Insektengiftallergie
Langfristige Auswirkungen der Allergen- Immuntherapie mit Hymenopterengift auf den klinischen Verlauf, immunologische Parameter und psychosoziale Aspekte
Long-term impact of hymenoptera venom immunotherapy on clinical course, immune parameters and psychosocial aspects
J. Adelmeyer, J. Pickert, W. Pfützner und C. Möbs
Price
42.00 $
Jahrgang 44 (2021) p. 139 - 150
Abstract
Allergologie, Jahrgang 44, Nr. 2/2021, S. 139-150
Langfristige Auswirkungen der Allergen- Immuntherapie mit Hymenopterengift auf den klinischen Verlauf, immunologische Parameter und psychosoziale Aspekte
J. Adelmeyer1, J. Pickert1#2, W. Pfützner1#2* und C. Möbs1*
1Klinisch-Experimentelle Allergologie, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Philipps-Universität Marburg, 2Klinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Zentrum Hessen, Universitätsklinikum Marburg
Hintergrund: Die Hymenopterengift (HG)-Immuntherapie („venom immunotherapy“, VIT) weist eine hohe Wirksamkeit in der Behandlung einer IgE-vermittelten Allergie gegen Insektengift auf. Zudem führt die VIT zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität. Allerdings kann die VIT-induzierte Toleranz nach Beendigung der Behandlung allmählich verloren gehen, im Falle eines Hymenopterenstichs verbunden mit dem Risiko einer erneuten Anaphylaxie.
Methoden: Um den langfristigen Einfluss einer VIT zu untersuchen, wurde bei 54 Patienten der natürliche Verlauf ihrer HG-Allergie retrospektiv bis zu 29 Jahre nach Beendigung der VIT evaluiert. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem potenziellen Wiederauftreten allergischer Reaktionen nach erneuten Stichereignissen. Darüber hinaus erfolgte die Analyse HG-spezifischer IgE-, IgG- und IgG4-Antikörperkonzentrationen. Außerdem wurde der Einfluss einer VIT auf verschiedene psychosoziale Aspekte wie den Umgang mit einer Exposition gegenüber Hymenopteren, die Durchführung von Alltagsaktivitäten, das allgemeine Selbstvertrauen sowie das persönliche Umfeld bewertet.
Ergebnisse: Nach dem Ende der VIT erlitten 29 Probanden (53,7%) mindestens einen erneuten Hymenopterenstich, wobei 23 (79%) darauf keine systemische Reaktion zeigten. Elf der 29 (37,9%) Patienten nahmen Notfallmedikamente als Sicherheitsmaßnahme ein, 6 Personen (21%) zeigten einen Toleranzverlust anhand einer anaphylaktischen Reaktion. Dabei wurde kein Unterschied in den HG-spezifischen IgE-, IgG- oder IgG4-Antikörperkonzentrationen zwischen den verschiedenen Patienten festgestellt. Allerdings fühlten sich Personen, die einen erneuten Stich ohne Anwendung von Notfallmedikamenten tolerierten, in ihren Freizeitaktivitäten am wenigsten beeinträchtigt, wenn Hymenopteren in der Nähe waren, und zeigten die geringste Angst vor erneuten Stichen.
Schlussfolgerung: Die VIT führt bei der Mehrheit HG-allergischer Patienten zu einer langfristigen Allergentoleranz, jedoch verliert mit der Zeit ein wesentlicher Anteil von etwa einem Fünftel der erneut Gestochenen seinen Schutz. Eine Nachbeobachtung der mit VIT behandelten HG-Allergiker erscheint daher ratsam, ebenso wie eine kontinuierliche Versorgung mit einem Notfall-Set. Zusätzlich bewirkt die VIT eine anhaltende Stärkung des Selbstvertrauens und des psychischen Wohlbefindens derjenigen, die einen erneuten Stich tolerieren und keine Notfallmedikamente einnehmen, was unterstreicht, dass notfalltherapeutische Maßnahmen nach Beendigung einer erfolgreichen VIT nur bei Auftreten erneuter systemischer Reaktionen einzusetzen sind.
