Kardiologische Rehabilitation
Qualitätsmerkmale von Herzgruppen in Rheinland-Pfalz – Ergebnisse wiederholter Überprüfungen durch den Landesverband
J. Schmidt, R. Nübling, D. Kriz, M. Keck, und P. Ritter
Price
42.00 $
Jahrgang 21 p. 51 - 60
Abstract
J. Schmidt1, R. Nübling1, D. Kriz1, M. Keck2, 3 und P. Ritter3
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Drei-Burgen-Klinik, Bad Münster & Reha-Kompetenzzentrum Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg, 3Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz e.V. (DGPR), Koblenz
Herzgruppen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zur unverzichtbaren Versorgungsstruktur in der kardiologischen Rehabilitation Phase III (nach WHO) entwickelt. Verantwortlich für die Anerkennung und fortlaufende Überprüfung von Herzgruppen nach medizinisch bzw. vertraglich festgelegten Qualitätsstandards, vornehmlich der Struktur- und Prozessqualität, sind unter anderem die Landesorganisationen der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation für Herz-Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR). Als einer der ersten Trägerverbände des Rehabilitationssports hat der Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz 2001/ 2002 landesweite Vor-Ort-Überprüfungen von Herzgruppen vorgenommen und diese 5 Jahre später wiederholt. Die Ergebnisse belegen, dass durch systematische Überprüfungen eine qualitative Verbesserung der Arbeit der Herzgruppen initiiert werden kann. Zeigten fast alle bei der Ersterhebung auf hohem Niveau erfüllten Qualitätsstandards erwartungsgemäß erneut einen sehr hohen Realisierungsstand, so konnten bei weiteren Kriterien wie der Einbeziehung ärztlicher Vorbefunde, der Dokumentation und der ergänzenden umfassenden Nachsorge zum Teil deutliche Verbesserungen erreicht werden. Dagegen blieben insbesondere bei Qualitätsstandards, bei denen vorhandene organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen limitierend wirken, Verbesserungen im wünschenswerten Ausmaß aus.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Erfurter Straße 5a
D–76139 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Interdisziplinäre Schmerztherapie in der Orthopädischen Rehabilitation (ISOR) – eine Studie zur Inanspruchnahme und zu längerfristigen Ergebnissen eines multimodalen Behandlungsangebots für Patienten mit Schmerzsyndromen
Multidisciplinary treatment of chronic pain in orthopedic rehabilitation – a study on the utilization and longer-term outcome of a multimodal treatment approach for patients with pain syndromes
J. Schmidt, A. Zucker, K. Wöllstein, D. Kriz, M. Keck und R. Nübling
Price
42.00 $
Jahrgang 24 p. 132 - 150
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 24, Nr. 4/2012, S. 132–150
Interdisziplinäre Schmerztherapie in der Orthopädischen Rehabilitation (ISOR) – eine Studie zur Inanspruchnahme und zu längerfristigen Ergebnissen eines multimodalen Behandlungsangebots für Patienten mit Schmerzsyndromen
J. Schmidt1, A. Zucker2, K. Wöllstein2, D. Kriz1, M. Keck2 und R. Nübling1
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Drei-Burgen-Klinik, Bad Münster, und Reha-Kompetenzzentrum Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg
Untersucht wird ein multimodales, 5-wöchiges stationäres Behandlungsangebot einer orthopädischen Fachklinik (abgekürzt: ISOR-Maßnahme), das sich an Patienten mit Schmerzsyndromen richtet. Mittels eines SGPP-Designs wird überprüft, welche Patienten diese Maßnahme in Anspruch nehmen und welche längerfristigen Ergebnisse sich 1 Jahr nach Entlassung aus der Klinik zeigen. Von 248 Patienten (54% Männer, Durchschnittsalter: 49,9 Jahre) beteiligten sich 112 an einer schriftlichen Nachbefragung (Rücklaufquote: 45,2%). Die untersuchten 248 Patienten unterschieden sich in den Merkmalen Angst und Depression (gemessen mit HADS-D) bei Aufnahme sehr markant von „üblichen“ orthopädischen Patienten: Sie waren psychisch