Übersicht
Untersuchung von Metallwerkzeugen im Friseurhandwerk hinsichtlich einer Freisetzung von Nickelionen
Screening metallic hairdresser tools for nickel release
C. Symanzik und S.M. John
Jahrgang 68 (2020) p. 52 - 59
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 68, Nr. 2/2020, S. 52-59
Untersuchung von Metallwerkzeugen im Friseurhandwerk hinsichtlich einer Freisetzung von Nickelionen
C. Symanzik1 und S.M. John1#2
1Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 2Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück
Einleitung: Friseure unterliegen einem hohen Risiko, eine Berufsdermatose in Form eines allergischen Kontaktekzems zu entwickeln, das durch Kontaktallergene, wie Nickel, welches eines der häufigsten Kontaktallergene darstellt, ausgelöst werden kann. Nickelfreisetzende Metallgegenstände konnten, trotz bestehender EU-Regularien bezüglich der Verwendung von Nickel in Metallgegenständen, in diversen Studien innerhalb der Europäischen Union identifiziert werden. Mit der vorliegenden Arbeit soll die aktuelle Situation bezüglich einer Nickelfreisetzung aus Metallwerkzeugen im deutschen Friseurhandwerk untersucht werden.
Methodik: Mittels eines Dimethylglyoxim-Tests (DMG-Test) wurden 229 Metallwerkzeuge im Friseurhandwerk auf eine Nickelfreisetzung untersucht. Überdies wurde eine standardisierte Mitarbeiterbefragung durchgeführt, um Daten zu Herstellern, Alter und Preis der Friseurscheren zu generieren.
Ergebnisse: Eine Nickelfreisetzung wurde bei 21 von 229 Metallwerkzeugen (9,2%) nachgewiesen. Positive Nickel-Testergebnisse lagen bei 2 von 27 Stielkämmen (7,4%), 8 von 45 Abteilklammern (17,8%) sowie 11 von 17 Pinzetten (64,7%) vor.
Diskussion: Die nachgewiesene Nickelfreisetzung aus Metallwerkzeugen, zu denen ein unmittelbarer und längerer Hautkontakt besteht, stellt eine akute gesundheitliche Gefährdung bezüglich einer Sensibilisierung gegenüber Nickelionen sowie der Auslösung eines allergischen Kontaktekzems durch Nickel dar. Die Notwendigkeit einer strikten Überprüfung der Umsetzung der geltenden EU-Regularien zum Verwendungsverbot von Nickel in Metallgegenständen ist deutlich geworden.
Schlussfolgerungen: Es ist davon auszugehen, dass bei Beschäftigten im Friseurhandwerk ein unmittelbarer und längerer Hautkontakt zu nickelfreisetzenden Metallwerkzeugen gegeben sein kann. Hinsichtlich einer Nickelexpositionsquelle sind besonders Pinzetten und Abteilklammern, nicht aber Scheren, die das Hauptarbeitswerkzeug im Friseurhandwerk darstellen, als problematisch zu betrachten. Die Konzeption von adäquaten Handlungsmaßnahmen zur Vermeidung eines Hautkontaktes zu nickelfreisetzenden Metallwerkzeugen sowie die Durchführung weiterer Bestimmungen zum Nachweis einer Nickelionenfreisetzung aus Metallwerkzeugen im Friseurhandwerk sind unabdingbar für ein umfassendes und nachhaltiges Präventionskonzept.Correspondence to:
Cara Symanzik
Universität Osnabrück
Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB)
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]
Originalarbeit
Untersuchung von Metallwerkzeugen im Friseurhandwerk hinsichtlich einer Freisetzung von Nickelionen
Screening metallic hairdresser tools for nickel release
C. Symanzik und S.M. John
Price
42.00 $
Jahrgang 43 (2020) p. 367 - 374
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 9/2020, S. 367-374
Untersuchung von Metallwerkzeugen im Friseurhandwerk hinsichtlich einer Freisetzung von Nickelionen
C. Symanzik1 und S.M. John1#2
1Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 2Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück
Einleitung: Friseure unterliegen einem hohen Risiko, eine Berufsdermatose in Form eines allergischen Kontaktekzems zu entwickeln, das durch Kontaktallergene, wie Nickel, welches eines der häufigsten Kontaktallergene darstellt, ausgelöst werden kann. Nickelfreisetzende Metallgegenstände konnten, trotz bestehender EU-Regularien bezüglich der Verwendung von Nickel in Metallgegenständen, in diversen Studien innerhalb der Europäischen Union identifiziert werden. Mit der vorliegenden Arbeit soll die aktuelle Situation bezüglich einer Nickelfreisetzung aus Metallwerkzeugen im deutschen Friseurhandwerk untersucht werden.
Methodik: Mittels eines Dimethylglyoxim-Tests (DMG-Test) wurden 229 Metallwerkzeuge im Friseurhandwerk auf eine Nickelfreisetzung untersucht. Überdies wurde eine standardisierte Mitarbeiterbefragung durchgeführt, um Daten zu Herstellern, Alter und Preis der Friseurscheren zu generieren.
Ergebnisse: Eine Nickelfreisetzung wurde bei 21 von 229 Metallwerkzeugen (9,2%) nachgewiesen. Positive Nickel-Testergebnisse lagen bei 2 von 27 Stielkämmen (7,4%), 8 von 45 Abteilklammern (17,8%) sowie 11 von 17 Pinzetten (64,7%) vor.
Diskussion: Die nachgewiesene Nickelfreisetzung aus Metallwerkzeugen, zu denen ein unmittelbarer und längerer Hautkontakt besteht, stellt eine akute gesundheitliche Gefährdung bezüglich einer Sensibilisierung gegenüber Nickelionen sowie der Auslösung eines allergischen Kontaktekzems durch Nickel dar. Die Notwendigkeit einer strikten Überprüfung der Umsetzung der geltenden EU-Regularien zum Verwendungsverbot von Nickel in Metallgegenständen ist deutlich geworden. Schlussfolgerungen: Es ist davon auszugehen, dass bei Beschäftigten im Friseurhandwerk ein unmittelbarer und längerer Hautkontakt zu nickelfreisetzenden Metallwerkzeugen gegeben sein kann. Hinsichtlich einer Nickelexpositionsquelle sind besonders Pinzetten und Abteilklammern, nicht aber Scheren, die das Hauptarbeitswerkzeug im Friseurhandwerk darstellen, als problematisch zu betrachten. Die Konzeption von adäquaten Handlungsmaßnahmen zur Vermeidung eines Hautkontaktes zu nickelfreisetzenden Metallwerkzeugen sowie die Durchführung weiterer Bestimmungen zum Nachweis einer Nickelionenfreisetzung aus Metallwerkzeugen im Friseurhandwerk sind unabdingbar für ein umfassendes und nachhaltiges Präventionskonzept.
