Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 38 - April (144 - 150)

Differentialdiagnose der pulmonalen Hypertonie
B. Schulte-Hubbert, M. Kolditz, G. Höffken, M. Halank
Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Carl-Gustav-Carus, Dresden

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DOI 10.5414/ATX01752

Abstrakt

Die pulmonale Hypertonie ist definiert als ein in Ruhe mittels Rechtsherzkatheter gemessener pulmonal-arterieller Mitteldruck (PAPm) von ≥ 25 mmHg. Die klinisch orientierte ätiologische Klassifikation der pulmonalen Hypertonie (PH) erfolgt in 5 Gruppen. Der Gruppe I liegt die sehr selten vorkommende pulmonal arterielle Hypertonie (PAH), der Gruppe II die PH bei Linksherzerkrankungen, der Gruppe III die PH in Verbindung mit chronischen Lungenerkrankungen und/oder Hypoxämie, der Gruppe IV die chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) und der Gruppe V die PH aufgrund unklarer und/oder multifaktorieller Ursachen zugrunde. Die Diagnostik bei Verdacht auf eine pulmonale Hypertonie erfordert im Regelfall zahlreiche Untersuchungen, um die Diagnose zu bestätigen, die richtige klinische Zuordnung zu treffen und den funktionellen wie auch hämodynamischen Schweregrad der Erkrankung zu beurteilen. Als nichtinvasive Untersuchungsmethode nimmt die transthorakale Echokardiographie einen zentralen Stellenwert ein, um den Verdacht einer pulmonalen Hypertonie zu erhärten bzw. zu entkräften und Hinweise für die Ätiologie wie zum Beispiel bei Linksherzerkrankung oder Shuntvitium zu liefern. Neben Erkrankungen des linken Herzens sind häufig Lungenerkrankungen und/oder eine Hypoxämie als Ursache der PH verantwortlich. Bei fehlender Zuordnung des Lungenhochdrucks zu den Gruppen II und/oder III der PH wird nach der europäischen Leitlinie als nächster Schritt eine Ventilations-/Perfusionsszintigraphie zum Nachweis bzw. Ausschluss einer CTEPH empfohlen. Bei dann immer noch unbekannter Ätiologie der PH kann nach Ausschluss der Erkrankungen, die bei Gruppe V der PH aufgeführt sind, die (Verdachts-) Diagnose der PAH (PH der Gruppe I) gestellt werden. Beweisend für eine pulmonale Hypertonie ist die invasive Messung des pulmonal arteriellen Druckes mittels eines Rechtsherzkatheters.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Carl-Gustav-Carus, Dresden

Adresse

Dr. med. M. Halank
Medizinische Klinik I
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Fetscherstraße 74
D-01307 Dresden
Email: [email protected]

Citation

B. Schulte-Hubbert, M. Kolditz, G. Höffken und M. Halank.Differentialdiagnose der pulmonalen Hypertonie. 2012; 38: 144-150. doi: 10.5414/ATX01752.

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