Verdauungskrankheiten, Jahrgang 44 (2026) - März/April (114 - 120)

Welche Barrett-Neoplasien müssen operiert werden und wie?
K. Beyer
Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universität Augsburg, Augsburg

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DOI 10.5414/VDX01325

Abstrakt

Während die operative Therapie von Barrett-Neoplasien ein wichtiger Bestandteil multimodaler Konzepte in lokal fortgeschrittenen Stadien ist, tritt sie bei Frühkarzinomen durch die Optimierung endoskopischer Resektionstechniken zunehmend in den Hintergrund. Die Kombination aus endoskopischer Resektion und Ablation des verbleibenden Barretts ermöglicht hier in vielen Fällen den Organerhalt. Ein entscheidender Faktor für oder gegen die chirurgische Therapie ist im Falle von Frühneoplasien die Wahrscheinlichkeit von Lymphknotenmetastasen im individuellen Fall, da diese im prätherapeutischen Staging nur äußerst eingeschränkt erfasst werden können. Sentinel-Lymphknotenkonzepte sind aktuell für das Barrett-Karzinom nicht etabliert. Operatives Standardvorgehen ist bei lokal fortgeschrittenen Stadien die abdominothorakale Öso­phagusresektion mit 2-Feld-Lymphadenektomie und Hochzug eines Magenschlauchs im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts. Diese Operation kann in Zentren mit sehr niedriger Mortalität und langfristig einer guten Lebensqualität durchgeführt werden. Der Stellenwert der prophylaktischen Ausräumung der Lymphknoten der oberen Thoraxapertur wird aktuell kontrovers diskutiert. Der Mehrwert minimal-invasiver Verfahren bei der Ösophagusresektion ist evidenzbasiert. Für einen weiteren Vorteil robotischer Verfahren gibt es erste Hinweise. Die starke Durchdringung der robotischen Ösophagusresektion weltweit lässt antizipieren, dass dies künftig das Standardverfahren sein wird. Ist die Bildung eines Magenschlauchs durch Voroperationen oder aus onkologischen Gründen nicht möglich, weil keine Tumorfreiheit nach aboral erreicht werden kann, ist die Interposition von Kolon ein etabliertes Verfahren, mit dem ebenfalls eine gute Lebensqualität erreicht werden kann. Sind T1-Karzinome endoskopisch nicht resektabel, besteht die Möglichkeit einer limitierten Resektion vom proximalen Magen und distalem Ösophagus. Ob dies das funktionelle Outcome signifikant verbessert, kann aktuell nicht abschließend beurteilt werden.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universität Augsburg, Augsburg

Adresse

Prof. Dr. med. Katharina Beyer
Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Traansplantations- und Thoraxchirurgie
Universitätsklinikum Augsburg
Universität Augsburg
Stenglinstraße 2
86156 Augsburg
Email: [email protected]

Citation

K. Beyer.Welche Barrett-Neoplasien müssen operiert werden und wie?. 2026; 44: 114-120. doi: 10.5414/VDX01325.

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