche, allerdings nicht so sensitive Möglichkeit besteht auch in der Bestimmung des spezifischen IgEs im Nasensekret. Die Prävalenz der LAR ist nicht genau bekannt und weist eine ausgesprochene Variabilität auf. Ob die LAR eine Vorstufe auf dem Weg zur allergischen Rhinitis oder eigene Krankheitsentität darstellt, lässt sich ebenfalls noch nicht abschließend beantworten.Correspondence to:
Dr. Dorothea Cazan
Universitäts-HNO-Klinik Mannheim
Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim
Email: [email protected]
Allergologie in der HNO
PD1-PDL1 in Allergologie und Onkologie: was wir voneinander lernen können
PD1-PDL1 in Allergology and Oncology: what we can learn from each other
C. Thorn, D. Cazan, K. Hörmann und L Klimek
Price
42.00 $
Jahrgang 40 (2017) p. 83 - 85
Abstract
Allergologie, Jahrgang 40, Nr. 2/2017, S. 83-85
PD1-PDL1 in Allergologie und Onkologie: was wir voneinander lernen können
C. Thorn1, D. Cazan1, K. Hörmann1 und L Klimek2
1Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, Universität Heidelberg, 2Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden
In der klassischen, klinischen Allergologie und klinischen Onkologie gab es bisher nur wenige Berührungspunkte. Aus der Entwicklung einer neuen Klasse von onkologischen Therapeutika, den sogenannten Immunckeckpointmodulatoren, ergeben sich nun Schnittmengen beider Fachgebiete, die sowohl wissenschaftlich, wie auch im klinischen Alltag zunehmend Relevanz gewinnen. Ein engerer Austausch von Erfahrung kann daher für beide Fachgebiete nur gewinnbringend sein.Correspondence to:
Dr. med. Carsten Thorn
Universitäts HNO Klink Mannheim
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68157 Mannheim
Email: [email protected]
Originalarbeit
Läßt sich der Medikamentenverbrauch bei Patienten mit saisonaler Rhinitis allergica durch Nasenspülbehandlungen mit isoosmotischer Emser Salzlösung reduzieren?
A nasal rinsing with isoosmotic Emser brine solution is able to reduce drug use in seasonal allergic rhinitis
L. Klimek, V. Johannssen, I. Hundorf, G. Hommel und K. Hörmann
Price
42.00 $
Jahrgang 24 p. 309 - 315
Abstract
Allergologie, Jahrgang 24, Nr. 7/2001, S. 309–315
Läßt sich der Medikamentenverbrauch bei Patienten mit saisonaler Rhinitis allergica durch Nasenspülbehandlungen mit isoosmotischer Emser Salzlösung reduzieren?
L. Klimek1, V. Johannssen2, I. Hundorf1, G. Hommel3 und K. Hörmann4
1Zentrum für Rhinologie, Wiesbaden, 2Praxis für HNO-Heilkunde, Kiel, 3Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 4HNO-Universitätsklinik, Mannheim
In einer offenen, randomisierten Parallelgruppenstudie wurden die Effekte einer Nasenspülbehandlung mit isoosmotischer Emser Salzlösung bei erwachsenen Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis untersucht. Insgesamt 75 Patienten (40 Frauen, 35 Männer, Durchschnittsalter: 30 ± 10,5 Jahre) wurden in dieser Studie über 2 – 4 Wochen nach Bedarf behandelt mit systemischen und/oder topischen Antihistaminika, topischen Steroiden, und/oder Vasokonstriktoren. Eine Hälfte der Patienten führte zudem zwei- bis dreimal täglich Nasenspülungen mit Emser Salzlösung und der Nasendusche RhinoCare durch. Als Zielparameter dienten der Verbrauch an antiallergischer Medikation, und die subjektive Befindlichkeit der Patienten, und als objektive Parameter die Konzentration von ECP und Tryptase im Nasensekret sowie die semiquantitative Bestimmung inflammatorischer Zellen in der Nasenzytologie. In beiden Gruppen kam es durch die Behandlungen zu einer signifikanten Reduktion der Symptomatik (beide p < 0,0001) ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen (p > 0,05). Der Verbrauch an antiallergischer Medikation war jedoch in der Nasenspülgruppe um mehr als 30% geringer als in der Vergleichsgruppe (p < 0,05). Auch die Zellaktivierungsmarker ECP und Tryptase konnten durch beide Behandlungen signifikant reduziert werden (beide p < 0,001), ohne daß Differenzen zwischen den Gruppen bestanden (p > 0,05). Ähnliches galt für die Reduktion der Anzahl von Eosinophilen (beide: p < 0,0001) und Mastzellen (beide: p < 0,01) in beiden Behandlungsgruppen. Zwischen den Gruppen konnten auch hier jeweils keine Unterschiede ermittelt werden (alle: p > 0,05). Nasenspülungen mit Emser Salzlösung und der Nasendusche RhinoCare erscheinen demnach als sinnvolle Ergänzung einer medikamentösen Therapie der saisonalen Rhinitis allergica und können zur Reduktion des Medikamentenverbrauches beitragen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. L. Klimek
An den Quellen 10
D-65183 Wiesbaden
Originalarbeit
Die “Pollenschutzcreme” SIMAROline ist wirkungslos bei saisonaler allergischer Rhinitis
SIMAROline has no effect in seasonal allergic rhinitis
L. Klimek, S. Gene-Schneider, R. Mösges und K. Hörmann
Price
42.00 $
Jahrgang 23 (2000) p. 455 - 460
Abstract
Allergologie, Jahrgang 23, Nr. 9/2000, S. 455–460
Die “Pollenschutzcreme” SIMAROline ist wirkungslos bei saisonaler allergischer Rhinitis
L. Klimek1, S. Gene-Schneider1, R. Mösges2 und K. Hörmann3
1Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden, 2Institut für Medizinische Dokumentation und Statistik (IMDS), Universität zu Köln, 3Universitäts-HNO-Klinik, Klinische Fakultät Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg
In der Laienpresse fand das Medizinprodukt SIMAROline in den letzten Monaten große Beachtung. Als “Pollenschutzcreme” angepriesen, soll das Produkt einen Allergen- undurchlässigen Schutzfilm bilden. Betroffenen Patienten wird suggeriert, daß hiermit eine wirksame Behandlungsmöglichkeit der allergischen Rhinitis zur Verfügung steht. Demgegenüber stehen rhinologische Erkenntnisse, daß eine Salbenapplikation nicht in der Lage ist, einen geschlossenen Film auf der Nasenschleimhaut zu bilden, die so applizierten Substanzen die Schleimhaut der Nasenhaupthöhle nur zu einem kleinen Anteil erreichen und der mukoziliare Transport hier aufliegende Substanzen in ca. 20 min zum Nasenrachen abtransportiert. Laut Beipackzettel handelt es sich bei SIMAROline um weiße Vaseline gemäß DAB 1999. In Zusammenarbeit mit mehreren Apotheken untersuchten wir daher im Sinne einer Anwendungsbeobachtung die Effekte von SIMAROline auf die Symptomatik, Zellaktivierungsmarker im Nasensekret und nasenzytologische Parameter bei erwachsenen Patienten mit saisonaler Rhinitis allergica. Insgesamt 43 Patienten konnten in die statistischen Auswertungen dieser Untersuchung aufgenommen werden. Sie waren durch Pressemitteilungen oder durch Hinweise von Freunden/Bekannten auf SIMAROline aufmerksam gemacht worden und wollten aus freien Stücken eine Behandlung hiermit durchführen. Alle Patienten waren zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses symptomatisch. Als Zielparameter dienten die subjektive Befindlichkeit der Patienten, der rhinologische Befund und als objektive Parameter die Konzentration von ECP und Tryptase im Nasensekret sowie die quantitative Bestimmung inflammatorischer Zellen in der Nasenzytologie. SIMAROline zeigte keine klinische Wirksamkeit. Es kam zu einem signifikanten Anstieg von ECP im Nasensekret (p < 0,05) und von eosinophilen Granulozyten in der Nasenzytologie (p < 0,05) im zweiwöchigen Behandlungszeitraum. Dies entspricht nach eigenen Voruntersuchungen dem Verlauf bei unbehandelten Patienten. SIMAROline ist daher nicht nur als wirkungslos einzuschätzen, sondern beinhaltet sogar ein Gefährdungspotential für die Patienten, da diesen eine wirksame Therapie vorenthalten wird.Correspondence to:
