Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 36, Nr. 12/2007, S. 584–588
Farbdopplersonographische Techniken der Transplantatniere
U.P. Hinkel, A.-M. Nahm, C. Morath, M. Zeier und V. Schwenger
Sektion Nephrologie, Medizinische Universitätsklinik, Heidelberg
In der Perfusionsdiagnostik der Transplantatniere nimmt die Farbdopplersonographie der großen Transplantatgefäße einen unbestritten festen Platz ein. Die zur bisherigen Organperfusion herangezogenen resistence indices sind jedoch, wie mehrere Untersuchungen gezeigt haben, in ihrer Aussagekraft durchaus limitiert. Mit der kontrastmittelverstärkten Sonographie steht nun eine neue und einfach durchzuführende Methode zur Verfügung, mit der eine schnelle und zuverlässi- ge Aussage zur chronischen Allograftschädigung möglich ist. Die frühzeitige Diagnose beginnender vaskulärer Schädigungen, zum Teil bereits vor Anstieg der Retentionswerte, scheint möglich und bietet so die Option zur therapeutischen Frühintervention.Correspondence to:
PD Dr. med. V. Schwenger
Sektion Nephrologie
Medizinische Universitätsklinik
Im Neuenheimer Feld 162
D-69120 Heidelberg
Email: [email protected]
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 49, Nr. 9/2020, S. 395-400
Arzneimittel-Wechselwirkungen mit Immunsuppressiva
D. Czock1 und C. Morath2
1Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie, 2Nierenzentrum Heidelberg, Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg
Erkennung und Berücksichtigung von potenziellen Arzneimittel-Wechselwirkungen sind bei Patienten, die mit Immunsuppressiva behandelt werden, besonders wichtig, da ansonsten im Einzelfall schwerwiegende Auswirkungen resultieren können. Wechselwirkungen beinhalten verstärkte Nebenwirkungen bei überlappender Toxizität, Auswirkungen von Arzneimitteln in der Komedikation, die zu einem deutlichen Anstieg oder zu einem Abfall der Konzentrationen eines Immunsuppressivum führen, sowie Auswirkungen von Immunsuppressiva auf Arzneimittel in der Komedikation.Correspondence to:
Prof. (apl) Dr. med. David Czock
Universitätsklinikum Heidelberg
Medizinische Klinik
Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
Email: [email protected]
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 54, Nr. 1/2025, S. 34-40
Neue Verfahren in der Lebendspende: Zelltherapie
C. Morath1#2#3, M. Zeier1 und M. Schaier1#3
1Nierenzentrum Heidelberg, Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, 2Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), TTU-Infektionen im immungeschwächten Wirt, Standort Heidelberg, 3TolerogenixX GmbH, Heidelberg
Die immunsuppressive Therapie nach einer Transplantation steht vor zwei zentralen Herausforderungen. Erstens kann sie chronische Abstoßungsreaktionen nicht zuverlässig verhindern, und zweitens geht sie mit schwerwiegenden Risiken wie Infektionen oder Krebserkrankungen einher, die letztendlich zum Tod des Patienten führen können. Regulatorische Zelltherapien haben das Potenzial, die herkömmliche immunsuppressive Therapie und ihre Nebenwirkungen zu reduzieren. Obwohl die Anwendung von regulatorischen T-Zellen und modifizierten Immunzellen (MIC) als sicher betrachtet wird, bedarf es weiterer Untersuchungen, um ihre Wirksamkeit zu bestätigen. Zukünftig könnte die Anwendung personalisierter Zelltherapien bei Transplantation ähnlich den Ansätzen bei Krebserkrankungen in der klinischen Praxis Einzug finden.Correspondence to:
Prof. Dr. Christian Morath
Nierenzentrum Heidelberg
Zentrum für Innere Medizin
Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 162
69120 Heidelberg
Email: [email protected]
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 5/2026, S. 229-237
Früherkennung autoimmunologischer System- und glomerulärer Erkrankungen: Klinische Warnsignale und diagnostische Bedeutung des Urinsediments
C. Morath
Klinikum Nürnberg, Campus Süd, Klinik für Innere Medizin 4, Schwerpunkte Nephrologie und Hypertensiologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Nürnberg
