Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 36 - Juli (266 - 279)

Bildgebende Verfahren bei Atemwegs- und Lungenerkrankungen bei Kindern – konventionelle Diagnostik
A.E. Horwitz
Kinderradiologie, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, HELIOS Klinikum Krefeld

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DOI 10.5414/ATP36266

Abstrakt

Die Anfertigung einer optimalen Röntgenaufnahme des Thorax im Kindesalter bei möglichst geringer Strahlenexposition erfordert bestimmte technische Voraussetzungen. Dabei sind die altersbezogenen Einstellungen der Belichtungsparameter, die Anwendung von Filtern und Streustrahlenraster, die Wahl der Feldgröße und eine ausreichende Inspirationstiefe von erheblicher Bedeutung. Das radiologische Erscheinungsbild entzündlicher Erkrankungen der unteren Luftwege im Kindesalter ist vom Alter des Kindes, von der Ätiologie, der Pathogenese und dem Ausmaß der Erkrankung abhängig: Allgemeine Überblähung, Atelektasen, ungleichmäßige Belüftung, Verdickung der Bronchialwände, peribronchiale und alveoläre Infiltrate ergeben ein charakteristisches Bild. Der Grund liegt in den anatomischen und physiologischen Besonderheiten der kindlichen Lunge. Häufigste Erreger in allen Altersgruppen sind Viren. Bei Kleinkindern, Schulkindern und in der Adoleszenz steigt die Inzidenz bakterieller Infektionen. Etwa ein Drittel der Pneumonien in dieser Altersgruppe werden durch Mycoplasma pneumoniae verursacht. Das häufigste befallene Organ bei Kindern mit HIV ist die Lunge. Pilzpneumonien und die Tuberkulose treten bei immunsupprimierten Patienten auf. Die Tuberkulose ist aber auch eine Erkrankung, die bevorzugt bei Kindern aus niedrigen sozioökonomischen Verhältnissen vorkommt. 90% der Primärtuberkulosen sind klinisch asymptomatisch und werden anhand vergrößerter hilärer und mediastinaler Lymphknoten erkannt. Die zystische Fibrose ist die häufigste autosomal rezessiv vererbte Stoffwechselkrankheit. Bereits im Säuglingsalter beginnen die pulmonalen Komplikationen wie chronische Bronchitis und rezidivierende Pneumonien. Bei etwa der Hälfte der Patienten mit Multiorganbefall einer Langerhanszell-Histiozytose liegt eine Lungenbeteiligung in Form eines interstitiellen Befalls und zystischer Veränderungen vor. Luftbefüllte zystische Läsionen der Lunge können aber auch auf dem Boden verschiedener Ursachen entstehen. Am häufigsten kommen die postentzündlichen Pneumatozelen vor. Eine radiologische Diagnosestellung ohne Kenntnis des klinischen Befundes ist nicht möglich. Aspirierte flüssige oder feste Fremdkörper sind in der Regel nicht röntgendicht und daher nicht auf einem Röntgenbild sichtbar. Daher müssen indirekte Zeichen zur Diagnosestellung herangezogen werden.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Kinderradiologie, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, HELIOS Klinikum Krefeld

Adresse

Dr. med. A.E. Horwitz
Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
HELIOS Klinikum Krefeld
Lutherplatz 40
D–47805 Krefeld
Email: [email protected]

Citation

A.E. Horwitz.Bildgebende Verfahren bei Atemwegs- und Lungenerkrankungen bei Kindern – konventionelle Diagnostik. 2010; 36: 266-279. doi: 10.5414/ATP36266.

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