Erstpuplikation in Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 68, Nr. 2/2020, S. 52-59, mit freundlicher Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Cara Symanzik
Universität Osnabrück
Institut für Gesundheitsforschung´und Bildung (IGB)
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]
Allergisches Kontaktekzem
Nickel und Kobalt: Unterschätzte Kontaktallergene im Friseurhandwerk?
Nickel and cobalt: underestimated contact allergens in hairdressers?
C. Symanzik, C. Skudlik und S.M. John
Jahrgang 69 (2021) p. 190 - 196
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 69, Nr. 4/2021, S. 190-196
Nickel und Kobalt: Unterschätzte Kontaktallergene im Friseurhandwerk?
C. Symanzik1#2, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück
Einleitung: Nickel und Kobalt wurden in den letzten Jahrzehnten nicht als relevante Kontaktallergene für das Friseurhandwerk angesehen. Kürzlich wurden im deutschen Friseurhandwerk verwendete metallische Arbeitswerkzeuge positiv auf eine allergologisch relevante Nickel- sowie Kobaltfreisetzung getestet.
Methodik: Analyse, Zusammenfassung und Bewertung zweier aktueller Feldstudien.
Ergebnisse: Im Jahr 2019 konnte eine Nickelfreisetzung aus 9,2% der 229 getesteten Metallwerkzeuge sowie im Jahr 2021 eine Nickelfreisetzung aus 27,6% und eine Kobaltfreisetzung aus 2,1% der 475 getesteten Werkzeuge aus insgesamt 30 norddeutschen Friseurbetrieben nachgewiesen werden.
Diskussion: Eine Nickel- und/oder Kobaltfreisetzung aus verschiedenen Friseurwerkzeugen konnte nachgewiesen werden. Daher sollte die Bedeutung von Nickel und Kobalt als mögliche Kontaktallergene im Friseurhandwerk überdacht werden.
Schlussfolgerungen: Die aktuellen Erkenntnisse sollten auch hinsichtlich möglicher versicherungsrechtlicher Implikationen betrachtet werden. Im Falle einer Nickel- und/oder Kobaltallergie im Friseurhandwerk sollten beruflich verwendete Metallwerkzeuge als potentielle Expositionsquellen in Betracht gezogen werden.Correspondence to:
Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) und
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]
Originalarbeit
Hautveränderungen durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst im Zuge der Eindämmung der COVID-19-Pandemie: Eine empirische Untersuchung in einem niedersächsischen Krankenhaus der Maximalversorgung
Adverse skin reactions caused by masks in healthcare workers during the COVID-19 pandemic: an empirical investigation in a Lower Saxonian maximum-care hospital
C. Symanzik, C. Körbel-Peceny, D. Lüttje, M. Engelhardt, C. Skudlik und S.M. John
Jahrgang 70 (2022) p. 3 - 12
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 70, Nr. 1/2022, S. 3-12
Hautveränderungen durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei Beschäftigten im Gesundheitsdienst im Zuge der Eindämmung der COVID-19-Pandemie: Eine empirische Untersuchung in einem niedersächsischen Krankenhaus der Maximalversorgung
C. Symanzik1#2, C. Körbel-Peceny3, D. Lüttje3, M. Engelhardt3, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Abteilung Krankenhaushygiene, Klinikum Osnabrück
Einleitung: Zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie wurden strikte Hygienemaßnahmen für Beschäftigte im Gesundheitsdienst (BiG) eingeführt. Eine Zunahme des Auftretens von Hautveränderungen im Gesichtsbereich durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) wurde für den privaten Bereich bereits aufgezeigt; an Daten für berufliche Kollektive mangelt es. Mit dieser Arbeit soll das Auftreten von Hautveränderungen im Gesichtsbereich, die mit dem Tragen eines MNS assoziiert werden, bei BiG orientierend quantifizieren werden.
Methodik: Schriftliche Befragung mittels vollstandardisierter Fragebögen im November 2021.
Ergebnisse: 192 BiG nahmen teil. Die durchschnittliche tägliche Tragedauer eines MNS im Kollektiv (n = 192) summiert sich vor der Pandemie auf 0,6 ± 1,7 Stunden sowie in der Pandemie auf 9,0 ± 1,9 Stunden. 10,9% der 192 Teilnehmenden gaben an, bereits vor Einführung der COVID-19-assoziierten Hygienemaßnahmen, und 80,7% der 192 Teilnehmenden gaben an, seit Einführung der COVID-19-assoziierten Hygienemaßnahmen unter Hautveränderungen im Gesichtsbereich zu leiden, die nach Eigenbeurteilung auf das Tragen eines MNS zurückzuführen sind.
Diskussion: Durch COVID-19-assoziierte Hygienemaßnahmen hat sich bei BiG nicht nur die tägliche Tragedauer eines MNS, sondern auch das Auftreten von Hautveränderungen im Gesichtsbereich, die mit dem Tragen eines MNS assoziiert werden, drastisch erhöht. Das Informationsbedürfnis bezüglich Präventionsmaßnahmen deutet darauf hin, dass das vermehrte Auftreten von Hautveränderungen im Gesichtsbereich als belastend wahrgenommen wird.
