Allergisches Kontaktekzem
S1-Leitlinie Kontaktekzem
H. Dickel, A. Bauer, R. Brehler, V. Mahler, H.F. Merk, I. Neustädter, K. Strömer, T. Werfel, M. Worm und J. Geier
Price
42.00 $
Jahrgang 45 (2022) p. 483 - 508
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 7/2022, S. 483-508
S1-Leitlinie Kontaktekzem*
H. Dickel1, A. Bauer2, R. Brehler3, V. Mahler4, H.F. Merk5, I. Neustädter6, K. Strömer7, T. Werfel8, M. Worm9 und J. Geier10
1Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Dresden, 3Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, Münster, 4Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Langen, 5Hautklinik, RWTH Aachen University, Aachen, 6Klinik Hallerwiese Cnopf‘sche Kinderklinik, Nürnberg, 7Privatpraxis Dr. Strömer, Ahaus, 8Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 9Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 10Zentrale des IVDK, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen
Das Kontaktekzem (syn. Kontaktdermatitis) ist eine durch äußere Einwirkungen ausgelöste Entzündung der Epidermis und der Dermis am Ort der Einwirkung. Die beiden Hauptformen sind das irritative und das allergische Kontaktekzem, die neben einer ausgeprägten Verminderung der Lebensqualität auch erhebliche gesundheits- und sozioökonomische Kosten verursachen. Wegweisend für die erforderlichen diagnostischen Maßnahmen sind die Anamnese und das klinische Bild. Eine möglichst genaue diagnostische Einordnung des Kontaktekzems mittels allergologischer Testung ist wichtig für das Krankheitsmanagement, da hier nicht nur die klassische Ekzemtherapie, sondern auch das Meiden der exogenen auslösenden Faktoren von großer Bedeutung sind. Die Wahl der Therapie sollte sich nach der Akuität, dem klinischen Schweregrad, der Morphologie der Läsionen und der Lokalisation des Kontaktekzems richten. Erforderlich ist eine bedarfsadaptierte Kombination aus Basistherapie, topischer, physikalischer und systemischer Therapie, wobei nicht alle Therapieformen gleichzeitig durchgeführt werden müssen, sondern variierend eingesetzt werden können. Primäre, sekundäre und tertiäre Präventionsstrategien zielen auf die Erkennung der auslösenden Noxen bzw. der auslösenden Allergene mit nachfolgender Kontaktvermeidung oder -minimierung. Die vorliegende S1-Leitlinie zum Kontaktekzem soll vor allem Dermatologen, Allergologen sowie allergologisch und berufsdermatologisch tätigen Ärzten eine Entscheidungshilfe für die Auswahl sowie die Durchführung einer geeigneten und suffizienten Diagnostik, Therapie und Prävention zur Verfügung zu stellen.
*Erstpublikation in JDDG.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.14734_gCorrespondence to:
Prof. Dr. med. Heinrich Dickel
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
St. Josef-Hospital
Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
Gudrunstraße 56
44791 Bochum
Email: [email protected]
Leitlinie
S1-Leitlinie Kontaktekzem
German S1 guidelines: Contact dermatitis
H. Dickel, A. Bauer, R. Brehler, V. Mahler, H.F. Merk, I. Neustädter, K. Strömer, T. Werfel, M. Worm und J. Geier
Jahrgang 70 (2022) p. 120 - 144
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 70, Nr. 3/2022, S. 120-144
S1-Leitlinie Kontaktekzem*
H. Dickel1, A. Bauer2, R. Brehler3, V. Mahler4, H.F. Merk5, I. Neustädter6, K. Strömer7, T. Werfel8, M. Worm9 und J. Geier10
1Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Dresden, 3Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, Münster, 4Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Langen, 5Hautklinik, RWTH Aachen University, Aachen, 6Klinik Hallerwiese Cnopf‘sche Kinderklinik, Nürnberg, 7Privatpraxis Dr. Strömer, Ahaus, 8Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 9Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 10Zentrale des IVDK, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen
Das Kontaktekzem (syn. Kontaktdermatitis) ist eine durch äußere Einwirkungen ausgelöste Entzündung der Epidermis und der Dermis am Ort der Einwirkung. Die beiden Hauptformen sind das irritative und das allergische Kontaktekzem, die neben einer ausgeprägten Verminderung der Lebensqualität auch erhebliche gesundheits- und sozioökonomische Kosten verursachen. Wegweisend für die erforderlichen diagnostischen Maßnahmen sind die Anamnese und das klinische Bild. Eine möglichst genaue diagnostische Einordnung des Kontaktekzems mittels allergologischer Testung ist wichtig für das Krankheitsmanagement, da hier nicht nur die klassische Ekzemtherapie, sondern auch das Meiden der exogenen auslösenden Faktoren von großer Bedeutung sind. Die Wahl der Therapie sollte sich nach der Akuität, dem klinischen Schweregrad, der Morphologie der Läsionen und der Lokalisation des Kontaktekzems richten. Erforderlich ist eine bedarfsadaptierte Kombination aus Basistherapie, topischer, physikalischer und systemischer Therapie, wobei nicht alle Therapieformen gleichzeitig durchgeführt werden müssen, sondern variierend eingesetzt werden können. Primäre, sekundäre und tertiäre Präventionsstrategien zielen auf die Erkennung der auslösenden Noxen bzw. der auslösenden Allergene mit nachfolgender Kontaktvermeidung oder -minimierung. Die vorliegende S1-Leitlinie zum Kontaktekzem soll vor allem Dermatologen, Allergologen sowie allergologisch und berufsdermatologisch tätigen Ärzten eine Entscheidungshilfe für die Auswahl sowie die Durchführung einer geeigneten und suffizienten Diagnostik, Therapie und Prävention zur Verfügung zu stellen.
