Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 36 - Mai (177 - 183)

Update Bronchoskopie
R.W. Hauck, U. Gropper
Medizinische Abteilung II, Lungenzentrum SüdOst, Kreisklinik Bad Reichenhall

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DOI 10.5414/ATP36177

Abstrakt

Die technische Weiterentwicklung der Fiberbronchoskopie hat insbesondere die Diagnostik von Lungentumoren und deren Vorstufen kontinuierlich verbessert. Verschiedene Verfahren konkurrieren und ergänzen sich in ihrer diagnostischen Wertigkeit: Autofluoreszenz-Bronchoskopie beruht auf dem Prinzip eines veränderten Lichtbrechungsverhaltens alterierter luminaler Wandstrukturen. Sie verschafft eine erhöhte Sensitivität gegenüber dysplastischen Veränderungen bei konsekutiv reduzierter Spezifität. Narrow Band Imaging (NBI) verbessert durch die Einengung des Weißlicht-Farbspektrums die Darstellung atypischer Gefäßeinsprossungen in die Bronchialschleimhaut, die gehäuft mit plattenepithelialen Angiodysplasien einhergehen. Konfokale Fluoreszenzmikroendoskopie basiert auf Lasertechnik und ermöglicht es, zelluläre und subzelluläre epitheliale Mikrostrukturen darzustellen. Darauf beruht das Potenzial einer verbesserten Abbildung prämaligner Veränderungen. Endobronchialer Ultraschall (EBUS) verknüpft die Vorteile eines erhöhten Auflösungsvermögens mit zeitgleicher Duplexsonografie und erreicht damit eine zielgenaue und sichere Lymphknotenbiopsie. EBUS-gesteuerte transbronchiale Nadelbiopsien (TBNA) erhöhen im Vergleich zu PET und CT die Ausbeute in der Lymphknotendiagnostik und optimieren damit das mediastinale Staging. Elektromagnetische Navigation ermöglicht die intrapulmonale Lokalisation und Steuerung einer Sonde unter Zuhilfenahme eines elektromagnetischen Feldes. Der Stellenwert des Verfahrens liegt in der Diagnostik peripherer Läsionen, gegebenenfalls in Kombination mit EBUS. Virtuelle Bronchoskopie unterstützt ebenso die Ansteuerung peripherer Herde und erleichtert insbesondere weniger erfahrenen Untersuchern die Navigation im Bronchialsystem. Optische Koherenztomografie (OCT) beruht auf der Laufzeitmessung von Lichtsignalen und ist als luftdurchdringendes Verfahren für die Lungendiagnostik prädestiniert. Das Verfahren bietet Potenzial in der Darstellung präkanzeröser Veränderungen. Bronchoskopisches Mikrosampling stellt ein Verfahren für quantitative Analyse des Alveolarkompartiments dar. Zur Abschätzung des Stellenwertes einiger der beschriebenen Verfahren für die Diagnostik prämaligner Veränderungen und bilddiagnostisch dokumentierter Lungentumore bedarf es noch weiterer Studien.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Medizinische Abteilung II, Lungenzentrum SüdOst, Kreisklinik Bad Reichenhall

Adresse

Prof. Dr. med. R.W. Hauck
Dr. med. U. Gropper
Medizinische Abteilung II
Lungenzentrum SüdOst
Kreisklinik Bad Reichenhall
Riedelstraße 5
D–83435 Bad Reichenhall
Email: [email protected]

Citation

R.W. Hauck und U. Gropper.Update Bronchoskopie. 2010; 36: 177-183. doi: 10.5414/ATP36177.

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