Schlussfolgerungen: Da in absehbarer Zeit kein Rückgang der COVID-19-assoziierten Hygienemaßnahmen zu erwarten ist, sollten BiG mit Informationen zur Prävention von Hautveränderungen im Gesichtsbereich versorgt werden. In der (berufs-)dermatologischen Praxis ist die Anwendung adäquater, individualisierter Hautreinigungs- und Hautpflegekonzepte anzuraten. Umfassende primärpräventive Inhalte können in gesundheitspädagogischer Schulungsmaßnahmen – auch i. S. eines e-Learning/e-Health-Konzeptes – vermittelt werden.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm)
und Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]
Übersichtsarbeit
Handlungsempfehlung: Langzeittherapie des beruflichen Handekzems mit Alitretinoin im BG-lichen Heilverfahren
Recommendation: long-term therapy of occupational hand eczema with alitretinoin within therapies of the employer’s liability insurance association
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus und S.M. John
Jahrgang 70 (2022) p. 35 - 52
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 70, Nr. 1/2022, S. 35-52
Handlungsempfehlung: Langzeittherapie des beruflichen Handekzems mit Alitretinoin im BG-lichen Heilverfahren
C. Symanzik1#2, C. Altenburg3, S. Awe3, C. Drechsel-Schlund3, A. Nienhaus3#4 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 4Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: Alitretinoin ist das derzeitig einzige für die systemische Behandlung von Handekzemen (HE) zugelassene Medikament. In der Praxis gab es immer wieder Fragen zur Indikation und zum wissenschaftlich leitliniengerechten Einsatz der Alitretinoin-Therapie, speziell auch zur Therapiedauer über die in der Zulassung vorgesehene Zeitspanne von 6 Monaten hinaus (Off-Label-Use).
Methodik: Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich der Indikation, des leitliniengerechten Einsatzes sowie Diskussion von Fallkonstellationen und Aspekten, die es zu beachten gilt bei der (Langzeit-)Therapie (> 6 Monate) beruflicher HE mit Alitretinoin.
Ergebnisse: Die wissenschaftliche Datenlage für eine Langzeittherapie ist lückenhaft. Eine evidenzbasierte Therapie ist deshalb zurzeit nicht möglich. Es werden neun Fallkonstellationen und Aspekte für eine Off-Label-Therapie im Einzelfall diskutiert.
Diskussion: Um eine wissenschaftlich begründete und kriteriengeleitete Handlungsempfehlung bezüglich der Langzeittherapie des beruflichen HE mit Alitretinoin formulieren zu können, ist eine dezidierte Betrachtung individueller Fallkonstellationen, die eine jeweilige Beurteilung einhergehender Sachverhalte mit sich bringt, unabdingbar. Perspektivisch besteht die Notwendigkeit der Durchführung weiterer – vor allem randomisierter, kontrollierter – klinischer Studien unter besonderer Berücksichtigung potentieller Nebenwirkungen. Zur Vorbereitung so einer Studie sollten retrospektive oder prospektive Kasuistiken aufbereitet werden.
Schlussfolgerungen: Die im Rahmen der vorliegenden Arbeit aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht explorierten Fallkonstellationen können zukünftig in der Praxis unterstützend in Entscheidungsfindungsprozesse eingebunden werden.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische
Prävention und Rehabilitation (iDerm) &
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected] und [email protected]
Ankündigung
Systematische Analyse der Testungen von patienteneigenen Substanzen in Deutschland: DGUV-Forschungsprojekt FB 317b zur Qualitätssicherung der Diagnostik beruflicher Typ IV-Allergien
C. Symanzik, K. Dicke, R. Brans, P. Weinert, C. Skudlik und S.M. John
Login
###ENGLISH_ABSTRACT_LINK###
###FREE_ENGLISH_ARTICLE_DOWNLIAD_LINK###
Jahrgang 70 (2022) p. 55 - 60
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 70, Nr. 2/2022, S. 55-60
Systematische Analyse der Testungen von patienteneigenen Substanzen in Deutschland: DGUV-Forschungsprojekt FB 317b zur Qualitätssicherung der Diagnostik beruflicher Typ IV-Allergien
C. Symanzik1#2, K. Dicke1#2, R. Brans1#2, P. Weinert1, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück
Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und
Rehabilitation (iDerm) und Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]
Original
Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage
Recommendation: Indication and cost coverage for biologics within therapies of the employer’s liability insurance association by the example of Dupilumab: a basis for discussion
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus, St. Brandenburg, C. Skudlik und S.M. John
Jahrgang 70 (2022) p. 61 - 72
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 70, Nr. 2/2022, S. 61-72
Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage
C. Symanzik1#2, C. Altenburg3, S. Awe3, C. Drechsel-Schlund3, A. Nienhaus3#4, St. Brandenburg3, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 4Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: In der Qualitätssicherung im Berufskrankheiten (BK)-Verfahren 5101 geht es auch um den leitliniengerechten Einsatz neuer systemischer Therapieverfahren bei beruflichen Hauterkrankungen, die auf der Basis anlagebedingter Prädispositionen, wie der atopischen Dermatitis (AD), auftreten. In der vorliegenden Arbeit werden der wissenschaftliche Hintergrund der systemischen Therapieformen (hier: Biologika) am Beispiel von Dupilumab sowie Fallkonstellationen bezüglich der Kostenträgerschaft beleuchtet.
Methodik: Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich der Indikation bei beruflichen Hauterkrankungen, des leitliniengerechten Einsatzes von Dupilumab sowie Diskussion über häufige Fallkonstellationen einschließlich ethischer Aspekte.
Ergebnisse: Die wissenschaftliche Datenlage zur Verwendung von Dupilumab zur Therapie des chronischen Handekzems ist noch lückenhaft; die Verordnung unter dieser Indikation erfolgt Off-Label. Es werden vier Fallkonstellationen für eine Therapie des atopischen Handekzems mit Dupilumab und das Sicherheitsprofil im Vergleich zu klassischen systemischen Therapien der AD dargestellt.
Diskussion: Um eine wissenschaftlich begründete und kriteriengeleitete Handlungsempfehlung für die Verwendung von Dupilumab zur Therapie des atopischen Handekzems formulieren zu können, ist eine dezidierte Betrachtung individueller Fallkonstellationen unter Berücksichtigung versicherungsrechtlicher Sachverhalte unabdingbar. Perspektivisch besteht die Notwendigkeit der Durchführung weiterer – vor allem randomisierter, kontrollierter – klinischer Studien.