*Erstpublikation in JDDG. https://onlinelibrarywiley.com/doi/10.1111/ddg.14734_gCorrespondence to:
Prof. Dr. med. Heinrich Dickel
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
St. Josef-Hospital
Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
Gudrunstraße 56
44791 Bochum
Email: [email protected]
Einführung von Grundnahrungsmitteln in Therapie und Prävention
Praktische Umsetzung der Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie Allergieprävention auf einer Entbindungsstation
Practical implementation of the recommendations of the current S3 guideline Allergy Prevention on a maternity ward
I. Neustädter und L. Kurzidim
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2023) p. 449 - 452
Abstract
Allergologie, Jahrgang 46, Nr. 7/2023, S. 449-452
Praktische Umsetzung der Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie Allergieprävention auf einer Entbindungsstation
I. Neustädter1 und L. Kurzidim2
1Cnopfsche Kinderklinik Nürnberg, 2Kinderklinik Westbrandenburg
Die neue S3-Leitlinie Allergieprävention erschien im Dezember 2021 und stellte die geburtshilflichen und neonatologisch-pädiatrischen Abteilungen vor die Mammutaufgabe, diese Empfehlungen umzusetzen. Das Ziel der Kuhmilch-Allergieprävention und der Atopie Prävention gilt es bereits in den ersten Lebenstagen bei der Auswahl der Neugeborenen-Ernährung zu beachten. Zur Prävention der Kuhmilchallergie in der Allgemeinbevölkerung soll die allergische Sensibilisierung mittels Vermeidung einer zeitlich begrenzten Zufütterung von Kuhmilchbasierter Formula reduziert werden. Das Ziel der Allergieprävention bei Familien mit positiver Atopie-Anamnese ist davon unabhängig zu sehen und betrifft die Ernährung des Neugeborenen und Säuglings mittels sogenannter hypoallergener Nahrung (HA-Nahrung). Für die Praxis bedeutet dies, es gibt keine Evidenz für HA-Nahrungen.Correspondence to:
Dr. med. Irena Neustädter
Cnopfsche Kinderklinik Nürnberg
Sankt-Johannis-Mühlgasse 19
90419 Nürnberg
Email: [email protected]
Leitlinie
Diagnose und Therapie der Bienen- und Wespengiftallergie
Diagnosis and treatment of Hymenoptera venom allergy
F. Ruëff, A. Bauer, S. Becker, R. Brehler, K. Brockow, A.M. Chaker, U. Darsow, J. Fischer, T. Fuchs, M. Gerstlauer, S. Gernert, E. Hamelmann, W. Hötzenecker, L. Klimek, L. Lange, H. Merk, N.K. Mülleneisen, I. Neustädter, W. Pfützner, W. Sieber, H. Sitter, C. Skudlik, R. Treudler, B. Wedi, S. Wöhrl, M. Worm und T. Jakob
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2023) p. 649 - 689
Abstract
Allergologie, Jahrgang 46, Nr. 10/2023, S. 649-689
Diagnose und Therapie der Bienen- und Wespengiftallergie
F. Ruëff1, A. Bauer2, S. Becker3, R. Brehler4, K. Brockow5, A.M. Chaker6, U. Darsow5, J. Fischer7, T. Fuchs8, M. Gerstlauer9, S. Gernert10, E. Hamelmann11, W. Hötzenecker12, L. Klimek13, L. Lange10, H. Merk14, N.K. Mülleneisen15, I. Neustädter16, W. Pfützner17, W. Sieber18, H. Sitter19, C. Skudlik20, R. Treudler21, B. Wedi22, S. Wöhrl23, M. Worm24 und T. Jakob25
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technischen Universität Dresden, 3Universität HNO-Klinik, Tübingen, 4Klinik für Hautkrankheiten, Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, 5Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 6Universität HNO-Klinik, Technische Universität München, 7Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum Oldenburg, 8Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, 9Klinik für Kinder und Jugendliche, Universitätsklinikum Augsburg, 10Abteilung für Pädiatrie, St. Marien- Hospital, GFO Kliniken, Bonn, 11Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Zentrum Bethel, Universitätsklinikum OWL, Universität Bielefeld, 12Med Campus III, Kepler Universitätsklinikum GmbH, Linz, Österreich, 13Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 14Klinik für Dermatologie und Allergologie, Rheinisch- Westfälische Technische Hochschule Aachen, 15Asthma-Allergiezentrum, Leverkusen, 16Cnopfsche Kinderklinik, Nürnberg, 17Klinik für Dermatologie und Allergologie, UKGM Standort Marburg, Philipps-Universität Marburg, 18Krankenhaus Wörth an der Donau, 19Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg, 20Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück und BG Klinikum Hamburg, Osnabrück und Hamburg, 21Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, 22Comprehensive Allergy Center, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 23Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ), Wien, Österreich, 24Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Berlin, 25Klinik für Dermatologie und Allergologie, UKGM Standort Gießen, Justus Liebig Universität Gießen
Bei einem Stich von Hymenopteren (Blattflügler) wie zum Beispiel Bienen oder Wespen wird Hymenopterengift (HG) in die Haut injiziert. Einige Bestandteile der HGe sind potenzielle Allergene und können bei entsprechend sensibilisierten Individuen verstärkte lokale und/oder systemische allergische Reaktionen (SAR) verursachen. Etwa 3% der Allgemeinbevölkerung entwickeln im Lauf ihres Lebens SAR nach einem Hymenopterenstich. Diese Leitlinie stellt das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei SAR nach einem Hymenopterenstich dar. Nach einer verstärkten lokalen Reaktion ist i. d. R. zwar eine symptomatische Therapie, jedoch keine spezifische Diagnostik oder eine Allergen-Immuntherapie mit HG (HG-AIT) erforderlich. Nach einer SAR sollen in der Anamnese mögliche Risikofaktoren für häufigere Stichereignisse und für schwerer verlaufende anaphylaktische Reaktionen erfasst werden. Für schwerere Reaktionen stellen Mastzellerkrankungen und vor allem im Kindesalter unkontrolliertes Asthma die wichtigsten Risikofaktoren dar. Daher sollen ab einer über die Haut hinausgehenden SAR (gemäß Klassifikation nach Ring und Messmer > Schweregrad I) zur Erfassung einer möglichen Mastozytose eine Bestimmung der basalen Serumtryptase und eine Hautinspektion erfolgen. Nach Asthmasymptomen soll gezielt gefragt werden. Der Nachweis einer HG-Sensibilisierung erfolgt mittels Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern (sIgE) gegen Bienen- und/oder Wespengift bzw. deren Komponenten, gegebenenfalls auch gegen andere Gifte. Bei negativen Testergebnissen, die weniger als 2 Wochen nach der Stichreaktion erhoben wurden, sollen die Tests wiederholt werden (frühestens ab 4 – 6 Wochen nach der Stichreaktion). Wurde primär nur die Bestimmung von sIgE gegen die Gesamtgiftextrakte vorgenommen, soll bei Doppelsensibilisierung oder einem nicht plausiblen Ergebnis eine Testung von sIgE gegen die verschiedenen Giftkomponenten erfolgen. Hauttests können unterbleiben, wenn mit In-vitro-Verfahren bereits eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann. Kann weder mittels Labordiagnostik noch mittels Hauttests eine therapierelevante Entscheidung getroffen werden, können gegebenenfalls zusätzlich zelluläre Tests durchgeführt werden. Die Therapie einer HG-Allergie umfasst Expositionsprophylaxe, Selbsthilfemaßnahmen des Patienten (einschließlich der Anwendung einer Notfallmedikation) bei erneutem Stich und eine HG-AIT. Nach einer SAR vom Schweregrad I und wenn keine sonstigen Risikofaktoren für häufigere Stiche oder schwerere Verläufe einer Anaphylaxie vorliegen, sind weder die Verordnung eines Adrenalin-Autoinjektors (AAI) noch die Durchführung einer HG-AIT erforderlich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch bei vorangegangener SAR vom Schweregrad I eine AIT vorgenommen werden, zum Beispiel bei zusätzlichen Risikofaktoren oder Einschränkung der Lebensqualität durch eine unterlassene HG-AIT. Kontraindikationen der HG-AIT sind zu beachten, wobei sie in begründeten Einzelfällen unter Abwägung von Nutzen und Risiko dennoch erfolgen kann. Die Anwendung von Betablockern und ACE-Hemmern stellen keine Kontraindikation für die Durchführung einer HG-AIT dar. Die Patienten sollten über mögliche Interaktionen aufgeklärt werden. Für die HG-AIT soll der Giftextrakt verwendet werden, der gemäß der Anamnese und der Ergebnisse der allergologischen Diagnostik krankheitsursächlich war. Ist bei Doppel-Sensibilisierung und unklarer Anamnese hinsichtlich des Auslösers auch mit zusätzlichen diagnostischen Verfahren keine Festlegung auf das krankheitsursächliche Gift möglich, soll eine HG-AIT mit beiden Giftextrakten erfolgen. Die Standarderhaltungsdosis der HG-AIT beträgt 100 µg HG. Bei Bienengiftallergie und erhöhtem Stichrisiko oder dem Risiko für besonders schwere Anaphylaxie kann bei Erwachsenen ab Beginn eine Erhaltungsdosis von 200 µg erwogen werden. Die Gabe eines nicht sedierenden H1-blockierenden Antihistaminikums zur Minderung von Nebenwirkungen ist möglich. Die Erhaltungsdosis sollte im 1. Jahr im Abstand von 4 Wochen und, unter Berücksichtigung der Herstellerinformationen je nach verwendetem Präparat ab dem 2. Jahr alle 5 – 6 Wochen erfolgen, bei Verwendung eines Depotpräparats kann ab dem 3. Jahr das Intervall auf 8 Wochen ausgedehnt werden. Im Falle bedeutsamer wiederholt auftretender Systemreaktionen im Zuge der HG-AIT sollen diese Reaktion begünstigende Ko-Faktoren ermittelt und ausgeschaltet werden. Ist dieses nicht möglich oder liegen keine entsprechenden Ko-Faktoren vor, ist eine präventive Gabe eines H1-blockierenden Antihistaminikum nicht wirksam und hat eine Höherdosierung der HG-AIT nicht eine Verträglichkeit der HG-AIT bewirkt, sollte eine begleitende Behandlung mit einem Anti-IgE-Antikörper (Omalizumab) im Rahmen eines Off-label-use vorgenommen werden. Unter stationärer Überwachung und Notfallbereitschaft vorzunehmende Stichprovokationen zur Überprüfung des Therapieerfolges können aus Praktikabilitätsgründen nur wenigen Patienten angeboten werden. Voraussetzung dafür ist, dass die HG-AIT in der geplanten Erhaltungsdosis vertragen wird. Wenn unter Anwendung eines ACE-Hemmers ein Therapieversagen evident ist, sollte das Absetzen des ACE-Hemmers erwogen werden. Bei fehlender Toleranzinduktion soll eine Erhöhung der Erhaltungsdosis auf 200 µg bis maximal 400 µg, bei Kindern maximal 200 µg HG erfolgen. Falls sich auch durch eine Erhöhung der Erhaltungsdosis kein ausreichender Schutz erreichen lässt und Risikofaktoren für eine schwere Verlaufsform der Anaphylaxie nach Stich bestehen, sollte während der relevanten Insektenflugzeit eine Komedikation mit einem Anti-IgE-Antikörper (Omalizumab) im Rahmen eines Off-label-use erwogen werden. Bei Patienten ohne besondere Risikokonstellationen kann die HG-AIT nach 3 – 5 Jahren beendet werden, sofern die Erhaltungstherapie ohne wiederholte anaphylaktische Nebenwirkungen vertragen wurde. Eine längere bzw. dauerhafte HG-AIT kann erwogen werden u. a. bei Vorliegen einer Mastozytose, Z. n. Herz-/Kreislauf- oder Atemstillstand aufgrund eines Hymenopterenstichs (Schweregrad IV) oder anderen besonderen Konstellationen für ein erhöhtes individuelles Risiko erneuter und/oder schwerer SAR (zum Beispiel hereditäre Alpha-Tryptasämie). Bei stark erhöhter, nicht vermeidbarer Insektenexposition kann bei Erwachsenen die HG-AIT bis zum Ende des intensiven Kontaktes erfolgen. Auf die Verordnung eines AAI kann bei Patienten mit Anamnese eines SAR Schweregrad I bzw. II und fehlendem Vorliegen von Risikofaktoren verzichtet werden, wenn die Erhaltungsdosis einer HG-AIT erreicht und vertragen wurde, ebenso nach Beendigung einer HG-AIT. Bei Patienten mit SAR Schweregrad > III oder bei Patienten mit SAR Schweregrad II und zusätzlichen Risikofaktoren für ein Nicht-Ansprechen auf die HG-AIT oder eine erneute schwere Stichreaktion, sollen diese sowohl während als auch nach Ende der HG-AIT ein Notfallset mit AAI mitführen.
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren


Zitierung:
Ruëff F, Bauer A, Becker S, Brehler R, Brockow K, Chaker AM, Darsow U, Fischer J, Fuchs T, Gerstlauer M, Gernert S, Hamelmann E, Hötzenecker W, Klimek L, Lange L, Merk H, Mülleneisen NK, Neustädter I, Pfützner W, Sieber W, Sitter H, Skudlik C, Treudler R, Wedi B, Wöhrl S, Worm M, Jakob T. Diagnosis and treatment of Hymenoptera venom allergy. Allergol Select. 2023; 7: 154-190.
DOI 10.5414/ALX02430ECorrespondence to:
Prof. Dr. med. Franziska Ruëff
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Klinikum der Universität München
Frauenlobstraße 9-11
80337 München
Email: [email protected]
Leitlinie
Diagnose und Therapie der Bienen- und Wespengiftallergie
Diagnosis and treatment of Hymenoptera venom allergy
F. Ruëff, A. Bauer, S. Becker, R. Brehler, K. Brockow, A.M. Chaker, U. Darsow, J. Fischer, T. Fuchs, M. Gerstlauer, S. Gernert, E. Hamelmann, W. Hötzenecker, L. Klimek, L. Lange, H. Merk, N.K. Mülleneisen, I. Neustädter, W. Pfützner, W. Sieber, H. Sitter, C. Skudlik, R. Treudler, B. Wedi, S. Wöhrl, M. Worm und T. Jakob
Jahrgang 72 (2024) p. 16 - 55
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 72, Nr. 1/2024, S. 16-55
Diagnose und Therapie der Bienen- und Wespengiftallergie
F. Ruëff1, A. Bauer2, S. Becker3, R. Brehler4, K. Brockow5, A.M. Chaker6, U. Darsow5, J. Fischer7, T. Fuchs8, M. Gerstlauer9, S. Gernert10, E. Hamelmann11, W. Hötzenecker12, L. Klimek13, L. Lange10, H. Merk14, N.K. Mülleneisen15, I. Neustädter16, W. Pfützner17, W. Sieber18, H. Sitter19, C. Skudlik20, R. Treudler21, B. Wedi22, S. Wöhrl23, M. Worm24 und T. Jakob25
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technischen Universität Dresden, 3Universität HNO-Klinik, Tübingen, 4Klinik für Hautkrankheiten, Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, 5Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 6Universität HNO-Klinik, Technische Universität München, 7Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie, Klinikum Oldenburg, 8Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, 9Klinik für Kinder und Jugendliche, Universitätsklinikum Augsburg, 10Abteilung für Pädiatrie, St. Marien- Hospital, GFO Kliniken, Bonn, 11Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder-Zentrum Bethel, Universitätsklinikum OWL, Universität Bielefeld, 12Med Campus III, Kepler Universitätsklinikum GmbH, Linz, Österreich, 13Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 14Klinik für Dermatologie und Allergologie, Rheinisch- Westfälische Technische Hochschule Aachen, 15Asthma-Allergiezentrum, Leverkusen, 16Cnopfsche Kinderklinik, Nürnberg, 17Klinik für Dermatologie und Allergologie, UKGM Standort Marburg, Philipps-Universität Marburg, 18Krankenhaus Wörth an der Donau, 19Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg, 20Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück und BG Klinikum Hamburg, Osnabrück und Hamburg, 21Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universität Leipzig, 22Comprehensive Allergy Center, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 23Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ), Wien, Österreich, 24Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Berlin, 25Klinik für Dermatologie und Allergologie, UKGM Standort Gießen, Justus Liebig Universität Gießen
