Akute Lungenembolie: Diagnostik und Therapie im Wandel
P. Wacker
Medizinische Klinik III, Klinikum Barnim GmbH, Werner-Forßmann-Krankenhaus, Eberswalde
DOI 10.5414/ATP33047
Abstrakt
Die Lungenembolie (LE) ist ein häufiges, mit einer hohen Sterblichkeit belastetes Krankheitsbild. Die Prognose wird insbesondere vom Zeitpunkt der Diagnosestellung, vom Zeitpunkt der Therapieeinleitung, vom Ausmaß der Rechtsherzbelastung und vom Ausmaß der hämodynamischen Beeinträchtigung bestimmt, sie hängt aber auch vom Patientenalter und von den Begleiterkrankungen ab. Die LE tritt in unterschiedlichen Verlaufsformen auf. Die progrediente Verlaufsform gewährt dem Patienten und dem Arzt in der Regel genügend Zeit für die Diagnosefindung und für die Therapieeinleitung, während sich die rapide Verlaufsform innerhalb von 12 Stunden ohne klinisch fassbare Prodromi entwickelt. Die Verlaufsformen unterscheiden sich in Bezug auf den Schweregrad der Rechtsherzbelastung, auf die Prognose und somit auf die gebotene Therapieintensität. Die Rechtsherzbelastung kann echokardiographisch ermittelt und unter Anwendung des Rechtsherz-Scores quantitativ erfasst werden. Ein Rechtsherz-Score ³ 2,25 geht mit einer hohen Sterblichkeit einher (> 30%), während bei einem Rechtsherz-Score < 2,25 die Prognose exzellent ist. Eine quantitative Beschreibung der hämodynamischen Beeinträchtigung bei akuter LE existiert derzeit nicht. Eine mögliche Definition des Status “Akute LE mit hämodynamischer Instabilität” wird vorgestellt. Wichtigste therapeutische Maßnahme bei der akuten LE ist die sofortige Antikoagulation mit Heparin in therapeutischer Dosierung. Eine Therapie-Eskalation in Form von Thrombolyse und/oder Katheterfragmentation und/oder operativer Embolektomie ist dann indiziert, wenn aufgrund des hämodynamischen Status, des Ausmaßes der Rechtsherzbelastung und der zeitlichen Verlaufsform mit aggressiven Therapieformen gegenüber der alleinigen Heparin-Therapie eine Prognoseverbesserung zu erwarten ist.
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- Medizinische Klinik III, Klinikum Barnim GmbH, Werner-Forßmann-Krankenhaus, Eberswalde
Adresse
Dr. med. Petra Wacker
Medizinische Klinik III
Klinikum Barnim GmbH
Werner-Forßmann-Krankenhaus
Rudolf-Breitscheid-Straße 100
D–16225 Eberswalde
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Citation
P. Wacker.Akute Lungenembolie: Diagnostik und Therapie im Wandel. 2007; 33: 47-55. doi: 10.5414/ATP33047.