*Die Autoren sind gleichberechtigte Letztautoren.
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren:


Zitierung:
Adelmeyer J, Pickert J, Pfützner W et al. Longterm impact of hymenoptera venom immunotherapy on clinical course, immune parameters and psychosocial aspects. Allergol Select. 2021 Jan 26; 5: 57-66. DOI 10.5414/ ALX02175E.Correspondence to:
Prof. Dr. Wolfgang Pfützner
Klinisch-Experimentelle Allergologie
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Philipps-Universität Marburg
Baldingerstraße
35043 Marburg
Email: [email protected]
CAC in Deutschland stellen sich vor
Comprehensive Allergy Center AZH am Universitätsklinikum Marburg
Comprehensive Allergy Center AZH at the University Clinic Marburg
W. Pfützner, J. Pickert, S. Mühlenbein, C. Möbs, M. Hertl, A. Nastev, S. Hoch, B.A. Stuck, M. Bauck, S. Weber, C. Skevaki, H. Renz und O. Pfaar
Price
42.00 $
Jahrgang 44 (2021) p. 738 - 748
Abstract
Allergologie, Jahrgang 44, Nr. 9/2021, S. 738-748 © 2021
Comprehensive Allergy Center AZH am Universitätsklinikum Marburg
W. Pfützner1#5, J. Pickert1#5, S. Mühlenbein1#5, C. Möbs1#5, M. Hertl1#5, A. Nastev2#5, S. Hoch2#5, B.A. Stuck2#5, M. Bauck3#5, S. Weber3#5, C. Skevaki4#5, H. Renz4#5 und O. Pfaar2#5
1Klinik für Dermatologie und Allergologie, 2Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, 3Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, 4Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie, Molekulare Diagnostik, 5Allergiezentrum Hessen, Comprehensive Allergy Center, Universitätsklinikum Marburg, Philipps-Universität Marburg
Das 2005 am Universitätsklinikum Marburg gegründete Allergiezentrum Hessen wurde 2015 als zweites Comprehensive Allergy Center (CAC) in Deutschland zertifiziert und inzwischen zweimal re-zertifiziert, zuletzt 2020. Im Geltungsbereich des Zertifikats sind die Klinik für Dermatologie und Allergologie, die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin sowie das Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie, Molekulare Diagnostik aufgenommen. Es werden die Ziele und Strukturen des AZH CAC, seine Aufgaben, Schwerpunkte und Perspektiven dargestellt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Wolfgang Pfützner
Leitender Oberarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie
Allergie-Zentrum Hessen
Universitätsklinikum Marburg
Baldingerstraße
35043 Marburg
Email: [email protected]
Allergologische Kasuistik – Berichte aus den CACs
Ungewöhnliche anaphylaktische Reaktion auf Lokalanästhetika
Unusual anaphylactic reaction against local anesthetics
V. Mortasawi, J. Pickert, J. Föhr, S. Mühlenbein, C. Möbs und W. Pfützner
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2023) p. 90 - 93
Abstract
Allergologie, Jahrgang 46, Nr. 2/2023, S. 90-93
Ungewöhnliche anaphylaktische Reaktion auf Lokalanästhetika
V. Mortasawi1, J. Pickert1, J. Föhr1, S. Mühlenbein1, C. Möbs2 und W. Pfützner1#2
1Allergie-Zentrum Hessen, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Marburg, 2Allergie-Zentrum Hessen, Clinical & Experimental Allergology, Philipps-Universität Marburg
Lokalanästhetika können unterschiedliche unerwünschte Reaktionen auslösen. Wir beschreiben eine Patientin, die wiederholt nach Gabe eines Lokalanästhetikums Beschwerden entwickelte, die erst nach umfassender allergologischer Diagnostik einschließlich Pricktest, Intrakutantest, Basophilenaktivierungstest und subkutaner Provokation als Anaphylaxie auf Lokalanästhetika diagnostiziert werden konnten. Die erhobenen Befunde lassen eine nicht-allergische pseudoallergische Überempfindlichkeitsreaktion als Ursache vermuten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Wolfgang Pfützner