Bei einem Stich von Hymenopteren (Blattflügler) wie zum Beispiel Bienen oder Wespen wird Hymenopterengift (HG) in die Haut injiziert. Einige Bestandteile der HGe sind potenzielle Allergene und können bei entsprechend sensibilisierten Individuen verstärkte lokale und/oder systemische allergische Reaktionen (SAR) verursachen. Etwa 3% der Allgemeinbevölkerung entwickeln im Lauf ihres Lebens SAR nach einem Hymenopterenstich. Diese Leitlinie stellt das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei SAR nach einem Hymenopterenstich dar. Nach einer verstärkten lokalen Reaktion ist i. d. R. zwar eine symptomatische Therapie, jedoch keine spezifische Diagnostik oder eine Allergen-Immuntherapie mit HG (HG-AIT) erforderlich. Nach einer SAR sollen in der Anamnese mögliche Risikofaktoren für häufigere Stichereignisse und für schwerer verlaufende anaphylaktische Reaktionen erfasst werden. Für schwerere Reaktionen stellen Mastzellerkrankungen und vor allem im Kindesalter unkontrolliertes Asthma die wichtigsten Risikofaktoren dar. Daher sollen ab einer über die Haut hinausgehenden SAR (gemäß Klassifikation nach Ring und Messmer > Schweregrad I) zur Erfassung einer möglichen Mastozytose eine Bestimmung der basalen Serumtryptase und eine Hautinspektion erfolgen. Nach Asthmasymptomen soll gezielt gefragt werden. Der Nachweis einer HG-Sensibilisierung erfolgt mittels Bestimmung von spezifischen IgE-Antikörpern (sIgE) gegen Bienen- und/oder Wespengift bzw. deren Komponenten, gegebenenfalls auch gegen andere Gifte. Bei negativen Testergebnissen, die weniger als 2 Wochen nach der Stichreaktion erhoben wurden, sollen die Tests wiederholt werden (frühestens ab 4 – 6 Wochen nach der Stichreaktion). Wurde primär nur die Bestimmung von sIgE gegen die Gesamtgiftextrakte vorgenommen, soll bei Doppelsensibilisierung oder einem nicht plausiblen Ergebnis eine Testung von sIgE gegen die verschiedenen Giftkomponenten erfolgen. Hauttests können unterbleiben, wenn mit In-vitro-Verfahren bereits eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann. Kann weder mittels Labordiagnostik noch mittels Hauttests eine therapierelevante Entscheidung getroffen werden, können gegebenenfalls zusätzlich zelluläre Tests durchgeführt werden. Die Therapie einer HG-Allergie umfasst Expositionsprophylaxe, Selbsthilfemaßnahmen des Patienten (einschließlich der Anwendung einer Notfallmedikation) bei erneutem Stich und eine HG-AIT. Nach einer SAR vom Schweregrad I und wenn keine sonstigen Risikofaktoren für häufigere Stiche oder schwerere Verläufe einer Anaphylaxie vorliegen, sind weder die Verordnung eines Adrenalin-Autoinjektors (AAI) noch die Durchführung einer HG-AIT erforderlich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch bei vorangegangener SAR vom Schweregrad I eine AIT vorgenommen werden, zum Beispiel bei zusätzlichen Risikofaktoren oder Einschränkung der Lebensqualität durch eine unterlassene HG-AIT. Kontraindikationen der HG-AIT sind zu beachten, wobei sie in begründeten Einzelfällen unter Abwägung von Nutzen und Risiko dennoch erfolgen kann. Die Anwendung von Betablockern und ACE-Hemmern stellen keine Kontraindikation für die Durchführung einer HG-AIT dar. Die Patienten sollten über mögliche Interaktionen aufgeklärt werden. Für die HG-AIT soll der Giftextrakt verwendet werden, der gemäß der Anamnese und der Ergebnisse der allergologischen Diagnostik krankheitsursächlich war. Ist bei Doppel-Sensibilisierung und unklarer Anamnese hinsichtlich des Auslösers auch mit zusätzlichen diagnostischen Verfahren keine Festlegung auf das krankheitsursächliche Gift möglich, soll eine HG-AIT mit beiden Giftextrakten erfolgen. Die Standarderhaltungsdosis der HG-AIT beträgt 100 µg HG. Bei Bienengiftallergie und erhöhtem Stichrisiko oder dem Risiko für besonders schwere Anaphylaxie kann bei Erwachsenen ab Beginn eine Erhaltungsdosis von 200 µg erwogen werden. Die Gabe eines nicht sedierenden H1-blockierenden Antihistaminikums zur Minderung von Nebenwirkungen ist möglich. Die Erhaltungsdosis sollte im 1. Jahr im Abstand von 4 Wochen und, unter Berücksichtigung der Herstellerinformationen je nach verwendetem Präparat ab dem 2. Jahr alle 5 – 6 Wochen erfolgen, bei Verwendung eines Depotpräparats kann ab dem 3. Jahr das Intervall auf 8 Wochen ausgedehnt werden. Im Falle bedeutsamer wiederholt auftretender Systemreaktionen im Zuge der HG-AIT sollen diese Reaktion begünstigende Ko-Faktoren ermittelt und ausgeschaltet werden. Ist dieses nicht möglich oder liegen keine entsprechenden Ko-Faktoren vor, ist eine präventive Gabe eines H1-blockierenden Antihistaminikum nicht wirksam und hat eine Höherdosierung der HG-AIT nicht eine Verträglichkeit der HG-AIT bewirkt, sollte eine begleitende Behandlung mit einem Anti-IgE-Antikörper (Omalizumab) im Rahmen eines Off-label-use vorgenommen werden. Unter stationärer Überwachung und Notfallbereitschaft vorzunehmende Stichprovokationen zur Überprüfung des Therapieerfolges können aus Praktikabilitätsgründen nur wenigen Patienten angeboten werden. Voraussetzung dafür ist, dass die HG-AIT in der geplanten Erhaltungsdosis vertragen wird. Wenn unter Anwendung eines ACE-Hemmers ein Therapieversagen evident ist, sollte das Absetzen des ACE-Hemmers erwogen werden. Bei fehlender Toleranzinduktion soll eine Erhöhung der Erhaltungsdosis auf 200 µg bis maximal 400 µg, bei Kindern maximal 200 µg HG erfolgen. Falls sich auch durch eine Erhöhung der Erhaltungsdosis kein ausreichender Schutz erreichen lässt und Risikofaktoren für eine schwere Verlaufsform der Anaphylaxie nach Stich bestehen, sollte während der relevanten Insektenflugzeit eine Komedikation mit einem Anti-IgE-Antikörper (Omalizumab) im Rahmen eines Off-label-use erwogen werden. Bei Patienten ohne besondere Risikokonstellationen kann die HG-AIT nach 3 – 5 Jahren beendet werden, sofern die Erhaltungstherapie ohne wiederholte anaphylaktische Nebenwirkungen vertragen wurde. Eine längere bzw. dauerhafte HG-AIT kann erwogen werden u. a. bei Vorliegen einer Mastozytose, Z. n. Herz-/Kreislauf- oder Atemstillstand aufgrund eines Hymenopterenstichs (Schweregrad IV) oder anderen besonderen Konstellationen für ein erhöhtes individuelles Risiko erneuter und/oder schwerer SAR (zum Beispiel hereditäre Alpha-Tryptasämie). Bei stark erhöhter, nicht vermeidbarer Insektenexposition kann bei Erwachsenen die HG-AIT bis zum Ende des intensiven Kontaktes erfolgen. Auf die Verordnung eines AAI kann bei Patienten mit Anamnese eines SAR Schweregrad I bzw. II und fehlendem Vorliegen von Risikofaktoren verzichtet werden, wenn die Erhaltungsdosis einer HG-AIT erreicht und vertragen wurde, ebenso nach Beendigung einer HG-AIT. Bei Patienten mit SAR Schweregrad > III oder bei Patienten mit SAR Schweregrad II und zusätzlichen Risikofaktoren für ein Nicht-Ansprechen auf die HG-AIT oder eine erneute schwere Stichreaktion, sollen diese sowohl während als auch nach Ende der HG-AIT ein Notfallset mit AAI mitführen.