Schlussfolgerungen: Die Kostenübernahme für eine Therapie mit Biologika durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) wird Ausnahmefällen vorbehalten sein und ist an besondere Voraussetzungen und umfassende begleitende Präventionsmaßnahmen zu knüpfen. Um im Interesse der Versicherten die Entscheidungen über die Therapieindikationen ohne zeitliche Verzögerung und qualifiziert zu gewährleisten, ist im Verfahren Haut der GUV für klinisch schwere Hautveränderungen (der Voraussetzung für systemische Therapien) die tertiäre Individualprävention vorgesehen, in der eine fundierte berufsdermatologische Kausalitätsbeurteilung und die Prüfung und Umsetzung geeigneter Therapie- und Präventionsoptionen erfolgt.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische
Prävention und Rehabilitation (iDerm) &
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]; [email protected]
Allergisches Kontaktekzem
Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus, St. Brandenburg, C. Skudlik und S.M. John
Price
42.00 $
Jahrgang 45 (2022) p. 534 - 545
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 7/2022, S. 534-545
Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage*
C. Symanzik1#2, C. Altenburg3, S. Awe3, C. Drechsel-Schlund3, A. Nienhaus3#4, St. Brandenburg3, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 4Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: In der Qualitätssicherung im Berufskrankheiten (BK)-Verfahren 5101 geht es auch um den leitliniengerechten Einsatz neuer systemischer Therapieverfahren bei beruflichen Hauterkrankungen, die auf der Basis anlagebedingter Prädispositionen, wie der atopischen Dermatitis (AD), auftreten. In der vorliegenden Arbeit werden der wissenschaftliche Hintergrund der systemischen Therapieformen (hier: Biologika) am Beispiel von Dupilumab sowie Fallkonstellationen bezüglich der Kostenträgerschaft beleuchtet.
Methodik: Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich der Indikation bei beruflichen Hauterkrankungen, des leitliniengerechten Einsatzes von Dupilumab sowie Diskussion über häufige Fallkonstellationen einschließlich ethischer Aspekte.
Ergebnisse: Die wissenschaftliche Datenlage zur Verwendung von Dupilumab zur Therapie des chronischen Handekzems ist noch lückenhaft; die Verordnung unter dieser Indikation erfolgt Off-Label. Es werden vier Fallkonstellationen für eine Therapie des atopischen Handekzems mit Dupilumab und das Sicherheitsprofil im Vergleich zu klassischen systemischen Therapien der AD dargestellt.
Diskussion: Um eine wissenschaftlich begründete und kriteriengeleitete Handlungsempfehlung für die Verwendung von Dupilumab zur Therapie des atopischen Handekzems formulieren zu können, ist eine dezidierte Betrachtung individueller Fallkonstellationen unter Berücksichtigung versicherungsrechtlicher Sachverhalte unabdingbar. Perspektivisch besteht die Notwendigkeit der Durchführung weiterer – vor allem randomisierter, kontrollierter – klinischer Studien.
Schlussfolgerungen: Die Kostenübernahme für eine Therapie mit Biologika durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) wird Ausnahmefällen vorbehalten sein und ist an besondere Voraussetzungen und umfassende begleitende Präventionsmaßnahmen zu knüpfen. Um im Interesse der Versicherten die Entscheidungen über die Therapieindikationen ohne zeitliche Verzögerung und qualifiziert zu gewährleisten, ist im Verfahren Haut der GUV für klinisch schwere Hautveränderungen (der Voraussetzung für systemische Therapien) die tertiäre Individualprävention vorgesehen, in der eine fundierte berufsdermatologische Kausalitätsbeurteilung und die Prüfung und Umsetzung geeigneter Therapie- und Präventionsoptionen erfolgt.
*Erstpublikation in Dermatologie in Beruf und Umwelt, mit freundlicher Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) und
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]; [email protected]
Allergisches Kontaktekzem
Systematische Analyse der Testungen von patienteneigenen Substanzen in Deutschland: DGUV-Forschungsprojekt FB 317b zur Qualitätssicherung der Diagnostik beruflicher Typ IV-Allergien
C. Symanzik, K. Dicke, R. Brans, P. Weinert, C. Skudlik und S.M. John
Price
42.00 $
Jahrgang 45 (2022) p. 546 - 551
Abstract
Allergologie, Jahrgang 45, Nr. 7/2022, S. 546-551
Systematische Analyse der Testungen von patienteneigenen Substanzen in Deutschland: DGUV-Forschungsprojekt FB 317b zur Qualitätssicherung der Diagnostik beruflicher Typ IV-Allergien
C. Symanzik1#2, K. Dicke1#2, R. Brans1#2, P. Weinert1, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
*Erstpublikation in Dermatologie in Beruf und Umwelt, mit freundlicher Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) und
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]
Übersicht
Neuartige systemische Präparate für die Therapie entzündlicher Hauterkrankungen, speziell der atopischen Dermatitis, im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren – eine Diskussionsgrundlage
Novel systemic medications – especially for treatment of atopic dermatitis – within therapies of the employer’s liability insurance association – a basis for discussion
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus, S. Brandenburg, C. Skudlik und S.M. John
Jahrgang 70 (2022) p. 97 - 105
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 70, Nr. 3/2022, S. 97-105
Neuartige systemische Präparate für die Therapie entzündlicher Hauterkrankungen, speziell der atopischen Dermatitis, im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren – eine Diskussionsgrundlage
C. Symanzik1#2, C. Altenburg3, S. Awe3, C. Drechsel-Schlund3, A. Nienhaus3#4, S. Brandenburg3, C. Skudlik1#2 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 4Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: Der leitliniengerechte Einsatz neuer systemischer Therapieverfahren bei beruflichen Ekzemerkrankungen, die bei anlagebedingter Prädisposition wie der atopischen Dermatitis (AD) auftreten, ist bei der Qualitätssicherung im Berufskrankheiten (BK)-Verfahren 5101 zu berücksichtigen. In der vorliegenden Arbeit wird eine Übersicht über den wissenschaftlichen Hintergrund verschiedener neuartiger systemischer Therapieformen (Biologika, Small Molecules/Januskinase (JAK)-Inhibitoren) gegeben.
Methodik: Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich der Indikation bei beruflichen Hauterkrankungen sowie Diskussion ethischer Aspekte.
Ergebnisse: Betrachtet werden die Biologika Tralokinumab, Lebrikizumab und Nemolizumab sowie die JAK-Inhibitoren Baricitinib, Upadacitinib und Abrocitinib. Wirkungen, Nebenwirkungen und Indikationen werden dargestellt.
