111 Jahre Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – Teil 2
Das Mysterium der spezifischen Immuntherapie
A. Schwalfenberg
Price
42.00 $
Jahrgang 32 p. 47 - 53
Abstract
A. Schwalfenberg
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – DAAB, Mönchengladbach
Wie ist es zur Entwicklung der spezifischen Immuntherapie gekommen? Von den Anfängen der spezifischen Immuntherapie bis zu ihrer heutigen Ausprägung sind über 100 Jahre vergangen. Einige Forschungsansätze haben ihren aktuellen Bezug bis heute nicht verloren. So wurden schon im Jahr 1922 Versuche mit Pollentabletten durchgeführt und in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts Pollenextrakte in Tropfenform eingesetzt. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) führt seit Beginn seines Bestehens Patientenbefragungen durch, um mehr Informationen aus Patientensicht über die allergischen Krankheitsbilder zu erhalten. Auch in der Vergangenheit wurde der Zeitfaktor bei der Behandlung mittels spezifischer Immuntherapie von den Patienten als besonders lästig empfunden. In diesem Jahr wurde ein Projekt zur Therapieadhärenz bei spezifischer Immuntherapie gestartet; eine Patientenbefragung, die mehr Aufschluss über positive und negative Faktoren aus Patientensicht ermöglichen soll.Correspondence to:
Dipl.-Biol. Anja Schwalfenberg; Deutscher Allergie- und Asthmabund, Fliethstraße 114, D-41061 Mönchengladbach
Email: [email protected]
Originalarbeit
Erfolgsfaktoren der Adherence bei Hyposensibilisierung
Original paper Erfolgsfaktoren der Adherence bei Hyposensibilisierung Factors of success for adherence in hyposensitization
N. Sondermann, K. Shah-Hosseini, K. Henkel, A. Schwalfenberg und R. Mösges
Price
42.00 $
Jahrgang 34 p. 441 - 446
Abstract
Allergologie, Jahrgang 34, Nr. 9/2011, S. 441–446
Erfolgsfaktoren der Adherence bei Hyposensibilisierung
N. Sondermann1, K. Shah-Hosseini1, K. Henkel1, A. Schwalfenberg2 und R. Mösges1
1Institut für medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie, Universitätsklinikum Köln, 2Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V., Mönchengladbach
Zur Identifizierung von positiven und negativen Einflussfaktoren auf die therapeutische Adherence bei Hyposensibilisierung wurden 4 Fragebögen zum Einsatz bei verschiedenen Patientengruppen konzipiert (vor, während und nach der Therapie sowie ohne Therapieerfahrung). 790 Patienten wurden befragt. 15,8% (weiblich: 16,8%, männlich: 12,3%) der nach Hyposensibilisierung Befragten brachen die Therapie vorzeitig ab. Aspekte der Hyposensibilisierung, die von den Teilnehmern sowohl während als auch nach Abschluss der Therapie als nachteilig empfunden worden sind: Starke zeitliche Beanspruchung (während: 66,2%/nach: 69,5%), Nebenwirkungen (61,9%/62,5%), unzureichende ärztliche Information über die Therapie (54,8%/53,7%), keine Beschwerdelinderung (51,2%/60,7%) sowie unzureichende Reduktion des Medikamentenverbrauchs (47,0%/33,8%). Trotz dieser nachteiligen Aspekte würden 74,0% aller Therapierten die Hyposensibilisierung weiterempfehlen. Während der Behandlung waren dies noch 95,4%. Befragte vor Immuntherapie benannten folgende Beweggründe zur Therapie als „sehr wichtig“ bzw. „wichtig“: Umfassende Information zur Therapie (96,3%), wenig Nebenwirkungen (98,2%), dauerhafte Linderung der Beschwerden (100%), Erfolgsüberprüfung durch den Arzt (83,3%), Reduktion des Medikamentenverbrauchs (81,8%) und eine gute Alltagsintegration (89,1%). 89% der Teilnehmer, die bisher noch keine Hyposensibilisierung durchlaufen haben, hatten dennoch schon „etwas über die Hyposensibilisierung gehört“. Der eigene Kenntnisstand bezüglich Therapie wurde auf einer Schulnotenskala allerdings durchschnittlich mit nur 3,2 bewertet.Correspondence to:
Prof. Dr. med. R. Mösges
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie
Universitätsklinikum Köln
Kerpener Straße 62
D–50937 Köln
Email: [email protected]
Allergie und Pollen: eine Zeitreise
