Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 31 - 1. Quartal 2006 (33 - 42)

Intestinale Translokation –Fakt oder Fiktion?
W.H. Hartl, K.-W. Jauch
Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum Großhadern, LMU München

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DOI 10.5414/IBP31033

Abstrakt

Tierexperimentelle Befunde zur bakteriellen Translokation sind aufgrund einer stark spezies-spezifischen Physiologie bzw. Pathophysiologie des Intestinaltrakts nicht auf den Menschen übertragbar. Bei kritisch kranken Patienten ist im allgemeinen die Inzidenz der bakteriellen Translokation erhöht. Allerdings scheint die Relevanz der bakteriellen Translokation oder der Translokation von entsprechenden Toxinen für die Entwicklung eines tödlichen Mehrfachorganversagens gering zu sein. Dies gilt jedoch nur für Patienten ohne vorbestehenden Mukosaschaden. Unklar bleibt derzeit die Bedeutung der Translokation bei Patienten mit Mukosaschaden, z.B. nach Bestrahlung oder bei Kolitis. Eindeutig dokumentiert ist die klinische Relevanz der bakteriellen Translokation bei Patienten mit schwerer, eventuell durch Blutungen komplizierter Leberinsuffizienz. Hier stellt die bakterielle Translokation einen wichtigen Infektionsmechanismus dar und ist auch therapeutischen Interventionen (selektive Darmdekontamination) zugänglich.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum Großhadern, LMU München

Adresse

PD Dr. W. Hartl
Chirurgische Klinik
Klinikum Großhadern
Marchioninistraße 15
D–81377 München
Email: [email protected]

Citation

W.H. Hartl und K.-W. Jauch.Intestinale Translokation –Fakt oder Fiktion?. 2006; 31: 33-42. doi: 10.5414/IBP31033.

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