Diskussion: Um wissenschaftlich begründete und kriteriengeleitete Handlungsempfehlungen für die Verwendung von Biologika und JAK-Inhibitoren zur Therapie des atopischen Handekzems formulieren zu können, ist eine dezidierte Betrachtung der Indikationen, der Wirkung und der Nebenwirkungen notwendig. Es besteht die Notwendigkeit der Durchführung weiterer – vor allem randomisierter, kontrollierter – klinischer Studien mit dem Schwerpunkt chronischer Handekzeme.
Schlussfolgerungen: Die Kostenübernahme für eine Therapie mit Biologika und JAK-Inhibitoren durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) wird Ausnahmefällen vorbehalten sein und ist an besondere Voraussetzungen und umfassende begleitende Präventionsmaßnahmen zu knüpfen. Um im Interesse der Versicherten die Entscheidungen über die Therapieindikationen ohne zeitliche Verzögerung und qualifiziert zu gewährleisten, ist im Verfahren Haut der GUV für klinisch schwere Hautveränderungen (der Voraussetzung für systemische Therapien) die tertiäre Individualprävention vorgesehen, in der eine fundierte berufsdermatologische Kausalitätsbeurteilung und die Prüfung und Umsetzung geeigneter Therapie- und Präventionsoptionen erfolgt.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) &
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]; [email protected]
Originalarbeit
Angstvermeidungsüberzeugungen und Selbsteinschätzungen der Arbeitsfähigkeit bei Beschäftigten mit chronischen Rückenschmerzen: Analyse der Outcomes einer rehabilitativen Maßnahme bei unterschiedlichen Berufsgruppen
Fear avoidance beliefs and self-assessments of work ability in employees with chronic back pain: Analysis of the outcomes of a rehabilitative measure in different occupational groups
A. Pietsch, E. Hartinger, K. Krahl, H. Riepenhof, S.M. John und C. Symanzik
Price
42.00 $
Jahrgang 34 (2022) p. 155 - 168
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 34, Nr. 4/2022, S. 155-168
Angstvermeidungsüberzeugungen und Selbsteinschätzungen der Arbeitsfähigkeit bei Beschäftigten mit chronischen Rückenschmerzen: Analyse der Outcomes einer rehabilitativen Maßnahme bei unterschiedlichen Berufsgruppen
A. Pietsch1, E. Hartinger2, K. Krahl3, H. Riepenhof1, S.M. John4#5 und C. Symanzik4#5
1Zentrum für Prävention, Sport- und Rehabilitationsmedizin, BG Klinikum Hamburg, Hamburg, 2Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Bezirksverwaltung Hamburg, Hamburg, 3Hamburger Fernhochschule, Hamburg, 4Institut für Gesundheitsforschung und Bildung, Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin, Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, Osnabrück, 5Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, Osnabrück
Unspezifische Rückenschmerzen zählen nach wie vor zu den am weitesten verbreiteten und kostenintensivsten Volkskrankheiten der westlichen Industriestaaten. Je häufiger die Schmerzepisoden auftreten, umso mehr zeigen sich Angstvermeidungsüberzeugungen und negative Selbsteinschätzungen der Arbeitsfähigkeit als Ursache von Ausfallzeiten. Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Jahren vermehrt Präventions- und Rehabilitationsprogramme mit berufsspezifischen Inhalten konzipiert und erfolgreich durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Arbeit vergleicht verschiedene Berufsgruppen bei einer gemeinsam durchgeführten Rehabilitationsmaßnahme.Correspondence to:
Dr. Aki Pietsch
BG Klinikum Hamburg
Zentrum für Prävention, Sport- und Rehabilitationsmedizin
21033 Hamburg
Email: [email protected]
Original
Förderung der eigenständigen Umsetzung der europäischen Rahmenvereinbarung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz im Friseurhandwerk
Promoting the autonomous implementation of the European framework agreement on occupational health and safety in the hairdressing sector
C. Symanzik, W. Uter und S.M. John
Jahrgang 71 (2023) p. 22 - 33
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 71, Nr. 1/2023, S. 22-33
Förderung der eigenständigen Umsetzung der europäischen Rahmenvereinbarung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz im Friseurhandwerk
C. Symanzik1#2, W. Uter3 und S.M. John1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
Friseure haben im täglichen Arbeitsleben Hautkontakt zu einer Vielzahl von potenziell hautschädigenden Chemikalien, die verschiedene Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu 70% der Friseure im Laufe ihrer Karriere arbeitsbedingte Hautschäden, meist Kontaktekzeme der Hände, erleiden. Mit der vorliegenden Arbeit werden die Ergebnisse einer systematischen Literaturrecherche zu Gesundheitsrisiken von Friseuren durch die Exposition gegenüber haarkosmetischen Produkten beschrieben, die von Dezember 2020 bis Mai 2022 von einem Konsortium aus fünf Projektpartnern aus Deutschland, Dänemark, Kroatien und den Niederlanden durchgeführt wurde. Basierend auf den Erkenntnissen werden eine Reihe von Empfehlungen hinsichtlich präventiver und regulatorischer Maßnahmen für den zukünftigen Arbeitsschutz ausgesprochen. Die Ergebnisse des vorgestellten Projektes zeigen deutlich, dass die Nutzungshäufigkeit von kosmetischen Mitteln privater Nutzer nicht geeignet ist, um eine (berufliche) Exposition von Friseuren adäquat abzubilden. Eine Bewertung des Gesundheitsrisikos auf Grundlage der Verbraucherexposition unterschätzt daher die Berufsrisiken für Friseure. Eine verbesserte Risikobewertung in Bezug auf hautreizende und insbesondere potenziell hautsensibilisierende Stoffe in Friseurprodukten, bei der die erhöhte Exposition von Friseuren im Vergleich zu Verbrauchern berücksichtigt werden würde, wäre ein großer Schritt nach vorn. Nur auf diese Weise kann die tatsächliche tägliche Hautbelastung im Friseurhandwerk abgebildet und als Ausgangspunkt für die zielgerichtete Ausgestaltung von Präventionsmaßnahmen im Sinne eines nachhaltigen Risikomanagements etabliert werden.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische
Prävention und Rehabilitation (iDerm) &
Abteilung Dermatologie Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]; [email protected]
Original
Durchführung und Evaluation eines Elearning- Schulungskonzepts zur Umsetzung der Berufskrankheiten-Rechtsänderung bei der Berufskrankheit Nr. 5101
Implementation and evaluation of an e-learning training concept for the implementation of the German occupational diseases legal changes regarding the occupational disease number 5101
C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, K. Palsherm, M. Marx, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus, S. Brandenburg, C. Skudlik und S.M. John
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2023) p. 255 - 266
Abstract
Allergologie, Jahrgang 46, Nr. 4/2023, S. 255-266
Durchführung und Evaluation eines Elearning- Schulungskonzepts zur Umsetzung der Berufskrankheiten-Rechtsänderung bei der Berufskrankheit Nr. 5101
C. Symanzik1#2, C. Altenburg4, S. Awe4, K. Palsherm4, M. Marx4, C. Drechsel-Schlund4, A. Nienhaus4#5, S. Brandenburg3#4, C. Skudlik1#2#3 und S.M. John1#2#3
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Niedersächsisches Institut für Berufsdermatologie (NIB), 4Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 5Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Einleitung: Im Rahmen der Berufskrankheiten (BK)-Rechtsänderung mit Wegfall des Unterlassungszwangs zum 1. Januar 2021 ergibt sich für die tägliche Praxis eine tiefgreifende Änderung; die Definition der BK 5101 lautet ab diesem Zeitpunkt: „Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen“. Es ist bereits erkennbar, dass sich aufgrund der hieraus resultierenden wesentlichen Erleichterungen der Anerkennungsvoraussetzungen die Zahl anerkannter BK-5101-Fälle erhöhen wird.