Allergie und Pollenflug: „Und täglich grüßt das Murmeltier“
Allergy and pollen count: same old same day
A. Schwalfenberg
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42.00 $
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Jahrgang 37 p. 450 - 460
Abstract
Allergologie, Jahrgang 37, Nr. 11/2014, S. 450–460
Allergie und Pollenflug: „Und täglich grüßt das Murmeltier“
A. Schwalfenberg
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – DAAB, Mönchengladbach
Correspondence to:
Dipl. Biol. A. Schwalfenberg
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – DAAB
Fliethstraße 114
D-41061 Mönchengladbach
Email: [email protected]
Praktische Aspekte zur Versorgung von allergischen Patienten II
Auswertung zweier Befragungen zur Kostenerstattung von Encasings bei Patienten mit Hausstaubmilbenallergie
Evaluation of two surveys regarding the reimbursement of costs for encasings for patients with house dust mite allergy
J. Kahle und A. Schwalfenberg
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42.00 $
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Jahrgang 37 p. 497 - 499
Abstract
Allergologie, Jahrgang 37, Nr. 12/2014, S. 497–499
Auswertung zweier Befragungen zur Kostenerstattung von Encasings bei Patienten mit Hausstaubmilbenallergie
J. Kahle und A. Schwalfenberg
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – DAAB, Mönchengladbach
Correspondence to:
Julia Kahle
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. – DAAB
Fliethstraße 114
D–41061 Mönchengladbach
Email: [email protected]
Leitlinie
Leitlinie zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen
Guideline on allergen-specific immunotherapy in IgE-mediated allergic diseases
O. Pfaar, C. Bachert, A. Bufe, R. Buhl, C. Ebner, P. Eng, F. Friedrichs, T. Fuchs, E. Hamelmann, D. Hartwig- Bade, T. Hering, I. Huttegger, K. Jung, L. Klimek, M.V. Kopp, H. Merk, U. Rabe, J. Saloga, P. Schmid-Grendelmeier, A. Schuster, N. Schwerk, H. Sitter, U. Umpfenbach, B. Wedi, S. Wöhrl, M. Worm und J. Kleine-Tebbe
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42.00 $
Jahrgang 38 p. 431 - 470
Abstract
Allergologie, Jahrgang 38, Nr. 9/2015, S. 431–470
Leitlinie zur (allergen-)spezifischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen
O. Pfaar1,2, C. Bachert3, A. Bufe4, R. Buhl5, C. Ebner6, P. Eng7, F. Friedrichs8, T. Fuchs9, E. Hamelmann10, D. Hartwig-Bade11, T. Hering12, I. Huttegger13, K. Jung14, L. Klimek1, M.V. Kopp15, H. Merk16, U. Rabe17, J. Saloga18, P. Schmid-Grendelmeier19, A. Schuster20, N. Schwerk21, H. Sitter22, U. Umpfenbach23, B. Wedi24, S. Wöhrl25, M. Worm26 und J. Kleine-Tebbe27; Kommentierende Teilnahme und Prozessbegleitung: S. Kaul28 und A. Schwalfenberg29
1Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 2Universitäts-HNO-Klinik Mannheim, 3HNO-Universitätsklinik, Gent, Belgien, 4Abt. für Experimentelle Pneumologie, Ruhr-Universität Bochum, 5III. Med. Klinik und Poliklinik, Schwerpunkt Pneumologie, Johannes-Gutenberg-Univ., Mainz; 6Ambulatorium für Allergie und klinische Immunologie, Wien, Österreich, 7Klinik für Kinder und Jugendliche, Aarau und Kinderspital Luzern, Schweiz, 8Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Laurensberg, 9Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Göttingen, 10Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderzentrum Bethel, Evang. Krankenhaus Bielefeld, 11HNOPraxis, Lübeck, 12Lungenarztpraxis Tegel, Berlin, 13Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Paracelsus Med. Privatuniversität, Salzburger Landeskliniken, Salzburg, Österreich, 14Praxis für Dermatologie, Erfurt, 15Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, UKSH, Univ. zu Lübeck, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), 16Klinik für Dermatologie und Allergologie – Hautklinik, RWTH, Aachen, 17Abt. Pneumologie, Klinik III, Johanniterkrankenhaus im Flämig, Treuenbrietzen, 18Hautklinik und Poliklinik, Universitätsmed., Johannes