Leitlinie
Therapie der chronischen Rhinosinusitis mit Polyposis nasi (CRScNP) mit monoklonalen Antikörpern (Biologika): S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen- Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und der Deutschen Gesell
Treatment of chronic rhinosinusitis with nasal polyps (CRSwNP) with monoclonal antibodies (biologics): S2k guideline of the German Society of Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery (DGHNO-KHC), and the German College of General Practitioners and Fam
O. Pfaar, A.G. Beule, M. Laudien, B.A. Stuck für die erweiterte Leitliniengruppe „Biologika bei CRScNP"
Price
42.00 $
Jahrgang 46 (2023) p. 739 - 748
Abstract
Allergologie, Jahrgang 46, Nr. 11/2023, S. 739-748
Therapie der chronischen Rhinosinusitis mit Polyposis nasi (CRScNP) mit monoklonalen Antikörpern (Biologika): S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen- Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und der Deutschen Gesell
O. Pfaar1, A.G. Beule2#3, M. Laudien4, B.A. Stuck1 für die erweiterte Leitliniengruppe „Biologika bei CRScNP“
1Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Philipps-Universität Marburg, Marburg, 2Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster, 3Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, 4Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel
Monoklonale Antikörper (sog. Biologika) können bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRScNP, im englischen Sprachgebrauch CRSwNP) im Rahmen ihrer Zulassung verordnet werden. Allerdings ist die Verordnung auf die schwere CRScNP ohne Krankheitskontrolle begrenzt, wobei bestimmte Voraussetzungen zu beachten sind. Derzeit sind Dupilumab, Omalizumab und Mepolizumab zugelassen, in der Literatur gibt es entsprechende Evidenz für ihre Wirksamkeit und Sicherheit. Es ist davon auszugehen, dass zukünftig weitere Biologika in dieser Indikation zugelassen werden. Die Schwere der Erkrankung sollte vor Therapieeinleitung sowie die Wirksamkeit dieser Therapie nach einem angemessenen Zeitraum objektiv und subjektiv überprüft werden. Hierfür kann der in diesem aktualisierten Leitlinien-Kapitel vorgeschlagene Dokumentationsbogen verwendet werden. Bei Vorliegen von relativen Kontraindikationen sollte nur nach differenzierter Abwägung durch erfahrene Ärzt/-innen und als Einzelfallentscheidung ein Therapieversuch mit Biologika erfolgen. Zusammenfassend hat das vorliegende Leitlinien-Kapitel zum Ziel, angesichts der zunehmenden Evidenz zur Therapie mit diesen Substanzen bzw. der zunehmenden Zahl an Zulassungen unterschiedlicher Biologika zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung von erwachsenen Patient/-innen mit dieser Therapieform beizutragen.
Erstpublikation in HNO. 2023; 71: 256-263.
https://doi.org/10.1007/s00106-023-01273-2Correspondence to:
Prof. Dr. med. Oliver Pfaar
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Philipps-Universität Marburg
Baldingerstraße, 35043 Marburg
Email: [email protected]
Chronische Rhinosinusitis
Kontrolle des Verlaufs einer Behandlung mit Mepolizumab bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP)
Monitoring mepolizumab treatment in chronic rhinosinusitis with nasal polyps (CRSwNP): Discontinue, change, continue therapy?
L. Klimek, U. Förster-Ruhrmann, H. Olze, A.G. Beule, A. Chaker, J. Hagemann, T. Huppertz, T.K. Hoffmann, S. Dazert, T. Deitmer, S. Strieth, H. Wrede, W. Schlenter, H.J. Welkoborsky, B. Wollenberg, S. Becker, F. Bärhold, F. Klimek, I. Casper, J. Zuberbier, C. Rudack, M. Cuevas, C.A. Hintschich, O. Guntinas-Lichius, T. Stöver, C. Bergmann, P. Werminghaus, O. Pfaar, J. Gosepath, M. Gröger, C. Beutner, M. Laudien, R.K. Weber, T. Hildenbrand, A.S. Hoffmann und C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 47 (2024) p. 140 - 155
Abstract
Allergologie, Jahrgang 47, Nr. 3/2024, S. 140-155
Kontrolle des Verlaufs einer Behandlung mit Mepolizumab bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP)
L. Klimek1, U. Förster-Ruhrmann2, H. Olze2, A.G. Beule3#4, A. Chaker5#6, J. Hagemann7, T. Huppertz7, T.K. Hoffmann8, S. Dazert9, T. Deitmer10, S. Strieth11, H. Wrede12, W. Schlenter13, H.J. Welkoborsky14, B. Wollenberg5, S. Becker15, F. Bärhold15, F. Klimek1, I. Casper1, J. Zuberbier2, C. Rudack3, M. Cuevas16, C.A. Hintschich17, O. Guntinas-Lichius18, T. Stöver19, C. Bergmann20, P. Werminghaus21, O. Pfaar22, J. Gosepath23, M. Gröger24, C. Beutner25, M. Laudien26, R.K. Weber27, T. Hildenbrand28, A.S. Hoffmann29 und C. Bachert30