Methodik: Durchführung und Evaluation (schriftlicher vollstandardisierter Onlinefragebogen) eines E-learning-Schulungskonzepts für Mitarbeiter der Verwaltung der Unfallversicherungsträger (UVT) und beratende Ärzte als Basis für eine Diskussion über Umsetzungsstrategien der BK-Rechtsänderung bei der BK 5101.
Ergebnisse: Den Evaluationsbogen füllten 145 von 246 Teilnehmenden aus (Responserate: 58,9%; 48,3% weiblich, durchschnittliches Alter 47,9 ± 13,8 Jahre). Im Durchschnitt bewerteten die Teilnehmenden, auf einer Schulnotenskala von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft), die Organisation der Veranstaltung mit einer Note von 1,8 ± 1,2, die Inhalte der Veranstaltung mit 2,0 ± 1,1 und die Veranstaltung insgesamt mit 2,0 ± 1,1. 95 (65,5%) der 145 Teilnehmenden wünschen sich weitere E-learning-Schulungsformate.
Diskussion: Im Sinne einer Ermöglichungsdidaktik und in Abhängigkeit von der aktuellen Pandemiesituation wurde ein umfassendes virtuelles Schulungskonzept mit asynchronen und synchronen Anteilen zur Umsetzung der BK-Rechtsänderung bei der BK 5101 erarbeitet, das sich an eine heterogene Gruppe Teilnehmender richtete. Mittels fallbasierten Lernens wurde eine Schärfung der Analyse- und eine Förderung der Reflexionskompetenz der Schulungsteilnehmer beabsichtigt. Sowohl die Einzelkomponenten als auch das Gesamtkonzept stießen auf eine große Akzeptanz. Dies deckt sich mit dem in der wissenschaftlichen Literatur beschriebenen Potenzial von E-learning in der Erwachsenenbildung.
Schlussfolgerungen: Auch zukünftig sollten Perspektiven für die durch die neue Rechtslage erforderlich gewordene, angepasste und weiterentwickelte Verfahrenssteuerung bei Berufsdermatosen entwickelt und unterschiedliche Fallkonstellationen beschrieben werden. Aufgrund der großen Akzeptanz des E-learning-Konzepts in der beschriebenen Zielgruppe ist perspektivisch die Durchführung weiterer derartiger Schulungsveranstaltungen sinnvoll.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B. Sc., M. Ed.
Institut für interdisziplinäre Dermatologische
Prävention und Rehabilitation (iDerm) &
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]
Original
Psoriasis und Beruf: Retrospektive Evaluation von Klinik und Risikofaktoren eines Kollektivs der tertiären Individualprävention
Psoriasis and occupation: retrospective evaluation of clinical presentation and risk factors of a tertiary individual prevention collective
C. Symanzik, R. Pinske, R. Ofenloch, P. Elsner, K. Strom, E. Weisshaar, S. M. John und C. Skudlik
Jahrgang 71 (2023) p. 49 - 58
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 71, Nr. 2/2023, S. 49-58
Psoriasis und Beruf: Retrospektive Evaluation von Klinik und Risikofaktoren eines Kollektivs der tertiären Individualprävention
C. Symanzik1#2, R. Pinske1#2, R. Ofenloch3, P. Elsner4, K. Strom5, E. Weisshaar3, S. M. John1#2 und C. Skudlik1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3Sektion Berufsdermatologie, Universitätsklinikum Heidelberg, 4Dermatologie, Allergologie, Dermatohistologie, Berufsdermatologie (ABD), Gera, 5BG Klinik für Berufskrankheiten, Bad Reichenhall
Einleitung: Patienten mit Psoriasis leiden unter einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie der Arbeitsproduktivität. In diesem Beitrag werden Erkenntnisse zu beruflichen Risiko- und Prognosefaktoren bei Patienten mit Psoriasis in hautbelastenden Berufen vorgestellt und Zusammenhänge zwischen beruflichen Hautbelastungen und Psoriasis betrachtet.
Methodik: Durchgeführt wird eine retrospektive Auswertung von Daten aus der von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) geförderten Studie „Medizinisch-berufliches Rehabilitationsverfahren „Haut“ – Optimierung und Qualitätssicherung des Heilverfahrens“ (ROQ I und ROQ II). Das betrachtete Subkollektiv (Gesamtanzahl an Patienten: 1.788) beinhaltet 100 Patienten mit der Erst- oder Differenzialdiagnose Psoriasis, die an einer Maßnahme der stationären Individualprävention (tertiäre Individualprävention, TIP) teilgenommen haben.