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Franziska Ruëff
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Klinikum der Universität München
Frauenlobstraße 9-11
80337 München
Email: [email protected]
Einführung von Grundnahrungsmitteln in Therapie und Prävention
Praktische Umsetzung der Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie Allergieprävention auf einer Entbindungsstation
Practical implementation of the recommendations of the current S3 guideline Allergy Prevention on a maternity ward
I. Neustädter und L. Kurzidim
Price
42.00 $
Jahrgang 36 (2024) p. 58 - 61
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 36, Nr. 2/2024, S. 58-61
Praktische Umsetzung der Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie Allergieprävention auf einer Entbindungsstation
I. Neustädter1 und L. Kurzidim2
1Cnopfsche Kinderklinik Nürnberg, 2Kinderklinik Westbrandenburg
Die neue S3-Leitlinie Allergieprävention erschien im Dezember 2021 und stellte die geburtshilflichen und neonatologisch-pädiatrischen Abteilungen vor die Mammutaufgabe, diese Empfehlungen umzusetzen. Das Ziel der Kuhmilch-Allergieprävention und der Atopie Prävention gilt es bereits in den ersten Lebenstagen bei der Auswahl der Neugeborenen-Ernährung zu beachten. Zur Prävention der Kuhmilchallergie in der Allgemeinbevölkerung soll die allergische Sensibilisierung mittels Vermeidung einer zeitlich begrenzten Zufütterung von Kuhmilchbasierter Formula reduziert werden. Das Ziel der Allergieprävention bei Familien mit positiver Atopie-Anamnese ist davon unabhängig zu sehen und betrifft die Ernährung des Neugeborenen und Säuglings mittels sogenannter hypoallergener Nahrung (HA-Nahrung). Für die Praxis bedeutet dies, es gibt keine Evidenz für HA-Nahrungen.
Erstpublikation in Allergologie. 2023; 46: 449-452Correspondence to:
Dr. med. Irena Neustädter
Cnopfsche Kinderklinik Nürnberg
Sankt-Johannis-Mühlgasse 19
90419 Nürnberg
Email: [email protected]
Leitlinie
S3-Leitlinie Atopische Dermatitis: Teil 1 – Allgemeine Aspekte, topische und nichtmedikamentöse Therapien, besondere Patientengruppen
S3 guideline Atopic dermatitis: Part 1 – General aspects, topical and non-drug therapies, special patient groups
T. Werfel, A. Heratizadeh, W. Aberer, M. Augustin, T. Biedermann, A. Bauer, R. Fölster-Holst, J. Kahle, M. Kinberger, K. Nemat, I. Neustädter, E. Peters, R. von Kiedrowski, P. Schmid-Grendelmeier, J. Schmitt, T. Schwennesen, D. Simon, T. Spindler, C. Traidl-Hoffmann, R.N. Werner, A. Wollenberg, M. Worm und H. Ott
Price
42.00 $
Jahrgang 47 (2024) p. 453 - 474
Abstract
Allergologie, Jahrgang 47, Nr. 8/2024, S. 453-474
S3-Leitlinie Atopische Dermatitis: Teil 1 – Allgemeine Aspekte, topische und nichtmedikamentöse Therapien, besondere Patientengruppen
T. Werfel1, A. Heratizadeh1, W. Aberer2, M. Augustin3, T. Biedermann4, A. Bauer5, R. Fölster- Holst6, J. Kahle7, M. Kinberger8, K. Nemat9, I. Neustädter10, E. Peters11, R. von Kiedrowski12, P. Schmid-Grendelmeier13, J. Schmitt14, T. Schwennesen15, D. Simon16, T. Spindler17, C. Traidl-Hoffmann18, R.N. Werner8, A. Wollenberg19#20, M. Worm21 und H. Ott22
1Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 2Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich, 3Kompetenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm), Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg, 4Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 5Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, 6Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, 7Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) e. V., Mönchengladbach, 8Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Division of Evidence-Based Medicine (dEBM), Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, 9Praxis für Kinderpneumologie und Allergologie, Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt (Kid), Dresden, 10Klinik Hallerwiese, Cnopfsche Kinderklinik, Nürnberg, 11Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Gießen (UKGM), Gießen, 12Hautarztpraxis, Selters, 13Allergiestation, Dermatologische Klinik, UniversitätsSpital Zürich, Zürich, Schweiz, 14Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV), Medizinische Fakultät Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 15Deutscher Neurodermitisbund (DNB) e. V., Hamburg, 16Universitätsklinik für Dermatologie, Inselspital Bern, Bern, Schweiz, 17Fachklinik für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Wangen, 18Institut für Umweltmedizin, Universitätsklinikum Augsburg, 19Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Augsburg, Augsburg, 20Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwigs-Maximilians-Universität, München, 21Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, 22Fachbereich Pädiatrische Dermatologie und Allergologie, Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover
Diese S3-Leitlinie wurde auf der Basis der europäischen S3-Leitlinie unter besonderer Berücksichtigung der medizinischen Gegebenheiten im deutschsprachigen Raum und mit Ergänzungen der deutschsprachigen Vorgängerversion erstellt. Die interdisziplinäre Leitlinienkommission bestand aus Vertretern der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen, der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie, der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Rehabilitation und Prävention, der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie, dem Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung, dem Deutschen Neurodermitis Bund und dem Deutschen Allergie- und Asthmabund. Dieser erste Teil der Leitlinie geht auf die Definition und die diagnostischen Aspekte der atopischen Dermatitis (AD) ein, behandelt die topische Therapie sowie die nichtmedikamentösen Therapieverfahren wie die UV-Therapie, die psychoedukative Therapie, diätische Interventionen bei AD, die Allergen spezifische Immuntherapie bei AD und die Komplementärmedizin. Auch behandelt dieser Teil der Leitlinie die besonderen Aspekte der AD bei Kindern und Jugendlichen, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit sowie bei Kinderwunsch. Außerdem wird auf berufsbezogene Aspekte der AD eingegangen und die Perspektive der Patienten hervorgehoben. Der zweite, separat publizierte Teil der Leitlinie adressiert die systemische Therapie der AD.
Erstpublikation in JDDG. 2024; 22: 137-155.
