Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 31 - Juli 2005 (352 - 362)

Neue Methoden in der Diagnostik chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen
M. Kohlhäufl1, P. Brand2, K. Häußinger1
1 Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, Asklepios Fachklinik München- Gauting, 2 Institut für Aerosolmedizin, Development, Inamed GmbH, Gauting

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DOI 10.5414/ATP31352

Abstrakt

Die Diagnostik des Lungenemphysems stützt sich intra vitam auf eine Vielzahl indirekter klinischer, lungenfunktionsanalytischer und radiologischer Kriterien. Anamnese und physikalischer Untersuchungsbefund erlauben nur in fortgeschrittenen Stadien eine valide Diagnose des Lungenemphysems. Die emphysematöse Alveolardestruktion geht zudem nicht immer mit einer klinischen Symptomatik oder einer meßbar gestörten Lungenfunktion einher. Die konventionelle Lungenfunktionsdiagnostik ermöglicht keine direkte Bewertung der Dimensionen peripherer Lungenstrukturen. Ein Abfall des FEV1 erlaubt keine Differenzierung zwischen einer obstruktiven Ventilationsstörung auf dem Boden einer intrinsischen Atemwegserkrankung ohne Emphysem (chronisch obstruktive Bronchitis) oder einer emphysematösen Parenchymdestruktion. Auf internationaler Ebene wird die Ablösung des FEV1 durch Kontrollparameter mit höherer diagnostischer Trennschärfe für COPD-Interventionsstudien gefordert. Die Bedeutung des CO-Transferfaktors (DLCO) für die Emphysemdiagnostik ist bei hoher Sensitivität durch die relativ geringe Spezifität eingeschränkt. Eine normale DLCO schließt ein Lungenemphysem nicht aus. Für die In-vivo-Emphysemdiagnostik stellt die hochauflösende Computertomographie (HRCT) unter den bildgebenden Verfahrenen aufgrund ihrer guten Korrelationen mit dem histopathologischen Emphysemgrad den derzeitigen nichtinvasiven “Goldstandard” dar. Der Einsatz in Klinik und für Filteruntersuchungen (Screening) der HRCT ist jedoch durch die damit verbundene Strahlenbelastung, den Untersuchungsaufwand und die entstehenden Kosten limitiert, und bleibt in der klinischen Praxis deshalb speziellen Fragestellungen vorbehalten. Mit den neuen Aerosolmethoden stehen für die Zukunft lungenfunktionsdiagnostische Verfahren zur Verfügung, die in vivo, nichtinvasiv, rasch und ohne Strahlenbelastung periphere Lungenstrukturveränderungen mittels Aerosolmorphometrie und deren funktionelle Auswirkungen auf den konvektiven Gastransport mittels Aerosolbolusdispersion mit hoher Sensitivität und Spezifität erfassen.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie, Asklepios Fachklinik München- Gauting,
  • 2 Institut für Aerosolmedizin, Development, Inamed GmbH, Gauting

Adresse

PD Dr. med. M.J. Kohlhäufl
Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie
Asklepios Fachklinik München-Gauting
Robert-Koch-Allee 2
D-82131 Gauting
Email: [email protected]

Citation

M. Kohlhäufl, P. Brand und K. Häußinger.Neue Methoden in der Diagnostik chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen. 2005; 31: 352-362. doi: 10.5414/ATP31352.

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