Gutenberg-Univ., Mainz, 19Allergiestation, Dermatologische Universitätsklinik, Zürich, Schweiz, 20Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf, 21Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmed., Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, Med. Hochschule Hannover, 22Institut für theoretische Chirurgie, Univ. Marburg; 23Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Viersen, 24Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Med. Hochschule Hannover, 25Floridsdorfer Allergiezentrum (FAZ), Wien, Österreich, 26Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 27Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 28Abteilung Allergologie, Paul- Ehrlich-Institut, Langen, 29Deutscher Allergie- und Asthmabund, Mönchengladbach
Die vorliegende Leitlinie (LL) (S2k) zur (allergen-) spezifischen Immuntherapie (SIT) wurde von den deutschen, österreichischen und schweizerischen allergologischen Fachverbänden im Konsens mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbänden für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Kinder- und Jugendmedizin, Pneumologie sowie einer deutschen Allergikerselbsthilfeorganisation (Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)) nach Kriterien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erarbeitet. Die SIT ist eine kausale immunmodulierende Therapie. Durch die Gabe von Allergenextrakten werden spezifische blockierende Antikörper, toleranzinduzierende Zellen und Botenstoffe aktiviert, die eine weitere Verstärkung der durch Allergene ausgelösten Immunantwort verhindern, die spezifische Immunantwort blockieren und die Entzündungsreaktion im Gewebe dämpfen. Produkte zur subkutanen Immuntherapie (SCIT) oder sublingualen Immuntherapie (SLIT) sind aufgrund ihrer heterogenen Zusammensetzung derzeit nicht vergleichbar. Desgleichen sind die angegebenen Allergenkonzentrationen unterschiedlicher Hersteller aufgrund unterschiedlicher Methoden zur Messung der wirksamen Inhaltsstoffe zurzeit nicht vergleichbar. Zur SCIT werden nicht modifizierte Allergene als wässrige oder physikalisch gekoppelte (Semidepot-)Extrakte sowie chemisch modifizierte Extrakte (Allergoide) als Semidepotextrakte eingesetzt. Die Allergenextrakte zur SLIT werden als wässrige Lösungen oder Tabletten angewandt. Die klinische Wirksamkeit einer SIT wird mithilfe verschiedener Scores als primärer und sekundärer Zielparameter erfasst. Die European Medicines Agency (EMA) sieht für den primären Zielparameter einen kombinierten Symptom- und Medikationsscore vor. Für eine Vergleichbarkeit verschiedener Studienergebnisse ist zukünftig eine Harmonisierung der Auswertescores, z.B. durch den von der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) empfohlenen kombinierten Symptom- und Medikationsscore (CSMS), erstrebenswert. Die aktuellen CONSORT(„consolidated standards of reporting trials“-Empfehlungen der ARIA/ GA2LEN-Gruppe geben Standards fü die Auswertung, Darstellung und Veröfentlichung von Studienergebnissen vor. Präarate, die häfige Allergenquellen enthalten (Pollen der Süßräer oder von Birke, Erle und Hasel, Hausstaubmilben, Bienen- und Wespengift), bedüfen in Deutschland aufgrund der Therapieallergene-Verordnung (TAV) in jedem Fall der Zulassung. Im Zulassungsverfahren werden diese auf Qualitä, Sicherheit und Wirksamkeit üerprüt. Aus Sicht der Autoren sollten zugelassene Allergenpräarate mit dokumentierter Wirksamkeit und Sicherheit oder im Rahmen der TAV verkehrsfäige Präarate, die bereits in klinischen Studien nach World-Allergy-Organization(WAO)- oder EMA- Standards eine Wirksamkeit und Sicherheit dokumentiert haben, bevorzugt eingesetzt werden. Individualrezepturen dienen der Verordnung seltener Allergenquellen (z.B. Pollen von Esche, Beifußoder Ambrosia, Schimmelpilz Alternaria, Tierallergene) zur SIT. Sie könen nicht mit den TAV-Allergenen gemischt werden. Die allergische Rhinitis und ihre Folgeerkrankungen (wie Asthma