wesentlich auffälliger und waren mit Patienten psychosomatischer Fachkliniken vergleichbar. Mehrheitlich lag bei ihnen eine ausgeprägte Chronifizierung der Schmerzen vor. 1 Jahr nach Entlassung aus der Klinik berichteten knapp 50% der Patienten von einem deutlichen bzw. großen persönlichen Nutzen der Maßnahme. Im Vorher-Nachher-Vergleich (Aufnahme vs. Nachbefragung) ergaben sich auf Gesamtgruppenebene geringfügige bis mittlere Effektstärken im Sinne von Besserungen – allerdings keine positiven Effekte bei den psychischen Parametern (HADSScores). Insgesamt zeigen die patientenseitig berichteten Behandlungsergebnisse eine beträchtliche Variabilität. Während für eine Subgruppe der Patienten Erfolg versprechende Veränderungen objektiviert werden können, tut sich bei anderen wenig. Tatsächlich verbergen sich hinter den mittleren Effektstärken der Gesamtgruppe differenzielle Verläufe für Subgruppen der Patienten, die teilweise markant kontrastieren. Relativ kohärent kann beobachtet werden, dass stärker belastete/beeinträchtigte Patienten von der Maßnahme weniger profitieren als weniger belastete/beeinträchtigte Patienten. Auch scheinen das Bildungsniveau und Rentenvariablen (z.B. Rentenbegehren) die längerfristigen Behandlungsergebnisse mit zu beeinflussen. Diskutiert werden abschließend mögliche Konsequenzen der Befunde für die Weiterentwicklung des Konzepts.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Behandlungsergebnisse 1 Jahr nach stationärer psychosomatischer Rehabilitation
Treatment outcomes 1 year after inpatient psychosomatic rehabilitation
R. Nübling, J. Schmidt, W. Reichelt und D. Kriz
Price
42.00 $
Jahrgang 25 p. 150 - 165
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 25, Nr. 4/2013, S. 150–165
Behandlungsergebnisse 1 Jahr nach stationärer psychosomatischer Rehabilitation
R. Nübling1, J. Schmidt1, W. Reichelt2 und D. Kriz1
1GfQG, Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen GbR, Karlsruhe, 2Klinikzentrum Lindenallee, Bad Schwalbach
Hintergrund: Die Verfügbarkeit aktueller Behandlungsergebnisse ist wesentlich für die Abbildung der Qualität einer Rehabilitationsklinik. Dabei sollte der Outcome immer auch in einem ausreichenden Abstand zur Behandlung gemessen werden (Katamnesen). Fragestellung: Ziel der Studie war eine erste Abschätzung der Behandlungsergebnisse der untersuchten psychosomatischen Klinik. Methodik: In die drei Messzeitpunkte (Aufnahme (A), Entlassung (E), 1-Jahres-Katamnese (K)) umfassende Evaluationsstudie wurden n = 224 konsekutive Patienten einbezogen, von denen sich 62% (n = 138) an der Nachbefragung beteiligt haben. Neben der klassischen indirekten Veränderungsmessung kam auch die direkte und quasi-indirekte Messvariante zum Einsatz. Erhoben wurden die Hamburger Module HEALTH-49 zu allen drei Messzeitpunkten im Sinne einer Statusmessung; darüber hinaus ein Katamnesefragebogen, über den ergänzend unter anderem gesundheits- sowie arbeitsbezogene bzw. gesundheitsökonomisch relevante Parameter (z.B. AU-Zeiten, Krankenhaustage, Arztbesuche) erfasst wurden. Fremdeinschätzungen seitens behandelnder oder nachbehandelnder Ärzte/Psychotherapeuten wurden nicht einbezogen. Ergebnisse: Diagnostisch handelte es sich vor allem um affektive Störungen (F3.x; 62%) und um neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F4.x; 26%), der Frauenanteil lag bei 73%; der Altersdurchschnitt betrug 51 Jahre (sd = 7,9), die durchschnittliche Behandlungsdauer 39,1 Tage. Ein Jahr nach Entlassung gaben ca. 62% an, dass die Maßnahme für sie einen deutlichen oder großen Nutzen hatte. Der Anteil der Patienten, die sich kaum oder gar nicht arbeitsfähig einschätzten, halbierte sich gegenüber dem Aufnahmezeitpunkt (von 76% auf 35%). Die aktuellen Krankschreibungen reduzierten sich um 76%, die Krankschreibungen bezogen auf die 12-Monats-Zeiträume vor und nach der Reha-Maßnahme um 69%. Die Reduktion bei den Arztbesuchen lag bei 49%, die der Zeiten in einem Krankenhaus bei 34%. Auf psychometrischer Ebene ergaben sich hohe Effektstärken, zum Beispiel für die Skala „Gesundheitliche Beschwerden“ (GBesc10, ES = 1,44). Im HEALTH-49 wurden sowohl beim A-Eals auch im A-K-Vergleich in 7 bzw. 8 Skalen mittlere bis hohe Effektstärken erreicht; sie lagen zwischen ES = 0,21 und ES = 1,19 (A vs. E) bzw. zwischen ES = –0,17 und ES = 0,96 (A vs. K).Correspondence to:
Dipl.-Psych. Dr. R. Nübling
GfQG, Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
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Originalarbeit
Die Davoser Outcome-Studie (DOS) – Ergebnisse stationärer pneumologischer und dermatologischer Heilbehandlungen im Spiegel wiederholter Nacherhebungen
The Davos Outcome Study (DOS) – results of pneumological inpatient treatments in the miroor of repeated follo-ups
J. Schmidt, U. Kaiser, D. Kriz und R. Nübling
Price
42.00 $
Jahrgang 26 p. 119 - 140
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 26, Nr. 4/2014, S. 119–140
Die Davoser Outcome-Studie (DOS) – Ergebnisse stationärer pneumologischer und dermatologischer Heilbehandlungen im Spiegel wiederholter Nacherhebungen
J. Schmidt1, U. Kaiser2, D. Kriz1 und R. Nübling1
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Hochgebirgsklinik Davos, Davos Wolfgang (Schweiz)
Hintergrund: Ziel der Davoser-Outcome- Studie (DOS) war es, die kurz- und längerfristigen Effekte stationärer Heilbehandlungen in der Hochgebirgsklinik Davos (Schweiz) zu untersuchen. Methodik: Die prospektive einarmige Beobachtungsstudie beinhaltete patientenseitig 5 schriftliche Datenerhebungen (Aufnahme, Entlassung, Nachbefragungen 6, 12 und 24 Monaten nach Entlassung) und arztseitig 2 Messungen (zu Beginn und am Ende der Intervention). Im Untersuchungszeitraum nahmen 61% der Neuaufnahmen an der Studie teil; die Erfassungsquoten bei den 3 Nacherhebungen lagen bei 80,4%, 73,4% und 65,8%. Stichprobe: Die Ausgangsstichprobe umfasste 896 Patienten mit unterschiedlichen pneumologischen (ca. 70%) und dermatologischen Diagnosen (ca. 30%). Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 49,1 Jahre, knapp 60% der Patienten waren Frauen, die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug 27,4 Tage. Bei den Patienten lag mehrheitlich eine ausgeprägte Chronifizierung der Beschwerden vor. Etwa 70% der Studienteilnehmer waren Erwerbspersonen. Kennzeichnend ist weiterhin ein eher höheres Bildungsniveau (44,3% hatten einen höheren Schulabschluss) und eine mittlere bis gehobene berufliche Stellung. Die Stichprobe kann als weitgehend repräsentativ für den Beobachtungszeitraum angesehen werden: Ergebnisse: Konstant über alle Messzeitpunkte hinweg zeigten sich bemerkenswert hohe patientenseitige Nutzenbewertungen der Heilbehandlung sowie eine konstant hohe Zufriedenheit mit der Behandlung. Bei Entlassung konnte eine beachtliche Besserung des gesundheitlichen Befindens (ES = 1,26) beobachtet werden, die sich im weiteren zeitlichen Verlauf zwar etwas abschwächte, 2 Jahre nach Entlassung aber noch eine gute Nachhaltigkeit zeigte (ES = 0,60). Mittels zielorientierter Ergebnismessung (ZOE nach Gerdes) konnten weiterhin nachhaltige Besserungen der Atem- und Hautbeschwerden festgestellt werden. Auch bei den überprüften indikativen Ergebnisparametern (1-Sekundenkapazität, spezifischer Atemwegswiderstand, PASI-Index und SCORAD-Index) waren bei Entlassung zum Teil imposante positive Veränderungen zu verzeichnen. Ebenso zeigten sich in Vorher-Nachher-Vergleichen auch Reduktionseffekte hinsichtlich der kostenrelevanten Merkmale Anzahl der Notarztrufe und Notfalleinlieferungen (im zweiten Jahr nach der Intervention waren Reduktionen von 54% bzw. 26% zu verzeichnen). Ein äußerst günstiges Bild konnte auch hinsichtlich der Return- to-work-Quoten beobachtet werden, die den Anteil der Patienten beziffern, die vor Beginn der Intervention berufstätig waren und auch noch 6, 12 und 24 Monate danach berufstätig sind (92,2% 1/2 Jahr nach Entlassung und 87,1% 2 Jahre nach Entlassung). Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass stationäre Heilbehandlungen in der Hochgebirgsklinik Davos – größtenteils Rehabilitationsmaßnahmen – zu moderaten bis deutlichen kurz- und längerfristigen Verbesserungen bei Patienten mit Atemwegserkrankungen und Hauterkrankungen führen. Die vorliegenden Resultate deuten eine zufriedenstellende Nachhaltigkeit der Effekte an, sie bestätigen frühere Evaluationsstudien in großem Maße. Abschließend wird die Studie unter methodischen Gesichtspunkten diskutiert.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Die „Reha-QM-Outcome-Studie“ des Qualitätsverbundes Gesundheit und der DRV Baden-Württemberg – Methodik und ausgewählte Ergebnisse
The “Rehabilitation-QM-Outcome- Study” of the Quality Network Health and the Regional German Pension Insurance (DRV) Baden-Wuerttemberg – methodology and selected results
R. Nübling, R. Kaluscha, G. Krischak, D. Kriz, J. Holstiege, H. Martin, G. Müller, J. Renzland, M. Reuss-Borst, J. Schmidt, U. Kaiser und E. Toepler
Price
42.00 $
Jahrgang 27 p. 77 - 94
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 27, Nr. 3/2015, S. 77–94
Die „Reha-QM-Outcome-Studie“ des Qualitätsverbundes Gesundheit und der DRV Baden-Württemberg – Methodik und ausgewählte Ergebnisse
R. Nübling1, R. Kaluscha2, G. Krischak2, D. Kriz1, J. Holstiege2, H. Martin3, G. Müller4, J. Renzland5, M. Reuss-Borst6, J. Schmidt1, U. Kaiser7 und E. Toepler8
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen GfQG, Karlsruhe, 2Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm, 3DRV Baden-Württemberg, 4Schlossklinik Bad Buchau, 5Kur- und Klinikverwaltung Bad Rappenau, 6Reha-Zentren der DRV Baden-Württemberg, 7Hochgebirgsklinik Davos, Schweiz, 8Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Hintergrund: Ziel der Reha-QM-Outcome- Studie ist die Überprüfung der Effektivität stationärer Heilbehandlungen auf der Basis von Befragungsdaten, Routinedaten der Rentenversicherung und von Qualitätskennzahlen der beteiligten Einrichtungen, sowie die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen diesen drei Datenbereichen. Methodik: Die Studie beinhaltet Selbstangaben der Patienten (schriftliche 1-Punkt-Nachbefragung 1 Jahr nach der Reha), Daten aus der Rehabilitations-Statistik-Datenbank (RSD) sowie Qualitätskennzahlen der Einrichtungen aus einem verbundinternen Kennzahlensystem. Stichprobe: Die Stichprobe umfasste n = 7.616 Versicherte der DRV Baden-Württemberg, die im Jahr 2011 in n = 21 Verbundkliniken behandelt wurden. An der katamnestischen Befragung beteiligten sich n = 4.161 dieser Rehabilitanden (Rücklaufquote 55%), RSD-Datensätze konnten für n = 3.720 Versicherte, die sich an der Katamnese beteiligten, eindeutig zugeordnet werden. Die Stichprobe kann als weitgehend repräsentativ für die Grundgesamtheit der ausgewählten Versicherten angesehen werden. Ergebnisse: Die Ergebnisse 1 Jahr nach stationärer Rehabilitation weisen trotz eher schwieriger Ausgangsbedingungen (gesundheitlich, sozialmedizinisch und beruflich deutlich belastete und in der Regel chronifizierte Patienten) in eine positive Richtung. Der Nutzen der Rehabilitation, die Zielerreichung und die Zufriedenheit mit dem Ergebnis werden positiv eingeschätzt. Die Prä-Post-Effektstärken der erhobenen Skalen liegen für die Gesamtstichprobe im mittleren Bereich (ES = 0,40 – 0,60), in einzelnen Indikationsbereichen (Psychosomatik) auch deutlich höher (ES = 1,2 für die Skala GB10). Die Return-to-Work-Quoten liegen zwischen 75% (Zeitpunktquote) und 83% (kumulative Zeitverlaufsquote). Die durchschnittliche Beitragszahlung aus Erwerbstätigkeit schwächt sich im ersten Jahr nach Rehabilitation insgesamt nur leicht ab, die subjektiven Patienteneinschätzungen korrespondieren dabei mit dieser gut. Auch hinsichtlich