Originalarbeit
Das fetale Tabaksyndrom – Zusammenfassung eines Statements von fünf Österreichischen Fachgesellschaften
The fetal tobacco syndrome: Summary of the statement of five Austrian medical societies
A. Zacharasiewicz, T. Fazekas und F. Horak
Price
42.00 $
Jahrgang 39 p. 331 - 336
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 39, Nr. 9/2013, S. 331–336
Das fetale Tabaksyndrom – Zusammenfassung eines Statements von fünf Österreichischen Fachgesellschaften
A. Zacharasiewicz1, T. Fazekas2 und F. Horak3
1Abteilung für Kinder und Jugendheilkunde, Wilhelminenspital der Stadt Wien, Österreich, 2St. Anna Kinderspital Wien, Österreich, 3Allergiezentrum Wien West, Österreich
Über die schädigende Wirkungen von Tabakrauch in der Schwangerschaft auf den Fetus wurde bereits vor über einem halben Jahrhundert berichtet [28], wobei hier zunächst nur die symmetrische Wachstumsretardation aufgezeigt wurde. Wie umfassend und nachhaltig schädlich das Rauchen von Zigaretten für den Fetus wirklich ist, wurde nun systematisch untersucht. Vorliegend findet sich eine Zusammenfassung der umfangreichen Arbeit, die kürzlich als Statement von fünf Fachgesellschaften (Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), Österreichische Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (ÖGGG) und Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP) publiziert wurde [11]. Ziel war eine detaillierte Darstellung von tabakrauchassoziierten Gesundheitsschädigungen des Feten unter Einbeziehung der relevanten wissenschaftlichen Fachliteratur mit Neudefinition des Begriffes „fetales Tabaksyndrom“ sowie eine Darstellung von Möglichkeiten einer Intervention im Sinne einer Raucherentwöhnung von Schwangeren. Obwohl es bereits eine ICD 10-Diagnose (P04.2) mit dem Titel „Fetusschädigung durch Tabakkonsum der Mutter“ gibt, wurde das fetale Tabaksyndrom davor nicht im Detail beschrieben.Correspondence to:
PD Dr. med. Angela Zacharasiewicz
Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde
Kinderklinik Glanzing
Wilhelminenspital der Stadt Wien
Montleartstraße 37
A-1160 Wien
Email: [email protected]
Partikelbelastung und Lungenfunktion beim Kleinkind. Erste Ergebnisse des Austrian Project on Health Effects of Particulates (AUPHEP)
Particulate matter and lung function. First results of the Austrian Project on Health Effects of Particulates (AUPHEP)
F. Horak Jr., T. Frischer, M. Studnicka, H. Hauck und M. Neuberger
Price
42.00 $
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Jahrgang 27 p. 85 - 85
Abstract
Atemw.-Lungenkrkh., Jahrgang 27, Nr. 2/2001, S. 85
Partikelbelastung und Lungenfunktion beim Kleinkind. Erste Ergebnisse des Austrian Project on Health Effects of Particulates (AUPHEP)
F. Horak Jr.1, T. Frischer1, M. Studnicka2, H. Hauck3 und M. Neuberger3
1Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Wien, 2Zentrum für Lungenkrankheiten, Wien, 3Institut für Umwelthygiene, Kommission zur Reinhaltung der Luft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien
Correspondence to:
Dr. med. F. Horak jr., Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Währinger Gürtel 18 – 20, A-1090 Wien
Autorenreferate
Wiener Allergiekurs “Diagnostik und Therapie in der Praxis” Wien, 2. – 4. Mai 1996
Wissenschaftliche Leitung und Organisation: F. Horak, Wien
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Jahrgang 19 (1996) p. 336 - 347
Abstract
Allergologie, Jahrgang 19, Nr. 7/1996, S. 336-347
Wiener Allergiekurs “Diagnostik und Therapie in der Praxis” Wien, 2. – 4. Mai 1996
Wissenschaftliche Leitung und Organisation: F. Horak, Wien
Autorenreferate
Allergie Workshop 1996: Wien, 26. Oktober 1996
Leitung: Prof. Dr. F. Horak, Wien
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Jahrgang 19 (1996) p. 554 - 555
Abstract
Allergologie, Jahrgang 19, Nr. 12/1996, S. 554-555
Allergie Workshop 1996: Wien, 26. Oktober 1996
Leitung: Prof. Dr. F. Horak, Wien
Original
Quadrillage – Eine kosaisonale Therapiemöglichkeit der Pollinose. Eine Plazebo-kontrollierte Doppelblindstudie
Quadrillage – A co-seasonal treatment of potlinosis
C. Ebner, F. Orlicek, F. Horak, S. Jäger, G. Nirnberger, D. Kraft und H. Ebner
Price
42.00 $
Jahrgang 18 (1995) p. 98 - 101
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 3/1995, S. 98-101
Quadrillage – Eine kosaisonale Therapiemöglichkeit der Pollinose. Eine Plazebo-kontrollierte Doppelblindstudie
C. Ebner1, F. Orlicek2, F. Horak3, S. Jäger3, G. Nirnberger4, D. Kraft1 und H. Ebner2
1Institut für Allgemeine und Experimentelle Pathologie, Universität Wien, 2Allergie-Ambulatorium Reumannplatz, Wien und 3Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Universität Wien, 4Bioconsult, Wien
In der vorliegenden Studie wurde die Wirksamkeit der Quadrillage-Methode zur kosaisonalen Behandlung von Gras-Getreidepollen-Allergikern geprüft. Die Untersuchungen erfolgten in Form eines randomisierten, doppelblinden Crossover-Versuchs mit 12 freiwilligen Probanden. Die Quadrillagen wurden dreimal in Abständen von 2 Wochen mit Dactylis-glomerata-Allergen – ALK SQ 214 –, einer Histaminchlorid-Lösung (1 mg/ml) und physiologischer Kochsalzlösung vorgenommen. 24 Stunden nach ihrer Durchführung erfolgte die Allergenexposition in der Wiener Provokationskammer mit 1000 Dactylis-glomerata-PoIlen/m3. Während der 120 Minuten dauernden Provokation wurden folgende objektive und subjektive Parameter zur Beurteilung der Effektivität der vorangegangenen Skarifikation registriert: 1. Nasale Resistance und Flow, 2. nasale Sekretion, 3. subjektives Symptom-Score, 4. Visual Analogue Scale. Die statistische Auswertung der erhobenen objektiven und subjektiven Parameter zeigten ein signifikant besseres Ergebnis nach der Quadrillage mit Verum im Vergleich zur Histamin- und Plazebokontrolle. Damit kann man die von Blamoutier und Mitarbeitern angegebene Methode zur spezifischen kosaisonalen Behandlung einer Pollinose in besonders gelagerten Fällen auch heute noch empfehlen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H. Ebner, Reumannplatz 17/1/4, A–1100 Wien
Autorenreferate
Wiener Allergiekurs: Wien, 15. – 17. Juni 1995
Wissenschaftliche Leitung und Organisation: F. Horak, Wien
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Jahrgang 18 (1995) p. 296 - 304
Abstract
Allergologie, Jahrgang 18, Nr. 7/1995, S. 296-304
Wiener Allergiekurs: Wien, 15. – 17. Juni 1995
Wissenschaftliche Leitung und Organisation: F. Horak, Wien
Autorenreferate
Wiener Allergiekurs: Diagnose und Therapie in der Praxis, Wien, 10. – 12. Juni 1993
Organisation: Prof. Dr. F. Horak, Wien
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Jahrgang 16 (1993) p. 207 - 211
Abstract
Allergologie, Jahrgang 16, Nr. 5/1993, S. 207-211
Wiener Allergiekurs: Diagnose und Therapie in der Praxis, Wien, 10. – 12. Juni 1993
Organisation: Prof. Dr. F. Horak, Wien
Pangramin-Praxisstudie: Nebenwirkungen und Therapieerfolg unter einer Hyposensibilisierung mit standardisierten Allergenen
Pangramin field study: side effects and therapeutic success under immunotherapy with standardized allergens
F. HORAK
Price
42.00 $
Jahrgang 11 (1988) p. 8 - 7
Abstract
Allergologie, Jahrgang 11, Nr. 3/1988, S. 112-119
Pangramin-Praxisstudie: Nebenwirkungen und Therapieerfolg unter einer Hyposensibilisierung mit standardisierten Allergenen
F. HORAK
