Früherkennung der Chronischen Nierenkrankheiten
J. Galle1, J. Weinmann-Menke2
1 Klinikum Lüdenscheid, 2 Universitätsmedizin Heidelberg
DOI 10.5414/NHX02522
Abstrakt
Chronische Nierenkrankheiten (chronic kidney disease; CKD) sind weltweit und somit auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Publikation der „Global Burden of Disease CKD Collaborators“ vom November 2025 listet CKD auf Platz neun der globalen Ursachen für Versterben, und prognostiziert, dass bis zum Jahre 2040 diese Position auf Platz vier oder fünf aufrückt. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und unterscheiden sich weltweit. Klimaveränderungen spielen ebenso eine Rolle wie metabolische Erkrankungen infolge Lifestyle-Entwicklungen oder genetische Disposition, als auch unterschiedliche ökonomische Grundlagen und eine älter werdende Gesellschaft. Für das Jahr 2023 wird geschätzt, dass weltweit 9,1%, entsprechend 778 Millionen Menschen an einer CKD leiden. Die Implikationen für die Individuen sowie für unser Gesundheitssystem sind selbst-evident, da CKD die Lebensqualität ebenso wie die Lebenserwartung negativ beeinflusst, und die Behandlung im fortgeschrittenen Stadium mit Nierenersatztherapie teuer ist. Zwanglos lässt sich daraus auch die zunehmende Bedeutung der Früherkennung der CKD ableiten. Klar ist auch, dass die Früherkennung der CKD nicht alleine auf fachärztlicher Ebene geleistet werden kann, sondern dass vielmehr die hausärztliche Versorgung hier eine Schlüsselrolle einnimmt. Das bedeutet weiterhin, dass die Schnittstelle zwischen hausärztlicher und fachärztlicher Versorgung in den Fokus rückt. Auf diesem Gebiet hat sich unter anderem mit der Publikation der DEGAM-Leitlinie: „Nicht nierenersatztherapiepflichtige chronische Nierenkrankheit in der Hausarztpraxis“ einiges getan. In dieser Übersicht soll das Hauptaugenmerk auf die klinische Relevanz der Früherkennung der CKD sowie auf die dafür notwendigen technischen und politischen Schritte gerichtet werden.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 Klinikum Lüdenscheid,
- 2 Universitätsmedizin Heidelberg
Adresse
Prof. Dr. med. Jan Galle
Direktor der Klinik für Nephrologie und Dialyseverfahren
Klinikum Lüdenscheid
Paulmannshöher Strasse 14
58515 Lüdenscheid
Email:
[email protected]
Citation
J. Galle und J. Weinmann-Menke.Früherkennung der Chronischen Nierenkrankheiten. 2026; 55: 211-218. doi: 10.5414/NHX02522.