Abstrakt
Die Anaphylaxie ist eine schwere und lebensbedrohliche systemische Überempfindlichkeitsreaktion. Die häufigsten Ursachen sind Nahrungsmittel, Medikamente und Bienengift, aber auch ein idiopathisches Auftreten ist möglich. Bei der paradoxen Stimmbandbewegung (induzierbare laryngeale Obstruktion, ILO) ILO handelt es sich um eine Obstruktion der oberen Atemwege aufgrund einer abnormen Adduktion der Stimmlippen während des Einatmens und, in gewissem Ausmaß, auch beim Ausatmen. Die ILO kann als Asthma oder Anaphylaxie fehldiagnostiziert werden, sodass sich die korrekte Diagnose verzögert.
Kasuistik: Beschrieben wird hier der Fall eines 20-jährigen männlichen Patienten, bei dem sowohl Urtikaria als auch Stridor auftraten. Zunächst wurde eine idiopathische Anaphylaxie diagnostiziert, doch nach erneuten Stridorattacken wurde die Diagnose ILO gestellt.
Schlussfolgerung: Bei Patienten mit wiederkehrendem und unerklärbarem Stridor bzw. bei Patienten mit Stridor, der sich trotz Behandlung einer anderen möglichen Ursache, wie zum Beispiel Anaphylaxie, nicht bessert, ist es sinnvoll, die Diagnose ILO zu erwägen. Auf diese Weise können Therapien mit Adrenalin oder hochdosierten Kortikosteroiden sowie Eingriffe wie eine Intubation oder Tracheostomie vermieden werden.
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren
Zitierung:
Inan MI, Balaban YA, Yesillik S, Kartal O. A case of paradoxical vocal cord movement misdiagnosed as anaphylaxis. Allergol Select. 2024;
8: 233-237.
DOI 10.5414/ALX02502E
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- Ankara Gulhane Training and Research Hospital, Division of Immunology and Allergic Diseases, Ankara, Türkei
Adresse
Dr. Mustafa Ilker Inan
Division of Immunology and Allergic Diseases
Ankara Gulhane Training And Research Hospital
General Dr. Tevfik Sağlam cd. No:1 Etlik
Ankara, Postal Code: 06010 Turkiye
Email:
[email protected]
Citation
M.I. Inan, Y.A. Balaban, S. Yesillik und O. Kartal. Als Anaphylaxie fehldiagnostizierte induzierbare laryngeale Obstruktion: Kasuistik. 2025; 48: 649-654. doi: 10.5414/ALX02502.