I. HNO-Klinik (Vorstand: Prof Dr. K. Ehrenberger), Universität Wien
Therapeutische Sicherheit und Effektivität der Hyposensibilisierung werden seit dem Einsatz hochgereinigter und standardisierter Präparate intensiver diskutiert. Ziel unserer Studie war es, diese Kriterien in einer praxisnahen Feldstudie zu untersuchen und besondere Risikomerkmale zu analysieren. Dreizehn praktizierende Ärzte beobachteten 250 Patienten nach einheitlichen Richtlinien bezüglich Wirkung und Nebenwirkungen der Immuntherapie mit »Pangramin Depot B. U.«. 26 Patienten erreichten eine Erhaltungsdosis von 500 STU, 219 wurden mit bis zu 1000 STU wiederholt geimpft. Die kumulative Gesamtdosis lag bei 77 Patienten unter 3000 STU und bei 68 Patienten über 6000 STU. Dosismodifikationen wurden bei 7,2% der Patienten aufgrund von Begleitreaktionen erforderlich. 75,5% hatten keine oder nur geringe lokale Impfreaktionen, 8,4% starke lokale Reizung oder geringe Organmanifestationen. Schwere Zwischenfälle oder Schockfragmente traten nicht auf. Eine signifikante Häufung der Nebenwirkungen beziehungsweise relativ niedrige Erhaltungsdosen fanden sich bei langer Anamnese und mehreren Allergenen in einer Impflösung. Auch der Therapieerfolg wurde von diesen Merkmalen negativ beeinflußt. Weiter konnte nachgewiesen werden, daß die Höhe der Erhaltungsdosis bzw. die kumulative Gesamtdosis entscheidend den Behandlungserfolg beeinflußt. Nach der ersten Impfsaison hatten 61 % einen sehr guten Therapieverlauf, 25,3% erreichten eine leichte Besserung und nur 13,7% wurden als Therapieversager registriert. Die Studie bestätigt die Annahme, daß ein frühzeitiger Therapiebeginn sowie der Einsatz von standardisierten Einzelallergenen in möglichst hoher Konzentration bezüglich Risiko und Erfolg die besten Voraussetzungen sind.Correspondence to:
Univ.-Doz. Dr. med. F. Horak
Lazarettgasse 14
A-I090Wien
Positionspapier
Allergen-Immuntherapie in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, ARIA, EAACI, DGAKI und GPA
Allergen immuntherapy in the current COVID-19 pandemic – A position paper of ARIA, EAACI, AeDA, DGAKI, and GPA
L. Klimek, O. Pfaar, M. Worm et al.
Jahrgang 43 (2020) p. 165 - 175
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 5/2020, S. 165-175
Allergen-Immuntherapie in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, ARIA, EAACI, DGAKI und GPA
L. Klimek*A,D,E,G,1, O. Pfaar*A,E,G,2, M. Worm*E,3, K.-C. BergmannA,D,3, T. BieberA,4, R. BuhlA,5, J. ButersA,6, U. DarsowA,7, T. KeilA,8, J. Kleine-TebbeA,9, S. LauA,10, M. MaurerA,69, H. MerkA,D,11, R. MösgesA,E,G,12#13#14, J. SalogaE,15, P. StaubachD,15, P. StuteA,16, K. RabeA,17, U. RabeD,18, C. VogelmeierA,19, T. BiedermannA,7#20, K. JungD,21, W. SchlenterD, 22, J. RingA,D,23#24, A. ChakerA,E,G,25#26, W. WehrmannD,27, S. BeckerD,G,28, N. MülleneisenD,29, K. NematD,30#31, W. CzechD,32, H. WredeD,33, R. BrehlerD,34, T. FuchsD,35, P.-V. TomazicB,36, W. AbererB,37, A. Fink-WagnerB,38, F. HorakB,39, S. WöhrlB,40, V. Niederberger-LeppinB,41, I. Pali-SchöllB,42#43, W. PohlB,44, R. Roller-WirnsbergerB,45, O. SprangerB,38, R. ValentaB,46, M. AkdisH,47, C. AkdisH,47, K. Hoffmann-SommergruberH,43, M. JutelH,48, P. MatricardiA,49, F. SpertiniC,50, N. KhaltaevC,51, J.-P. MichelC,52, L. NicodC,53#54, P. Schmid-GrendelmeierC,55, E. HamelmannE,56, T. JakobE,57, T. WerfelE,58, M. WagenmannE,59, C. TaubeE,60, M. GerstlauerF, 67, C. VogelbergF, 68, J. BousquetA,61#62#63#64#65#66 und T. ZuberbierA,3
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2Sektion Rhinologie und Allergologie, Klinik für Hals-, Nasen-und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Philipps-Universität Marburg, 3Comprehensive Allergy Centre Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 4Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Bonn, 5III. Medizinische Klinik und Poliklinik Hämatologie, Internistische Onkologie und Pneumologie, Universitätsmedizin Mainz, 6Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) Technische Universität und Helmholtz Zentrum München, 7Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München, 8Institut für klinische Epidemiologie und Biometrie, Julius-Maximilian- Universität, Würzburg, 9Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 10Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 11Abteilung Dermatologie & Allergologie, RWTH Aachen Universität, 12Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 13CRI – Clinical Research International Ltd., Hamburg, 14ClinCompetence Cologne GmbH, Köln, 15Hautklinik, Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, 16Europäische Vereinigung für Vitalität und Aktives Altern, Leipzig, 17Abteilung für Pneumologie, LungenClinic Grosshansdorf, 18Klinik für Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 19Klinik für Innere Medizin Schwerpunkt Pneumologie, Philipps-Universität Marburg, 20Einheit für Klinische Allergologie (EKA), Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Neuherberg, 21Praxis für Dermatologie, Immunologie und Allergologie, Erfurt, 22Ärzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 23Haut- und Laserzentrum an der Oper, München, 24Academia: München, 25HNO-Klinik des Klinikums rechts der Isar, Technische Universität München, 26Zentrum Allergie und Umwelt München (ZAUM); Helmholtz Zentrum München, 27Praxis für Dermatologie und Allergologie, Münster, 28Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universität Tübingen, 29Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, 30Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, 31Praxis für Kinderpenumologie/Allergologie am Kinderzentrum Dresden (Kid), Dresden, 32Klinik für Dermatologie, Universität Freiburg, 33Hals-, Nasenund Ohrenarzt, Nordrhein-Westfalen, 34Klinik für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Universitätsklinikum Münster, 35Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum, Georg-August-Universität, Göttingen, 36Klinische Abteilung für Allgemeine HNO, Medizinische Universität Graz, Österreich, 37Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, Österreich, 38Global Allergy and Airways Patient Platform GAAPP, Wien, Österreich, 39Praxis für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Wien, Österreich, 40Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, Österreich, 41Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universität Wien, Österreich, 42Institut für Komparative Medizin, Interdisziplinäres Messerli Forschungsinstitut, Veterinärmedizinische Universität Wien und Medizinische Universität Wien, Österreich, 43Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universität Wien, Österreich, 44Abteilung für Atmungs- und Lungenkrankheiten, Krankenhaus Hietzing, Wien, Österreich, 45Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, Österreich, 46Institut für Pathophysiologie, Medizinische Universität Wien, Österreich, 47Swiss Institute of Allergy and Asthma Research (SIAF), University of Zurich, Davos, Schweiz, 48Department of Clinical Immunology, Medizinische Universität Breslau, Polen, 49Charité – Universitätsmedizin Berlin, 50Division of Allergy and Immunology, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne, Schweiz, 51GARD Chairman, Genf, Schweiz, 52Department of Rehabilitation and Geriatrics, University of Geneva, Genf, Schweiz, 53Clinique