PD Dr. med. L. Klimek
Konsiliararzt
Deutsche Klinik für Diagnostik
Aukammallee 33
D-65191 Wiesbaden
Allergologie im Kloster 2017
(Allergen-)spezifische Immuntherapie bei Rhinitis allergica auf Vorratsmilben
Allergen immunotherapy in patients suffering from allergic rhinitis due to storage mites
K. Becker, A. Sperl, C. Bardenhewer, M. Spielhaupter, K. Hörmann, O. Pfaar und L. Klimek
Price
42.00 $
Jahrgang 40 (2017) p. 185 - 195
Abstract
Allergologie, Jahrgang 40, Nr. 5/2017, S. 185-195
(Allergen-)spezifische Immuntherapie bei Rhinitis allergica auf Vorratsmilben
K. Becker1, A. Sperl1, C. Bardenhewer1, M. Spielhaupter1, K. Hörmann2, O. Pfaar1#2 und L. Klimek1#2
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2Universitäts-HNO-Klinik der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Die allergische Rhinitis (AR) betrifft ca. 25% der Gesamtpopulation in Deutschland, etwa ein Drittel dieser Patienten sind von einer persistierenden Milbenallergie betroffen. Die Diagnostik ist erschwert durch die oft unspezifischen Symptome, die sich zudem häufig schleichend entwickeln und keineswegs immer die anfallsartigen Nies- und Juckreizattacken des Pollenallergikers beinhalten. Während Allergien auf Hausstaubmilben regelmäßig als Ursache einer persistierenden Rhinitis diagnostiziert und mittels (allergen-)spezifischer Immuntherapie (AIT) behandelt werden, liegen für eine AIT mit Vorratsmilben (VRM) bislang nur wenige Daten vor. Wir führten daher eine prospektive Datenerhebung durch bei Patienten mit allergischer Rhinitis auf VRM, die entweder eine AIT plus bedarfsorientierte symptomatische Therapie oder eine symptomatische Therapie allein erhielten. Die Gesamtzahl der in dieser Studie eingeschlossenen Patienten mit AIT betrug n = 112, von denen bei Studienende n = 83 Patienten (43 Frauen, 40 Männer) im Alter von 18 – 70 Jahren (Altersdurchschnitt: 27,6 ±7,8 Jahre) die Abschlussuntersuchung durchliefen. In der Kontrollgruppe konnten von n = 24 Patienten bei Studienabschluss n = 21 Patienten (12 Frauen, 9 Mäner) im Alter von 19 –63 Jahren (Altersdurchschnitt: 29,2 ±6,3 Jahre) ausgewertet werden. Die AIT Patienten zeigten eine signifikante Wirksamkeit sowohl hinsichtlich des primären Wirksamkeitsparameters in der allergenspezifischen titrierten nasalen Provokationstestung, als auch in einigen sekundären Wirksamkeitsparametern. Aufgrund der erhobenen Daten scheint die AIT auch fü Patienten mit VRM eine sinnvolle und effektive Therapieoption darzustellen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Positionspapier
ARIA-Leitlinie 2019: Behandlung der allergischen Rhinitis im deutschen Gesundheitssystem
ARIA guideline 2019: treatment of allergic rhinitis in the German health system
L. Klimek, C. Bachert, O. Pfaar, S. Becker, T. Bieber, R. Brehler, R. Buhl, I. Casper, A. Chaker, W. Czech, J. Fischer, T. Fuchs, M. Gerstlauer, K. Hörmann, T. Jakob, K. Jung, M.V. Kopp, V. Mahler, H. Merk, N. Mülleneisen, K. Nemat, U. Rabe, J. Ring, J. Saloga, W. Schlenter, C. Schmidt-Weber, H. Seyfarth, A. Sperl, T. Spindler, P. Staubach, S. Strieth, R. Treudler, C. Vogelberg, A. Wallrafen, W. Wehrmann, H. Wrede, T. Zuberbier, A. Bedbrook, G.W. Canonica, V. Cardona, T.B. Casale, W. Czarlewski, W.J. Fokkens, E. Hamelmann, P.W. Hellings, M. Jutel, D. Larenas-Linnemann, J. Mullol, N.G. Papadopoulos, S. Toppila- Salmi, T. Werfel und J. Bousquet