Qualitätskennzahlen ergeben sich deutliche Zusammenhänge mit der Rehabilitandenzufriedenheit und dem Reha-Erfolg. Folgerungen: Es lassen sich Potenziale für das interne Qualitätsmanagement und Impulse für Verbesserungsprozesse in den Kliniken ableiten. Die Einbeziehung aller drei Datenebenen offeriert einen neuen Blickwinkel und neue Analysemöglichkeiten. Eine gemeinsame Betrachtung der drei Datenebenen, wie in der Reha-QS-Outcome-Studie erstmals realisiert, hat sich als praktikabel erwiesen. Ziel einer mittelfristigen Implementierung der Methodik in die Routine ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Kliniken und belegendem Rehabilitationsträger im Sinne einer Win-Win-Situation.Correspondence to:
Dr. R. Nübling
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Psychische Komorbidität bei stationären Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten – Korrelate und Verlauf
Comorbid mental impairments in hospitalized patients with respiratory and lung diseases – correlates and time course
J. Schmidt, U. Kaiser, D. Kriz und R. Nübling
Price
42.00 $
Jahrgang 28 p. 85 - 101
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 28, Nr. 3/2016, S. 85-101
Psychische Komorbidität bei stationären Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten – Korrelate und Verlauf
J. Schmidt1, U. Kaiser1#2, D. Kriz1 und R. Nübling1
1Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2Institut für sportmedizinische Prävention und Rehabilitation (ISPR), Mainz
Hintergrund: Chronisch kranke Menschen leiden häufig auch unter ernstzunehmenden, aber teilweise verdeckten psychischen Komorbiditäten. Diese korrelieren u.a. mit erhöhten Kosten für das Gesundheitssystem und weniger guten Behandlungsergebnissen. Studien zeigen, dass psychosoziale Belastungen bzw. psychische Komorbiditäten auch bei Patienten mit Lungen- und Atemwegserkrankungen weit verbreitet sind. Weniger untersucht ist allerdings die Frage, ob eine psychische Komorbidität bei der Behandlung adäquat berücksichtigt wird. Methoden und Fragestellungen: Aus einer prospektiven Beobachtungsstudie der Hochgebirgsklinik Davos (Schweiz) mit umfangreichen Datenerhebungen an 5 Messzeitpunkten (T1 = Aufnahme in die Klinik bis T5 = 2 Jahre nach Entlassung) wurden für diesen Beitrag N = 637 stationäre Patienten mit einer Hauptdiagnose aus dem ICD-10-Kapitel „Krankheiten des Atmungssystems“ herausgefiltert (durchschnittlich 50,4 Jahre alt, knapp 60% Frauen, größenteils Asthma-Patienten). Untersucht wurde auf der Grundlage eines Screenings mit dem Fragebogen HADS-D: 1. die Präalenzrate psychischer Auffäligkeit bei T1, 2. die Zusammenhäge zwischen Auffälligkeit und anderen patientenbezogenen Variablen, 3. die Korrespondenz der Auffäligkeit mit der Inanspruchnahme von Leistungen in der Klinik und die Quote der Inanspruchnahme einer psychologischen Intervention im engeren Sinne, 4. Unterschiede zwischen vier ex post facto gebildeten Patientengruppen und 5. die psychische Befindlichkeit der Patienten im zeitlichen Verlauf (5 Messzeitpunkte). Ergebnisse: 34,3% der untersuchten Patienten sind bei Aufnahme in die Klinik psychisch auffällig (entweder bezüglich Depressivität oder Angst oder beidem). Es zeigen sich deutliche Zusammenhänge dieser Auffälligkeit mit anderen Merkmalen (z.B. mit den IRES-24-Skalen „Reha-Status“und „Somatische Gesundheit“ mit allen SGRQ-Skalen und dem sozialmedizinischen Risikoindex SIBAR, wobei sich die Auffälligen jeweils belasteter schildern). Es kann weiterhin beobachtet werden, dass die initiale Auffälligkeit der Patienten unter dem Blickwinkel der Realisierung adäquater diagnostischer und therapeutischer Leistungen während der stationären Behandlung gut berücksichtigt wird: 79,2% der Auffälligen bzw. 90,8% der deutlich Auffälligen erhalten eine psychologische Maßahme im engeren Sinne (Psychotherapie/ psychologische Beratung und/oder Entspannungstherapie). Hierbei