Allergologie, Jahrgang 49 (2026) - September (439 - 467)

S2k-Leitlinie – Standardisierte Durchführung des nasalen und konjunktivalen Provokationstests bei allergischen Erkrankungen der oberen Atemwege
U. Förster-Ruhrmann1, T. Ankermann2, S. Becker3, P. Bubel4, M. Cuevas5, M. Gröger6, 7, L. Klimek8, L. Lange9, K. Milger10, 11, P. Maier12, N. Muelleneisen13, D. Nowak14, H. Olze1, U. Pleyer15, W. Schlenter16, S. Schmidt17, A. Schuster18, M. Wagenmann19, B. Wedi20, O. Pfaar21
1 Klinik für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2 Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Städtisches Krankenhaus Kiel, 3 Klinik für Hals-Nasen- und Ohren- heilkunde, Universitätsklinikum Tübingen, 4 HNO-Praxis, Eisleben, 5 Klinik für Hals-Nasenund Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Dresden, 6 Klinik für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde, LMU Klinikum, LMU München, 7 HNO am Maximiliansplatz, München, 8 Allergiezentrum Wiesbaden, 9 Klinik für Kinder-und Jugendmedizin, GFO Kliniken, Bonn, 1  0 Universitätsklinik für Innere Medizin, Klinische Abteilung für Pneumologie, Lung Research Cluster, Medizinische Universität Graz, Österreich, 1  1 Medizinische Klinik und Poliklinik V, LMU Klinikum, LMU München, Comprehensive Pneumology Center, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), München, 1  2 Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, 1  3 Asthma- und Allergiezentrum Leverkusen, 1  4 Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, LMU München, 1  5 Klinik für Augenheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 1  6 Langenselbold, 1  7  Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Greifswald, 1  8 Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf, 1  9 Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Düsseldorf, 2  0 Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Comprehensive Allergy Center, MHH, Hannover, 2  1 Sektion für Rhinologie und Allergologie, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsklinikum Marburg, Philipps-Universität Marburg, Deutschland

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DOI 10.5414/ALX02647

Abstrakt

Zahlreiche Belege bestätigen, dass die allergische Rhinitis (ICD J30.3) eine chronische Erkrankung ist, die weltweit bei Kindern und Erwachsenen weit verbreitet ist. Die Folgen sowohl für die Gesundheitssysteme als auch auf individueller Patientenebene werden oft unterschätzt, und die Erkrankung wird unzureichend behandelt. Zudem geht die aller­gische Rhinitis häufig mit Begleiterkrankungen einher, die den Schweregrad der Erkrankung zusätzlich beeinflussen. Die Allergenprovokation der leicht zugänglichen Nasenschleimhaut (nasaler Allergenprovokationstest: NPT) oder der Bindehaut (konjunktivaler Allergenprovokationstest: KPT) reproduziert die allergenabhängige, IgE-vermittelte allergische Reaktion unter kontrollierten und standardisierten Bedingungen. Diese Verfahren gelten als diagnostischer Goldstandard, insbesondere bei unklaren Ergebnissen primärer allergologischer Tests, und ermöglichen die klinisch relevante Identifizierung des ursächlichen Allergens. Zugelassene Testallergene sind entscheidend für die Gewährleistung der methodischen Qualität des NPT. Ihre Verfügbarkeit ist jedoch zunehmend eingeschränkt, obwohl ausreichende Mengen an Allergenlösungen für qualitativ hochwertige nasale Allergentests unverzichtbar bleiben. Die einseitige Allergenprovokation hat sich in Deutschland seit Jahrzehnten in der klinischen Routine etabliert und es findet sich ausreichend Literatur hierfür. In internationalen Positionspapieren weicht man hiervon ab. Der konjunktivale Provokationstest ist ein einfach anzuwendender und sicherer Test. Er wird vor allem bei der perennialen und in bestimmte Fragestellungen bei der saisonalen allergischen Konjunktivitis, seltener bei der Keratokonjunktivitis vernalis und der atopischen Keratokonjunktivitis eingesetzt. Er dient in erster Linie der Allergenidentifikation, ggf. vor einer Allergen-Immuntherapie (AIT). Dabei kann er auch bei der Überprüfung und Überwachung des Therapieeffekts einer AIT oder einer antiallergischen Behandlung eingesetzt werden. Obwohl hochsensitiv, bleibt das Verfahren der nasalen ASS-Provokation ein zeitaufwändiges Verfahren. Auch wenn es bei Kindern eine Herausforderung darstellt, liefert der NPT klinisch relevante zusätzliche diagnostische Informationen über die Ursachen allergischer Symptome. Eine allergologische Diagnostik schließt auch die pneumologische Diagnostik ein. Diese ist insbesondere bei Patienten mit bekanntem Asthma oder anhand der klinischen Symptome bei v. a. Asthma sinnvoll. Sowohl die Aktive Anteriore Rhinomanometrie (AAR) als auch Peak Nasal Inspiratory Flow (PNIF) Messungen werden in Deutschland als Standardverfahren zur Beurteilung der Ergebnisse des NPT angewendet. In Einzelfällen können auch andere rhinometrische Verfahren zur Anwendung kommen.

Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren

Förster-Ruhrmann U, Ankermann T, Becker S, et al. S2k-Guideline – Standardized application of the nasal and conjunctival provocation test on allergic diseases of the upper airways. Allergol Select. 2026; 10: 234-258
DOI 10.5414/ALX02647E

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Klinik für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin,
  • 2 Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Städtisches Krankenhaus Kiel,
  • 3 Klinik für Hals-Nasen- und Ohren- heilkunde, Universitätsklinikum Tübingen,
  • 4 HNO-Praxis, Eisleben,
  • 5 Klinik für Hals-Nasenund Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Dresden,
  • 6 Klinik für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde, LMU Klinikum, LMU München,
  • 7 HNO am Maximiliansplatz, München,
  • 8 Allergiezentrum Wiesbaden,
  • 9 Klinik für Kinder-und Jugendmedizin, GFO Kliniken, Bonn,
  • 1 
  • 0 Universitätsklinik für Innere Medizin, Klinische Abteilung für Pneumologie, Lung Research Cluster, Medizinische Universität Graz, Österreich,
  • 1 
  • 1 Medizinische Klinik und Poliklinik V, LMU Klinikum, LMU München, Comprehensive Pneumology Center, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), München,
  • 1 
  • 2 Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg,
  • 1 
  • 3 Asthma- und Allergiezentrum Leverkusen,
  • 1 
  • 4 Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, LMU München,
  • 1 
  • 5 Klinik für Augenheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin,
  • 1 
  • 6 Langenselbold,
  • 1 
  • 7  Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Greifswald,
  • 1 
  • 8 Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf,
  • 1 
  • 9 Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Düsseldorf,
  • 2 
  • 0 Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Comprehensive Allergy Center, MHH, Hannover,
  • 2 
  • 1 Sektion für Rhinologie und Allergologie, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsklinikum Marburg, Philipps-Universität Marburg, Deutschland

Adresse

Dr. med. Ulrike Förster-Ruhrmann (Koordinatorin)
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Charité Mitte
Charitéplatz 1
10117 Berlin
und
Prof. Dr. med. Oliver Pfaar (Koordinator)
Sektion für Rhinologie und Allergologie
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Kopf- und Hals-Chirurgie
Universitätsklinikum Marburg
Philipps-Universität Marburg
Baldingerstrasse, 35043 Marburg
Email: [email protected]; [email protected]

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Förster-Ruhrmann U, Ankermann T, Becker S, Bubel P, Cuevas M, Gröger M, Klimek L, Lange L, Milger K, Maier P, Muelleneisen N, Nowak D, Olze H, Pleyer U, Schlenter W, Schmidt S, Schuster A, Wagenmann M, Wedi B, Pfaar O. Standardized application of the nasal and conjunctival provocation test on allergic diseases of the upper airways. Allergol Select. 2026; 10: 234-258. DOI 10.5414/ALX02647E

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