Cecil, Hirslanden Gruppe, Lausanne, Schweiz, 54Abteilung Pneumologie, Centre hospitalier universitaire vaudois, Lausanne, Schweiz, 55Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Schweiz, 56Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsmedizin OWL der Universität Bielefeld, 57Klinik für Dermatologie, Allergologie, Universitätsklinikum Gießen, UKGM, Justus-Liebig-Universität Gießen, 58Klinik fürDermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 59HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, 60Klinik für Pneumologie, Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen, 61MACVIA-France, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 62INSERM U 1168, VIMA: Ageing and Chronic Diseases Epidemiological and Public Health Approaches, Villejuif, 63Université Versailles St-Quentin-en-Yvelines, UMR-S 1168, Montigny le Bretonneux, Frankreich, 64Euforea, Brussels, Belgien, 65Charité, Universitätsmedizin Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, 66Berlin Institute of Health, Comprehensive Allergy Center, Department of Dermatology and Allergy, Berlin, 67Abteilung für Kinderpneumologie und Allergologie, Medizinische Universität Augsburg, 68Klinik für Kinderpneumologie und Allergologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 69Dermatologische Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Positionspapier der deutschen ARIA-GruppeA in Kooperation mit der österreichischen ARIA-GruppeB, der schweizerischen ARIA-GruppeC, dem Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA)D, der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)E, und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA)F in Kooperation mit der AG Klinische Immunologie, Allergologie und Umweltmedizin der DGHNO-KHCG und der Europäischen Akademie für Allergologie und klinische Immunologie (EAACI)H
Übersetzte und inhaltlich auf die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz adaptierte Fassung des ARIA/EAACI-Positionspapiers: Klimek L et al.: Handling of AIT in COVID-19 pandemics. Allergy. 2020 (in press).
*Autoren sind gemeinsame ErstautorenCorrespondence to:
Prof. Dr. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Positionspapier
Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2- entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
Use of biologicals in allergic and type-2 inflammatory diseases in times of the current COVID-19 pandemic – Position paper of AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
L. Klimek, O. Pfaar, M. Worm, et al.
Jahrgang 43 (2020) p. 255 - 271
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 7/2020, S. 255-271
Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2- entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie – ein Positionspapier von AeDA, DGAKI, GPA, ÖGAI, LGAI, ÖGP, ARIA und EAACI
L. Klimek*A,G,H,1, O. Pfaar*B,G,H,2, M. Worm*B,3, T. Eiwegger*H,4#5#6, J. Hagemann*A,7, M. OllertE,H,8#9, E. UntersmayrH,10, K. Hoffmann-SommergruberH,10, A. VultaggioH,11, I. AgacheH,12, S. BavbekH,13, A. BossiosH,14#15, I. CasperA,1#16#17, S. ChanH,18, A. ChatzipetrouH,19, C. VogelbergC,20, D. FirinuH,21, P. KauppiH,22, A. KoliosH,16#23, A. KothariH,4, A. MatucciH,11, O. PalomaresH, 24, Z. SzépfalusiD,25, W. PohlD,26, W. HötzeneckerD,27, A.R. RosenkranzD,28, K.-C. BergmannA,B,3, T. BieberG,29, R. BuhlB,F,G,30, J. ButersG,31, U. DarsowG,32, T. KeilG,33, J. Kleine-TebbeA,34, S. LauB,H,35, M. MaurerG,H,98, H. MerkA,36, R. MösgesB,37#38#39, J. SalogaB,40, P. StaubachA,40, U. JappeA,B,H,41, K.F. RabeG,42, U. RabeA,42, C. VogelmeierG,44, T. BiedermannB,H,32#45, K. JungA,46, W. SchlenterA,47, J. RingA,B,48#49, A. ChakerA,H,50#51, W. WehrmannA,52, S. BeckerA,53, L. FreudelspergerA,7, N. MülleneisenA,54, K. NematA,55, W. CzechA,56, H. WredeA,57, R. BrehlerA,58, T. FuchsA,59, P.-V. TomazicH,60, W. AbererD,61, A.-H. Fink-WagnerD,62, F. HorakD,F,63, S. WöhrlD,64, V. Niederberger-LeppinG,65, I. Pali-SchöllG,10#66#67, W. PohlG,68, R. Roller-WirnsbergerG,69, O. SprangerG,70, R. ValentaG,71#94#95#96, M. AkdisH,72, P.M. MatricardiA,73, F. Spertini74, N. Khaltaev75, J.-P. Michel76, L. Nicod77, P. Schmid- Grendelmeier78, M. IdzkoG,79, E. HamelmannB,80, T. Jakob81, T. WerfelB,82, M. WagenmannB,83, C. TaubeB,84, E. Jensen-JarolimD,H,10#66, S. KornA,30, F. HentgesE,85, J. SchwarzeH,86, L. O´MahonyH,87, E.F. KnolH,88, S. del GiaccoH,89, T. Chivato PérezH,90, J. Bousquet**G,91#92#93#94#95, T. Zuberbier**G,H,3, C. Akdis**G,H,72 und M. Jutel**H,96#97
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2HNO-Universitätsklinik Marburg, Sektion Rhinologie und Allergologie, Medizinische Fakultät Marburg, Philipps-Universität Marburg, 3Comprehensive Allergy Center Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 4Translational Medicine Program, Peter Gilgan Centre for Research and Learning, Hospital for Sick Children, Toronto, Ontario, Canada, 5Division of Immunology and Allergy, Food Allergy and Anaphylaxis Program, The Hospital for Sick Children, Toronto, Ontario, Canada, 6Department of Immunology, University of Toronto, Toronto, Ontario, Canada, 7Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz, 8Department of Infection and Immunity, Luxembourg Institute of Health (LIH), Esch-sur-Alzette, Luxemburg, 9Department of Dermatology and Allergy Center, Odense Research Center for Anaphylaxis, University of Southern Denmark, Odense, Dänemark, 10Institute of Pathophysiology and Allergy Research, Center of Pathophysiology, Infectiology and Immunology, Medizinische Fakultät der Universität Wien, Wien, Österreich, 11Immunoallergology Unit, Careggi University Hospital, Florenz, Italien, 12Transylvania University, Brasov, Rumänien, 13Ankara University, School of Medicine, Department of Chest Disease, Division of, Immunology and Allergy, Ankara, Turkey, 14Abteilung für Atemwegsmedizin und Allergie, Karolinska University Hospital, Huddinge und Abteilung für Medizin, Huddinge, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, 15Zentrum für Allergieforschung, Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden, 16Department of Immunology, University Hospital Zürich, Zürich, Schweiz, 17Faculty of Medicine, University of Zürich, Zürich, Schweiz, 18Guy’ and St. Thomas’NHS Foundation Trust, Westminster Bridge Road, London, United Kingdom King’ College London School of Life Course Sciences & School of Immunology & Microbial Sciences, King’ Health Partners, Großritannien, 19Allergy Unit 2nd Department of Dermatology and Venereology, National University of Athens, Medical School, University General Hospital „TTIKON“ Athen, Griechenland, 20Universitäsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik fü Kinder- und Jugendmedizin, Fachbereich Kinderpneumologie/Allergologie, Dresden, 21Department of Medical Sciences and Public Health, University of Cagliari, Monserrato, Italien, 22Abteilung fü Allergie, Entzüdungszentrum, Universitäsklinikum Helsinki, Helsinki, Finnland, 23Department of Medicine, Beth Israel Deaconess Medical Center, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts, USA, 24Department of Biochemistry and Molecular Biology, Chemistry School, Complutense University of Madrid, Spanien, 25Abteilung fü Päiatrische Pulmologie, Allergologie und Endokrinologie, Universitäsklinik fü Kinderund Jugendheilkunde, Comprehensive Center for Pediatrics, Medizinische Universitä Wien, Wien, Öterreich, 26Abteilung fü Atmungs- und Lungenerkrankungen, Krankenhaus Hietzing, Wien, Öterreich, 27Abteilung fü Dermatologie und Venerologie, Kepler Universitäsklinikum, Linz, Öterreich, 28Klinische Abteilung fü Nephrologie, Universitäsklinik fü Innere Medizin, Medizinische Universitä Graz, Graz, Öterreich, 29Klinik fü Dermatologie und Allergologie, Universitä Bonn, Bonn, 30Schwerpunkt Pneumologie, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitäsmedizin Mainz, Mainz, 31Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) Technische Universitä und Helmholtz Zentrum Müchen, 32Klinik und Poliklinik fü Dermatologie und Allergologie der Technischen Universitä Müchen, 33Institut fü Klinische Epidemiologie und Biometrie, Universitä Wüzburg, 34Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 35Klinik fü Päiatrie m.S. Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin, Charité–Universitäsmedizin Berlin, 36Abteilung Dermatologie und Allergologie, RWTH Universitä, Aachen, 37Medizinische Fakultä der Universitä zu Kön, 38CRI –Clinical Research International Ltd., Hamburg, 39ClinCompetence Cologne GmbH, Kön, 40Hautklinik und Poliklinik, Universitäsmedizin Mainz, 41Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie des Forschungszentrums Borstel, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums fü Lungenforschung (DZL); Interdisziplinäe Allergie- Ambulanz, Medizinische Klinik III, Universitä zu Lüeck, 42LungenClinic Großansdorf, Großansdorf, 43Klinik fü Allergologie, Johanniter-Krankenhaus im Fläing Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen, 44Klinik fü Innere Medizin Schwerpunkt Pneumologie, Philipps-Universitä Marburg, 45Einheit fü Klinische Allergologie (EKA), Helmholtz Zentrum Müchen, German Research Center for Environmental Health GmbH, Neuherberg, 46Praxis fü Dermatologie, Immunologie und Allergologie, Erfurt, 47Äzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 48Haut- und Laserzentrum an der Oper, Müchen, 49Academia Müchen, 50HNO-Klinik, Universitäsklinik TUM, Müchen, 51ZAUM, Helmholtz Zentrum Müchen, 52Praxis fü Dermatologie und Allergologie, Müster, 53Klinik fü Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitä Tüingen, 54Asthma und Allergiezentrum Leverkusen, 55Klinik fü Kinderund Jugendmedizin, Universitäsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden; Praxis fü Kinderpenumologie/ Allergologie am Kinderzentrum Dresden (Kid), Dresden, 56Praxis und Klinik fü Dermatologie/Allergologie am Schwarzwald-Baar Klinikum, Villingen-Schwenningen, 57Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Nordrhein- Westfalen, 58Universitäsklinikum Müster, Klinik fü Hautkrankheiten, Ambulanz fü Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin, Müster, 59Klinik fü Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitäsklinikum, Georg-August-Universitä, Götingen, 60Klinische Abteilung fü allgemeine HNO, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 61Universitäsklinik fü Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 62Global Allergy and Airways Patient Platform GAAPP, Wien, Öterreich, 63Allergiezentrum Wien West, Wien, Öterreich, 64Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, Öterreich, 65Universitäsklinik fü Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 66Komperative Medizin, Interdisziplinäes Messerli Forschungsinstitut, Veterinämedizinische Universitä Wien, Medizinische Universitä Wien, 67Institut fü Pathophysiologie und Allergieforschung, Medizinische Universitä Wien, 68Abteilung fü Atmungs- und Lungenerkrankungen, Krankenhaus Hietzing, Wien, Öterreich, 69Universitäsklinik fü Innere Medizin, Medizinische Universitä Graz, Öterreich, 70Öterreichische Lungenunion, Wien, Öterreich, 71Immunopathologie, Abteilung fü Pathophysiologie und Allergieforschung, Zentrum fü Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 72Swiss Institute of Allergy and Asthma Research (SIAF), University of Zurich, Davos, Schweiz, 73Charité– niversitäsmedizin Berlin, 74Division of Allergy and Immunology, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Lausanne, Schweiz, 75GARD Chairman, Genf, Schweiz, 76Department of Rehabilitation and Geriatrics, University of Geneva, Genf, Schweiz, 77Clinic Cecil of Hirslanden Group of Lausanne; Centre Hôitalier Universitaire du canton de Vaud Lausanne, Schweiz, 78Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitässpital Züich, Schweiz, 79Klinische Abteilung fü Pneumologie, Universitäsklinik fü Innere Medizin II, Medizinische Universitä Wien, Öterreich, 80Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitäsmedizin OWL der Universitä Bielefeld, 81Klinik fü Dermatologie und Allergologie, Universitäsklinikum Gießn, UKGM, Justus-Liebig-Universitä, Gießn, 82Klinik fü Dermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 83HNO-Klinik, Universitäsklinikum Düseldorf, 84Universitäsklinikum Essen (Aö), 85Service Immunologie-Allergologie Centre Hospitalier de Luxembourg, Luxemburg, 86Kinderleben und Gesundheit, Universitä von Edinburgh, Schottland, Großritannien, 87Medicine and Microbiology, APC Microbiome Ireland, National University of Ireland, Cork, Irland, 88Departments of Immunology, Dermatology and Allergology, University Medical Center Utrecht; Niederlande, 89Universitàdegli Studi di Cagliari, Cagliari, Italien, 90University Foundation San Pablo CEU, Madrid, Spanien, 91MACVIA-France, Fondation partenariale FMC VIA-LR, Montpellier, Frankreich, 92INSERM U 1168, VIMA: Ageing and chronic diseases Epidemiological and public health approaches, Villejuif, Frankreich, 93UniversitéVersailles St-Quentin-en-Yvelines, UMR-S 1168, Montigny le Bretonneux, Frankreich, 94Euforea, Brussels, Belgien, 95Berlin Institute of Health, Comprehensive Allergy Center, Department of Dermatology and Allergy, Charité Universitäsmedizin Berlin, Humboldt- Universitä zu Berlin, 96Department of Clinical Immunology, Wrocłw Medical University, Wrocłw, Polen, 97ALL-MED Medical Research Institute, Wrocłw, Polen, 98Dermatologische Allergologie, Allergie- Centrum-Charité Klinik fü Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité–Universitäsmedizin Berlin
Hintergrund: Die Behandlung von Patienten mit Allergien und atopieassoziierten Erkrankungen wurde seit Beginn der COVID-19-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Empfehlungen zum „social distancing“ und die Angst der Patienten vor einer Infektion in medizinischen Einrichtungen haben zu einer drastischen Abnahme der persönlichen Arzt-Patienten-Kontakte geführt. Hiervon sind Akutversorgung und Behandlung chronisch Kranker gleichermaßen betroffen. Die Immunantwort nach SARS-CoV-2-Infektion ist bislang nur unzureichend bekannt und könnte durch eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern günstig aber auch ungünstig verändert werden. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko von Allergikern für einen schwereren COVID-19-Krankheitsverlauf. Zahlreiche Patientinnen und Patienten befinden sich unter laufender Therapie mit Biologika, die über verschiedene Ansätze Typ 2 Immunantworten inhibieren. Es besteht Unklarheit über mögliche immunologische Interaktionen und potenzielle Risiken dieser Biologika im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2.