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 3Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, 4Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Universitätsmedizin Greifswald, 5Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, TUM School of Medicine, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 6Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM), TUM School of Medicine, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 7Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsmedizin Mainz, 8Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Ulm, 9Klinik für Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Ruhr-Universität Bochum, St. ElisabethHospital, 10Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Bonn, 11Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Bonn, 12Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Herford, 13Ärzteverband Deutscher Allergologen, Wiesbaden, 14Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Klinikum Hannover, 15Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinik Tübingen, 16Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, 17Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen- Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Regensburg, 18Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Jena, 19Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Frankfurt am Main, 20Praxis für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Klinik RKM 740, Düsseldorf, 21Praxis für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Allergologie, Düsseldorf, 22Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg, Philipps Universität Marburg, Marburg, 23Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, HSK Wiesbaden, 24Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum LMU München, 25Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergiezentrum Südniedersachsen, Universitätsmedizin Göttingen, 26Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Kiel, 27Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Städtisches Klinikum Karlsruhe, 28Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, 29Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 30Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gent, Belgien
Hintergrund: Die chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) ist eine multifaktorielle entzündliche Erkrankung der Schleimhäute von Nase und Nasennebenhöhlen. Eine eosinophile Entzündung wird als häufiger Endotyp beschrieben. Der anti-IL5 Antikörper Mepolizumab ist seit November 2021 als Zusatztherapie zu intranasalen Glukokortikosteroiden für die Behandlung Erwachsener mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen zugelassen, wenn systemische Glukokortikosteroide oder eine Operation keine ausreichende Krankheitskontrolle bewirken. Während nationale und internationale Empfehlungen für den Einsatz von Mepolizumab bei CRSwNP existieren, ist bislang nicht hinreichend festgelegt worden, wie diese Therapie überwacht wird, welche Folgedokumentation notwendig ist und wann sie ggf. beendet werden sollte.
Methoden: In einer Literatursuche wurden die bisherigen Daten zur Behandlung der CRSwNP mit Mepolizumab analysiert und die vorhandene Evidenz durch Recherchen in Medline, Pubmed sowie den nationalen und internationalen Studien- und Leitlinien-Registern und der Cochrane Library ermittelt. Es wurden Humanstudien berücksichtigt, die im Zeitraum bis einschließlich 10/2022 publiziert wurden.
Ergebnis: Basierend auf der internationalen Literatur und bisherigen Erfahrungen werden von einem Expertengremium Empfehlungen für die Verlaufskontrolle, das Einhalten von Therapieintervallen und eventuelle Therapiepausen, sowie eine Beendigung der Therapie bei Anwendung von Mepolizumab für die Indikation CRSwNP im deutschen Gesundheitssystem auf der Grundlage eines Dokumentationsbogens gegeben.
Schlussfolgerungen: Das Verständnis für die immunologischen Grundlagen der CRSwNP eröffnet neue nicht operative Therapieansätze mit Biologika für Patienten mit schweren, unkontrollierten Verlaufsformen. Hier geben wir Empfehlungen für die Verlaufskontrolle, das Einhalten von Therapieintervallen, eventuelle Therapiepausen oder eine Beendigung der Therapie bei einer Mepolizumab-Behandlung als Zusatztherapie mit intranasalen Glukokortikosteroiden zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schwerer CRSwNP, die mit systemischen Glukokortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann.
Autorisierter Nachdruck der Publikation:
Klimek L, Förster-Ruhrmann U, Olze H et al. Positionspapier: Empfehlungen zur Überprüfung der Wirksamkeit und Verlaufsdokumentation von Mepolizumab bei CRSwNP im deutschen Gesundheitssystem. Empfehlungden der AeDa und DGHNO. LRO 2023; 102: 1-11.


Zitierung:
Klimek L, Förster-Ruhrmann U, Olze H, et al. Monitoring mepolizumab treatment in chronic rhinosinusitis with nasal polyps (CRSwNP): Discontinue, change, continue therapy? Allergol Select. 2024; 8: 26-39.
DOI 10.5414/ALX02460ECorrespondence to:
Prof. Dr. med. L. Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden
An den Quellen 10
65183 Wiesbaden
Email: [email protected]
Chronische Rhinosinusitis
Kontrolle des Verlaufs einer Behandlung mit Mepolizumab bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP)
Monitoring mepolizumab treatment in chronic rhinosinusitis with nasal polyps (CRSwNP): Discontinue, change, continue therapy?
