Präoperative Funktionsdiagnostik vor lungenresezierenden Eingriffen M. Westhoff Klinik für Pneumologie I, Lungenklinik Hemer
DOI 10.5414/ATP35033
Abstrakt
Die präoperative Funktionsdiagnostik vor lungenresezierenden Eingriffen erfolgt zur Einschätzung des operativen Risikos und des zu erwartenden postoperativen Funktionszustandes. Als Mindestvoraussetzung ist hierbei die Bestimmung von FEV1 und TLCO und der postoperativen Erwartungswerte (ppo-Werte) erforderlich. In komplexen Fällen ist die Funktionsdiagnostik durch die Spiroergometrie und die Lungenperfusionsszintigraphie zu ergänzen. Der Bestimmung der relativen Werte ist im Vergleich zu den Absolutwerten der Vorzug zu geben. Die Abfolge der präoperativen Untersuchungsmethoden ist in nationalen und internationalen Guidelines zur präoperativen Funktionsdiagnostik unterschiedlich. Konsens besteht jedoch im Wesentlichen über die Indikation zur weiterführenden Diagnostik im Falle einer FEV1 und TLCO von < 80% Soll oder eines ppo-Werts < 40% Soll. Von Inoperabilität wird ausgegangen, wenn die ppo-Werte der VO2max < 10 ml/kg/min oder < 35% Soll liegen. Weiterhin offene Fragen betreffen die Bewertung des individuellen operativen Risikos im Fall einer rechnerisch im oder knapp außerhalb des anerkannten Grenzbereichs befindlichen funktionellen Operabilität sowie den Umgang mit dem Patientenwunsch, sich trotz einer (hoch-)risikobehafteten funktionellen Situation einem operativen Eingriff mit hohem Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko zu unterziehen, speziell wenn damit ein kurativer Therapieansatz verbunden ist.
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