DOI 10.1111/ddg.15230_gCorrespondence to:
Prof. Dr. med. Thomas Werfel
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Email: [email protected]
Leitlinie
S3-Leitlinie Atopische Dermatitis: Teil 2 – Systemische Therapie
S3 guideline Atopic dermatitis: Part 2 - Systemic treatment
T. Werfel, A. Heratizadeh, W. Aberer, M. Augustin, T. Biedermann, A. Bauer, R. Fölster-Holst, J. Kahle, M. Kinberger, K. Nemat, I. Neustädter, E. Peters, R. von Kiedrowski, P. Schmid-Grendelmeier, J. Schmitt, T. Schwennesen, D. Simon, T. Spindler, C. Traidl-Hoffmann, R.N. Werner, A. Wollenberg, M. Worm und H. Ott
Price
42.00 $
Jahrgang 47 (2024) p. 475 - 494
Abstract
Allergologie, Jahrgang 47, Nr. 8/2024, S. 475-494
S3-Leitlinie Atopische Dermatitis: Teil 2 – Systemische Therapie
T. Werfel1, A. Heratizadeh1, W. Aberer2, M. Augustin3, T. Biedermann4, A. Bauer5, R. Fölster- Holst6, J. Kahle7, M. Kinberger8, K. Nemat9, I. Neustädter10, E. Peters11, R. von Kiedrowski12, P. Schmid-Grendelmeier13, J. Schmitt14, T. Schwennesen15, D. Simon16, T. Spindler17, C. Traidl-Hoffmann18, R.N. Werner8, A. Wollenberg19#20, M. Worm21 und H. Ott22
1Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 2Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich, 3Kompetenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm), Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg, 4Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 5Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, 6Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, 7Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) e. V., Mönchengladbach, 8Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Division of Evidence-Based Medicine (dEBM), Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, 9Praxis für Kinderpneumologie und Allergologie, Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt (Kid), Dresden, 10Klinik Hallerwiese, Cnopfsche Kinderklinik, Nürnberg, 11Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Gießen (UKGM), Gießen, 12Hautarztpraxis, Selters, 13Allergiestation, Dermatologische Klinik, UniversitätsSpital Zürich, Zürich, Schweiz, 14Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV), Medizinische Fakultät Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 15Deutscher Neurodermitisbund (DNB) e. V., Hamburg, 16Universitätsklinik für Dermatologie, Inselspital Bern, Bern, Schweiz, 17Fachklinik für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Wangen, 18Institut für Umweltmedizin, Universitätsklinikum Augsburg, 19Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Augsburg, Augsburg, 20Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwigs-Maximilians-Universität, München, 21Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, 22Fachbereich Pädiatrische Dermatologie und Allergologie, Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover
Die vorliegende S3-Leitlinie wurde auf der Basis der europäischen englischsprachigen S3-Leitlinie unter besonderer Berücksichtigung der medizinischen Gegebenheiten im deutschsprachigen Raum und mit Ergänzungen der deutschsprachigen Vorgängerversion, entsprechend den Kriterien der AWMF, erstellt. Dieser zweite Teil der Leitlinie behandelt die systemische Therapie der atopischen Dermatitis (AD). Eingegangen wird unter anderem auf die Indikationsstellung für eine Systemtherapie bei Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Patienten mit AD. Darüber hinaus werden alle für die AD zugelassenen Medikamente wie die Biologika Dupilumab und Tralokinumab, die Januskinase-Inhibitoren Abrocitinib, Baricitinib und Upadacitinib sowie die konventionellen immunsuppressiven Therapien mit systemischen Glukokortikosteroiden und Ciclosporin adressiert. Systemische Off-Label-Therapien werden ebenfalls behandelt. Der separat publizierte erste Teil der Leitlinie umfasst die Definition und diagnostischen Aspekte der AD, beschreibt die topische Therapie sowie nichtmedikamentöse Therapieverfahren und geht auf Aspekte bei besonderen Patientengruppen ein.
Erstpublikation in JDDG. 2024; 22: 307-322.
DOI 10.1111/ddg.15229_gCorrespondence to:
Prof. Dr. med. Thomas Werfel
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
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Arzneimittelallergie, Teil 1: Klinische Präsentationen und Vorgehen bei Arzneimittelallergien
Delabeling durch direkte Provokationstestung bei anamnestisch verzögerter Beta-Laktam- Antibiotika-Reaktion im Kindes- und Jugendalter. Konsensuspapier der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin, der Deutschen Gesellsc
“Delabeling” by direct provocation testing in children and adolescents with a suspected history of a delayed reaction to betalactam antibiotics – consensus paper of the Gesellschaft für pädiatrische Allergologie und Umweltmediz
I. Neustädter, S. Blatt, G. Wurpts, H. Dickel, C. Walter, W. Aberer, S. Bode, T. Buhl, S. Gernert, S. Harner, G. Heine, S. Kerzel, M. Köhler, L. Lange, J. List, H.F. Merk, T. Nüßlein, H. Ott, F. Sattler, A. Schuster, H. Straube, B. Wedi, T. Zuberbier und K. Brockow
Price
42.00 $
Jahrgang 48 (2025) p. 7 - 13
Abstract
Allergologie, Jahrgang 48, Nr. 1/2025, S. 7-13
Delabeling durch direkte Provokationstestung bei anamnestisch verzögerter Beta-Laktam- Antibiotika-Reaktion im Kindes- und Jugendalter. Konsensuspapier der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin, der Deutschen Gesellsc
I. Neustädter1, S. Blatt1, G. Wurpts3, H. Dickel4, C. Walter5, W. Aberer6, S. Bode7, T. Buhl8, S. Gernert9, S. Harner10, G. Heine11, S. Kerzel10, M. Köhler12, L. Lange9, J. List13, H.F. Merk2, T. Nüßlein14, H. Ott15, F. Sattler12, A. Schuster16, H. Straube17, B. Wedi18, T. Zuberbier19 und K. Brockow2
1Kinder- und Jugendmedizin, Diakoneo Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik, Nürnberg, 2Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 3Klinik für Dermatologie und Allergologie, Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC), Universitätsklinik der RWTH Aachen, 4Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, 5Praxis für Kinder- und Jugendmedizin Bad Homburg, 6Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Österreich, 7Universitätsklinik für Kinder- und Jugendliche, Ulm, 8Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, 9Abteilung für Pädiatrie, St. Marien Hospital, GFO Kliniken, Bonn, 10Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität Regensburg, 11Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, 12Asthma- und Allergieambulanz, Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU Klinikum der Universität, München, 13Universität Freiburg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Freiburg, 14Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Koblenz, 15Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult, Hannover, 16Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, 17Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret, Darmstadt, 18Hannover Medical School, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Hannover, 19Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Hintergrund: Circa 10% europäischer Kinder werden als allergisch auf Arzneimittel eingestuft. Bei der Mehrzahl der Kinder liegt keine Allergie auf Beta-Laktam-Antibiotika (BLA), sondern zumeist ein infektiöses Exanthem vor.
Methodik: In dieser Arbeit werden Ursachen und Folgen aufgezeigt und eine Empfehlung zur Diagnostik bei Verdacht auf eine BLA-Allergie bei anamnestisch verzögerter BLA-Reaktion aufgeführt. Dazu wurde durch E-Mail-Umlaufverfahren eine Vorlage angepasst und der Konsensus der Mitglieder der Arbeitsgruppen Arzneimittelallergie der beteiligten Fachgesellschaften eingeholt.
