Das abdominelle Kompartmentsyndrom C. Meier, M. Keel, O. Trentz Klinik für Unfallchirurgie, UniversitätsSpital Zürich, Schweiz
DOI 10.5414/IBP31043
Abstrakt
Das abdominelle Kompartmentsyndrom ist eine Entität, welche vor allem in Chirurgie und Intensivmedizin vermehrte Beachtung findet. Entscheidend ist die frühe Identifikation von Risikopatienten und ein Überwachen des intraabdominellen Drucks mit einem etablierten Meßverfahren in Kombination mit einem Monitoring von Herz-Kreislauf, Lungen- und Nierenfunktion. Die dekompressive Laparotomie ist die Therapie der Wahl. Die hohe Mortalität des abdominellen Kompartmentsyndroms wird durch ein Multiorganversagen verursacht, welches wahrscheinlich durch das abdominelle Kompartmentsyndrom getriggert wird. Die Früherkennung eines sich entwickelnden abdominellen Kompartmentsyndroms mit rascher Entlastung verhindert möglicherweise ein fatales Multiorganversagen, jedoch wird der Zeitpunkt für eine dekompressive Laparotomie in der Literatur immer noch kontrovers beurteilt. Im Fokus der Forschung steht außerdem die Evaluation neuer Volumenersatz-Protokolle zur rascheren und besseren Schockbekämpfung mit verminderten Darmischämie-Reperfusions-Schäden, welche mit der Ausschüttung von proinflammatorischen Zytokinen die Entwicklung eines abdominellen Kompartmentsyndroms und Multiorganversagen begünstigen.
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