Allergologie, Jahrgang 47 (2024) - Dezember (727 - 770)

Biologika in der Allergologie und klinischen Immunologie: Update zu Therapien bei atopischen Erkrankungen, Urtikaria und Angioödem und zu Sicherheitsaspekten mit Schwerpunkt Hypersensitivitätsreaktionen
U. Jappe1, 2, K.-C. Bergmann3, F. Brinkmann4, V. Faihs5, A. Gülsen6, L. Klimek7, H. Renz8, S. Seurig9, C. Taube10, S. Traidl11, R. Treudler12, M. Wagenmann13, T. Werfel11, M. Worm14, T. Zuberbier3
1 Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie des Forschungszentrums Borstel, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), 2 Interdisziplinäre Allergie-Ambulanz, Medizinische Klinik III, Universität zu Lübeck, 3 Institut für Allergieforschung (IFA), Charité Universitätsmedizin Berlin und Fraunhofer Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP, Berlin, 4 Sektion Kinder- und Jugendmedizin, UKSH, Campus Lübeck, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL), Lübeck, 5 Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 6 Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, 7 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 8 Institute of Laboratory Medicine, Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), Philipps Universität Marburg, Member of the German Center for Lung Research (DZL) Marburg, 9 Nürnberger Interdisziplinäres Zentrum für Allergologie, Klinik für Innere Medizin 3 , Schwerpunkt Pneumologie, Klinikum Nürnberg/Campus Nord, 1  0 Ruhrlandklinik – Klinik für Pneumologie, Universitätsmedizin Essen, Essen, 1  1 Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover, 1  2 Institute of Allergology IFA, Charité Universitätsmedizin corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin, 1  3 HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, 1  4 Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin

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DOI 10.5414/ALX02533

Abstrakt

Die Entwicklung gezielter Therapien von atopischen Erkrankungen, Urtikaria und Angioödemen mit Biologika ist rasant: Neue „Targets“ von klinisch-therapeutischer Relevanz wurden identifiziert, entsprechende zielgerichtete Antikörper entwickelt, in klinischen Studien geprüft und zur Therapie zugelassen. Hierzu zählen zur Behandlung von atopischen Erkrankungen der anti-IgE Antikörper Omalizumab (auch wirksam und zugelassen zur Behandlung der Urtikaria), der anti-IL-4/13 rezeptorspezifische Antikörper Dupilumab, die beiden anti-IL-13 Antikörper Lebrikizumab und Tralokinumab, der anti-TSLP Antikörper Tezepelumab, die beiden anti-IL-5 Antikörper Mepolizumab und Reslizumab, und der anti-IL5 rezeptorspezifische Antikörper Benralizumab. Zur Behandlung des hereditären Angioödems sind darüber hinaus – neben niedermolekularen Substanzen – als Biologika schon länger der C1 Inhibitor sowie der Antikörper Lanadelumab (gerichtet gegen Kallikrein) zugelassen. Weitere therapeutische Antikörper sind in unterschiedlichen Phasen der Entwicklung. Des Weiteren wurde das Indikationsspektrum einiger sehr wirksamer Biologika um zusätzliche Erkrankungen mit Erfolg erweitert. In diesem Zusammenhang spannend sind die ersten Ergebnisse zum Einsatz der Biologikatherapie bei der Nahrungsmittelallergie und der eosinophilen Ösophagitis. Zusehends werden Biologika, die unterschiedliche Zielstrukturen adressieren, auch kombiniert, parallel oder aufeinander folgend verabreicht, um die optimale Wirksamkeit zu erreichen. Ein sich entwickelnder Bereich ist die Anwendung von Biologika bei Kindern und die Beobachtung immunologischer und nicht-immunologischer Nebenwirkungen. Dabei haben sich z. T. neue unerwartete Nebenwirkungen und Überempfindlichkeitsreaktionen gezeigt, die wiederum pathomechanistisch Fragen aufwerfen, wie zum Beispiel die Konjunktivitis unter Dupilumabtherapie, die nur bei der Therapie der atopischen Dermatitis, nicht aber bei Behandlung anderer atopischer Erkrankungen aufzutreten scheint. In der Dermatologie wurden paradoxe Reaktionen unter Therapie mit einigen Biologika bereits vor Jahren beschrieben. Auch die Immunreaktionen der Typen alpha bis epsilon auf Biologika (Hypersensitivitätsreaktionen) sind eine klinisch relevante Herausforderung, die sowohl die Auswahl eines Ausweichtherapeutikums betrifft als auch die erforderliche Diagnostik, die noch nicht in der Routinearbeit etabliert ist.

Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren

PubMedCentral

Allergologie select

Zitierung:
Jappe U, Bergmann K-C, Brinkmann F, Faihs V, Gülsen A, Klimek L, Renz H, Seurig S, Taube C, Traidl S, Treudler R, Wagenmann M, Werfel T, Worm M, Zuberbier T. Biologics in allergology and clinical immunology: Update on therapies for atopic diseases, urticaria, and angioedema and on safety aspects focusing on hypersensitivity reactions. Allergol Select. 2024; 8: 365-406.
DOI 10.5414/ALX02533E

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie des Forschungszentrums Borstel, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL),
  • 2 Interdisziplinäre Allergie-Ambulanz, Medizinische Klinik III, Universität zu Lübeck,
  • 3 Institut für Allergieforschung (IFA), Charité Universitätsmedizin Berlin und Fraunhofer Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP, Berlin,
  • 4 Sektion Kinder- und Jugendmedizin, UKSH, Campus Lübeck, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL), Lübeck,
  • 5 Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München,
  • 6 Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf,
  • 7 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden,
  • 8 Institute of Laboratory Medicine, Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), Philipps Universität Marburg, Member of the German Center for Lung Research (DZL) Marburg,
  • 9 Nürnberger Interdisziplinäres Zentrum für Allergologie, Klinik für Innere Medizin
  • 3 , Schwerpunkt Pneumologie, Klinikum Nürnberg/Campus Nord,
  • 1 
  • 0 Ruhrlandklinik – Klinik für Pneumologie, Universitätsmedizin Essen, Essen,
  • 1 
  • 1 Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover,
  • 1 
  • 2 Institute of Allergology IFA, Charité Universitätsmedizin corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin,
  • 1 
  • 3 HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf,
  • 1 
  • 4 Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin

Adresse

Prof. Dr. med. Uta Jappe
Klinische und Molekulare Allergologie
Forschungszentrum Borstel
Leibniz-Lungenzentrum
Parkallee 35
23845 Borstel
Email: [email protected]

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Citation

U. Jappe, K.-C. Bergmann, F. Brinkmann, V. Faihs, A. Gülsen, L. Klimek, H. Renz, S. Seurig, C. Taube, S. Traidl, R. Treudler, M. Wagenmann, T. Werfel, M. Worm und T. Zuberbier. Biologika in der Allergologie und klinischen Immunologie: Update zu Therapien bei atopischen Erkrankungen, Urtikaria und Angioödem und zu Sicherheitsaspekten mit Schwerpunkt Hypersensitivitätsreaktionen. 2024; 47: 727-770. doi: 10.5414/ALX02533.

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