Ergebnis: Der anamnestische Hinweis auf eine BLA-Allergie kann sich negativ auf eine zukünftige antibiotische Behandlung auswirken. Dabei treten gerade bei Kindern mit fieberhaften Infekten häufig infektassoziierte Exantheme auf, die nicht in ursächlichem Zusammenhang mit der Arzneimittelverabreichung stehen. Umso wichtiger ist es bei Kindern und Jugendlichen mit Verdacht auf eine Überempfindlichkeitsreaktion, ein standardisiertes Vorgehen zur Abklärung empfehlen zu können. Durch die Anamnese sollte überprüft werden, ob das klinische Bild der Reaktion mit einer Arzneimittelallergie vereinbar ist oder ob eine alternative Diagnose gestellt werden muss. Ein milde verlaufendes makulopapulöses Exanthem (MPE) kann Ausdruck einer Arzneimittelallergie, aber auch eines unspezifischen Virusexanthems sein. Das unkomplizierte MPE geht ohne wesentlichen Systembefall sowie ohne Beteiligung der Schleimhäute und kutaner Blasenbildung einher. Nur bei einer geringen Zahl von Kindern mit unkomplizierten MPEs zeigen sich positive Hauttests und auch durch Provokationstestungen können nur ca. 7 bis 16% der BLA-Verdachtsdiagnosen bestätigt werden. Somit kann bei Kindern nach Auftreten von unkomplizierten MPE (benign rash) auch ohne vorherige Hauttests eine ambulante Arzneimittelprovokation erfolgen. In dieser Arbeit wird ein 3-tägiges ambulantes Direktprovokationsschema zum BLA-Delabeling bei Kindern mit unkompliziertem MPE vorgestellt.
Schlussfolgerung: Vielen Kindern und Jugendlichen werden nach unkompliziertem MPE auf ein BLA diese Antibiotika zukünftig unnötig vorenthalten. Ein 3-tägiges ambulantes Direktprovokationsschema kann helfen dieses zu vermeiden und Betroffene vor Fehldiagnosen zu bewahren.
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren


Zitierung:
Neustädter I, Blatt S, Wurpts G, Dickel H, Walter C, Aberer W, Bode S, Buhl T, Gernert S, Harner S, Heine G, Kerzel S, Köhler M, Lange L, List J, Merk HF, Nüßlein T, Ott H, Sattler F, Schuster A, Straube H, Wedi B, Zuberbier T, Brockow K. “Delabeling” by direct provocation testing in children and adolescents with a suspected history of a delayed reaction to β-lactam antibiotics. Allergol Select. 2024; 8: 206-211.
DOI 10.5414/ALX02480ECorrespondence to:
Dr. med. Irena Neustädter
Cnopf'sche Kinderklinik/Klinik Hallerwiese
St.-Johannis-Mühlgasse 19
90419 Nürnberg
Email: [email protected]
Arzneimittelallergie, Teil 2
Empfehlungen zum Prozedere bei angegebener Allergie gegen Penicillin-/Betalaktamantibiotika
Recommendations on how to proceed in case of suspected allergy to penicillin/β- lactam antibiotics
K. Brockow, W. Pfützner, B. Wedi, G. Wurpts, A. Trautmann, B. Kreft, T. Buhl, M. Sulk, A. Recke, K. Scherer, S. Wöhrl, I. Neustädter, R. Treudler, C. Querbach und M. Worm
Price
42.00 $
Jahrgang 48 (2025) p. 127 - 140
Abstract
Allergologie, Jahrgang 48, Nr. 3/2025, S. 127-139
Empfehlungen zum Prozedere bei angegebener Allergie gegen Penicillin-/Betalaktamantibiotika
K. Brockow1, W. Pfützner2, B. Wedi3, G. Wurpts4, A. Trautmann5, B. Kreft6, T. Buhl7, M. Sulk8, A. Recke9, K. Scherer10, S. Wöhrl11, I. Neustädter12, R. Treudler13, C. Querbach14 und M. Worm15
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 2Klinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Zentrum Hessen, Universitätsklinikum Marburg, 3Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Comprehensive Allergy Center, Medizinische Hochschule Hannover, 4Klinik für Dermatologie und Allergologie, Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC), Universitätsklinik der RWTH Aachen, 5Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Allergiezentrum Mainfranken, Universitätsklinikum Würzburg, 6Klinik für Dermatologie und Venerologie, Universitätsklinikum Halle (Saale), 7Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, 8Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 9Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck, 10Dermatologie und Allergologie, Kantonsspital Aarau, Schweiz, 11Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, Österreich ,12 Kinder- und Jugendmedizin, Diakoneo Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik, Nürnberg, 13Institut für Allergieforschung, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin, 14Krankenhausapotheke, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 15Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin
Betalaktamantibiotika (BLA) sind für die Behandlung vieler bakterieller Infektionen Antibiotika der ersten Wahl. Einer Behandlung mit einem BLA steht nicht selten ein Allergieverdacht im Weg, bis zu 10% der Bevölkerung berichten von einer Penicillinallergie. Nach kritischer Überprüfung der dem Allergieverdacht zugrundeliegenden Reaktion auf ein BLA weist die Mehrzahl der Betroffenen eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine BLA-Allergie auf. In > 90% der Fälle kann eine vermeintliche BLA-Allergie durch eine Diagnostik ausgeschlossen werden. Wir schlagen in diesem Positionspapier ein risikostratifiziertes und bedarfsorientiertes Vorgehen im Kontext einer Akutsituation vor, welches in der Mehrzahl der Fälle eine Antibiotikatherapie mit einem BLA ermöglichen sollte. Nachfolgend soll eine Allergiediagnostik zum eindeutigen Nachweis oder sicheren Ausschluss einer BLA-Allergie erfolgen.
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren


Zitierung:
Brockow K, Pfützner W, Wedi B, Wurpts G, Trautmann A, Kreft B, Buhl T, Sulk M, Recke A, Scherer K, Wöhrl S, Neustädter I, Treudler R, Querbach C, Worm M. Recommendations on how to proceed in case of suspected allergy to penicillin/β-lactam antibiotics. Allergol Select. 2025; 9: 28-39.