bronchiale) verursachen volkswirtschaftlich enorme direkte und indirekte Kosten. Entsprechend werden die Therapieoptionen, insbesondere der SIT, sozioöonomisch anhand von Kosten-Nutzenund Kosten-Effektivitäs-Analysen beurteilt. Die SIT ist auf lägere Dauer betrachtet im Vergleich zur Pharmakotherapie bei allergischer Rhinitis und allergischem Asthma deutlich kosteneffektiver –ein Effekt, der stark von der Compliance der Patienten beeinflusst wird. Metaanalysen belegen eindeutig die Wirksamkeit von SCIT und SLIT fü bestimmte Allergene und Altersgruppen. Die Daten der kontrollierten Studien unterscheiden sich hinsichtlich ihres Umfangs, ihrer Qualitä und Dosierungsschemata und erfordern eine produktspezifische Bewertung. Es empfiehlt sich daher die Beurteilung der Einzelpräarate nach klar definierten Kriterien. Eine verallgemeinernde Üertragung der Wirksamkeit von Einzelpräaraten auf alle Präarate einer Applikationsform verbietet sich. Auf der Internetseite der DGAKI (www.dgaki.de/leitlinien/s2k-leitlinie-sit) finden sich Tabellen mit einer präaratespezifischen Darstellung der in Deutschland sowie in der Schweiz und Öterreich auf dem Markt befindlichen SIT-Produkte. Die Tabelle listet Studien fü Erwachsene und Kinder auf, das Jahr der Zulassung, den zugrunde gelegten Score, die Anzahl der randomisierten und ausgewerteten Patienten, und das Auswertungsverfahren (ITT, FAS, PP) fü Gräer- und Birkenpollen- sowie Hausstaubmilbenallergene sowie den Genehmigungsstatus fü die Durchfürung klinischer Studien. Die Wirksamkeit der SCIT ist bei der allergischen Rhinokonjunktivitis bei Pollenallergie im Erwachsenenalter durch zahlreiche Studien sehr gut und im Kindes- und Jugendalter durch wenige Studien belegt. Bei Hausstaubmilbenallergie im Erwachsenenalter ist die Wirksamkeit durch einige und im Kindesalter durch wenige kontrollierte Studien belegt. Bei Schimmelpilzallergie (insbesondere Alternaria) liegen unabhägig vom Alter nur wenige kontrollierte Studien vor. Bei einer Tierallergie (in erster Linie auf Katzenallergene) finden sich nur kleine Studien mit teilweise methodischen Mägeln. Zur Wirksamkeit bei atopischer Dermatitis zeigte sich bisher nur ein moderater und uneinheitlicher Therapieeffekt bei einer hohen Heterogenitä der durchgefürten Studien. Bei kontrolliertem Asthma bronchiale (Global Initiative for Asthma (GINA)2007) bzw. bei intermittierendem und geringgradig persistierendem Asthma (GINA 2005) ist die SCIT fü einzelne Präarate gut untersucht und als Therapieoption neben Allergenkarenz und Pharmakotherapie empfehlenswert, sofern ein eindeutiger kausaler Zusammenhang zwischen respiratorischen Symptomen und entsprechendem Allergen besteht. Die Wirksamkeit der SLIT ist bei der allergischen Rhinokonjunktivitis durch eine Gräerpollenallergie bei Erwachsenen und Kindern sehr gut und bei Baumpollenallergie bei Erwachsenen gut belegt. Bei der Hausstaubmilbenallergie belegen neue kontrollierte Studien mit teilweise hohen Patientenzahlen die Wirksamkeit der SLIT bei Erwachsenen. Im Vergleich zur allergischen Rhinokonjunktivitis finden sich nur begrenzt Studien zur Wirksamkeit der SLIT bei allergischem Asthma. Dabei zeigen neuere Studien eine Wirksamkeit auf die Asthmasymptome in der Subgruppe gräerpollenallergischer Kinder, Jugendlicher und Erwachsener mit Asthma und eine Wirksamkeit der SLIT bei primä hausstaubmilbenallergischem Asthma bei Jugendlichen ab einem Alter von 14 Jahren und bei Erwachsenen. Sekundäpräentive Aspekte, insbesondere die Reduktion von Neusensibilisierungen und ein vermindertes Asthmarisiko, sind wichtige Grüde, den Therapiebeginn im Kindes- und Jugendalter frü zu wälen. Dabei sollten solche Produkte berüksichtigt werden, fü die entsprechende Effekte gezeigt worden sind. Bei Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis kann eine SCIT oder SLIT mit Pollen- oder Milbenallergenextrakten durchgefürt werden, deren Wirksamkeit in mindestens einer doppelblind