L. Klimek, U. Förster-Ruhrmann, H. Olze, A.G. Beule, A. Chaker, J. Hagemann, T. Huppertz, T.K. Hoffmann, S. Dazert, T. Deitmer, S. Strieth, H. Wrede, W. Schlenter, H.J. Welkoborsky, B. Wollenberg, S. Becker, F. Bärhold, F. Klimek, I. Casper, J. Zuberbier, C. Rudack, M. Cuevas, C.A. Hintschich, O. Guntinas-Lichius, T. Stöver, C. Bergmann, P. Werminghaus, O. Pfaar, J. Gosepath, M. Gröger, C. Beutner, M. Laudien, R.K. Weber, T. Hildenbrand, A.S. Hoffmann und C. Bachert
Price
42.00 $
Jahrgang 51 (2025) p. 593 - 608
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 51, Nr. 12/2025, S. 593-608
Kontrolle des Verlaufs einer Behandlung mit Mepolizumab bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP)
L. Klimek1, U. Förster-Ruhrmann2, H. Olze2, A.G. Beule3#4, A. Chaker5#6, J. Hagemann7, T. Huppertz7, T.K. Hoffmann8, S. Dazert9, T. Deitmer10, S. Strieth11, H. Wrede12, W. Schlenter13, H.J. Welkoborsky14, B. Wollenberg5, S. Becker15, F. Bärhold15, F. Klimek1, I. Casper1, J. Zuberbier2, C. Rudack3, M. Cuevas16, C.A. Hintschich17, O. Guntinas-Lichius18, T. Stöver19, C. Bergmann20, P. Werminghaus21, O. Pfaar22, J. Gosepath23, M. Gröger24, C. Beutner25, M. Laudien26, R.K. Weber27, T. Hildenbrand28, A.S. Hoffmann29 und C. Bachert30
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 3Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, 4Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie der Universitätsmedizin Greifswald, 5Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, TUM School of Medicine, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 6Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM), TUM School of Medicine, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 7Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsmedizin Mainz, 8Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Ulm, 9Klinik für Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Ruhr-Universität Bochum, St. ElisabethHospital, 10Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Bonn, 11Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Bonn, 12Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, Herford, 13Ärzteverband Deutscher Allergologen, Wiesbaden, 14Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Klinikum Hannover, 15Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinik Tübingen, 16Klinik und Poliklinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, 17Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen- Ohren-Heilkunde, Universitätsklinikum Regensburg, 18Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Jena, 19Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik Frankfurt am Main, 20Praxis für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Klinik RKM 740, Düsseldorf, 21Praxis für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Allergologie, Düsseldorf, 22Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg, Philipps Universität Marburg, Marburg, 23Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, HSK Wiesbaden, 24Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum LMU München, 25Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergiezentrum Südniedersachsen, Universitätsmedizin Göttingen, 26Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Kiel, 27Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Städtisches Klinikum Karlsruhe, 28Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, 29Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 30Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Gent, Belgien
Hintergrund: Die chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) ist eine multifaktorielle entzündliche Erkrankung der Schleimhäute von Nase und Nasennebenhöhlen. Eine eosinophile Entzündung wird als häufiger Endotyp beschrieben. Der anti-IL5 Antikörper Mepolizumab ist seit November 2021 als Zusatztherapie zu intranasalen Glukokortikosteroiden für die Behandlung Erwachsener mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen zugelassen, wenn systemische Glukokortikosteroide oder eine Operation keine ausreichende Krankheitskontrolle bewirken. Während nationale und internationale Empfehlungen für den Einsatz von Mepolizumab bei CRSwNP existieren, ist bislang nicht hinreichend festgelegt worden, wie diese Therapie überwacht wird, welche Folgedokumentation notwendig ist und wann sie ggf. beendet werden sollte.
Methoden: In einer Literatursuche wurden die bisherigen Daten zur Behandlung der CRSwNP mit Mepolizumab analysiert und die vorhandene Evidenz durch Recherchen in Medline, Pubmed sowie den nationalen und internationalen Studien- und Leitlinien-Registern und der Cochrane Library ermittelt. Es wurden Humanstudien berücksichtigt, die im Zeitraum bis einschließlich 10/2022 publiziert wurden.
Ergebnis: Basierend auf der internationalen Literatur und bisherigen Erfahrungen werden von einem Expertengremium Empfehlungen für die Verlaufskontrolle, das Einhalten von Therapieintervallen und eventuelle Therapiepausen, sowie eine Beendigung der Therapie bei Anwendung von Mepolizumab für die Indikation CRSwNP im deutschen Gesundheitssystem auf der Grundlage eines Dokumentationsbogens gegeben.
Schlussfolgerungen: Das Verständnis für die immunologischen Grundlagen der CRSwNP eröffnet neue nicht operative Therapieansätze mit Biologika für Patienten mit schweren, unkontrollierten Verlaufsformen. Hier geben wir Empfehlungen für die Verlaufskontrolle, das Einhalten von Therapieintervallen, eventuelle Therapiepausen oder eine Beendigung der Therapie bei einer Mepolizumab-Behandlung als Zusatztherapie mit intranasalen Glukokortikosteroiden zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schwerer CRSwNP, die mit systemischen Glukokortikosteroiden und/oder chirurgischem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann.
Publikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren.
Autorisierter Nachdruck der Publikation:
Klimek L, Förster-Ruhrmann U, Olze H et al. Positionspapier: Empfehlungen zur Überprüfung der Wirksamkeit und Verlaufsdokumentation von Mepolizumab bei CRSwNP im deutschen Gesundheitssystem. Empfehlungden der AeDa und DGHNO. LRO 2023; 102: 1-11.Correspondence to:
Prof. Dr. med. L. Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
An den Quellen 10
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