Harnwegsinfektionen bei Diabetes mellitus R. Fünfstück, T. Werner Klinik für Innere Medizin I, Sophien- und Hufeland-Klinikum gGmbH, Weimar
DOI 10.5414/NHP38105
Abstrakt
Patienten mit Diabetes mellitus sind häufig von Harnwegsinfektionen betroffen. Dies ist auf gestörte Abwehrmechanismen des Wirtes als Folge defizitärer immunologischer Reaktionen oder vaskuläre sowie neuropathische Organschäden zurückzuführen, die sich im Verlaufe des Diabetes mellitus entwickeln. Die Virulenz der Infektionserreger und die Expression der Pathogenitätsfaktoren uropathogener Keime sind genetisch determiniert und werden von den Wechselwirkungen zwischen Wirt und Erreger beeinflusst. Für die Entwicklung einer Infektion spielt die Adhäsion der Mikroorganismen an den Zellen der uroepithelialen Grenzschicht eine wichtige Rolle. Die bedeutsamsten Mediatoren dieses Prozesses, die bakteriellen Fimbrien oder Adhäsine und die Rezeptoren auf den Epithelzellen, sind identifiziert. Therapieentscheidungen basieren auf diesen Erkenntnissen. Durch eine instabile Stoffwechselsituation, eine Glukosurie oder durch einen Mangel an Lactobazillen werden akute und rezidivierende Infektionen gefördert. Therapiestrategien bei akuten und chronischen Harnwegsinfekten sowie bei asymptomatischer Bakteriurie müssen diese besonderen Verhältnisse berücksichtigen. Neben der Optimierung des Glukosestoffwechsels stellt die indikationsgerechte Gabe von Antibiotika ein wesentliches Kriterium der Behandlung dar. Die Auswahl und Einnahmedauer der antimikrobiellen Chemotherapeutika bei Patienten mit Diabetes mellitus ist auch vom Ausmaß und dem Schweregrad der Stoffwechselkomplikationen abhängig.
Klinik für Innere Medizin I, Sophien- und Hufeland-Klinikum gGmbH, Weimar
Adresse
Prof. Dr. med. R. Fünfstück; Klinik für Innere Medizin I, Sophien- und Hufeland-Klinikum gGmbH, Henry-van-der-Velde-Straße 2, D-99425 Weimar Email: [email protected]
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Citation
R. Fünfstück und T. Werner.Harnwegsinfektionen bei Diabetes mellitus.2009; 38: 105-116. doi: 10.5414/NHP38105.
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