Allergologie, Jahrgang 47 (2024) - November (709 - 716)

Diätetische und physikalische Triggerfaktoren beim hereditären Angioödem – Eigene Untersuchung und Literaturübersicht
J. Zarnowski1, R. Treudler1, 2
1 Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Leipzig A.ö.R., 2 Institut für Allergieforschung, Charité – Universitätsklinikum Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin

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DOI 10.5414/ALX02523

Abstrakt

Hintergrund: Beim hereditären Angioödem (HAE) sind zahlreiche Faktoren bekannt, die eine Attacke triggern können. Der mögliche Einfluss von Ernährung oder Freizeitsport wurde in Studien bisher kaum berücksichtigt. Ziel unserer Arbeit war es, den Einfluss von diätetischen und physikalischen Triggerfaktoren bei Patienten mit HAE im Leipziger ACARE Zentrum zu untersuchen.
Methoden: Patienten mit HAE erhielten einen selbstkonzipierten Fragebogen zur Erfassung von Familienanamnese, Erkrankungsverlauf, subjektiven Belastungen durch das HAE, aktueller Therapie und Krankheitskontrolle (Angioödem-Kontrolltest; AECT) sowie des Einflusses von Ernährung und/oder Freizeitsport auf HAE-Attacken.
Ergebnisse: Einschluss von 30 Patient/-innen (23 w, 77%) mit einem mittleren Alter von 49,5 ± 16,9 Jahren und BMI von 25,1 ± 6,4 kg/m2. 60% erhielten eine prophylaktische Behandlung und 37% eine ausschließliche On-Demand-Therapie. Der mittlere AECT-Wert betrug 10,9 ± 5,1. Die Patienten berichteten von 15,5 ± 26,9 Fehltagen aufgrund von HAE-Attacken in den letzten 12 Monaten. 33% berichteten über einen Zusammenhang mit der Aufnahme von Lebensmittel, insbesondere eine Verschlimmerung abdomineller Beschwerden (n = 7), Schwellungen der Extremitäten (n = 3), des Gesichtes, Kehlkopfes oder Genitalbereichs (jeweils n = 1). 70% gaben an, regelmäßig Sport zu treiben, am häufigsten Radfahren (n = 11), Laufen oder Wandern (n = 10) oder Krafttraining (n = 10). 62% berichteten über eine Verschlechterung des HAE durch Freizeitsport.
Schlussfolgerung: Ernährungsfaktoren und körperliche Aktivität führten in unserer Kohorte häufig zu einer Aggravation des HAE und sollten bei der Beratung von Patienten im Hinblick auf die Vermeidung von Triggerfaktoren berücksichtigt werden.

Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autorinnen

Zitierung:
Zarnowski J, Treudler R. Dietary and physical trigger factors in hereditary angioedema: Self-conducted investigation and literature overview. Allergol Select. 2024; 8: 358-364.
DOI 10.5414/ALX02523E

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Leipzig A.ö.R.,
  • 2 Institut für Allergieforschung, Charité – Universitätsklinikum Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin

Adresse

Dr. med. Julia Zarnowski
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Universitätsklinikum Leipzig A.ö.R.
Philipp-Rosenthal-Straße 69
04103 Leipzig
Email: [email protected]

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Citation

J. Zarnowski und R. Treudler. Diätetische und physikalische Triggerfaktoren beim hereditären Angioödem – Eigene Untersuchung und Literaturübersicht. 2024; 47: 709-716. doi: 10.5414/ALX02523.

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