Verdauungskrankheiten, Jahrgang 22 - Juli / August 2004 (216 - 222)

Palliative Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms
N. Andre1, U. Graeven2
1 Medizinische Universitätsklinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum, 2 Medizinische Klinik I, Kliniken Maria Hilf GmbH, Mönchengladbach

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DOI 10.5414/VDP22216

Abstrakt

Zum Zeitpunkt der Erstdiagnose eines kolorektalen Karzinoms finden sich bei der Mehrzahl der Patienten bereits regionale Tumorabsiedelungen oder Fernmetastasen, welche einen kurativen Therapieansatz durch eine vollständige chirurgische Entfernung erschweren oder gänzlich verhindern. Ziel der Behandlung dieser großen Patientengruppe ist die Verbesserung der Lebensqualität durch eine Reduzierung der tumorbedingten Beschwerden sowie eine Verlängerung der Überlebenszeit. Dabei ist die systemische Chemotherapie der rein supportiven Behandlung in beiden Kriterien deutlich überlegen [8, 23, 25] und stellt die evidenzbasierte Standardtherapie dar. In den letzten Jahren konnte durch die Anwendung neuer Chemotherapeutika aus der Gruppe der Topoisomeraseinhibitoren (Irinotecan) und der Platinderivate (Oxaliplatin) eine deutliche Verbesserung der Ansprechraten sowie des medianen Überlebens bei Patienten mit fortgeschrittenem KRK erreicht werden. Beträgt die Lebenserwartung bei ausschließlich supportiver Behandlung etwa 5 – 7 Monate [23], so lassen sich heute durch die sequentielle Anwendung der neuen Kombinationstherapien Überlebenszeiten von mehr als 20 Monaten erreichen. Weiterhin hat die Entwicklung enteral resorbierbarer 5-FU-Prodrugs aufgrund ihrer einfachen Applikationsform sowie der Reduzierung von Nebenwirkungen zu einem signifikanten Anstieg der Lebensqualität geführt. Auch die gezielte Beeinflussung molekularbiologischer Tumormechanismen durch neue Substanzen, sogenannte “Biologicals”, zeigt beeindruckende Erfolge. Neben der erfreulichen Verbesserung der Behandlungsergebnisse hat die Einführung der genannten Substanzen jedoch auch zu einer gesteigerten Komplexität hinsichtlich der Therapieauswahl, -planung und -umsetzung geführt. In der vorliegenden Arbeit soll ein Überblick über die aktuellen Behandlungsstrategien und deren Stellenwert in der systemischen Chemotherapie des fortgeschrittenen kolorektalen Karzinoms gegeben werden.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Medizinische Universitätsklinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum
  • 2 Medizinische Klinik I, Kliniken Maria Hilf GmbH, Mönchengladbach

Adresse

PD Dr. med. U. Graeven
Medizinische Klinik I
Kliniken Maria Hilf GmbH
Viersener Straße 450
D–41063 Mönchengladbach

Citation

N. Andre und U. Graeven.Palliative Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms. 2004; 22: 216-222. doi: 10.5414/VDP22216.

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