Methodik: Für die vorliegende Publikation wurde eine selektive Literaturrecherche in PubMed, Livivo und im World Wide Web für die zurückliegenden 10 Jahre (Zeitraum Mai 2010 – April 2020) durchgeführt. Darüber hinaus wurden hier die aktuellen, dort nicht enthaltenen deutschsprachigen Publikationen analysiert. Auf Grundlage dieser Daten gibt dieses Positionspapier Empfehlungen für die Behandlung mit Biologika bei Patienten mit allergischen und Atopie assoziierten Erkrankungen in der COVID-19-Pandemie.
Ergebnisse: Zur Aufrechterhaltung von Präsenzsprechstunden muss eine sichere und an die Pandemiesituation adaptierte Behandlungsumgebung geschaffen werden. Verlässliche Studiendaten zur Versorgung komplex erkrankter Atemwegs-, Atopie- und Allergiepatienten in Zeiten imminenter Infektionsgefahr durch SARS-CoV-2 fehlen bis dato. Typ-2-geprägte Immunreaktionen, wie sie bei Allergiepatienten oft vorliegen, könnten auf die verschiedenen Phasen von COVID-19 Einfluss nehmen, indem sie beispielsweise Immunreaktionen bremsen. Das könnte sich theoretisch in der frühen Phase der SARS-Cov-2 Infektion ungünstig, in der späten Phase schwerer Verläufe während eines „cytokine storm“ (Zytokinsturm) günstig auswirken. Da es dafür bisher aber keine Belege gibt, sollten alle Daten von Patienten unter einem gegen Typ-2 Immunreaktionen gerichteten Biologikum, die an COVID-19 erkranken, in Registern gesammelt und ihre Krankheitsverläufe dokumentiert werden, um in Zukunft erfahrungsbasierte Handlungsanweisungen geben zu können.
Schlussfolgerung: Die Therapie mit Biologika zur Behandlung von Asthma bronchiale, atopischer Dermatitis, chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen und spontaner Urtikaria sollte in der aktuellen COVID-19-Pandemie bei Patienten ohne Infektionsverdacht oder nachgewiesene SARS-CoV-2 Infektion unverändert fortgesetzt werden. Falls verfügbar ist es empfehlenswert, eine Formulierung zur Eigenapplikation zu bevorzugen und ein telemedizinisches Monitoring anzubieten. Behandlungsziel sollte sein, schwer kontrollierbare allergische und atopische Erkrankungen durch angemessene Bedarfs- und Add-on-Therapie bestmöglich einzustellen und die Notwendigkeit systemischer Glukokortikosteroide zu vermeiden. Im Falle eines begründeten Verdachts oder einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 sollte die Therapie individuell durch Abwägung von Nutzen und Risiken als Einzelfallentscheidung unter Einbeziehung des Patienten bestimmt werden. Hierbei ist zu bedenken, dass mögliche Einflüsse von Biologika auf die Immunantwort bei COVID-19 aktuell nicht genau bekannt sind. Telemedizinische Angebote sind insbesondere für akuten Beratungsbedarf bei geeigneten Patienten wünschenswert.
*Autoren sind gemeinsame Erstautoren.
**Autoren sind gemeinsame Letztautoren.
Zitierweise der Erstpublikation:
Klimek L, Pfaar O, Worm M et al. Anwendung von Biologika bei allergischen und Typ-2-entzündlichen Erkrankungen in der aktuellen COVID-19-Pandemie. Allergologie, 2020; 43: 255-271.Correspondence to:
Prof. Dr. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Forum Allergologicum
Dreijahresstudie zum Vergleich von zwei Allergenextrakten zur Behandlung der Gräserpollenallergie
A comparison of two grass pollen extracts in the treatment of hay fever
F. Horak und K. Watson
Price
42.00 $
Jahrgang 10 (1987) p. 466 - 472
Abstract
Allergologie, Jahrgang 10, Nr. 10/1987, S. 466-472
Dreijahresstudie zum Vergleich von zwei Allergenextrakten zur Behandlung der Gräserpollenallergie
F. Horak1 und K. Watson2
1I. HNO-Klinik, Universität Wien, 2Dome/Hollister-Stier, Slough, UK
Fortschrittlich eingestellte Allergologen fordern partiell gereinigte, biologisch standardisierte Präparate zur Diagnose- und Immuntherapie. Die von Dome Hollister Stier entwickelten »Alpha-Fraktionen« entsprechen diesen Anforderungen. Sie unterliegen strengen Qualitätskontrollen, die bereits bei der Auswahl des Rohmaterials beginnen. Nach einer wäßrigen Extraktion mit modifizierter Coca-Lösung und einer Diafiltration mit einer Abtrenngrenze von 5000 Dalton werden sie lyophilisiert. In dieser Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit eines aluminiumhydroxid-adsorbierten 2-Gräser-Extrakts (Lieschgras und Knäuelgras), der nach den oben genannten Kriterien hergestellt wurde, mit einem traditionellen, pyridin-extrahierten, aluminiumhydroxid-präzipitierten 5-Gräser-Extrakt verglichen, dessen Wirksamkeit bereits bewiesen wurde. Diese Studie, die insgesamt drei Jahre dauerte, wurde mit 33 Patienten (20 Alpare und 13 Allpyral) begonnen. Im zweiten Jahr beteiligten sich 17 Alpare- und elf Allpyral-Patienten und im dritten Jahr 13 Alpare- und zehn Allpyral-Patienten. Die Erstbehandlungen begannen jeweils im November. Die Fortsetzungsbehandlungen wurden bis zum Beginn der Pollenflugzeit durchgeführt. Die Alpare-Dosen betrugen 5 bis 6000 PNU im ersten Jahr und 10 bis 10000 PNU in den folgenden Jahren. Die Allpyral-Dosen betrugen in allen drei Jahren 10 bis 10000 PNU. (Anmerkung: Die PNU-Angabe für Alpare erfolgte in der Absicht, einen direkten Vergleich mit Allpyral zu ermöglichen). Die Patienten notierten täglich ihre Symptome und ihre Zusatzmedikation. Bei den Alpare-Patienten waren Dosismodifikationen wegen Begleitreaktionen seltener als bei den Allpyral-Patienten. Davon abgesehen, war der Therapieverlauf gleichartig. Gegen Ende des zweiten Behandlungsjahres zeigten alle Patienten einen deutlichen Anstieg der gräserspezifischen IgG-Titer. Beim Gesamt-IgE oder beim gräserspezifischen IgE gab es keinen Anstieg. Eine subjektive Bewertung sowohl durch die Patienten als auch durch die Ärzte fiel im ersten Jahr zugunsten des Alpare aus und eine größere Anzahl von Alpare-Patienten war im Sommer des zweiten Jahres symptomfrei. Eine Auswertung der Patiententagebücher zeigte, daß unter der Therapie mit beiden Präparaten während der Graspollensaison die Zusatzmedikation von Jahr zu Jahr verringert werden konnte, obwohl der Pollenflug intensiver war. Wir haben gezeigt, daß ein modern konzipierter Allergenextrakt, der die Anforderungen in bezug auf Reinigung und immunologische Standardisierung erfüllt, jedem Vergleich mit einem erprobten, konventionell hergestellten Allergenextrakt standhält.Correspondence to:
Univ.-Doz. Dr. med. F. Horak, Lazarettgasse 14, A-1097 Wien
Welche Faktoren begünstigen die Manifestation eines Asthma bronchiale bei Patienten mit Rhinitis allergica?