placebokontrollierten Studie gezeigt wurde. Derzeit erfolgen klinische Studien in den Indikationen Asthma und Hausstaubmilbenallergie, deren Ergebnisse teilweise publiziert sind bzw. noch ausstehen (vgl. DGAKI-Tabelle „enehmigte/ evtl. abgeschlossene Studien“via www.dgaki.de/leitlinien/ s2k-leitlinie-sit (nach www.clinicaltrialsregister. eu)). Bei der Indikationsstellung sind Faktoren, die die klinische Wirksamkeit erhöen, zu beachten. Unterschiede zwischen SCIT und SLIT sind in erster Linie bei den Kontraindikationen zu berüksichtigen. Auch bei Vorliegen von Kontraindikationen kann im begrüdeten Einzelfall eine Indikation zur SIT vorliegen. Die Injektionen zur SCIT sowie die Einleitung der SLIT werden von einem Arzt durchgefürt, der mit dieser Therapieform Erfahrung hat und bei einem allergologischen Zwischenfall zur Notfallbehandlung befäigt ist. Eine vorherige Aufkläung mit Dokumentation ist erforderlich („herapieinformationsblatt“ Abb. 5 und 6; als Handout auch via www.dgaki.de/leitlinien/s2k-leitlinie-sit). Die Therapie sollte entsprechend der Fach- und Gebrauchsinformation des Herstellers durchgefürt werden. Sofern die SIT nach der Indikationsstellung von einem anderen Arzt durch- oder weitergefürt wird, ist eine enge Zusammenarbeit erforderlich, um eine konsequente Umsetzung und risikoarme Durchfürung der Therapie sicherzustellen. Generell wird die Durchfürung sowohl der SCIT als auch der SLIT nur mit Präaraten empfohlen, fü welche ein entsprechender Nachweis der klinischen Wirksamkeit aus entsprechenden Studien vorliegt. Die Therapieadhäenz der SIT-Patienten ist unabhägig von der Applikationsform niedriger als von äztlicher Seite angenommen wird; sie ist allerdings fü den Therapieerfolg von entscheidender Bedeutung. Die Verbesserung der Adhäenz in der SIT ist eine der wichtigsten Aufgaben in der Zukunft, um eine kausale Wirksamkeit der Therapie zu gewärleisten. Das Auftreten schwerer, potenziell lebensbedrohlicher systemischer Reaktionen bei der SCIT ist mölich, aber bei Einhaltung aller Sicherheitsmaßahmen sehr selten. Die meisten unerwüschten Reaktionen sind leicht bis mittelschwer und lassen sich gut behandeln. Dosisabhägige unerwüschte lokale Symptome im Mund- und Rachenraum treten häfig bei der SLIT auf. Systemische Reaktionen hingegen sind zwar beschrieben, kommen aber deutlich seltener vor als bei der SCIT. Die SLIT zeigt im Hinblick auf anaphylaktische und andere schwere systemische Reaktionen ein besseres Sicherheitsprofil als die SCIT. Das Risiko und die Folgen unerwüschter systemischer Reaktionen im Rahmen einer SIT könen durch Schulung des Personals, Beachtung der Sicherheitsstandards und rasche Anwendung von Notfallmaßahmen –einschließich der früzeitigen Adrenalin-i.m.-Gabe –wirksam vermindert werden. Details der Akuttherapie und des Managements anaphylaktischer Reaktionen finden sich in der aktuellen Anaphylaxie- S2-Leitlinie der AWMF. Die SIT zeigt in vielen Bereichen (z.B. Allergencharakterisierung, neue Applikationswege, Adjuvanzien, schnellere und sichere Aufdosierung) einige innovative Entwicklungen, die teilweise bereits auf ihre klinische Wirksamkeit untersucht werden.Correspondence to:
Prof. Dr. Oliver Pfaar
HNO-Universitätsklinik Mannheim
und
Zentrum für Rhinologie and Allergologie
An den Quellen 10
D–65189 Wiesbaden, Deutschland
Email: [email protected]
Original paper
Success factors for adherence in hyposensitization
N. Sondermann, K. Shah-Hosseini, K. Henkel, A. Schwalfenberg and R. Mösges
Volume 2 (2018) p. 89 - 93
Abstract
Allergologie select, Volume 2, Nr. 1/2018 (89-93)
Success factors for adherence in hyposensitization
N. Sondermann1, K. Shah-Hosseini1, K. Henkel1, A. Schwalfenberg2 and R. Mösges1
1Institut für medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie, Universitätsklinikum Köln, 2Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V., Mönchengladbach
