Psychopathie bei Frauen: Konzept, klinisches Erscheinungsbild und Therapiestrategien Caroline Logan Mersey Care NHS Trust & University of Liverpool, England
DOI 10.5414/NEPBand23025
Abstrakt
Die Thematik Psychopathie, Gewalt und Risikoeinschätzung wurden primär an männlichen Erwachsenen untersucht. Studien zu männlichen Psychopathen haben unser gegenwärtiges Verständnis dazu geprägt. Vor allem die Tatsache, dass primär Männer schwere Gewaltdelikte begehen, war wohl für diese Einseitigkeit der wissenschaftlichen Literatur verantwortlich. Aber auch Frauen können sowohl gewalttätig als auch psychopathisch sein. Es soll gezeigt werden, dass auch Frauen durchaus die Kapazität haben anderen Menschen sowohl physisch als auch psychisch schwerwiegende Schäden zuzufügen. Der gegenwärtige Stand der Erkenntnisse der forensischen Psychiatrie zum klinischen Bild und zur Erfassung der Psychopathie bei Frauen wird dargestellt. Danach werden Hinweise für die Existenz der Psychopathy nach Hare bei Frauen zusammengetragen und hinterfragt. Die Eignung der Psychopathy Checklist revised version (PCL-R) als Erhebungsinstrument für den Gebrauch in der klinischen Praxis für diese Population, sowie der Zusammenhang zwischen weiblicher Psychopathie und Gewalttätigkeit, Delinquenz sowie Rückfallswahrscheinlichkeit wird diskutiert. Die Arbeit schließt mit einem Überblick über die Literatur zur Behandlung der Psychopathie bei Frauen und mit Vorschlägen für zukünftige Forschung zu dieser Thematik.
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