Price
42.00 $
Jahrgang 43 (2020) p. 43 - 72
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 2/2020, S. 43-72
ARIA-Leitlinie 2019: Behandlung der allergischen Rhinitis im deutschen Gesundheitssystem
L. Klimek1, C. Bachert2, O. Pfaar3, S. Becker4, T. Bieber5, R. Brehler6, R. Buhl7, I. Casper1, A. Chaker8, W. Czech9, J. Fischer10, T. Fuchs11, M. Gerstlauer12, K. Hörmann13, T. Jakob14, K. Jung15, M.V. Kopp16, V. Mahler17, H. Merk18, N. Mülleneisen19, K. Nemat20, U. Rabe21, J. Ring22, J. Saloga23, W. Schlenter24, C. Schmidt-Weber25, H. Seyfarth26, A. Sperl1, T. Spindler27, P. Staubach23, S. Strieth28, R. Treudler29, C. Vogelberg30, A. Wallrafen31, W. Wehrmann32, H. Wrede33, T. Zuberbier34, A. Bedbrook35, G.W. Canonica36, V. Cardona37, T.B. Casale38, W. Czarlewski39, W.J. Fokkens40, E. Hamelmann41, P.W. Hellings42, M. Jutel43, D. Larenas-Linnemann44, J. Mullol45, N.G. Papadopoulos46, S. Toppila-Salmi47, T. Werfel48 und J. Bousquet49
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, 2Forschungslabor für obere Atemwege und Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universität Gent und Universitätsklinikum Gent, Belgien; Abteilung für HNO-Erkrankungen, CLINTEC, Karolinska-Institut, Universität Stockholm, Schweden, 3Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Sektion Rhinologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Philipps-Universität Marburg, 4Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universität Tübingen, 5Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universität Bonn, Christine Kühne – Zentrum für Allergieforschung und -bildung (CK-CARE) Davos-Augsburg-Bonn-St. Gallen-Zürich, St. Gallen, Schweiz, 6Klinik für Allergologie, Arbeitsmedizin und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, Münster, 7Schwerpunkt Pneumologie, III. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Mainz, 8Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Zentrum für Allergie & Umwelt (ZAUM), Klinikum rechts der Isar, Technische Universität und Helmholtz- Zentrum München, 9Klinik für Dermatologie, Universität Freiburg, 10Klinik für Dermatologie, Eberhard Karls Universität Tübingen, 11Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Göttingen, 12Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, Medizinische Universität Augsburg, 13Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Mannheim, 14Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Campus Gießen, Justus-Liebig- Universität, Gießen, 15Gemeinschaftspraxis für Dermatologie, Erfurt, 16Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Lübeck, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Lungenzentrums (DZL), Lübeck, 17Med. Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, 18Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen, 19Asthma- und Allergiezentrum, Leverkusen, 20Klinik für Pädiatrie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 21Klinik für Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 22Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München; Christine Kühne-Zentrum für Allergieforschung und -bildung (CK-Care), Davos, Schweiz, 23Hautklinik, Universitätsmedizin Mainz, 24Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Medizinische Universität zu Lübeck, 25Zentrum für Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität München und Helmholtz-Zentrum München, 26Vorsitzender des Apothekenverbandes in Hessen, Hessischer Apothekerverband, Offenbach, 27Klinik für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Lungenzentrum Süd-West, Wangen im Allgäu, 28Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Mainz, 29Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, Leipziger interdisziplinäres Centrum für Allergologie – LICA, Leipzig, 30Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Klinik und Poliklinik für Kinderund Jugendmedizin, Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, 31Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes DAAB, Mönchengladbach, 32Dermatologische Gemeinschaftspraxis, Münster, 33Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Herford, Nordrhein-Westfalen, 34Klinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Charité-Universitätsmedizin Berlin, 35MACVIAFrance, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 36Allergie und Atemwegserkrankungen, DIMI, Universität Genua, Italien, 37Klinik für Innere Medizin, Universitätsklinikum Vall d‘Hebron, Barcelona, Spanien, 38Abteilung für Allergie und Immunologie, University of South Florida, Tampa, Florida, USA, 39Medizinische Beratung Czarlewski, Levallois, Frankreich, 40Abteilung Otorhinolaryngologie, Akademische Medizinische Zentren, Amsterdam, Niederlande, 41Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL, Bielefeld, 42Klinik für Hals-Nasen-Ohren- Heilkunde, Universitätskliniken Leuven, Belgien, 43Klinik für klinische Immunologie, Medizinische Universität Wroclaw und medizinisches Forschungsinstitut „ALL-MED“, Wroclaw (Breslau), Polen, 44Krankenhaus Médica Sur, México City, México, 45Unitat de Rinologia i Clínica de l‘Olfacte, Servei d‘ORL, Universitat de Barcelona, Klinische und experimentelle respiratorische Immunallergie, IDIBAPS, CIBERES, Barcelona, Spanien, 46Abteilung für Allergie, 2. Kinderklinik, Universität Athen, Griechenland, 47Haartman-Institut, Universität Helsinki, Finnland, 48Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 49MACVIA-LR CHU, Montpellier, Frankreich
Hintergrund: Die Anzahl der von Allergien betroffenen Patienten nimmt weltweit zu. Hiermit gehen erhebliche Kosten für die Gesundheits- und Sozialsysteme durch allergische Erkrankungen einher. Integrierte Versorgungskonzepte sind erforderlich, die innerhalb der nationalen Gesundheitssysteme eine umfassende Versorgung ermöglichen. Die ARIA-Initiative entwickelt international gültige Leitlinien für allergische Atemwegserkrankungen.
Methoden: ARIA dient der verbesserten Versorgung von Patienten mit Allergien und chronischen Atemwegserkrankungen. In Zusammenarbeit mit anderen internationalen Initiativen, nationalen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen im Bereich Allergien und Atemwegserkrankungen wurde eine realitätsnahe, integrative Versorgungsleitlinie („integrated care pathways“, ICPs) für eine digital unterstützte, integrative, individualisierte Behandlung von allergischer Rhinitis (AR) mit komorbidem Asthma entwickelt, die in der vorliegenden Arbeit auf das deutsche Gesundheitssystem übertragen wird.
Ergebnisse: Die vorliegende ICP-Versorgungsleitlinie umfasst wesentliche Bereiche der Versorgung von Patienten mit AR mit und ohne Asthma einschließlich der Sicht von Patienten und weiterer versorgungsnaher Gesundheitsdienstleister.
Diskussion: Eine umfassende ICP-Leitlinie kann die Versorgungsrealität wesentlich besser abbilden als herkömmliche Leitlinienmodelle.
Erstpublikation in Klimek L, Bachert C, Pfaar O et al. Allergo J Int. 2019; 28: 255-276.
https://doi.org/10.1007/s40629-019-00110-9Correspondence to:
Prof. Dr. Jean Bousquet
Centre Hospitalier Régional Universitaire de Montpellier (CHU)
371 Avenue du Doyen Gaston Giraud
34295 Montpellier Cedex 5, Frankreich
Email: [email protected]