Allergie-Zentrum Hessen
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Universitätsklinikum Marburg
Biegenstraße 10
35037 Marburg
Email: [email protected]
Arzneimittelallergie, Teil 1: Klinische Präsentationen und Vorgehen bei Arzneimittelallergien
Lebensbedrohliche perioperative Anaphylaxien auf Cefuroxim
Life threatening perioperative anaphylaxis against cefuroxime
L. George, C. Möbs, A. Cherrez-Eschrich, M. Worm und W. Pfützner
Price
42.00 $
Jahrgang 48 (2025) p. 14 - 19
Abstract
Allergologie, Jahrgang 48, Nr. 1/2025, S. 14-19
Lebensbedrohliche perioperative Anaphylaxien auf Cefuroxim
L. George1#2, C. Möbs1, A. Cherrez-Eschrich3, M. Worm3 und W. Pfützner1#4
1Klinik für Dermatologie und Allergologie, Klinisch-Experimentelle Allergologie, Philipps-
Universität Marburg, 2Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Sporttraumatologie, Evangelisches Krankenhaus Oldenburg, 3Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, 4Klinik für Dermatologie und Allergologie, Sektion Allergologie, Allergie-Zentrum Hessen, Universitätsklinikum Marburg
Cefuroxim ist ein sehr häufig eingesetztes Betalaktam-Antibiotikum, das insbesondere zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe Verwendung findet. Wir stellen eine Fallserie mit acht Patienten vor, bei denen es nach perioperativer Gabe von Cefuroxim zu lebensbedrohlichen Anaphylaxien, in sechs der Fälle mit Reanimationspflichtigkeit, kam. IgE-vermittelte Sensibilisierungen gegen Cefuroxim zeigten sich in Prick- oder Intrakutantests sowie dem Basophilen-Aktivierungstest. Der Aufwand und Nutzen prädiktiver Testverfahren als präoperatives Screening sollte in weiterführenden Studien geprüft werden. Anästhesisten und Operateure sollten sich bewusst sein, dass Cefuroxim schwere Anaphylaxien auslösen kann, auch wenn eine entsprechende Allergie anamnestisch nicht bekannt ist.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Wolfgang Pfützner
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Klinisch-Experimentelle Allergologie
Philipps-Universität Marburg
Baldingerstraße 1
35043 Marburg
Email: [email protected]
Arzneimittelallergie, Teil 2
Perioperative Anaphylaxie auf Polyhexanid
Perioperative anaphylaxis against polyhexanid
I. Hennighausen, S. Mühlenbein, C. Möbs und W. Pfützner
Price
42.00 $
Jahrgang 48 (2025) p. 161 - 164
Abstract
Allergologie, Jahrgang 48, Nr. 3/2025, S. 161-164
Perioperative Anaphylaxie auf Polyhexanid
I. Hennighausen1, S. Mühlenbein1, C. Möbs2 und W. Pfützner1#2
1Allergie-Zentrum Hessen, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Marburg, 2Allergie-Zentrum Hessen, Klinisch-Experimentelle Allergologie, Philipps-Universität Marburg
Anaphylaxien können eine lebensbedrohliche Komplikation eines operativen Eingriffs in Allgemeinanästhesie darstellen, bei dem verschiedene, unterschiedliche Arzneimittel appliziert werden. Häufige Auslöser sind Antibiotika oder Muskelrelaxantien. Wir berichten über einen Patienten mit einem ungewöhnlicheren Auslöser, den man bei alleiniger Durchsicht des Narkoseprotokolls übersehen hätte. Der Fall soll hervorheben, wie wichtig es bei der allergologischen Abklärung einer perioperativen Anaphylaxie ist, sich die vollständigen Unterlagen durchzusehen, um das verantwortliche Allergen zu identifizieren und in Zukunft zu meiden.Correspondence to:
Iris Hennighausen
Allergie-Zentrum Hessen
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Universitätsklinikum Marburg
Baldingerstraße, 35043 Marburg
Email: [email protected]