Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 34 - Mai 2008 (187 - 198)

Pilotstudie zu Lebensgewohnheiten und Lebensumfeld von Patienten mit selbstberichteter multipler Chemikaliensensitivität, Duftstoffallergien oder Polyposis nasi
C. Brülls1, H. Niggemann1, W. Weißbach1, W. Dott1, M. Fischer1,2, H.F. Merk2, B. Blömeke3, J. Isselstein4, J. Ilgner4, M. Westhofen4, G.A. Wiesmüller1,5
1 Institut für Hygiene und Umweltmedizin, 2 Hautklinik, Universitätsklinikum Aachen, RWTH Aachen, 3 Arbeitsgruppe Ökotoxikologie und Toxikologie, Universität Trier,<br />
4 Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Plastische Kopf- und Halschirurgie, Universitätsklinikum Aachen, RWTH Aachen, 5 Umweltprobenbank des Bundes, Teilbank Humanproben und Datenbank, Universitätsklinikum Münster, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster

   

 

DOI 10.5414/ATP34187

Abstrakt

Hintergrund: Umweltfaktoren werden als mögliche Ursachen und/oder Trigger von multipler Chemikaliensensitivität (MCS), Duftstoffallergien (DA) und Polyposis nasi (PN) diskutiert. Alle drei Krankheitsbilder haben den Respirationstrakt als ein gemeinsames Wirkorgan. Daher war es Ziel der vorliegenden Studie, Lebensgewohnheiten und -umfeld von Patienten mit selbstberichteter MCS (sMCS), DA oder PN zu charakterisieren und zwischen den drei Patientengruppen zu vergleichen. Material und Methoden: Die Abhängigkeit der Verteilung von Variablen eines standardisierten Fragebogens zu Lebensgewohnheiten und -umfeld wurde vergleichend bei den drei Patientengruppen mittels Pearsons c2-Test untersucht. Ergab sich ein signifikanter Wert, wurden mit Fishers exaktem Test paarweise Vergleiche durchgeführt und nach Bonferroni adjustiert. Ergebnisse: Die sMCS-Gruppe bestand aus 14 Männern und 45 Frauen, die DA-Gruppe aus 19 Männern und 25 Frauen, die PN-Gruppe aus 42 Männern und 27 Frauen. Fragebogenvariablen mit signifikant unterschiedlicher Verteilung in den drei Patientengruppen waren: Schadstoffe als vermutete Beschwerdenursache (p < 0,001), Parfumgebrauch (p < 0,001), Schimmelpilzexposition zu Hause (p = 0,035), Alter des Mobiliars zu Hause (p = 0,001), Gebrauch von Desinfektionsmitteln (p = 0,006) und Insektiziden (p = 0,004), tägliche Aufenthaltszeit zu Hause (p = 0,032), Expositionen zu Fotokopierern (p < 0,001) und Gerüchen (p < 0,001) am Arbeitsplatz. Meistens waren die untersuchten Fragebogenvariablen zwischen der sMCS-Gruppe und den DA-/ PN-Gruppen signifikant unterschiedlich verteilt. Schlussfolgerungen: Die unterschiedliche Verteilung der untersuchten Fragebogenvariablen zwischen der sMCS-, DA- und PN-Gruppe betraf im wesentlichen Umweltfaktoren mit Geruchskomponenten. Reaktionen gegenüber diesen Umweltfaktoren waren bei DA-Patienten geringer ausgeprägt als bei sMCS-Betroffenen. Die PN- Gruppe zeigte keine Umweltassoziationen in den untersuchten Variablen.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Institut für Hygiene und Umweltmedizin,
  • 2 Hautklinik, Universitätsklinikum Aachen, RWTH Aachen,
  • 3 Arbeitsgruppe Ökotoxikologie und Toxikologie, Universität Trier,<br />
  • 4 Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Plastische Kopf- und Halschirurgie, Universitätsklinikum Aachen, RWTH Aachen,
  • 5 Umweltprobenbank des Bundes, Teilbank Humanproben und Datenbank, Universitätsklinikum Münster, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster

Adresse

Prof. Dr. med. G.A. Wiesmüller
Umweltprobenbank des Bundes
Teilbank Humanproben und Datenbank
Universitätsklinikum Münster
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Domagkstraße 11
D-48149 Münster
Email: [email protected]

Citation

C. Brülls, H. Niggemann, W. Weißbach, W. Dott, M. Fischer, H.F. Merk, B. Blömeke, J. Isselstein, J. Ilgner, M. Westhofen und G.A. Wiesmüller.Pilotstudie zu Lebensgewohnheiten und Lebensumfeld von Patienten mit selbstberichteter multipler Chemikaliensensitivität, Duftstoffallergien oder Polyposis nasi. 2008; 34: 187-198. doi: 10.5414/ATP34187.

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