Nikotinsucht, die unterschätzte Gefahr – individuelle, soziale und genetische Aspekte der Nikotinsucht. Teil III M. Scheidt Lungenklinik Merheim, Köln
DOI 10.5414/ATP32283
Abstrakt
Trotz des intensiven Suchtpotentials des ionisierten Nikotins werden nur ca. 30 – 35% aller Raucher nach den von der WHO angeführten Kriterien abhängig. Das individuelle Ausmaß der Abhängigkeit kann mittels des Fagerström-Tests festgelegt werden und bemißt sich im wesentlichen an der Zahl der täglich, insbesondere frühmorgens, gerauchten Zigaretten. Das Risiko einer Tabakabhängigkeit steigt mit fortgeschrittenem Lebensalter, zunehmenden Raucherjahren und Rauchintensität. Weitere Risikofaktoren sind niedriger Bildungsgrad, niedriger sozialer Status, Armut sowie psychische Störungen und psychiatrische Erkrankungen. Der Einfluß genetischer Faktoren auf die Entstehung einer Tabakabhängigkeit wird auf ca. 30% geschätzt. Eine verminderte Empfindlichkeit zentraler Rezeptoren für Nikotin oder Dopamin, eine hohe Aktivität des nikotinabbauenden Enzymsystems sollen mit einer erhöhten Abhängigkeit einhergehen. Genetisch festgelegt ist auch die Fähigkeit zur Metabolisierung der mit dem Tabakrauch inhalierten Karzinogene. Die Aktivität der daran beteiligten Enzymsysteme entscheidet über das individuelle Risiko eines Rauchers, ein Bronchialkarzinom zu entwickeln.
Dr. med. Monika Scheidt
Lungenklinik Merheim
Ostmerheimer Straße 200
D-51109 Köln Email: [email protected]
Citation
M. Scheidt.Nikotinsucht, die unterschätzte Gefahr – individuelle, soziale und genetische Aspekte der Nikotinsucht. Teil III.2006; 32: 283-288. doi: 10.5414/ATP32283.
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