Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 50 (2025) - 2. Quartal (73 - 83)

Sozialräumliche Analysen vulnerabler Gruppen zur Darstellung psychosozialer Lagen im Notfall- und Krisenmanagement
T. Poschkamp1, H. Karutz2
1 Gesundheitsamt Landeshauptstadt Düsseldorf, Düsseldorf, 2 MSH Medical School Hamburg, Hamburg

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DOI 10.5414/IBX00671

Abstrakt

Hintergrund: Psychosoziale Daten finden in rettungsdienstlichen Bedarfs- und Einsatzplanungen sowie in Lagebildern des Notfall- und Krisenmanagements bislang kaum Berücksichtigung.
Fragestellungen: Kann die kommunale sozialräumliche Berichterstattung ein wirksames Werkzeug des Notfall- und Krisenmanagements zur Darstellung der psychosozialen Lage und vulnerabler Prädispositionen bereitstellen und in welcher Weise wird diese Berichterstattung bislang in kommunalen Notfall- und Krisenplanungen berücksichtigt?
Material und Methoden: In der vorliegenden Arbeit wurden sozialräum­liche Berichterstattungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, Aufbereitung und Darstellung von vulnerablen Gruppen untersucht. Diese Untersuchung erfolgte zum einen durch eine Quellenanalyse der aktuell publizierten sozialräumlichen Berichterstattung der zehn größten Städte in Deutschland, zum anderen mittels strukturierter Interviews mit den Autoren dieser Berichte sowie einer Befragung von Expertinnen und Experten aus dem Notfall- und Krisenmanagement.
Ergebnisse und Diskussion: Es zeigte sich, dass in allen untersuchten Kommunen psychosozial relevante Daten zu vulnerablen Gruppen kleinräumig zur Verfügung stehen. Zudem liegt zu den meisten Berichten auch eine kartographische Darstellung vor. Gleichwohl lässt sich feststellen, dass die Erstellung der sozialräumlichen Gliederung in den überwiegenden Fällen ohne Beteiligung der Fachbereiche aus dem Krisen- und Krisenmanagement erfolgte. Zudem wurde eine Beteiligung dieser Fachbereiche bisher nicht als sinnvoll erachtet. Darüber hinaus war den befragten Experten aus dem Notfall- und Krisenmanagement die sozialräumliche Berichterstattung in vier von fünf Fällen nicht bekannt. Die vorhandene sozialräumliche Differenzierung vulnerabler Gruppen stellt eine valide Datengrundlage und einen Schlüssel zur Lagedarstellung von Risiken, Ressourcen und Bedarfen dar. Dank ihrer kommunalen Verfügbarkeit lässt sie sich als kostengünstiges und schnell einzuführendes Werkzeug nutzen, das durch seine vorhandene Kartierung dem Bedarf einer bildlichen Darstellung eines Lagebildes zumindest teilweise sogar schon gerecht wird.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Gesundheitsamt Landeshauptstadt Düsseldorf, Düsseldorf,
  • 2 MSH Medical School Hamburg, Hamburg

Adresse

Prof. Dr. Harald Karutz
MSH Medical School Hamburg
Fakultät Humanwissenschaften
Institut für Psychosoziales Krisenmanagement
Am Kaiserkai 1
20457 Hamburg
Email: [email protected]

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Citation

T. Poschkamp und H. Karutz. Sozialräumliche Analysen vulnerabler Gruppen zur Darstellung psychosozialer Lagen im Notfall- und Krisenmanagement. 2025; 50: 73-83. doi: 10.5414/IBX00671.

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