Allergologie, Jahrgang 48 (2025) - November (625 - 635)

Neues in der AWMF-Schimmelpilzleitlinie „Medizinisch klinische Diagnostik bei Schimmelpilzexposition in Innenräumen“ – Update 2023
J. Hurraß1, C.E.W. Herr2, 3, G.A. Wiesmüller1, 4, 5
1 HYGIUM – Zentrum für Hygiene und Umweltmedizin, Köln, 2 Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit München, München, 3 Ludwig- Maximilians-Universität München, apl. Prof. „Hygiene und Umweltmedizin“, München, 4 Labor Dr. Wisplinghoff, Köln, 5 Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen

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DOI 10.5414/ATX02847

Abstrakt

Die erstmals 2016 veröffentlichte AWMF-Schimmelpilz-Leitlinie „Medizinisch klinische Diagnostik bei Schimmelpilzexposition in Innenräumen“ ist im September 2023 in aktualisierter Version erschienen. Nach wie vor lässt sich kein kausaler Ursachen-Wirkungszusammenhang zwischen einer messtechnisch erfassten Schimmelpilzexposition und gesundheitlichen Wirkungen herstellen. Gründe hierfür sind v. a. das ubiquitäre Vorkommen und entsprechende Expositionen gegenüber Schimmelpilzen, zusammen mit den immer mit Schimmel gleichzeitig vorkommenden Bakterien und sehr geringen Konzentrationen von pathogenen Bestandteilen und Stoffwechselprodukten sowie unzureichende Diagnosemöglichkeiten. Ärzt/-innen sollen von Feuchte-/Schimmelexposition in Innenräumen betroffene Patient/-innen über Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik sachlich aufklären. Die rationale Diagnostik umfasst dabei unter der Beachtung von Risikofaktoren (v. a. Immunsuppression und Atopie) Anamnese, körperliche Untersuchung und konventionelle Allergiediagnostik sowie ggf. Provokationstests. Manchmal sind zelluläre Testsysteme indiziert. Bzgl. invasiver Schimmelpilzinfektionen, die bei Innenraumexpositionen selten auftreten, wird auf die spezifischen Leitlinien verwiesen. Innenraummessungen oder Human-Biomonitoring-Untersuchungen auf bestimmte Schimmelpilzbestandteile oder -metabolite haben keine Relevanz in der medizinischen Diagnostik. Bei sichtbarem Schimmelbefall sollen statt der quantitativen und qualitativen Bestimmung der Schimmel­spezies die Ursachen des Befalls geklärt werden, sodass schnell entsprechende Maßnahmen (bauseitige Sanierung des Feuchteschadens, kontrollierte Raumlüftung, etc.) ergriffen werden können.

Erstpublikation in Atemwegs- und Lungenkrankheiten, mit freundlicher Genehmigung der Autoren

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 HYGIUM – Zentrum für Hygiene und Umweltmedizin, Köln,
  • 2 Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit München, München,
  • 3 Ludwig- Maximilians-Universität München, apl. Prof. „Hygiene und Umweltmedizin“, München,
  • 4 Labor Dr. Wisplinghoff, Köln,
  • 5 Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen

Adresse

PD Dr. rer. nat. Julia Hurraß
HYGIUM – Zentrum für Hygiene und Umweltmedizin
Leitung Innenraumhygiene
Horbeller Straße 18-20
50858 Köln
Email: [email protected]

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Citation

J. Hurraß, C.E.W. Herr und G.A. Wiesmüller. Neues in der AWMF-Schimmelpilzleitlinie „Medizinisch klinische Diagnostik bei Schimmelpilzexposition in Innenräumen“ – Update 2023. 2025; 48: 625-635. doi: 10.5414/ATX02847.

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