Intestinale Translokation –Fakt oder Fiktion? W.H. Hartl, K.-W. Jauch Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum Großhadern, LMU München
DOI 10.5414/IBP31033
Abstrakt
Tierexperimentelle Befunde zur bakteriellen Translokation sind aufgrund einer stark spezies-spezifischen Physiologie bzw. Pathophysiologie des Intestinaltrakts nicht auf den Menschen übertragbar. Bei kritisch kranken Patienten ist im allgemeinen die Inzidenz der bakteriellen Translokation erhöht. Allerdings scheint die Relevanz der bakteriellen Translokation oder der Translokation von entsprechenden Toxinen für die Entwicklung eines tödlichen Mehrfachorganversagens gering zu sein. Dies gilt jedoch nur für Patienten ohne vorbestehenden Mukosaschaden. Unklar bleibt derzeit die Bedeutung der Translokation bei Patienten mit Mukosaschaden, z.B. nach Bestrahlung oder bei Kolitis. Eindeutig dokumentiert ist die klinische Relevanz der bakteriellen Translokation bei Patienten mit schwerer, eventuell durch Blutungen komplizierter Leberinsuffizienz. Hier stellt die bakterielle Translokation einen wichtigen Infektionsmechanismus dar und ist auch therapeutischen Interventionen (selektive Darmdekontamination) zugänglich.
bei einer Überprüfung der Daten haben wir festgestellt, dass uns Ihre E-Mail-Adresse nicht vorliegt. Um Sie gegebenenfalls per eMail kontaktieren zu können, möchten wir Sie bitten, uns diese mitzuteilen. Sie können uns dazu eine E-Mail an [email protected] schicken oder uns unter +49-89-613861-0 telefonisch erreichen.