zeigt sich, dass sich die Nutzer einer psychologischen Intervention hinsichtlich der Merkmale Geschlecht, Alter, Art der Behandlung und Erwerbsstatus von den Nicht-Teilnehmern unterscheiden (jeweils höhere Anteile von Frauen, Reha-Patienten und Erwerbspersonen bei den Teilnehmern, die im Schnitt auch 6 –7 Jahre jüger sind). Differenziert man die Patienten aufgrund der beiden Dummy- Variablen „Auffälligkeit“und „Inanspruchnahme einer psychologischen Intervention“, zeigt sich zwischen den ex post facto gebildeten vier Gruppen eine Reihe von Unterschieden. Obwohl sich die Gruppen am Ende der stationären Behandlung nicht bedeutsam hinsichtlich Behandlungszufriedenheit und subjektiver Nutzenbewertung unterscheiden, können – sowohl auf Ebene der Selbstbeurteilung als auf Ebene der Arzturteile – Unterschiede bezüglich der wahrgenommenen Veränderungen beobachtet werden (die Nutzer psychologischer Maßahmen zeigen im Durchschnitt mehr positive Veränderungen). Gemessen an der IRES-24-Skala „Psychisches Befinden“ zeigt sich auch, dass sich die beobachtbaren Effektgrößen der HADS-Auffälligen mit bzw. ohne psychologische Intervention kurz- und längerfristig (d.h. bei Entlassung und 2 Jahre nach der Intervention) unterscheiden: Für die initial auffälligen Patienten mit psychologischer Intervention ergeben sich deutlich höhere Effekte (kurzfristig: ES = 1,02 vs. ES = 0,48; längerfristig: ES = 0,55 vs. ES = 0,29). Folgerungen: Herausforderung für die Praxis ist es, vorhandene psychische Komorbiditäten zu erkennen und ggf. gezielt möglichst adäquate Behandlungsmaßahmen einzuleiten. Wenngleich eine völlige Normalisierung gravierender Auffälligkeiten in der Versorgungspraxis kaum zu erwarten ist, liefert die Studie Anhaltspunkte dafür, dass adäquate psychologische Interventionen zu mittel- und lägerfristig besseren Outcomes beitragen können.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. Jürgen Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
76185 Karlsruhe
Email: [email protected]
Originalarbeit
Routine-Assessment Psychosomatik (RAP) – Konzept, Implementierung und Ergebnisse eines Dokumentationssystems für die psychosomatische Rehabilitation
Routine Assessment Psychosomatic (RAP) – concept, implementation and results of a documentation system for psychosomatic rehabilitation
R. Nübling, J. Schmidt, D. Kriz, A. Kobelt und M. Bassler
Price
42.00 $
Jahrgang 30 (2018) p. 52 - 66
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 30, Nr. 2/2018, S. 52-66
Routine-Assessment Psychosomatik (RAP) – Konzept, Implementierung und Ergebnisse eines Dokumentationssystems für die psychosomatische Rehabilitation
R. Nübling1, J. Schmidt1, D. Kriz1, A. Kobelt2#3 und M. Bassler4#5
1GfQG Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen, Karlsruhe, 2DRV Braunschweig-Hannover, Laatzen, 3Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation (ZKPR), Universität Bremen, 4Rehazentrum Oberharz, Schwerpunktklinik für Psychosomatik, Clausthal-Zellerfeld, 5ISRV – Institut für Sozialmedizin, Rehabilitationswissenschaften und Versorgungsforschung, Hochschule Nordhausen
Mit dem Routine-Assessment Psychosomatik (RAP) wird ein neues Dokumentationssystem vorgestellt, welches für die psychosomatische Rehabilitation konzipiert wurde. Eine PC-basierte Form wurde an einer Stichprobe von etwa 10.000 Patienten in zwei Fachkliniken der DRV Braunschweig- Hannover eingeführt und erprobt. Insgesamt wurde das System von den Patienten und Therapeuten gut angenommen. Es zeigte sich weiterhin, dass die Daten für die individuelle Therapieplanung und Ergebnismessung (z.B. Entlassungsbericht) in den Kliniken gut genutzt werden können. Ergebnisse zur Aufnahmesituation, zu den Behandlungen und zu den kurzfristigen Outcomes werden berichtet.Correspondence to:
Dr. Dipl.-Psych. Rüdiger Nübling
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstraße 1
76185 Karlsruhe
Email: [email protected]