Ergebnisse: Bezüglich der Schwere der Hautveränderungen zeigt sich anhand eines Entzündungsmorphen und deren Flächenausdehnung beschreibenden Scores zum Erhebungszeitpunkt T1 (Beginn des stationären Heilverfahrens) zwischen den Kausalitätsgruppen berufsbedingt (d. h. beruflich erstmanifestiert bzw. verursacht oder verschlimmert) und nicht berufsbedingt kein signifikanter Unterschied (F(1,98) = 0,07, p = 0,798). In Bezug auf die Schwere der Hautveränderungen ergeben sich hinsichtlich der Feuchtbelastung in Stunden pro Tag, des Drucks in Stunden pro Tag sowie der Reibung in Stunden pro Tag keine statistisch signifikanten Unterschiede (F(4,95) = 0,64, p = 0,633, F(4,95) = 0,25, p = 0,906 und F(4,95) = 1,16, p = 0,332). Der Schweregrad der Hautveränderungen bei Versicherten mit einer berufsbedingten Psoriasis konnte durch die Teilnahme am stationären Heilverfahren signifikant gesenkt werden; dieser Effekt zeigte sich ab dem Erhebungszeitpunkt T2 (Ende des stationären Heilverfahrens) und hielt bis zum Erhebungszeitpunkt T6 (3 Jahre nach stationärem Aufenthalt) an (Vergleich T1 und T2, t(37) = 5,69, p < 0,001; Vergleich T1 und T6, t(32) = 6,10, p < 0,001).
Diskussion: In der Summe ließ sich im Rahmen dieser Sekundärdatenanalyse im Subkollektiv von Patienten mit beruflicher Psoriasis der Hände kein krankheitsspezifisches Risikoprofil hinsichtlich des Schwergrades und des Verlaufes der Hauterscheinungen der Hände identifizieren. Besondere Betonung finden sollte, dass die Teilnahme an der TIP-Maßnahme für das untersuchte Kollektiv als effektiv und nachhaltig bezeichnet werden kann.
Schlussfolgerungen: Die möglichen Triggerfaktoren „mechanische Belastung“ und „Feuchtarbeit“ sollten bei einer Psoriasis aufgrund der vorliegenden Ergebnisse nicht als irrelevant eingestuft werden. Vielmehr gilt es, bei Patienten mit einer Psoriasis und einhergehender Störung der epidermalen Barrierefunktion jegliche Triggerfaktoren im Sinne der Primärprävention zu reduzieren. In der Praxis sollten Patienten mit Psoriasis an den Händen dem gleichen Präventionsansatz zugeführt werden, wie Patienten mit Handekzem; es ist davon auszugehen, dass beide Patientengruppen gleichermaßen von diesem profitieren.Correspondence to:
Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Christoph Skudlik
Institut für interdisziplinäre Dermatologische
Prävention und Rehabilitation (iDerm) und
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]; [email protected]
Original
Hautreinigungs-, Hautschutz- und Hautpflegeverhalten von Beschäftigten im Gesundheitsdienst: eine empirische Untersuchung in einem österreichischen Unfallkrankenhaus
Skin cleansing, skin protection and skin care behaviour of healthcare workers: an empirical study in an Austrian trauma hospital
S. Frank, P. Schnell-Inderst, P. Dungel, R.P. Frank, P. Wolfgang, J. Stückler, V. Rappold, S.M. John, C. Skudlik und C. Symanzik
Jahrgang 71 (2023) p. 146 - 164
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 71, Nr. 4/2023, S. 146-164
Hautreinigungs-, Hautschutz- und Hautpflegeverhalten von Beschäftigten im Gesundheitsdienst: eine empirische Untersuchung in einem österreichischen Unfallkrankenhaus
S. Frank1, P. Schnell-Inderst2, P. Dungel3, R.P. Frank4, P. Wolfgang5, J. Stückler6, V. Rappold6, S.M. John7#8, C. Skudlik7#8 und C. Symanzik7#8
1Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Abteilung für Berufskrankheiten und Arbeitsmedizin, Stabsstelle Berufskrankheiten, 2UMIT TIROL – Private Universität für Gesundheitswissenschaften und -technologie GmbH, Department für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment, 3LBI Ludwig-Boltzmann-Institut für Traumatologie, Forschungszentrum in Kooperation mit der AUVA, 4Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Medizinische Direktion, 5Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Traumazentrum Wien, 6Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Abteilung für Berufskrankheiten und Arbeitsmedizin, 7Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 8Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück
Einleitung: Beschäftigte im Gesundheitsdienst (BiG) stellen eine Hochrisikogruppe für die Entwicklung eines Handekzems (HE) dar. Der Faktor Feuchtarbeit ist für diesen Umstand hauptverantwortlich. Adäquate Hautschutz- und Hautpflegemaßnahmen und die Reduktion der Handwaschfrequenz können vor potenziellen Hautschäden schützen. Ziel der vorliegenden Studie ist es, sowohl das Anwendungsverhalten (Tragedauer, Häufigkeiten, Zeitpunkte, Reihenfolge, Produktauswahl) von persönlicher Schutzausrüstung (PSA), das Wissen über die Anwendung, als auch die Gründe für die Verwendung oder Ablehnung durch BiG zu untersuchen.
Methodik: Die Erhebung fand von November 2022 bis Februar 2023 im Traumazentrum der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) in Wien, Österreich, mittels einer quantitativen Querschnittserhebung mit vollstandardisierten Fragebögen statt. Ergebnisse: Insgesamt nahmen 159 von 454 BiG an der Befragung teil (Responserate: 35,0%). Die tägliche durchschnittliche Tragedauer von Schutzhandschuhen lag bei 4,35 ± 2,06 Stunden. Die durchschnittliche Handwaschfrequenz lag bei 14,63 ± 12,41/Arbeitstag und die durchschnittliche Händedesinfektionsfrequenz bei 37,84 ± 22,24/Arbeitstag. 65,4% der BiG gaben an, sich ihre Hände in der Arbeitszeit nicht einzucremen. 20,8% der BiG gaben an, während der Arbeitszeit ein Hautschutzprodukt zu verwenden. BiG cremten sich durchschnittlich am Arbeitsplatz 0,83 ± 1,50-mal pro Tag mit einem Hautschutz- und 1,28 ± 2,39-mal pro Tag mit einem Hautpflegeprodukt ein. 25,4% der BiG gaben als Grund für die Nichtverwendung von Hautcremes an, diese nicht zu brauchen. 47,7% der BiG gaben an, bezüglich der Verwendung von Hautschutz- und Hautpflegecremes nicht geschult worden zu sein.
