Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 50 (2025) - 4. Quartal (171 - 176)

Die schweren Überschwemmungen 2021 im Ahrtal, Deutschland: Lehren für die medizini-sche Katastrophenvorsorge
N. Stollfuß1, M. Caviglia2,3, L. Ragazzoni2, 4, M. Valente2, 4
1 Department of Emergency Medicine, Maria Hilf hospital, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Germany, 2 CRIMEDIM – Center for Research and Training in Disaster Medicine, Humanitarian Aid and Global Health, Università del Piemonte Orientale, Novara, Italy, 3 Department of Translational Medicine, Università del Piemonte Orientale, Novara, Italy, 4 Department for Sustainable Development and Ecological Transition, Università del Piemonte Orientale, Vercelli, Italy

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DOI 10.5414/IBX00683

Abstrakt

Die katastrophalen Überschwemmungen im Ahrtal, Deutschland, die am 14. Juli 2021 be-gannen, forderten 135 Menschenleben und verursachten in der gesamten Region erhebli-che Schäden. Dieser Erfahrungsbericht analysiert die medizinische Reaktion und kon-zentriert sich dabei auf die Herausforderungen bei der Patientenversorgung, der Koordinati-on und der Verfügbarkeit medizinischer Ressourcen. Halbstrukturierte Interviews mit Ret-tungssanitätern, Krankenschwestern und Ärzten in Kombination mit einer Analyse von Kran-kenhausunterlagen lieferten Einblicke in die primären Gesundheitsbedürfnisse der von der Katastrophe Betroffenen. Die qualitativen Ergebnisse zur Logistik umfassten die folgenden Themen: (1) Koordination und Kommunikation, (2) Verlegung von Patienten, (3) medizini-sche Versorgung und medizinische Ausrüstung. Die Themen im Bereich Personalwesen drehten sich um folgende Punkte: (1) medizinisches Wissen und Ausbildung, (2) Arbeitssi-cherheit und Arbeitsbelastung. Die deskriptive Statistik zeigte, dass Patienten aus Bad Neu-enahr, der Stadt, in der sich das Maria-Hilf-Krankenhaus befindet, innerhalb der ersten 48 Stunden eine Behandlung in Anspruch nahmen, während Personen aus den umliegenden Städten aufgrund von Transportproblemen erst nach 48 Stunden kamen. Von den 261 Pati-enten, die vom Zeitpunkt des Vorfalls bis eine Woche später das Maria-Hilf-Krankenhaus aufsuchten, wiesen 151 ein Trauma auf, wobei 57,8% von ihnen leichte Verletzungen wie Wunden hatten, die überwiegend oberflächlich waren und sich hauptsächlich an den Ext-remitäten befanden. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit der aktuellen Literatur zum Thema Katastrophen. Die gewonnenen Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer verbesserten Katastrophenvorsorge, insbesondere in den Bereichen Kommunikationssys-teme, Ressourcenkoordination und psychologische Unterstützung.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Department of Emergency Medicine, Maria Hilf hospital, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Germany,
  • 2 CRIMEDIM – Center for Research and Training in Disaster Medicine, Humanitarian Aid and Global Health, Università del Piemonte Orientale, Novara, Italy,
  • 3 Department of Translational Medicine, Università del Piemonte Orientale, Novara, Italy,
  • 4 Department for Sustainable Development and Ecological Transition, Università del Piemonte Orientale, Vercelli, Italy

Adresse

Dr. med. Natalia Stollfuß
Fachärztin für Allgemeinchirurgie
Master of Science in Disaster Medicine (EMDM)
Maria Hilf Krankenhaus, Zentrale Notfaufnahme
Dahlienweg 3
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Email: [email protected]

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Citation

N. Stollfuß, M. Caviglia, L. Ragazzoni, and M. Valente. Die schweren Überschwemmungen 2021 im Ahrtal, Deutschland: Lehren für die medizini-sche Katastrophenvorsorge. 2025; 50: 171-176. doi: 10.5414/IBX00683.

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