Autoimmunologisch vermittelte Systemerkrankungen sowie glomeruläre Erkrankungen stellen eine bedeutende Ursache progredienter Nierenfunktionseinschränkungen dar. Die frühzeitige Identifikation einer aktiven glomerulären Entzündung ist hierbei prognoseentscheidend, da eine verzögerte Diagnosestellung und damit ein verspäteter Therapiebeginn zu irreversiblen glomerulären sowie tubulo-interstitiellen Schädigungen führen kann. In der klinischen Praxis kommt der Urindiagnostik eine zentrale Rolle zu. Insbesondere das manuelle Urinsediment ermöglicht eine frühzeitige Differenzierung zwischen glomerulärer und nicht glomerulärer Hämaturie und liefert darüber hinaus wichtige Hinweise auf die entzündliche Aktivität in der Niere. Der vorliegende Beitrag fasst klinische Warnsignale sowie typische Befunde im manuellen Urinsediment zusammen, die gemeinsam eine frühzeitige Diagnose glomerulärer Erkrankungen erlauben. Im Fokus steht dabei die Hämaturie als Leitsymptom, sowohl bei ansonsten gesunden, asymptomatischen Personen als auch bei Patienten mit Verdacht auf eine (rapid-progrediente) Glomerulonephritis, die als nephrologischer Notfall sofortiges Handeln erfordert.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Christian Morath
Klinikum Nürnberg, Campus Süd
Klinik für Innere Medizin 4,
Schwerpunkte Nephrologie und Hypertensiologie
Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Breslauer Str. 201
90471 Nürnberg
Email: [email protected]
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 8/2026, S. 342-361
Risikoadaptierte HLA-Delistung und Imlifidase-gestützte postmortale Nierentransplantation bei hochsensibilisierten Nierentransplantationskandidaten: Deutscher Expertenkonsensus
S. Reuter1#2, L. Benning3, A. Dick4, L.-M. Dilz5, G. Einecke6#7#8, F. Emmerich9, F. Grahammer10#11, R. Großmann12, W. Gwinner13, F. Halleck14, M. Hallensleben15, F.M. Heinemann16, B. Jänigen17, D. Kannenkeril18, T. Kauke7#8#19, R. Kelsch8#20, S. Kemmner21, M.A. Kluger10#11, J. Kowald22, A. Kribben23, C. Lehmann24, M. Lindemann8#16, G. Maccagno8#25, C. Morath26, A. Mühlfeld2#27, L. Pham28, L. Renders29, S. Schaub8,30, S. Scherer8#28, C. Seidl8#31, B. Spriewald8#32, D. Stippel2#33, J. Stumpf34, T.H. Tran28, R. Weimer35, B. Wilde36, D. Zecher7#37, M. Ziemann8#38, S. Ziganshyna39, N. Lachmann8#40* und K. Budde2#14*
Institutsangaben siehe Auflistung am Ende des Artikels
Die Nierentransplantation ist für geeignete Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz die bevorzugte Therapie; der Zugang zur Transplantation nimmt jedoch mit zunehmender HLA-Sensibilisierung drastisch ab. Während das Acceptable-Mismatch-(AM-)Programm von Eurotransplant die Transplantierbarkeit hochsensibilisierter Kandidaten verbessert, bleibt eine klinisch relevante Subgruppe mit extrem niedriger Donorfrequenz oder fehlender Eignung für AM weiterhin benachteiligt. In sorgfältig ausgewählten Fällen können die kontrollierte Delistung nicht akzeptabler HLA-Antigene und eine peri-transplantäre Desensibilisierung, z. B. mit Imlifidase, eine Transplantation ermöglichen. Zur besseren Orientierung wurde dieser deutsche Expertenkonsensus durch die Kommissionen „Niere“ und „Immunologie“ der Deutschen Transplantationsgesellschaft sowie die Kommission „Organtransplantation“ der Deutschen Gesellschaft für Immungenetik erarbeitet. Im deutschen rechtlichen Rahmen von Dringlichkeit und Erfolgsaussicht schlägt der Bericht eine praktische Orientierung für Patientenselektion, multidisziplinäre Steuerung, risikoadaptierte HLA-Delistung, Bewertung von Organangeboten, Einsatz von Imlifidase, perioperative Immunsuppression, Infektionsprophylaxe, posttransplantäres Monitoring und Management der antikörpervermittelten Rejektion vor. Die Empfehlungen richten sich an erfahrene Transplantationszentren und sollen bei hochsensibilisierten Nierentransplantationskandidaten die Transplantationschance gegen das immunologische Risiko abwägen. Der primäre Geltungsbereich dieses Artikels umfasst hochsensibilisierte erwachsene Wartelistenkandidaten, bei denen nach Ausschöpfung bzw. geringer Erfolgsaussicht kompatibilitätserhaltender Strategien eine postmortale Nierentransplantation erwogen wird; die HLA-inkompatible Lebendnierentransplantation mit Imlifidase wird gesondert als potenzielles Off-label-Szenario bei ausgewählten hochsensibilisierten Patienten adressiert.
*geteilte Letztautorenschaft
Erstpublikation in Frontiers in Immunology, mit freundlicher Genehmigung der Autoren für die Publikation in DeutschCorrespondence to:
Prof. Dr. Stefan Reuter
Medizinische Klinik D
Transplantationsnephrologie
Universitätsklinikum Münster
48149 Münster
Email: [email protected]