Diskussion: Die Mehrheit der BiG verfolgt kein ausreichendes PSA-Anwendungsverhalten zur Vermeidung von berufsbedingten Handekzemen; dies betrifft sowohl das Eincremen der Hände mit Hautschutz- und Hautpflegecremes, als auch das zu häufige Händewaschen. Die befragten BiG verfügen vermutlich nicht über ausreichend Wissen bezüglich der adäquaten Verwendung von beruflichen Hautmitteln, was darauf zurückzuführen sein kann, dass sie nicht ausreichend geschult wurden.
Schlussfolgerungen: Im Sinne der Primärprävention beruflicher Handekzeme erscheint eine Erhöhung des Angebots von innerbetrieblichen Unterweisungen oder gesundheitspädagogischen Schulungen empfehlenswert. Auch könnten eHealth-Konzepte, die sich während der Pandemie als hilfreich erwiesen haben, in die Schulung der stark hautbelasteten Berufsgruppe einbezogen werden.Correspondence to:
Sara Frank, BScN MPH
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
Abteilung für Berufskrankheiten und Arbeitsmedizin
Stabsstelle Berufskrankheiten
Pasettistraße 65, 1200 Wien, Österreich
Email: [email protected]
Original
Hautreinigungs-, Hautschutz- und Hautpflegeverhalten von Beschäftigten im Gesundheitsdienst: eine empirische Untersuchung in einem österreichischen Unfallkrankenhaus
Skin cleansing, skin protection and skin care behaviour of healthcare workers: an empirical study in an Austrian trauma hospital
S. Frank, P. Schnell-Inderst, P. Dungel, R.P. Frank, P. Wolfgang, J. Stückler, V. Rappold, S.M. John, C. Skudlik und C. Symanzik
Price
42.00 $
Jahrgang 36 (2024) p. 18 - 36
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 36, Nr. 1/2024, S. 18-36
Hautreinigungs-, Hautschutz- und Hautpflegeverhalten von Beschäftigten im Gesundheitsdienst: eine empirische Untersuchung in einem österreichischen Unfallkrankenhaus
S. Frank1, P. Schnell-Inderst2, P. Dungel3, R.P. Frank4, P. Wolfgang5, J. Stückler6, V. Rappold6, S.M. John7#8, C. Skudlik7#8 und C. Symanzik7#8
1Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Abteilung für Berufskrankheiten und Arbeitsmedizin, Stabsstelle Berufskrankheiten, 2UMIT TIROL – Private Universität für Gesundheitswissenschaften und -technologie GmbH, Department für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment, 3LBI Ludwig-Boltzmann-Institut für Traumatologie, Forschungszentrum in Kooperation mit der AUVA, 4Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Medizinische Direktion, 5Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Traumazentrum Wien, 6Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Abteilung für Berufskrankheiten und Arbeitsmedizin, 7Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 8Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück
Einleitung: Beschäftigte im Gesundheitsdienst (BiG) stellen eine Hochrisikogruppe für die Entwicklung eines Handekzems (HE) dar. Der Faktor Feuchtarbeit ist für diesen Umstand hauptverantwortlich. Adäquate Hautschutz- und Hautpflegemaßnahmen und die Reduktion der Handwaschfrequenz können vor potenziellen Hautschäden schützen. Ziel der vorliegenden Studie ist es, sowohl das Anwendungsverhalten (Tragedauer, Häufigkeiten, Zeitpunkte, Reihenfolge, Produktauswahl) von persönlicher Schutzausrüstung (PSA), das Wissen über die Anwendung, als auch die Gründe für die Verwendung oder Ablehnung durch BiG zu untersuchen.
Methodik: Die Erhebung fand von November 2022 bis Februar 2023 im Traumazentrum der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) in Wien, Österreich, mittels einer quantitativen Querschnittserhebung mit vollstandardisierten Fragebögen statt.
Ergebnisse: Insgesamt nahmen 159 von 454 BiG an der Befragung teil (Responserate: 35,0%). Die tägliche durchschnittliche Tragedauer von Schutzhandschuhen lag bei 4,35 ± 2,06 Stunden. Die durchschnittliche Handwaschfrequenz lag bei 14,63 ± 12,41/Arbeitstag und die durchschnittliche Händedesinfektionsfrequenz bei 37,84 ± 22,24/Arbeitstag. 65,4% der BiG gaben an, sich ihre Hände in der Arbeitszeit nicht einzucremen. 20,8% der BiG gaben an, während der Arbeitszeit ein Hautschutzprodukt zu verwenden. BiG cremten sich durchschnittlich am Arbeitsplatz 0,83 ± 1,50-mal pro Tag mit einem Hautschutz- und 1,28 ± 2,39-mal pro Tag mit einem Hautpflegeprodukt ein. 25,4% der BiG gaben als Grund für die Nichtverwendung von Hautcremes an, diese nicht zu brauchen. 47,7% der BiG gaben an, bezüglich der Verwendung von Hautschutz- und Hautpflegecremes nicht geschult worden zu sein.
Diskussion: Die Mehrheit der BiG verfolgt kein ausreichendes PSA-Anwendungsverhalten zur Vermeidung von berufsbedingten Handekzemen; dies betrifft sowohl das Eincremen der Hände mit Hautschutz- und Hautpflegecremes, als auch das zu häufige Händewaschen. Die befragten BiG verfügen vermutlich nicht über ausreichend Wissen bezüglich der adäquaten Verwendung von beruflichen Hautmitteln, was darauf zurückzuführen sein kann, dass sie nicht ausreichend geschult wurden.
Schlussfolgerungen: Im Sinne der Primärprävention beruflicher Handekzeme erscheint eine Erhöhung des Angebots von innerbetrieblichen Unterweisungen oder gesundheitspädagogischen Schulungen empfehlenswert. Auch könnten eHealth-Konzepte, die sich während der Pandemie als hilfreich erwiesen haben, in die Schulung der stark hautbelasteten Berufsgruppe einbezogen werden.
Erstpublikation in Dermatologie in Beruf und Umwelt. 2023; 71: 146-164 mit freundlicher Genehmigung der Autoren/-innenCorrespondence to:
Sara Frank, BScN MPH
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
Abteilung für Berufskrankheiten und Arbeitsmedizin
Stabsstelle Berufskrankheiten
Pasettistraße 65
1200 Wien, Österreich
Email: [email protected]