Anstrengungsatemnot – immer nur Asthma? K. Kenn, I. Heinzelmann Fachzentrum für Pneumologie, Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau am Königssee
DOI 10.5414/ATP37374
Abstrakt
Vocal Cord Dysfunction (VCD) wird häufig als Belastungsasthma (Exercise-induced Asthma) fehldiagnostiziert, mit der Folge einer überflüssigen und nicht erfolgreichen medikamentösen Therapie. Beiden Erkrankungen liegt eine unter Belastung auftretende Atemnot zugrunde, die sich jedoch in der Lokalisation des Engegefühls (Hals/Lunge), der Phase der Atmung, in der die Atemnot auftritt (Ein-/Ausatmung), und ihrer Akuität (hoch/ mittelgradig) unterscheidet. Die Limitation der Atmung zeigt sich bei der VCD in unterschiedlichen Schweregraden und wird durch eine paradoxe Adduktion der Stimmbänder verursacht. Besonders häufig sind Frauen und Spitzensportler betroffen, deren sportliche Karriere durch diese Erkrankung bedroht wird. Durch Auftreten unbeherrschbarer Atemnotzustände kann es im weiteren Verlauf zu Angst- und Paniksymptomen kommen, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich reduzieren. Allein durch das Erlernen geeigneter Atemtechniken und bestimmter Verhaltensregeln ist eine nichtmedikamentöse Therapie der Erkrankung möglich. Durch umfangreiches Informieren von Trainern, Sportmedizinern und Physiotherapeuten soll das Krankheitsbild der VCD höheren Bekanntheitsgrad erlangen und Betroffenen eine schnelle und zielgerichtete Therapie ermöglichen.
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