Which factors are favorable for the development of asthma bronchiale in patients with allergic rhinitis
F. Horak
Price
42.00 $
Jahrgang 5 (1982) p. 243 - 245
Abstract
Allergologie, Jahrgang 5, Nr. 5/1982, S. 243-245
Welche Faktoren begünstigen die Manifestation eines Asthma bronchiale bei Patienten mit Rhinitis allergica?
F. Horak
Allergieambulanz (Leiter: Prof. Dr. M. Hussarek), I. HNO-Universitätsklinik, Wien (Vorstand: Prof. Dr. O. Novotny)
Aus den anamnestischen und klinischen Daten von 500 Patiencen mit Inhalationsallergien ist zu entnehmen, daß 37% zusätzlich zur allergischen Rhinitis auch an Asthma bronchiale leiden. In vielen Fällen tritt diese Komplikation bereits frühzeitig auf: nach dreijähriger Krankheitsdauer sind es bereits 24%. Der nahezu lineare Anstieg der Häufigkeit läßt sich aber nicht weiter verfolgen; bei einer Reihe von Patienten ist des Intervall bis zum Einsetzen des Asthma bronchiale größer als 10 Jahre. Statistisch nachweisbar ist die Abhängigkeit zur Sensibilisieruog: Während Pollenallergiker, unabhängig von einer Gräser-, Baum- oder Kräuterpollensensibilisierung, signifikant seltener an Asthma bronchiale leiden, ist die Situation bei der Pilzsporen- und Tierhaarsensibilisieruog konträr. Überraschenderweise zeigt weder die Allergie gegen Alternaria noch gegen die Hausstaubmilbe eine signifikante Häufigkeit bei Asthma bronchiale gegenüber der Rhinitis allergica. Cladosporium hingegen ist bei Asthmapatienten signifikant häufiger. Bei der Tierhaarsensibilisierung ist die Allergie gegen Katzen von besonderer Bedeutung für die Manifestation eines Asthma bronchiale.Correspondence to:
Dr. med. Friedrich Horak
I. HNO-Klinik der Universität Wien
Lazarettgasse 14
1097 Wien, Österreich
Welchen Fortschritt bringen modern konzipierte Allergenlösungen? Ergebnisse einer zweijährigen Multizentrenstudie mit Conjuvac
What advantages do the newly formulated allergen solutions bring? Results of a 2-year multicenter study with Conjuvac
F. Horak und S. Jäger
Price
42.00 $
Jahrgang 5 (1982) p. 290 - 298
Abstract
Allergologie, Jahrgang 5, Nr. 6/1982,5. 290-298
Welchen Fortschritt bringen modern konzipierte Allergenlösungen? Ergebnisse einer zweijährigen Multizentrenstudie mit Conjuvac
F. Horak und S. Jäger
Aus der Allergieambulanz (Leiter: Univ. Prof Dr. M. Hussarek) der I. HNO-Klinik der Universität Wien (suppl. Vorstand: Univ. Prof Dr. F. Schwetz)
Die Conjuvac-2-Gräsermischung stellt einen gereinigten Gräserpollenextrakt dar, der lediglich die alpha- Fraktionen von Lieschgras und Knäuelgras beinhaltet und die allergenen Fraktionen an das Adjuvans Alginat conjugiert hat. Eine biologische Standardisierung nach Histaminäquivalenten wird zur Kalibrierung der Grundsubstanz herangezogen, die Therapielösungen liegen als Einzeldosisfläschchen lyophilisiert vor. In einer zweijährigen Multizentrenstudie wurden 125 Patienten nach einer Randomisierungsliste mit Conjuvac-2-Gräsermischung, Conjuvac-2-Gräsermischung niedriger Dosis oder mit Allpyral-2-Gräsermischung behandelt. Immunologische Verlaufsbeobachtungen zeigten in allen drei Gruppen keine signifikante Änderung des Serum-gesamt-IgE-Spiegels und des Gräserspezifischen IgE. Der gräserspezifische IgG-Spiegel stieg unter der Therapie signifikant an, die niedrig dosierte Conjuvac-2-Gräsergruppc zeigte eine signifikant geringere IgG-Antwort. Zur Beurteilung der klinischen Wirksamkeit der verschiedenen Behandlungen erfolgte die Korrelation der Patientensymptomatik mit der auslösenden Gräserpollenexposition im Sinne des weiter entwickelten BET („Biologischer Expositionstest“). Nach 2jähriger Therapie konnte zwischen den beiden Vergleichspräparaten Allpyral-2-Gräsermischung und Conjuvac-2-Gräsermischung in der Wirksamkeit kein signifikanter Unterschied festgestellt werden, wenn auch einzelne Parameter zugunsten von Conjuvac ausfielen. Die niedrig dosierte Conjuvac-Gruppe zeigte signifikant schlechtere Ergebnisse. Bezüglich der Nebenwirkungen war ebenfalls kein signifikanter Unterschied zwischen der Allpyral-2-Gräsertherapie und der Conjuvac-2-Gräsergruppe. Die geringsten Nebenwirkungen fanden sich in der niedrig dosierten Conjuvac-Therapie. Auf die besondere Problematik des Wirkungsvergleiches von 2 sehr ähnlichen Präparaten wird speziell eingegangen.
