Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 30 - März 2004 (103 - 108)

Leukotriene im Atemkondensat von Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale und zystischer Fibrose
P. Reineck, A. Artlich, C. Hoeser, G. Hüls, H. Lindemann
Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Gießen

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DOI 10.5414/ATP30103

Abstrakt

Erhöhte Konzentrationen von Leukotrienen (LT) sind bei Asthmatikern und Mukoviszidose- (CF) Patienten in Plasma und broncho-alveolärer Lavageflüssigkeit (BAL) beschrieben worden. Mit dem Atemkondensat steht ein Probenmaterial zur Verfügung, welches nichtinvasiv, einfach, schnell und kostengünstig zu gewinnen ist. Vorteilhaft ist, daß es direkt dem broncho-alveolären Kompartiment entstammt. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Konzentrationen von LTB4 und LTE4 im Atemkondensat von Kindern und Jugendlichen mit Asthma und CF zu untersuchen und mit denjenigen gesunder Kontrollpersonen zu vergleichen. Von 65 Kindern mit atopischem Asthma bronchiale, 19 CF-Patienten und 20 gesunden Kontrollpersonen, wurde nach Durchführung einer Lungenfunktionsuntersuchung einschließlich Bodyplethysmographie Atemkondensat gesammelt. Die LT-Konzentrationen wurden mittels ELISA gemessen. Die Asthmatiker wurden in 3 Therapiegruppen eingeteilt: (Gruppe 1) keine antiinflammatorische Therapie, (Gruppe 2) inhalative Steroide, aber keine Leukotrien-Rezeptorantagonisten (LTRA) und (Gruppe 3) LTRA. Es ergaben sich signifikante Unterschiede bezüglich LTB4 zwischen CF und Asthma (141,2 vs. 64,5 pg/ml, p < 0,05) sowie zwischen CF und Gesunden (66,0, p < 0,05) und bezüglich LTE4 zwischen Asthma und CF (69,9 vs. 30,9, p < 0,01) sowie zwischen Asthma und Gesunden (26,2, p < 0,001). Gruppe 1 wies die höchste LTE4-Konzentration auf (95,6), Gruppe 2 tendenziell niedrigere Werte (68,2, NS). Die niedrigsten und im Vergleich zu Gruppe 1 signifikant unterschiedliche Werte wurden für Gruppe 3 gemessen (40,0, p < 0,01). Fazit: CF und Asthma weisen unterschiedliche Entzündungsmechanismen auf, die sich in den LT-Konzentrationen im Atemkondensat widerspiegeln. Aus dieser Erkenntnis lassen sich therapeutische Konsequenzen ziehen: Die erhöhten LTE4-Konzentrationen beim Asthma lassen die therapeutische Option mit LTRA grundsätzlich als sinnvoll erscheinen; erhöhtes LTB4 bei der CF weist in Richtung neuer entzündungsdämpfender Therapieoptionen, die mittelfristig zur Verfügung stehen könnten.

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  • Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Gießen

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P. Reineck, A. Artlich, C. Hoeser, G. Hüls und H. Lindemann.Leukotriene im Atemkondensat von Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale und zystischer Fibrose. 2004; 30: 103-108. doi: 10.5414/ATP30103.

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