For the success of an immunotherapy regimen, adherence is a major success factor. The goal of our study was to identify the factors that positively and negatively influence patient compliance, and to create strategies to improve it. Four questionnaires were designed for different patient groups: A – after immunotherapy; B – during immunotherapy; C – before immunotherapy; D – no experience with immunotherapy. From March to October 2008, 790 questionnaires were collected. For the first group, questionnaire A was answered by 272 patients. Of these, 15.8% had dropped out of immunotherapy. Women had higher dropout rates than men (16.8% vs. 12.3%). The following aspects of immunotherapy were viewed by the patients as negative: time consuming (69.5%), adverse reactions (62.5%), insufficient patient information (53.7%), no change in use of symptomatic medication (33.8%) and no change in symptoms (60.7%). Despite the mentioned drawbacks, 74% of all patients would still recommend allergen immunotherapy. Questionnaire B was completed by 281 patients. In this group, 8.7% had already considered dropping out. The following unfavourable aspects were identified: time consuming (66.2%), adverse reactions (61.9%), insufficient patient information (54.8%), no change in symptoms (51.2%) and use of symptomatic medication (47.0%). Despite this, up to 95.4% of all patients would recommend immunotherapy. Questionnaire C was filled-out by 55 patients. The following reasons were rated by the patients “important” or “very important” for the decision to start hyposensitization: long-lasting symptom alleviation (100%), few adverse reactions (98.2%), comprehensive patient information (96.3%), easy integration into the daily routine (89.1%), re-assessment of therapy by doctor (83.3%) and reduced need for symptomatic medication (81.8%). Questionnaire D was filled in by 182 participants. 89% had already heard the term hyposensitization before. Their general knowledge regarding this therapy was average (3.23 on a scale of 1 – 6; where 1 = optimum). Long-lasting symptom alleviation (99.5%), comprehensive patient information (97.8%), easy integration into the daily routine (96.1%), reduced symptomatic medication use (92.6%) and re-assessment by doctor (88.8%) were considered “very important” or “important” characters in the desired immunotherapy regime. Adherence to the hyposensitization schedule is essential for its success. The treating doctor should aim at choosing the right therapy and working out a patient-individualized treatment plan. Equally important is offering information to the patient throughout the treatment duration. The doctor should assist the patient to create an optimized time schedule, to help make the therapy less time-consuming.
German version published in Allergologie, Vol. 34, No. 9/2011, pp. 441-446Correspondence to:
Prof. Dr. med. R. Mösges
Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie
Universitätsklinikum Köln
Kerpener Straße 62
D–50937 Köln
Email: [email protected]
Positionspapier
Perspektiven für ein bundesweites Pollenmonitoring in Deutschland – Fachübergreifender Arbeitskreis „Bundesweites Pollenmonitoring“
Perspectives for nationwide pollen monitoring in Germany
R. Baeker, K.-C. Bergmann, J. Buters, T. Dümmel, C. Endler, T. Fuchs, S. Gilge, K. Gloyna, R. Heesen, C. Herr, M. Hicke, C. Höflich, L. Klimek, S. Kutzora, M. Langner, H.-G. Mücke, G. Petzold, S. Pleschka, S. Röseler, A. Schwalfenberg, S. Simon, W. Straff, A. Weber, B. Werchan und M. Werchan
Price
42.00 $
Jahrgang 43 (2020) p. 111 - 124
Abstract
Allergologie, Jahrgang 43, Nr. 3/2020, S. 111-124
Perspektiven für ein bundesweites Pollenmonitoring in Deutschland – Fachübergreifender Arbeitskreis „Bundesweites Pollenmonitoring“
R. Baeker1, K.-C. Bergmann2,3, J. Buters3,4, T. Dümmel5, C. Endler6, T. Fuchs7, S. Gilge6, K. Gloyna8, R. Heesen9, C. Herr10, M. Hicke11, C. Höflich12, L. Klimek7, S. Kutzora13, M. Langner14,15, H.-G. Mücke12, G. Petzold11, S. Pleschka16, S. Röseler17, A. Schwalfenberg16, S. Simon11, W. Straff12, A. Weber10,13, B. Werchan2 und M. Werchan2