DOI 10.5414/ALX02531ECorrespondence to:
Prof. Dr. med. Knut Brockow
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und
Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
80802 München
Email: [email protected]
Leitlinie
Aktualisierung der evidenz- und konsensbasierten S3-Leitlinie zur atopischen Dermatitis: Systemtherapie mit Biologika oder Januskinase-Inhibitoren und spezifische Aspekte der Systemtherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit
Update of the evidence- and consensusbased S3 guideline on atopic dermatitis: Systemic therapy with biologics or Janus kinase inhibitors and specific aspects of systemic therapy in pregnancy and lactation
T. Werfel, A. Heratizadeh, M. Augustin, C. Bangert, A. Bauer, T. Biedermann, R. Brans, N. Domröse, U. Gieler, O. Gießler-Fichtner, E. Hamelmann, S. Hampe, R. Heuer, J. Kahle, M. Kinberger, M. Koch, M. Köhler, F. Legat, K. Nemat, I. Neustädter, E.M.J. Peters, S. Radonjic-Hoesli, I. Reese, P. Schmid-Grendelmeier, U.-K. Schmidt-Göhrich, J. Schmitt, C. Schnopp, T. Schwennesen, D. Simon, K. Stamos, C. Termeer, R. Treudler, R. von Kiedrowski, I. Wagner, A. Waßmann-Otto, G. Weckmann, R.N. Werner, A. Wollenberg, M. Worm und H. Ott
Price
42.00 $
Jahrgang 49 (2026) p. 275 - 299
Abstract
Allergologie, Jahrgang 49, Nr. 6/2026, S. 275-299
Aktualisierung der evidenz- und konsensbasierten S3-Leitlinie zur atopischen Dermatitis: Systemtherapie mit Biologika oder Januskinase-Inhibitoren und spezifische Aspekte der Systemtherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit
T. Werfel1*, A. Heratizadeh1*, M. Augustin2, C. Bangert3, A. Bauer4, T. Biedermann5, R. Brans6, N. Domröse1, U. Gieler7, O. Gießler-Fichtner8, E. Hamelmann9, S. Hampe10, R. Heuer11, J. Kahle10, M. Kinberger11, M. Koch12, M. Köhler13, F. Legat14, K. Nemat15#16, I. Neustädter17, E.M.J. Peters18, S. Radonjic-Hoesli19, I. Reese20, P. Schmid-Grendelmeier21, U.-K. Schmidt-Göhrich22, J. Schmitt23, C. Schnopp5, T. Schwennesen24, D. Simon19, K. Stamos16, C. Termeer25#26, R. Treudler27, R. von Kiedrowski28, I. Wagner24, A. Waßmann-Otto29, G. Weckmann30, R.N. Werner11, A. Wollenberg31#32, M. Worm33 und H. Ott13#34*
1Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 2Kompetenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm), Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 3Abteilung für Dermatologie, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, 4Klinik für Dermatologie, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, 5TUM Universitätsklinik, Klinik für Dermatologie und Allergologie, München, 6Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, Osnabrück, 7Psychodermatology Competence Centre der Universitätsklinik Gießen, Gießen, 8Fachklinik Gaißach der DRV Bayern Süd, Gaißach, 9Kinderzentrum Evangelisches Klinikum Bethel Univ.-Klinikum OWL Univ. Bielefeld, Bielefeld, 10Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB), Mönchengladbach, 11Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt- Universität zu Berlin, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Division of Evidence-Based Medicine (dEBM), Berlin, 12Alpenklinik Santa Maria, Bad Hindelang, 13Integriertes Sozialpädiatrisches Zentrum im Dr. von Haunerschen Kinderspital, München, 14Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie Graz, Graz, Österreich, 15Praxis für Kinderpneumologie und Allergologie, Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt (Kid), Dresden, 16Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, 17Klinik Hallerwiese, Cnopf‘che Kinderklinik, Nünberg, 18Labor fü Psychoneuroimmunologie, Klinik fü Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Justus-Liebig-Universitä Gießn, Gießn, 19Klinik fü Dermatologie, Inselspital, Universitässpital Bern, Bern, Schweiz, 20Privatpraxis fü Ernärungsberatung und Ernärungstherapie mit Schwerpunkt auf unerwüschten Reaktionen auf Lebensmittel, Müchen, 21Abteilung fü Allergologie, Klinik fü Dermatologie, Universitässpital Züich und Christine-Küne-Zentrum fü Allergieforschung und -aufkläung (CK-CARE) Davos, Schweiz, 22Carus-Hausarztpraxis am Universitäsklinikum Dresden, Dresden, 23Zentrum fü Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV), Universitäsklinikum Dresden und Medizinische Fakultä Carl Gustav Carus, Technische Universitä Dresden, 24Deutscher Neurodermitisbund (DNB) e.V., Hamburg, 25Hautarztpraxis am Löenmarkt, Stuttgart-Weilimdorf, 26Klinik fü Dermatologie, Universitäsklinikum Freiburg, Freiburg, 27Institut fü Allergieforschung, Charité–Universitäsmedizin Berlin, angegliedert an die Freie Universitä Berlin und die Humboldt-Universitä zu Berlin, Berlin, 28Hautarztpraxis, Selters, 29Mensing Derma MVZ, Hamburg, 30Weckmann Institute of Medical and Healthcare Education, Rostock, 31Klinik fü Dermatologie und Allergologie, Universitäsklinikum Augsburg, Augsburg, 32Klinik und Poliklinik fü Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universitä, Müchen, 33Klinik fü Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité–Universitäsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universitä Berlin and Humboldt-Universitä zu Berlin, Berlin, 34Abteilung fü Kinderchirurgie, Dr. von Hauner Kinderklinik, Universitäsklinikum der LMU Müchen, Müchen
Die vorliegende Leitlinie stellt eine Teilaktualisierung der im Jahr 2023 veröffentlichten S3-Leitlinie zur atopischen Dermatitis (AWMF-Register Nr. 013-027) dar. Aktualisiert wurden die Kapitel zur systemischen Therapie mit Biologika und Januskinase (JAK)-Inhibitoren sowie das Kapitel zu Schwangerschaft, Stillzeit und Kinderwunsch im Kontext der Systemtherapien der atopischen Dermatitis. Anlass hierfür waren Neuzulassungen (Lebrikizumab, Nemolizumab), Zulassungserweiterungen (Abrocitinib ab 12 Jahren, Baricitinib ab 2 Jahren) sowie neue Evidenz zum Einsatz von Biologika vor und während der Schwangerschaft. Ergänzend wurde ein neues Kapitel zu Therapiezielen, Therapieerwartungen und Kriterien zur Therapieanpassung („Treat-to-Target“) bei systemischen Therapien in die Leitlinie aufgenommen. Im vorliegenden Beitrag werden ausschließlich die aktualisierten und neu hinzugefügten Kapitel dargestellt. Die vollständige Leitlinie ist über die Website der AWMF abrufbar.
*Thomas Werfel, Annice Heratizadeh und Hagen Ott haben gleichermaßen zu dieser Arbeit beigetragen
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren


Werfel T, Heratizadeh A, Augustin M, et al. Update of the evidence- and consensus-based S3 guideline on atopic dermatitis: Systemic therapy with biologics or Janus kinase inhibitors and specific aspects of systemic therapy in pregnancy and lactation. Allergol Select. 2026; 10: 120-144
DOI 10.5414/ALX02638ECorrespondence to:
PD Dr. med. Annice Heratizadeh
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Email: [email protected]
Aus dem Weißbuch: Allergie für Deutschland
Arzneimittelüberempfindlichkeiten
K. Brockow†, R. Treudler und I. Neustädter
Price
42.00 $
Jahrgang 49 (2026) p. 422 - 430
Abstract
Allergologie, Jahrgang 49, Nr. 8/2026, S. 422-430
Arzneimittelüberempfindlichkeiten
K. Brockow†, R. Treudler1 und I. Neustädter2
1Institut für Allergieforschung IFA, Charité – Universitätsmedizin, Campus Benjamin, Franklin, Berlin, 2Abteilung Allergologie, Pädiatrische Intensivmedizin, Neonatologie, Dikoneo KdöR, Hallerwiese – Cnopfsche Kinderklinik Nürnberg, Nürnberg
Nachdruck aus der 5. Auflage des „Weißbuch Allergie in Deutschland“. Kapitel 3.12.Correspondence to:
Prof. Dr. Regina Treudler
Institut für Allergieforschung IFA
Charité – Universitätsmedizin
Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin
Email: [email protected]