Correspondence to:
Dr. med. F. Horak
Dr. phil. S. Jäger
Lazarettgasse 14
1090Wien, Österreich
Spezifische Hyposensibilisierung mit Gräser-Boosterung bei Pollinose
Specific hyposensitization with grass boostering in pollinosis cases
F. HORAK, S. JÄGER und R. SKODA
Price
42.00 $
Jahrgang 2 (1979) p. 81 - 86
Abstract
Allergologie, Jahrgang 2, Nr. 2/1979, S. 81-86
Spezifische Hyposensibilisierung mit Gräser-Boosterung bei Pollinose
F. HORAK, S. JÄGER und R. SKODA
Die Verwendung L-Tyrosin adsorbierter Gräserpollenextrakte ermöglicht es, im Anschluß an eine spezifische Hyposensibilisierungstherapie mit Pollenmischungen in kurzer Zeit eine komplette Kur gegen Gräserpollen durchzuführen. Diese erneute Einwirkung des wichtigsten Pollenantigens führt zu einer vermehrten Antikörperbildung gegen Gräserpollen (Booster-Effekt). Für diese Studie wurden 225 Patienten herangezogen: 62 Patienten erhielten unmittelbar praesaisonal drei Impfungen mit einer 12-Gräsermischung, an Tyrosin adsorbiert (Pollagen), 79 wurden etwa 6 Monate lang mit einer spezifischen Hyposensibilisierungslösung, an Aluminiumhydroxyd adsorbiert (Alavac) behandelt und 84 Patienten erhielten im Anschluß an die spezifische Hyposensibilisierungstherapie eine Gräserpollen-Boosterung mit Pollagen. Alle Patienten dieser drei Gruppen zeichneten in den Monaten Mai bis Juli 1977 täglich ihre Beschwerden, den eventuell erforderlichen Antihistaminikaverbrauch und ihren Standort auf. Die dadurch gewonnenen Aussagen über Beschwerdehäufigkeit und Beschwerdeintensität wurden mit der örtlichen Pollenexposition verglichen. Die Beschwerdekurve der mit Pollagen behandelten Patienten verlief weitgehend parallel mit der Pollenexposition, wobei die maximale Symptomatik bei massiver Roggenpollenexposition registriert wurde. Spezifisch hyposensibilisierte Patienten hatten über die gesamte Pollenperiode durchschnittlich etwa 10% weniger Beschwerden. Die zusätzliche Gräser-Boosterung der dritten Patientengruppe brachte einen weiteren Therapiegewinn von ca. 10% in der Zeit der Gräserpollenexposition. Der statistische Vergleich der Ergebnisse der drei verschiedenen Patientengruppen zeigte das signifikant bessere Therapieergebnis der spezifischen Hyposensibilisierung mit Gräser-Boosterung gegenüber den herkömmlichen Methoden auf.
The use of L-tyrosine of adsorbed grass pollen extracts permits a complete cure of short duration against grass pollens subsequent to a specific hyposensitization therapy with pollen mixtures. This renewed effect of the most important pollen antigen leads to an increased antibody formation against grass pollens (booster effect). For this study 225 patients were used: 62 patients received – immediately preseasonally – three inoculations with a 12-grass mixture, absorbed at tyrosine (Pollagen), 79 were treated with a specific hyposensitization solution, absorbed at aluminium hydroxide (Alavac), for about six months, and 84 patients were subjected to grass-pollen boostering with Pollagen subsequent to the specific hyposensitization therapy. Each day during the months of May through July 1977, all the patients of these three groups wrote down their complaints, any possibly required consumption of antihistamines and their whereabouts. The records obtained in this way about the frequency and intensity of the complaints were compared with the local pollen exposure. The curves showing the complaints of the patients treated with Pollagen ran largely parallel to the pollen exposure, whereby the maximum of symptoms was recorded at a massive rye-pollen exposure. Specifically hyposensitized patients suffered from an average of about 10% less complaints over the entire pollen period. The additional grass boostering therapy in the third group of patients led to an additional therapeutic gain of about 10% during grass pollen exposure. The statistical comparison of the results achieved in the three different groups of patients showed the significantly better therapeutical result due to the specific hyposensitization with grass boostering as opposed to traditional methods.
Leitlinie
S3-Leitlinie Allergieprävention
S3 Guideline Allergy Prevention
M.V. Kopp, C. Muche-Borowski, M. Abou-Dakn, B. Ahrens, K. Beyer, K. Blümchen, P. Bubel, A. Chaker, M. Cremer, R. Ensenauer, M. Gerstlauer, U. Gieler, I.M. Hübner, F. Horak, L. Klimek, B.V. Koletzko, S. Koletzko, S. Lau, T. Lob-Corzilius, K. Nemat, E.M.J. Peters, A. Pizzulli†, I. Reese, C. Rolinck-Werninghaus, E. Rouw, B. Schaub, S. Schmidt, J.O. Steiß, A.K. Striegel, Z. Szépfalusi, D. Schlembach, T. Spindler, C. Taube, V. Trendelenburg, R. Treudler, U. Umpfenbach, C. Vogelberg, M. Wagenmann, A. Weißenborn, T. Werfel, M. Worm, H. Sitter und E. Hamelmann
Jahrgang 45 (2022) p. 153 - 194
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 3/2022, S. 153-194
S3-Leitlinie Allergieprävention*
M.V. Kopp1**, C. Muche-Borowski2, M. Abou-Dakn3, B. Ahrens4, K. Beyer5, K. Blümchen4, P. Bubel6, A. Chaker7, M. Cremer8, R. Ensenauer9, M. Gerstlauer10, U. Gieler11, I.M. Hübner12, F. Horak13, L. Klimek14, B.V. Koletzko15, S. Koletzko16, S. Lau5, T. Lob-Corzilius17, K. Nemat18, E.M.J. Peters11, A. Pizzulli†19, I. Reese20, C. Rolinck-Werninghaus21, E. Rouw22, B. Schaub23, S. Schmidt24, J.O. Steiß25, A.K. Striegel26, Z. Szépfalusi27, D. Schlembach28, T. Spindler29, C. Taube30, V. Trendelenburg5, R. Treudler31, U. Umpfenbach32, C. Vogelberg33, M. Wagenmann34, A. Weißenborn35, T. Werfel36, M. Worm37, H. Sitter38 und E. Hamelmann39**
1Airway Research Center North, Universität zu Lübeck, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung, Universitätsklinik für Kinderheilkunde, Inselspital, Bern, Schweiz, 2Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 3Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Tempelhof, 4Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Frankfurt, 5Immunologie und Intensivmedizin, Klinik für Pädiatrie m.S. Pneumologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 6HNO-Facharztpraxis, Eisleben, 7HNO-Klinik, Klinikum rechts der Isar, TU München, München, 8Ökotrophologin, Journalistin, Idstein/Taunus, 9Institut für Kinderernährung, Max Rubner-Institut, Karlsruhe, 10Kinderklinik, Universitätsklinikum Augsburg, 11Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des UKGM, Universitätsklinik, Giessen, 12Arbeitsgemeinschaft Dermatologiche Prävention e.V., Hamburg, 13Allergiezentrum Wien West, Wien, Österreich, 14Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 15Integriertes Sozialpädiatrisches Zentrum, Dr. von Haunerschen Kinderspital, LMU Klinikum der Universität München, München, 16Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung, Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU Klinikum der Universität München, München, 17Kinder- und Jugendmedizin, Christliches Kinderhospital Osnabrück, 18Kinderzentrum Dresden-Friedrichstadt, Dresden, 19Schwerpunktpraxis für Allergologie und Lungenheilkunde im Kinder- und Jugendalter, Berlin, 20Ernährungsberatung und -therapie mit Schwerpunkt Allergologie, München, 21Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Berlin, 22Kinderarztpraxis, Bühl, 23Asthma- und Allergieambulanz, Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU Klinikum der Universität, München, 24Allgemeine Pädiatrie, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, 25Facharztpraxis für Kinder- und Jugendmedizin, Fulda, 26Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum, Köln, 27Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, 28Klinik für Geburtsmedizin, Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin, 29Hochgebirgsklinik Davos, Schweiz, 30Klinik für Pneumologie, Ruhrlandklinik, Westdeutsches Lungenzentrum am Universitätsklinikum, Essen, 31Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Leipziger Allergie-Centrum LICA – CAC, Universitätsmedizin, Leipzig, 32Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Dülken, 33Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität, Dresden, 34HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, 35Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, 36Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 37Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Campus Charité Mitte, Universitätsmedizin Berlin, Berlin, 38Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität, Marburg, 39Kinder-Zentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum OWL, Universität Bielefeld, Bielefeld