1Referat 43, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Infektionsschutz, Umwelthygiene, Zivil- und Katastrophenschutz, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg, Potsdam, 2Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Berlin, 3Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie, Berlin, 4Zentrum Allergie und Umwelt, Technische Universität München und Helmholtz Zentrum München, 5Institut für Meteorologie, Freie Universität Berlin, 6Referat Lufthygiene, Deutscher Wetterdienst, Freiburg, 7Ärzteverband Deutscher Allergologen, Dreieich, 8Abteilung 3, Fachbereich Infektiologie, Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern, Rostock, 9VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss, Verein Deutscher Ingenieure, Düsseldorf, 10Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin, Gießen, 11Länderarbeitsgruppe umweltbezogener Gesundheitsschutz, 12Fachgebiet II 1.5, „Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung“, Umweltbundesamt, Berlin, 13AP 2 Arbeits- und Umweltmedizin/Epidemiologie, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen, 14Abteilung II 4, „Luft“, Umweltbundesamt, Dessau, 15Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz, Ausschuss Luftqualität/Wirkungsfragen/Verkehr, 16Deutscher Allergie- und Asthmabund, Mönchengladbach, 17Klinik für Dermatologie und Allergologie, Rheinisch- Westfälische Technische Hochschule Aachen
Allergene Pollen sind natürliche, biologische luftgetragene Partikel und der Hauptauslöser allergischer Atemwegserkrankungen. Die Messung allergener Pollen ist Voraussetzung für die gesundheitliche Vorsorge und zeigt Veränderungen im Pollenspektrum an, wie sie zum Beispiel im Rahmen des Klimawandels zu erwarten sind. Das in Deutschland einzige bundesweite Pollenmessnetz wird durch die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) betrieben. Fortbestand und Weiterentwicklung (u. a. Hybrid-System aus manuellen und automatischen Pollenfallen) dieses Messnetzes sind finanziell jedoch nicht gesichert. Im Sommer 2017 formierte sich daher der fachübergreifende Arbeitskreis „Bundesweites Pollenmonitoring“, um sich über diesbezügliche Perspektiven für Deutschland auszutauschen. Für den Austausch kam der Arbeitskreis zwischen November 2017 und Juni 2018 zu 3 Gesprächstagen mit jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten zusammen. Die internen Protokolle zu den Gesprächstagen bildeten anschließend die Grundlage für die Erstellung des vorliegenden Positionspapiers, mit dem der Arbeitskreis seine Arbeit abschließt. Aufgrund der Bedeutung allergener Pollen für die menschliche Gesundheit und allergischer Erkrankungen für das Gesundheitssystem spricht sich der Arbeitskreis dafür aus, das bundesweite Pollenmonitoring in den Katalog staatlicher Aufgaben aufzunehmen, die der grundlegenden Versorgung der Bevölkerung mit wesentlichen Gütern und Dienstleistungen dienen (öffentliche Daseinsvorsorge). Hinsichtlich möglicher Zuständigkeiten im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge wurden im Arbeitskreis mehrere Lösungsansätze diskutiert. Unabhängig von der zukünftigen Zuständigkeit kommt der Kooperation von messtechnischen, klinischen und wissenschaftlichen Einrichtungen eine grundsätzliche Bedeutung für die adäquate gesundheitliche Vorsorge zu.
Dieses Positionspapier des fachübergreifenden Arbeitskreises „Bundesweites Pollenmonitoring“ ist eine Übernahme aus dem Bundesgesundheitsblatt [Bundesgesundheitsblatt 2019;62:652–61, https:// doi.org/10.1007/s00103- 019-02940-y]. Der Artikel wurde unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz (http://creativecommons. org/licenses/ by/4.0/deed.de) veröffentlicht.Correspondence to:
Dr. Conny Höflich
Fachgebiet II 1.5, „Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung“
Umweltbundesamt
Corrensplatz 1
14195 Berlin
Email: [email protected]