Hintergrund: Die anhaltend hohe Prävalenz allergischer Erkrankungen in westlichen Industrienationen und die eingeschränkten Möglichkeiten einer kausalen Therapie machen eine evidenzbasierte Primärprävention notwendig. Methoden: Die Empfehlungen der in letzter Fassung 2014 veröffentlichten S3-Leitlinie Allergieprävention wurden auf der Basis einer aktuellen systematischen Literatursuche überarbeitet und konsentiert. Die Evidenzsuche erfolgte für den Zeitraum 06/2013 – 11/2020 in den elektronischen Datenbanken Cochrane und MEDLINE, sowie in den Referenzlisten von aktuellen Übersichtsarbeiten und durch Hinweise von Experten. Die aufgefundene Literatur wurde in zwei Filterprozessen zunächst nach Titel und Zusammenfassung und die verbliebenen Arbeiten im Volltext auf Relevanz hin überprüft. Die danach eingeschlossenen Studien wurden nach Evidenzgrade geordnet und die Studienqualität i.S. des Verzerrungspotenzials (niedrig/hoch) angegeben. Die überarbeiteten Empfehlungen wurden unter Beteiligung von Vertretern der relevanten Fachgesellschaften und (Selbsthilfe-)Organisationen formal abgestimmt und konsentiert (nominaler Gruppenprozess). Von 5.681 Treffern wurden 286 Studien eingeschlossen und bewertet. Ergebnisse: Einen wichtigen Stellenwert in der aktualisierten Leitlinie nehmen wieder Empfehlungen zur Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie des Säuglings in den ersten Lebensmonaten ein: Dabei wurden viele der bisherigen Empfehlungen durch die aktuelle Datenlage bestätigt. Präzisiert wurde, dass für den Zeitraum der ersten 4 – 6 Monate nach Geburt nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden soll und auch mit Einführung von Beikost weitergestillt werden soll. Neu ist die Empfehlung, dass eine Zufütterung von kuhmilchbasierter Formulanahrung in den ersten Lebenstagen bei Stillwunsch der Mutter vermieden werden sollte. Ferner wurde festgestellt, dass die Evidenz für eine klare positive Empfehlung für hydrolysierte Säuglingsnahrung bei nicht gestillten Risikokindern aktuell nicht mehr ausreicht. Aktuell wird daher empfohlen zu prüfen, ob bis zur Einführung von Beikost eine Säuglingsanfangsnahrung mit in Studien zur Allergieprävention nachgewiesener Wirksamkeit verfügbar ist. Schließlich wurden auf Basis der EAACI-Leitlinie zur Prävention der Hühnereiallergie die Empfehlung ausgesprochen, durcherhitztes (zum Beispiel verbackenes oder hartgekochtes), aber nicht „rohes“ Hühnerei (auch kein Rührei) mit der Beikost einzuführen und regelmäßig weiter zu geben. Die Empfehlung zur Einführung von Erdnuss in der Beikost wurde für den deutschsprachigen Raum zurückhaltend formuliert: In Familien mit bereits bestehendem regelmäßigem Erdnusskonsum kann zur Prävention einer Erdnussallergie bei Säuglingen mit atopischer Dermatitis (AD) die regelmäßige Gabe von erdnusshaltigen Nahrungsmitteln in altersgerechter Form (zum Beispiel Erdnussbutter) mit der Beikost erwogen werden. Vor der Einführung muss insbesondere bei Säuglingen mit moderater bis schwerer AD eine klinisch relevante Erdnussallergie ausgeschlossen werden. Für eine allergiepräventive Wirksamkeit von Präbiotika oder Probiotika, Vitamin D oder anderen Vitaminen in Form von Präparaten fehlt weiterhin ausreichende Evidenz, sodass in der aktuellen Leitlinie erstmals Empfehlungen gegen deren Supplementierung verabschiedet wurden. Die Biodiversität spielt für die Entwicklung einer immunologischen Toleranz gegenüber Umwelt- und Nahrungsmittelallergenen eine wichtige Rolle: So gibt es deutliche Hinweise darauf, dass das Aufwachsen auf dem Bauernhof mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung von Asthma und allergischen Erkrankungen assoziiert ist. Dies wird mit einer frühzeitigen unspezifischen Immunstimulation unter anderem durch die größere mikrobielle Biodiversität des Hausstaubs in diesem Lebensraum in Verbindung gebracht. Dieser Aspekt spiegelt sich auch in den Empfehlungen zur Tierhaltung wie der, zu der eine differenzierte Stellungnahme erfolgte: In Familien ohne erkennbares erhöhtes Allergierisiko soll die Haustierhaltung mit Katzen oder Hunden nicht generell eingeschränkt werden. Familien mit erhöhtem Allergierisiko (d. h. Vater, Mutter oder Geschwisterkind sind von einer atopischen Erkrankung betroffen) oder Familien mit Kindern mit bereits bestehender atopischer Dermatitis sollten eine Katze nicht neu anschaffen – im Gegensatz dazu sollte von einer Hundehaltung jedoch nicht abgeraten werden. Interventionen zur Reduktion der Exposition gegenüber Hausstaubmilbenallergenen im Haushalt, zum Beispiel die Verwendung milbenallergendichter Matratzenüberzüge („encasings“), sollten nicht mit dem Ziel einer primären Allergieprävention erfolgen. Kinder, die durch einen Kaiserschnitt geboren wurden, haben ein geringfügig erhöhtes Asthmarisiko – dies soll bei der Beratung zum Geburtsmodus außerhalb von Notfallsituationen berücksichtigt werden. Auch aktuelle Arbeiten stützen die Empfehlungen zu Luftschadstoffen: Die aktive und passive Exposition gegenüber Tabakrauch erhöhen das Allergierisiko und sind deshalb zu vermeiden. Die Exposition gegenüber Stickoxiden, Ozon und Feinstaub der Partikelgröße < 2,5 Mikrometer (PM 2,5) ist mit einem erhöhten Risiko, besonders für Asthma, verbunden. Daher sollte die Exposition gegenüber Emissionen gegenüber Stickoxiden, Ozon und Feinstaub (PM 2,5) gering gehalten werden. Die Autor/-innen dieser Leitlinie sprechen sich einhellig für den Erlass entsprechender Verordnungen zur Minimierung dieser Luftschadstoffe aus. Es gibt keine Belege, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen, umgekehrt aber Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko senken können. Alle Kinder, auch Risikokinder, sollen auch aus Gründen der Allergieprävention nach den aktuellen Empfehlungen der STIKO geimpft werden. Schlussfolgerung: Die Konsentierung von Empfehlungen in dieser Leitlinie beruht auf einer umfangreichen Evidenzgrundlage. Die Aktualisierung der Leitlinie ermöglicht evidenzbasierte und aktuelle Empfehlungen zur Prävention allergischer Erkrankungen.Correspondence to:
Prof. Dr. Matthias Kopp
Medizinbereich Kinder und Jugendliche
Insel Gruppe AG, Inselspital, Universität Bern
Freiburgstrasse 15, 3010 Bern, Schweiz
und
Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann
Kinder-Zentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel
Universität Bielefeld
Burgsteig 13
33617 Bielefeld
Email: [email protected] und [email protected]